Gut Ding braucht Weile

Letzte Woche habe ich ja Mal ausprobiert wie stabil eigentlich so ein menschliches Schienbein ist. Langer Rede kurzer Sinn – der Knochen ist schon recht stabil, aber eben leider nicht stabil genug! Gebrochen ist gebrochen, das wissen auch die Ärzte, die meinen Unterschenkel operieren mussten. Die Diagnose lautet komplizierter Dreifachbruch, wodurch ich natürlich wenigstens für die nächste Zeit, sagen wir mal „ein wenig gebremst sein werde“. Ich bin zwar auf Krücken und mit einem Rollstuhl halbwegs mobil, aber eben nicht ausreichend mobil genug um die geplante Veranstaltungsreihe durchführen zu können.

Auf Grund der schwere und der Art der Verletzung werden auch kleinere Wanderungen erst Mal ein Tabu-Thema sein, was uns zu dem Punkt bringt, dass die anstehende Exkursionsreihe leider restlos abgesagt bzw. auf einen unbekannten Zeitraum verschoben werden muss. Sämtliche Gehversuche sind für die nächsten sechs Wochen tabu; dann erst darf ich damit beginnen, meinen Fuß langsam wieder zu belasten. Bis ich wieder richtig oder nur gut gehen kann, wird sicher einiges an Zeit vergehen und sobald ich dann wieder Fit genügend sein werde, werden neue Termine für die Veranstaltungen hier bekannt gegeben.

Der Ausspruch “Hals- und Beinbruch” kommt vielleicht gelegen – oder ungelegen. Ich habe mir zwar nicht den Hals gebrochen und hoffe jetzt, dass das nicht Grundvoraussetzung für ein bisschen mehr Glück ist. Hoffentlich reicht das Bein???

Vielen Dank

Viele Grüße und besten Dank für Euer Verständnis

Euer

Ralf Anton Schäfer

PS: Falls sich jemand genötigt sieht, Blumen zu schicken… I dont like Flowers… Aber meiner Frau stände jetzt schon der eine oder andere Straus Blumen zu. Denn ohne ihre Hilfe würde ich viele Dinge des sonst so selbstverständlichen Alltags nicht ohne weitere Bestehen.

Veranstaltungen zum Kriegsende vor 73 Jahren

ACHTUNG – die gesamte Veranstaltungsreihe musste abgesagt werden! Weiteres finden Sie hier – Gut Ding braucht Weile!

Beinahe 73 Jahre liegt das Ende des Zweiten Weltkrieges zurück. Die Amerikaner setzten am 7. März 1945 in Remagen über den Rhein und bildeten einen ersten Brückenkopf auf dem Ostufer des Flusses. Damit war ein historischer Schritt gelungen, der dazu führte, dass der Krieg an der gesamten Westfront wesentlich verkürzt wurde. Nachdem die dauerhaften Gefechte um den Remagener Brückenkopf zu einer blutigen Niederlage geführt hatten, wurde Altenkirchen am 26. März 1945 durch amerikanische Verbände erobert. Bereits wenige Tage später wurde das Ruhrgebiet umzingelt, wobei die gesamte Heeresgruppe B mit rund 325.000 Mann in dem so genannten Ruhrkessel eingeschlossen wurde. Die Südfront dieses Kessels bildete die Sieg in ihrer gesamten Länge. Am 6. April setzten die amerikanischen Verbände zum Großangriff gegen die Sieglinie an und begannen damit, die eingeschlossenen Truppen systematisch zu zerschlagen; schon 10 Tage später stießen sie gegen Düsseldorf vor. Mehrere Übergabeaufforderungen waren bis dahin kategorisch abgelehnt worden, dennoch kam es zur Kapitulation der eingeschlossenen Resteinheiten. Generalfeldmarschall Walter Model, der Kommandeur der Heeresgruppe B, erschoss sich am 21. April 1945 in der Nähe von Duisburg.

Während Berlin im blutigem Straßenkampf unterging, entzog sich Adolf Hitler am 30. April 1945 durch Selbstmord der Verantwortung. Noch immer von einigen seiner treusten Generäle als „d e r  F ü h r e r“ verehrt, ruhten auch nach dessen Tod die Waffen nicht.

Seit dem 5. Mai 1945 um 8. Uhr früh herrschte in Holland, Nordwestdeutschland, von der Emsmündung bis zur Kieler Förde sowie in Dänemark einschließlich der diesen Gebieten vorgelagerten Inseln Waffenruhe. Am 7. Mai 1945 erfolgte im obersten Hauptquartier der Alliierten in Reims die bedingungslose Kapitulation der deutschen Wehrmacht. Als dann am 8. Mai 1945 endlich die Waffen schwiegen, hatten mehr als 60 Mio. Menschen ihr Leben verloren. Die Gefallenen sämtlicher Nationen blieben auf den Schlachtfeldern zurück, Mütter weinten um ihre Söhne und Ehemänner. Wen der Krieg nicht hingerafft hatte, der starb auf der Flucht durch Hunger, Kälte oder Tieffliegerangriffe. Und die Welt erfuhr davon, was sich hinter den Zäunen unzähliger Lager abgespielt hatte. Von den Krematorien, von Vernichtungslagern, vom Tod von wenigstens 5,7 Mio Juden, etwa 3 Millionen sowjetischen Kriegsgefangenen, dazu etwa 3-4 Mio nichtjüdische Zivilisten, KZ-Einsassen, Häftlingen, Zwangsarbeitern und Deportierten.


Damit die Opfer und die Schreckenstage der blutigen Kampfhandlungen im März und April 1945 in unserer Region nicht in Vergessenheit geraten, hat sich die Kreisvolkshochschule Altenkirchen erneut dem Thema gewidmet und bietet eine Anzahl neuer Exkursionen auf den Spuren der letzten Kriegstage an. Unter dem Motto Geschichte ist kein Fall für das Museum, sondern der Schlüssel für die Zukunft haben wir nun gemeinsam die folgenden Exkursionen geplant.

Am Samstag den 17. März 2018 eröffnen wir diese Veranstaltungsreihe mit einer Tagesfahrt ins Friedensmuseum nach Remagen und verlassen hiermit erstmalig das Gebiet des Kreises Altenkirchen. In der darauf folgenden Woche werden wir uns mit dem ersten Einsatz des I. Altenkirchener Volkssturmbataillons in der Nähe von Neustadt a.d. Wied beschäftigen. Dazu fahren wir zum Kloster Ehrenstein, wo sich unter anderem der Bataillonsgefechtsstand des Volkssturmes befunden hat. Ein weiteres Mal außerhalb des Kreis Altenkirchen sind wir bei Uckerath unterwegs. Hier standen neben verschiedenen anderen deutschen Verbänden die 363.- und 62. Volksgrenadier Divisionen im Kampf um die zur Festung erklärten Stadt. Nur kurz darauf waren beide Divisionen zwischen Betzdorf und Wissen entlang der Siegfront eingesetzt – die verschiedenartige Kriegsführung beider Divisionskommandeure werden wir in diesem Fall besonders beleuchten.

Alle neun Exkursionen dieser Veranstaltungsreihe für das erste Halbjahr 2018 werden die weniger bekannten Kampfhandlungen südlich der Sieg 1945 hervorheben.

Um zeitnahe Anmeldung zu den Exkursionen wird gebeten.



Eine 8,8-cm-Flak-36 im Erdkampfeinsatz. Schon kurz nach Beginn des Frankreichfeldzuges zeigte das für die Luftabwehr konzipierte Geschütz seine Stärken bei der Panzerabwehr. Bis August 1944 waren rund 12.000 Geschütze der berühmt-berüchtigten Eightyeight, wie sie bei den Alliierten genannt wurde, gebaut worden und fügten feindlichen Panzerverbänden hohe Verluste zu. Rheinhold Schmidt, der als Wachtmeister im Flak-Sturm-Regiment 4 diente, berichtete davon, dass ihre Geschütze in der Zeit nach der Landung der Alliierten im Sommer 1944 in der Normandie bis zu den letzten Kämpfen im Ruhrkessel mehr amerikanische Panzer ausgeschaltet habe, als sie dazu in der Lage waren feindliche Flieger vom Himmel zu holen.

Eine 8,8-cm-Flak-36 im Erdkampfeinsatz. Schon kurz nach Beginn des Frankreichfeldzuges zeigte das für die Luftabwehr konzipierte Geschütz seine Stärken bei der Panzerabwehr. Bis August 1944 waren rund 12.000 Geschütze der berühmt-berüchtigten Eightyeight, wie sie bei den Alliierten genannt wurde, gebaut worden und fügten feindlichen Panzerverbänden hohe Verluste zu. Rheinhold Schmidt, der als Wachtmeister im Flak-Sturm-Regiment 4 diente, berichtete davon, dass ihre Geschütze in der Zeit nach der Landung der Alliierten im Sommer 1944 in der Normandie bis zu den letzten Kämpfen im Ruhrkessel mehr amerikanische Panzer ausgeschaltet habe, als sie dazu in der Lage waren feindliche Flieger vom Himmel zu holen.

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1 – Tagesfahrt nach Remagen

Am 7. März 1945 können amerikanische Truppen bei Remagen die Ludendorff-Brücke unzerstört erobern und einen Brückenkopf auf dem Ostufer des Rheins bilden. Auf deutscher Seite versucht man mit allen Mitteln den Brückenkopf zu zerschlagen, muss aber angesichts der heftigen Gegenwehr zur hinhaltenden Verteidigung übergehen. Bis zum 19. März bauen die Amerikaner ihren Brückenkopf stetig aus. Am 25. März 1945 brechen die Verbände der 1. US Armee aus dem Brückenkopf aus, worauf sie Anfang April das Ruhrgebiet umzingeln.

Während dieser Tagesfahrt werden wir am Vormittag die Kriegsgräberstätte Ittenbach bei Königswinter besuchen. Hier haben 1.871 Gefallene des II. Weltkrieges ihre letzte Ruhestätte gefunden. Die Kriegsgräberstätte war auch für die amerikanischen Soldaten eine Stätte der Trauer, da sie hier zahlreiche Gefallenen aus den Gefechten um den Brückenkopf von Remagen, der Sieglinie, dem Ruhrkessel und aus dem Harz zur Ruhe betteten. Im Anschluss nach dem Besuch dieser Kriegsgräberstätte werden wir die Weiterfahrt nach Remagen antreten, wo wir entweder gemeinsam oder jeder für sich das Mittagsessen zu sich nehmen können. Im Anschluss besichtigen wir das Friedensmuseum in den erhaltenen Brückentürmen der Ludendorffbrücke in Remagen. Hier wird bei genügend Teilnehmern eine Führung durch die Museumsräume stattfinden. Am Nachmittag werden wir die Rückfahrt nach Altenkirchen antreten. Auf dem Rückweg werden wir einen Zwischenstopp im Bereich des den damaligen Feldflughafens Eudenbach machen. Hier war das amerikanische 413. Infanterieregiment am 23. März 1945 auf die Reste der 9. Panzerdivision gestoßen.

Wann: Unbekannt verschoben!

Treffpunkt: Diese Tagesfahrt wird einem Reisebus durchgeführt.

Parkplatz Weyerdamm, 57610 Altenkirchen

Zeitnah werden Möglichkeiten bekanntgeben, wo Sie sich Gruppe anschließen können.

Wegstrecke: entfällt

Dauer: Tagesfahrt; Beginn ca. 10 Uhr in Altenkirchen

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


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2 – Altenkirchener Volkssturm im Frontabschnitt an der Wied

Nachdem die Amerikaner auf dem Ostufer des Rheins standen, wurde der Altenkirchener Volkssturm aufgestellt. Schon nach einer kurzen Ausbildung wurde das Bataillon am 19. März 1945 in den Bereich südlich von Neustadt verlegt, wo die Reichsautobahn gesperrt werden sollte. Das Bataillon war zunächst dem Armeekorps unterstellt, wurde aber bereits schon am 21. März von der Wehrmacht vereinnahmt und erhielt direkte Befehle durch die vor Ort eingesetzte Infanterie.

Unter dem stetigen amerikanischen Druck wurde die Front während der nächsten Tage bis an die Wied zurückgedrängt. Bevor die Amerikaner am 25. März zu ihrem Angriff aus dem Brückenkopf heraus antraten, setzten sich die Reste der 340. deutschen Volksgrenadier Division aus der Frontstellung ab. Zuvor wurde dem Volkssturm das weitere Halten der Stellungen befohlen. An Stelle der Wehrmacht war  nun der Volkssturm für das Halten und die Verteidigung des gesamten Frontabschnittes verantwortlich. Allerdings war die Einheit weder für eine solche Aufgabe ausgerüstet, geschweige denn hierfür ausgebildet; von der zahlenmäßigen Unterlegenheit gegenüber eines mit Artillerie- und Panzerkräften ausgerüsteten Gegners ganz zu schweigen.

Diese Exkursion wird sich im Schwerpunkt mit den Gefechten um die Wiedlinie und den angrenzenden Mehrbach am 25. und 26. März 1945 befassen und versucht dabei die Rolle des I. Altenkirchener Volkssturmbataillons zu beleuchten.

Wann: Unbekannt verschoben!

Treffpunkt: KVHS, 57610 Altenkirchen, Rathausstraße 12
dort nach Möglichkeit Bildung von Fahrgemeinschaften.

Weitere Anschlussmöglichkeiten:

          13.30 Ortseingang Flammersfeld

          Parkplatz bei Norma

          14.00 Uhr Parkplatz bei

          Kloster Ehrenstein

Wegstrecke: etwa 6 Kilometer

Dauer: Bitte rechnen Sie für diese Exkursion wenigstens 4 Stunden ein.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


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3 – Die Festung Uckerath

Am 25. März 1945 waren die Amerikaner zu ihrem Großangriff aus dem Brückenkopf von Remagen angetreten. Für den gleichen Tag hatte die deutsche Führung einen eigenen Angriff geplant. In den frühen Morgenstunden trafen dabei starke Panzerkräfte aufeinander. Unter stetigem Druck war die Kampfgruppe Hudel in verlustreiche Gefechte verwickelt worden und verbrauchte dabei die letzten Panzerreserven.

Um bereits vor dem eigentlichen Angriffsbeginn schon Einheiten der stark überlegenen Amerikaner zu binden, wurde die Stadt Uckerath schon am 24.3.1945 zur Festung erklärt. Um die Verteidigung zu organisieren standen hauptsächlich die 363. Volksgrenadier Division und die Reste der 62. Volksgrenadier Division zur verfügung. Der deutsche Oberst Arthur Jüttner wurde zum Kampfkommandant der Festung ernannt und erhielt den Befehl über sämtlichen Verbände, die greifbar waren.

Während der Nacht zum 25. März drangen amerikanische Kräfte in den Ort ein, um den stundenlang erbittert gekämpft wurde. Nachdem die Kampfhandlungen beendet waren, legte man in Uckerath einen Ehrenfriedhof an, auf dem 422 Gefallene ihre letzte Ruhestätte gefunden haben.

Während dieser Exkursion werden wir uns an eine der ehemaligen Frontstellungen der 363. VGD am Hanfbach begeben.

Wann: Unbekannt verschoben!

Treffpunkt: 13.30 Uhr KVHS 57610 Altenkirchen, Rathausstraße 12

Weitere Anschlussmöglichkeiten:

          14.00 Uhr B8, Edeka-Markt in Weyerbusch

          14.30 Uhr Kriegsgräberstätte in Uckerath

Wegstrecke: je nach Wunsch der Teilnehmer zwischen 5 und 12 Kilometer

Dauer: Wenigstens drei Stunden

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


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4 – Letzte Gefechte um die PaK-Linie bei Weyerbusch

Nachdem die Amerikaner den deutschen Widerstand rund um die Pak-Linie (Pak=Panzerabwehrkanone) bei Hasselbach niederkämpfen konnten, eroberten sie Weyerbusch und drangen von dort aus über Marenbach in Richtung Rimbach vor und von Werkhausen stießen die amerikanischen Soldaten in Richtung Leuscheid durch das unwegsame Waldgelände vor. Hier und da stellten sich ihnen noch deutsche Soldaten entgegen, die letzten Widerstand leisteten.

Während des Vormarsches konnten die Soldaten der 1. US-Infanteriedivision ein umfangreiches Munitionsdepot und eine Panzerwerkstatt erbeuten.

Diese Exkursion wird sich den Waldkämpfen widmen, die sich am 26. März 1945 nördlich von Weyerbusch ereigneten. Darüber hinaus werden wir uns über den Einsatz eines neuen, schweren deutschen Mörsers unterhalten, dessen Feuerleitstelle sich seit dem 17./18. März 1945 in Marenbach befunden hatte.

Wann: Unbekannt verschoben!

Treffpunkt: wird zeitnah bekannt gegeben – 57635 Weyerbusch

Wegstrecke: ca. 6 Kilometer

Dauer: 3-4 Stunden

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


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5 – Panzersperre bei Schöneberg

Nachdem Flammersfeld durch die 3. US-Panzerdivision erobert worden war, stieß die amerikanische Spitze in Richtung Altenkirchen weiter vor. Drei Haupt-Angriffskeile waren auf dem Weg ihr Ziel, Altenkirchen, zu erobern.

Die sich zurückziehende deutsche 9. Panzerdivision hatte Teile abgestellt, um eine mobile Widerstandslinie zu halten. Zudem waren diverse Straßensperren eingerichtet worden, an denen die amerikanischen Panzer zum Stillstand gebracht werden sollten. Um dieser Gefahr Herr zu werden, wurden Infanterieeinheiten abgestellt, die darauf spezialisiert waren, diese Straßensperren auszuschalten.

Diese Exkursion behandelt die Gefechte, die in der Gegend um Neitersen und bei der Eroberung von Schöneberg stattfanden.

Wann: Unbekannt verschoben!

Treffpunkt: wird zeitnah bekannt gegeben – 57638 Schöneberg

Wegstrecke: ca. 6,5 Kilometer

Dauer: Etwa 4 Stunden

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


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6 – Kriegsende bei Bachenberg und Busenhausen

Altenkirchen war am 26. März 1945 durch die 3. US Panzerdivision eingenommen worden, die deutschen Truppen befanden sich auf dem Rückzug. Dennoch hatte der Befehl Gültigkeit, schwere Waffen, die dringend benötigt wurden, durften keines Falls in amerikanische Hand fallen. So versuchten deutsche Pioniere noch unter Beschuss durch die anrückenden Amerikaner einen durch Kettenschaden liegengebliebenen Panzer IV bei Bachenberg wieder flott zu machen.

Während dieser Exkursion werden wir uns besonders mit den Einsätzen des Pionierbataillons der 3. Panzergrenadier Division befassen, die zwischen Kettenhausen und Niedererbach in Stellung waren. Darüber hinaus werden wir einen Einblick in die Arbeit des Sprengkommandos Forneberg erhalten

Wann: Unbekannt verschoben!

Treffpunkt: K 37, Friedhof bei 57610 Bachenberg

Wegstrecke: etwa 5 Kilometer

Dauer: ca. 3 1/2 Stunden

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


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7 – Weitefeld – I von II – Der amerikanische Vorstoß

Nachdem Elkenroth von den Amerikanern kampflos eingenommen werden konnte, marschierten sie gegen Weitefeld vor. Im Bereich der Sandmühle stießen sie auf einen deutschen Panzer, der seit dem Vorabend dort auf benötigten Kraftstoff wartete. Nach einer kurzen Schießerei begaben sich die deutschen Soldaten in alliierte Gefangenschaft und der Vorstoß nach Weitefeld konnte wieder aufgenommen werden.

Noch bevor die Amerikaner an den Ort herangekommen waren, setzte deutsches MG-Feuer ein, wodurch die Infanterie runter von der Straße musste. Entlang des Bahndammes bahnten sie sich ihren Weg in den Ort, wo deutsche Grenadiere sich eingegraben hatten und den Angriff bereits erwarteten.

Diese Exkursion befasst sich mit den Gefechte, die sich während der Einnahme des Ortes ereigneten.

Wann: Unbekannt verschoben!

Treffpunkt: Sportplatz zwischen 57586 Weitefeld und Elkenroth

Wegstrecke: etwa 5 Kilometer

Dauer: etwa 3 – 4 Kilometer

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


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8 – Weitefeld – II von II – Das letzte Gefecht

Während sich in Weitefeld der deutsche Widerstand versteifte, wurde eine Abordnung der 3. US-Panzerdivision, die über Nacht bei Nauroth im Wald gestanden hatte, aus Richtung Neunkausen gegen Weitefeld angesetzt.

Die amerikanische Kompanie stieß schon kurz nach Angriffsbeginn auf den Widerstand einer hastig errichteten Verteidigungslinie und hatte gleich nach Antreten einen ihrer Sherman-Panzer verloren.

Diese Exkursion beginnt an der Kreisstraße 111 in der Nähe der Firma „Muhr und Bender“ und wird zu den Örtlichkeiten dieses letzten Widerstandes führen.

Wann: Unbekannt verschoben!

Treffpunkt: K111, am Feldweg bei der Firma Mubea in 57586 Weitfeld

Wegstrecke: etwa 5 Kilometer

Dauer: Etwa 3 bis 4 Stunden

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


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9 – Kriegsereignisse am ehemaligen Truppenübungsplatz Stegskopf

Nur wenig bekannt ist über die Geschichte des ehemaligen Truppenübungsplatzes Stegskopf während der letzten Kriegstage. Schon zu Kaiserzeiten unterlag das Gelände einer (teil-)militärischen Nutzung; ab August 1943 wurde der Standorts fester Bestandteil für Offiziersbewerber, die sich aus Angehörigen der Luftwaffenhelfer rekrutierten, zur gleichen Zeit eröffnete Reichsjugendführer Artur Axman das Ausbildungszentrum „Prinz Eugen“ für Sonderlehrgänge in der Hochfrequenzfunktech-nik für die Hitlerjungend. Daneben nutzte die reguläre Wehrmacht das Gelände zu Ausbildungszwecken.

Nach dem im Herbst 1944 die Aufstellung des Deutschen Volkssturm befohlen wurde, erfolgte eine zusätzliche Nutzung durch den Volkssturm in Form von Geländeausbildung, MG-Schießen und besonders der Einsatz und die Nutzung von Minen und Panzerfäusten. Es sollten Panzerjagdkommandos ausgebildet werden, die den hohen Fehlbestand an schweren Geräten ausgleichen sollte.

Ende März 1945 wurden Teile des südöstlichen Geländes dann auch noch zum direkten Kampfgebiet, nachdem die amerikanischen Verbände aus dem Remagener Brückenkopf ausgebrochen waren und über Bad Marienberg in Richtung Haiger vorstießen.

Diese Exkursion wird entlang der freigegebenen Wegstrecke an einige der Örtlichkeiten der Kriegsereignisse führen.

Wann: Unbekannt verschoben!

Treffpunkt: Am Friedhof, 56472 Nisterberg,

Wegstrecke: Zwischen 8 und 10 Kilometer

Dauer: etwa 4 1/2 Stunden

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


Rote Marker = Veranstaltung steht bevor.
Blaue Marker = Veranstaltung wurde bereits durchgeführt.
Sie können sich in der Karte eine Wegbeschreibung zu den Veranstaltungen gleich anzeigen lassen.


 

 


Kriegsereignisse im Raum Mudersbach-Niederschelden im April 1945

Am Samstag, den 16. September 2017, findet die dritte Exkursion dieser Veranstaltungsreihe statt. Dieses Mal wird von den Ereignissen berichtet, die sich während der letzten Kriegstage im April 1945 rund um Mudersbach und Niederschelden abspielten. Da die Kämpfe an der Sieg mein besonderes Anliegen waren, habe ich während meiner Recherchen gleich mehrere deutsche und amerikanische Veteranen zu diesen schicksalshaften Tagen befragen können.

Nachdem die 1. US-Armee im März aus dem Brückenkopf von Remagen ausgebrochen waren, begonnen sie damit, ihre Angriffe zur Sieg hin auszuweiten. Sie rückten unaufhaltsam zur Sieg vor, bei Gosenbach und Kirchen bildeten sie Brückenköpfe auf dem Nordufer des Flusses. Dazwischen bezogen Sicherungs- und Beobachtungsposten ihre Stellungen. Hier und da kam es zu Gefechten und kleineren Kampfhandlungen.

Einer dieser Posten befand sich in Birken bei Mudersbach. Am 3. April 1945 bewegte sich eine amerikanischen Patrouille aus Richtung Eiserfeld-Kaiserschacht kommend nach Birken herein, um den dortigen Posten abzulösen. In der gleichen Nacht setzte eine deutsche Patrouille in Niederschelderhütte über die Sieg. Die deutschen Soldaten hatten ihrerseits den Befehl, eventuelle amerikanischen Stellungen rund um Birken ausfindig zumachen. 

In den frühen Morgenstunden kam es dann zum Zusammenstoß mit den Amerikanern. Es entwickelte sich gleich ein heftiges, aber kurzes Feuergefecht, in dessen Verlauf ein amerikanischer Soldat sein eigenes Leben opferte, um das seiner Kameraden zu retten. 

Innerhalb dieser Exkursion unterhalten wir uns besonders über die Ereignisse dieser Nacht, die das Leben von mehreren Menschen für immer ändern sollte.

Der am 3. April 1945 gefallene Walter Wetzel

Der am 3. April 1945 gefallene Walter Wetzel

 Diese Exkursion beginnt um 14.30 Uhr am Friedhof in Birken.

Treffpunkt ist die Friedhofstraße in 57555 Mudersbach (Siehe Karte)

Die Wegstrecke beträgt etwa 5 Kilometer, wir werden circa 3 Stunden unterwegs sein; eher länger als kürzer.

Anmeldung erbeten an die: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de

Die nächsten Exkursionen stehen an…

Die Kreisvolkshochschule Altenkirchen und die Volkshochschule Betzdorf-Gebhardshain haben für das anstehende Semester wieder ein reichhaltiges Angebot zusammengestellt. Ich freue mich sehr, dass ich erneut meinen Teil hierzu beisteuern konnte, denn für die Fortführung der Veranstaltungsreihe “Erinnern und Lernen – Kriegsende vor 72 Jahren” wurden jetzt weitere acht Exkursionen geplant, darunter befinden sich vier ganz neue Runden. Diese Veranstaltungsreihe wurde wieder auf die Samstage verlegt, da dieser Tag organisatorisch einfach der bessere ist.

Am Samstag, den 26. August, eröffnen wir die Veranstaltungsreihe mit der Wanderung bei Ölsen, wo die Ereignisse nach der Eroberung Altenkirchens im Fokus stehen. Die weiteren Veranstaltungen beschäftigen sich in der Masse mit den Kampfhandlungen Ende März 1945, die sich südlich der Sieg zutrugen. So sind wir zum einen bei Gebardshain unterwegs und auch bei Weitefeld. Die drei letzten Exkursionen haben dahingegen den Schwerpunkt Betzdorf als Kampffront und stellen dar, warum sich die Kampfhandlungen entlang des Flusses knapp eine Woche lang hinzogen.

Um zeitnahe Anmeldung zu den Exkursionen wird gebeten.


Ein deutscher Grenadier ist in seiner Schützenmulde in Stellung gegangen. Mit seiner Feuerwaffe<span style="color: #ff0000;"> (1)</span> im Anschlag und der bereitgelegten Stielhandgranate <span style="color: #ff0000;">(2)</span> erwartet er den bevorstehenden amerikanischen Angriff. Die Anspannung steht ihm erkennbar ins Gesicht geschrieben.

Ein deutscher Grenadier ist in seiner Schützenmulde in Stellung gegangen. Mit seiner Feuerwaffe (1) im Anschlag und der bereitgelegten Stielhandgranate (2) erwartet er den bevorstehenden amerikanischen Angriff. Die Anspannung steht ihm erkennbar ins Gesicht geschrieben.



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Gefechte rund um Birkenbeul

Nachdem Altenkirchen am 26. März 1945 von den Amerikanern nahezu kampflos erobert worden und später Hachenburg gefallen war, sicherten sie die erreichten Stellungen und richteten sich für die Nacht ein. Am nächsten Morgen nahmen sie ihre Angriffe wieder auf und rollten mit ihren Panzereinheiten weiter in östliche Richtung, um den Durchbruch durch die Linien der 15. deutschen Armee in der Tiefe zu erreichen.  Den Panzereinheiten folgten die Infanteriedivision, die zum einen das von den schnellen Panzereinheiten überrannte Gebiet sicherten und zum anderen die Flankensicherung nach Norden hin übernahmen. Die Frontlinie führte am 27. März grob von Leuscheid über Ückertseifen und schwenkte dort scharf nach Süden bis zum Beulskopf und dann über Obererbach nach Osten. Unter amerikanischen Beschuss zogen letzte deutsche Soldaten aus Ölsen. Hiernach wurde eine amerikanische Patrouille in Richtung Birkenbeul gesendet, die sich unter tödlichen
Verlusten zurückziehen musste.

Die Exkursion beginnt am Dorfgemeinschaftshaus in Ölsen und führt von dort über Birkenbeul zum Beulskopf.

Wann: Samstag, 26. August 2017 , 14.30 Uhr

Treffpunkt: Dorfgemeinschaftshaus Ölsen, Brunnenstraße 57612 Ölsen
Ganz wichtig: Auf Grund  der andauernden Regenfälle der letzten Zeit muss d
er Startpunkt dieser Exkursion verlegt werden. Der Ausgangspunkt dieser Wanderung befindet sich jetzt an der K54, von Heupelzen in Richtung Ölsen fahrend, links ab, dort wo der Wald aufhört und bevor es den Berg herunter nach Ölsen geht. Hierdurch hat sich auch die Wegstrecke um etwas mehr als einen Kilometer erhöht. Denn neuen Treffpunkt finden Sie auf der Karte am Ende dieser Seite.

Wegstrecke: Etwa 4,5 Kilometer

Dauer: In der Regel dauert jede Exkursion etwa 3 Stunden.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


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Kriegsende für Oberwambach

Während die 3. US-Panzerdivision am 26. März 1945 aus dem Brückenkopf von Remagen ausbrach, schlug ihr in der Nähe von Oberwambach schweres Feuer entgegen. Nachdem der erste Panzer in den Ort eingefahren war, wurde dieser durch ein 8,8cm-Flak-Geschütz, das oberhalb des Dorfes stand, im direkten Beschuss ausgeschaltet. Amerikanische Infanterie musste den Widerstand der Geschütze niederkämpfen, bis der Vormarsch endlich wieder aufgenommen werden konnte. Nachdem die amerikanische Kolonne den Ort passierte, setzte ihnen ein einzelnes deutsches Panzerfahrzeug immer wieder mit Beschuss zu.

Diese Exkursion beginnt am Friedhof in Oberwambach und führt zu den Örtlichkeiten dieses Gefechtes im März 1945.

Wann: Samstag, 2. September 2017, 14.30 Uhr

Treffpunkt: Friedhofstraße in 57614 Oberwambach

Wegstrecke: Etwa 3,5 Kilometer

Dauer: In der Regel dauert jede Exkursion etwa 3 Stunden.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


PictogrammWandernTapferkeitsauszeichnung mit dem Leben bezahlt – Mudersbach-Birken

Nachdem die Verbände der 1. US-Armee im März 1945 aus dem Brückenkopf von Remagen ausgebrochen waren, begonnen sie damit, ihre Angriffe in Richtung der Sieg auszuweiten, um den Raum von letzten deutschen Soldaten zu bereinigen. Aus Richtung Eiserfeld-Kaiserschacht fühlten die Amerikaner auf Birken vor und drangen in den Ort ein, wo sie einen Sicherungsposten einrichteten. Während der Nacht setzte eine deutsche Patrouille in Niederschelderhütte über die Sieg und sollte amerikanischen Stellungen rund um Birken ausfindig machen. Hierbei kam es zum Zusammenstoß mit einer amerikanischen Patrouille, die sich auf dem Weg zum eigenen Stützpunkt befand. Es kam zu einem kurzen, aber heftigen Feuergefecht, in dessen Verlauf ein amerikanischer Soldat sein eigenes Leben opferte, um das seiner Kameraden zu retten. Während dieser Exkursion unterhalten wir uns über die Ereignisse dieser Nacht und begeben uns dann auf die Wege der Angriffe nach Mudersbach herein.

Diese Exkursion beginnt am Friedhof in Birken.

Wann: Samstag, 16. September 2017, 14.30 Uhr

Treffpunkt: Friedhofstraße in 57555 Mudersbach

Wegstrecke: Etwa 5 Kilometer

Dauer: In der Regel dauert jede Exkursion etwa 3 Stunden.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


PictogrammWandernKriegsende bei Weitefeld

Nachdem die amerikanischen Divisionen der 1. US Armee Ende März 1945 aus dem Brückenkopf von Remagen ausgebrochen waren, stieß die vordere Spitze der 3. US-Panzerdivision zwischen Neunkausen, Weitefeld und Friedewald auf eine hastig errichtete Widerstandslinie der sich zurückziehenden Wehrmacht. Die deutschen Truppen befanden sich auf der Flucht und versuchten durch diesen Widerstand noch einmal Zeit zu gewinnen, um möglichst vielen Soldaten das Absetzen in die Bereiche nördlich der Sieg zu ermöglichen.

Kurz nach Morgenanbruch setzte Abwehrfeuer von einigen PaK (Panzerabwehrkanonen) ein, die durch Flak (Fliegerabwehrgeschütze) unterstützt wurden. Unmittelbar bevor der eigene Widerstand eingestellt werden musste, setzte noch ein letzter, verzweifelt geführter deutscher Gegenangriff ein, der jedoch unter hohen Verlusten eingestellt werden musste. Der deutsche Widerstand wurde gebrochen und die Amerikaner konnten danach nahezu ungehindert in die Tiefe durchstoßen.

Diese Exkursion beginnt an der Kreisstraße 111 bei der Firma “Mubea Muhr und Bender” im Industriegebiet (Hachenburger Str. 31, 57586 Weitefeld) und wird unter anderem an die Örtlichkeit eines deutschen Widerstandsnests führen, von dort weiter zu einem Standort eines Sturmgeschützes, welches auf sich allein gestellt die vorstoßenden Sherman-Panzer unter Feuer nahm.

Treffpunkt: Entweder Parkplatz der Firma Mubea oder Feldweg 50 Meter südlich. Der exakte Treffpunkt wird zeitnah bekannt gegeben.

Wann: Samstag, 30. September 2017, 14.30 Uhr

Treffpunkt: Parkplatz der Firma Mubea bzw. Feldweg 50 Meter südlich davon

Wegstrecke: Etwa 4,5 Kilometer

Dauer: ca. 3 1/2 Stunden.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


PictogrammWandernExkursion zum Hümmerich bei Gebhardshain

Nachdem Gebhardshain durch Verbände der 1. US Infanteriedivision erobert worden war, stießen sie mit einer kampfstarken Patrouille auf den Hümmerich vor, wo sie eine Sperrstellung beziehen sollten.

Auf dem Weg dorthin entdeckten sie immer wieder deutsche Soldaten, die sich auf dem Rückzug befanden. Doch noch bevor der Hümmerich erreicht war, stieß die Patrouille auf eine Nachhut des 8. Panzergrenadierregimentes, die mit einem PaK-Geschütz (PaK=Panzerabwehrkanone) in Stellung befohlen worden war, um den Rückzug der deutschen Einheiten hinter die Sieg zu decken.

Wir treffen uns zu dieser Exkursion am Parkplatz beim Bürgerforum in Gebhardshain

Wann: Samstag, 7. Oktober 2017, 14.00 Uhr

Treffpunkt: Betzdorfer Straße 5, 57580 Gebhardshain

Wegstrecke: Etwa 7 Kilometer

Dauer: 4 Stunden, evtl. länger.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


PictogrammWandernDie Amerikaner überqueren die Sieg zwischen Scheuerfeld und Wallmenroth

Nachdem die amerikanische 1. Armee im März 1945 aus dem Brückenkopf von Remagen ausgebrochen war, begonnen sie damit, gegen die Sieg vorzugehen, um den Raum von letzten deutschen Soldaten zu bereinigen. Hierbei stießen sie von Dauersberg nach Scheuerfeld, das nach einem Gefecht durch Soldaten des 28. amerikanischen Infanterieregiments erobert werden konnte. Nach dem Gefecht um Scheuerfeld blieben mehrere Gefallene beider Seiten, die deutschen Toten wurden im Ort in einem Gräberfeld zur letzten Ruhe gebettet.

Ein Versuch von Richtung Bruche aus gegen Wallmenroth vorzugehen, um von dort aus auf den Molzberg vorzustoßen, schlug unter Verlusten fehl. So waren die Amerikaner gezwungen, in Betzdorf und in Scheuerfeld die Sieg überqueren. Von Betzdorf aus drangen sie nach Oberbetzdorf vor und gingen im Anschluss gegen den Molzberg vor.

In Scheuerfeld setzte ein verstärkter Zug im Bereich der Muhlau über den Fluss, von hier stießen sie in Richtung Wallmenroth vor. Ein verzweifelt geführter deutscher Gegenangriff setzte ein, musste aber unter Verlusten eingestellt werden.

Diese Exkursion beginnt am Friedhof in Wallmenroth und führt zu den Örtlichkeiten der letzten Märztage des Jahres 1945.

Treffpunkt: Friedhof in Wallmenroth.
Wegstrecke: Ca. 6-7 Kilometer.

Wann: Samstag, 14. Oktober 2017, 14.00 Uhr

Treffpunkt: Jahnstraße 25, 57584 Wallmenroth

Wegstrecke: Zwischen 4 und 5 Kilometer

Dauer: In der Regel dauert jede Exkursion etwa 3 Stunden.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
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PictogrammWandernBetzdorf I – Amerikanischer Vorstoß durch Betzdorf zum Molzberg

Ende März 1945 hatten Verbände des 28. US Infanterieregiments die südlich der Sieg gelegenen Ortsteile erobert und waren anschließend in Betzdorf über die Sieg gegangen. Ein vorheriger Versuch, den Molzberg von Wallmenroth aus zu erobern, schlug fehl, wodurch die Amerikaner gezwungen waren, sich im verlustreichen Häuserkampf durch Hohenbetzdorf zu kämpfen, bis der Molzberg endlich erreicht worden war.

Endlich auf der Molzbergspitze angelangt, konnten die amerikanischen Soldaten ihren  Brückenkopf sichern. Der Weg dorthin war verlustreich und blutig. Nachdem die Gefechte beendet waren, hatten eine Vielzahl deutscher und amerikanischer Soldaten ihr Leben verloren.

Treffpunkt: Schützenplatz in Betzdorf
Wegstrecke: ca. 3,5 Km

Wann: Samstag, 4. November 2017, 14.00 Uhr

Treffpunkt: Martin Luther Straße 17, 57518 Betzdorf

Wegstrecke: Etwa 3,5 Kilometer

Dauer: In der Regel dauert jede Exkursion etwa 3 Stunden.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


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Sie können sich in der Karte eine Wegbeschreibung zu den Veranstaltungen gleich anzeigen lassen.


 

Eröffnung der Veranstaltungen 2017

„Als der Krieg in die
Heimat kam“

72 Jahre Kriegsende 1945

Vortag mit Filmmaterial, Dokumenten und
Fotografien über die Kampfhandlungen am
Ende des Zweiten Weltkrieges im Kreis Altenkirchen

Samstag, 25. März 2017 – 14 Uhr
Kreisvolkshochschule, Rathausstraße 12 in 57610 Altenkirchen

Gebühren: 5 Euro je Person.
Zahlbar am Tag der Veranstaltung.

Ein Angebot der Kreisvolkshochschule und
des Kreisarchives des Kreises Altenkirchen.

www.das-kriegsende.de

Exkursionen im 1. Halbjahr 2017

Die neuen Termine für die nächste Veranstaltungsreihe stehen endlich fest. Sieben mal sollte man sich den Terminkalender offen halten, davon ein Mal an einem Samstag und, weil immer wieder darum gebeten wurde, sechs Mal an verschiedenen Sonntagen…

Um die Spannung schon vorab ein wenig zu erhöhen: Es finden vier komplett neue Exkursionen statt, die wir zuvor noch nicht im Programm hatten. Dieses Mal sind wir auch wieder im Bereich der PaK-Linie bei Hasselbach-Weyerbusch unterwegs, allerdings bewegen wir uns jetzt auf komplett neuen Pfaden, wobei wir uns besonders über die Ereignisse am nördlichen Frontabschnitt unterhalten werden. Gleich die erste Exkursion findet also auf unbekanntem Gebiet statt und bietet eine Fülle Informationen für alle Interessierten.


 


Bereits abgekämpfte Grenadiere auf dem Rückweg von der Front. Die Soldaten sind ausgerüstet mit Stielhandgranaten (1) und einem Maschinengewehr 34 (2). Der zweite Soldat von Links besitzt neben seinen Stielhandgranaten im Koppel eine Magazintasche (3) für drei Stangenmagazine einer Maschinenpistole.

Der Stahlhelm (4) des MG-Schützen ist mit Lehm verschmiert. Der Soldat links hinter ihm trägt einen Karabiner 98 (5). Ganz Links ragt ein Karabiner ins Bild, welcher mit einem Bajonett (6) für den Nahkampf ausgestattet ist. Dem Anschein nach befindet sich auf der Trage der beiden Soldaten ein verwundeter Soldat (7). Auf dem Fuhrwerk rechts im Bild könnten sich evtl. Magazine (8) für ein 2cm-Geschütz befinden.

Die Szenerie dürfte vergleichbar sein mit den Ereignissen im März & April 1945 im Westerwald, denn ähnlich wird es ausgesehen haben, als deutsche Soldaten in die Frontstellungen z.B. bei der PaK-Linie in Hasselbach eingerückt sind. Abgekämpfte Soldaten prägten seit 1944 den Alltag und waren das Beste, dass die Wehrmachtsführung noch zu bieten hatte.


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Eröffnung der Veranstaltungsreihe – 72 Jahre Kriegsende

Vortag mit Filmmaterial, Dokumenten und Fotografien zu den „Kampfhandlungen am Ende des Zweiten Weltkrieges im März & April 1945“. Anhand von Landkarten und Auszügen aus diversen Kriegstagebüchern wird versucht an die opfervolle und schreckliche Zeit zu erinnern. Im Anschluss an den Vortag können die Teilnehmer persönliche Fragen zu den Bodenkämpfen im März und April 1945 stellen. Die Veranstaltung wird abgerundet durch verschiedene Gegenstände aus der Zeit des Kriegsendes.

Ab dem 25. März 1945 fanden erstmalig Infanteriekämpfe zwischen den deutschen und amerikanischen Verbänden im Raum des Kreises Altenkirchen statt. Unter Verlusten gelang es den amerikanischen Verbänden durch die deutschen Frontlinien zu brechen. Ende März wurde die Sieg in ihrer gesamten Länge zur Verteidigungslinie ernannt, die so genannte Siegfront. Der Fluss bildete die Südfront des so genannten „Ruhrkessels“, in dem die Heeresgruppe B mit rund 325.000 Mann eingeschlossen wurde. Entlang der Siegfront gingen die Kampfhandlungen für die Dauer von mehreren Tagen in einen Stellungskrieg über. Vielerorts beschränkten sich die Kampfhandlungen auf gegenseitige Artillerieduelle, anderswo aber lagen sich die Soldaten beider Seiten direkt gegenüber und bekämpften sich erbittert.

In den frühen Morgenstunden des 6. April 1945 griffen die amerikanischen Verbände nach heftiger Artillerievorbereitung auf breiter Front an und zerschlugen die deutschen Stellungen entlang der Sieg. Die deutsche Truppe hatte diesen konzentrierten Angriffen nichts mehr entgegenzusetzen und zog sich unter hinhaltendem Widerstand immer weiter in den Kessel zurück. Für den Kreis Altenkirchen endeten die Kampfhandlungen mit letzten Gefechten im Bereich von Bahnhof Wildenburg am 9. April 1945.

Wann: Samstag, 25. März 2017 , 14 bis 16 Uhr

Wo: Kreisvolkshochschule, Rathausstraße 12 in Altenkirchen

Dauer: Gesprächsrunde mit offenem Ende.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


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Kampf um die PaK-Linie bei Hasselbach – Die Front bei Werkhausen

Als die 1. US Armee am 25. März 1945 aus dem Brückenkopf von Remagen ausbrach, konnte sie die Frontlinien der 15. Armee an den meisten Punkten problemlos durchbrechen. Nur im nördlichen Bereich des Brückenkopfes stießen die Verbände auf zum Teil schwersten Widerstand. Besonders hart war dabei das Los für die Panzerspitze der 3. US Panzerdivision, die über Kircheib nach Altenkirchen vorstoßen sollte.

Nachdem die Panzerkolonne im Bereich von Rettersen und Hasselbach an der so genannten „PaK-Linie bei Hasselbach“ (PaK=Panzerabwehrkanone) zum Stehen gebracht wurde, mussten die Amerikaner selbst zur Verteidigung übergehen. Im Anschluss kamen sämtliche Angriffe der Division zum Erliegen. Um weiter gegen Altenkirchen vorzugehen, musste zuvor jeglicher Widerstand entlang der stark verteidigten Frontlinie niedergekämpft werden. Altenkirchen, das als Tagesziel für den 25. März gegolten hatte, konnte erst im Verlauf des Nachmittags des 26. März eingenommen werden. Auf dem Schlachtfeld blieben zahlreiche zerstörte Fahrzeuge und viele Gefallene beider Seiten zurück. Dies war der Auftakt für das unmittelbar bevorstehende Ende; wie ein ehemaliger Soldat erzählte, waren diese Kämpfe ähnlich wie das letzte heftige Zucken eines sterbenden Menschen.

Diese eigenständige Exkursion baut auf die Ereignisse der bereits zuvor durchgeführten Veranstaltungen rund um die „PaK-Linie“ auf, wobei allerdings auf die Gesamtereignisse eingegangen wird, damit auch „Neueinsteiger“ nachvollziehen können, was sich Ende März 1945 vor den Türen und Toren Weyerbuschs zugetragen hatte.

Wann: Sonntag, 26. März 2017 , 14.30 Uhr

ACHTUNG: NEUER TREFFPUNK: Friedhof in 57635 Werkhausen.
Sie finden den neuen Treffpunkt im Kartensystem am Ende dieser Seite.

Wegstrecke: Etwa 3,5 Kilometer

Dauer: In der Regel dauert jede Exkursion etwa 3 Stunden.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
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Vorstoß auf Betzdorf und die hieraus resultierenden Gefechte südlich der Sieg

 Der Versuch der Wehrmacht südlich Betzdorf noch einen Brückenkopf zu organisieren, schlug gleich im ersten Ansatz fehl. Ebenso scheiterte das Vorhaben, südlich von Bruche mit Volkssturm und einem Flakgeschütze (Fliegerabwehrkanone) eine Sperrstellung zu errichten. Ein Angriff eines deutschen Sturmgeschützes führte auf amerikanischer Seite zu der Annahme, dass der Weg nach Bruche nicht offen sein würde, worauf sich die Soldaten des 28. US Infanterieregiments zurückzogen.

Danach wurde der amerikanische Vorstoß über Alsdorf vorangetrieben und erst nach der Einnahme von Alsdorf konnte der Angriff in Richtung Betzdorf ausgeweitet werden. Hierbei kam es zu einigen Gefechten, die sich bis in die Nähe des Eisweihers verlagerten. Der Betzdorfer Ortsteil Bruche wurde erst in den nachfolgenden Nachtstunden erobert.

Wann: Sonntag, den  9. April 2017 um 14.30 Uhr

Wo: Am Scheuerberg, 57518 Betzdorf-Bruche, der Treffpunkt findet sich oberhalb der Grillhütte.

Wegstrecke: Etwa 3,5 Kilometer

Dauer: In der Regel dauert jede Exkursion etwa 3 Stunden.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
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 Vorstoß gegen die deutschen Sicherungen bei Herdorf

Nachdem der Ausbruch aus dem Remagener Brückenkopf vollendet war und die Amerikaner bereits damit begonnen hatten, das Ruhrgebiet mit der 1. US Armee im Süden und der 9. US Armee im Norden zu umzingeln, mussten sie ihre Vorstoße zur Sieg hin ausweiten.

Mit diesen Infanterieangriffen sollten die deutschen Sicherungslinien durchstoßen und die Brückenköpfe zerschlagen werden, bevor es den deutschen Soldaten möglich war, weitere Kräfte zu sammeln. Einer dieser Schwerpunkte befand sich bei Herdorf-Neunkirchen. Südlich dieser Ortschaften sollten Vorkommandos der 59. Infanteriedivision eine Verteidigungslinie beziehen und in Anlehnung an die Ortsränder sollten schwache Reste der 9. Panzerdivision einen Sperrriegel verteidigen.

Da die 8. US Infanteriedivision stärkere Feindkräfte in den Wäldern zwischen dem Hohenseelbachskopf und Herdorf vermutete, stießen sie in zwei Angriffsformationen gegen die deutsche Verteidigung vor. Hierbei sollte eine verstärkte Infanteriekompanie über Mahlscheid vorgehen, während die andere Kompanie durch das Sotterbachtal gegen Herdorf antreten sollte. In den Wäldern um die Mahlscheid kam es dabei nur zu kleineren lokalen Rückzugsgefechten mit versprengten deutschen Truppen, während sich das eigentliche Eindringen in Herdorf zum fast dreistündigen Gefecht entwickeln sollte.

Wann: Sonntag, den  23. April 2017 um 14.30 Uhr

ACHTUNG Änderung des Treffpunktes:
Ziegenberg 24 (an der Infotafel Grube San Fernando)
in 57562 Herdorf,

Wegstrecke: Etwa 3,5 Kilometer

Dauer: In der Regel dauert jede Exkursion etwa 3 Stunden.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
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Bildung des amerikanischen Brückenkopfes auf dem Giebelwald bei Freusburg.

Ende März 1945 drangen die Truppen der 8. US Infanteriedivision über Offhausen in Kirchen ein, das dabei beinahe kampflos erobern wurde. Nachdem sie bei Brühlhof die Sieg überschritten und die Jung-Werke vom Feind befreit hatten, klärten sie gegen Freusburg auf. Ein direktes Vorgehen über Freusburger Mühle war nicht möglich, da der Bereich von Scharfschützen einzusehen war, die sich dann für einige Zeit gefährliche Duelle lieferten.

Als die Amerikaner endlich in Freusburg eindringen konnten, mussten sie sich ihren Weg durch unwegsames Gelände bahnen und konnten einen Brückenkopf am Fuße des Giebelwaldes einrichten. Dieser Brückenkopf wurde für die Dauer von mehreren Tagen zum Schauplatz heftiger Gefechte.

Wann: Sonntag, 7. Mai 2017, um 14.30 Uhr

Wo: Parkplatz an der Hubertuskirche, 57548 Freusburg

Wegstrecke: Etwa 7 Kilometer, evtl. mehr

Dauer: In der Regel dauert jede Exkursion etwa 3 Stunden.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
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Gefechte im Bereich des Hellbachskopf

Der weitläufige Giebelwald wurde für mehrere Tage zum Brennpunkt der Kämpfe um die Siegfront im Bereich zwischen Kirchen und Niederschelden. Die Wälder waren Kampfgebiet, Bereitstellungsraum und Unterschlupf für deutsche Truppen; darüber hinaus suchten zahlreiche Zivilisten der umliegenden Ortschaften Zuflucht in den Bergbaustollen, um vor den Kampfhandlungen geschützt zu sein.

Anfang April hatten die Amerikaner damit begonnen, ihren Brückenkopf bei Freusburg auszuweiten. Hierbei verwickelten sie sich allerdings zusehend in Waldkämpfe, die durch sich immer wieder verirrende Einheiten und plötzliches aufeinanderstoßen auf gegnerische Truppen geprägt waren. Im Bereich des Hellbachskopf erinnert heute ein Denkmal in Form von mehreren Basaltsäulen an der Stelle eines ehemaligen Soldatengrabes an die Härte der damaligen Kämpfe.

Wann: Sonntag, 21. Mai 2017, um 14.30 Uhr

Wo: Sportplatz beim Tierpark in 57572 Niederfischbach

Wegstrecke: Etwa 7 Kilometer, evtl. mehr

Dauer: In der Regel dauert jede Exkursion etwa 3 Stunden.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
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Gefecht um Steeg im Wildenburger Land

Nach vorbereitendem Artilleriefeuer brachen am 6. April 1945 die Amerikaner aus ihren Brückenköpfen an der Sieg aus. Im Bereich von Wissen, Betzdorf und Kirchen zerschlugen die Soldaten der 78. US Infanteriedivision die deutschen Frontlinien und marschierten gegen meist leichten Widerstand vor, nur lokal kam es an verschiedenen Punkten noch zu heftigeren Gefechten, die auf beiden Seiten hohe Verluste forderten, am Abend war die Sieg nirgendwo mehr in deutscher Hand. Wenig später stand die Division im Wald bei Rübegarten und zielte zum einen nach Morsbach und zum anderen in Richtung Friesenhagen.

Diese Exkursion beginnt an genau dem Punkt, von welchem die amerikanische Infanteriekompanie ihren Vorstoß in Richtung Steeg vor 72 Jahren plante. Die Brücke über den Wisserbach stand unter deutscher Beobachtung und der Bereich war durch mehrere Maschinengewehre gesichert. Ein amerikanischer Soldat verlor gleich nach Beginn des Vorstoßes durch Artillerievolltreffer sein Leben. In dieser Lage mussten die Amerikaner den Bachlauf überqueren.

Um nach Friesenhagen zu gelangen, musste zuvor das kleine Örtchen Steeg passiert werden. Da Steeg jedoch die Abschnittsgrenze zwischen den beiden deutschen Grenadierregimentern 164 und 183 bildete, war der Ort durch die 62. Volksgrenadier Division zur Verteidigung vorbereitet worden. Während des amerikanischen Vorstoßes setzten deutsche Sturmgeschütze und Grenadiere zum Gegenangriff an, wodurch es zu einem Zusammenstoß kam, der in einem blutigen Gefecht endete.

Wann: Sonntag, 11. Juni 2017, um 14.30 Uhr

Wo: So finden Sie zum Treffpunkt:

Verlassen Sie die L278 zwischen Friesenhagen und Morsbach (bei dem Abwasserklärwerk) in Richtung Betzdorf-Kirchen und fahren auf die Kreisstraße 77. Nach 150 Metern finden Sie den Startpunkt dieser Exkursion auf der linken Seite.

Link öffnet ein neues Fenster.

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Wegstrecke: Etwa 7 Kilometer, evtl. mehr

Dauer: In der Regel dauert jede Exkursion etwa 3 Stunden.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
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So kann es gehen – nach der Exkursion bei Weyerbusch

Unsere letzte Exkursion, die an einige Verteidigungsstellungen der 3. Panzergrenadier Division und des 4. Flak-Sturm-Regimentes in der Nähe von Weyerbusch führte, sollte den Einsatz des Kampfmittelräumdienstes nach sich ziehen. Von den ursprünglich bei der Kreisvolkshochschule angemeldeten Personen waren zwar nur drei Leute anwesend, aber dennoch zogen wir gegen 14.30 Uhr mit insgesamt 12 Personen los und begaben uns an einige der Brennpunkte der heiß umkämpften Linie.

Als die 1. US Armee am 25. März 1945 mit der 3. US-Panzerdivision aus dem Raum Uckerath-Asbach mit dem Ausbruch aus dem Remagener Brückenkopf begann, sollte nach den alliierten Plänen die Kreisstadt Altenkirchen eigentlich noch am gleichen Tag erobert werden. Die Realität allerdings sah anders aus; obwohl die amerikanischen Panzerspitzen die dünnen Verteidigungslinie der 15. Armee schnell durchstoßen konnten, stießen sie hier und dort noch auf Widerstandnester und gerieten in verschiedene Minenfelder. Um dem drohenden Durchbruch Einhalt zu gebieten wurde durch die Heeresgruppe B die sofortige Errichtung einer Widerstandslinie befohlen. Die Umsetzung der Befehle hatte Generalleutnant Fritz Bayerlein, kommandierender General des LIII. Armeekorps, zu verantworten. Auf seinen Befehl hin wurde in Weyerbusch eine Auffangstelle für zurückflutende Soldaten eingerichtet und jeder, so wie er eintraf, der Truppe zugewiesen, die dabei war, sich dem Amerikaner entgegenzustellen. Schon in den nächsten Stunden erhielt die entstehende Verteidigungslinie den Namen “PaK-Linie bei Hasselbach”.

Widerstand, mit dem niemand rechnete

Die PaK-Linie war bestückt mit Infanterie und Panzerabwehrkanonen, die sich an markanten Punkten eingegraben hatte. Panzerunterstützung wurde durch eine Handvoll Fahrzeuge der  11. Panzerdivision, einem Tigerpanzer von der Panzer-Lehr-Division sowie einigen Sturmgeschützen der 3. Pz.Gren.Division geleistet. Dazu kamen diverse leichte und schwere Artilleriegeschütze im Kaliber zwischen 7,5-cm bis hin zu 21-cm zum Einsatz, die tief gegliedert hinter der PaK-Linie in Stellung gebracht worden waren.

Nachdem der amerikanische Vormarsch schon bereits vor Erreichen von Kircheib den Ausfall von mehreren Panzern gefordert hatte, lagen die Panzerspitzen weit hinter dem gegebenen Zeitplan. Als sie dann nach Hasselbach vorstießen, schlug ihnen das schwere deutsche Feuer entgegen, das sämtliche Spitzen der 3. US-Panzerdivision im ersten Unternehmen zerschlug. Die Panzer waren zum Rückzug gezwungen; Infanterie wurde nachgeholt und musste sich über Ersfeld und Forstmehren den Weg nach Hasselbach freikämpfen.

Fund, mit dem niemand rechnete

Unsere Exkursion führte dieses Mal direkt an die deutschen Stellungen heran und sollte auf dem letzten Drittel des Weges noch einen Fund zu Tage fördern, der einen Einsatz des Kampfmittelräumdienstes zur Folge hatte. Im Wald dicht zur Straße entdeckte nämlich eine Teilnehmerin der Gruppe ein Munitionsteil offen auf dem Boden liegen. Es handelte sich hierbei um eine 2-cm Flak-Sprenggranate im stark korrodierten Zustand. Obwohl die Munition bereits mehr als 70 Jahre im Erdboden gelegen hatte und auf dem ersten Blick nicht unbedingt als Kampfmittel zu erkennen ist, geht von der Granate noch immer große Gefahr aus. Der berühmte “Zahn der Zeit” kann Sicherheitseinrichtungen durch Rostfraß restlos außer Kraft setzten und somit kann ein solcher Sprengkörper jederzeit durch unsachgemäße Handhabung zur Detonation gelangen. Ich wies die Teilnehmer dazu an, noch fünf Minuten lang weiter die Augen offen zu halten, um evtl. weitere Kampfmittel aufzuspüren. Innerhalb nur weniger Minuten tauchten noch zwei weitere Kampfmittel auf, dieses Mal eine Handgranate und eine weitere 2-cm-Granate.

Die stark verrostete Geschosse.

Die beiden stark verrosteten Geschosse. Am unteren Ende des rechten Sprengkörpers kann man den Leuchtspursatz erkennen.

Gleich am nächsten Tag bin ich gemeinsam mit dem Kampfmittelräumdienst vor Ort gewesen, welcher die Munition geborgen und entsorgt hat. Interessant: Noch während ich mit Herrn Horst Lenz, dem Leiter des Kampfmittelräumdienstes Rheinland-Pfalz  telefonierte, erfuhr ich von ihm, dass  er sich gerade auf dem Weg nach Altenkirchen befinden würde, da durch die Polizeidienststelle eine 7,5-cm Panzergranate gemeldet worden war. Bemerkung am Rande: bei der Panzergranate handelt es sich um eine Hinterlassenschaft der Gefechte um Sörth, wo unsere nächste Exkursion hinführt. Ich traf mich mit Herrn Lenz auf der Wache in Altenkirchen und fuhren gemeinsam zum Fundort nach Weyerbusch, wo er die die Kampfmittel sicherstellte.

Tja, so kann es gehen.

Samstag steht vor der Türe… Damit auch die nächste Exkursion

Am Samstag den 1. Oktober geht es los mit der ersten von zwei Exkursionen an die PaK-Linie nach Rettersen-Hasselbach.

Wir begeben uns an die zum Teil noch sichtbaren Orte der schweren Kämpfe um die PaK-Linie (PaK=Panzerabwehrkanone) zwischen Weyerbusch und Hasselbach. Diese Verteidigungslinie war auf direkten Befehl der Heeresgruppe B durch das LIII. (53) Armeekorps gebildet worden. Dazu hatte man starke Artillerie-, FlaK- (Fliegerabwehrkanonen), PaK- und Infanteriekräfte in Stellung gebracht. Dem Amerikaner sollte der Weg nach Osten versperrt bleiben.

In dieser Linie wurden die vorderen Spitzen der 3. US Panzerdivision während des Ausbruchs aus dem Brückenkopf von Remagen zum Stehen gebracht. Es kam zu blutigen Kämpfen, die auf beiden Seiten hohe Verluste forderten. Diese Kampfhandlungen sind einzigartig für das gesamte Gebiet des Kreises Altenkirchen. Sie schlugen um von einem statisch geführten Gefecht auf Entfernung in einen erbitterten Nahkampf, in dessen Verlauf mit Gegenstößen um einzelne Häuser gekämpft wurde.

Im ersten Teil der Exkursionsreihe am 1. Oktober 2016 befassen wir uns mit den Gefechten besonders aus der Sicht der amerikanischen Verbände; dazu wurden Quellen der 3. US Panzerdivision und der 1. US Infanteriedivision ausgewertet. Die zweite Exkursion findet am 15. Oktober 2016 statt. Bei dieser Begehung wird zum Teil aus der Sicht damaliger deutscher Soldaten berichtet, denen man befohlen hatte, diese Linie bis zum letzten Mann und bis zur letzten Patrone zu verteidigen.

122mm Feldhaubitze russischen Ursprungs. Unter der Bezeichnung <strong>"12,2-cm-Kanone 390/1(r)"</strong> wurde das Geschütz als Beutewaffe durch die Wehrmacht verwendet. Artilleriegeschütze dieser Art sind nachgewiesen im Bereich Windhagen-Asbach. Sie wurden am 18.3.1945 durch die Heeresgruppe B der Kampfgruppe Dänemark zugewiesen. Die Korpsartillerie des LIII. Armeekorps verfügte ebenfalls noch über entsprechende Artilleriegeschütze und man kann annehmen, dass einige dieser Kanonen am Kampf um die PaK-Linie Verwendung fanden.

122mm Feldhaubitze russischen Ursprungs. Unter der Bezeichnung “12,2-cm-Kanone 390/1(r)” wurde das Geschütz als Beutewaffe durch die Wehrmacht verwendet. Artilleriegeschütze dieser Art sind nachgewiesen im Bereich Windhagen-Asbach. Sie wurden am 18.3.1945 durch die Heeresgruppe B der Kampfgruppe Dänemark zugewiesen. Die Korpsartillerie des LIII. Armeekorps verfügte ebenfalls noch über entsprechende Artilleriegeschütze und man kann annehmen, dass einige dieser Kanonen am Kampf um die PaK-Linie Verwendung fanden.

Dies ist wahrscheinlich die vorerst letzte Möglichkeit an den beiden Exkursionen teilzunehmen, da für die nächste Saison andere Begehungen in Planung sind.

Um eine vorherige Anmeldung wird gebeten. Die Teilnehmergebühren betragen wie immer 5,- Euro je Person. Sie können sich gleich via Email bei der Kreisvolkshochschule oder über diesen Link anmelden.

Wenn Sie einen Gesamtüberblick zu den noch kommenden Veranstaltungen erhalten möchten, besuchen Sie bitte diese Seite.

Fortsetzung der Veranstaltungsreihe – Herbst 2016

Als die Front über den Kreis Altenkirchen rollte

Der Überfall der Deutschen Wehrmacht im September 1939 auf Polen markiert den Beginn des Zweiten Weltkrieges; von Anfang an werden die Folgen ebenfalls in der Region zu spüren sein. Während der nächsten Jahre wütet ein millionenfach todbringender Krieg, der auch tausenden Bürgern in den Gemeinden des Kriegsgebietes das Leben kosten wird. Sechs Jahre später wird die gesamte Wucht der in Gang gesetzten Kriegsmaschinerie Deutschland selbst treffen.

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Straßenkämpfe deutscher Infanteristen während des Polenfeldzuges, Aufnahme einer Propagandakompanie, Bildquelle: Bundesarchiv, Bild 101I-012-0037-23A / Wagner / CC-BY-SA 3.0

Im März 1945 wird nach der alliierten Eroberung der Ludendorffbrücke bei Remagen das Kreisgebiet zunehmend in die Kampfhandlungen hereingezogen, zuerst durch immer häufiger einsetzende Luftangriffe, ab dem 19. März durch stärker werdendes Artilleriefeuer und am 25. März 1945 brechen die Verbände der 1. US Armee aus dem Remagener Brückenkopf aus, der Krieg überrollt nun den Kreis Altenkirchen mit all seinen Ausmaßen.

Wir versuchen nun erneut durch verschiedene Vorträge und Exkursionen an das zu erinnern, was sich während der Schicksalsmonate März und April 1945 vor unseren Haustüren ereignet hat, denn im März und April 1945 brachen Tod, Schrecken und Leid tausendfach über den Kreis Altenkirchen ein.


vortrag_318-23375Keine Zeit zum Sterben! Berichte aus dem Schützengraben

Vortrag mit Auszügen aus den Kriegserinnerungen deutscher und amerikanischer Soldaten, die während der letzten Wochen des Zweiten Weltkrieges in unserer Region zum Einsatz gekommen sind. Kriegstagebücher und Fotografien veranschaulichen die sich überschlagenden Ereignisse der schicksalshaften Wochen im März und April 1945.

„Es ist unter schwerster Strafe verboten, Verwundete oder Genesende in der Front einzusetzen“

lautete damals ein Befehl eines deutschen Divisionsführers, der buchstäblich in letzter Stunde versuchte, Menschenleben zu schonen. Zur gleichen Zeit werden im Lazaretteines benachbarten Frontabschnittes alle noch waffenfähigen Soldaten ausgekämmt und an die Front geschickt.

Wann: Samstag, 3. September 2016, 15 Uhr

Wo: Kreisvolkshochschule, Rathausstraße 12 in Altenkirchen

Dauer: 60 Minuten, anschließende Gesprächsrunde mit offenem Ende.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


vortrag_318-23375Mahnende Opfer des Zweiten Weltkrieges

Die Opfer der Kriegswirren können heute nicht von ihrem Leid erzählen, sie liegen für immer verstummt in ihren Kriegsgräbern, manch andere Soldatenschicksale wird man nie klären können, da sie noch immer als vermisst gelten. Meist ist nur sehr wenig über die deutschen Soldaten bekannt, die dabei starben als sie „ihre Heimat verteidigten“, ebenso wenig weiß man über die amerikanischen Soldaten, die ihr Leben gaben um Deutschland von der Nationalsozialistischen Herrschaft zu befreien. An Beispielen von in der Region gefallenen deutschen und amerikanischen Soldaten wird versucht, den Toten ein Gesicht zurückzugeben, in der Hoffnung an diese Schicksale zu erinnern, damit sich eine solche Zeit nicht mehr wiederholt.

Wann: Samstag, 11. September 2016, 15 Uhr

Wo: Kreisvolkshochschule, Rathausstraße 12 in Altenkirchen

Dauer: 60 Minuten, anschließende Gesprächsrunde mit offenem Ende.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
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vortrag_318-23375Achtung Lebensgefahr!

Nach dem 8. Mai 1945 ist gleichwohl der Krieg zu Ende, die Wehrmacht hat kapituliert, dennoch sterben immer wieder Menschen an den Nachwehen des Dritten Reiches. Die einen siechen an einem Hungertod in der Gefangenschaft dahin, die anderen sterben durch Munitionsunglücke, oft sind es die Kinder. Der Krieg ist zu Ende, aber noch nicht vorbei. Auferstanden aus Ruinen und Trümmern versucht man einen Neuanfang, der durch Angst und von neuen Schicksalsschlägen geprägt ist. In den Wäldern und den zerstörten Dörfern und Städten lauert die Gefahr von zurückgelassener Munition und Kriegsmaterial. Trotzdem frühe Kriegsheimkehrer damit beginnen, diese Kampfmittel zu bergen und unschädlich zu machen, heißt es immer wieder, „Peter kommt nicht mehr Heim!“, denn Peter ist tot, er hat mit einer Handgranate gespielt.

Wann: Samstag, 17. September 2016, 15 Uhr

Wo: Kreisvolkshochschule, Rathausstraße 12 in Altenkirchen

Dauer: 60 Minuten, anschließende Gesprächsrunde mit offenem Ende.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
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Amerikanischer Einbruch in die PaK-Linie bei Hasselbach, Teil I

Währen des amerikanischen Ausbruches aus dem Brückenkopf von Remagen, wird der 3. US-Panzerdivision Altenkirchen als Tagesziel befohlen. Doch die Angriffsspitzen werden bereits zwischen Weyerbusch und Hasselbach zum Stehen gebracht, die Soldaten der 3. US Panzerdivision stoßen hier auf eine eben erst eingerichtete Verteidigungslinie, die von den deutschen Soldaten bitter verteidigt wird und erst am nächsten Tag fällt.

Diese Exkursion befasst sich schwerpunktmäßig mit den Ereignissen aus amerikanischer Perspektive.

Wann: Samstag, 1. Oktober 2016, 14.00 Uhr

Wo: An der Witthecker Straße in Rettersen.

Wegstrecke: Ca. 3,8 Kilometer.

Dauer: In der Regel dauert jede Exkursion etwa 3 Stunden.

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Amerikanischer Einbruch in die PaK-Linie bei Hasselbach, Teil II

Als die Verbände der 1. US Armee am 25. März 1945 aus dem Brückenkopf von Remagen ausbrechen, zerschlagen sie große Teile der vor ihnen liegenden 15. deutschen Armee. Um den auf der Flucht befindlichen Reste deutscher Einheiten die Möglichkeit zu geben, sich hinter die Sieg abzusetzen, wird durch Generalfeldmarschall Walter Model eine Auffanglinie von nördlich Weyerbusch bis einschließlich Flammersfeld befohlen; die Amerikaner sollen in dieser Linie unbedingt gestoppt werden.

Dazu werden zurückflutende Teile der 3. Panzergrenadier Division aufgefangen und in Stellung gebracht. Die Schlacht um die PaK-Linie (PaK = Panzerabwehrkanone) wird zu einem der blutigsten Gefechte im Kreis Altenkirchen.

Wann: Samstag, 15. Oktober 2016, 14.00 Uhr

Wo: Parkplatz hinter dem Sportplatz in Weyerbusch.

Wegstrecke: Ca. 3 Kilometer, je nach Entscheidung der Gruppe evtl. mit Umweg bis nach Heuberg-Hilkhausen auch 5 Km.

Dauer: In der Regel dauert jede Exkursion etwa 3 Stunden.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


PictogrammWandernLetztes Aufbäumen der 9. Panzerdivision bei Altenkirchen

Unmittelbar als die letzten deutschen Kräfte am 26. März 1945 die Kreisstadt Altenkirchen verlassen, wird der Ort durch die vordersten Spitzen der 3. US-Panzerdivision erobert. Auf deutscher Seite hat Generalleutnant Fritz Bayerlein den Befehl erhalten, eine Sicherungslinie nördlich der Stadt einzurichten, dazu bedient er sich schwacher Reste der 9. Panzerdivision, die dem Amerikaner gerade entkommen sind. Als die amerikanischen Panzerspitzen ihre Angriffe wieder aufnehmen und in Richtung Hachenburg und nach Eichelhardt vorfühlen, kommt es zu letzten Gefechten, die das Kriegsende für Altenkirchen bedeuten.

Wann: Samstag, 29. Oktober 2016, 14.00 Uhr

Wo:  Parkplatz am Friedhof, Friedhofsweg in Sörth.

Wegstrecke: Ca. 3,8 Kilometer.

Dauer: In der Regel dauert jede Exkursion etwa 3 Stunden.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


PictogrammWandernTod an der Gilbeiche

Nachdem Soldaten der 8. US Infanteriedivision Ende März 1945 Steineroth erobern, sendeten sie erste Truppen in Richtung Sieg. Scheuerfeld und die südlich des Flusses gelegenen Ortsteile von Betzdorf sollen gesichert werden. Als die amerikanische Infanterie gegen Scheuerfeld vorfühlt, stößt sie auf eine deutsche Patrouille, die ihrerseits den Auftrag hat, in Richtung Dauersberg zu erkunden. Bei diesem Zusammenstoß kommt es zu einem fast zweistündigen Gefecht, in dessen Verlauf zwei amerikanische und ein deutscher Soldat ihr Leben verlieren. Erst danach ist der Weg nach Scheuerfeld frei.

Wann: Samstag, 5. November 2016, 14.00 Uhr

Wo:  Wanderparkplatz an der Kreisstraße 107 in Dauersberg

Wegstrecke: Ca. 3,5 Kilometer.

Dauer: In der Regel dauert jede Exkursion etwa 3 Stunden.

Anmeldung: VHS Betzdorf, Tel.:(02741) 291-411 oder via Email
vhs@betzdorf.de


PictogrammWandernGefallen in Hahnhof – Eine Spurensuche

Die Sieg ist im April 1945 bereits überquert und Kirchen schon fest in amerikanischer Hand. Wehbach ist gerade besetzt worden, auf dem Giebelwald stehen die amerikanischen Verbände seit einigen Tagen mit den Resten der deutschen 59. Infanteriedivision in zum Teil heftigen Gefechten. Als der Durchbruch durch die Siegstellung unmittelbar bevorsteht, sollen zusammengekratzte Reste sich zurückziehender deutscher Soldaten in letzter Minute die Wendung bringen und bei Hahnhof den Vormarsch des 310. US Infanterieregiments aufhalten. Es kommt zu einem Gefecht, das auf beiden Seiten blutige Verluste fordert.

Wann: Samstag, 12. November 2016, 14.00 Uhr

Wo:  Krumme Au, 57572 Hahnhof/Niederfischbach

Wegstrecke: Ca. 3,5 Kilometer.

Dauer: In der Regel dauert jede Exkursion etwa 3 Stunden.

Anmeldung: VHS Betzdorf, Tel.:(02741) 291-411 oder via Email
vhs@betzdorf.de


vortrag_318-23375Den Opfern Ihr Gesicht zurück geben & Achtung Lebensgefahr!

Die Opfer der Kriegswirren können heute nicht von ihrem Leid erzählen, sie liegen für immer verstummt in ihren Kriegsgräbern, manch anderes Soldatenschicksale wird man nie klären können, da sie noch immer als vermisst gelten.

Meist ist nur sehr wenig über die deutschen Soldaten bekannt, die dabei starben als sie „ihre Heimat verteidigten“, ebenso wenig weiß man über die amerikanischen Soldaten, die ihr Leben gaben um Deutschland von der Nationalsozialistischen Herrschaft zu befreien. An Beispielen von in der Region gefallenen deutschen und amerikanischen Soldaten wird versucht, den Toten ihr Gesicht zurückzugeben, in der Hoffnung an diese Schicksale zu erinnern, damit sich eine solche Zeit nicht mehr wiederholt.

Achtung Lebensgefahr!

Obwohl am 8. Mai 1945 der Zweite Weltkrieg zu Ende ist und die Wehrmacht kapituliert hat, sterben immer wieder Menschen an den Nachwehen des Dritten Reiches. Die einen siechen an einem Hungertod in der Gefangenschaft dahin, andere sterben durch Munitionsunglücke, oft sind es die Kinder.

Der Krieg ist zu Ende, aber noch nicht vorbei. Auferstanden aus Ruinen und Trümmern versucht man einen Neuanfang, der durch Angst und von neuen Schicksalsschlägen geprägt ist.

In den Wäldern und den zerstörten Dörfern und Städten lauert die Gefahr von zurückgelassener Munition und Kriegsmaterial. Trotzdem frühe Kriegsheimkehrer damit beginnen, diese Kampfmittel zu bergen und unschädlich zu machen, heißt es immer wieder, „Peter kommt nicht mehr Heim!“, denn Peter ist tot, er hat mit einer Handgranate gespielt.

Wann: Samstag, 26. November 2016, 15.00 Uhr

Wo:  Schulstraße 4, 57518 Betzdorf (Jugendraum)

Dauer: Ca. 80 Minuten, Zusammenfassung der beiden ersten Vorträge in Altenkirchen. 

Anmeldung: VHS Betzdorf, Tel.:(02741) 291-411 oder via Email
vhs@betzdorf.de


 

Rote Marker = Veranstaltung steht bevor
Blaue Marker = Veranstaltung wurde bereits durchgeführt.
Sie können sich in der Karte die Routen zu den Veranstaltungen gleich anzeigen lassen.

Fragen und Antworten zu den Exkursionen und Vorträgen

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Innerhalb dieser Seite beantworte ich Ihre Fragen rund um die Exkursionen und Vorträge. Sollten Ihre eigenen Fragen nicht die gesuchte Antwort finden, können Sie mir gerne eine Email senden oder am Ende der Seite mittels der Kommentarfunktion anfragen.


Frage: Warum sollte ich mich anmelden?

Antwort a: Die Exkursionen werde nur durchgeführt, wenn sich genügend Teilnehmer finden, melden sich im Vorfeld zu wenige Interessenten an, kann es passieren, dass die Exkursion abgesagt wird.

Antwort b: Zudem erhält jeder angemeldete Teilnehmer einen Ausdruck mit Informationen rund um die unmittelbaren Ereignisse, die überhaupt zu den besonderen Geschehnissen führten, denen wir während der Exkursionsrunde folgen. Teilweise fertige ich dazu auch Landkarten oder Luftbildaufnahmen an. Wenn mehr Teilnehmer anwesend sind, als angemeldete Personen, dann kann es passieren, dass die nicht angemeldeten Leute leer ausgehen und kein Info-Blatt mehr erhalten, sobald diese ausgegangen sind.


Frage: Wo kann ich mich anmelden?

Antwort a: Bitte melden Sie sich bei der Kreisvolkshochschule in Altenkirchen oder bei der Volkshochschule in Betzdorf an. Die Kontaktdaten und Links finden Sie im Veranstaltungskalender der Exkursionen.


Frage: Kann ich mich auch bei Ihnen anmelden?

Antwort: Sie können sich auch bei mir verbindlich anmelden, aber bitte wenigstens drei Tage vor der Veranstaltung.


Frage: Wie hoch sind die Teilnahmegebühren und erhalte ich für eine Gruppe Ermäßigungen?

Antwort: Die Teilnahmegebühren belaufen sich auf 5 Euro je Person, eine Ermäßigung für Gruppen ist nicht vorgesehen.


Frage: Muss ich die Teilnehmergebühr im Voraus bezahlen?

Antwort: Sie können die Teilnehmergebühr entweder vorab an die Volkshochschule überweisen oder sie zahlen am Tag der Veranstaltung.


Frage: Kann ich kostenlos an der von Ihnen durchgeführten Exkursion teilnehmen?

Antwort: Grundsätzlich Nein. Ich kassiere im Auftrag der Volkshochschule(n) die Beitrage ein, womit diese selbst versuchen ihre Kosten zu decken.


Frage: Ich bin wahrscheinlich nicht in der Lage, die eventuell anstrengende Runde mitzulaufen. Kann ich trotzdem teilnehmen?

Antwort: Bereits während der Planungen zu den Exkursionen habe ich immer wieder mein Augenmerk darauf gelengt, dass die Wegstrecken nach Möglichkeit immer dem gerecht werden. Bis auf eine Ausnahme (Giebelwald-Exkursion) sollten sämtliche Routen in aller Regel auch von älteren Herrschaften oder Personen mit Handicap bestritten werden können. Dabei gehen wir recht langsam von Punkt zu Punkt, wobei der langsamste das Tempo bestimmt. Die Wege sind in der Regel auch immer mit einem PKW befahrbar, so dass bei einem unvorhergesehenem Notfall auch immer dafür Sorge getragen werden kann, dass medizinische Hilfe zu uns stoßen kann. Kaum einer der Wege führt über über unwegsame Strecken oder Querfeldein.

Viele unseren Teilnehmern gehören der Erlebnisgeneration an und haben zum Teil bereits die 80er Hürde überschritten. Keiner von ihnen hat die Runde abgebrochen oder wurde zu einem medizinischen Notfall. Die ältesten Teilnehmer waren 88 und 89 Jahre jung und sind jeweils die längsten Exkursionen (Giebelwald bei Freusburg-Kirchen  und Kämpfe bei Wissen) mitgelaufen.


 Frage: Wo finde ich die aktuellen Termine?

Antwort: Die Termine werden immer in der lokalen Presse angekündigt, darüberhinaus finden Sie sämtliche Veranstaltungen innerhalb des Programms der Kreisvolkshochschule in Altenkirchen und der Volkshochschule in Betzdorf. Abschließend werden sämtliche Termine auch immer auf diesen Seiten veröffentlicht. Im Verzeichnis zu den Exkursionen auf diesen Seiten wird neben dem Veranstaltungsdatum zusätzlich ein einer Google-Landkarte der Treffpunkt eingetragen, wodurch es Ihnen Möglichkeit ist, gleich eine Routenplanung zum Veranstaltungsort durchzuführen.


Exkursion nach Öttgesborn…

Ich muss mal an die aufgefallene Exkursion nach Öttgesborn erinnern – Für die, die den Hof nicht kennen: Öttgesborn liegt an der alten Poststraße nördlich der Sieg zwischen Katzwinkel und Wissen im Bereich oberhalb Oberhövels…

Nachdem die Amerikaner im März bei Wissen die Sieg überquert hatten fühlten sie mit einer vorderen Spitze der 8. US Infanteriedivision in Richtung Katzwinkel vor und richteten bei Öttgesborn einen Gefechtsstand ein. Es war der vorgeschobene Bataillonsgefechtstand des II. Bataillons. Die 62. Volksgrenadier Division setzte zum Angriff gegen den Hof an und es kam zu einem heftigen Gefecht, in dessen Verlauf 19 deutsche- und eine unbekannte Anzahl amerikanischer Soldaten ihre Leben verloren.

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Frontstellung eines deutschen MG-Trupps. Während einer der beiden das Gefechtsfeld beobachtet, ruht sich der Schütze aus. Gut zu erkennen ist der vor der Stellung abgelegte Baumstamm, um für zusätzlichen Splitterschutz zu sorgen.

Diese Exkursion befasst sich mit den Ereignissen der letzten Kriegstage rund um den Hof und dem Kampf um die Siegfront bei Niederhövels. Die geplante Runde findet am 20. August 2016 statt.

Wir treffen uns bereits um 14.30 Uhr am Haus Eichenhof in Oberhövels, siehe anhängende Karte. Die Teilnehmergebühr in Höhe von 5 Euro wird vor Ort eingesammelt. Dauer der Exkursion wird ca. 3 Stunden betragen, eher länger denn kürzer. Wenn entsprechendes Interesse vorhanden, kann im Anschluss im Haus Eichenhof noch eine Nachbesprechung in gemütlicher Runde erfolgen.

Frühjahrsexkursionen 2016

In Kürze geht es wieder los! Ich freue mich, heute mitteilen zu können, das die nächsten Termine feststehen. Erneut werden elf Veranstaltungen in Kooperation mit der KVHS (Kreisvolkshochschule) Altenkirchen und der VHS (Volkshochschule) Betzdorf durchgeführt.

Elf Termine, für die Sie sich die Samstage freihalten sollten. Natürlich darf und soll jeder teilnehmen, aber ab sofort nehme ich mir die Freiheit, speziell auf die Fragen derjenigen weniger einzugehen, die sich nicht offiziell zu den Terminen angemeldet haben. Die notwendige Anmeldung ist vollkommen unkompliziert und kann entweder telefonisch oder direkt online bei der zuständigen VHS durchgeführt werden. Die Kontaktinformationen dazu entnehmen Sie bitte den einzelnen Veranstaltungen.

Den aktuellen Sonderflyer können Sie sich durch Klick auf das Bild direkt herunterladen.

Den aktuellen Sonderflyer können Sie durch Klick auf das Bild gleich herunterladen. Dann haben Sie stets alle Termine zur Hand.


Kriegsende in der Region „Was will ich darüber wissen?“

Videovortrag, circa 45 Minuten, mit anschließender Themenrunde „Kriegsende in der Region“. Hierbei werden die Teilnehmer Gelegenheiten finden, persönliche Fragen zu den Bodenkämpfen zu stellen die sich im März und April 1945 in der Region ereigneten. Zudem werden diverse Gegenstände und Dokumente aus der Zeit des Kriegsendes gezeigt.

Wann: Samstag, 19. März 2016, 14.30 Uhr,

Wo: Kreisvolkshochschule, Rathausstraße 12 in Altenkirchen

Dauer: Video etwa 45 Minuten, anschließende Gesprächsrunde mit offenem Ende.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


PictogrammWandernVorstoß in die deutsche Pak-Linie bei Rettersen-Hasselbach

Nachdem die 3. US Panzerdivision am 25. März 1945 über Uckerath-Kircheib aus dem Brückenkopf von Remagen ausgebrochen war, stieß sie bei Rettersen auf die hastig errichtete PaK-Linie (PaK=Panzerabwehrkanonen) des deutschen LIII. Armeekorps. Bei Hasselbach verloren die Amerikaner mehrere Sherman-Panzer und es entwickelten sich schwere Gefechte zwischen der deutschen und amerikanischen Infanterie. Dieser Zusammenstoß zwischen deutscher und amerikanischer Verbände gipfelte in einem blutigen Kampf, der später unter Einsatz von Spaten und Bajonett ausgetragen wurde.

Wann: Samstag, 2. April 2016, 14.30 Uhr

Wo: An der Witthecker Straße in Rettersen.

Wegstrecke: Ca. 3,8 Kilometer.

Dauer: In der Regel dauert jede Exkursion etwa 3 Stunden.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


PictogrammWandernKampf um die Pak-Linie bei Weyerbusch-Hasselbach

Nachdem bei Hasselbach die Panzerspitze der 3. US Panzerdivision zum Stehen gebracht wurde, wobei sie mehrere eigene Sherman-Panzer verlor. Ihnen gegenüber lagen am Horizont zwischen Werkhausen und Heuberg Panzerabwehrkanonen, dahinter war schwere Artillerie in Stellung gebracht worden; sie nahmen jede feindliche Bewegung unter Feuer. Darauf musste sich die amerikanische Infanterie den Weg bis Hasselbach erkämpfen und kann erst darauf gegen die PaK-Linie bei Weyerbusch weiter vorgehen. Deutsche Flak- und PaK macht jegliche Panzerunterstützung nahezu unmöglich, teils ist die amerikanische Infanterie währen des Vormarsches auf sich allein gestellt.

Wann: Samstag, 9. April 2016, 14.30 Uhr

Wo: Parkplatz hinter dem Sportplatz in Weyerbusch.

Wegstrecke: Ca. 3 Kilometer, je nach Entscheidung der Gruppe evtl. mit Umweg bis nach Heuberg-Hilkhausen auch 5 Km.

Dauer: In der Regel dauert jede Exkursion etwa 3 Stunden.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


PictogrammWandernKampf und Rückzug des Altenkirchener Volkssturms

Nachdem die Amerikaner die Ludendorff-Brücke in Remagen erobert hatten, wurde auf Befehl des Gauleiters Gustav Simon der Altenkirchener Volkssturm mobilisiert. Nach einer kurzen Ausbildung bei Molzhain wurden die Männer nach Neustadt an der Wied verlegt, wo sie kurz nach der Ankunft bereits in die Kämpfe verwickelt wurden. Als die Wehrmacht abzog, sollte der Volkssturm die Stellungen an der Wied weiter halten und verteidigen, angesichts der amerikanischen Übermacht mussten sich die vorrangig alten Männer dann jedoch über Burglahr bis nach Seifen zurückziehen, wo ein Teil des Bataillons kapitulierte.

Wann: Samstag, 23. April 2016, 14.30 Uhr

Wo: Seifen, In der Hohl (Am Friedhof)

Wegstrecke: etwa 3,5 Kilometer.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de 


PictogrammWandernUntergang des Altenkirchener Volkssturmbataillons

Auf Befehl von General Carl Püchler wurde bei Stürzelbach ein weiteres Bataillon Volkssturm aus dem Boden gestampft. Als Flammersfeld unmittelbar bedroht wurde, wurde die schwache Einheit der Wehrmacht unterstellt und sollte in der Nähe von Kescheid die Straße sperren. Ein geplanter Angriff am 24. März wurde abgesagt, worauf die Einheit am 25. März zwischen Rott und Flammersfeld eingesetzt und in den Strudel der Kämpfe gezogen wurde, als die Amerikaner aus Richtung Asbach vorstießen und nach Flammersfeld vorfühlten.

Wann: Samstag, 30. April 2016, 14.30 Uhr

Wo: Wanderparkplatz in Rott (Walter-Bartels-Weg, Richtung Grillhütte)

Wegstrecke: Ca. 3 Kilometer, eine kurze Strecke führt Querfeldein.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
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Kriegsende in der Region „Was will ich darüber wissen?“

Da die Veranstaltung während der letzten Termine in Altenkirchen jeweils ausgebucht war und viele den Film noch sehen wollten, haben wir uns gemeinsam mit den Volkshochschulen Altenkirchen und Betzdorf dazu entschieden, den Film auch in Betzdorf vorzuführen.

Videovortrag mit anschließender Themenrunde „Kriegsende in der Region“. Der Dokumentarfilm behandelt die Ereignisse zwischen dem 7. März und dem 16. April 1945. Gezeigt werden seltene und zum Teil unveröffentlichte Aufnahmen aus der Region.

In der dem Film folgenden Themenrunde finden die Teilnehmer die Gelegenheit eigene Fragen zu den Bodenkämpfen zu stellen, die sich im März und April 1945 in der Region ereigneten.

Zudem werden diverse Fotografien, Dokumente, Landkarten mit Frontverläufen und Gegenstände aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges ausgestellt.

Wann: Samstag, 7. Mai 2016, 14.30 Uhr

Wo: Jugendraum Betzdorf (Seminarraum), Schulstraße 4 in Betzdorf

Dauer: Video etwa 45 Minuten, anschließende Gesprächsrunde mit offenem Ende.

Anmeldung: VHS Betzdorf, Telefon 02741 – 291-411 oder
via Email an vhs@betzdorf.de


Deutsche Infanteristen in der Nähe von Biersdorf. Beachten Sie den Soldat rechts, er trägt einen Kopfverband.

Deutsche Infanteristen in der Nähe von Biersdorf. Beachten Sie den Soldat rechts, er trägt einen Kopfverband.


PictogrammWandernDer Molzberg als Frontgebiet

Ende März 1945 sollten Verbände des 28. US Infanterieregiments die südlich der Sieg gelegenen Ortsteile erobern und anschließend in Betzdorf über die Sieg gehen. Am Molzberg waren die Amerikaner nach schweren Kämpfen um Oberbetzdorf in der Lage, einen Brückenkopf zu bilden, der als Ausgangspunkt für den Großangriff am 6. April diente.

Wann: Samstag, 14. Mai 2016, 14.30 Uhr

Wo: Schützenplatz, Martin-Luther-Straße in Betzdorf

Wegstrecke: Ca. 3,5  Kilometer, teilweise mit Steigung von etwa 10 %. Trotzdem lässt sich die Runde bequem laufen.

Anmeldung: VHS Betzdorf, Telefon 02741 – 291-411 oder
via Email an
vhs@betzdorf.de


PictogrammWandernGroßangriff der Amerikaner über die Sieg

Nach Waldkämpfen auf dem Molzberg eroberten Einheiten des 310. US Infanterieregiments am 6. April 1945 Katzwinkel und Wingendorf. Erst nachdem Wingendorf gefallen war, konnte der weitere Angriff in den so genannten Ruhrkessel vorgetragen werden.

Wann: Samstag, 21. Mai 2016, 14.30 Uhr

Wo: Alte Poststraße bei Kalteich zwischen Wallmenroth und Katzwinkel

Wegstrecke: Ca. 4  Kilometer.

Anmeldung: VHS Betzdorf, Telefon 02741 – 291-411 oder
via Email an
vhs@betzdorf.de


PictogrammWandernBildung des amerikanischen Brückenkopfes nördlich der Sieg und Gefechte um den Sandberg

In der Nacht zum 1. April 1945 setzten amerikanische Truppen bei Wissen-Frankenthal über die Sieg und stießen im Bereich des Walzwerkes und in der Nähe des Zwangsarbeiterlagers auf deutschen Widerstand. Im Verlauf des Tages entwickelten sich im Bereich des Kucksberg und dem Sandberg wechselvolle Gefechte zwischen deutschen und amerikanischen Soldaten. Der gesetzte Zeitplan wurde verworfen und die Amerikaner mussten sich am Sandberg eingraben, obwohl sie zu dieser Zeit bereits die Brückhöfe erobert haben sollten.

Wann: Samstag, 4. Juni 2016, 14.30 Uhr

Wo: Hotel Frankenthal in Wissen

Wegstrecke: Ca. 5  Kilometer, etwa die Hälfte des Weges führt leicht bergauf. Dennoch lässt sich die Runde bequem laufen.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de 


PictogrammWandernWechselvolle Kämpfe um die Brückhöfe

Der Ortsteil Brückhöfe sollte als amerikanischer Brückenkopf bis zum 6. April 1945 zum Schauplatz von erbitterten Gefechten werden. Am 4. April wurde dem Grenadierregiment 957 von der 363. Volksgrenadier Division befohlen, den Brückenkopf im Gegenstoß zu bereinigen. Es kam zu einem Gefecht, in dessen Verlauf sich die Amerikaner wieder auf das andere Siegufer zurückziehen mussten.

Wann: Samstag, 11. Juni 2016, 14.30 Uhr

Wo: Am Mühlengraben in Wissen

Wegstrecke: Ca. 3,5 Kilometer.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
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PictogrammWandernAmerikanischer Stützpunkt in Öttgesborn

Entfällt: aus gesundheitlichen Gründen muss ich die Runde absagen. Absagen bedeutet in dem Moment nicht gestrichen, sondern lediglich verschoben.

Ein neuer Termin wird in Kürze bekanntgegeben.

Während die Amerikaner in Wissen über die Sieg gingen und auf den Sandberg und in den Wissener Ortsteil Brückhöfe vordrangen, schickten sie eine Kompanie nach Öttgesborn, um von dort die deutschen Verbindungswege zu dem Brückenkopf bei Wissen zu unterbrechen. Es kam zu einem Gefecht, in dessen Verlauf 19 Soldaten ihr Leben lassen mussten.

Wann: Samstag, 18. Juni 2016, 14.30 Uhr

Wo: Am Waldrand oberhalb Oberhövels

Wegstrecke: Ca. 4,5  Kilometer

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
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Rote Marker = Veranstaltung steht bevor, Blau = Veranstaltung wurde bereits durchgeführt.
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Exkursion 7 – Erste Gefechte südlich Betzdorf

Am 24. Oktober 2015 führte ich die nächste Exkursion in die ehemaligen Frontbereiche südlich Betzdorf. Hierbei befassten wir uns mit den Ereignissen, die sich Ende März zwischen Betzdorf, Steineroth und Scheuerfeld zutrugen. Da die Gruppe mit 8 Personen recht überschaubar war, konnte man zum Teil detaillierter Berichten, als es in den größeren Gruppen meist der Fall ist.

Der amerikanische Vorstoß auf Richtung Bruche

Am Abend des 29. März verlief die Front etwa von Elkenroth nach Steineroth über die Kohlhardt nach Dauersberg, von dort entlang der Angsthardt nach Mittelhof bis Wissen. Um bei Betzdorf die Ausgangslage für das I. Bataillon des 28. US Infanterieregiments für den bevorstehenden Angriff zu schaffen, musste zuvor die dem Bataillon zugewiesene Ausgangslinie von feindlichen Truppen bereinigt werden, denn, den Fall gesetzt in dem Bereich würden sich noch feindliche Truppen befinden, könnten diese die amerikanischen Bemühungen bei einem einsetzendem Angriff empfindlich in Gefahr bringen. Durch die eigene Aufklärung war bekannt, dass sich vor der Front mindestens ein deutsches Sturmgeschütz und zwei Flak-Stellungen (Flak=Fliegerabwehrkanonen) befunden hatten. Besonders die Feuerkraft der Flak, die im Erdkampf einsetzbar war, war eine große Gefahr für die Amerikaner, weshalb eine kampfstarke Patrouille in die Wälder gesendet wurde, um:

a) die Flak auszuschalten und
b) den Verbleib des Sturmgeschützes zu lokalisieren

Während des ersten Vorstoßes in Richtung Bruche wurde darauf eine der beiden Patrouillen durch das Sturmgeschütz angegriffen, weshalb sich die Männer dann zurückzogen. Ein direkter Vorstoß auf Bruche wurde dadurch versagt. Zur gleichen Zeit eroberten die Kompanien links Scheuerfeld und rechts Alsdorf. Aus Alsdorf heraus wurde der Vormarsch auf Betzdorf über Hofacker in Richtung Kettlerstraße ausgeweitet, zwischen Kapelle, Eisweiher und der Eisenbahnstraße kam es zu mehreren, lokal ausgetragenen Gefechten. In Scheuerfeld kam es ebenfalls zu einem Gefecht, bei dem mehrere deutsche und amerikanische Soldaten ihr Leben verloren. Betzdorf und Bruche waren nun unmittelbar bedroht. Eine weitere Patrouille wurde in den Bereich der Flak entsendet, fand diese jedoch nicht mehr vor und ging darauf weiter in Richtung Engelstein und Eisweiher vor, wo sie sich am Ortsrand festsetzten. Ein Sicherungsposten wurde in Richtung Bruche zur Flankensicherung herangeschoben, später wurden Granatwerfer nachgezogen und in Stellung gebracht. Den restlichen Tag verbrachten die Soldaten damit, die Region weiter auszukundschaften und den südlich der Sieg gelegenen Ortsrand von Betzdorf zu erobern.

Zur Stellung umfunktionierter Bombentrichter. Steht man vor Ort, kann man den ehemaligen Zugang erkennen und deutlich sehen, dass die Seitenwände des Trichters bearbeitet wurden.

Zur Stellung umfunktionierter Bombentrichter. Steht man vor Ort, kann man den ehemaligen Zugang erkennen und deutlich sehen, dass die Seitenwände des Trichters bearbeitet wurden.

Die Exkursion führte entlang einiger noch sichtbaren Spuren und Stellungen. Gleich im Bereich der Grillhütte befand sich eine Feuerstellung amerikanischer Granatwerfer, die nach 70 Jahren noch sehr deutlich zu erkennen war. Weiter ging es vorbei an einer Stellung, an der sich ein vorgeschobener Wachposten der amerikanischen Infanterie während der Nacht befunden hatte. In nächster Nähe befand sich die ehemalige “Fluwa”, die Flugwachstelle, an der eingehende feindliche Fliegerverbände beobachtet und nach Betzdorf gemeldet werden sollten, um dann rechtzeitig Fliegeralarm geben zu können.

Besonders interessant anzusehen war ein zur Verteidigungsstellung ausgebauter ehemalige Bombentrichter südlich der Tennisplätze. Hier sollten einige Volkssturmleute zusammen mit einer 2cm-Flak den Zugang nach Betzdorf-Bruche sperren. Eine amerikanische Patrouille war darauf angesetzt worden.

Ein Abstecher, der so nicht geplant war, führte auf Wunsch eines Teilnehmers noch ein gutes Stück in Richtung Dauersberg weiter. Auf dem Weg dort hin waren noch deutlich die Spuren vom letzten Einsatz des Kampfmittelräumdienstes zu erkennen, der gleich links des Weges vor einiger Zeit zwei Bombenblindgänger geborgen und unschädlich gemacht hatte. Unseren Rückweg traten wir dann oberhalb des Eisweihers an und marschierten nach gut drei Stunden Wegstrecke zurück an den Ausgangspunkt bei der Grillhütte.

Der Frontbereich zwischen Betzdorf - Scheuerfeld und Alsdorf mit dem geplanten deutschem Brückenkopf, angefertigt nach Overlay der 1. US Infanteriedivision. Rot = deutsche Stellungen und Bewegungen. Blau = amerikanische Stellungen und Bewegungen.

Der Frontbereich zwischen Betzdorf – Scheuerfeld und Alsdorf mit dem geplanten deutschem Brückenkopf, angefertigt nach Overlay der 1. US Infanteriedivision. Rot = deutsche Stellungen und Bewegungen. Blau = amerikanische Stellungen und Bewegungen.

Exkursion 6 – Eroberung von Alsdorf im März 1945

Am Samstag, den 17. Oktober 2015, war es wieder so weit. An diesem Tag wollten wir uns über die Vorgänge und Ereignisse unterhalten, als die amerikanische Infanterie ihren Vorstoß über Alsdorf nach Betzdorf und Kirchen in Richtung zur Sieg ausweitete. Nachdem die Amerikaner mit einer ersten Patrouille bei Alsdorf zum Stehen gebracht worden waren, stießen sie anschließend nach Alsdorf vor, erreichten die Heller, wonach es zu einigen Schießereien gekommen war. Bei diesen Kampfhandlungen mussten mehrere deutsche und amerikanische Soldaten ihre Leben lassen.

Da die ersten Hinweise auf diese Veranstaltung schon mehrere Wochen zuvor in den Ankündigungen der VHS und K-VHS enthalten waren, geriet diese Exkursion bei den Interessenten später ins Vergessen. Dadurch kamen schließlich bei der Volkshochschule in Betzdorf lediglich vier Anmeldungen zusammen. Kurz entschlossen wurde ein erneuter Aufruf in den Mitteilungsblättchen veröffentlicht und erneut auf die Exkursion hingewiesen, die uns durch das Imhäuser Tal in Richtung Kirchen – Herkersdorf führen sollte. Trotzdem blieben weitere Anmeldungen bei der Volkshochschule aus, es kam sogar noch schlimmer, denn von den vier Personen, die sich angemeldet hatten, sagten dann schließlich noch zwei Leute ab! Am Freitagmorgen standen wir beinahe davor, diese Veranstaltung im letzten Augenblick abzusagen – es wäre das erste Mal gewesen.

Mit dem Wissen, dass die Liste nun leider nur zwei Interessenten umfasste, dazu kamen zwei weitere Leute, die ich via Facebook erreichte, fuhr ich dann nach Alsdorf. Als ich dort eintraf, traute ich meinen Augen nicht! Es waren bereits vor meiner Ankunft schon acht Personen vor Ort und weitere sechs sollten in den nächsten Minuten eintreffen. Unter unseren vierzehn Interessenten waren auch wieder drei Zeitzeugen anwesend. Darunter befand sich auch ein älterer Herr aus Wallmenroth, mit dem ich erst einige Tage zuvor telefoniert hatte. Herr Josef Herrmann  berichtete mir davon, dass sein Vater als Angehöriger des hiesigen Volkssturmes im März 1945 bei Flammersfeld sein Leben verlor. Mit ihm sollte ich mich besonders intensiv unterhalten; ein Versprechen gibt es auch noch einzulösen: Er wird einen Ausflug auf den Spuren des Volkssturmes erhalten, das ist aber ein Thema für sich. Bei dieser Exkursion wollten wir uns schließlich über die Eroberung Alsdorfs und dem weiteren Vorstoß der amerikanischen Streitkräfte unterhalten.

Angriff auf Alsdorf

Nachdem der amerikanische Ausbruch aus dem Brückenkopf von Remagen vollendet war, begonnen die amerikanischen Infanteriedivisionen damit, ihre Vorstöße in Richtung zur Sieg auszuweiten und hierbei die Bereiche von deutschen Resteinheiten zu bereinigen. Die wenigen deutschen Brückenköpfe, die noch südlich der Sieg für die sich immer noch zurückflutenden Truppen offen gehalten wurden, konnten von den Amerikanern zerschlagen werden.

Die Eroberung Alsdorfs Ende März 1945.

Die Eroberung Alsdorfs Ende März 1945.

  1. Bereits während der Nachtstunden vom 29. zum 30. März 1945 richteten Soldaten der 8. US In­fanteriedivision in der Nähe der Alsdorfer Grillhütte einen Beobachtungsposten ein und meldeten an den Regimentsstab, dass seit etwa 2.45 Uhr immer wieder Motorengeräusche im Ortskern zu hören waren. Am frühen Morgen wurde gegen 4.30 Uhr eine heftige Detonation gemeldet, deren Ursache jedoch unklar blieb (Anmerkung: Sprengung der Hellerbrücke).
  2. Da man im Ortskern noch deutsche Truppenansammlungen vermutete, sollte ein verstärkter Zug der Baker-Kompanie des 28. US Infanterieregiments etwa um 3.30 Uhr aus Richtung Daaden über den Bahnhof zum Angriff antreten, um die im Ort vermutete Verteidigung aufzurollen. Hierbei kam es zu einem rund 30-minütigen Gefecht um den Bereich des Bahnhofgeländes, in dessen Verlauf ein Jeep durch Panzerfaust abgeschossen wurde und jeweils zwei amerikanische Soldaten getötet bzw. verwundet wurden. Auf deutscher Seite war die 59. Infanteriedivision dabei, einen Brückenkopf zu errichten; der Bahnhof war Teil eines Stützpunktes der gerade befestigt wurde. Noch während die Amerikaner sich dem Bahnhof näherten, wurden deutsche Verstärkungen herange­bracht. Der Bereich des Bahnhofes wurde darauf mit Artilleriefeuer belegt, die deutschen Soldaten zogen sich dann zurück.
  3. Nachdem der Vorstoß am Bahnhof liegengeblieben war, wurden die verbliebenen Züge der Kompanie zum Angriff befohlen. Sie gingen etwa ab 5.00 Uhr entlang des Steinebachs in Alsdorf vor und überraschten etwa um 6.25 Uhr südlich der gesprengten Hellerbrücke einen MG-Posten, der in Gefangenschaft geriet. Dies war die erste Feindberührung, durch das kurz aufflammende Feuer wurde letzte deutsche Soldaten alarmiert, dennoch kam es zu keinen größeren Kampfhandlungen, da die Masse der deutschen Truppen bereits abgezogen war. Als die gesamte Kompanie an der Heller stand, wurden Vorstöße über die gesprengte Brücke vorgenommen, die für Infanterie passierbar war. Im Bereich des heutigen Betonlagers an der Hauptstraße versuchte ein deutscher Leutnant noch letzten Widerstand zu organisieren, dazu hatte er einen jungen MG-Schützen oberhalb des Steinbruches in Stellung gehen lassen und weitere deutsche Soldaten hatten sich in einigen Häusern verschanzt. Dazu kamen mehrere Soldaten, die sich auf dem Burg-Berg eingegraben hatten. Nach kurzen Gefechten, die sich besonders im Bereich der Hauptstraße ereigneten, stellten die letzten deutschen Soldaten das Feuer ein. Auf deutscher Seite starben sechs Mann, darunter ein Feldwebel in der Hauptstraße und der MG-Schütze oberhalb des Steinbruches.
  4. Noch während in Alsdorf vereinzelte Schüsse fielen, wurde der Vorstoß auf Betzdorf ausgeweitet. Über Hofacker stieß man in Richtung Kettlerstraße, wo es jenseits der Kapelle zu Kampfhandlungen mit deutschen Soldaten kam. Die Angriffe wurden in Richtung Eisenbahnstraße ausgeweitet.
  5. Erst durch einen Feuerschlag der amerikanischen Artillerie auf den Burg-Berg wurde der deutsche Widerstand in Alsdorf zum Schweigen gebracht. Im Anschluss konnte der dritte Zug der Baker-Kompanie bis zum Abzweig nach Herkersdorf-Kirchen vorgehen, wo eine Straßensperre eingerichtet wurde.
  6. Der Bahnhof sollte als Stützpunkt für den befohlenen Brückenkopf dienen. Teile des Grenadierregiments 1034 hatten Befehl, den Brückenkopf offen zu halten, damit zurückflutende Soldaten noch Anschluss zur Truppe finden könnten. Da man jedoch bereits bei der Einrichtung auf amerikanische Soldaten stieß, wurde das Vorhaben aufgegeben und die restlichen Truppen nach Betzdorf abgezogen.

  7. Der deutsche Widerstand in Alsdorf wurde nur von etwa 25 Mann geleistet, es waren in der Masse Soldaten, die seit einiger Zeit versprengt waren und durch einen Leutnant in den Kampf befohlen wurden.

  8. Erst nachdem die Amerikaner in Betzdorf die Sieg erreichten, kam es zu ernsthaften Gefechten um die deutschen Stellungen jenseits des Flusses.
Zahlreiches Erscheinen am Treffpunkt im Imhäuser Tal bei Alsdorf. Die Leute kommen nicht einfach nur aus Betzdorf und Umgebung, sondern zieht es sie sogar (wiederholt) aus dem Westerwald her. Vielen Dank an den Stammgast! :-)

Zahlreiches Erscheinen am Treffpunkt im Imhäuser Tal bei Alsdorf. Die Leute kommen nicht einfach nur aus Betzdorf und Umgebung, sondern zieht es sie sogar (wiederholt) aus dem Westerwald her. Vielen Dank an den Stammgast! 🙂

Exkursion 5 – Amerikanischer Sicherungsposten im Niemandsland

Am 10. Oktober 2015 führte unsere Exkursion in die Wälder bei Gebhardshain. Die Teilnehmer sollten während unserer Wanderung rund 2,7 Kilometer laufen und hierbei einen Einblick in die Ereignisse von Ende März 1945 erhalten. Die überschaubare Runde von sechs Personen wurde durch Bürgermeister Jürgen Giehl, begleitet. Es war ihm sehr daran gelegen, zu erfahren wie sich die Besetzung der Ortschaft am 29. März 1945 zugetragen hatte und wie der amerikanische Vormarsch im Anschluss weiter geführt wurde.

Die militärische Lage

Das 26. US Infanterieregiment stieß im Verlauf des 28. März 1945 kaum auf nennenswerten Widerstand. Von einer durchgehenden Frontlinie konnte nirgends mehr gesprochen werden, die deutschen Versuche noch eine Verteidigungslinie südlich der Sieg zu errichten, scheiterten. Generalleutnant Hans-Kurt Höcker, Kommandeur der 59. Infanteriedivision, hielt in seinem Bericht zur Lage südlich des Flusslaufes fest, „dass kaum mehr als fünf Soldaten einen Kilometer Frontlinie verteidigen würden“, Gerhard Bongers, damals Leutnant und Regimentsadjutant im Grenadierregiment 1034 erwähnte, dass die Verbindung untereinander nicht unter 500 Metern lag, teilweise sogar weit darüber. Die 59. Infanteriedivision hatte zwar nicht Gebhardshain verteidigt, jedoch dürfte dieses Bild der Kräfteverhältnisse ähnlich gewesen sein. Die Wehrmachtsteile südlich der Sieg befanden sich auf der Flucht, so auch in Gebhardshain und Umgebung. Seit mehreren Stunden bewegten sich Massen von deutschen Soldaten in östliche und nordöstliche Richtung, weg vom Feind. Darunter waren auch etwa 20 Soldaten, die der ukrainischen Waffen-SS angehörten. Einige von diesen Soldaten hatte man bei Gebhardshain aufgefangen und den schnell folgenden Amerikanern entgegen geworfen.

Der amerikanische Vorstoß

Aus Richtung Ober-Mörsbach marschierte der I&R-Zug des 26. Infanterieregiments in Richtung Gebhardshain los. Zur gleichen Zeit kam es im Bereich zwischen Gebhardshain und Hommelsberg zu einem kurzen Gefecht, bei dem deutsche Soldaten und ein Panzer noch versuchten Widerstand zu leisten. Dieser Angriff kam erst gar nicht zum Tragen und wurde direkt im Keim erstickt, worauf die amerikanischen Kräfte weiter gegen Gebhardshain vorgingen, das noch vor Mittag erreicht wurde. Zuvor sprengten deutsche Soldaten unweit des Forsthauses eine größere Munitionsmenge um den Vormarsch zu behindern, danach schlug dem I&R-Platoon (Aufklärungszug) aus dem Forsthaus leichtes Feuer entgegen. Da sich in Steinebach noch deutsche Soldaten befanden, schwenkte der Zug auf Gebhardshain, um den Ort auszukundschaften und, wenn keine Feinde angetroffen würden, zu besetzen. Noch vor Erreichen des Ortsrandes wurden die Amerikaner entdeckt und mit heftigem Feuer aus Richtung Wolfsweg belegt. Hierbei wurden gleich drei amerikanische Soldaten getötet und weitere drei verwundet. Angesichts dieses nicht erwarteten Widerstands mussten sich die Amerikaner zurückziehen. Kurzes Artilleriefeuer wurde auf den Ortsrand gelegt und gleichzeitig trat die Charly-Kompanie über das Spielstück zum Angriff an und konnte wenig später in Gebhardshain eindringen, wobei noch zwei deutsche Soldaten im Ort und ein Soldat in der Nähe des Bahnhofes, wo letzte Schüsse fielen, getötet wurden. Gegen frühen Nachmittag war der Ort fest in amerikanischer Hand.

Die Eroberung von Gebhardshain - die Karte in der vollständigen Größe mit sämtlichen Eintragungen bleibt den Exkursionsteilnehmern vorbehalten.

Die Eroberung von Gebhardshain – die Karte in der vollständigen Größe mit sämtlichen Eintragungen bleibt den Exkursionsteilnehmern vorbehalten.

Sicherungsposten im Niemandsland

Nachdem Gebhardshain erobert war, schoben die Amerikaner Patrouillen vor und errichteten Sicherungsposten, sogenannte „Strongpoints“. Der erste wurde im Bereich des „Hümmerich“ eingerichtet. Hier gingen drei Halbkettenfahrzeuge und Infanterie in Stellung. Als man später am Abend aus Richtung Altenbrendebach Motorengeräusche hören konnte, sollte ein weiterer Posten im Bereich des „Steimel-Berges“ eingerichtet werden. Da die Wegeverbindung über den „Steimel-Berg“ einen deutschen Panzervorstoß auf Gebhardshain ermöglichte, wurde sofort befohlen, Infanterie mit Panzerabwehr am Steimel-Berg in Stellung zu bringen. Die Infanteristen marschierten los, verliefen sich jedoch in der Dunkelheit. In der Vermutung, den befohlenen Punkt erreicht zu haben, gingen sie bei Sonnenhof in Stellung. Mit zunehmendem Tageslicht zeigten sich immer wieder deutsche Soldaten, die alle kampflos in Gefangenschaft gingen. Trotzdem wurde der Fehler mit der falsch bezogenen Stellung erst bekannt, nachdem der eigene Nachschub mit Verpflegung den Weg von Oberhombach heraufkam und sich dadurch plötzlich vor der eigenen Linie zeigte. Da die Soldaten sich vorsichtig vor der Stellung bewegten, wurden sie gleich mit deutschen Soldaten verwechselt und unter Feuer genommen. Obwohl sie sich rechtzeitig in Deckung bringen konnten, eröffneten die Amerikaner am Sonnenhof immer wieder ihr Feuer und machten beinahe jede Bewegung unmöglich. Der Beschuss wurde erst eingestellt, nachdem sich einige der Nachschubsoldaten vom Feuer loslösen und Verbindung herstellen konnten. Es kam zwar niemand zu Schaden, aber warme Verpflegung gab es auch keine, da die Behälter zerschossen waren.

Blick aus der der deutschen Front in Richtung des amerikanischen Vormarsches. Aus dem gegenüberliegenden Wald marschierten amerikanische Soldaten den deutschen Stellungen entgegen und wurden unter Feuer genommen.

Blick aus der der deutschen Front in Richtung des amerikanischen Vormarsches. Aus dem gegenüberliegenden Wald marschierten amerikanische Soldaten den deutschen Stellungen entgegen und wurden unter Feuer genommen.

Bürgermeister Giebel besichtigt das, was einmal die deutsche Front ausgemachte. An dieser Stelle sollten weniger als 15 Mann den amerikanischen Vormarsch aufhalten. Sie begaben sich natürlich lieber in Gefangenschaft, als in den sicheren Tod.

Bürgermeister Giehl besichtigt das, was einmal die deutsche Front ausgemachte. An dieser Stelle sollten weniger als 15 Mann den amerikanischen Vormarsch aufhalten. Sie begaben sich natürlich lieber in Gefangenschaft, als in den sicheren Tod.

Exkursion 4 – Kampf um den amerikanischen Sieg-Übergang bei Wissen

Bereits am 11. April diesen Jahres hatten wir die erste Begehung des Kampfgebietes rund um den Kucksberg und die Brückhöfe bei Wissen durchgeführt. Schon damals war das Interesse recht ordentlich, im Frühjahr kamen 21 Leute zusammen, die erfahren wollten, wie sich 1945 die Kämpfe um die Brückhöfe ereignet hatten. Bei der nun am 4. Oktober 2015 wiederholten Runde waren wieder zahlreiche Interessenten erschienen, dieses Mal waren es sogar 32 Leute. Obwohl diese Runde knapp mehr als 6 Kilometer misst, hat der älteste Teilnehmer keine Mühen gescheut und ist den gesamten Weg mitgelaufen.

Günter Hilger war in seine Geburtsstadt gekommen, um die eigenen Erinnerungen mit den Überlieferungen der Kriegstagebücher und der damaligen Veteranen abzugleichen. Die Erinnerungen Hilgers waren noch sehr wach, besonders gut konnte er sich an die Ereignisse erinnern, die er aus eigener Beobachtung miterlebt hatte, so z.B. erlebte Hilgers den Angriff eines deutschen Sturmgeschützes in der Brückhöfe etwa Anfang April 1945, zudem konnte er über mehrere tote Volkssturmsoldaten berichten, die auf dem Alserberg im Bereich der Pirzenthaler Straße in amerikanischem Artilleriefeuer gefallen waren.

Nachdem ich die Teilnehmer in Frankenthal begrüßt hatte, nutzte ich die Gelegenheit, Dinge herumzureichen, die in den letzten Kriegstagen in Wissen zurückgeblieben waren. Darunter befand sich auch eine Zeltbahn, die einem deutschem Soldaten gehörte, der während der Kampftage um den amerikanischen Übergang über die Sieg gefallen war. Nachdem wir abstimmten, ob die Teilnehmer die größere Runde, also mit Rückweg durch die Brückhöfe und zugehöriger Schilderung zu den Gefechten um den eigentlichen Sieg-Brückenkopf, oder aber die kürzere Runde laufen möchten, machten wir uns auf den Weg. Im Bereich des ehemaligen Zwangsarbeiterlagers räumte ich Bruno Wagner, der seit Jahren die Geschichte des Lagers erforscht, die Gelegenheit ein, selbst etwas aus seinen Forschungen zu erzählen. Im Anschluss folgten wir dem Weg der amerikanischen Infanterie, die sich durch den Bereich des Gefangenenlagers kämpfen musste und sich anschließend besonders um den Kucksberg und den Sandberg in Gefechte verwickelte.

Unsere Route führte vorbei an ehemaligen Granatwerferstellungen und Schützenmulden bis an den Sandberg heran, der im März 1945 noch Teil der Frontlinie war. Eine der Höhen diente dem Generalfeldmarschall Model eine Besichtigung der Siegfront durchzuführen. Bei diesem Anlass kam es auch zur Sprengung des Postamtes durch ein Himmelsfahrtkommando. Da mittlerweile die Zeit doch schon stark vorangeschritten war, teilte sich die Gruppe am Sandberg auf, während die eine Hälfte den Rückweg antrat, marschierten die restlichen weiter, darunter auch Günter Hilger, der so kurz vor dem eigentlichen Ziel nicht aufgeben wollte.

Der weitere Weg führte uns in die Brückhöfe, wo es zu einigen Gefechten gekommen war. Besonders heftig war am 5. April gekämpft worden, als die deutschen Soldaten versuchten, den amerikanischen Brückenkopf zu bereinigen. Unter hohen Verlusten gelang dieses Unternehmen auch kurzfristig, aber hierdurch wurden sämtliche Reserven aufgebraucht. Einem neuen amerikanischen Angriff war nichts mehr entgegenzusetzen, die Brückhöfe wurde darauf wieder “amerikanisch”. Da sich viele der Teilnehmer, das kristallisierte sich bereits im Frühjahr heraus, auch besonders für die Gefechte um die Brückhöfe interessierten, haben wir uns nun dazu entschlossen eine weitere Runde, die dann nicht so viele Stunden dauern wird, anzubieten. Die Planungen hierzu laufen bereits an. Als wir später endlich wieder am Startpunk angelangt waren, zeigte die Uhr mittlerweile gut 19.30 Uhr an, das waren rund “5 1/2 Stunden, die spannende und aufschlussreiche Details über die Gefechte an der Sieg wiedergaben”, wie es einer der Teilnehmer erklärte.

Mein besonderer Dank gilt den vier Zeitzeugen! Hier wären viele Stunden Gespräche möglich, denn da ist Masse an Erinnerung vorhanden, die das Erzählte zusätzlich belegen konnte. Vielen Dank auch an Markus Hauf und Werner Weitz für die Überlassung der Fotos, ohne die dieser Beitrag nun sonst bilderlos ausgefallen wäre!

Die Latrinen des Zwangsarbeiterlagers. Foto Werner Weitz.

Die Latrinen des ehemaligen Zwangsarbeiterlagers. Foto Werner Weitz.

Die Latrinen des Zwangsarbeiterlagers. Foto Werner Weitz.

Die Latrinen des Zwangsarbeiterlagers. Foto Werner Weitz.

Im Gespräch mit Zeitzeugen. Bruno Wagner berichtete davon, dass einige Zeitzeugen die Gefangenen manchmal schreien hören könnten, während man sie folterte. Foto Werner Weitz.

Im Gespräch mit Zeitzeugen. Bruno Wagner berichtete davon, dass einige Zeitzeugen die Gefangenen manchmal schreien hören könnten, während man sie folterte. Foto Werner Weitz.

Der Gedenkstein für die Opfer des Lagers. Foto Werner Weitz.

Der Gedenkstein für die Opfer des Lagers. Foto Werner Weitz.

Bereits im Bereich des Zwangsarbeiterlagers, in dem nach dem Krieg noch deutsche Kriegsgefangene untergebracht waren, ereigneten sich erste Kampfhandlungen mit den Amerikanern. Foto Werner Weitz.

Bereits im Bereich des Zwangsarbeiterlagers, in dem nach dem Krieg noch deutsche Kriegsgefangene untergebracht waren, ereigneten sich erste Kampfhandlungen mit den Amerikanern. Foto Werner Weitz.

Auf halben Weg passiert man die ehemalige Stellung eines deutschen Granatwerfers, unweit der Stelle sollte noch einer der Soldaten fallen, während er Munition besorgte. Foto Werner Weitz.

Auf halben Weg passiert man die ehemalige Stellung eines deutschen Granatwerfers, unweit der Stelle sollte noch einer der Soldaten fallen, während er Munition besorgte. Foto Werner Weitz.

Ein unscheinbares Loch am Wegesrand - die zuvor erwähnte Granatwerferstellung. Ist man persönlich vor Ort, kann man den damaligen Zugang noch deutlich erkennen. Foto Werner Wagner.

Ein unscheinbares Loch am Wegesrand – die zuvor erwähnte Granatwerferstellung. Ist man persönlich vor Ort, kann man den damaligen Zugang noch deutlich erkennen. Foto Werner Wagner.

Blick vom Sandberg aus amerikanischer Perspektive in Richtung der damaligen deutschen Stellungen. Foto Werner Weitz.

Blick vom Sandberg aus amerikanischer Perspektive in Richtung der damaligen deutschen Stellungen. Foto Werner Weitz.

In der Nähe vom Sandberg wurde amerikanische Infanterie durch deutsches Feuer festgenagelt, an diesem Gebäudeteil waren sie in Sicherheit, da das feindliche Maschinengewehr auf Lafette nicht so tief abschwenken und dadurch die Soldaten unter Beschuss nehmen konnte. Foto Markus Hauf.

In der Nähe vom Sandberg wurde amerikanische Infanterie durch deutsches Feuer festgenagelt, an diesem Gebäudeteil waren sie in Sicherheit, da das feindliche Maschinengewehr auf Lafette nicht so tief abschwenken und dadurch die Soldaten unter Beschuss nehmen konnte. Foto Markus Hauf.

Der Sandberg war in seinen kompletten Ausmaßen damaliges Frontgebiet. Schutz bot er dabei mit seinen Hügeln und Halden mehr als genug. Nachdem die Amerikaner auf den Sandberg stürmten, zogen sich die deutschen Soldaten auf die gegenüberliegenden Hänge zurück, wo sie sich erneut festsetzten. Deutsche Verstärkung kam von der in der angrenzenden Linie liegenden Truppe oberhalb der Sieg. Foto Markus Hauf.

Der Sandberg war in seinen kompletten Ausmaßen damaliges Frontgebiet. Schutz bot er dabei mit seinen Hügeln und Halden mehr als genug. Nachdem die Amerikaner auf den Sandberg stürmten, zogen sich die deutschen Soldaten auf die gegenüberliegenden Hänge zurück, wo sie sich erneut festsetzten. Deutsche Verstärkung kam von der in der angrenzenden Linie liegenden Truppe oberhalb der Sieg. Foto Markus Hauf.

Um 7.20 Uhr erreichten die Amerikaner die Kreuzung Öttgesborn/Eisenstraße. Um diese Zeit sollte eigentlich die gesamte Brückhöfe bereits von letzten deutschen Soldaten bereinigt sein, doch hatten die Amerikaner noch nicht einmal den Sandberg erobert. Bis die Brückhöfe fallen sollte, sollten noch viele Soldaten beider Seiten sterben. Foto Markus Hauf.

Um 7.20 Uhr erreichten die Amerikaner die Kreuzung Öttgesborn/Eisenstraße. Um diese Zeit sollte eigentlich die gesamte Brückhöfe bereits von letzten deutschen Soldaten bereinigt sein, doch hatten die Amerikaner noch nicht einmal den Sandberg erobert. Bis die Brückhöfe fallen sollte, sollten noch viele Soldaten beider Seiten sterben. Foto Markus Hauf.

Blick auf Wissen, im Waldstreifen davor befand sich der Gefechtsstreifen einer Kompanie, die die deutschen Soldaten, die im links angrenzenden Sandberg kämpften, unterstützten. Foto Markus Hauf.

Blick auf Wissen, im Waldstreifen davor befand sich der Gefechtsstreifen einer Kompanie, die die deutschen Soldaten, die im links angrenzenden Sandberg kämpften, unterstützten. Foto Markus Hauf.

Die zur Sieg hin gewandten Häuser in der Brückhöfe glichen 1945 Festungen, erwarteten die deutschen Soldaten schließlich den amerikanischen Angriff gleich über die bereits gesprengten Brücken. Mit einem Angriff über den Sandberg hatte man gar nicht gerechnet. Foto Markus Hauf.

Die zur Sieg hin gewandten Häuser in der Brückhöfe glichen 1945 Festungen, erwarteten die deutschen Soldaten schließlich den amerikanischen Angriff gleich über die bereits gesprengten Brücken. Mit einem Angriff über den Sandberg hatte man gar nicht gerechnet. Foto Markus Hauf.

 

Exkursion 3 – Letztes Aufbäumen der 9. Panzerdivision bei Altenkirchen

Unsere dritte Exkursion sollte sich neben der Eroberung der Kreisstadt Altenkirchen damit befassen, wie die Führung der sich zurückziehenden Truppen noch versucht hatte, nördlich von Altenkirchen eine Sicherungslinie von Mammelzen über Sörth bis nach Giesenhausen einzurichten. Die Amerikaner verloren an diesem Tag zwei Sherman-Panzer, mindestens zwei weitere wurden beschädigt, auf deutscher Seite wurden in Tiger-, ein Panther und eine 2-cm-Flak zerstört, an der B414 in Richtung Hachenburg wurde zudem ein schwerer Jagdpanzer ausgeschaltet. Die Exkursion am 26. September 2015 sollte die Teilnehmer auf die Spuren dieser Ereignisse des 2. März 1945 führen.

Das Interesse an dieser Runde war groß. Insgesamt kamen am Friedhof 21 Teilnehmer zusammen. Ein Teilnehmer war extra aus Hohrhausen angereist. Er war mit 83 Jahren auch der älteste Teilnehmer der Exkursion. Sein Interesse war es, zu erfahren, wie sich die Kämpfe der 3. US-Panzerdivision hier bei uns im Westerwald zugetragen haben, denn Rudi Brauer hatte die Befreiung Weimars durch die 3. US-Panzerdivision erlebt und diese Ereignisse hatten ihn und sein ganzes späteres Leben geprägt. Dann war da noch eine ältere Dame, die sich sehr dafür interessierte, was sich 1945 in Sörth zugetragen hatte. Die Aussage der älteren Erlebnisgeneration: „Man muss daran erinnern, gerade weil kaum bekannt ist, was sich zum Kriegsende ereignete!“ Rudi Brauer sagte zu mir, als er sich am Ende der Runde verabschiedete: „Sie leisten eine sehr wichtige Arbeit und tragen dadurch dazu bei, dass sich so etwas nicht mehr wiederholen wird!“ Und für die, die mit offenen Augen durch die Wälder gingen, gab es auch noch was zu entdecken und mitzunehmen: Drei wunderbare und recht große Steinpilze! 😉

Die Einnahme Altenkirchens

  1. Gegen Mittag des 26. März 1945 marschierten etwa um 13.30 Uhr erste Infanteristen des I. Bataillons vom 415. Infanterieregiment der 104. US Infanteriedivision über Leuzbach nach Altenkirchen ein, sie erhielten zu diesem Zeitpunkt nur Feuer von Granatwerfern und Infanteriewaffen aus nördlicher Richtung. Mit Erreichen der Kreisstadt schlief der deutsche Widerstand ein, nur noch hier und dort fielen obligatorische Schüsse, damit auch die letzten deutschen Soldaten dem Führerbefehl gefolgt waren und „Widerstand bis zum Letzten“ geleistet hatten.
  2. Nachdem die Hälfte der Ortschaft besetzt worden war, erwartete man die Infanteristen des II. Bataillons, welche aus Richtung Fluterschen nach Almersbach gegen leichten Widerstand vorgingen. Sie mussten erst den angrenzenden Wald südlich der Wied von deutschen Soldaten bereinigen, die sich dort noch in größerer Zahl aufhielten und immer wieder auf die amerikanischen Soldaten in Altenkirchen feuerten. Zu größeren Kampfhandlungen kam es hierbei jedoch nicht mehr. Der Waldrand war gegen 14.30 Uhr gesichert und die weitere Besetzung Altenkirchens konnte vorangetrieben werden. Etwa zur gleichen Zeit ereignete sich das Gefecht um Oberwambach, wo die Amerikaner einen Sherman-Panzer verloren und eine 8,8cm-Flak ausschalteten. Dieser Kampf steht mit der Einnahme von Altenkirchen in keinem Zusammenhang, sondern war dies die südlich vorgehende Kampfgruppe der 3. US.-PD.
  3. Noch während die Amerikaner gegen 15 Uhr dabei waren, die restlichen Ortsteile zu sichern, schickten Geschütze der 277. Heeres-Flak-Abteilung vom Bereich oberhalb Kumphof einen letzten „Abschiedsgruß“ den aus Richtung Weyerbusch vorstoßenden Kräften (36. Armored Infantry Bataillon) der 3. US Panzerdivision entgegen, dies waren vermutlich die letzten Schüsse, die gefallen sind, bis Altenkirchen komplett besetzt war.
  4. Unter den Augen amerikanischer Soldaten rückten am späten Nachmittag noch letzte deutsche Panzer und Infanterie hastig in nordöstliche Richtung ab, es waren die Reste der 9. Panzerdivision, die auf dem Rückzug selbst erst kurz vor den Amerikanern in Altenkirchen eingetroffen waren. Wahrscheinlich waren dieses auch die Verteidiger, die General Bayerlein mobilisieren konnte und in der umkämpften Linie in Stellung brachte.
Der Einmarsch in Altenkirchen am 26. März 1945 - Karte National Archives, Washington, USA

Der Einmarsch in Altenkirchen am 26. März 1945 – Karte National Archives, Washington, USA

Letzter Widerstand der 9. Panzerdivision

Generalleutnant Fritz Bayerlein, der sich am Morgen des 26. März 1945 auf dem Gefechtsstand der Panzer-Lehr-Division in Hilgenroth befand, erhielt von Generalfeldmarschall Model den Befehl, alle erdenklichen Maßnahmen einzuleiten, um eine Sicherungslinie zu errichten, die den Vorstoß nach Norden zur Sieg hin abriegeln würde, damit sich die Masse der Einheiten hinter den Fluss zurückziehen könnte. Dazu wurde Bayerlein die Reste der 9. Panzerdivision zugesagt. Da jedoch die Masse der Division bereits zerschlagen worden war und sich der Rest auf der Flucht befand, standen Bayerlein hierzu kaum Kräfte zur Verfügung. Trotzdem war er dazu in der Lage, mehrere sich zurückziehende Panzer zu mobilisieren. Er ließ bei Giesenhausen einen Tigerpanzer in Stellung gehen und die Linie Südrand Mammelzen bis östlich Sörth durch einen Panther bei Mammelzen, einen Panzer IV und ein Sturmgeschütz zwischen Mammelzen und Sörth sichern. Hinzu kam ein Jagdpanzer , der aus Michelbach kam und sich über Ingelbach in Richtung Hachenburg zurückzog. Am Waldrand oberhalb Reuffelbach befand sich eine 8,8cm Flak der 277. H.Flak.Abt., die nach Verschuss der letzten Granaten gesprengt wurde. Ein weiteres, unbekanntes Geschütz, war in der Nähe von Giesenhausen in Stellung, weitere Flak lag im Bereich zwischen Giesenhausen und Bahnhof Ingelbach. Nur entlang des südlichen Ortsrands von Mammelzen befanden sich schwache Infanterieeinheiten, Wehrmachtssoldaten und Volkssturm.

Am späten Nachmittag nahm die 3. US Panzerdivision ihren Angriff wieder auf. Mit dem Vorstoß in Richtung Hachenburg erhielten sie heftiges Feuer in der linken Flanke. Um dieser Gefahr zu begegnen, wurden Panzervorstöße aus Altenkirchen in Richtung Mammelzen und Sörth vorgeschoben, worauf sie zwei Sherman-Panzer verloren. Um sich hier nicht weiter zu verzetteln und Verluste zu vermeiden, musste der deutsche Widerstand durch konzentrierte Luftangriffe ausgeschaltet werden. Im Verlauf der rund zweistündigen Gefechte wurde der Tigerpanzer, der von Giesenhausen aus in Richtung Mammelzen verlegte, um dort Unterstützungsfeuer zu leisten, oberhalb Sörth ausgeschaltet. Der Panther war zusammen mit einer 2cm Flak am Weg nach Hüttenhofen zerstört worden, nur der Panzer IV und das Sturmgeschütz konnten sich noch restzeitig absetzen. 1947 mussten zwei der um Sörth zurückgebliebenen Panzer gesprengt werden, hierbei kam es noch einmal zu Ortsschäden, zudem wurde das Stromnetz in Mitleidenschaft gezogen.

Skizze von General Bayerlein zu den Kämpfen des LIII. Armeekorps Ende März 1945. Farbig dargestellt sind die eingefügten Ergänzungen.

Skizze von General Bayerlein zu den Kämpfen des LIII. Armeekorps Ende März 1945. Farbig dargestellt sind die eingefügten Ergänzungen.

Eine der noch sichtbaren Schützenmulden. Vor rund 20 Jahren waren noch sehr viel mehr der ehemaligen Verteidigungsstellungen in den Wäldern sichtbar, doch die Natur holt sich langsam zurück, was ihr gehört.

Eine der noch sichtbaren Schützenmulden. Vor rund 20 Jahren waren noch sehr viel mehr der ehemaligen Verteidigungsstellungen in den Wäldern sichtbar, doch die Natur holt sich langsam zurück, was ihr gehört.

Nach gut 80 % der doch recht anstrengenden Wegstrecke haben sich einige von der Gruppe verabschiedet und sind den Rückweg nach Sörth angetreten. Wir restlichen sollten noch an den Ort marschieren, wo der Panther abgeschossen wurde. Am Waldrand hinter uns wurde vor über 70 Jahren der Tiger-Panzer ausgeschaltet.

Nach gut 80 % der zum Teil doch recht anstrengenden Wegstrecke haben sich einige von der Gruppe verabschiedet und sind den Rückweg nach Sörth angetreten. Wir restlichen sollten noch an den Ort marschieren, wo der Panther abgeschossen wurde. Am Waldrand hinter uns wurde vor über 70 Jahren der Tiger-Panzer ausgeschaltet.

Exkursion 2 – Kampf und Untergang des Volkssturmbataillons Altenkirchen

Nachdem die 1. US-Armee am 25. März 1945 überall entlang der Remagener Brückenkopffront ihre schweren Angriffe vorantrieb,  wurde der Volkssturm des Kreises Altenkirchen in der Nähe von Neustadt aus der Stellung gedrückt. Dieses Bataillon, es war das erste von zwei im Kreis Altenkirchen aufgestellten, zog sich bis in den Raum Rott-Flammersfeld zurück, wo es zu einem letzten größeren Einsatz kam. Während unserer Exkursion sollten wir uns am 19. September 2015 in der Umgebung von Rott mit der Geschichte der beiden im Kreisgebiet aufgestellten Bataillone befassen und auf noch sichtbare Spuren stoßen, welcher dieser sinnlose Kampf hinterlassen hatte.

Ein gutes Bild darüber, wie der Volkssturm aufgestellt wurde, der im Brückenkopf von Remagen zum Einsatz kommen sollte, hat Hans Schneider, der 1945 als Fahnenjunker im Stab der 363. Volksgrenadier Division seinen Dienst versah, festgehalten. Ihm oblagen die Aufgaben und Ausbildung des Volkssturmes innerhalb der Division.

„…Es gab zwei grundlegende Kriterien: die Jahrgänge und die Diensttauglichkeit. Während man bei den Jahrgängen nicht viel machen konnte, so wurde aber bei der durch den Truppenarzt ermittelten Tauglichkeit gerne mal ein oder gar auch zwei Augen zugedrückt! Es musste schließlich ein Mannschaftsbestand von Summe X erschaffen werden mit allen Männern, die greifbar wurden. Hinzu kam natürlich auch der Werdegang von jedem, Teilnehmer des 1. WK… wurden nahezu alle als tauglich eingestuft – sofern nicht ein schweres Leiden aus dieser Zeit vorlag – wie ein fehlendes Bein oder ähnliche Verwundungen…Während die Zuziehung der jüngsten Jahrgänge eher unproblematisch war, so gab es gerade aber bei den Alten Probleme. Die Jungen hatten meist schon eine entsprechende Ausbildung während der Dienstzeit in der Hitlerjugend erhalten und wären öfters auch gerne dazu bereit gewesen, am letzten großen Waffengang ihren Teil zu haben – natürlich gegen den Willen der Eltern…Problematisch war der fanatische Wille vieler junger Burschen. Man hatte ihnen die Panzerfaust mit einem bestimmten Auftrag an die Hand gegeben, die militärische Entwicklung jedoch erforderte wenig später Anderes – dann gab es größere Schwierigkeiten, diese Jungs zu überzeugen, doch noch den Rückzug anzutreten. Man hatte gelernt, den Feind zu hassen und nötigenfalls auch zu bekämpfen!“

Unser Treffpunkt für diese Exkursion war der Wanderparkplatz in Rott am Walter-Bartels-Weg. Zwölf Personen, die sich für die Geschichte des Altenkirchener Volkssturmes interessierten, sollte ich während dieser Runde durch die Wälder rund um Rott führen. Großes Interesse fanden auch die immer wieder stattfindenden Diskussionen, da bei dieser Runde ebenfalls auch zwei Zeitzeugen anwesend waren. Während der eine das Kriegsende als Jugendlicher in Rott erlebte, hat der andere als elfjähriger nur fünf Kilometer hinter der Front im Bereich südlich von Berlin mithelfen müssen, deutsche Panzer aufzumunitionieren, die anschließend in den Kampf gefahren waren.

Besonders die Geschichte des Volkssturmes im Westen hinterlässt heute weitreichende Lücken in der Geschichtsschreibung. Bevor wir uns den wenigen Einsätzen des Altenkirchener Volkssturmes widmen, muss man sich mit der militärischen Situation in der Region beschäftigen, da erst nach überschreiten des Rheins der hiesige Volkssturm mobilisiert und in den Einsatz geworfen wurde. Bekannt ist heute, dass bis auf wenigste Ausnahmen an der gesamten Westfront kaum Volkssturmeinheiten zum organisierten Einsatz gekommen sind. Bis zum alliierten Vormarsch an den Rhein hatte der Volkssturm des westdeutschen Reiches meist nur Sicherungsaufgaben zu versehen oder wurde abkommandiert zum Stellungsbau. Bei Einmarsch der Amerikaner in die Millionenstadt Köln wurde erstmals versucht, die Volkssturmpflichtigen in größerem Umfang an die Waffen zurufen und in den Kampfeinsatz zu schicken. Diese Bemühungen, besonders durch Gauleiter Grohe, waren größtenteils zwecklos und vom taktischen Standpunkt betrachtet vollkommener Unsinn. Nur die wenigsten folgten diesen Befehlen, einige wurden durch die Kommandeure heimgeschickt. Trotzdem kam es aber zu einigen Kampfeinsätzen des Volkssturmes in Köln. An der Ostfront, bzw. in Breslau oder Königsberg, starben zur gleichen Zeit Hundertschaften junger Burschen und alter Männer, die man Seite an Seite mit Wehrmachtseinheiten in den Kampf gezwungen hatte. In Westdeutschland hatte die gesamte Mobilisierung des Volkssturmes einfach nicht funktioniert, sie hatte versagt, weil den Bürgern trotz der deutschen Propaganda bewusst und bekannt war, dass der alliierte Feind nicht das „menschenhassende Monstrum“ war, wie es durch die Propaganda gleichermaßen über den Russen behauptet wurde. Im Westen hatte die Bevölkerung einfach weniger Angst vor den Alliierten.

Erst nachdem die Amerikaner überall an den Rhein herangestoßen waren und am 7. März 1945 die Ludendorff-Brücke in Remagen eroberten, änderte sich die gesamte Situation. „Der Ami ist über´n Rhein“ war die Parole. Deutsche Truppen, die über den Fluss gesetzt hatten, waren seit Monaten in ununterbrochenen Gefechten eingesetzt und ausgeblutet bis zum letzten Mann. Auffrischung kam meist nur in Form von kaum ausgebildeten oder versprengten Soldaten, die meist noch anderen Waffengattungen, wie der Luftwaffe oder Marine, angehörten. Nachdem die Amerikaner den Remagener Brückenkopf bildeten, wurde deutscherseits alles versucht, diesen Brückenkopf zu beseitigen. Dazu wurden Soldaten benötigt, die es kaum noch gab. Erstmalig ging überall entlang der Westfront eine Art Ruck durch die Truppe, in dem man versuchte die Truppen durch greifbare und fast überall befindliche Volkssturmpflichtige oder bedingt kriegsverwendungsfähige Soldaten aufzufrischen. Wer gestern noch UK-Gestellt (unabkömmlich im Sinne von Arbeit in wehrwirtschaftlichen Betrieben etc.), der musste heute bereits um sein Leben fürchten und damit rechnen, sich innerhalb kürzester Zeit beim Volkssturm einzufinden und/oder durch die Wehrmacht vereinnahmt zu werden.

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Im Raum Leverkusen-Solingen befand sich die 363. Volksgrenadier Division zur Auffrischung, nachdem die Division gerade aus Köln über den Rhein gesetzt hatte. Diese Auffrischung ging so vonstatten, dass jeder wehr- und volksturmpflichtige in die Truppe befohlen wurde. Ärztliche Untersuchungen wurden meist zum Nachteil der Untersuchten durchgeführt. Wer sich der Musterung im Schloss Morsbroich entziehen wollte, begab sich in die Gefahr durch Militärpolizei zwangsvorgeführt zu werden, oder aber noch schlimmer, konnte erschossen werden. Der aus Wiesdorf stammende, erst 16-jährige Günter Julius Wehrmeister sollte am 12. März 1945 im Schloss Morsbroich gemustert werden und wurde während eines Fluchtversuches um 15.30 Uhr im angrenzenden Wald erschossen. Männer, die eigentlich unabkömmlich waren, wurden aus den Betrieben, Bunkern oder Wohnungen herausgeholt und man vernichtete den Bescheid über die Unabkömmlichkeit. Dies waren nur einige der Praktiken, die die Armee nutze, wenn sie über den Mannschaftsbestand des Volkssturmes verfügen wollte; sie hat ihn einfach vereinnahmt. Aufgestellt wurden nach dem Rheinübergang im Kreis Altenkirchen mindestens zwei Bataillone:

Bataillon Schäfer mit drei Kompanien – hierzu gehörte auch die Kompanie Derschen

Aufgestellt am 12.3.1945 auf Befehl des Kreisleiters Venter vom 7. März 1945. Die Masse der Kompanie „Derschen“ setzte sich aus „UK“-gestellten Arbeitern zusammen, von denen viele bei der Firma Wolf-Geräte in Betzdorf tätig waren. Die Kompanie wurde in das Schulgebäude nach Molzhain verlegt, wo sie bis zum 15. März eine Ausbildung an Panzerfaust, Maschinengewehr und Karabiner erhielt. Am 16. März erfolgte mittels LKW der Transport in den Raum Neustadt/Wied, wo sich ab dem 19. März Gefechte um die Wied-Übergänge ereigneten. Zwischen dem 22. und 25. März stand die Kompanie in direkten Gefechten mit den amerikanischen Verbänden, wobei der 22. März besonders hohe Verluste forderte. Am 25. März 1945 überwand die 9. US Infanteriedivision die Wied und drängte scharf gegen die Reste der 340. Volksgrenadier Division vor, der die Volkssturmkompanie unterstellt worden war. Die Wehrmacht setzte sich vor den Amerikanern fluchtartig ab und befahl dem Bataillon Schäfer die Stellungen zu übernehmen. Die Einheit war diesem Druck in keiner Weise gewachsen und musste sich ebenfalls zurückziehen. Hierbei ist bekannt, dass die Derschener Kompanie über Peterslahr-Döttesfeld nach Seifen zurückging, wo noch einmal Verteidigungsstellungen bezogen wurden. Am 26. März setzten die Amerikaner erneut nach, so dass sich die nicht direkt in den Kampf eingebundenen Männer nach Brubbach zurückzogen. Dort wurde die Volkssturmkompanie überrannt und geriet am Mittag in Gefangenschaft.

Bataillon Altenkirchen – Bestehend aus drei Kompanien

Etwa am 22. März 1945 auf direkten Befehl von General Carl Püchler, Chef des LXXIV. Armeekorps in Stürzelbach, aufgestellt. Püchler soll zum Ausdruck gebracht haben, dass sich noch Hunderte Volkssturmleute in der Gegend vor dem Einsatz drücken und mit Nachdruck der kämpfenden Truppe zuzuführen sind! Zwei Kompanien wurden der 3. Panzergrenadier Division bei Weyerbusch unterstellt, der genaue weitere Einsatzweg ist leider unbekannt. Hauptmann Kurt Ahlers hält über den in Weyerbusch eingetroffenen Volkssturm fest:„…völlig mürrische des Kampfes unlustige Soldaten, deren Kampfwert gleich Null ist!… Durchschnittsalter ist 40 Jahre. Nur wenige haben eine infanteristische Ausbildung erhalten. Handhabung der Panzerfaust in Masse unbekannt. Zwei MG-Schützen wissen nicht in der Handhabung ihres MG Bescheid. In der Zuweisung solcher Bataillone besteht kein Grundstock für eine neu aufzubauende Kampflinie. Ein geschlossener Einsatz des Bataillons ist unmöglich…“Die dritte Kompanie wird am 23. März in der Nähe von Flammersfeld dem direkten Kommando des LXXIV. Armeekorps unterstellt. Sie soll den Weg von Kescheid nach Flammersfeld sperren. Am 24. März erhält die Truppe im Raum Püscheid Befehl sich für einen bevorstehenden Gegenangriff vorzubereiten, weitere Verstärkungen sollen während der Nacht zugeführt werden. Der Angriff soll am nächsten Tag beginnen. Durch den amerikanischen Großangriff am 25. März wird der Angriff vereitelt, die Verbände ziehen sich bis nach Rott-Flammersfeld zurück, zwischen Asbach und Diefenau wird gekämpft und die Truppe erahnt nun, das der nächste Einsatz bevorsteht. Am Nachmittag erscheinen dann aus Richtung Asbach kommend die ersten amerikanischen Panzer, es kommt zu einem kurzen Gefecht, wobei die Kampfgruppe verlustreich zerschlagen wird. Hier sterben mindestens drei Volkssturmleute, zwei davon stammen aus Fluterschen, der dritte aus Berzhausen. Hiernach verblasst die Spur des Altenkirchener Volkssturmes, weitere Einsätze sind nachgewiesen bspw. für Pracht, Betzdorf, Herdorf, Mudersbach etc. Ungewiss bleibt jedoch, ob sich Altenkirchener Volkssturm an diesen Gefechten beteiligte.

 

Exkursion 1 – Einbruch in die PaK-Linie bei Hasselbach

Bereits im Frühjahr haben wir uns die Ereignisse des Gefechtes um die PaK-Linie (PaK = Panzerabwehrkanone) bei Hasselbach aus der deutschen Perspektive angeschaut und liefen dabei den Frontverlauf dieser Kampflinie ab. Dahingegen sollte uns diese Exkursion auf den Pfaden der amerikanischen Soldaten den Einbruch in den Ort Hasselbach näherbringen und  zeigen, wie der amerikanische Angriff abgewehrt wurde, wo die Panzer der 3. US Panzerdivision ausgeschaltet wurden und wie sich der anschließende Häuserkampf um das kleine Dorf an der B8 zugetragen hatte.

Unser Treffpunkt am Witthecker Weg war gut gewählt, stand doch etwa an gleicher Stelle der Königstiger, der im März 1945, noch bevor sich der eigentliche Kampf um die PaK-Linie ereignete, von der eigenen Truppe aufgegeben wurde.

Dreizehn Personen sollten dieses Mal zusammen kommen. Während z.B. die einen wissen wollten, warum sich was und wie zugetragen hatte, wollten die anderen die Erzählungen von z.B. der Eltern belegt haben. Besonders hervorheben muss man aber auch, dass schon einiges über die Kampfhandlungen bekannt war, so konnten die beiden Weyerbuscher Walter Marenbach und sein Freund Friedhelm Weller immer wieder bestätigen und aus eigener Erfahrung berichten. Roland Oppermann aus Forstmehren erzählte: „dass man in der Familie früher oft von den schweren Kampfhandlungen gesprochen hat, dass z.B. auch am Ortseingang von Forstmehren ein amerikanischer Panzer abgeschossen worden war.“

Da uns das Wetter während der vergangenen Tage einen „Strich durch die Rechnung“ gemacht hatte, musste ich eine alternative Runde wählen. Das war auch gut so, denn sonst hätten die beiden ältesten Teilnehmer, Walter Marenbach und sein Freund Friedhelm Weller, diese Runde nicht begleiten können, denn die Wege wären trotz Einsatz des Geländewagens, in dem die beiden die Gruppe begleiteten, größtenteils nicht befahrbar gewesen.

Nach der Begrüßung schilderte ich die Ereignisse des 25. und 26. März 1945. Erzählte, wie der erwähnte Königstiger nach Witthecke gekommen war. Er gehörte der schweren Panzerabteilung 506 an und hat entgegen der häufig aufgestellten Behauptung, nicht an den Gefechten um die PaK-Linie teilgenommen.

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Stellung eines amerikanischen Beobachtungsposten am Waldrand oberhalb Hasselbachs.

Während unserer Wanderung entlang der Felder und Waldränder konnte man den Frontverlauf der damaligen PaK-Linie sehr gut deuten und es wurde bewusst, warum diese Linie bei den Amerikanern so hohe Verluste verursachte. Die Linie wurde schließlich nicht nur durch Geschütze am fernen Waldrand verteidigt, besonders in Hasselbach hatten sich Panzergrenadiere eingegraben, die den amerikanischen Angriff erwarteten. Im Bereich der Bergstraße befand sich ein PaK-Geschütz. Weitere Unterstützung leistete schwere Artillerie, die bei Hilkhausen und Marenbach in Stellung waren. Dann waren da noch mehrere Panzer zwischen Werkhausen und Heuberg im Einsatz. Als am Morgen die ersten amerikanischen Panzer aus dem künstlichen Nebel hervortraten, entbrannte der schwere Kampf. Innerhalb weniger Minuten waren die ersten amerikanischen Panzer ausgeschaltet und der Rückzug auf die Ausgangsstellung angetreten. Der deutsche Widerstand musste dann später durch amerikanische Infanterie niedergekämpft werden. Diese setzte sich am Ortsrand von Hasselbach fest. Dies war einer der der Punkte, den wir während der Exkursion aufsuchen sollten.

Am Ortsrand befand sich wenige Tage lang das Grab eines amerikanischen Soldaten. Dort war ich bereits schon einmal zu Mitte der 1990er Jahre. Damals wurde ich vom Sohn des Gefallenen begleitet. Die Schilderungen zu den Todesumständen, den Aussagen des Sohnes und der Kameraden, die mir damals vorlagen und die ich während dieser Exkursion vorbrachte, hatten etwas bewirkt. Heute steht die alte Eiche wie ein Mahnmal am Ort des ehemaligen Grabes.

Filmvortrag und Diskussionsrunde

Am 5. September 2015 eröffneten wir unsere neue Exkursions-Reihe „Auf den Spuren des Zweiten Weltkrieges“ mit einem Filmvortrag in den Räumlichkeiten der Kreisvolkshochschule in Altenkirchen. Es war eine Themenrunde, bei der viele während der anschließenden Gesprächsrunde die Zeit und die Möglichkeit finden sollten, direkte Fragen zu den Ereignissen der schicksalshaften Tage zu stellen.

Es sind kurz nach 14 Uhr und ich erwarte bereits die ersten Besucher, darunter auch Marcel Recke aus Windeck, der bereits angesagt hatte, noch ein paar interessante Leihgaben mitzubringen. Noch ist niemand da. Nur die verantwortliche Dame von der Kreisvolkshochschule, die mich empfängt, den Laptop erklärt und bereits die Stühle im Vortragsraum aufgestellt hat. Meinen besten Dank möchte ich an dieser Stelle dann auch einmal an Frau Wiedenhöfer-Becker aussprechen, denn ohne ihre Hilfe und die Organisation wäre das geleistete nicht möglich gewesen! „Na, da kann doch nichts schief gehen!“

Angemeldet waren lediglich 12 Personen, allerdings sollten später mehr als 30 Leute eintreffen, den Film sehen und einige würden auch noch die Gelegenheit finden, ihre Fragen an mich zu richten, Fragen, die seit mehr als 70 Jahren auf Antworten warteten.

Gut zwei Drittel der Besucher gehörten der Erlebnisgeneration an, sie hatten selbst das Kriegsende erlebt, entweder als kleines Kind, das sich kaum an 1945 erinnern konnte, aber trotzdem durch die Ereignisse im weiteren Leben stark geprägt wurde oder aber bereits als Jugendlicher oder junger Erwachsener, wo die Erinnerungen an das Kriegsende mit allen Schrecken noch recht ungetrübt vorhanden sind. Insgesamt waren mehrere Menschen zusammengekommen, die aus ihren eigenen Erlebnissen zusätzlich zum Film beitragen konnten und einige Jüngere waren da, die wissen und erfahren wollten; genau wie die meisten der älteren Generation, warum zum Kriegsende unsere Heimat in Bomben untergegangen ist und warum sich die damaligen Feinde in aufreibenden Infanteriekämpfen hier vor unserer Haustüre gegenseitig töteten. Durch das zum Teil unbekannte Filmmaterial und die anwesenden Zeitzeugen war es möglich, eine gewisse Art von Nähe zu den Ereignissen der letzten Kriegstage herzustellen, die besonders für die jüngere Nachfolgegeneration einen Blick auf den Untergang und die Kriegsereignisse zuließen.

Nachdem der Filmbeitrag am Ende war, hatte ich viele Fragen zu den Ereignissen während der letzten Kriegswochen im Kreis Altenkirchen zu beantworten. Hierbei war besonders der Kampf um Hasselbach ein wichtiges Thema, gerade auch dadurch, weil sich gleich zwei Zeitzeugen noch recht gut an die Schicksalstage erinnern konnten. Hierbei waren auch die Leihgaben von Marcel Recke ein wichtiges Beleg der damaligen Zeitgeschichte, denn Marcel Recke brachte extra einige Fundstücke mit, so z.B. ein Stahlhelm der damaligen Hitlerjugend in Kindergröße, der durch anbringen einer Tarnfarbe fronttauglich gemacht wurde. Ein Beleg für den Einsatz von Kindern und Jugendlichen, die man „viertel vor Zwölf“ noch verheizt hat. Weiter hatte Recke eine großkalibrige Hülse der Artillerie im Gepäck, 170 mm Artilleriegeschütze, die bei Marenbach und Hilkhausen in Stellung waren, leisteten die Feuerunterstützung während des Kampfes um die Hasselbacher PaK-Linie. Diese Hülse war von russischer Bauart und war zugehörig zu den vielen Beutewaffen, die in der Region eingesetzt wurden. Beides waren Fundstücke, die vor einigen Jahren während des Abrisses einer Scheune in Oberirsen zum Vorschein kamen. Eine weitere Hinterlassenschaft aus den Kämpfen um die Weyerbuscher Gegend stellte eine abgefeuerte 76mm Hülse vom Sherman-Panzer dar. Auch hierbei handelte es sich um einen Scheunenfund, der erst kürzlich in Weyerbusch auftauchte und Marcel Recke leihweise für unseren Vortrag zur Verfügung gestellt wurde. Abgerundet wurden die Ausstellungsstücke durch zwei Stahlhelme, die ich mitgebracht hatte. Zum einen der Helm von Wachtmeister Rheinhold Schmidt, der als Angehöriger des Flak-Sturm-Regiment 4 noch in Nahkämpfe verwickelt wurde. Dann war da noch der Stahlhelm von Joshua Bennet, der als Angehöriger der amerikanischen 104. US Infanteriedivision im März in der Nähe von Heuberg verwundet wurde. Beide Helme wurden mir seinerzeit von den ehemaligen Besitzern geschenkt und werden von mir heute als greifbare Erinnerungsstücke an diese Kriegsereignisse aufbewahrt. Ein gewisses Highlight war auch ein sich erst ganz neu in meiner Archivsammlung befindliche Fotografie. .

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25. März 1945 – bei Horhausen. Das Infanterieregiment 60 der 9. US-Infanteriedivision erobert Horhausen. Ein Verwundeter ist am Bahndamm in Deckung gegangen, zwei Sanitäter kümmern sich derweil um einen weiteren Verwundeten Soldaten. Im Hintergrund kann man schwach ein stehengebliebenes Fahrzeug erkennen und weitere Soldaten, die gerade nach vorne laufen. In unmittelbarer Nähe der Aufnahme ereigneten sich zur gleichen Zeit heftige Gefechte im Ortsbereich, man kann förmlich den Pulverdampf riechen, Gewehrfeuer und Artillerieeinschläge hören. Leider ist das Foto von sehr schlechter Qualität.

Einige derer, die nicht die Gelegenheit hatten, ihre Fragen an mich zu richten, nutzten dafür die Gelegenheit und sprachen direkt mit den anwesenden Zeitzeugen über die Ereignisse. So entstand eine Diskussionsrunde, die zwar nicht alle Fragen beantworten konnte, aber doch einige der Anwesenden mit Antworten heimkehren ließ. Darüber hinaus wollten besonders einige der Jüngeren selbst dazu übergehen, die Geschichte der Vorfahren zu erforschen. Es gab also noch einiges zu erfahren, auch mehr als 70 Jahre später sind noch eine Menge Fragen offen und noch immer eine Menge Antworten zu geben!