Der bei Friesenhagen gefallene Hauptmann

Während der Kämpfe um die Linie Gerndorf-Mausbach starb am 7. April 1945 Hauptmann Norbert Hammermann. Hammermann war nicht nur irgendein deutscher Offizier, den es zu Kriegsende in das Wildenburger Land verschlagen hatte. Erst ein Jahr zuvor war er noch Rommels persönlicher Adjutant.

Bereits während des Frankreichfeldzuges hatte sich Norbert Hammermann als Zugführer bewährt.  Schon kurz nach Beginn des Russlandfeldzuges übernahm er nach dem Ausfall seines Kompaniechefs im Juli 1941 zum ersten Mal das Kommando über die führerlos gewordene Kompanie und ein weiteres Mal während der ersten Schlacht um Charkow. Da Hammermann die Kompanie darauf drei Monaten führte, erfolgte die vorzugsweise Beförderung zum Oberleutnant.

Kurz nachdem die Heeresgruppe Süd 1942 die sogenannte Sommeroffensive aufgenommen hatte und der Don bei Woronesh erreicht worden war, wurde Hammermanns Kompanie während eines russischen Gegenangriffs schwer getroffen und ein großer Teil seiner Kompanie aufgerieben. Nur seinem persönlicher Entschluss soll es den übriggebliebenen Soldaten ermöglicht haben, sich von der russischen Übermacht abzusetzen. Während dieses Gefechts wurde Hammermann schwer verwundet, durch eine Granatsplitterverletzung verlor er ein Auge. Nach Genesung Anfang 1943 wurde Hammermann an die Kriegsschule München kommandiert, wo er eine Adjutantenstelle übernahm.

Nachdem der Generalsstab der Heeresgruppe B nach schweren Verlusten im Osteinsatz in die Heimat zur Neuaufstellung verlegt worden war, wurde auch der Arbeitsgruppenstab von Generalfeldmarschall Erwin Rommel nach München verlegt. Angesichts anstehender Neugliederungen und Umgruppierungen für den vorgesehenen Einsatz in Italien, übernahm Norbert Hammermann etwa Mitte Juli 1943 die Adjutantenstelle in Generalfeldmarschall Rommels Arbeitsstab und wurde dessen persönliche Ordonanz. Diese Funktion hatte Oberleutnant Hammermann bis Februar 1944 inne. Ein Vorfall unbekannten Inhalts allerdings beendete die relativ sichere Stellung, die Hammermann bis dahin begleitete. Nachdem das Verhältnis zwischen Hammermann und Rommel zerstört war, wurde er auf Rommels persönlichen Befehl zurück in die kämpfende Truppe befohlen, Rommel bestand darauf, künftig einen Adjutanten zu erhalten, der mindestens den Dienstgrad eines Majors begleiten würde und zudem mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet sein müsse. Dennoch erhielt Rommel keinen Majoren, sondern wurde Hammermanns Nachfolger der mit Ritterkreuz ausgezeichnete Hauptmann Helmuth Lang. Hiernach verliert sich jegliche Spur von Norbert Hammermann. Fest steht, dass er am 7. April 1945 in der Nähe von Friesenhagen, mittlerweile zum Hauptmann befördert, im Alter von 25 Jahren sein Leben verlor, als er versuchte auf Befehl des LVIII.Pz.Korps zwischen Friesenhagen und Mausbach eine Widerstandlinie zu organisieren. Als die Amerikaner ihre Angriffe gegen die Linie aufnahmen, starb Norbert Hammermann gemeinsam mit zwei weiteren Soldaten.

Marine im Bodenkampf

Marinesoldaten wurden auch Bodenständig eingesetzt

Mein Großvater Willi Esch. 1924-1989

Mein Großvater Willi Esch. 1924-1989

Da mein schon vor vielen Jahren verstorbener Großvater während des Zweiten Weltkrieges in der Kriegsmarine diente, hat er immer gerne und auch viel von seiner Zeit auf See erzählt. Er hatte sich 1941 bereits vor seiner Einberufung zum Kriegsdienst freiwillig zur Marine gemeldet, da er dachte, dass es für ihn dort auf See viel sicherer sein würde, als beispielsweise im Infanteriekampf an der Front. 1944 war er schließlich zum Steuermann auf einem Marinefährprahm befördert worden und war in Griechenland in Saloniki stationiert.

Aufgrund der Erklärung der Bulgaren, dass sie ab August 1944 vom Deutschen Reich unabhängig sein würden und der am 9. September 1944 erfolgten Kriegserklärung, kam es zu einer bedrohlichen Lage der deutschen Verbände in Griechenland, die nun drohten eingekesselt zu werden. Denn zur gleichen Zeit stieß die Rote Armee mit starken Kräften durch Rumänien vor und die 3. Ukrainische Front, unter dem Kommando von Marschall Tolbuchin, konnte aus dem Raum Bukarest über die Donau übersetzen und gemeinsam mit den bulgarischen Verbänden in Mazedonien eindringen. Mazedonien allerdings war ein lebenswichtiger Korridor der Heeresgruppe E, den es unbedingt galt, für die Rückzugsbewegungen offenzuhalten. Dadurch wurde die gesamte Ostflanke der Heeresgruppe von Saloniki bis nördlich der Donau auf das heftigste bedrängt.  Da sich die Ereignisse überstürzten und es zu dem Zeitpunkt keine reguläre, stabile und durchgehende Frontlinie existierte, war es notwendig aus den verschiedensten Wehrmachtsteilen im Heeresgruppenbereich Einheiten zusammenzustellen, um wenigstens im Ansatz eine HKL bilden und einen Rückzug antreten zu können. Dazu wurden in erster Linie die in Griechenland liegenden Truppen ausgekämmt und abgezogen – die Räumung Griechenlands hatte damit begonnen.

Großes Glück im Unglück war der Umstand, dass die Rote Armee mit ihren Hauptkräften auf Belgrad und Ungarn gerichtet vorstieß, gegen Serbien und Mazedonien wurden auf sowjetischer Seite die Bulgaren und die verbündete Tito-Armee eingesetzt. Den in Griechenland stehenden deutschen Verbände war bewusst, dass mit der Bedrohung von Serbien und Mazedonien jederzeit der einzige Rückzugsweg von Saloniki über Skoplje, Kraljevo nach Belgrad hätte abgeschnitten werden können. Dann wäre es zur Einkesselung und vermutlich totalen Zerschlagung aller Kräfte gekommen.

Karl Hnilicka hält in seinem Buch “Das Ende auf dem Balkan 1944/45” auf Seite 86 fest:

3. Die Räumung Griechenlands und die schweren Abwehrkämpfe in Mazedonien

und Südserbien vom 3.10. 44 bis 1.12.1944

Die am 3. 10. 44 befohlene „große Absetzbewegung” vollzog sich mit der Präzision eines Uhrwerkes, obwohl die Masse der Soldaten keinen festgefügten Verbänden, sondern einzelnen Festungsbataillonen, Luftwaffen- und Marine-Truppenteilen angehörte. Das nie für möglich gehaltene geschah: Die Besatzung einer Riesenfestung, scheinbar zur Unbeweglichkeit verurteilt, setzte sich mit fast allen ihren Waffen in Marsch und zog als wandernder Kessel, auf einer einzigen Straße, über hohe Pässe in beschleunigtem Tempo 1500 km nach Norden. Sie schafften bis zu 25 km im Tagesdurchschnitt. Die Eisenbahn leistete Hervorragendes. In überschlagendem Verfahren brachte sie nach wohldurchdachtem Plan die jeweils letzten Marschverbände in den Raum Saloniki. Die Nachhuten wehrten den nachdrängenden Gegner erfolgreich ab. Pioniere und Eisenbahnpioniere zerstörten die Kunstbauten und zahlreiche militärisch wichtige Objekte, soweit sie noch nicht durch angloamerikanische Flugangriffe zerstört worden waren. Die besonders in der zweiten Oktoberhälfte aufgrund einer Wetterverbesserung scharf auflebende englische Jabo-Tätigkeit erforderte straffe Marschdisziplin und immerwährende Aushilfen zur Beseitigung der eingetretenen Zerstörungen und zum Ausgleich der Verluste. Die Vorausstaffelung der westlich des Pindos-Gebirges zurückgehenden Kräfte blieb erhalten. Sie ermöglichte ein vollständiges Herausziehen der 104. Jäger-Division über Bitolj nach Veles. Während demnach Valona bereits am 12. 10. 44 aufgegeben werden konnte, wurde Saloniki erst am 30. 10. 44 geräumt. Ohne nennenswerten Feinddruck überschreiten die Nachhuten in der Nacht vom 1./2. 11.44 die griechisch-mazedonische Grenze. In Albanien war bereits eine neue Front in der Linie Durazzo—Elbasan aufgebaut…

Zum Zeitpunkt des Rückmarsches verfügte die Heeresgruppe E über rund 350.000 Soldaten und etwa 10.000 Fahrzeuge, unter dem Kommando des Admirals der Ägäis befanden sich rund 33.000 Angehörige der Kriegsmarine in Griechenland. Mein Großvater war nur einer von ihnen.

Rückzugsweg meines Großvaters aus Saloniki im Herbst 1944. Am 4. Januar 1945 hatte er die Kroatischen Stadt Brod erreicht, zu diesem Zeitpunkt war er bereits der 41. Festungsdivision unterstellt. Karte aus dem Buch

Rückzugsweg meines Großvaters aus Saloniki im Herbst 1944. Am 4. Januar 1945 hatte er die Kroatischen Stadt Brod erreicht, zu diesem Zeitpunkt war er bereits der 41. Festungsdivision unterstellt. Karte aus (1)

Wir wissen nicht viel aus den Kriegserzählungen meines Großvaters, bekannt ist jedoch, dass er das Leben als Marinesoldat wegen der Schiffe und der großen Freiheit auf hoher See geliebt hat, von dieser Zeit hat er gerne gesprochen. Jedoch über die Zeit nach dem Zusammenbruch der Heere im Osten hat er nie viel erzählt, zu schrecklich müssen die Erlebnisse gewesen sein, denn nachdem die Marine ihre Schiffe im Hafen von Saloniki versenken musste, war er genau wie seine Kameraden der Infanterie gezwungen, den langen Weg nach Hause über Land anzutreten. Den Umständen nach dürfte die Einheit meine Großvaters zu den letzten Truppenteilen gehört haben, die Saloniki verlassen haben. Später wurde er der 41. Festungsdivision unterstellt. Obwohl die Soldaten der Marine für den Seekrieg ausgebildet waren, wurden sie nun auf dem Balkan als reguläre Infanterie eingesetzt. Dort tobten heftige Kämpfe, die viele von den unerfahrenen Marinesoldaten nicht überlebt haben. Immer wieder wurden sie von Parisanenverbänden angegriffen, so dass sie sich Tagsüber teilweise verstecken und nur Nachts marschieren konnten.

Rückmarsch deutscher Soldaten aus Griechenland. Bild aus (1)

Mein Opa überstand glücklicherweise den langen Weg von Griechenland bis nach Norddeutschland, von wo er nach kurzer britischer Gefangenschaft bereits im  Juli 1945 nach Hause zurückkehren durfte. Wieder Zuhause erfuhr er vom Schicksal seines Vaters, der als Volkssturmmann noch in buchstäblich letzter Stunde im Brückenkopf von Remagen gefallen ist.

Rückmarsch deutscher Soldaten aus Griechenland

Rückmarsch deutscher Soldaten aus Griechenland. Bild aus (1)

Auch im Brückenkopf von Remagen wurden wegen dem herrschendem Kräftemangel Marinesoldaten in großer Anzahl eingesetzt. Als Beispiel hierfür sollte die Kampfgruppe Dänemark erwähnt werden., dass in ihren Reihen ein nahezu komplettes Marineausbildungsbataillon aus Dänemark mit in den Brückenkopf brachte. In den Kriegstagebüchern der 1. US Infanteriedivision wurde immer wieder erwähnt, wie die deutschen Divisionen im Remagener Brückenkopf durch Marine-Personal aufgefüllt wurden.

Hat Jemand von Euch auch schon einmal etwas über Angehörige der Marine gehört, die hier bei uns gekämpft haben? Vielleicht hat auch der eine oder andere Sondengänger bereits schon einmal etwas gefunden, was auf die Anwesenheit der Kriegsmarine zurückzuführen ist?

Zu meinem Geburtstag wurden mir ein Paar schöne Knöpfe der Kriegmarine geschenkt.

Zu meinem Geburtstag wurden mir ein Paar schöne Knöpfe der Kriegmarine geschenkt.

Quellenangabe:

(1) Endkampf auf dem Balkan, Erich Schmidt-Richberg, Heidelberg 1955

(2) Das Ende auf dem Balkan 1944/45, Karl Hnilicka, Göttingen 1970

(3) Kriegstagebuch der Heeresgruppe E, Herbst 1944, Nationalarchiv Washington, USA

Krieg an der Murmansk-Front

Wappen der  2. Gebirgsdivision Quelle: Wikipedia

Wappen der
2. Gebirgsdivision
Quelle: Wikipedia

Der Zweite Weltkrieg wütete auf dem Balkan und in Nordafrika war das deutsche Afrika-Korps gelandet, um den italienischen Bündnispartnern zur Hilfe zu eilen, wodurch die unsichere europäische Südfront vor den Briten abgeschirmt werden sollte. In Russland befand sich der Feldzug gerade erst noch in seinem Anfangsstadium. Erste große Anfangserfolge waren durch den massierten Kräfteeinsatz von drei Heeresgruppen herbeigeführt worden. Die Luftwaffe Stalins kam kaum zum Einsatz, war schon am Boden durch die deutsche Luftwaffe zerschlagen worden und mehrere große Kesselschlachten, in denen ganze sowjetische Armeen eingeschlossen worden waren, führten zu einer teilweise zusammenbrechenden Frontlinie im Osten. Hunderttausende Rotarmisten gerieten in deutsche Gefangenschaft. Im Spätsommer war das Baltikum durch die Wehrmacht erobert, große Teile der Ukraine besetzt und erste Wehrmachtseinheiten bereits nach Weißrussland vorgedrungen. Auch aus Norwegen waren Angriffe gegen die Sowjetunion vorgetragen worden, mit dem Ziel Murmansk zu erobern und dadurch die Eisenbahnverbindung der Murman-Bahn zu unterbrechen. Die Murman-Bahn besaß eine große strategische Bedeutung, da über sie der alliierte Nachschub der Nordmeergeleitzüge an die Ostfront gelangte. Gebirgsjäger unter dem Kommando des Generals der Gebirgstruppen Eduard Dietl sollten in Blitzkrieg-Manier Murmansk erobern und die feindlichen Nachschubwege unterbrechen. Hilfslieferungen über die Nordmeere seitens der Alliierten wären dann ebenfalls nicht mehr möglich gewesen. Am 22. Juli 1941 sagte Dietl: „In drei Tagen sind wir in Murmansk!“ An diesen Kämpfen nahm Paul Schäfer teil. Tatsächlich haben in Murmansk die Deutschen nie einen Fuß reingesetzt, es sei denn als Gefangene. Paul Schäfer hatte nicht das Glück, denn er ist gefallen. Sein Schicksal ist stellvertretend für das seiner Kameraden, die zum Beispiel aus Herdorf, Niederschelden, Altenkirchen, Siegen oder Koblenz stammten. Sie alle starben während Kämpfe entlang der Murmansk-Front zwischen 1941 und 1944.

Oberjäger Paul Schäfer starb am 21. August 1941 während der Kämpfe um Höhe 274.

Oberjäger Paul Schäfer starb am 21. August 1941 während der Kämpfe um Höhe 274.

Paul Schäfer war Jahrgang 1919, er wurde in Magdeburg geboren. Seine Leidenschaften galt schon früh den Bergen und der Natur. 1938 leistete er den Arbeitsdienst ab und trat noch vor Kriegsbeginn in das Heer ein. Dies dürfte auch die Zeit gewesen sein, zu der er in Betzdorf sesshaft wurde. Seiner Leidenschaft folgend, meldete Schäfer sich zu den Gebirgsjägern nach Sonthofen, wurde aber dann nach Innsbruck in Österreich versetzt, wo sich das Gebirgsjäger-Regiment 136 der 2. Gebirgs-Division befand.

Mit Ausbruch des Zweiten Weltkrieges nahm Schäfers Division am Einmarsch in Polen teil. Von Käsmark in der Slowakei führte der Vorstoß auf Przemysl-Lemberg, bei Joblonic wurde am 10. September 1939 der San erreicht. 9 Tage später schloss die Division östlich Lembergs die Umklammerung und kesselte damit die polnischen Verteidiger ein. Polnische Truppen, die versuchten sich nach Rumänien abzusetzen, wurden zwischen Lemberg und Rawa Ruska gestellt und aufgerieben. Nach der Lubliner Niederlage am 23. September brach der Widerstand zusammen und am 6. Oktober 1939 kapitulierte Polen.

Die 2. Gebirgsdivision wurde nach St. Goar verlegt und im März 1940 dem Gebirgskorps Norwegen unterstellt. Ab dem 6. Mai 1940 landete die Division im Raum Trondheim an und eroberte die Bergfestung Hegra. Danach wurde der Vorstoß auf Narvik vorangetrieben, wo Verbände der 3. Gebirgsdivision in schwere Bedrängnis geraten waren. Der Hafen von Narvik konnte am 9. Mai 1940 erobert werden. Die Schlacht um Narvik dauerte bis zum 8. Juni an. Schäfers Truppe besetzte darauf Nordland-Fylkes, Grong bis Soerfolda-Fjord. Etwa zu diesem Zeitpunkt wurde Paul Schäfer zum Gefreiten befördert und übernahm stellvertretend eine Gruppe in der 3. Kompanie. Bis zum Beginn des Russland-Feldzuges lag die 2. Gebirgsdivision als Besatzungsmacht in Norwegen und konnte dort mehr oder weniger ein friedliches Dasein führen. Für den Gefreiten Schäfer und seine Kameraden brach der Krieg erst mit dem 22. Juni 1941 und dem Angriff gegen Russland wieder los.

70 Kilometer vor Murmansk ist Ende. Die Gebirgsjäger kommen keinen Schritt weiter. Bild: Bundesarchiv_Bild_101I-103-0947-03, "Norwegen, Lappland, Finnland.- Wegweiser im Schnee ("Heimat 2800 km, Murmansk 70 km"); PK 680"

70 Kilometer vor Murmansk ist Ende. Die Gebirgsjäger kommen keinen Schritt weiter.
Bild: Bundesarchiv_Bild_101I-103-0947-03,
“Norwegen, Lappland, Finnland.- Wegweiser im Schnee (“Heimat 2800 km, Murmansk 70 km”); PK 680″

Ohne Kampfhandlungen konnte bis zum 29. Juni die russische Grenze erreicht werden, wo sich Verbände der Roten Armee seit dem 25. Juni 1941 zur Verteidigung eingruben. Das Gebirgskorps Norwegen hielt am 25. Juni 1941 fest:

„Russen bauen Schützengräben entlang der Linie vom finnischen Meerbusen bis Kuhmo aus. Infanterie besetzt die erste Linie und Maschinengewehr und Artillerie werden in Stellung gebracht. Wege wurden teilweise zerstört und die Evakuierung fortgesetzt.

Gegenüber befinden sich die Kräfte von etwa 2 Division sowie einem Grenzwach-Regiments. Darüber hinaus finden sich größere Truppenlager, zum Teil befestigt, im Raum Murmansk-Titowka, wobei die Verteidigung einen Schwerpunkt nördlich und westlich des Titowka-Sees bildet.“

Der Kampfraum südlich des Flaschenhales zur Fischer-Halbinsel.

Der Kampfraum südlich des Flaschenhales zur Fischer-Halbinsel.

In dieser Lage überschritten die Regimenter der 2. Gebirgsdivision bei Mitternachtssonne auf schneebedeckter Tundra die russisch-finnische Grenze und konnten die russischen Linien ostwärts des Titowka-Flusses durchstoßen und mehrere Bunker ausheben. Hierdurch wurde der Weg ins Titowka-Tal frei, wo gegen Mittag ein umfangreiches Depot und am frühen Abend eine Brücke über den Titowka unversehrt in die Hände fielen. Die Beute war groß, neben Verpflegung wurden Waffen, Munition und sogar ein Kanonenboot erbeutet. Bereits am Abend stand die Division auf dem Mustatunturi, von wo aus die Fischer-Halbinsel abgeriegelt wurde. Angesichts dieser Lage begann die 14. sowj. Schützendivision damit, unter Zurücklassung von Nachhuten, das Kampffeld zu räumen.

Während der nächsten Tage wurde der Vormarsch durch schwierigstes Gelände unter nur sehr geringen Verlusten fortgesetzt. Bis zum 2. Juli konnte der Einbruch in die Titowka-Linie gesichert und der feindliche Widerstand gebrochen werden, wodurch der Druck auf die Meeresenge zur Fischer-Halbinsel erhöht wurde, so dass die russischen Verteidiger anschließend auch von diesem Abschnitt weggedrängt werden konnten. Um nicht weitere Soldaten und Material zu verlieren, befahl die Rote Armee ein Zurückgehen sämtlicher Einheiten an die Liza, die beginnend ab dem 3. Juli 1941 zäh und geschickt verteidigt wurde. Vor dieser neu gebildeten Frontlinie kam der Vormarsch des gesamten Gebirgskorps zum Stillstand, worauf sich die Gebirgsjäger eingraben mussten und die Verluste plötzlich in die Höhe schnellten. Bereits ab dem 5. und 6. Juli machte sich das Nachführen des Nachschubes und ausbleiben von Verstärkungen deutlich bemerkbar, während auf sowjetischer Seite die Kräfte ungehindert massiert werden konnten. Trotzdem waren Teile des 136. Gebirgsjäger-Regimentes bei Kuosmaivi dazu in der Lage, die Liza zu überschreiten, wo sie einen Brückenkopf bildeten. Damit hatte das Gebirgskorps den ersten Brückenkopf auf dem Ostufer der Liza gebildet. Den galt es nun zu sichern und zu halten. Dazu wurde der Rest des Regimentes 136, dem Paul Schäfer angehörte, entlang der Nord- und Ostflanke eingesetzt, um den Brückenkopf dort abzuriegeln. Dieser Brückenkopf wurde fortan zum Schicksalsort für viele Gebirgsjäger, da sich dort besonders heftige hin und her wiegende Kämpfe abspielten, in deren Verlauf die Rote Armee auch noch ab dem 8. Juli 1941 Panzer einsetzen konnten.

Am 10. Juli 1941 kam es dann mehrfach zu ernsthaften Gegenangriffen der 14. sowjetischen Schützendivision, die hierbei durch Panzer und Artillerie unterstützt wurde. Trotz hoher Verluste konnte die Lage bis zum Abend des 12. Juli wiederhergestellt werden. Am 14. Juli wurde durch das Gebirgskorps ein Großangriff über die Liza befohlen, der jedoch gleich im konzentrierten Feindfeuer zusammenbrach und festgenagelt wurde. Die 2. Gebirgsdivision hatte während dieses Angriffes mit 478 Gefallenen und 1613 Verwundeten die schwersten Verluste im gesamten Korps erlitten. Diese Verluste machten auch nicht vor dem Offiziers- und Unteroffizierskorps halt, womit Schäfers Beförderung zum Oberjäger (Unteroffizier) erfolgte und er seine eigene Gruppe in der 9. Kompanie zugeteilt bekam. Da sich von nun an sämtliche Angriffe, gleichermaßen die der Russen sowie die der Deutschen, festrannten, wurde aus dem Angriffsunternehmen ein Stellungskrieg, der unter dem Namen Murmansker Eismeerfront zu einer traurigen Berühmtheit gelangte. Das Gelände bot für den Verteidiger beste Möglichkeiten, die auch geschickt ausgenutzt wurden. Ab Monatsmitte verstärkte die Rote Armee ihre Angriffe, baute die Stellungen weiter aus und konnte die deutsche Luftwaffe teilweise gänzlich lahmlegen. Ein verstärktes sowjetisches Bataillon, das von Nordosten aus in der Liza-Bucht anlandeten und Fuß fassen konnten, bedrängte die 2. Gebirgsdivision seit der Nacht vom 15. zum 16. Juli 1941.

Sommer 1941 - Rotarmisten stürmen im Raum Murmansk unter Einsatz von Handgranten eine deutsche Stellung. Fotoquelle leider unbekannt.

Sommer 1941 – Rotarmisten stürmen im Raum Murmansk unter Einsatz von Handgranten eine deutsche Stellung.
Fotoquelle leider unbekannt.

Da die 2. Gebirgsdivision am 17. Juli die Höhen südlich Sapad-Liza erobern konnte, trat für den restlichen Tag ein wenig Entlastung ein, die aber bereits am folgenden Tag durch schwerste Kämpfe um die Liza-Brücken beendet wurde. Da die deutschen Bemühungen unter hohen Verlusten abgewehrt wurden, musste der weitere Angriff eingestellt und zur Abwehr übergegangen werden. Von nun an war kein vorwärtskommen mehr möglich und die Front hatte sich festgelaufen, die Gebirgsjäger konnten ihre Stellungen zwar Tagelang behaupten, waren jedoch nicht dazu in der Lage, auch nur einen kleinen Vorteil zu erzielen. Die nächsten Tage wechselten sich ab durch gegenseitige Patrouillen und Feuerüberfälle der Artillerie, welcher die eigene Artillerie kaum antworten konnte, da die nur noch knapp vorhandene Munition für die Abwehr aufgespart werden musste.

Ende Juli landeten wieder feindliche Kräfte am Nordufer der Liza an und bedrängte hier erneut den Brückenkopf. Gegen diese feindlichen Kräfte wurde durch die 2. Gebirgsdivision eine Kampfgruppe angesetzt, die durch den Kommandeur des Gebirgsjäger-Regimentes Oberst Hofmeister persönlich angeführt wurde. Während zwei Tage andauernden Kämpfen konnte die Lage an der Nordfront der Division bereinigt werden, wodurch erst ein neuer Gegenangriff überhaupt noch einmal ermöglicht wurde.

Während der Nacht zum 2. August versuchte das Gebirgskorps erneut, das Blatt zu wenden und begann einen Angriff, der endlich Entastung bringen und die festgerannte Front lösen sollte. Die sich entwickelnden Gefechte wurden jedoch zu einem blutigen Fiasko. Wer nicht gefallen oder verwundet war, zog sich während der Nächte oder im Morgengrauen der nächsten Tagen wieder bis in die Ausgangsstellungen zurück. Jeder Handbreit Boden, der unter höchsten Verlusten gewonnen worden war, musste wieder aufgegeben werden. Am 3. August nahmen drei russische Kriegsschiffe aus der Liza-Bucht den Feuerkampf auf und zwangen die Gebirgsjäger teilweise in Deckung. Im Verlauf des 5. August konnte das Gebirgsjäger-Regiment 136 noch einmal einen großen Vorteil erzielen und eine beherrschende Höhe erobern, die fortan immer wieder mit Artilleriefeuer belegt wurde. Bis einschließlich den 13. August 1941 kehrte ein gewisse Ruhe ein, die nur durch Patrouillen der 14. sowjetischen Schützendivision gestört wurde.

Bild: Bundearchiv, Bild 101I-103-0943-13 "Norwegen, Lappland, Finnland.- drei Soldaten (Gebirgsjäger?) mit Wintertarnanzügen mit Maschinenpistole in Deckung liegend; PK 680"

Bild: Bundearchiv, Bild 101I-103-0943-13
“Norwegen, Lappland, Finnland.- drei Soldaten (Gebirgsjäger?) mit Wintertarnanzügen mit Maschinenpistole in Deckung liegend; PK 680”

Am Abend des 13. August eingebrachte gefangene Soldaten berichteten, dass um Mitternacht ein Großangriff der Roten Armee gegen die Liza-Bucht anlaufen sollte, worauf Alarm ausgelöst und die schwachen Verbände in Alarmbereitschaft versetzt wurden. Der Angriff lies nicht lange auf sich warten und kündigte sich durch einen gewaltigen Artilleriefeuerschlag an. Das Feuer dauerte eine Stunde lang und daraufhin traten die Rotarmisten schließlich zum Angriff an. Insbesondere wurde der nördliche Taleinschnitt am Liza-Fluss zu einem Brennpunkt, der die Soldaten des Gebirgsjäger-Regiment 136 vollends festnagelte und aufrieb. Trotzdem konnte die erste Angriffswelle bis um 4 Uhr abgewehrt werden. Ein während der frühen Morgenstunden erneut vorgetragener Angriff brachte die russischen Soldaten auf eine Höhe, die bislang von der 8. Kompanie des Geb.Jäg.Regt. 136 gehalten wurde. Diese Höhe, der „Stützpunkt Wolf“, bot Einblick in die deutschen Stellungen ringsherum. Zusätzlich war durch diesen Vorstoß eine ganze Batterie des Artillerieregiments, gelegen in einer Senke hinter der Höhe, von der eigenen Truppe abgeschnitten und aufs ärgste bedroht, dies war allerdings den Sowjetsoldaten unbemerkt geblieben, da sie keinerlei Anstrengungen unternahmen, diese Geschütze zu erobern. Ein sofort eingeleiteter Gegenangriff durch Teile des Gebirgsjäger-Regiments 139 und 136 rannte sich zunächst am Steilhang fest, konnte jedoch unter Artillerieunterstützung bis auf die Höhe vorgetragen werden, wo der Kampf dann bis um die Mittagszeit weiter ausgetragen wurde. Hierdurch kamen die Artilleriegeschütze ohne Verluste noch einmal frei. Diese vergangenen Kämpfe hatten auf beiden Seiten schwerste Verluste gefordert und die Truppe war abgekämpft und übermüdet.

Während der Monate Juli und August hatte die 2. Gebirgsdivision unter allen an der Ostfront eingesetzten Divisionen die höchsten Verlustzahlen zu verzeichnen. Allein bis zum 12. August waren 3079 Mann ausgefallen, darunter waren 89 Offiziere. Die Verluste bezifferten sich auf 761 Gefallene, 151 Vermisste und 2257 Verwundete, wodurch mehr als ein Drittel der Gefechtsstärke der Division ausgefallen war. Zwei Tage später, vom 14. August an, begonnen die Großangriffe gegen die ausgebluteten Gebirgsjäger. Um die Verluste wenigstens zum Teil zu begrenzen, beschloss das Gebirgskorps am 18. August 1941, die 2. Gebirgsdivision in den Raum Bobrinez-Nowo, einige Kilometer westlich, zu verlegen, wodurch eine geringe Frontverkürzung zustande kommen sollte. Am 21. August konnte die Rote Armee während einen Angriffes im Bereich der „Russenstraße“ einen Einbruch in die Liza-Front erzielen. Die Gegenmaßnahmen des Gebirgsjäger-Regimentes 136 blieben in strömenden Regen liegen. Gefallene blieben auf dem Schlachtfeld liegen, darunter befand sich auch der Oberjäger Paul Schäfer. Die Stellungen entlang der Liza-Front hielten noch bis 1944, das Sterben ging weiter.

Parkkina-Petsamo, Soldatenfriedhof der 2. und der 3. Gebirgsdivision.

Parkkina-Petsamo, Soldatenfriedhof der 2. und der 3. Gebirgsdivision.

 

Unter den Tausenden Opfern der Murmansk-Front starben:

2. Januar 1941 starb der Unteroffizier Heinrich Malm aus Höhr-Grenzhausen auf dem Heeresverbandsplatz an der Liza-Bucht.

24. Januar 1941 starb der Gefreite Josef Haidacher aus Oberzielenbach im Bereich der Liza-Bucht.

10. April 1941 starb der Gefreite Alfred Jung aus Herdorf im Kattegat.

15. Juli 1941 starb der Leutnant der Reserve Otto Böhle aus Nümbrecht 3 Kilometer südlich des Liza-Überganges.

31. Juli 1941 starb der Obergefreite Johann Leitold aus Koblenz im Feldlazarett 67 bei Parkkina.

1. August 1941 starb der Gefreite Maximilian Enzinger aus Koblenz ostwärts der Liza.

21. August 1941 starb der Oberjäger Paul Schäfer aus Magdeburg, wohnhaft in Betzdorf, während des Sturms auf die Höhe 274.

8. September 1941 starb der Unterscharführer Heinz Petzold aus Sieglar in der Nähe der Liza-Bucht.

8. September 1941 starb der Oberleutnant Gottfried Becker aus Nümbrecht bei dem Kampf um die Brandl-Höhe.

Am 10. September 1941 starb der Obergefreite Friedrich Gruber aus Koblenz bei Bolitzsch-Liza.

Am 14. September 1941 starb der Gefreite Karl Braun aus Rudersdorf während eines sowjetischen Gegenangriffes auf den Stützpunkt Kleeblatt, 2 Kilometer

südwestlich der Höhe 160, ostwärts der Liza.

Am 8. Oktober 1941 starb der Schütze August Brado aus Weidenau südlich der Fischer-Halbinsel bei Mustatunturi.

Am 29. Dezember 1941 starb der Gefreite Karl Kleemann aus Rodenbach in der Nähe der Fischer-Halbinsel.

Am 29. April 1942 starb der Unteroffizier Wilhelm Christmann aus Koblenz bei der Obersteinerhöhe.

Am 6. Mai 1942 starb der Kraftfahrer Julius-Werner Hahn aus Altenkirchen bei Kilometer 14-15 an der Russenstraße.

Am 24. Juli 1942 starb der Schütze Franz Werner aus Rüscheid/Neuwied bei Mustatunturi.

Am 27. September 1942 starb der Obergefreite Josef Schäfer aus Koblenz-Wallersheim in der Nähe von Nautsi.

Am 27. November 1942 starb der Obergefreite Karl Acker aus Honnef bei Liinahamari.

Am 21. Januar 1943 starb der Jäger Herman-Josef Mombauer aus Sieglar in Swanwik.

Am 23. April 1943 starb der Unteroffizier Richard Daum aus Nieder-Erbach bei dem Kampf um den Andreasberg.

Am 29. April 1943 starb der Gefreite Ewald Sohnius aus Lautzert am Fischerberg bei der Fischer-Halbinsel.

Am 23. Mai 1943 starb der Gefreite Gerhard Winkhaus aus Engers auf dem Heeresverbandsplatz Nord an der Fischer-Halbinsel.

Am 25. Mai 1943 starb der Obergefreite Alois Knapp aus Neunkirchen bei der Ludwigshöhe an der Fischer-Halbinsel.

Am 8. Mai 1943 starb der Hauptmann Hans Rheinhold Pütz aus Siegburg, er war Pilot einer Ju 88 und starb 8 Kilometer ostwärts von Kilometerstein 37 an der Russenstraße.

Am 6. September 1943 starb der Gefreite Max Braach aus Siegen während der Kämpfe um die Edelweiß-Kuppe.

Am 9. November 1943 starb der Obergefreite Paul Betzing aus Koblenz auf dem Heeresverbandsplatz Nord auf der Fischer-Halbinsel.

Am 19. August 1943 starb der Gefreite Paul Wilde aus Oberlahnstein währen des Kampfes um den Andreasberg.

Am 21. September 1943 starb der Obergefreite Karl Walter aus Koblenz im Bereich der Meeresenge zur Fischer-Halbinsel.

Am 18. März 1944 starb der Feldwebel Willi Langenbach aus Oberwinter in der Nähe des Riesensee/Liza vor dem Stützpunkt Adlerkopf.

Am 22. Juli 1944 starb der Gefreite Herbert Becker aus Siegen-Weidenau bei der Kärntnerhöhe.

Am 1. August 1944 starb der Gefreite Karl Heinrich Schürg aus Siegen auf dem Stützpunkt Adlerkopf.

Am 8. August 1944 starb der Obergefreite Fritz Schibber aus Koblenz auf Stützpunkt 1L. am Hals der Fischer-Halbinsel.

Am 12. Oktober 1944 starb der Obergefreite Pius Waldkircher aus Koblenz während der Kämpfe im Bereich ostwärts Parkkina-Petschenga.

Am 14. Oktober 1944 starb der Obergefreite Theodor Hoffmann aus Irmgarteichen im Brückenkopf Parkkina.

Am 14. Oktober 1944 starb der Obergefreite Martin Jung aus Niederschelden während des Kampfes um den Brückenkopf Parkkina.

Am 15. Oktober 1944 starb der Soldat Paul Schneider aus Salchendorf auf dem Heeresverbandsplatz in Salmijärvi.

Am 17. Oktober 1944 starb der Unteroffizier Albert Röck aus Lahr im Bereich der Eismeer-Straße.

 

 

Quellen:

  • Erinnerungsblätter der 2. Gebirgsdivision, verfasst vom XIX.(geb.)AK
  • Schicksal und Weg der 2. Gebirgsdivision, von Kräutler u. Springenschmid,
  • Kriegstagebuch des Oberkommandos der Wehrmacht, 1941
  • Krieg und Gefangenschaft, Hans Roschmann, Erinnerungen des Adjutanten in der 2. Gebirgsdivision
  • Die geheimen Tagesberichte der deutschen Wehrmachtsführung, 1941

Weitere Links:

 

 

Mit dem AR 179 in Frankreich

Kriegsweg des Johann-Josef Stentenbach aus Wissen

 

Johann-Josef Stentenbach als Rekrut in Niederlahnstein

Johann-Josef Stentenbach als Rekrut in Niederlahnstein

 

Teil 1 – Frankreichfeldzug – Mit dem Artillerieregiment 179 durch Frankreich

Der 1914 in Wissen/Sieg geborene Johann Josef Stentenbach war als Funker von Kriegsbeginn an dabei. Er gehörte der Nachrichtenstaffel des Artillerieregimentes 179 an und war der 79. Infanteriedivision unterstellt. Die 79. ID war am 26. August 1939 im Wehrkreis XII aufgestellt worden. Zu den Aufgaben einer Nachrichtenstaffel gehörte es, stets die Verbindung mit der in der Front eingesetzten Einheit aufrecht zu erhalten und jederzeit Meldungen zur Lage unmittelbar an vorgesetzte Einheiten durchzugeben.

Abnahme des Fahneneides

Vor der feierlichen Abnahme des Fahneneides schreitet der Spieß noch einmal die Reihen ab. Ganz links im Bild: Josef Stentenbach.

Häufig waren die Funker und Nachrichtenleute gemeinsam mit den vorgeschobenen Beobachtern weit vor der eigentlichen Frontlinie eingesetzt, beobachteten und studierten die Feindlage. Hiervon hingen oft Erfolg oder Misserfolg von Kampfaufträgen und Operationen ab. Johann Stentenbachs Nachrichtenstaffel gehört der III. Abteilung des Artillerieregimentes 179 an und war in Niederlahnstein stationiert, wo er auch die Ausbildung zum Funker erhielt. Mit Kriegsbeginn wurde die Division der 1. Armee unterstellt und in den Raum zwischen Merzig und St. Ingbert verlegt, wo bis Beginn des Westfeldzuges die Verbandsausbildung vorangetrieben wurde.

Vor dem Frankreichfeldzug in Niederlahnstein

Vor dem Frankreichfeldzug in Niederlahnstein

Mit dem 10. Mai 1940 und dem Angriff auf Frankreich begann auch für die Soldaten der 79. Infanteriedivision der Kriegsalltag. Während zunächst die Front daraus bestand, bereits erkannte französische Festungswerke mit Artillerie zu beschießen, wurden nach kurzer Zeit immer häufiger Patrouillen ausgeschickt, um zwischen den Festungsbauten nach Schwachpunkten zu suchen.

Am 12. Juni 1940 wurde der Angriff gegen die Bunkerlinie befohlen, worauf der Ansturm gegen die Maginot-Linie im Bereich von Saarbrücken begann. Nachdem die Bunkerlinie nach verlustreichen Kämpfen zwischen Merlebach und Puttelange durchbrochen war, erhielt die Division den Befehl, über Morhange in Richtung nach Nancy durchzustoßen. Am 15. Juni wurde nach schweren Angriffen die Linie Chateau-Salins erreicht und es wurde deutlich, dass feindliche Verstärkungen herangekommen waren, diese sich aber unter dem schweren deutschem Druck nach Süden zurückzogen.

Gegenüber der Maginot-Linie werden durch das Artillerieregiment 179 Schützengräben angelegt.

Gegenüber der Maginot-Linie legt das Artillerieregiment 179 Schützengräben an.

In der Nacht vom 15. zum 16. Juni drang die deutsche Infanterie über die Seile-Brücke und konnte einen kleinen Brückenkopf gleich vor dem Dorf Moyenvic bilden. Damit war der erste Brückenkopf auf dem Ufer jenseits der Seile gebildet. Sofort nachgezogene Einheiten drangen bis zum Ortsrand vor, wo es bis zum 17. Juni noch zu besonders schweren Gefechten kommen sollte, da sich dort ein Bataillon des französischen Infanterieregimentes 348 eingegraben hatte und verbissenen Widerstand leistete. Da die ersten Angriffswellen in dem schweren Abwehrfeuer der Franzosen liegen blieben, zog sich die deutsche Infanterie bis an die Seile-Brücke zurück, wo sie ihren Brückenkopf festigten. Obwohl Moyenvic nun mit mehr als 500 Artilleriegranaten belegt wurde und zusätzlich von der Luftwaffe mit mehreren Brandbomben angegriffen worden war, blieben die Angreifer vor dem Ortsrand im französischen Abwehrfeuer liegen und mussten sich erneut bis auf die Ausgangsstellungen zurückziehen. Erst nachdem der Ort am Mittag des 17. Juni an mehreren Stellen in Brand geraten war und die Kirche, deren Glockenturm den Franzosen freie Sicht in die Stellungen der Angreifer bot, zerstört worden war, konnten die Soldaten der 79. Infanteriedivision in den Ort eindringen, die Kämpfe dauerten noch bis etwa 17.00 Uhr an, bis letzter Widerstand niedergekämpft worden war.

Links: Auf dem Vormarsch vorbei an den Hinterlassenschaften der zerschlagenen Französischen Armee. Rechts: Stets überwacht durch den Verbindungsmann zur Artillerie, um gegebenenfalls plötzlich auftretende Feindkräfter im Artilleriefeuer niederzukämpfen.

Links: Auf dem Vormarsch vorbei an den Hinterlassenschaften der zerschlagenen Französischen Armee. Rechts: Stets überwacht durch den Verbindungsmann zur Artillerie, um plötzlich auftretende Feindkräfte im Artilleriefeuer niederzukämpfen.

Nach Fortführung des Angriffes aus dem Raum um Chateau-Salins, Moyenvic und Ley versteifte sich der französische Widerstand abermals und musste im zusammengefassten Feuer des Artillerieregimentes mit Wirkungsfeuer auf Henamenil-Valhey niedergekämpft werden, wo sich die eigene Infanterie festgerannt hatte. Trotz heftiger Gegenwehr und wiederholt vorgetragenen Gegenangriffe konnte die 79. ID den Rhein-Marne-Kanal überschreiten, worauf sich die französische Armee kämpfend bis hinter die Meurthe zurückzog. Die Soldaten der 79. ID hatten erneut den ersten Brückenkopf im Abschnitt ihrer Armee erstellt. Seit dem 21. Juni wurden die französischen Verbände, die sich noch immer an der Maginot-Linie festklammerten, von allen Seiten umzingelt. Nur hier und da kam es noch zu ernstzunehmenden Kampfhandlungen. Die Zahl der eingebrachten Gefangenen stieg innerhalb zweier Tage von rund 80.000 auf mehr als 100.000 Soldaten aus dem Bereich der Maginot-Linie an; damit war ein ganzes Französische Heer in Gefangenschaft geraten. Vielerorts wurden Verhandlungen zur Übergabe der Forts und Festungen geführt, nur einige Kommandeure weigerten sich, ihren Stützpunkt ohne Regierungsbefehl an die Wehrmacht zu übergeben.

Die 10,5cm Feldhaubitze war das Standardgeschütz der Divisionsartillerie im Zweiten Weltkrieg.  Bildquelle: Bundesarchiv Bild 101I-031-2415-16,

Die 10,5cm Feldhaubitze war das Standardgeschütz der Divisionsartillerie im Zweiten Weltkrieg.
Bildquelle: Bundesarchiv Bild 101I-031-2415-16,

Mit Beendigung dieser letzten Plänkeleien um die Maginot-Linie konnte die Division über Lunevil in südliche Richtung nach Bayone und Charmes vorstoßen, wo sie die Mosel überschritt. Etwa zur gleichen Zeit, als die Division nach Norden schwenkte, um zum Angriff gegen Nancy anzusetzen, kapitulierte Frankreich. Daraufhin marschierten die Soldaten erst nach Nancy und anschließend in den Raum Epinal. Mit Beendigung des Westfeldzuges wurde die 79. ID zur Besatzungstruppe und verlegte etwa am 5. August 1940 in den Raum Langres, wo sie eine Polizeidivision ablöste. Im Dezember war der Divisionsstab in Chamont, die Stäbe der Infanterieregimenter befanden sich in Luzy sur Marne und der des Artillerieregimentes 179 war in Verbiesles untergebracht. In dieser Gegend blieb die Division bis Februar 1941, um anschließend auf den Truppenübungsplatz Le Valdahin bei Besancon zu verlegen, wo Vorbereitungen getroffen wurden, um am Balkanfeldzug teilzunehmen. Da sich durch die schnelle Lageentwicklung die Teilnahme am Balkanfeldzug erübrigte, wurde die Division Mitte April 1941 erst auf die Heimatstandorte zurückbeordert, dann am 16. April jedoch nach Klagenfurt-Bleiburg-Wolfsberg zur Versammlung befohlen.

Der Frankreichfeldzug ist beendet, die Soldaten der 79. Infanteriedivision feiern in Verbiesles ihr Weihnachtsfest.

Der Frankreichfeldzug ist beendet, die Soldaten der 79. Infanteriedivision feiern in Verbiesles ihr Weihnachtsfest. 2. v.L.: Josef Stentenbach, mittlerweile zum Gefreiten befördert.

 

Quellen: Kriegstagebücher der 1. Armee, Auszug XXX. Armeekorps während des Frankreichfeldzuges

Die geheimen Tagesberichte der deutschen Wehrmachtsführung

Niederschriften Generalfeldmarschall Wilhelm Ritter von Leeb in Kriegstagebuch der Heeresgruppe C

Alle Bilder auser Bundesarchiv-Bild Alexandra Symalla

 

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Schicksale

Einzelschicksale des Zweiten Weltkrieges – verbunden mit Soldaten aus der Region

In den Jahren 1938/1939 wurden überall im Land 2-monatige Militärübungen und Manöver durchgeführt bei denen alle wehrfähigen Männer an die Waffen herangezogen wurden. Was sich zunächst nur als harmlose Übung angekündigt hatte, wurde schnell zur Vorbereitung auf den sich nun anbahnenden Krieg, der im September 1939 mit dem Überfall auf Polen ausbrach.

So wie alle junge Männer in ganz Deutschland, mussten auch die Männer aus unserer Region in den Krieg ziehen. Die meisten glaubten an ein schnelles Kriegsende und hofften auf eine frühe Heimkehr, doch die Realität sah anders aus. Über fünf Jahre sollte der Krieg dauern, der zur größten Katastrophe des 20. Jahrhunderts werden sollte. Viele hatten das Glück, diesen Krieg unbeschadet zu überleben, andere bezahlten mit ihrer Gesundheit oder mit dem Leben.

Diese Seiten sind nun ein Versuch, anhand von Einzelschicksalen aufzuzeigen, wie der Zweite Weltkrieg bereits seine Fratze zeigte, noch lange bevor er sich mit all seiner Wucht im März 1945, nach der alliierten Rheinüberquerung bei Remagen, seinem Ende hier in der Heimat zu neigte.

Mal wird im Detail, mal nur anhand von Stichworten, das Schicksal eines Soldaten dargestellt. So kann Stück für Stück, Schicksal für Schicksal, eine Art Kriegschronik der Soldaten aus der Region erstellt werden. Angesichts der Umstände, dass häufig Soldaten aus der gleichen Umgebung, oder gar dem gleichen Ort innerhalb der selben Einheit ihren Kriegsdienst versahen, können unter Umständen diese Schicksale als exemplarisches Beispiel stehen.

Dies bedeutet jedoch nicht, dass SÄMTLICHE Männer eines Ortes in den gleichen Einheiten und Schlachten waren, obwohl es Häufig so war. Absolute Gewissheit, wo der Großvater, Vater, Onkel oder Bruder während des Zweiten Weltkrieges seines Dienst versah, ergibt nur die Anfrage bei der Deutschen Dienststelle in Berlin, die WASt. Sollten Sie einen Nachforschungsantrag stellen wollen, so bin ich hierbei und auch bei der späteren Auswertung der Auskunft gerne Behilflich.

Die folgende Serie beginnt mit der Geschichte des Johann Josef Stentenbach aus Wissen, der als Angehöriger der Nachrichtenstaffel des Artillerieregiments 179 am Zweiten Weltkrieg teilnahm. Seine Stationen sind stellvertretend für viele seiner Kameraden, von denen sicherlich auch einige andere aus dem Wisserland, dem oberen Westerwald und der Umgebung, zu Beginn des Zweiten Weltkrieges zu den Waffen gerufen wurden.

Inhaltsverzeichnis

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ÜberschriftNameHerkunftsort des SoldatenJahr des BerichtzeitraumesFeldzug, ÖrtlichkeitenEinheit
Mit dem Artillerieregiment 179 in FrankreichJohann Josef StentenbachWissen1940Frankreichfeldzug179. Artillerieregiment
Krieg an der Murmansk-FrontPaul SchäferBetzdorf1941Finnland/Russland136. Gebirgsjäger-Regiment
In den Kämpfen vor Welikije LukiHugo WernerSiegburg1941Russland216. Infanterieregiment

Derzeit Aktiv: Zwei Datensätze


Da dieses Projekt jedoch dringend auf Ihr Mithilfe angewiesen ist, bitten wir Sie um ihre Unterstützung. Wir suchen für unsere Arbeit “Einzelschicksale des Zweiten Weltkrieges” jederzeit Fotografien, Tagebuchaufzeichnungen, Dokumente, Soldbücher und alles weitere. Anhand der daraus ermittelten Resultate wird dann jedes Schicksal auf diesen Seiten festgehalten.


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Im März 1945 wurde Rimbach zum Gerichtsort

Im März 1945 wurde Rimbach zum Gerichtsort

 

Als die Amerikaner am 7. März 1945 die Ludendorffbrücke in Remagen eroberten, besiegelte sich hierdurch das Schicksal für vier deutsche Offiziere. Das waren die Majore Scheller, Kraft und Strobel, der Hauptmann Bratge und Oberleutnant Peters. Sie alle wurden in Rimbach und Oberirsen durch ein Exekutionskommando standrechtlich erschossen. Zwei der Soldaten nach Urteilsverkündigung in Rimbach, die beiden anderen in Oberirsen.

Die Verhandlungen gegen die Soldaten wurden in Rimbach und in Oberirsen durchgeführt. Leiter war Generalmajor Rudolf Hübner, der das sogenannte „Fliegendem Standgericht West“ als Oberster Richter führte. Hübner hatte hierzu von Hitler persönlich Vollmachten und Freiheiten erhalten, wie es sie in der Kriegsgeschichte noch nie gegeben hatte. Die Beisitzer während der Kriegsgerichtsverhandlungen waren Oberstleutnant Anton Ehrnsperger und Oberstleutnant Paul Penth, alle drei Männer waren überzeugte Nationalsozialisten.

Die Ludendorff-Brücke in Remagen. Hier steht sie noch unbeschädigt.

Die Ludendorff-Brücke in Remagen.
Hier steht sie noch unbeschädigt.

 Am 11. März 1945 kamen sie in Rimbach im Westerwald an, wo sich auch das Hauptquartier der Heeresgruppe B befand. Nach kurzer Besprechung der Kommandeure untereinander wurden Schuldige gesucht, die man nach einigen Hin- und Her auch schnell gefunden hatte. Die beschuldigten Offiziere waren die eingangs erwähnten fünf Offiziere. Für die Verhandlungen der nächsten Tage erhielten sie keine Verteidiger, ihnen standen nur wenige Minuten zur Verfügung, in denen sie sich zur Lage äußern konnten und ihre Unschuld beweisen sollten. Das war natürlich zwecklos. Dadurch, dass die Brücke von Remagen nicht im Explosionsknall untergegangen war, warf man den beschuldigten Offizieren Feigheit vor dem Feind, Dienstpflichtverletzungen und Versagen vor. Die Verhandlungen dauerten lediglich bis zum 14. März 1945, in deren Verlauf wurden die Majore Hans Scheller, August Kraft und Herbert Strobel, Hauptmann Bratge und Oberleutnant Peters zum Tod durch Erschießen verurteilt. Die Urteile gegen vier dieser Soldaten wurden unmittelbar nach der Verkündigung durch Erschießen vollstreckt, das Urteil gegen Bratge konnte nicht vollstreckt werden, da er sich zu jenem Zeitpunkt bereits in alliierter Kriegsgefangenschaft befunden hatte. Lediglich Hauptmann Friesenhahn wurde durch das Fliegende Standgericht West freigesprochen. Heute bestehen keinerlei Zweifel daran, dass die Offiziere der Remagener Brücke unschuldig hingerichtet wurden.

Zeitungsbericht vom 17. März 1945 mit der Verkündung der Hinrichtungen.

Zeitungsbericht vom 17. März 1945 mit der Verkündung der Hinrichtungen.

Hans Scheller. Im März 1945 unschuldig hingerichtet.

Major Hans Scheller.
Im März 1945 unschuldig hingerichtet.

 

August Kraft,  Im März 1945 unschuldig hingerichtet.

Major August Kraft.
Im März 1945 unschuldig hingerichtet.

 

Major Herbert Strobel. Im März 1945 unschuldig hingerichtet.

Major Herbert Strobel.
Im März 1945 unschuldig hingerichtet.

 

Oberleutnant Karl Heinz Peters. Im März 1945 unschuldig hingerichtet.

Oberleutnant Karl Heinz Peters.
Im März 1945 unschuldig hingerichtet.

 

Hauptmann Willi Bratge. Im März 1945 zum Tode verurteilt. Da er sich in Gefangenschaft befunden hatte, konnte das Urteil nicht vollstreckt werden.

Hauptmann Willi Bratge.
Im März 1945 zum Tode verurteilt. Da er sich in Gefangenschaft befunden hatte, konnte das Urteil nicht vollstreckt werden.

Die am 15. Februar 1945 erlassene Verordnung für Standgerichte ermöglichte nun auch ein Aburteilen von Zivilpersonen, die die "deutsche Kampfkraft und Kampfentschlossenheit gefährden würden". Somit befand sich jeder in Lebensgefahr, der deutsche Soldaten zum Schlussmachen überreden wollte.

Die am 15. Februar 1945 erlassene Verordnung für Standgerichte ermöglichte nun auch ein Aburteilen von Zivilpersonen, die die “deutsche Kampfkraft und Kampfentschlossenheit gefährden würden”. Somit befand sich jeder in Lebensgefahr, der deutsche Soldaten zum Schlussmachen überreden wollte.