Kriegsende 1945 – Weitergekämpft bis fünf nach Zwölf…

Das “tausendjährige Reich“ ist im Frühjahr 1945 in einem Meer aus Blut und Tränen untergegangen. Am 8. Mai 1945 werden nach jahrelangem Ringen endlich die Waffen gestreckt und die Generäle unterzeichnen die Urkunden für eine bedingungslose Kapitulation. Hitler ist zu jenem Zeitpunkt bereits tot; durch Suizid hat er sich der Verantwortung entzogen. Weltweit hat der Zweite Weltkrieg mehr als 60 Millionen Menschenleben gefordert. Allein im Bereich des Kreises Altenkirchen haben die Wirren der letzten Kriegswochen im März und April 1945 rund 2000 Menschenleben gekostet. Grund genug, für mich und die Kreisvolkshochschule Altenkirchen, dass wir uns erneut mit den Ereignissen dieser schicksalshaften Zeit auseinandersetzen, denn Geschichte ist kein Fall fürs Museum, sondern sie ist der Schlüssel zur Zukunft! Um zu Mahnen, muss man Erinnern!

Damit die schrecklichen Ereignisse nicht in Vergessenheit geraten, habe ich nun fünf weitere Exkursionen geplant, die an die damaligen Kriegsschauplätze hinführen. Eröffnen werden wir diese Veranstaltungsreihe mit der Geschichte der V-Waffen im Westerwald am 17. August 2019. Vier weitere Exkursionen werden sich mit den Bodenkämpfen im März und April 1945 befassen und mit einem Vortrag darüber, wie man die Kriegsgeschichte der eigenen Vorfahren erforschen kann, werden wir am 2. November 2019 die diesjährigen Veranstaltungen beenden.


 

<span style="color: #000000;">Juni 1944 - Ausbildungstage der Hitlerjugend im Reichsausbildungslager (RAB) Prinz Eugen, heute eher bekannt unter "Truppenübungsplatz Stegskopf. Man achte bitte besonders auf den rechten Schützen. Genaue Aufklärung dazu und wer die beiden im Foto sind und was aus ihnen wurde, werden wir während der Exkursion am 26. Oktober 2018 genau erläutern.</span>

Juni 1944 – Ausbildungstage der Hitlerjugend im Reichsausbildungslager (RAB) Prinz Eugen, heute eher bekannt unter “Truppenübungsplatz Stegskopf. Man achte bitte besonders auf den rechten Schützen. Genaue Aufklärung dazu und wer die beiden im Foto sind und was aus ihnen wurde, werden wir während der Exkursion am 26. Oktober 2018 genau erläutern.


Es wird eine Teilnahmegebühr in Höhe von 5 Euro erhoben

Um zeitnahe Anmeldung zu den Exkursionen wird gebeten.



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1 – Die Geschichte der V-Waffen im Westerwald

Bei Roßbach im Westerwald startete Ende September 1944 erstmalig Hitlers „Wunderwaffe – V2“. Bei einer Reichweite von bis zu 300 Kilometern konnte der Sprengkopf 738 Kilogramm Amatol (auf TNT basierender, durch Ammoniumnitrat gestreckter Sprengstoff) aufnehmen. Das „Aggregat 4“, so die offizielle Bezeichnung, war eine ballistische Langstreckenrakete, die am 20. Juni 1944 die Grenze zum Weltraum durchstieß. Im Oktober des gleichen Jahres wurde sie durch Propagandaminister Goebbels zur „Vergeltungswaffe 2“, kurz „V2“ erklärt.

Die schwere Artillerieabteilung 836 hatte im November 1944 in Hachenburg Quartier bezogen. Bis kurz vor Kriegsende wurden von insgesamt 3170 Abschüssen alleine 432 aus dem Westerwald gestartet. Unter dem Befehl des höheren Artilleriekommando 191 erfolgte ab Februar 1945 der Einsatz gegen Antwerpen. Zur gleichen Zeit lief die Umgliederung der Abteilung zum Artillerieregiment z.b.V. 901 (mot) an.

Die Einheit befand sich bis unmittelbar vor dem amerikanischen Einmarsch im Raum Hachenburg im Einsatz, während man die Begleitkompanien (Panzerjäger und Panzergrenadiere) bereits für den infanteristischen Einsatz vorgesehen hatte. Über deren Geschichte und Einsätze wurde bereits mehrfach berichtet, doch immer noch relativ unbekannt dürfte die Zeit kurz vor der Stunde Null im März 1945 sein.

Während dieser Exkursion möchten wir uns mit der Geschichte der V-Waffen im Allgemeinen befassen und natürlich auch besonders auf die Ereignisse im März 1945 eingehen. Weil ich mich mit der Thematik der V-Waffen nur wenig beschäftigt habe und mein Augenmerk in allen Jahren meiner Recherchen immer dem Bodenkampf galt, wird einen Großteil der Planung für diese Exkursion Herrn Benjamin Hofmann zufallen, wofür ich ihm bereits an dieser Stelle meinen besonderen Dank aussprechen möchte.

Wann: Samstag, 17. August 2019 – 14.00 Uhr
Treffpunkt: B414 zwischen Kirburg und Bad Marienberg, am Abzweig nach Lautzenbrücken

Wegstrecke: ca. 8 bis 9 Kilometer
(durch die Regenfälle der letzten Tage erweitert sich die Wegstrecke dieser Exkursion auf etwa 10 Kilometer)
Dauer: Rechnen  Sie bitte mit wenigstens 4 Stunden.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


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2 – Das Gefecht bei Eichelhardt

Nachdem die 1. US-Armee ihren Ausbruch aus dem Brückenkopf von Remagen in östliche Richtung vollendet und die Front der deutschen 15. Armee durchstoßen hatte, begann deren Infanterie, den Raum südlich der Sieg von noch verbliebenen Wehrmachtseinheiten zu säubern. Die sich zurückziehende, geschlagene deutsche Truppe hatte an verschiedenen Punkten noch Verteidigungsposten eingerichtet, um die Amerikaner bei ihrem Vormarsch zu verlangsamen.

Am 27. März stieße die 1. US-Infanteriedivision bis Eichelhardt vor und befreite die dortigen Zwangsarbeiter, von denen einige dem Hungertod nahe waren. Auf dem anschließenden, weiteren Vorstoß in Richtung Wissen kam es zu einem kurzen, jedoch heftigen Gefecht, in dessen Verlauf ein amerikanischer Jeep und später ein deutsches Sturmgeschütz der “Kampfgruppe Hollander” abgeschossen wurde.

Wann: 31. August 2019 – 14.00 Uhr

Treffpunkt:        Sportplatz in Eichelhardt
Siegener Straße, 57612 Eichelhardt

Wegstrecke: ca. 6,5 Kilometer

Dauer: Etwa 4 Stunden

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


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3 – Befreiung des Zwangsarbeiterlager in Wissen

Ende März 1945 stehen die amerikanischen Verbände überall an der Sieg und bereiten sich darauf vor, den Flusslauf zu überschreiten. Bei Wissen fällt die Wahl auf Schönstein, um von dort in Richtung „Kucksberg“ vorzustoßen, damit ein Brückenkopf auf dem Nordufer der Sieg gebildet werden kann. Auf dem Weg zum Kucksberg stoßen die amerikanischen Verbände auf deutschen Widerstand im Bereich des Zwangsarbeiterlager in der Gemarkung „Bornscheid“.

Der deutsche Kommandeur des Lagers, Hauptmann Kugel, hatte unmittelbar an das Lager angrenzend mehrere Verteidigungsstellungen errichten lassen. Nach dem Gefecht befreiten die Amerikaner eine Anzahl zum Teil durch die Kampfhandlungen verwundete Zwangsarbeiter, die während der Schießerei fast schutzlos eingesperrt in einer der Baracken ausharren mussten.

Erst im Anschluss konnte der Vormarsch in Richtung „Kucksberg“ und über den Sandberg nach Brückhöfe vorgetragen werden. Die Amerikaner bildeten hier einen Brückenkopf, um den sich bis einschließlich den 6. April 1945 heftige Gefechte ereigneten.

Wann: 14. September 2019 – 14.00 Uhr

Treffpunkt:  Wanderparkplatz Ortseingang

B62-Ecke Heubrücke, 57537 Wissen

Wegstrecke: ca. 6,5 Kilometer

Dauer: Etwa 4 Stunden

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


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4 – Amerikanischer Vorstoß in Richtung Herkersdorf

Ende März waren die Amerikaner aus dem Brückenkopf von Remagen ausgebrochen und rückten mit ihrer Infanterie in Richtung Sieg vor. Steineroth war gefallen und Betzdorf lag als Knotenpunkt direkt vor ihnen.

Der Verlauf der Sieg erhielt am 29. März 1945 höchst offiziell im Oberkommando der Wehrmacht in Berlin den Namen „Siegfront“. Diese Frontlinie galt es auf deutscher Seite, zunächst noch südlich des Flusslaufes, zu verteidigen.

Nachdem Alsdorf erobert worden war, stießen sie in den südlichen Ortsteil Betzdorfs, um von dort aus die Sieg zu überqueren. Im Gebiet zwischen Kirchen – Herkersdorf befand sich zu diesem Zeitpunkt noch immer eine schwache Sicherungslinie, die von wenigen deutschen Soldaten verteidigt wurde.

Um diesen stark bewaldeten Bereich von den letzten deutschen Soldaten zu bereinigen, wurde eine verstärkte Infanterieeinheit in Marsch gesetzt, die beiderseits des Imhäusertals gegen Herkersdorf vorgehen sollte. Bereits nach kurzer Zeit kam es zu ersten Kontakten mit versprengten deutschen Soldaten und der schwachen Sicherungslinie, die noch südlich des Flusses hielt.

Bei dieser Exkursion werden wir uns mit den Schießereien zwischen Alsdorf und Grünebach befassen, an die ein heute schon vergessenes Grab für drei Gefallene bis etwa 1948/49 erinnerte.

Wann: 21. September 2019 – 14.00 Uhr

Treffpunkt:        Wanderparkplatz Imhäusertal

Kreisstraße 103, 57518 Alsdorf

Wegstrecke: ca. 7,5 Kilometer

Dauer: Etwa 4 Stunden

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email

kvhs@kreis-ak.de


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5 – Erste Gefechte südlich Betzdorf

Am 25. März 1945 brach die 1. US-Armee aus dem Brückenkopf von Remagen aus, am 26. März wurde Altenkirchen erobert und der Vormarsch weiter in östliche Richtung vorangetrieben. Nachdem Hachenburg gefallen war, war der Durchbruch durch die deutschen Linien vollendet.

Auf deutscher Seite befahl die 5. Panzerarmee am 28. März die Bildung mehrerer Brückenköpfe südlich der Sieg, um zurückflutende Truppen aufnehmen zu können. In den frühen Morgenstunden zum 29. März hallte ein Donnergrollen durch das Siegtal; auf Befehl der Heeresgruppe B waren sämtliche noch intakten Brücken über die Sieg gesprengt worden. Am gleichen Tag hatte der Fluss in Berlin offiziell den Namen „Siegfront“ erhalten.

Am 29. März 1945 stieß amerikanische Infanterie von Alsdorf her über den Alsberg gegen Betzdorf vor. Im Bereich des Kappelchen nahe der Kettlerstraße stießen sie auf deutsche Soldaten, die den Feuerkampf aufnahmen. Die sich entwickelnden Gefechte führten unter anderem bis zum so genannten Eisweiher im Bereich der oberen Oehndorfstraße.

Aus Richtung „Rainchen“ setzte eine deutsche Truppe zum Gegenangriff an, während zur gleichen Zeit eine im Bereich des Alsberges abgeschnittene Gruppe versuchte, sich zur eigenen Linie durchzukämpfen.

Diese Exkursion wird die eher unbekannten Ereignisse der letzten Märztage hervorheben und führt dabei an die Punkte des verzweifelten Widerstandes, der niedergekämpft werden musste, bevor die Amerikaner in Betzdorf die Sieg überqueren konnten.

Wann: 12. Oktober 2019 – 14.00 Uhr

Treffpunkt:        Am Ende der Kettlerstraße (bei der Kapelle)
                           57518 Betzdorf

Wegstrecke: ca. 5-6 Kilometer

Dauer: Etwa 4 Stunden

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


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6 – Kriegsereignisse auf dem Truppenübungsplatz Stegskopf

Exklusiv durch die Begleitung des Revierleiters der Bundesforsten, Herrn Christoph Hast, haben wir die Möglichkeit erhalten an einem von nur sechs im Jahr genehmigten Terminen eine Wanderung über das Gelände des Truppenübungsplatzes durchzuführen. Dass mir für diese Exkursion einer dieser seltenen Termine zur Verfügung gestellt wurde, macht diese Exkursion zu einer ganz besonderen Veranstaltung für alle an der Geschichte des ehemaligen Truppenübungsplatzes interessierten Teilnehmer.

Während sich unsere erste Exkursion im Juni 2019 im Schwerpunkt besonders um die Ereignisse im März 1945 im Bereich zwischen Nisterberg und Hof befasste, werden wir nun die Möglichkeit haben, uns direkt mit dem eigentlichen Truppenübungsplatz zu befassen. Da die Geschichte des Geländes sehr weitläufig ist, zudem den Zeitraum vieler Jahrzehnte umspannt, werden wir uns während dieser Wanderung besonders der Ereignisse der Kriegsendphase widmen, wobei die letzten beiden Kriegsjahre thematisiert werden. 1944 war ein in Ausbildung befindliches Bataillon zum Biwak einquartiert, zwei von damals erst 16 und 17-jährigen Burschen sollten wenige Monate später als Fronttruppe zurückkehren.

Ende März 1945 werden Teile des südöstlichen Geländes zum direkten Kampfgebiet. Nachdem die Verbände der amerikanischen 1. US Armee aus dem Brückenkopf von Remagen ausgebrochen waren und über Bad Marienberg in Richtung Haiger vorstießen, schlug ihnen deutsches Feuer entgegen, das es niederzukämpfen galt.

Diese Exkursion wird durch die ehemalige deutsche Frontlinie führen und ist eine außerordentlich seltene Möglichkeit in die Kriegsgeschichte vor Ort einzutauchen.

Wann:  26. Oktober 2019 – 14.00 Uhr

Treffpunkt:        Am Friedhof, Kreisstraße 109

                           56472 Nisterberg

Wegstrecke: ca. 10 Kilometer

Dauer: Etwa 5 Stunden

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de

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7 – Was hat Papa im Krieg gemacht?

Mehr als 70 Jahre nach Kriegsende ist vielen Nachfahren der Kriegsgeneration nicht bekannt, welche Rolle der eigene Vater oder Großvater zur Zeit des Zweiten Weltkrieges gespielt hat. Während immer wieder nur gemutmaßt oder evtl. im Raum stehenden Gerüchten nachgehangen wurde, blieb die Möglichkeit den eigenen Vater selbst zu befragen, meist ungenutzt.

Die Ursachen dafür sind vielfältig. Eines der Gründe für das anhaltende Schweigen der Väter dürfte in den durchgemachten, bitteren Kriegserfahrungen liegen, denn nicht selten überschatteten, neben der eigenen Fronterfahrung, die schmerzhaften Erinnerungen an Freunde oder Kameraden, mit denen man gemeinsam in den Krieg gezogen war und deren Wege sich plötzlich – ein für alle Mal – trennen mussten, auch das weitere Leben der Erlebnisgeneration.

Darüber hinaus versuchte man die Schrecken des Krieges zu verdrängen und konzentrierte sich in der Nachkriegszeit erst einmal auf das eigene Überleben. Vielfach wurde erlebtes vergessen oder auch verdrängt und während 1968 die erste Generation anfing Fragen zustellen schwiegen die Kriegsteilnehmer weiterhin aus Angst vor der Anklage der Kinder.

Mittlerweile leben nur noch sehr wenige Teilnehmer der Erlebnisgeneration und viele der Kinder und Enkelkinder wissen kaum etwas über den Krieg ihrer Väter.

Mit ein wenig Aufwand kann man heute Fragen beantworten: Wo war Vater während des Krieges? Und welche Rolle spielte er dabei?

Dies sind Fragen, die die heutige Generation interessieren.

Innerhalb dieses Vortrages möchte ich an verschiedenen Beispielen darstellen, welche Möglichkeiten man heute hat, die Spuren der eigenen Vorfahren an den Fronten des Zweiten Weltkriegs zu erforschen. Hierbei stelle ich die Möglichkeit der Archivrecherche vor und zeige auf, wie es dann mit den abgefragten Daten weitergehen kann. Zu diesem Termin dürfen Interessierte auch gerne vorhandene Dokumente mitbringen.

Wann: 2. November 2019 – 14.30 Uhr

Treffpunkt:        Kreisvolkshochschule Altenkirchen

                           Rathausstraße 12,  57610 Altenkirchen

Dauer: Etwa 2 Stunden

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


Sie können sich in der Karte eine Wegbeschreibung zu den Veranstaltungen gleich anzeigen lassen.


 


Munitionsfund bei Weitefeld

Heute morgen bin ich die anstehende Exkursion vorgelaufen, wie ich es immer mache. Während der Suche nach einer Feuerstellung, von der ich aus einem amerikanischen Kriegstagebuch nur wusste: “to take care of ey fire posn.” – zu deutsch: “sich um eine feindliche Feuerstellung zu kümmern”.

Ich stapfte so durch den Busch und suchte im Bereich der angegebenen Koordinaten, die im amerikanischen Kriegstagebuch festgehalten waren. Dabei war ich mir ziemlich sicher am richtigen Ort zu sein. Hin- und Her. Hier irgendwo musste es doch sein? Irgendwas kann man doch vielleicht auch heute noch sehen? Wo ist die Stellung gewesen?

Durch den nächsten Brombeer-Busch, weiter vor und dann noch einmal zurück. 50 Meter im Zickzack neben dem Weg, immer wieder tiefer in den Wald, bis es keinen Sinn mehr machte. Ich hatte noch immer keinerlei Anzeichen einer ehemaligen Stellung entdeckt… Keine Schützenmulde oder sonstige Vertiefungen – es war einfach nichts zu entdecken… “Okay, also weiter geht’s!” Zurück zum Weg und den restlichen Weg der Exkursion ablaufen, dabei machte ich noch einen Schwenker und bin zum wiederholten Male vorbei an einer vom letzten Sturm umgeworfenen Fichte.
Einen Moment lang dachte ich an der falschen Stelle unterwegs gewesen zu sein. Aber die Koordinaten stimmten mit dem Punkt überein. Sollte in den Koordinaten ein Zahlendreher sein? So etwas kam nicht selten vor. Soldaten sind eben auch nur Menschen.
Im Geiste stellte ich mich darauf ein, am falschen Ort gesucht zu haben und beinahe im gleichen Augenblick entdeckte ich einen Metallkörper, der aus dem Wurzelbereich einer umgestürzten Fichte hervorschaute. Innerhalb weniger Augenblicke konnte ich den Metallkörper als eine Kartusche aus dem Zweiten Weltkrieg identifizieren, war also doch im richtigen Bereich unterwegs gewesen, obwohl sich keine Stellungen finden konnten. Auch das ist keine Seltenheit: Während des hastigen Rückzuges der deutschen Truppen vor den Angriffsspitzen der 1. US Armee war vielmals gar nicht die Zeit gewesen, eine Stellung anzulegen. Und in diesem Fall bleibt unbekannt, ob die deutschen Soldaten überhaupt verteidigen wollten oder auch nicht.
Die 7,62-cm Kartusche am Fundort.

Die 7,62-cm Kartusche am Fundort. Zum Größenvergleich wurde ein 50-Cent Stück aufgelegt. Die Hülse hat die Maße 7,62 x 38,5 Zentimeter.

Später am Tag stellte sich durch einen Freund heraus, dass es sich bei dem Fund um eine russische 7,62-cm Kartusche handelt; und zwar mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit von einer PaK (Panzerabwehrkanone).  Auf die Frage, wie sicher sich die Hülse der PaK zuordnen lässt, kam von Tobias (der als Mitarbeiter aktiv beim Kampfmittelräumdienst beschäftigt ist) die folgende Antwort: “Ohne das ich die Kartusche zuvor persönlich begutachten kann, würde ich die Vermutung aussprechen, dass man eine PaK als Quelle relativ stark in Betracht ziehen kann!” Die 7,62-cm Pak 36 (r) (das  “r” steht für russisch) steht also mit hoher Wahrscheinlichkeit im Fokus.
Im grob gereinigten Zustand wurden Tintenstempel sichtbar.

Im grob gereinigten Zustand wurden Tintenstempel sichtbar.

Bei der scharfen Munition im Kaliber .50 handelt es sich um Bordwaffen-Munition eines amerikanischen M10-Panzerjägers, der laut Kriegstagebuch am 27.3.1945 am Fundort in Stellung war und am frühen Vormittag einen feindlichen Kontakt in nördlicher Richtung meldete.

Bei der scharfen Munition im Kaliber .50 handelt es sich um Bordwaffen-Munition eines amerikanischen M10-Panzerjägers, der laut Kriegstagebuch am 27.3.1945 am Fundort in Stellung war und am frühen Vormittag feindlichen Kontakt aus nördlicher Richtung meldete.

Die Munition wurde durch Mitarbeiter des Kampfmittelräumdienst in Empfang genommen und wird der Vernichtung zugeführt.

Exkursion 6 – Kriegsende für Busenhausen und Bachenberg

Am 25. März 1945 brachen die Amerikaner aus dem Brückenkopf von Remagen aus, Altenkirchen wurde am nächsten Tag erobert. Die deutsche Front verlagerte sich hiernach in nordöstliche Richtung, während sich gleichzeitig große Teile der deutschen Verbände unter Zurücklassung von Nachhuten hinter die Sieg zurückzogen.

Am Morgen des 27. März 1945 führte eine dünn besetzte Sicherungslinie des LXXIV. Armeekorps unter anderem von Ölsen in südöstlicher Richtung über Busenhausen bis Dieperzen. Dem Korps standen zur Verteidigung dieser Linie nur versprengte Truppen zur Verfügung, da sich die Masse der Verbände auf einem unaufhaltsamen, chaotischen Rückzug befand.

Obwohl Altenkirchen am 26. März 1945 durch die 3. US-Panzerdivision eingenommen worden war, hatte der Befehl noch immer Gültigkeit, dass schwere Waffen, die dringend benötigt wurden, auf keinen Fall in amerikanische Hand fallen durften. Zu diesen schweren Waffen gehörten Artillerie- und Flak-Geschütze, gleichermaßen wie auch Panzerfahrzeuge. Um auch den letzten Geschützen und Panzerfahrzeugen die Flucht hinter die Sieg zu ermöglichen, wurde immer wieder versucht, Widerstand zu leisten und dadurch den amerikanischen Vormarsch zu verlangsamen.

Während dieser Exkursion werden wir uns besonders mit den Einsätzen des Pionierbataillons der 3. Panzergrenadier Division befassen, die zwischen Kettenhausen und Niedererbach in Stellung waren.

Darüber hinaus werden wir einen Einblick in die Arbeit des Sprengkommandos Forneberg erhalten. Das Sprengkommando Forneberg war in unserer Region der Vorläufer des heutigen Kampfmittelräumdienstes. Das Kommando hatte bereits in der frühen Nachkriegszeit die Arbeit aufgenommen und versuchte einen Neubeginn zu ermöglichen, bei dem sich nicht Tag für Tag Kinder und Jugendliche beim Hantieren mit Munition und anderen Hinterlassenschaften in die Luft jagen.

Während der Vorerkundung dieser Wanderung haben wir am vergangenen Montag in der Nähe von Altenkirchen diese 9,4 Kilogramm schwere deutsche 8,8cm Flak-Granate gefunden. Das Geschoss war erst kurz zuvor durch einen Sondengänger ausgegraben und offenliegend zurückgelassen worden. Das war unverantwortlich und grob fahrlässig, denn gleich neben der Fundstelle befindet sich ein stark frequentierter Wanderweg und in nur gut 30 Meter Entfernung die nächste Wohnsiedlung. Der Sprengkörper ist versehen mit einem Zeitzünder und hätte auf keinen Fall bewegt oder gar transportiert werden dürfen, da sie auch heute noch tödlich gefährlich ist. Die Entsorgung erfolgte unmittelbar danach durch den Kampfmittelräumdienst.

Während der Vorerkundung dieser Wanderung haben wir am vergangenen Montag in der Nähe von Altenkirchen diese 9,4 Kilogramm schwere deutsche 8,8cm Flak-Granate gefunden. Das Geschoss war erst kurz zuvor durch einen Sondengänger ausgegraben und offenliegend zurückgelassen worden. Das war unverantwortlich und grob fahrlässig, denn gleich neben der Fundstelle befindet sich ein stark frequentierter Wanderweg und in nur gut 30 Meter Entfernung die nächste Wohnsiedlung. Der Sprengkörper ist versehen mit einem Zeitzünder und hätte auf keinen Fall bewegt oder gar transportiert werden dürfen, da sie auch heute noch tödlich gefährlich ist. Die Entsorgung erfolgte unmittelbar danach durch den Kampfmittelräumdienst.

Wann: 4. Mai 2019 – 14.30 Uhr

ACHTUNG – – – Ganz wichtig:

Änderung des Treffpunkts:

Dorffriedhof Busenhausen
Im Gründelsbruch 6

57612 Busenhausen

Wegstrecke: etwa 6 Kilometer

Dauer: ca. 3 1/2 Stunden

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de

Exkursion 5 – Panzersperre vor Schöneberg

Die Panzersperre bei Schöneberg

Erst nachdem die 3. US Panzerdivision zwischen Diefenau und Rott Verluste hingenommen hatte, konnten sie Flammersfeld erobern. Am Folgetag, dem 26. März 1945, nahmen die amerikanischen Panzer den Angriff in Richtung Altenkirchen wieder auf. Drei Angriffskolonnen rollten ihrem Ziel Altenkirchen entgegen. Auf deutscher Seite hatte die 9. Panzerdivision Teile abgestellt, um aus einer mobilen Widerstandslinie heraus die Amerikaner aufhalten bzw. deren Marschtempo zu verlangsamen.

Zudem waren diverse Straßensperren eingerichtet worden, an denen die amerikanischen Panzer zum Stillstand gebracht werden sollten. Um dieser Gefahr Herr zu werden, waren amerikanische Infanterieeinheiten abgestellt worden, die darauf spezialisiert waren, solche Straßensperren aufzuspüren und auszuschalten. Eine dieser Sperren befand sich zwischen Schöneberg und Bergenhausen, eine weitere war direkt in der Nähe von Schöneberg.

Alte Eiche - eingetragenes Naturdenkmal bei Schöneberg.

Alte Eiche – eingetragenes Naturdenkmal bei Schöneberg.

Noch unmittelbar bevor amerikanische Panzer in das durch Bomben getroffene Neitersen einrollten, zeigte sich deren Infanterie bereits in der Nähe von Schöneberg. Hierbei kam es zu Kampfhandlungen, die am Tagesende mehrere junge Menschenleben einforderten.

Diese Exkursion behandelt die Gefechte, die in der Gegend rund um Berzhausen, Neitersen und schließlich bei der Eroberung von Schöneberg stattfanden.

Wann: 27. April 2019 – 14.30 Uhr

Treffpunkt: 57632 Berzhausen,
Hauptstraße
Aus Richtung Neitersen kommen fahren Sie über Strickhausen
nach Berzhausen. Hier gibt es eine direkte Verbindung in Richtung
57632 Breibach. Parken Sie auf der Höhe (Siehe Karte)
Bitte fahren Sie hoch bis zum Waldrand.

Wegstrecke: ca. 7,5 Kilometer

Dauer: Etwa 4 Stunden

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de

Klick auf Bild öffnet eine neue Seite.

Klick auf Bild öffnet eine neue Seite.

März 1945 – Der Hanfbach als Frontlinie westlich von Uckerath

Nachdem die Amerikaner am 7. März 1945 in Remagen über den Rhein gegangen sind, konnten trotz heftiger deutscher Gegenwehr ihren Brückenkopf stetig ausbauen. Am 21. März stieß die 78. US Infanteriedivision (US-ID) zwischen Meindorf und Niederpleis bis an die Sieg und bereitete sich darauf vor, ihre Angriffe über Buisdorf in Richtung Hennef auszuweiten. Zeitgleich hatte die 1. US-ID die Linie Rott – Söven – Kurscheid – Bennerscheid erreicht. Ihnen gegenüber waren die deutschen Verbände angewiesen worden, den Verlauf des Hanfbaches als Frontlinie zu verteidigen. Zudem mussten mehrere Brückenköpfe auf dem Westufer des Baches sollten offengehalten werden.

In den frühen Morgenstunden zum 22. März läutetet die 78. US-ID mit einem Feuerschlag der Artillerie den Angriff gegen die Hanflinie ein. Seite an Seite setzten die amerikanischen Divisionen zu konzentrierten Angriffen an und konnten hierbei besonders der 62. und der 363. Volksgrenadier Division (VGD), sowie der 3. Panzergrenadier Division schwerste Verluste zufügen und gleichzeitig den Hanfbach erreichen. Schwache Teile der 3. Panzergrenadier- und der 3. Fallschirmjäger Division konnten sich noch eine Zeit lang im Raum von Bennerscheid und Hühnerberg behaupten. Während bei Bennerscheid noch ein Gegenangriff gestartet wurde, zogen sich andere Teile bereits hinter den Hanfbach zurück.

Auszug aus einem Kriegstagebuch des amerikanischen VII Armeekorps.

Auszug aus einem Kriegstagebuch des amerikanischen VII Armeekorps.

Drei Tage später trat die 1. US-Armee zum Großangriff aus dem Brückenkopf von Remagen an. Ebenfalls für diesen Tag hatte die deutsche Führung einen Angriff geplant, welcher die amerikanischen Verbände tief in der Flanke treffen sollte. In den frühen Morgenstunden trafen starke amerikanische und deutsche Kräfte aufeinander, wobei sich Gefechte ereigneten, die zu hohen, beiderseitigen Verlusten führten.

Blick von Uckerath in Richtung Wellesberg.

Blick von Uckerath in Richtung Wellesberg.
Dazwischen kann man Büllesbach gut erkennen. Im März 1945 befand sich zwischen Büllesbach und meinem Standort ein Minenfeld, bestehend aus Teller- und Schützenminen. Warum das so war? Antworten dazu gibt es am Samstag, während der Exkursion.

Während dieser Exkursion werden wir uns von Uckerath nach Dahlhausen begeben, wo das Grenadierregiment 959 der 363. VGD die Verteidigung organisierte. Danach werden wir nach Bennerscheid gehen, um uns über die dort stattgefundenen Gefechte zu unterhalten. Über Hanfmühle werden wir den Rückweg antreten. Wer also erfahren möchte, wie sich die letzten Kriegstage bei Uckerath zutrugen, ist bei dieser etwa 10 Kilometer langen Exkursion bestens aufgehoben.

Allerdings, da muss ich besonders drauf hinweisen, ist besonders der erste Abschnitt, Weg nach Dahlhausen, ein wenig schwierig zu bewältigen, da das Gelände teilweise recht steil und kein fester Weg vorhanden ist. Aber die Mühe lohnt es!

Vor uns liegt Bierth. Im amerikanischen Kriegstagebuch heißt es: während des Morgens des 25. März 1945 musste Bierth unter heftigem deutschen Druck geräumt werden. Gegen schweren Widerstand von Infanterie und Panzern konnte Bierth erst gegen Mittag zurück erobert werden.

Vor uns liegt Bierth. Im amerikanischen Kriegstagebuch heißt es: während des Morgens des 25. März 1945 musste Bierth unter heftigem deutschen Druck geräumt werden. Gegen schweren Widerstand von Infanterie und Panzern konnte Bierth erst gegen Mittag zurück erobert werden.

Wann: 30. März 2019 – 13.00 Uhr

Treffpunkt: 13.00 Uhr KVHS 57610 Altenkirchen, Rathausstraße 12

Weitere Anschlussmöglichkeiten:

 Ab ca.                   13.30 Uhr B8, Edeka-Markt in Weyerbusch

                              14.30 Uhr Kriegsgräberstätte in Uckerath

Wegstrecke: 10 Kilometer

Dauer: Wenigstens 3 1/2 Stunden

Es wird eine Teilnahmegebühr in Höhe von 5 Euro erhoben.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de

 

 

 

 

 

Loki und der Newsletter von Heute

Hallo, leider wurde heute ein Newsletter versendet, welcher jedoch nicht für den öffentlichen Verteiler gedacht war. Aus diesem Grunde wird es leider keinen Zugriff auf die Datei “Loki” geben.

Ich bitte um Euer Verständnis und wünsche euch trotzdem eine spannungsvolle Zeit bis zu unserem nächsten Update. Eines dieser zukünftigen Updates wird auch “Loki” betreffen, aber vorher stehen noch andere, wichtigere Beiträge an.

Als kleine Widergutmachung sollt Ihr dafür aber wenigstens durch diese Nachricht einen kurzen Blick auf Loki erhaschen können.

Der schwere Mörser Loki im Kaliber 54cm. Zum Größenvergleich: im linken Bild-Drittel steht ein amerikanischer Soldat. Haben Sie ihn gleich gesehen? Der Name "Loki" klingt zwar etwas niedlich, aber 124 Tonnen sind schon beeindruckend und nicht unbedingt nur niedlich. Foto der US Armee.

Der schwere Mörser Loki im Kaliber 54cm. Zum Größenvergleich: im linken Bild-Drittel steht ein amerikanischer Soldat. Haben Sie ihn gleich gesehen? Der Name “Loki” klingt zwar etwas niedlich, aber 124 Tonnen sind schon beeindruckend und nicht unbedingt nur niedlich. Foto der US Armee.

Für die, die es nicht wissen: Loki war ein überschweres Artilleriegeschütz im Kaliber 54cm. Die Kaliberangabe bezieht sich auf den Durchmesser. Mit anderen Worten: “Loki hat dicke Brummer verschossen!” Loki war ein so genanntes Karl-Gerät. Hierbei handelt es sich um einen überschweren Mörser, der von der Wehrmacht während des Zweiten Weltkrieges zum Einsatz gekommen ist.

Seit 1937 befand sich das Gerät bereits in der Planung, gebaut wurden jedoch lediglich sieben Stück. Sie trugen alle recht klangreiche Namen.

Gerät I  – “Adam”, später umbenannt in “Baldur”.

Gerät II  – “Eva”, welche später den Namen “Wotan” erhalten sollte.

Gerät III – “Odin”

Gerät IV  – “Thor”

Gerät V – “Loki”

Gerät VI – “Ziu”

und abschließend Gerät VII, genannt “Fenir”.

Loki hatte man nach dem Verlust der Remagener Brücke mit einem Gewicht von rund 125 Tonnen in den Westen verfrachtet. Man wollte mit dem Geschütz die Brücke zerstören. Allerdings wurde da nix raus. Am 25. oder 26. März 1945 (ich muss zugeben, ich weiß es gerade nicht genauer) wurde Loki  durch Verbände der aus dem Brückenkopf von Remagen vorstoßenden 1. US Armee erbeutet.

 

Kriegsgräberstätte Ittenbach – der Kinderfriedhof

Die Schlacht um den Brückenkopf von Remagen war seit bereits 12 Tagen im Gange und sollte ab dem 19. März 1945 noch weitere, ungeahnte Ausmaße annehmen, die bis zum 25. März ihren absoluten Höhepunkt erreichen würden. Wenn Hundertschaften feindlicher Einheiten aufeinandertreffen, sich gegenseitig bekämpfen, dann bleibt das Sterben nicht aus. Beiderseits schnellten die Verluste angesichts der brutalen Heftigkeit der Gefechte an. Der Tod machte keinen Unterschied und heute liegen sie Seite an Seite. Gleich ob General, Major oder der Gefreite.

 

Hier befand sich eine Fotografie, die auf Wunsch entfernt wurde.

Am Samstag, den 9. März 2019, hatte die Kreisvolkshochschule Altenkirchen zu einer Tagesfahrt unter meiner Leitung ins Friedensmuseum nach Remagen eingeladen. Zuvor aber war ein Stopp in Ittenbach eingeplant. Hier sollte die vierzehn Teilnehmer zählende Gruppe die Kriegsgräberstätte Ittenbach aufsuchen. Bei unserem Eintreffen in Ittenbach wurde die Gruppe bereits durch einen Zeitzeugen erwartet. Der 94 jährige war nicht einfach nur als “Zaungast” anwesend,  im Gegenteil: Als junger Leutnant und Kommandant eines Königstigers, dem schwersten Kampfpanzer zur Zeit des Zweiten Weltkrieges, hatte es diesen im März 1945 in den Brückenkopf von Remagen verschlagen. Seine Einheit, die 506. schwere Panzerabteilung, sollte am 25. März 1945 noch im Raum Uckerath mit sieben Königstigern zum Einsatz kommen. Angelangt auf der Kriegsgräberstätte sollten die Teilnehmer der Remagener Tagesfahrt erfahren, warum die Kriegsgräberstätte den Beinamen Kinderfriedhof trägt.

Besonders ein kleiner Flecken Erde; eingerahmt durch den Großen Ölberg im Nordwesten, Brüngsberg im Nordosten, dem Löwenberg im Südwesten und der Ortschaft Aegidienberg als südöstliche Begrenzung, war für mehrere Tage lang der Schauplatz von schwersten Kampfhandlungen. Im Herzen dieses Gebietes liegt Laagshof. Nur 500 Meter in östliche Richtung entfernt, erzwangen sich Verbände der 78. US Infanteriedivision (US-ID) am 16. März den Übergang über die Reichsautobahn. Zwei Tage später, in den frühen Morgenstunden zum 18. März 1945, richtete das 18. US Infanterieregiment der 1. US-ID, in Laagshof ihren Regimentsgefechtsstand ein. Nachdem die amerikanischen Verbände im Verlauf des nächsten Tages immer weiter an Richtung Hanfbach vorstießen, übernahm das Sanitätsbataillon den Platz des 18. US Infanterieregimentes und richtete in Laagshof einen temporären Verbandsplatz ein. Die Gefallenen und auf dem Verbandsplatz verstorbene Soldaten wurden auf dem angrenzenden Acker ca. 450 Meter entfernt abgelegt. Während man die toten Deutschen südlich des Weges sammelte, wurden die amerikanischen Toten nördlich des Weges abgelegt, von wo sie durch amerikanische Gräberkommandos auf die Kriegsgräberstätte Henry Chappel in Belgien überführt wurden.

Nachdem die Kampfhandlungen durch den Ausbruch der 1. US Armee am 25. März 1945 für die Gegend unmittelbar beendet waren, blieben in einem Radius von etwa 2 bis 3 Kilometer um Laagshof herum, 22 Zivilisten und dazu mehr als 400 deutsche und 1100 amerikanische Soldaten als Gefallene zurück. Mit der Beisetzung eines deutschen Gefallenen wurde am 26. März 1945 der Grundstein für die heutige Kriegsgräberstätte gelegt. Die Ittenbacher Einwohner bestatteten ihre Toten und hatten damit begonnen, die Gefallenen aus den umliegenden Wäldern zu bergen. Innerhalb der nächsten drei Tage war ein Gräberfeld angelegt worden, auf dem die sterblichen Überreste von etwa 50 bis 60 deutschen Gefallenen beigesetzt worden waren. Derweilen wurden auf der gegenüberliegenden Wegseite noch immer die gefallenen Amerikaner zur Registrierung und dem weiteren Abtransport gesammelt. Da jedoch Ende März die Temperaturen deutlich anstiegen, wurde der Verwesungsprozess der Toten stark beschleunigt. Daher wurde durch die 12. US Armegruppe befohlen, in Ittenbach einen zentralen Sammelfriedhof für die Gefallenen im Frontbereich der 1. US Armee anzulegen.

Kriegsgräberstätte Ittenbach - Foto: Guido Weller, Rettersen.

Kriegsgräberstätte Ittenbach – Foto: Guido Weller, Rettersen.

Am 29. März nahm die 607th Quartermaster Graves Registration Company (Gräberkompanie) in Ittenbach ihre Arbeit auf. 123 Männer unter dem Kommando von sechs Offizieren, dazu mehrere Dutzend deutscher Kriegsgefangene, legten zwei Gräberfelder an, eines für die gefallenen Deutschen, ein weiteres für ihre eigenen Toten. Noch am gleichen Nachmittag trafen erste LKWs mit Gefallenen aus dem Ruhrkessel, Sauerland und dem Harz ein. Die deutschen Gefallenen wurden so bestattet, wie man sie aufgefunden hatte – lediglich nach der Erkennungsmarke hielt man Ausschau, um diese an das Holzkreuz zu nageln. Deutlich größer war der Aufwand bei den gefallenen Amerikanern: Sie wurden registriert, identifiziert, deren Uniformtaschen geleert. Persönliche Dinge, Wertgegenstände und Erkennungsmar­ken kamen in dafür vorgesehene Beutel. Erst danach wurden die Toten in Leichensäcke verpackt und beigesetzt. Benötigte man für einen deutschen Soldaten lediglich wenige Minuten, betrug der Aufwand bei den toten Amerikanern oft mehrere Stunden.

Zeitgleich waren die Ittenbacher Einwohner gemeinsam mit Kriegsgefangenen dazu verpflichtet worden, die Gefallenen aus den angrenzenden Wäldern zu bergen. Unterstütz wurden die Ittenbacher durch amerikanische Pioniere und Soldaten der Gräberkompanie, da sich in den Wäldern große Mengen Munition befanden und man immer wieder auf verlegte Minen stieß. Und Tag für Tag trafen weitere LKWs ein. Am 2. April 1945 wurde General Maurice Rose, der bei Paderborn am 30. März 1945 als Kommandeur der 3. US-Panzerdivision sein Leben verlor, in Ittenbach beigesetzt. Erst nach dem 10 April kamen deutlich weniger Lastwagen mit den Gefallenen; dafür reihte sich jetzt Grab an Grab. Am 23. April wurde das amerikanische Gräberfeld geschlossen, die Masse der Gefallenen der 1. US Armee wurden von nun an auf dem frontnahem Friedhof in Breuna beigesetzt und das deutsche Gräberfeld in die Obhut der Stadtverwaltung von Königswinter übergeben. Bis zu diesem Tag hatte die 607th Gräberkompanie in Ittenbach:

Auf dem amerikanischen Gräberfeld:

             1475 amerikanische Soldaten, die identifiziert werden konnten

                 30 amerikanische Soldaten, welche nicht identifiziert werden konnten

                 34 gefallene Verbündete, die identifiziert werden konnten

                 5 gefallene Verbündete, welche nicht identifiziert werden konnten

zusammen 1544 Gefallene.

Die Beisetzung von General Maurice Rose in Ittenbach am 2. April 1945.

Die Beisetzung von General Maurice Rose in Ittenbach am 2. April 1945. Foto: Ausschnitt aus einer amerikanischen Wochenschau von April 1945. Filmteam des Signal Corps, US Army.


Auf dem deutschen Gräberfeld:

               828 Soldaten, die ausschließlich mit ihrer Erkennungsmarke identifiziert wurden

              134 Soldaten, die keine Erkennungsmarke bei sich trugen.

zusammen 962 Gefallene.

Da jedoch noch immer zahlreich gefallene amerikanische Soldaten im Siebengebirge, dem Ruhrkessel und anderswo aufgefunden wurden, mussten bis über das Kriegsende hinaus, täglich drei Angehörige der amerikanischen Gräberkompanien abgestellt werden, um diese Gefallenen ebenfalls auf dem Ittenbacher Friedhof zuzubetten. Die Zubettungen fanden erst im Juni 1945 ein Ende, denn jetzt ging die amerikanische Führung dazu über, sämtliche Gräber amerikanischer Soldaten umzubetten, da nach deren Sichtweise keiner ihrer Soldaten in deutschem Boden oder weniger als 200 Meter entfernt von einem gefallenen Deutschen bestattet sein sollte. Ittenbach war zu diesem Zeitpunkt der größte von insgesamt neun amerikanischen Sammelfriedhöfen auf deutschem Boden, die allesamt aufgelöst wurden. Die Umbettungsarbeiten in Ittenbach dauerten bis in den August 1946 an, während die acht anderen Friedhöfe zum Teil schon bereits vor Jahreswechsel 1945/1946 restlos verschwunden waren.

Noch während die amerikanischen Gefallenen auf die Kriegsgräberstätte Margraten umgebettet wurden, war man im Siebengebirge dazu übergegangen, die Gefallenen genauer zu identifizieren. Die Amerikaner hatten lediglich die Erkennungsmarken an die zahlreichen Holzkreuze genagelt. Im Sommer 1946 waren keine Hundert der Kriegstoten namentlich bekannt; für die Ittenbacher bedeutete dies nun eine Exhumierung der mittlerweile stark verwesten Leichen, die oft aufs grausamste verstümmelt waren. In mühevoller, jahrelanger Arbeit konnten so hunderte, namenslosen Gefallenen wenigstens ihr Name wiedergegeben werden – und den Angehörigen die traurige Gewissheit, denn unzählige Familien suchten auch noch Jahre nach Kriegsende an ihren Kindern, Vätern, Ehemännern.

Bis in die späten 1940er Jahre, fand auf der Kriegsgräberstätte ein reges hin und her statt. Währen immer wieder Gefallene zufällig in den ehemaligen Fronten gefunden wurden oder aus verstreuten Einzelgräbern in der Umgebung auf dem Gelände zugebettet wurden, erschienen immer wieder Angehörige, die ihren Gefallenen Sohn oder Ehemann zurück in die Heimat holten. Zwischen 1947 und 1949 waren zeitweilig knapp um 2300 Gefallene auf dem Ittenbacher Friedhof beigesetzt. Von diesen wurden etwa 480 Gefallene zurück in die oft weit entfernte Heimat geholt. Oftmals in mühevoller und anstrengender Arbeit, mit Handwagen bis in weit entfernte und abgelegene Gegenden.

Ab 1949 wurde das Gelände durch den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge komplett umgestaltet, wodurch nun auch endlich Schluss war mit Umbettungen auf Heimatfriedhöfe. Die Arbeiten konnten im Sommer 1951 erfolgreich abgeschlossen werden, allerding erfolgte von Herbst 1959 bis Sommer 1961 eine erneute Umbaumaßnahme, in deren Verlauf wieder 585 Gräber geöffnet wurden, um weiter an der Identifizierung von Unbekannten Soldaten zu arbeiten; mit dem Ergebnis, dass knapp 300 Soldaten identifiziert werden konnten. Heute haben in Ittenbach 1871 Tote des Zweiten Weltkrieges ihre letzte Ruhestätte gefunden:

          1.626 Deutsche
          224 Sowjetbürger
          12 Polen
          4 Niederländer
          2 Belgier
          2 Franzosen
          1 Italiener.

Von diesen 1.626 gefallenen deutschen Soldaten, waren die vier Jüngsten gerade einmal 15 Jahre alt, einer von ihnen ist als Melder gefallen. Dazu kommen drei 16-Jährige. 81 junge Burschen waren gerade eben erst 17 Jahre alt geworden.

Im Alter von 15 Jahren starben:

Blume, Günter, geboren am 29.06.1929, verstorben in Gefangenschaft am 12.06.1945

Heinz Hallen, geboren am 12.05.1929, gefallen am 09.04.1945. Er war Meldegänger bei einer Infanteriekompanie.

Leo Stellberg, geboren am 08.08.1929, verstorben als Angehöriger des Volkssturmes am 13.04.1945 im Reservelazarett zu Attendorn 13.04.1945

Hans Stollenwerk, geboren am 29.05.1929, gefallen im Siebengebirge als Volkssturmjunge am 16.03.1945

Im Alter von 16 Jahren starben:

Hans Nass, geboren am 07.02.1929, verstorben am 24.04.1945 im Lazarett, beigesetzt unter den Unbekannten.

Günther Rekos, geboren am 15.09.1928, gefallen am 06.04.1945 bei Erndtebrück

Heinrich Schnell, geboren am 03.08.1928, gefallen am 09.04.1945

Die letzte Ruhestätte des 17 jährigen Willi Ißleib. Gefallen am 26. März 1945. Foto: Volker R. Schneider, Kreuztal

Die letzte Ruhestätte des 17 jährigen Willi Ißleib. Gefallen am 26. März 1945. Foto: Volker R. Schneider, Kreuztal


Zusätzliches Bildmaterial

Hinweisschild im Eingangsbereich der Kriegsgräberstätte.

Hinweisschild im Eingangsbereich der Kriegsgräberstätte.

Grabstein zweier Unbekannter Soldaten. Foto: Gunnar J.S. Frese, Kausen

Grabstein zweier Unbekannter Soldaten. Foto: Gunnar J.S. Frese, Kausen

Quellenangaben:

  1. Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge
  2. Private Aufzeichnungen
  3. After Action Reports, March 1945, 78th US Infantry Division, National Archives, Washington, USA
  4. G-2, Report of Operations, March 1945, 1 US Infantry Division, National Archives, Washington, USA
  5. Unit History – 607th Quartermaster Graves Registration Company, US Army
  6. Generalanzeiger, Regionalausgabe Bonn, 8. Mai 2015

 

Remagen und die Ereignisse danach – Exkursionsreihe zum Kriegsende 1945

Beinahe 74 Jahre liegt das Ende des Zweiten Weltkrieges zurück. Die Amerikaner setzten am 7. März 1945 in Remagen über den Rhein und bildeten ihren ersten Brückenkopf auf dem Ostufer des Flusses. Damit war ein historischer Schritt gelungen, der dazu führte, dass der Krieg an der gesamten Westfront wesentlich verkürzt werden konnte.

Nachdem die heftig geführten Gefechte um den Remagener Brückenkopf zu einer blutigen Niederlage für die Deutschen führten, konnte Altenkirchen am 26. März 1945 durch amerikanische Truppen erobert werden. Bereits wenige Tage später wurde das Ruhrgebiet umzingelt, wobei die gesamte Heeresgruppe B mit rund 325.000 Mann in dem so genannten Ruhrkessel eingeschlossen wurde. Die Südfront dieses Kessels bildete die Sieg in ihrer gesamten Länge. Am 6. April setzten die amerikanischen Verbände zum Großangriff gegen die Sieglinie an und begannen damit, die eingeschlossenen Truppen systematisch zu zerschlagen; schon 10 Tage später stießen sie gegen Düsseldorf vor. Mehrere Übergabeaufforderungen waren bis dahin kategorisch abgelehnt worden, dennoch kam es zur Kapitulation der eingeschlossenen Resteinheiten. Generalfeldmarschall Walter Model, der Kommandeur der Heeresgruppe B, erschoss sich am 21. April 1945 in der Nähe von Duisburg. Während Berlin in blutigen Straßenkämpfen unterging, entzog sich Adolf Hitler am 30. April 1945 durch Selbstmord der Verantwortung. Noch immer von einigen seiner treusten Generäle als „der Führer“ verehrt, ruhten auch nach dessen Tod die Waffen nicht.

Seit dem 5. Mai 1945 um 8. Uhr früh herrschte in Holland, Nordwestdeutschland, von der Emsmündung bis zur Kieler Förde sowie in Dänemark einschließlich der diesen Gebieten vorgelagerten Inseln Waffenruhe. Am 7. Mai 1945 erfolgte im obersten Hauptquartier der Alliierten in Reims die bedingungslose Kapitulation der deutschen Wehrmacht. Als dann am 8. Mai 1945 endlich die Waffen schwiegen, hatten mehr als 60 Mio. Menschen ihr Leben verloren. Die Gefallenen sämtlicher Nationen blieben auf den Schlachtfeldern zurück, Mütter weinten um ihre Söhne und Ehemänner. Wen der Krieg nicht hingerafft hatte, der starb auf der Flucht durch Hunger, Kälte oder Tieffliegerangriffe. Und die Welt erfuhr davon, was sich hinter den Zäunen unzähliger Lager abgespielt hatte. Von den Krematorien, von Vernichtungslagern, vom Tod von wenigstens 5,7 Mio. Juden, etwa 3 Millionen sowjetischen Kriegsgefangenen, dazu etwa 3-4 Mio. nichtjüdische Zivilisten, KZ-Einsassen, Häftlingen, Zwangsarbeitern und Deportierten.


Damit die Opfer und die Schreckenstage der blutigen Kampfhandlungen im März und April 1945 in unserer Region nicht in Vergessenheit geraten, hat sich die Kreisvolkshochschule Altenkirchen erneut dem Thema gewidmet und bietet eine Anzahl neuer Exkursionen auf den Spuren dieser letzten Kriegswochen an. Unter dem Motto “Geschichte ist kein Fall fürs Museum, sondern der Schlüssel für die Zukunft” wurde die folgenden Exkursionsreihe geplant, welche wir am Samstag, den 9. März 2019 mit einer Tagesfahrt ins Friedensmuseum nach Remagen eröffnen möchten. Am 16. März werden wir uns mit dem ersten Einsatz des I. Altenkirchener Volkssturmbataillons in der Nähe von Neustadt a.d. Wied beschäftigen. Dazu fahren wir zum Kloster Ehrenstein, wo sich unter anderem der Bataillonsgefechtsstand des Volkssturmes befunden hat. Ein weiteres Mal außerhalb des Kreis Altenkirchen sind wir bei Uckerath unterwegs. Hier standen neben verschiedenen anderen deutschen Verbänden die 363.- und 62. Volksgrenadier Divisionen im Kampf um die zur Festung erklärten Stadt. Nur kurz darauf waren beide Divisionen zwischen Betzdorf und Wissen entlang der Siegfront eingesetzt – die verschiedenartige Kriegsführung beider Divisionskommandeure werden wir in diesem Fall besonders beleuchten.

Sämtliche Exkursionen des ersten Halbjahres 2019, werden die weniger bekannten Kampfhandlungen südlich der Sieg 1945 hervorheben.

Es wird eine Teilnahmegebühr in Höhe von 5 Euro erhoben

Um zeitnahe Anmeldung zu den Exkursionen wird gebeten.



Blick auf die Ludendorffbrücke von der Erpeler Seite. Im Hintergrund sehen wir Remagen. Foto: Signal Corps, National Archives, Washington USA.

Blick auf die Ludendorffbrücke von der Erpeler Seite. Im Hintergrund sehen wir Remagen. Foto: 7. März 1945 – Signal Corps, National Archives, Washington USA.

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1 – Tagesfahrt ins Friedensmuseum Remagen

Nachdem die von der Wehrmacht vorbereitete Sprengung der Ludendorff-Brücke am 7. März 1945 fehlgeschlagen war, eroberte eine Vorhut der 9. US Panzerdivision (PD) in Remagen die unzerstörte Brücke. Bis in die Abendstunden konnte so dauerhaft amerikanische Verstärkungen über die Brücke gebracht werden um einen ersten Brückenkopf auf dem Ostufer des Rheins zu bilden. Das Tor über den Rhein war geöffnet und die Ludendorff-Brücke war zur Schicksalsbrücke der deutsche Wehrmacht geworden.

Auf deutscher Seite war man erst zwischen dem 10. und 13. März dazu in der Lage, konzentrierte Gegenmaßnahmen einzuleiten. Obwohl die Angriffe des 53. deutschen Armeekorps besonders im Tagesverlauf des 13. März 1945 zu mehreren Erfolgen führten, war die deutsche Führung nicht dazu in der Lage, den Brückenkopf zu zerschlagen. Dafür mussten die Amerikanern erkennen, dass trotz des enormen Kräfteungleichgewichts die Wehrmacht noch immer kampffähig zuschlagen konnte, denn Angesichts der verheerenden Lage für die deutschen Verbände gingen sie zu einer hinhaltenden Verteidigung über, wodurch die Amerikaner sich jede strategisch wichtige Höhe und jeden Straßenzug regelrecht erkämpfen mussten.

Zwischen dem 11. und 14. März tagte in Rimbach das „Fliegende Standgericht West“ wo die vermeintlich Schuldigen am Verlust der Brücke zum Tode verurteilt und hingerichtet wurden. Drei Tage später stürzte die doch wenigstens stark beschädigte Ludendorff-Brücke schließlich ein, wobei 32 amerikanische Pioniere ihre Leben verloren und weitere 63 Mann verletzt wurden. Auswirkungen auf den Kriegsverlauf hatte dieser Unglücksfall keine mehr, denn bis dahin hatten knapp 25.000 amerikanische Soldaten und starke Panzerkräfte die Brücke passiert und Pionierbrücken waren über den Fluss gespannt worden, über die unaufhörlich Verstärkungen an die Front rollen. Am 25. März 1945 gelang es der 1. US Armee aus dem Brückenkopf von Remagen auszubrechen, doch trafen die amerikanischen Panzerspitzen auch im weiteren Verlauf auf dermaßen heftigen Widerstand, der, so wie bei Weyerbusch-Hasselbach, dazu führte, dass die Angriffe unter zum Teil recht hohen Verlusten zum Stillstand kamen.

Während dieser Tagesfahrt werden wir vormittags die Kriegsgräberstätte Ittenbach bei Königswinter besuchen. Hier haben 1.871 Gefallene des II. Weltkrieges ihre letzte Ruhestätte gefunden, darunter befinden sich viele der Toten, die ihr Leben während der Gefechte um die Sieg verloren haben.

Den meisten unbekannt ist, dass die Kriegsgräberstätte auch für amerikanischen Soldaten eine Trauerstätte gewesen ist, da sie zahlreiche ihrer Gefallenen aus den Kampfhandlungen um den Brückenkopf von Remagen, der Sieglinie, dem Ruhrkessel und aus dem Harz dort ebenfalls zur Ruhe betteten. Später wurden jedoch diese Gräber durch den amerikanischen Gräberdienst nach Margraten in den Niederlanden umgebettet. Im Anschluss an den Besuch der Kriegsgräberstätte werden wir die Weiterfahrt nach Remagen antreten, wo wir entweder gemeinsam oder jeder für sich das Mittagsessen zu sich nehmen können. Hiernach besichtigen wir das Friedensmuseum in den erhaltenen Brückentürmen der Ludendorff-Brücke. Sollten sich genügend Teilnehmer einfinden, wird eine Führung durch die Museumsräume stattfinden.

Am Nachmittag werden wir die Rückfahrt nach Altenkirchen antreten und, sofern das Zeitfenster es ermöglicht, noch einen Zwischenstopp im Bereich des damaligen Feldflughafens Eudenbach machen. Dort war das amerikanische 413. Infanterieregiment am 23. März 1945 auf die Reste der 9. Panzerdivision gestoßen. Beides Einheiten, die am späteren Kampf auf Altenkirchener Boden ihren Anteil hatten.

Wann: Samstag, 9. März 2019

Treffpunkt: Parkplatz Weyerdamm, 57610 Altenkirchen

ACHTUNG! Es ist geplant, diese Tagesfahrt mit einem Reisebus durchzuführen. Aus organisatorischen Gründen (zu wenige Anmeldungen bei der Kreisvolkshochschule) kann es passieren, dass KEIN BUS ZUR VERFÜGUNG steht. In dem Fall wird die Fahrt unter Bildung von Fahrgemeinschaften durchgeführt.

Zeitnah werden Möglichkeiten bekanntgeben, wo Sie sich der Gruppe anschließen können.

Wegstrecke: entfällt

Dauer: Tagesfahrt; Beginn ca. 9 Uhr in Altenkirchen

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


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2 – Altenkirchener Volkssturm im Frontabschnitt an der Wied

Nachdem die Amerikaner bei Remagen den Rhein überquert hatten, wurde im Kreis Altenkirchen das erste von zwei Volkssturmbataillonen aufgestellt. Nach einer kurzen Ausbildung wurde das I. Bataillon am 19. März 1945 in den Bereich südlich von Neustadt verlegt, wo die Reichsautobahn gesperrt werden sollte. Zunächst wurde das Bataillon dem Befehl des 74. Armeekorps unterstellt, doch bereits am 21. März wurde der Verband, der noch immer ungenügend bewaffnet und kaum ausgebildet war, von der Wehrmacht vereinnahmt und erhielt direkte Befehle durch die vor Ort eingesetzte 304. Volksgrenadier Division.

Unter dem stetigen amerikanischen Druck wurde die Front während der nächsten Tage bis an die Wied zurückgedrängt. Unmittelbar bevor die Amerikaner am 25. März zu ihrem Angriff aus dem Brückenkopf von Remagen heraus antraten, setzten sich die Reste der 340. deutschen Volksgrenadier Division aus der Frontstellung ab. Dem Volkssturm wurde allerdings das weitere Halten der Stellungen befohlen. Anstelle der Wehrmacht war nun der Volkssturm für das Halten und die Verteidigung des gesamten Frontabschnittes verantwortlich. Eine Aufgabe, die bereits von einer guten Infanteriedivision kaum zu bewältigen gewesen war, lag nun auf den Schultern eines Volkssturmbataillons, das sich aus alten Männern und 16 bis 17-jährigen Hitlerjungen zusammensetzte.

Ein sinnloser Unternehmen gegen einen zahlenmäßigen stark überlegenen Gegner, der mit Artillerie- und Panzerkräften zum Angriff angetreten war.

Diese Exkursion wird sich im Schwerpunkt mit den Gefechten um die Wiedlinie und den angrenzenden Mehrbach am 25. und 26. März 1945 befassen und versucht dabei die Rolle des I. Altenkirchener Volkssturmbataillons zu beleuchten.

Wann: Samstag, 16. März 2019, 13.30 Uhr

Treffpunkt: KVHS, 57610 Altenkirchen, Rathausstraße 12
dort nach Möglichkeit Bildung von Fahrgemeinschaften.

Weitere Anschlussmöglichkeiten:

Ab ca.    14.00 Ortseingang Flammersfeld

Parkplatz bei Norma

14.30 Uhr Parkplatz bei

Kloster Ehrenstein

Wegstrecke: etwa 6 Kilometer

Dauer: Bitte rechnen Sie für diese Exkursion wenigstens 4 Stunden ein.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


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3 – Kampf um die Festung Uckerath

Am 25. März 1945 geht amerikanische Infanterie behutsam vor auf der Suche nach Heckenschützen in dem schwer geschädigten Uckerath. Der Kriegsberichterstatter Hurley vom Signal Corps der US Armee hat die Szenerie im Bild festgehalten.

Am 25. März 1945 geht amerikanische Infanterie behutsam vor. Sie befinden sich auf der Suche nach Heckenschützen in dem schwer geschädigten Uckerath. Auf der Straße vor ihnen liegt ein gefallener Soldat. Der amerikanische Kriegsberichterstatter Raymond Hurley aus Hamilton / Ohio hat als Angehöriger der 1. US Armee die Szenerie für das Signal Corps im Bild festgehalten.

Am 25. März 1945 waren die Amerikaner zu ihrem Großangriff aus dem Brückenkopf von Remagen angetreten. Für den gleichen Tag hatte die deutsche Führung einen eigenen Gegenangriff im Bereich zwischen Uckerath und Buchholz geplant, der die amerikanischen Verbände tief in der Flanke treffen sollte. Dabei trafen während der frühen Morgenstunden starke amerikanische und deutsche Panzerkräfte aufeinander. Es kam zu hohen Verlusten, die sich besonders entlang der B8 durch tiefschwarze Rauchsäulen, die sich dem Himmel entgegenreckten, abzeichneten. Unter stetigem Druck war vor allen Dingen die Kampfgruppe Hudel in verlustreiche Gefechte verwickelt worden und verbrauchte dabei einen Großteil ihrer Panzerreserven.

Um bereits vor dem eigentlichen Angriffsbeginn schon Einheiten der stark überlegenen Amerikaner zu binden, wurde die Stadt Uckerath schon am 24.3.1945 zur Festung erklärt. Zur Verteidigung standen hauptsächlich die 363. Volksgrenadier Division (VGD) und die Reste der 62. Volksgrenadier Division zur verfügung. Der deutsche Oberst Arthur Jüttner, Kommandeur der 62. VGD, wurde zum Kampfkommandant der Festung Uckerath ernannt. Er erhielt den Befehl, mit sämtlichen greifbaren Verbände die Stellung zu halten. Während der Nacht zum 25. März drangen Infanteristen der 1. US-Infanteriedivision in den Ort ein, um den noch am frühen Morgen erbittert gekämpft wurde.

Nachdem die Kampfhandlungen beendet waren, legte man in Uckerath einen Ehrenfriedhof an, auf dem 422 Gefallene ihre letzte Ruhestätte gefunden hatten.

Während dieser Exkursion werden wir uns an eine der ehemaligen Frontstellungen der 363. VGD am Hanfbach begeben, die hier mit dem Leverkusener Volkssturm im Einsatz gestanden hatte.

Wann: 30. März 2019 – 13.00 Uhr

Treffpunkt: 13.00 Uhr KVHS 57610 Altenkirchen, Rathausstraße 12

Weitere Anschlussmöglichkeiten:

 Ab ca.                   13.30 Uhr B8, Edeka-Markt in Weyerbusch

                              14.30 Uhr Kriegsgräberstätte in Uckerath

Wegstrecke: je nach Wunsch der Teilnehmer zwischen 5 und 12 Kilometer

Dauer: Wenigstens drei Stunden

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


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4 – Letzte Gefechte um die PaK-Linie bei Weyerbusch

Während die Amerikaner ihren Angriff am 25. März 1945 aus dem Brückenkopf von Remagen vorantrieben, erhielt der Kommandeur des LIII. Armeekorps, General Fritz Bayerlein, den Befehl, eine Widerstandlinie zwischen Weyerbusch und Flammersfeld zu errichten, die die Spitzen der 3. US-Panzerdivision zum Stillstand bringen und in die Abwehr zwingen sollte. Obwohl nur schwache Kräfte zusammengezogen und in Stellung gingen, war es den deutschen Kampfgruppen möglich, die Panzerspitzen, zum Teil im Nahkampf aufzuhalten und den Angriff vollends zum Stillstand zu bringen. Die Soldaten der 3. US-PD waren gezwungen, sich neu zu formieren und konnten den Widerstand entlang dieser PaK-Linie (Pak=Panzerabwehrkanone) erst im Verlauf des nächsten Tages zerschlagen. Erst danach eroberten sie Weyerbusch und drangen von dort aus über Marenbach in Richtung Rimbach vor, während die amerikanische Infanterie von Werkhausen aus durch das unwegsame Waldgebiet in Richtung Leuscheid vorging. Obwohl sich die Masse der deutschen Soldaten auf der Flucht befand, waren hier und dort Nachhuten verblieben, die sich den Amerikanern entgegen stellten und letzten Widerstand leisteten. Dennoch konnten Soldaten der 1. US-Infanteriedivision ein umfangreiches Munitionsdepot und eine Panzerwerkstatt erbeuten.

Diese Exkursion wird sich mit Schwerpunkt den Waldkämpfen nördlich von Weyerbusch widmen, die sich während des 26. März 1945 ereigneten. Darüber hinaus werden wir uns über den Einsatz eines neuen, schweren deutschen Mörsers unterhalten, dessen Feuerleitstelle sich seit dem 17./18. März 1945 in Marenbach befunden hatte und in dem Bereich zum ersten Mal an der Westfront zum Einsatz gekommen ist.

 Wann: 13. April 2019 – 14.30 Uhr

Treffpunkt: Schützenverein „Im Grunde“ e.V. Rimbach-Oberirsen-Marenbach

Parkplatz am Schützenhaus

Schützenweg, 57635 Oberirsen-Marenbach

Wegstrecke: ca. 8 Kilometer

Dauer: ca. 4 Stunden

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


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5 – Die Panzersperre bei Schöneberg

Erst nachdem die 3. US Panzerdivision zwischen Diefenau und Rott einige Verluste hingenommen hatte, konnten sie Flammersfeld erobern. Am Folgetag, dem 26. März 1945, nahmen die amerikanischen Panzer den Angriff in Richtung Altenkirchen wieder auf. Drei Angriffskolonnen rollten ihrem Ziel Altenkirchen entgegen. Auf deutscher Seite hatte die 9. Panzerdivision Teile abgestellt, um aus einer mobilen Widerstandslinie heraus die Amerikaner aufhalten bzw. deren Marschtempo zu verlangsamen.

Zudem waren diverse Straßensperren eingerichtet worden, an denen die amerikanischen Panzer zum Stillstand gebracht werden sollten. Um dieser Gefahr Herr zu werden, waren amerikanische Infanterieeinheiten abgestellt worden, die darauf spezialisiert waren, solche Straßensperren aufzuspüren und auszuschalten. Eine dieser Sperren befand sich zwischen Schöneberg und Bergenhausen, eine weitere war direkt in der Nähe von Schöneberg.

Noch unmittelbar bevor amerikanische Panzer in das durch Bomben getroffene Neitersen einrollten, zeigte sich deren Infanterie bereits in der Nähe von Schöneberg. Hierbei kam es zu Kampfhandlungen, die am Tagesende mehrere junge Menschenleben einforderten.

Diese Exkursion behandelt die Gefechte, die in der Gegend rund um Neitersen und während der Eroberung von Schöneberg stattfanden.

Wann: 27. April 2019 – 14.30 Uhr

Treffpunkt: Hauptstraße 57638 Berzhausen

Wegstrecke: ca. 6,5 Kilometer

Dauer: Etwa 4 Stunden

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


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6 – Letzer Widerstand bei Bachenberg und Busenhausen

Nachdem Altenkirchen am 26. März 1945 durch die 3. US Panzerdivision eingenommen werden konnte, befand sich die Masse der deutschen Truppen auf dem Rückzug. Trotz allem hatte der Befehl noch immer Gültigkeit, dass schwere Waffen, die dringend benötigt wurden, auf keinen Fall in amerikanische Hand fallen durften. Zu diesen schweren Waffen gehörten Artillerie- und Flak-Geschütze, gleichermaßen wie auch Panzerfahrzeuge.

Bei Bachenberg war am frühen Morgen ein Panzer IV der 3. Panzergrenadier Division mit Kettenschaden liegen geblieben. Soldaten eines im Bereich eingesetzten Pionierbataillons waren abgestellt worden, den Nahschutz zu garantieren, während man unter amerikanischen Beschuss versuchte den Panzer wieder flott zu machen.

Während dieser Exkursion werden wir uns besonders mit den Einsätzen des Pionierbataillons der 3. Panzergrenadier Division befassen, die zwischen Kettenhausen und Niedererbach in Stellung waren.

Darüber hinaus werden wir einen Einblick in die Arbeit des Sprengkommandos Forneberg erhalten. Das Sprengkommando Forneberg war in unserer Region der Vorläufer des heutigen Kampfmittelräumdienstes. Das Kommando hatte schon in der frühen Nachkriegszeit die Arbeit aufgenommen hatte und versucht einen Neubeginn zu ermöglichen, bei dem sich nicht Tag für Tag Kinder und Jugendliche beim Hantieren mit Munition und anderen Hinterlassenschaften in die Luft jagen.

Wann: 4. Mai 2019 – 14.30 Uhr

Dorffriedhof Busenhausen
Im Gründelsbruch 6

57612 Busenhausen

Wegstrecke: etwa 5 Kilometer

Dauer: ca. 3 1/2 Stunden

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


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7 – Weitefeld – I von II – Der amerikanische Vorstoß “Die Amis kommen!”

Nachdem die Amerikaner am 26. März 1945 die letzten Verteidigungsstellungen der 15. deutschen Armee zerschlagen konnten, war Altenkirchen gefallen und der Vorstoß bis nach Hachenburg ausgeweitet worden. Auf deutscher Seite standen keine Kräfte mehr zur Verfügung, die sich den starken Panzerkräften entgegen stellen konnten. Der Zusammenbruch der Frontlinie war vollkommen und die geschlagenen Wehrmachtsverbände befanden sich auf der Flucht.

Besonders während der Nachtstunden zum 27. März rollten immer wieder deutsche Fahrzeuge aus Richtung Elkenroth durch Weitefeld um sich über Niederdreisbach in nördliche Richtung abzusetzen. Zu dieser Zeit befanden sich bereits amerikanische Panzerspitzen im Wald in der Nähe von Nauroth, wo sie die Nacht verbracht hatten. Wer jetzt noch auf deutscher Seite in den naheliegenden Dörfern war, wartete entweder auf Sprit, um in letzter Sekunde das Weite zu suchen oder auf die Amerikaner, um sich zu ergeben oder um einen letzten, wahnsinnigen Widerstand zu wagen.

In der Frühe des 27. März wurde Elkenroth von den Amerikanern kampflos eingenommen und eine letzte Fahrzeugkolonne setzte sich ab in Richtung Weitefeld. Diesen Soldaten hatte der Amerikaner noch einen letzten Abschiedsgruß in Form von Karabiner-Salven hinterher geschickt. Hiernach nahmen die US-Soldaten ihren Vormarsch nach Weitefeld wieder auf. In Höhe der Sandmühle stießen sie auf einen deutschen Panzer, der seit dem Vorabend dort auf benötigten Kraftstoff wartete. Nach einer kurzen Schießerei begaben sich die deutschen Soldaten in alliierte Gefangenschaft und der weitere Vormarsch wurde wieder aufgenommen.

Noch bevor die Amerikaner an Weitefeld herangekommen waren, setzte deutsches MG-Feuer ein, wodurch die Infanterie runter von der Straße musste. Entlang des Bahndammes bahnten sie sich ihren Weg in den Ort, wo deutsche Grenadiere sich eingegraben hatten und den Angriff bereits erwarteten.

Diese Exkursion befasst sich mit den Gefechte, die sich während der Einnahme des Ortes ereigneten.

Wann: 18. Mai 2019 – 14.30 Uhr

Treffpunkt: Sportplatz zwischen 57586 Weitefeld und Elkenroth

Wegstrecke: etwa 5 Kilometer

Dauer: etwa 3 – 4 Stunden

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
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8 – Weitefeld – II von II – Das letzte Gefecht

Nachdem die Amerikaner aus Elkenroth kommend gegen Weitefeld vorgingen, schlug ihnen dort heftiges deutsche Feuer von einer deutschen Kampfgruppe entgegen, die sich im Bereich der südlich gelegenen Höhe eingegraben hatten. Die Kampfgruppe erhielt artilleristische Unterstützung durch eine schnell zusammengefasste Feuerlinie, die im Bereich „Herrig“ in Stellung befohlen war. Der gemeinsame Auftrag lautete: „Den Amerikaner aufhalten!“ damit sich die zurückziehende, eigene Truppe hinter die Sieg absetzen konnten.

Noch während sich in Weitefeld der deutsche Widerstand versteifte, wurde eine Abordnung der 3. US-Panzerdivision, die über Nacht bei Nauroth im Wald gestanden hatte, über Neunkausen gegen Weitefeld und die Geschützlinie in Richtung Friedwald angesetzt. Hierbei stieß die amerikanische Kompanie bereits kurz nach Angriffsbeginn auf den Widerstand der zuvor hastig errichteten Verteidigungslinie. Gleich nach ihrem Eingreifen hatte die Kompanie bereits einen ihrer Sherman-Panzer verloren.

Diese Exkursion beginnt an der Kreisstraße 111 in der Nähe der Firma „Muhr und Bender“ und wird zu den Örtlichkeiten dieses letzten Widerstandes führen.

Wann: 25. Mai 2019 – 14.30 Uhr

Treffpunkt: K111, am Feldweg bei der Firma Mubea in 57586 Weitfeld

Wegstrecke: etwa 5 Kilometer

Dauer: Etwa 3 bis 4 Stunden

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
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9 – Kriegsereignisse am ehemaligen Truppenübungsplatz Stegskopf

Ausbildungstage der Hilterjugend im Reichsausbildungslager (RAB) Prinz Eugen.

Juni 1944 – Ausbildungstage der Hitlerjugend im Reichsausbildungslager (RAB) Prinz Eugen, heute eher bekannt unter “Truppenübungsplatz Stegskopf. Man achte bitte besonders auf den rechten Schützen. Genaue Aufklärung dazu und wer die beiden im Foto sind und was aus ihnen wurde, werden wir während der Exkursion am 1. Juni 2018 genau erläutern.

Heute ist nur wenig über die Geschichte des ehemaligen Truppenübungsplatzes Stegskopf während des Zweiten Weltkrieges bekannt. Dafür ist die jüngere Geschichte des besonders präsent in der Erinnerung. Die Franzosenzeit nach dem Zweiten Weltkrieg und die Nutzung seitens der Bundeswehr bis zur Aufgabe des Übungsgeländes dürfte im Vordergrund der Erinnerungen stehen. Allerdings reicht die Nutzung des Truppenübungsplatzes bereits viel weiter zurück. Schon zu Kaiserzeiten unterlag das Gelände einer (teil-)militärischen Nutzung, bei der Militär- und Polizeimanöver durchgeführt wurden. Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges erinnerte sich die Wehrmachtsführung an das Gelände und ließ Infanteriedivisionen in dem Bereich Manöver durchführen, wobei selbst mit Artilleriefeuer Zielschießen durchgeführt wurde. Ab August 1943 wurde der Standort zum festen Bestandteil für Offiziersbewerber, die sich aus freiwilligen Luftwaffenhelfern rekrutierten. Diese jungen Burschen wurden besonders in der taktischen Geländeausnutzung und der Feuerkampfführung bodenständiger Infanterieeinheiten geschult; hierzu wurden zum Teil auch zu den bereits bestehenden, auch noch neue Schießbahnen angelegt. Etwa zur gleichen Zeit hatte Reichsjugendführer Artur Axman das Ausbildungszentrum „Prinz Eugen“ für Sonderlehrgänge in der Hochfrequenzfunktechnik für die Hitlerjungend eröffnet. Zudem nutzte die in Siegen stationierte Wehrmachtseinheit das Gelände seit Anfang der 1940 Jahre verstärkt zu regulären Ausbildungszwecken.

Nach dem im Herbst 1944 die Aufstellung des Deutschen Volkssturm befohlen wurde, erfolgte ab Anfang 1945 eine zusätzliche Nutzung durch den Volkssturm. Es wurde Geländeausbildung, MG-Schießen und besonders der Einsatz und die Nutzung von Minen und Panzerfäusten ausgebildet. Hierbei sollten Panzerjagdkommandos ausgebildet werden, die den gravierenden Fehlbestand an schweren Geräten ausgleichen sollte.

Ende März 1945 wurden Teile des südöstlichen Geländes dann auch noch zum direkten Kampfgebiet. Nachdem die Verbände der amerikanischen 1. US Armee aus dem Brückenkopf von Remagen ausgebrochen waren und über Bad Marienberg in Richtung Haiger vorstießen, schlug ihnen deutsches Feuer entgegen.

Diese Exkursion wird entlang der freigegebenen Wegstrecke an einige der Örtlichkeiten der letzten Kriegsereignisse führen.

Wann: 1. Juni 2018 – 14.30 Uhr

Treffpunkt: Am Friedhof, 56472 Nisterberg,

Wegstrecke: Zwischen 8 und 10 Kilometer

Dauer: etwa 4 1/2 Stunden

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
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Deutscher Gegenstoß bei Bitzen

Auf Grund des großen Interesses an der am 20. Oktober 2018 in Bitzen durchgeführten Exkursion rund um die Ereignisse vom 6. April 1945, haben wir uns dazu entschlossen, diese Wanderung ein zweites Mal anzubieten. Am Samstag den 3- November 2018 findet damit die letzte Exkursion für dieses Jahr statt.


Nachdem am 6. April 1945 der amerikanische Großangriff über die Sieg ins Rollen gekommen war, konnten sie mehrere Kilometer tief aus ihren tagelang umkämpften Brückenköpfen vorstoßen. Obwohl sie hierbei noch teilweise auf deutschen Widerstand stießen, war der Angriff durch nichts mehr aufzuhalten. Bei Etzbach gingen am Morgen Teile des 309. US Infanterieregimentes über die Sieg und drangen in Opperzau ein, wo sich die deutschen Truppen nach einem kurzen Gefecht zurückzogen. Damit war die Ausgangsbasis geschaffen, für den finalen Vorstoß gegen Bitzen, wo die Amerikaner auf Reste des Panzergrenadierregimentes 111 der 11. Panzerdivision stießen. Auf deutscher Seite hieß es am Morgen „Wir sind umgangen!“  Geführt durch einen Leutnant trat eine schwache Kampfgruppe  zu einem verzweifelten Gegenstoß an. Nachdem am späten Nachmittag die Kämpfe eingestellt wurden, säumten tote und verwundete Soldaten beider Seiten die Wege.

Dieses Mal referiert Ralf Anton Schäfer über die letzten Gefechte um den Sieg-Abschnitt im Bereich des 111. Panzergrenadierregimentes und berichtet hierbei über die Begebenheiten zwischen dem 1. und 6. April 1945.

Wann: Samstag, 3. November 2018, 14.00 Uhr

Treffpunkt: Friedhof in Zum Rödert, 57539 Bitzen

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
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Auszug aus einem amerikanischen Gefechtsbericht vom 6. April 1945

Auszug aus einem amerikanischen Gefechtsbericht vom 6. April 1945

Veranstaltungsreihe zum Kriegsende vor 73 Jahren wird fortgesetzt

Das Ende des Zweiten Weltkriegs liegt 73 Jahre zurück. Am 7. März 1945 waren die Amerikaner dazu in der Lage, in Remagen die Ludendorff-Brücke zu erobern. Damit war der Rhein überschritten und die Amerikaner bildeten einen ersten Brückenkopf auf dem Ostufer des Flusses. Ein historischer Schritt war gelungen, der dazu führte, dass der Krieg an der gesamten Westfront wesentlich verkürzt wurde. Dafür wurde allerdings das Siebengebirge, der Westerwald und später das Siegerland unmittelbar in die Kampfhandlungen einbezogen. Am 25. März 1945 brach die 3. US Panzerdivision aus dem Brückenkopf aus, Altenkirchen wurde am nächsten Tag erobert.

Wenige Tage später war das gesamte Ruhrgebiet durch die 1.- und 9. US-Armeen umzingelt worden und die Heeresgruppe B war mit rund 325.000 Mann in dem so genannten Ruhrkessel eingeschlossen. Die Südfront dieses Kessels bildete die Sieg.

Am 6. April setzten die amerikanischen Verbände zum Großangriff gegen die Sieglinie an und begannen damit, die eingeschlossenen Truppen systematisch zu zerschlagen; schon 10 Tage später stießen sie gegen Düsseldorf vor. Mehrere Übergabeaufforderungen waren bis dahin kategorisch abgelehnt worden, dennoch kam es zur Kapitulation der eingeschlossenen Resteinheiten. Generalfeldmarschall Walter Model, der Kommandeur der Heeresgruppe B, erschoss sich am 21. April 1945 in der Nähe von Duisburg.

Nachdem Verbände der 1. US-Armee Altenkirchen erobert haben, rollen pausenlos Nachschub-LKWs durch die Kreisstadt.

Nachdem Verbände der 1. US-Armee Altenkirchen erobert haben, rollen pausenlos Nachschub-LKWs durch die Kreisstadt.

Damit die Opfer und die Schreckenstage der blutigen Kampfhandlungen im März und April 1945 in unserer Region nicht in Vergessenheit geraten, hat sich die Kreisvolkshochschule Altenkirchen erneut dem Thema gewidmet und bietet eine Anzahl neuer Exkursionen auf den Spuren der letzten Kriegstage an. Unter dem Motto Geschichte ist kein Fall für das Museum, sondern der Schlüssel für die Zukunft haben wir nun gemeinsam die folgenden Exkursionen geplant.

Der thematische Schwerpunkt dieser acht folgenden Exkursionen wird besonders die Kampfhandlungen um die Sieglinie beleuchten. Dabei soll aufgezeigt werden, dass der Großteil dieser Gefechte nicht auf Basis der Materialüberlegenheit der Amerikaner ausgetragen wurde, sondern dass die GIs auch noch kurz vor Kriegsende selbst ihren “Kopf hinhalten mussten”.



Um zeitnahe Anmeldung zu den Exkursionen wird gebeten.


1 – Alsdorf – das letzte Gefecht

 

Durch amerikanische Pioniere errichteter Steeg über die Heller in Alsdorf.

Durch amerikanische Pioniere errichteter Steeg über die Heller in Alsdorf.

Nachdem die Truppen der 1. US Armee aus dem Brückenkopf von Remagen ausgebrochen waren, unternahmen sie Ende März 1945 erste Vorstöße in Richtung Sieg. Aus Richtung Steineroth kommend, hatten amerikanische Soldaten bereits während der Nacht zum 30. März 1945 einen Beobachtungsposten im Bereich der heutigen Grillhütte eingerichtet. Am frühen Morgen nahmen die Amerikaner ihre Angriffe wieder auf um weiter in Richtung Sieg vorzumarschieren. Gleich während des ersten Vorstoßes am frühen Morgen in Richtung Alsdorf verloren die Amerikaner einen Jeep durch Panzerfaustbeschuss. Hiernach gelangte der Zweite Weltkrieg unmittelbar auch in den Ort.

Bei dieser Exkursion werden wir uns mit den Kampfhandlungen in Alsdorf befassen und danach zum Teil der Route folgen, wie ihn die amerikanische Baker-Kompanie des 28. US Infanterieregimentes nahm, um den Ort zu erobern.

Wann: Samstag, 8. September 2018, 14,30 Uhr

Treffpunkt: Parkplatz am Beginn der Industriestraße in 57518 Alsdorf

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
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2 – Wie der Krieg in Wingendorf zu Ende ging

In Betzdorf war der Molzberg nach heftigen Gefechten erobert worden und noch bevor am 4. April eine Kompanie des 28. US Infanterieregimentes der 8. US Infanteriedivision gegen Wallmenroth vorgehen sollte, waren bereits andere Teile des Regimentes dabei, den Brückenkopf in Richtung Wingendorf auszuweiten. Hierdurch sollten die Verbindungen zur Frontlinie unterbunden werden, da man befürchtete, in Wallmenroth auf heftigen Widerstand zu stoßen.

Während dieser Exkursion wird die Eroberung von Wingendorf dargestellt und auf die Begebenheiten des 6. Aprils eingegangen, als die amerikanischen Verbände zum Großangriff über die Sieg antreten.

Wann: Samstag, 15. September 2018, 14.30 Uhr

Treffpunkt: Friedhof im Glotzhardtweg, 57548 Wingendorf

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
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3 – Katzwinkel – Der amerikanische Großangriff

Unter deutsches Feuer geratene US-Soldaten.

Unter deutsches Feuer geratene US-Soldaten. In der linken Bildmitte erkennen wir Sanitätssoldaten bei der Arbeit.

In der Nacht zum 1. April 1945 hatten die Amerikaner erfolglos versucht, die Sieg bei Wallmenroth zu überqueren. Aus diesem Grund mussten sie die Sieg bei Betzdorf überschreiten, wo es während der nächsten Tage zu heftigen Gefechten um den Molzberg kommen sollte. Am 4. April drangen die Amerikaner nach Wallmenroth und WIngendorf vor und bauten so ihre Brückenkopf stetig weiter aus.

Am frühen Morgen des 6. Aprils 1945 setzte heftiges Artilleriefeuer entlang der gesamten Siegfront ein. Dies war das Startsignal für die amerikanische Infanterie zum Großangriff überzugehen.

Diese Exkursion befasst sich im Schwerpunkt mit den Waldkämpfen des 6. April 1945.

Wann: Samstag, 22. September 2018, 14.30 Uhr

Treffpunkt: Alte Poststraße bei Kalteich, zwischen 57584 Wallmenroth und 57581 Katzwinkel

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
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4 – Panzerkampf bei Diedenberg

Die Nacht zum 6. April 1945 war auf deutscher Seite geprägt durch Umgruppierungen und Schwerpunktbildungen entlang sämtlicher Fronten im gesamten südlichen Ruhrkessel. Rückwärtige Bereiche wurden aufs Neue durchgekämmt, um noch in den Kampf werfen zu können, wer greifbar war. Kanoniere, für die keine Artillerie mehr zur Verfügung standen, wurden dem infanteristischen Kampf zugewiesen.

Als in den frühen Morgenstunden das amerikanische Artilleriefeuer einsetzte, war den deutschen Soldaten klar, dass nun der nächste große Angriff bevorstand. Nachdem das Trommelfeuer verstummte, setzten sich die amerikanischen Soldaten in Bewegung. Im Verlauf des weiteren Tages kam es fast überall entlang der Front zu kleineren und größeren Gefechten. Dennoch konnte an den meisten Bereichen die deutsche Verteidigung einfach überrannt werden, anderenorts zogen sich die Deutschen unter hinhaltenden Widerstand zurück.

In der Nähe von Diedenberg waren die Reste einer deutschen Panzerjäger Abteilung in Stellung gegangen und erwarteten den durch Sherman-Panzer unterstützten Amerikaner.

Während dieser Exkursion stehen besonders die Ereignisse des 6. April 1945 im Fokus.

Wann: Samstag, 29. September 2018, 14.30 Uhr

Treffpunkt: Am Wasserbehälter bei 57548 Diedenberg

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5 – Gefechte um Brühlhof und der Vorstoß nach Freusburg

Nachdem bei Kirchen die Sieg überquert war, entwickelten sich um Brühlhof und später um Grindel mehrere Gefechte. Erst nachdem dieser Widerstand eingestellt wurde, konnte der eigentliche Angriff in Richtung Freusburg ausgeweitet werden. Der Ort war auf amerikanischer Seite als Ausgangspunkt zur Bildung eines Brückenkopfes erkoren worden.

Das Augenmerk wird während dieser Exkursion auf den Ereignissen der Eroberung von Brühlhof und dem anschließend Vormarsch nach Freusburg liegen.

Wann: Samstag, 6. Oktober 2018, 14.00 Uhr

Treffpunkt: Kreuzungsbereich Am Buschert und Bahnstraße in 57548 Kirchen

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6 – Der bei Wissen gefallene Ritterkreuzträger Otto Weimer

Ende März 1945 waren die Verbände der 1. US Armee aus dem Brückenkopf von Remagen durch die Front der 15. deutschen Armee weit in östliche Richtung durchgebrochen.

Oberleutnant Otto Weimer

Oberleutnant Otto Weimer

Nach dem 27. März konnte diese Angriffe nichts mehr stoppen und die deutschen Verbände befanden sich auf der Flucht hinter die Sieg. Die deutsche Führung entschloss sich am 29. März 1945 dazu, die Sieg in ihrer gesamten Länge höchst offiziell zur Frontlinie zu ernennen. Um diese Linie spielten sich bis einschließlich den 6. April 1945 schwere Gefechte ab.

Der südliche der Sieg gelegene Ortsbereich wurde durch die Amerikaner besetzt und über den Sandberg drangen sie in den Ortsteil Brückhöfe ein, wo sie einen Brückenkopf bilden konnten. Dieser Brückenkopf wurde für einige Tage zum Schauplatz heftiger Gefechte.

Diese Exkursion wird die Ereignisse bis zum 6. April 1945 behandeln und dabei besonders die Lage des deutschen Grenadierregiments 957 (GR) beleuchten, welches dort im Einsatz war.

Wann: Samstag, 13. Oktober 2018, 14.00 Uhr

Treffpunkt: Am Mühlengraben in 57537 Wissen

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
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7 – Deutscher Gegenstoß bei Bitzen

Nachdem der amerikanische Großangriff über die Sieg am 6. April 1945 ins Rollen gekommen war, konnten sie gleich mehrere Kilometer tief aus ihren tagelang umkämpften Brückenköpfen vorstoßen. Obwohl sie hierbei noch teilweise auf deutschen Widerstand stießen, waren ihre Angriffsbewegungen durch nichts mehr aufzuhalten.

Trotzdem stellten sich ihnen immer wieder zusammengefasste Kampfgruppen oder einzelne, kleinere Einheiten in den Weg, um einen letzten und aussichtslosen Kampf zu führen.

So kam es auch am 6. April 1945 in Bitzen zu einem letzten Aufbäumen von Resten des Panzergrenadierregimentes 111 der 11. Panzerdivision. Um 8 Uhr am Morgen hieß es „Wir sind umgangen!“  Geführt durch einen Leutnant trat man zu einem Gegenstoß an. Als am späten Nachmittag die Kämpfe eingestellt waren, säumten tote und verwundete Soldaten beider Seiten die Wege.

Dieses Mal referiert Ralf Anton Schäfer über die letzten Gefechte um den Sieg-Abschnitt im Bereich des 111. Panzergrenadierregimentes und berichtet hierbei über die Begebenheiten zwischen dem 1. und 6. April 1945.

Wann: Samstag, 20. Oktober 2018, 14.00 Uhr

Treffpunkt: Friedhof in Zum Rödert, 57539 Bitzen

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
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8 – Letzter Widerstand bei Freudenberg


Der Giebelwald und der Verlauf der Sieg waren seit Anfang April 1945 zur Hauptkampflinie geworden, um die erbittert gekämpft wurde. Bei Wissen, Betzdorf, Freusburg und  Gosenbach konnten amerikanischen Verbände die Sieg überqueren und auf dem Nordufer des Flusses Fuß fassen.

Auf deutscher Seite wurde ein großangelegter Gegenangriff befohlen, der die amerikanischen Brückenköpfe zerschlagen sollte. Diese Maßnahmen waren zum Teil von Erfolg gekrönt, so dass die Amerikaner wenigstens ihre Brückenköpfe in Gosenbach und in Brückhöfe aufgeben mussten. Jedoch trat hierdurch kaum eine Erleichterung ein, da die Angriffe die letzten deutschen Reserven aufgebraucht hatten.

Bereits am nächsten Tag war der zuvor zurückeroberte Raum wieder in amerikanische Hand gefallen. Die Initiative lag erneut bei den Amerikanern, die am 6. April zum Großangriff in den Ruhrkessel angetreten waren. Von in Gefangenschaft geratenen deutschen Soldaten hatten die Amerikaner erfahren, dass Freudenberg ein Sammelplatz von zwei deutschen Divisionen war. Noch am 7. April befanden sich in und um den Ort mehr als 2000 deutsche Soldaten.

Diese letzte Exkursion in diesem Jahr wird die Ereignisse vom 8. April 1945 aufgreifen. An diesem Tag wurde Oberfischbach erobert und der Vormarsch in Richtung Freudenberg wurde vorangetrieben.

Wann: Samstag, 27. Oktober 2018, 14.00 Uhr

Treffpunkt: Parkplatz rechts der Dirlenbacher Straße zwischen 57258 Dirlenbach und Oberasdorf

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
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Für die Exkursionen wird jeweils eine Teilnehmergebühr in Höhe von 5 Euro erhoben.
Anmeldungen nimmt die Kreisvolkshochschule unter Telefon 0 26 81/ 81- 22 12 oder per E-Mail unter kvhs@kreis-ak.de entgegen.
Hier sind auch weitere Informationen erhältlich.


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Im neuen Gewand

Heute startet offiziell die Seite in einem neuen Style. Der Quellcode unserer Seiten wurde neu programmiert, dem einen oder anderen ist sind diverse optische Änderungen bereits aufgefallen. Aber auch unter “der Motorhaube” haben wir diverse Änderungen vorgenommen. So werden die Inhalte der Seiten jetzt schneller geladen. Darüber hinaus haben wir die Anbindung der Gefallenendatenbank überarbeitet und verschiedene neue Inhalte eingefügt. Allerdings sind innerhalb des eingebundenen Kartensystems noch nicht alle Inhalte aktualisiert – das bedarf noch ein wenig an Handarbeit, die letzten Verknüpfungen auf den aktuellen Stand zu bringen.

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Abschließend möchte ich besonders auf die folgende Internetseite hinweisen, welche meine Frau Rebecca betreut. Ihr ist es nämlich zu danken, dass manche handschriftlichen Hinweise in Kriegstagebüchern oder persönliche Niederschriften lesbar wurden. Wenn jemand Unterstützung beim Entziffern alter Texte benötigt, dem kann hier geholfen werden.

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Nebelkörper der Wehrmacht

Besonders während der letzten beiden Kriegsjahre wurde die direkte Panzerabwehr immer weiter auf die Schultern der in der vorderen Linie eingesetzten Grenadiere ausgelagert. Hierdurch versuchte man die Fehlbestände an schweren Panzerabwehrwaffen zu komprimieren. Drohten feindliche Panzer durch die deutschen Linien durchzubrechen, oblag es oft der Infanterie, diese Panzer aufzuhalten. Panzerjagdkommandos hatten den Auftrag, feindliche Panzer durch den gezielten Einsatz von PaK (Panzerabwehrkanonen), Minen und Panzerfäuste auszuschalten. Dabei kam es oft zur direkten Konfrontation zwischen Mann und Panzer. Besonders Panzerfaust und Panzerschreck (Panzerbüchse 54) wurden ihrem Ruf gerecht, feindliche Panzerfahrzeuge wirksam bekämpfen zu können – sofern sich die Waffe in der Hand eines mutigen Soldaten befand.

Blenden

Näherten sich feindliche Panzer auf eine Entfernung von weniger als 100 Metern, konnten sie schnell zur wehrlosen Beute für eine gut getarnte Grenadiergruppe werden, die mit Tellerminen, Panzerfäusten und automatischen Waffen das Ende für ganze Panzerverbände bedeuten konnten. Aber Mut allein war keine Waffe und so mussten die Grenadiere die feindlichen Panzer zu aller erst zum Halten zwingen und ihn von der Begleitinfanterie trennen. War das geschehen, konnte der Versuch unternommen werden, den Panzer auszuschalten.

Dann musste ihm die Sicht genommen werden, hierzu kamen chemische Blend- und Nebelkörper zum Einsatz. Besonders wenn der erzeugte Nebel in den Kampfraum des Panzers eindringen konnte, war es mit etwas Glück möglich, feindliche Panzerkampfwagen unzerstört zu erobern, da die Besatzung durch die starke Reizwirkung zur Aufgabe des Panzers gezwungen wurde.

Die hierfür eingesetzten Nebelkörper glichen zu Beginn des Krieges noch im wesentlichen Aufbau der Stielhandgranate 24. Im September 1939 verfügte das deutsche Heer über rund 65.000 Stück Nebelhandgranaten 39; bis zum Endes des Zweiten Weltkrieges wurden rund 7,4 Mio. Stück hergestellt.

Der nachfolgende Artikel befasst sich ausschließlich mit den Handgranaten, die als Nebelwaffen eingesetzt wurden und klammert bewusst die Nebeltöpfe- und Kerzen aus, da diese zum Teil mit unterschiedlichen Nebelstoffen gefüllt waren.

Deutsche Panzergrenadiere in Italien - Bewaffnet mit Panzerschreck, MP40 und einer Nebelhandgranate 39. Fotos Bundesarchiv: Bild 101I-313-1003-16A / Vack /

Deutsche Panzergrenadiere in Italien – Bewaffnet mit Panzerschreck, MP40 und einer Nebelhandgranate 39. Fotos Bundesarchiv: Bild 101I-313-1003-16A / Vack /

Nebelhandgranate 39 und 39B

Die Nebelhandgranate 39 besaß eine rund 420 Gramm schwere Wirkladung aus Hexachlorethan (C2Cl6) und Zinkpulver, die mittels Abreißzünder (Brennzünder 39 Nebel) und Zündkapsel (Zündladung Nr.4) zum Abbrand gebracht wurde. Die Verzögerung lag je nach verwendeten Zündern bei 4.5 Sekunden bzw. bei max. 7 Sekunden. Wenig später wurde die Nebelhandgranate 39 B eingeführt, diese war baugleich also absolut identisch, unterschied sich nur durch ein verändertes Mischungsverhältnis der beiden Hauptbestandteile der Nebelmasse, diese beliefen sich fortan auf 47 Teile Zink zu 53 Teilen Hexachlorethan. Ab 1942 kamen neben der bislang bewährten Mischung zunehmend auch Mischungen von 80 Teilen Hexachlorethan und 20 Teilen Aluminiumpulver zum Einsatz. Hierdurch erhielt der Nebel eine grauere Grundfärbung. Auf die Brenndauer hatte die neue Mischung keinen Einfluss, die Nebelbildung betrug immer noch etwa zwei Minuten.

Sowohl bei der Nebelhandgranate 39 als auch bei dem Nachfolgemodel 41 finden sich acht, selten auch neun, Ausgasungslöcher für den Nebel rings um den Bereich wo der Zünder in den Nebelkörper eingebracht ist. Der Stiel der Nebelhandgranate 39 besitzt mittig einen etwa 2 cm breiten weißen Farbstreifen und am Griffende wurde ab Ausführung 39B eine Riffelung angebracht, damit ein besonderes Unterscheidungsmerkmal bei Dunkelheit zur Stielhandgranate 24 hergestellt werden konnte. Das Wurfgewicht der Nebelhandgranate 39 liegt bei rund 850 Gramm.

Darstellung der Nebelhandgranate 39B - besonders Markant: Das geriffelte Stielende zur Unterscheidung von der Stielhandgranate 24. Abbildung aus Heeresdienstvorschrift 211.

Darstellung der Nebelhandgranate 39B – besonders Markant: Das geriffelte Stielende zur Unterscheidung von der Stielhandgranate 24. Abbildung aus Heeresdienstvorschrift 211.

Stielhandgranate 24 - Handgranate mit Sprengwirkung - daher musste dringend ein Unterscheidungsmerkmal geschaffen werden. Abbildung: "Allied Technical Intelligence Reports 1944-45" German Grenades, Nationalarchiv Washington, USA

Stielhandgranate 24 – Handgranate mit Sprengwirkung – daher musste dringend ein Unterscheidungsmerkmal geschaffen werden. Abbildung: “Allied Technical Intelligence Reports 1944-45” German Grenades, Nationalarchiv Washington, USA

Nebelhandgranate 41

1941 wurde mit der Nebelhandgranate 41 das Nachfolgemodel eingeführt, ohne aber das Standardmodell abzulösen. Nahezu identisch im Aufbau, allerdings ohne den typischen Stiel, doch dafür mit dem Zündschnuranzünder 39 versehen, fasste der Nebelkörper bei einer Abmessung von 66 x 73 mm rund 450 Gramm der gleichen Mischung. Das Gesamtgewicht betrug rund 530 Gramm. Obgleich die Wirkladung um rund 30 Gramm erhöht worden war, betrug die reine Brenndauer lediglich 100 – 120 Sekunden und lag damit sogar im Schnitt unter der Brenndauer des Schwestermodels.

Abbildung der Nebelhandgranate 41 - ohne eingeschraubten Zünder. Abbildung: Heeresdienstvorschrift 1103 / Heft 1, Nebelmittel, Beschreibung und Bedienungsanleitung

Nebelhandgranate 41 – ohne eingeschraubten Zünder. Abbildung: Heeresdienstvorschrift 1103 / Heft 1, Nebelmittel, Beschreibung und Bedienungsanleitung

Nebeleihandgranate 42

Im Sommer 1943 stellten Ingenieure in der Heeresversuchsstelle Munster-Nord die Nebeleihandgranate 42 vor. Optisch zwar eine Neuerung, arbeitete das neue Baumuster immer noch nach dem altbekannten Prinzip. Ein ovaler Metallkörper, der aus einer oberen und unteren Halbschale bestand. Am oberen Ende war der Abreißzünder untergebracht, der Zündschnuranzünder 29 bzw. 39. Zudem fanden sich in der oberen Hälfte drei Öffnungen, die dem Austritt des Nebels dienten. Die Nebelladung befand sich in der unteren Hälfte. Ebenfalls am unteren Ende war eine Öse zum einfachen Transport der Granate angebracht. Die Länge inkl. Zünder betrug 135 mm, der Durchmesser lag bei 60 mm. Das Nebel-Ei 42 wog 280 Gramm, wovon 170 Gramm auf die Füllung entfielen. Ein großer Vorteil dieser Nebelhandgranate lag darin, dass sie sich mittels Leuchtpistole und dem Adapter für den Wurfkörper 361 nun auch anstelle der Eierhandgranate 39 auf größere Entfernung verschießen ließ.

Seit Oktober 1943 lief die Massenproduktion an und bis zum Kriegsende waren knapp 1,8 Mio. Stück an die Truppe ausgeliefert worden.

Nebeleihandgranate 42 - Foto "Allied Technical Intelligence Reports 1944-45" - Report No. 54, Nationalarchiv Washington, USA

Nebeleihandgranate 42 – Foto “Allied Technical Intelligence Reports 1944-45” – Report No. 54, Nationalarchiv Washington, USA

Gemeinsame Merkmale

Alle drei Modelle besaßen ein unterbrochenes, etwa 1 cm breites weißes Band quer über den Steingrau, zum Teil auch grün lackierten Körper, dazu die mit Tintenstempel aufgebrachte Typenbezeichnungen. Bei jeweils der Nebelhandgranate 39 und 41 waren auf dem Topf Aufkleber aufgebracht mit dem Warnhinweis „Lebensgefahr bei Verwendung in geschlossenen Räumen“, ein entsprechender Warnhinweis fand sich bei der Nebelhandgranate 42 am unteren Ende, konnte aber auch komplett fehlen. Um die Nebelhandgranate 39 auch während der Dunkelheit sicher von der Stielhandgranate 24 unterscheiden zu könne, war hier der Stiel am unteren Ende mit Kerben versehen.

Bei allen Modellen musste größtes Augenmerk darauf gelegt werden, dass nicht versehentlich die Sprengkapsel Nummer 8 (zur Verwendung z.B. in der Stielhandgranate) eingesetzt wurde.

In sämtlichen Ausführungen der Nebel(Hand)granaten war die Nebelmischung in Wachspapier eingelassen und mit einem zusätzlichem Deckel aus Wachpapier zum Zünder hin abgedichtet.

Abbrand und Toxikologie

Nach der Zündung kommt es zum Abbrand der eingebrachten Mischung, wobei das Zinkpulver unter der Bildung von gasförmigen Zinkchlorid (ZnCl2) das Hexachlorethan zersetzt. Da Zinkchlorid höchst hygroskopisch ist, zieht es Feuchtigkeit aus der Umgebungsluft, wobei es zur Bildung des typischen dichten weißen Nebel kommt.

Bereits die freigesetzten Stoffe des Hexachlorethan wirken Leberschädigend und können darüber hinaus eine narkotisierende Wirkung haben. Da allerdings der Abbrand gemeinsam mit Zinkpulver und zum Teil anderen Metallen wie Aluminium bzw. Magnesium erfolgt, kann es zur Freisetzung von polychlorierten Dibenzodioxinen kommen, den besser bekannten Dioxinen.

Der freigesetzte Nebel besitz einen brennenden Geschmack und wirkt stark ätzend. Erst 1991 wurde im Zuge von wissenschaftlichen Untersuchungen festgestellt, dass gerade die Entstehungsprodukte im Abbrand gemeinsam mit Zinkchlorid besonders gefährlich waren und zu schweren pathologische Lungenverletzungen führen können, die unter Umständen zum Tod durch Lungenödem führen.  ZnCl2 ist stark ätzend und adstringierend, das heißt Eiweißfällend, wodurch es zur Austrocknung und bei wiederholter Aufnahme zur dauerhaften Schädigung von Schleimhäuten kommen kann. Zudem führt der Nebel zu Verbrennungserscheinungen auf feuchten Körperoberflächen, einschließlich der Atemwege und des Magen-Darm-Trakts. Darüber hinaus wurde berichtet, dass es die Nervenenden in den oberen Atemwegen und der Augen schädigt, was zur nachhaltigen Schädigung des Geruchssinns und der Sehleistung führen kann. “

Da Hexachlorethan wasserunlöslich ist, ist die Gefährdung auch nach mehr als 70 Jahren nach Kriegsende uneingeschränkt hoch. Zink in reiner Pulverform ist ein sich selbst entzündbarer, pyrophorer Stoff, der sich bereits bei Raumtemperatur an der Luft ohne weitere Energiezufuhr erhitzen und schließlich entzünden kann. Diese Eigenzündfähigkeit hängt ab von der Reinheit und der Korngröße des Pulvers. Bei Kontakt mit Wasser bilden sich Gase, die sich spontan entzünden können.

Ausbildung der Panzer-Nahbekämpfung am fahrenden Modell. Nachdem die Nebelhandgranaten an der Panzerfront angebracht wurde, muss der Soldat die Sprengladung anbringen. Der graue Rauch deutet darauf hin, das hier eine Nebelmischung mit Aluminiumanteil verwendet wurde.

Ausbildung der Panzer-Nahbekämpfung am fahrenden Modell. Nachdem die Nebelhandgranaten an der Panzerfront angebracht wurde, muss der Soldat die Sprengladung anbringen. Der graue Rauch deutet darauf hin, das hier eine Nebelmischung mit Aluminiumanteil verwendet wurde. Bild: Bundesarchiv, Bildnummer 183-J08362

Quellenangaben:

  1. Heeresdienstvorschrift 469/4, Panzernahbekämpfung, Oberkommando des Heeres, 1942
  2. Heeresdienstvorschrift 211, Oberkommando des Heeres, ohne Jahrgang
  3. Allied Technical Intelligence Reports 1944-45″, Nationalarchiv Washington, USA
  4. Enemy Ordnance Material, German, 1945, United States Army, USA
  5. Catalog of German Ordnance and Equipment, Mines, Grenades, Ammunition, Aberdeen Proving Ground, Maryland
  6. Waffen-Arsenal – Panzerabwehrgeschütze. 3,7 cm – 5,0 cm – 7,5 cm – 8,8 cm – Pak. Band 117, Podzun-Pallas Verlag, ISBN 3-7909-0360-4
  7. Waffen-Arsenal – Deutsche Handgranaten 1914-1945, Band 175, Wolfgang Fleischer, Podzun-Pallas Verlag, ISBN 3-7909-0631-x
  8. Deutsche Nahkampfmittel bis 1945, Hubert Fleischer und Hubert Jülch, Motorbuch-Verlag, ISBN 978-3613025875
  9. “Toxicity of Military smokes and obscurants, Volume I”, 1997, Committee on Toxicity, Subcommittee on the Assessment of Military Smokes and Obscurants, National Research Council, National Academy Press, Washington, USA,
  10. Wikipedia-Beitrag zu Zinkchlorid
  11. Wikipedia-Beitrag zu Hexachlorethan
  12. Wikipedia-Beitrag zu Zink
Schematischer Aufbau eines Abreiszünders

Schematischer Aufbau eines Abreißzünders.

 

Oswald, Hans

Hans Oswald

wurde am                                                                 02.11.1921                              in                      Wollbach                  geboren.

Zum Zeitpunkt seines Todes war er                         Obergefreiter in einem Fallschirmjägerregiment.

Er ist am                                                                   11.03.1945 während des Bombenangriffs auf Weyerbusch gefallen.

Seine Ruhestätte befand oder befindet sich in*:    Wollbach / Bayern

Sonstige Anmerkungen:

Bilek, Sepp

Josef, gen. Sepp Bilek

wurde am                                                                 12.12.1920                      in                     Blindenmarkt/Österreich                  geboren.

Zum Zeitpunkt seines Todes war er                         Unteroffizier in einem Panzerregiment.

Er wurde am                                                                   26.03.1945 nördlich von Altenkirchen verwundet und ist am 27.03.1945 in Waldbröl verstorben.

Seine Ruhestätte befand oder befindet sich in*:    Waldbröl/Bergfriedhof.

Grablage Nummer 66

 

Kirchgrabner, Harald

Harald Kirchgrabner

wurde am                                                                 22.03.1927                      in                     Augsburg                  geboren.

Zum Zeitpunkt seines Todes war er                         Gefreiter in einem Artillerieregiment.

Er ist am                                                                   25.03.1945 gefallen.

Seine Ruhestätte befand oder befindet sich in*:    Windeck/Herchen.

Sonstige Anmerkungen: Verstorben auf dem Heeresverbandsplatz in Herchen als Angehöriger des Artillerieregiment 363.

Gut Ding braucht Weile

Letzte Woche habe ich ja Mal ausprobiert wie stabil eigentlich so ein menschliches Schienbein ist. Langer Rede kurzer Sinn – der Knochen ist schon recht stabil, aber eben leider nicht stabil genug! Gebrochen ist gebrochen, das wissen auch die Ärzte, die meinen Unterschenkel operieren mussten. Die Diagnose lautet komplizierter Dreifachbruch, wodurch ich natürlich wenigstens für die nächste Zeit, sagen wir mal „ein wenig gebremst sein werde“. Ich bin zwar auf Krücken und mit einem Rollstuhl halbwegs mobil, aber eben nicht ausreichend mobil genug um die geplante Veranstaltungsreihe durchführen zu können.

Auf Grund der schwere und der Art der Verletzung werden auch kleinere Wanderungen erst Mal ein Tabu-Thema sein, was uns zu dem Punkt bringt, dass die anstehende Exkursionsreihe leider restlos abgesagt bzw. auf einen unbekannten Zeitraum verschoben werden muss. Sämtliche Gehversuche sind für die nächsten sechs Wochen tabu; dann erst darf ich damit beginnen, meinen Fuß langsam wieder zu belasten. Bis ich wieder richtig oder nur gut gehen kann, wird sicher einiges an Zeit vergehen und sobald ich dann wieder Fit genügend sein werde, werden neue Termine für die Veranstaltungen hier bekannt gegeben.

Der Ausspruch “Hals- und Beinbruch” kommt vielleicht gelegen – oder ungelegen. Ich habe mir zwar nicht den Hals gebrochen und hoffe jetzt, dass das nicht Grundvoraussetzung für ein bisschen mehr Glück ist. Hoffentlich reicht das Bein???

Vielen Dank

Viele Grüße und besten Dank für Euer Verständnis

Euer

Ralf Anton Schäfer

PS: Falls sich jemand genötigt sieht, Blumen zu schicken… I dont like Flowers… Aber meiner Frau stände jetzt schon der eine oder andere Straus Blumen zu. Denn ohne ihre Hilfe würde ich viele Dinge des sonst so selbstverständlichen Alltags nicht ohne weitere Bestehen.

Veranstaltungen zum Kriegsende vor 73 Jahren

ACHTUNG – die gesamte Veranstaltungsreihe musste abgesagt werden! Weiteres finden Sie hier – Gut Ding braucht Weile!

Beinahe 73 Jahre liegt das Ende des Zweiten Weltkrieges zurück. Die Amerikaner setzten am 7. März 1945 in Remagen über den Rhein und bildeten einen ersten Brückenkopf auf dem Ostufer des Flusses. Damit war ein historischer Schritt gelungen, der dazu führte, dass der Krieg an der gesamten Westfront wesentlich verkürzt wurde. Nachdem die dauerhaften Gefechte um den Remagener Brückenkopf zu einer blutigen Niederlage geführt hatten, wurde Altenkirchen am 26. März 1945 durch amerikanische Verbände erobert. Bereits wenige Tage später wurde das Ruhrgebiet umzingelt, wobei die gesamte Heeresgruppe B mit rund 325.000 Mann in dem so genannten Ruhrkessel eingeschlossen wurde. Die Südfront dieses Kessels bildete die Sieg in ihrer gesamten Länge. Am 6. April setzten die amerikanischen Verbände zum Großangriff gegen die Sieglinie an und begannen damit, die eingeschlossenen Truppen systematisch zu zerschlagen; schon 10 Tage später stießen sie gegen Düsseldorf vor. Mehrere Übergabeaufforderungen waren bis dahin kategorisch abgelehnt worden, dennoch kam es zur Kapitulation der eingeschlossenen Resteinheiten. Generalfeldmarschall Walter Model, der Kommandeur der Heeresgruppe B, erschoss sich am 21. April 1945 in der Nähe von Duisburg.

Während Berlin im blutigem Straßenkampf unterging, entzog sich Adolf Hitler am 30. April 1945 durch Selbstmord der Verantwortung. Noch immer von einigen seiner treusten Generäle als „d e r  F ü h r e r“ verehrt, ruhten auch nach dessen Tod die Waffen nicht.

Seit dem 5. Mai 1945 um 8. Uhr früh herrschte in Holland, Nordwestdeutschland, von der Emsmündung bis zur Kieler Förde sowie in Dänemark einschließlich der diesen Gebieten vorgelagerten Inseln Waffenruhe. Am 7. Mai 1945 erfolgte im obersten Hauptquartier der Alliierten in Reims die bedingungslose Kapitulation der deutschen Wehrmacht. Als dann am 8. Mai 1945 endlich die Waffen schwiegen, hatten mehr als 60 Mio. Menschen ihr Leben verloren. Die Gefallenen sämtlicher Nationen blieben auf den Schlachtfeldern zurück, Mütter weinten um ihre Söhne und Ehemänner. Wen der Krieg nicht hingerafft hatte, der starb auf der Flucht durch Hunger, Kälte oder Tieffliegerangriffe. Und die Welt erfuhr davon, was sich hinter den Zäunen unzähliger Lager abgespielt hatte. Von den Krematorien, von Vernichtungslagern, vom Tod von wenigstens 5,7 Mio Juden, etwa 3 Millionen sowjetischen Kriegsgefangenen, dazu etwa 3-4 Mio nichtjüdische Zivilisten, KZ-Einsassen, Häftlingen, Zwangsarbeitern und Deportierten.


Damit die Opfer und die Schreckenstage der blutigen Kampfhandlungen im März und April 1945 in unserer Region nicht in Vergessenheit geraten, hat sich die Kreisvolkshochschule Altenkirchen erneut dem Thema gewidmet und bietet eine Anzahl neuer Exkursionen auf den Spuren der letzten Kriegstage an. Unter dem Motto Geschichte ist kein Fall für das Museum, sondern der Schlüssel für die Zukunft haben wir nun gemeinsam die folgenden Exkursionen geplant.

Am Samstag den 17. März 2018 eröffnen wir diese Veranstaltungsreihe mit einer Tagesfahrt ins Friedensmuseum nach Remagen und verlassen hiermit erstmalig das Gebiet des Kreises Altenkirchen. In der darauf folgenden Woche werden wir uns mit dem ersten Einsatz des I. Altenkirchener Volkssturmbataillons in der Nähe von Neustadt a.d. Wied beschäftigen. Dazu fahren wir zum Kloster Ehrenstein, wo sich unter anderem der Bataillonsgefechtsstand des Volkssturmes befunden hat. Ein weiteres Mal außerhalb des Kreis Altenkirchen sind wir bei Uckerath unterwegs. Hier standen neben verschiedenen anderen deutschen Verbänden die 363.- und 62. Volksgrenadier Divisionen im Kampf um die zur Festung erklärten Stadt. Nur kurz darauf waren beide Divisionen zwischen Betzdorf und Wissen entlang der Siegfront eingesetzt – die verschiedenartige Kriegsführung beider Divisionskommandeure werden wir in diesem Fall besonders beleuchten.

Alle neun Exkursionen dieser Veranstaltungsreihe für das erste Halbjahr 2018 werden die weniger bekannten Kampfhandlungen südlich der Sieg 1945 hervorheben.

Um zeitnahe Anmeldung zu den Exkursionen wird gebeten.



Eine 8,8-cm-Flak-36 im Erdkampfeinsatz. Schon kurz nach Beginn des Frankreichfeldzuges zeigte das für die Luftabwehr konzipierte Geschütz seine Stärken bei der Panzerabwehr. Bis August 1944 waren rund 12.000 Geschütze der berühmt-berüchtigten Eightyeight, wie sie bei den Alliierten genannt wurde, gebaut worden und fügten feindlichen Panzerverbänden hohe Verluste zu. Rheinhold Schmidt, der als Wachtmeister im Flak-Sturm-Regiment 4 diente, berichtete davon, dass ihre Geschütze in der Zeit nach der Landung der Alliierten im Sommer 1944 in der Normandie bis zu den letzten Kämpfen im Ruhrkessel mehr amerikanische Panzer ausgeschaltet habe, als sie dazu in der Lage waren feindliche Flieger vom Himmel zu holen.

Eine 8,8-cm-Flak-36 im Erdkampfeinsatz. Schon kurz nach Beginn des Frankreichfeldzuges zeigte das für die Luftabwehr konzipierte Geschütz seine Stärken bei der Panzerabwehr. Bis August 1944 waren rund 12.000 Geschütze der berühmt-berüchtigten Eightyeight, wie sie bei den Alliierten genannt wurde, gebaut worden und fügten feindlichen Panzerverbänden hohe Verluste zu. Rheinhold Schmidt, der als Wachtmeister im Flak-Sturm-Regiment 4 diente, berichtete davon, dass ihre Geschütze in der Zeit nach der Landung der Alliierten im Sommer 1944 in der Normandie bis zu den letzten Kämpfen im Ruhrkessel mehr amerikanische Panzer ausgeschaltet habe, als sie dazu in der Lage waren feindliche Flieger vom Himmel zu holen.

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1 – Tagesfahrt nach Remagen

Am 7. März 1945 können amerikanische Truppen bei Remagen die Ludendorff-Brücke unzerstört erobern und einen Brückenkopf auf dem Ostufer des Rheins bilden. Die Brücke wird zum schick Auf deutscher Seite versucht man mit allen Mitteln den Brückenkopf zu zerschlagen, muss aber angesichts der heftigen Gegenwehr zur hinhaltenden Verteidigung übergehen. Bis zum 19. März bauen die Amerikaner ihren Brückenkopf stetig aus. Am 25. März 1945 brechen die Verbände der 1. US Armee aus dem Brückenkopf aus, worauf sie Anfang April das Ruhrgebiet umzingeln.

Während dieser Tagesfahrt werden wir am Vormittag die Kriegsgräberstätte Ittenbach bei Königswinter besuchen. Hier haben 1.871 Gefallene des II. Weltkrieges ihre letzte Ruhestätte gefunden. Die Kriegsgräberstätte war auch für die amerikanischen Soldaten eine Stätte der Trauer, da sie hier zahlreiche Gefallenen aus den Gefechten um den Brückenkopf von Remagen, der Sieglinie, dem Ruhrkessel und aus dem Harz zur Ruhe betteten. Im Anschluss nach dem Besuch dieser Kriegsgräberstätte werden wir die Weiterfahrt nach Remagen antreten, wo wir entweder gemeinsam oder jeder für sich das Mittagsessen zu sich nehmen können. Im Anschluss besichtigen wir das Friedensmuseum in den erhaltenen Brückentürmen der Ludendorffbrücke in Remagen. Hier wird bei genügend Teilnehmern eine Führung durch die Museumsräume stattfinden. Am Nachmittag werden wir die Rückfahrt nach Altenkirchen antreten. Auf dem Rückweg werden wir einen Zwischenstopp im Bereich des den damaligen Feldflughafens Eudenbach machen. Hier war das amerikanische 413. Infanterieregiment am 23. März 1945 auf die Reste der 9. Panzerdivision gestoßen.

Wann: Unbekannt verschoben!

Treffpunkt: Diese Tagesfahrt wird einem Reisebus durchgeführt.

Parkplatz Weyerdamm, 57610 Altenkirchen

Zeitnah werden Möglichkeiten bekanntgeben, wo Sie sich Gruppe anschließen können.

Wegstrecke: entfällt

Dauer: Tagesfahrt; Beginn ca. 10 Uhr in Altenkirchen

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


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2 – Altenkirchener Volkssturm im Frontabschnitt an der Wied

Nachdem die Amerikaner auf dem Ostufer des Rheins standen, wurde der Altenkirchener Volkssturm aufgestellt. Schon nach einer kurzen Ausbildung wurde das Bataillon am 19. März 1945 in den Bereich südlich von Neustadt verlegt, wo die Reichsautobahn gesperrt werden sollte. Das Bataillon war zunächst dem Armeekorps unterstellt, wurde aber bereits schon am 21. März von der Wehrmacht vereinnahmt und erhielt direkte Befehle durch die vor Ort eingesetzte Infanterie.

Unter dem stetigen amerikanischen Druck wurde die Front während der nächsten Tage bis an die Wied zurückgedrängt. Bevor die Amerikaner am 25. März zu ihrem Angriff aus dem Brückenkopf heraus antraten, setzten sich die Reste der 340. deutschen Volksgrenadier Division aus der Frontstellung ab. Zuvor wurde dem Volkssturm das weitere Halten der Stellungen befohlen. An Stelle der Wehrmacht war  nun der Volkssturm für das Halten und die Verteidigung des gesamten Frontabschnittes verantwortlich. Allerdings war die Einheit weder für eine solche Aufgabe ausgerüstet, geschweige denn hierfür ausgebildet; von der zahlenmäßigen Unterlegenheit gegenüber eines mit Artillerie- und Panzerkräften ausgerüsteten Gegners ganz zu schweigen.

Diese Exkursion wird sich im Schwerpunkt mit den Gefechten um die Wiedlinie und den angrenzenden Mehrbach am 25. und 26. März 1945 befassen und versucht dabei die Rolle des I. Altenkirchener Volkssturmbataillons zu beleuchten.

Wann: Unbekannt verschoben!

Treffpunkt: KVHS, 57610 Altenkirchen, Rathausstraße 12
dort nach Möglichkeit Bildung von Fahrgemeinschaften.

Weitere Anschlussmöglichkeiten:

          13.30 Ortseingang Flammersfeld

          Parkplatz bei Norma

          14.00 Uhr Parkplatz bei

          Kloster Ehrenstein

Wegstrecke: etwa 6 Kilometer

Dauer: Bitte rechnen Sie für diese Exkursion wenigstens 4 Stunden ein.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


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3 – Die Festung Uckerath

Am 25. März 1945 waren die Amerikaner zu ihrem Großangriff aus dem Brückenkopf von Remagen angetreten. Für den gleichen Tag hatte die deutsche Führung einen eigenen Angriff geplant. In den frühen Morgenstunden trafen dabei starke Panzerkräfte aufeinander. Unter stetigem Druck war die Kampfgruppe Hudel in verlustreiche Gefechte verwickelt worden und verbrauchte dabei die letzten Panzerreserven.

Um bereits vor dem eigentlichen Angriffsbeginn schon Einheiten der stark überlegenen Amerikaner zu binden, wurde die Stadt Uckerath schon am 24.3.1945 zur Festung erklärt. Um die Verteidigung zu organisieren standen hauptsächlich die 363. Volksgrenadier Division und die Reste der 62. Volksgrenadier Division zur verfügung. Der deutsche Oberst Arthur Jüttner wurde zum Kampfkommandant der Festung ernannt und erhielt den Befehl über sämtlichen Verbände, die greifbar waren.

Während der Nacht zum 25. März drangen amerikanische Kräfte in den Ort ein, um den stundenlang erbittert gekämpft wurde. Nachdem die Kampfhandlungen beendet waren, legte man in Uckerath einen Ehrenfriedhof an, auf dem 422 Gefallene ihre letzte Ruhestätte gefunden haben.

Während dieser Exkursion werden wir uns an eine der ehemaligen Frontstellungen der 363. VGD am Hanfbach begeben.

Wann: Unbekannt verschoben!

Treffpunkt: 13.30 Uhr KVHS 57610 Altenkirchen, Rathausstraße 12

Weitere Anschlussmöglichkeiten:

          14.00 Uhr B8, Edeka-Markt in Weyerbusch

          14.30 Uhr Kriegsgräberstätte in Uckerath

Wegstrecke: je nach Wunsch der Teilnehmer zwischen 5 und 12 Kilometer

Dauer: Wenigstens drei Stunden

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


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4 – Letzte Gefechte um die PaK-Linie bei Weyerbusch

Nachdem die Amerikaner den deutschen Widerstand rund um die Pak-Linie (Pak=Panzerabwehrkanone) bei Hasselbach niederkämpfen konnten, eroberten sie Weyerbusch und drangen von dort aus über Marenbach in Richtung Rimbach vor und von Werkhausen stießen die amerikanischen Soldaten in Richtung Leuscheid durch das unwegsame Waldgelände vor. Hier und da stellten sich ihnen noch deutsche Soldaten entgegen, die letzten Widerstand leisteten.

Während des Vormarsches konnten die Soldaten der 1. US-Infanteriedivision ein umfangreiches Munitionsdepot und eine Panzerwerkstatt erbeuten.

Diese Exkursion wird sich den Waldkämpfen widmen, die sich am 26. März 1945 nördlich von Weyerbusch ereigneten. Darüber hinaus werden wir uns über den Einsatz eines neuen, schweren deutschen Mörsers unterhalten, dessen Feuerleitstelle sich seit dem 17./18. März 1945 in Marenbach befunden hatte.

Wann: Unbekannt verschoben!

Treffpunkt: wird zeitnah bekannt gegeben – 57635 Weyerbusch

Wegstrecke: ca. 6 Kilometer

Dauer: 3-4 Stunden

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


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5 – Panzersperre bei Schöneberg

Nachdem Flammersfeld durch die 3. US-Panzerdivision erobert worden war, stieß die amerikanische Spitze in Richtung Altenkirchen weiter vor. Drei Haupt-Angriffskeile waren auf dem Weg ihr Ziel, Altenkirchen, zu erobern.

Die sich zurückziehende deutsche 9. Panzerdivision hatte Teile abgestellt, um eine mobile Widerstandslinie zu halten. Zudem waren diverse Straßensperren eingerichtet worden, an denen die amerikanischen Panzer zum Stillstand gebracht werden sollten. Um dieser Gefahr Herr zu werden, wurden Infanterieeinheiten abgestellt, die darauf spezialisiert waren, diese Straßensperren auszuschalten.

Diese Exkursion behandelt die Gefechte, die in der Gegend um Neitersen und bei der Eroberung von Schöneberg stattfanden.

Wann: Unbekannt verschoben!

Treffpunkt: wird zeitnah bekannt gegeben – 57638 Schöneberg

Wegstrecke: ca. 6,5 Kilometer

Dauer: Etwa 4 Stunden

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


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6 – Kriegsende bei Bachenberg und Busenhausen

Altenkirchen war am 26. März 1945 durch die 3. US Panzerdivision eingenommen worden, die deutschen Truppen befanden sich auf dem Rückzug. Dennoch hatte der Befehl Gültigkeit, schwere Waffen, die dringend benötigt wurden, durften keines Falls in amerikanische Hand fallen. So versuchten deutsche Pioniere noch unter Beschuss durch die anrückenden Amerikaner einen durch Kettenschaden liegengebliebenen Panzer IV bei Bachenberg wieder flott zu machen.

Während dieser Exkursion werden wir uns besonders mit den Einsätzen des Pionierbataillons der 3. Panzergrenadier Division befassen, die zwischen Kettenhausen und Niedererbach in Stellung waren. Darüber hinaus werden wir einen Einblick in die Arbeit des Sprengkommandos Forneberg erhalten

Wann: Unbekannt verschoben!

Treffpunkt: K 37, Friedhof bei 57610 Bachenberg

Wegstrecke: etwa 5 Kilometer

Dauer: ca. 3 1/2 Stunden

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


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7 – Weitefeld – I von II – Der amerikanische Vorstoß

Nachdem Elkenroth von den Amerikanern kampflos eingenommen werden konnte, marschierten sie gegen Weitefeld vor. Im Bereich der Sandmühle stießen sie auf einen deutschen Panzer, der seit dem Vorabend dort auf benötigten Kraftstoff wartete. Nach einer kurzen Schießerei begaben sich die deutschen Soldaten in alliierte Gefangenschaft und der Vorstoß nach Weitefeld konnte wieder aufgenommen werden.

Noch bevor die Amerikaner an den Ort herangekommen waren, setzte deutsches MG-Feuer ein, wodurch die Infanterie runter von der Straße musste. Entlang des Bahndammes bahnten sie sich ihren Weg in den Ort, wo deutsche Grenadiere sich eingegraben hatten und den Angriff bereits erwarteten.

Diese Exkursion befasst sich mit den Gefechte, die sich während der Einnahme des Ortes ereigneten.

Wann: Unbekannt verschoben!

Treffpunkt: Sportplatz zwischen 57586 Weitefeld und Elkenroth

Wegstrecke: etwa 5 Kilometer

Dauer: etwa 3 – 4 Kilometer

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


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8 – Weitefeld – II von II – Das letzte Gefecht

Während sich in Weitefeld der deutsche Widerstand versteifte, wurde eine Abordnung der 3. US-Panzerdivision, die über Nacht bei Nauroth im Wald gestanden hatte, aus Richtung Neunkausen gegen Weitefeld angesetzt.

Die amerikanische Kompanie stieß schon kurz nach Angriffsbeginn auf den Widerstand einer hastig errichteten Verteidigungslinie und hatte gleich nach Antreten einen ihrer Sherman-Panzer verloren.

Diese Exkursion beginnt an der Kreisstraße 111 in der Nähe der Firma „Muhr und Bender“ und wird zu den Örtlichkeiten dieses letzten Widerstandes führen.

Wann: Unbekannt verschoben!

Treffpunkt: K111, am Feldweg bei der Firma Mubea in 57586 Weitfeld

Wegstrecke: etwa 5 Kilometer

Dauer: Etwa 3 bis 4 Stunden

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


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9 – Kriegsereignisse am ehemaligen Truppenübungsplatz Stegskopf

Nur wenig bekannt ist über die Geschichte des ehemaligen Truppenübungsplatzes Stegskopf während der letzten Kriegstage. Schon zu Kaiserzeiten unterlag das Gelände einer (teil-)militärischen Nutzung; ab August 1943 wurde der Standorts fester Bestandteil für Offiziersbewerber, die sich aus Angehörigen der Luftwaffenhelfer rekrutierten, zur gleichen Zeit eröffnete Reichsjugendführer Artur Axman das Ausbildungszentrum „Prinz Eugen“ für Sonderlehrgänge in der Hochfrequenzfunktech-nik für die Hitlerjungend. Daneben nutzte die reguläre Wehrmacht das Gelände zu Ausbildungszwecken.

Nach dem im Herbst 1944 die Aufstellung des Deutschen Volkssturm befohlen wurde, erfolgte eine zusätzliche Nutzung durch den Volkssturm in Form von Geländeausbildung, MG-Schießen und besonders der Einsatz und die Nutzung von Minen und Panzerfäusten. Es sollten Panzerjagdkommandos ausgebildet werden, die den hohen Fehlbestand an schweren Geräten ausgleichen sollte.

Ende März 1945 wurden Teile des südöstlichen Geländes dann auch noch zum direkten Kampfgebiet, nachdem die amerikanischen Verbände aus dem Remagener Brückenkopf ausgebrochen waren und über Bad Marienberg in Richtung Haiger vorstießen.

Diese Exkursion wird entlang der freigegebenen Wegstrecke an einige der Örtlichkeiten der Kriegsereignisse führen.

Wann: Unbekannt verschoben!

Treffpunkt: Am Friedhof, 56472 Nisterberg,

Wegstrecke: Zwischen 8 und 10 Kilometer

Dauer: etwa 4 1/2 Stunden

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


Rote Marker = Veranstaltung steht bevor.
Blaue Marker = Veranstaltung wurde bereits durchgeführt.
Sie können sich in der Karte eine Wegbeschreibung zu den Veranstaltungen gleich anzeigen lassen.


 

 


Offizier, Bürgermeister und Europäer

Nach der Landung der Alliierten in Nordfrankreich und dem  Durchbruch der Roten Armee durch die Linien der Heeresgruppe Mitte an der Ostfront zeichnete sich der bevorstehende Zusammenbruch des Dritten Reiches zusehends ab.  Als im Herbst 1944 die Aufstellung des deutschen Volkssturmes befohlen wurde, war ein weiterer Tiefpunkt erreicht worden. Dieser Tag und dieser Aufstellungsbefehl waren für einen deutschen Soldaten in Marburg Grund genug, sich freiwillig zum Frontdienst zu melden.

Marburg, 18. Oktober 1944 – ein Mann rennt so schnell er kann den steilen Fußweg zum Schlossberg hinauf. Es geht durch die beschauliche Altstadt über den Marktplatz und dann steil bergan die zahlreichen Stufen herauf bis das Landgrafenschloss erreicht ist. Oben angelangt hat der Läufer keine Zeit für den Blick auf die wunderschöne Altstadt oder auf das Lahntal – nein, der Mann wendet, läuft zurück bis in die Barfüßerstraße und nimmt erneut den gleichen Weg. Als er wieder an seinem Ziel angelangt ist, macht er kehrt und rennt ein letztes Mal die gesamte Strecke.

Wer Marburg kennt, weiß dass man für den Anstieg zum Schlossberg einiges an Puste braucht. So beschwerlich der Weg zum Schloss auch ist, so beharrlich ist auch der Läufer. Er gibt nicht auf, noch Hundert Meter, noch fünfzig, noch zwanzig, die Kondition strapaziert, außer Atem, der Schweiß läuft ihm über das Gesicht. Am Südtor angelangt, versucht der Läufer zur Ruhe zu kommen, wieder Luft zum Atmen zu erhalten.

Der Sportler trägt keinen Sportanzug, nein, im Gegenteil! Er ist bekleidet mit der grauen Wehrmachtsuniform für Offiziere. Dazu die schweren Knobelbecher, wie die Stiefel damals genannt wurden und einer Schirmmütze, welche er während des Laufens unter den Arm geklemmt hat. Auf der Uniform trägt er verschiedene Auszeichnungen, darunter auch das Verwundetenabzeichen in Gold. Der Preis für diese Orden war hoch, der Offizier hat ihn mit dem Verlust seiner beiden Händen gezahlt.

Der Offizier ist Kurt Schwerdt, welcher während des Zweiten Weltkriegs als Infanterist in der Wehrmacht diente. Bereits wenige Wochen nach Beginn des Russlandfeldzuges verlor er seine rechte Hand, dennoch blieb er als aktiver Offizier im Dienst und wurde als Lehroffizier auf den Truppenübungsplatz Döberitz versetzt. Hier kam es im Mai 1943 zu einem schweren Unglück, wodurch er seine verbliebene linke Hand verlieren sollte.

Als im Herbst 1944 die Bildung des Volkssturmes verkündet wurde, meldete er sich freiwillig zurück an die Front und wurde Adjutant in einem Grenadierregiment, mit welchem er an der Ardennenoffensive teilnahm und im April 1945 die Kapitulation im Ruhrkessel erlebte. Noch kurz vor Kriegsende wurden ihm weitere hohe militärische Auszeichnungen verliehen.

Nach dem Krieg arbeitete Kurt Schwerdt als Rechtsanwalt bis er 1954 die Amtsgeschäfte des Bürgermeisters von Biedenkopf übernahm. Als Bürgermeister lenkte er seinen Augenmerk auf die die Verschwisterung und Verbrüderung mit den ehemaligen Feinden jenseits der Grenzen, denn als Soldat hatte er erlebt, wohin falsche Ideale führen können. Fortan setzte er sich mit aller Kraft für ein vereintes Europa ein und vollzog die Wandlung vom patriotischem jungen Offizier zum bekennenden Europäer.

Während seiner 18jährigen Amtszeit als Bürgermeister von Biedenkopf erfolgten Verschwisterungen mit europäischen Städten, darunter die Verschwisterung mit La Charite sur Loire in Frankreich. Für seine Bemühungen, ein gemeinsames Europa zu erschaffen, wurde ihm  1970 das Europakreuz des Verbandes der Europäischen Frontkämpfers, der „Confederation Europeene des Anciens Combatants“ verliehen. Diese hohe und seltene Auszeichnung würdigen die Verdienste um Versöhnung und Freundschaft, mit dem Bestreben, ein geeintes Europa in Frieden und Freiheit zu schaffen. 1985 wurde die Stadt Biedenkopf für ihre hervorragenden Leistungen um die Verbreitung des europäischen Einigungsgedanken mit der Ehrenfahne des Europarates ausgezeichnet.

Kurt Schwerdt verstarb im Mai 2007 im Alter von 87 Jahren in seiner Wahlheimat in Biedenkopf.

Die biografisch aufgearbeiteten Memoiren von Kurt Schwerdt sind jetzt in einer erweiterten Neuauflage im Treditionsverlag in Hamburg erschienen. Das Buch umfasst im Format 16,8 x 23 cm mehr als 300 Seiten und schildert auf schonungslose Art und Weise, wie sich der Wandel von einem patriotischem Wehrmachtsoffizier hin zum bekennendem Pazifisten und Europäer vollzog.

Die Neuauflage dieses Buches war für mich ein sehr wichtiger und großer Schritt. Diese Arbeit war lange überfällig; ich war sie meinem bereits vor zehn Jahren verstorbenen Freund Kurt Schwerdt schuldig. Seit etwa Mitte 2016 habe ich mich mit der Bearbeitung dieses Buches befasst. Dazu habe ich mehrere hundert Notizen, Mitschriften und Interviews ausgewertet. Die große Masse bestand aus Kurt Schwerdts militärhistorischer Geschichte und dessen persönlichen Erlebnisse. Dazu kam noch einiges Privates über seine Arbeit zu der Zeit, in welcher er als Rechtsanwalt tätig war, bevor er nach Biedenkopf kam.

Heute kann ich mit Stolz sagen, dass endlich fertig ist, was schon 2007 hätte fertig sein sollen. Wie sehr ich mir auch wünsche, dass Kurt sich sein Buch selbst anschauen könnte, so sehr muss ich mich damit trösten, dass ihm wenigstens der Manuskriptdruck wenige Monate vor seinem Tod gefallen und ihn zu Tränen gerührt hatte. Bereits für das Manuskript hatte besonders Kurt einiges geleistet, trotzdem hatte ich in die einige Monate nach seinem Tod erschienene Erstauflage einige Fehler eingebaut, die es zu korrigieren galt und die in der stark erweiterten Neuauflage nun nicht mehr enthalten sind.

Du warst mir immer ein Mentor und ein guter Freund! Ich werde dich stets vermissen.

Bestellen können Sie das Buch hier.

Umschlag-Fotos: Links: Kurt Schwerdt nach der Beförderung zum Oberleutnant. Unten: die Kranzniederlegung mit dem Amtskollegen Paul Boulet während der Verschwisterung zwischen den beiden Städten Biedenkopf und La Charite sur Loire. Rechts: Bei den Feierlichkeiten zur Verleihung der Europafahne an die Stadt Biedenkopf.

Umschlag-Fotos: Links: Kurt Schwerdt nach der Beförderung zum Oberleutnant. Unten: die Kranzniederlegung mit dem Amtskollegen Paul Boulet während der Verschwisterung zwischen den beiden Städten Biedenkopf und La Charite sur Loire. Rechts: Bei den Feierlichkeiten zur Verleihung der Europafahne an die Stadt Biedenkopf.

Kriegsereignisse im Raum Mudersbach-Niederschelden im April 1945

Am Samstag, den 16. September 2017, findet die dritte Exkursion dieser Veranstaltungsreihe statt. Dieses Mal wird von den Ereignissen berichtet, die sich während der letzten Kriegstage im April 1945 rund um Mudersbach und Niederschelden abspielten. Da die Kämpfe an der Sieg mein besonderes Anliegen waren, habe ich während meiner Recherchen gleich mehrere deutsche und amerikanische Veteranen zu diesen schicksalshaften Tagen befragen können.

Nachdem die 1. US-Armee im März aus dem Brückenkopf von Remagen ausgebrochen waren, begonnen sie damit, ihre Angriffe zur Sieg hin auszuweiten. Sie rückten unaufhaltsam zur Sieg vor, bei Gosenbach und Kirchen bildeten sie Brückenköpfe auf dem Nordufer des Flusses. Dazwischen bezogen Sicherungs- und Beobachtungsposten ihre Stellungen. Hier und da kam es zu Gefechten und kleineren Kampfhandlungen.

Einer dieser Posten befand sich in Birken bei Mudersbach. Am 3. April 1945 bewegte sich eine amerikanischen Patrouille aus Richtung Eiserfeld-Kaiserschacht kommend nach Birken herein, um den dortigen Posten abzulösen. In der gleichen Nacht setzte eine deutsche Patrouille in Niederschelderhütte über die Sieg. Die deutschen Soldaten hatten ihrerseits den Befehl, eventuelle amerikanischen Stellungen rund um Birken ausfindig zumachen. 

In den frühen Morgenstunden kam es dann zum Zusammenstoß mit den Amerikanern. Es entwickelte sich gleich ein heftiges, aber kurzes Feuergefecht, in dessen Verlauf ein amerikanischer Soldat sein eigenes Leben opferte, um das seiner Kameraden zu retten. 

Innerhalb dieser Exkursion unterhalten wir uns besonders über die Ereignisse dieser Nacht, die das Leben von mehreren Menschen für immer ändern sollte.

Der am 3. April 1945 gefallene Walter Wetzel

Der am 3. April 1945 gefallene Walter Wetzel

 Diese Exkursion beginnt um 14.30 Uhr am Friedhof in Birken.

Treffpunkt ist die Friedhofstraße in 57555 Mudersbach (Siehe Karte)

Die Wegstrecke beträgt etwa 5 Kilometer, wir werden circa 3 Stunden unterwegs sein; eher länger als kürzer.

Anmeldung erbeten an die: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de

Die nächsten Exkursionen stehen an…

Die Kreisvolkshochschule Altenkirchen und die Volkshochschule Betzdorf-Gebhardshain haben für das anstehende Semester wieder ein reichhaltiges Angebot zusammengestellt. Ich freue mich sehr, dass ich erneut meinen Teil hierzu beisteuern konnte, denn für die Fortführung der Veranstaltungsreihe “Erinnern und Lernen – Kriegsende vor 72 Jahren” wurden jetzt weitere acht Exkursionen geplant, darunter befinden sich vier ganz neue Runden. Diese Veranstaltungsreihe wurde wieder auf die Samstage verlegt, da dieser Tag organisatorisch einfach der bessere ist.

Am Samstag, den 26. August, eröffnen wir die Veranstaltungsreihe mit der Wanderung bei Ölsen, wo die Ereignisse nach der Eroberung Altenkirchens im Fokus stehen. Die weiteren Veranstaltungen beschäftigen sich in der Masse mit den Kampfhandlungen Ende März 1945, die sich südlich der Sieg zutrugen. So sind wir zum einen bei Gebardshain unterwegs und auch bei Weitefeld. Die drei letzten Exkursionen haben dahingegen den Schwerpunkt Betzdorf als Kampffront und stellen dar, warum sich die Kampfhandlungen entlang des Flusses knapp eine Woche lang hinzogen.

Um zeitnahe Anmeldung zu den Exkursionen wird gebeten.


Ein deutscher Grenadier ist in seiner Schützenmulde in Stellung gegangen. Mit seiner Feuerwaffe<span style="color: #ff0000;"> (1)</span> im Anschlag und der bereitgelegten Stielhandgranate <span style="color: #ff0000;">(2)</span> erwartet er den bevorstehenden amerikanischen Angriff. Die Anspannung steht ihm erkennbar ins Gesicht geschrieben.

Ein deutscher Grenadier ist in seiner Schützenmulde in Stellung gegangen. Mit seiner Feuerwaffe (1) im Anschlag und der bereitgelegten Stielhandgranate (2) erwartet er den bevorstehenden amerikanischen Angriff. Die Anspannung steht ihm erkennbar ins Gesicht geschrieben.



PictogrammWandern

Gefechte rund um Birkenbeul

Nachdem Altenkirchen am 26. März 1945 von den Amerikanern nahezu kampflos erobert worden und später Hachenburg gefallen war, sicherten sie die erreichten Stellungen und richteten sich für die Nacht ein. Am nächsten Morgen nahmen sie ihre Angriffe wieder auf und rollten mit ihren Panzereinheiten weiter in östliche Richtung, um den Durchbruch durch die Linien der 15. deutschen Armee in der Tiefe zu erreichen.  Den Panzereinheiten folgten die Infanteriedivision, die zum einen das von den schnellen Panzereinheiten überrannte Gebiet sicherten und zum anderen die Flankensicherung nach Norden hin übernahmen. Die Frontlinie führte am 27. März grob von Leuscheid über Ückertseifen und schwenkte dort scharf nach Süden bis zum Beulskopf und dann über Obererbach nach Osten. Unter amerikanischen Beschuss zogen letzte deutsche Soldaten aus Ölsen. Hiernach wurde eine amerikanische Patrouille in Richtung Birkenbeul gesendet, die sich unter tödlichen
Verlusten zurückziehen musste.

Die Exkursion beginnt am Dorfgemeinschaftshaus in Ölsen und führt von dort über Birkenbeul zum Beulskopf.

Wann: Samstag, 26. August 2017 , 14.30 Uhr

Treffpunkt: Dorfgemeinschaftshaus Ölsen, Brunnenstraße 57612 Ölsen
Ganz wichtig: Auf Grund  der andauernden Regenfälle der letzten Zeit muss d
er Startpunkt dieser Exkursion verlegt werden. Der Ausgangspunkt dieser Wanderung befindet sich jetzt an der K54, von Heupelzen in Richtung Ölsen fahrend, links ab, dort wo der Wald aufhört und bevor es den Berg herunter nach Ölsen geht. Hierdurch hat sich auch die Wegstrecke um etwas mehr als einen Kilometer erhöht. Denn neuen Treffpunkt finden Sie auf der Karte am Ende dieser Seite.

Wegstrecke: Etwa 4,5 Kilometer

Dauer: In der Regel dauert jede Exkursion etwa 3 Stunden.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


PictogrammWandern

Kriegsende für Oberwambach

Während die 3. US-Panzerdivision am 26. März 1945 aus dem Brückenkopf von Remagen ausbrach, schlug ihr in der Nähe von Oberwambach schweres Feuer entgegen. Nachdem der erste Panzer in den Ort eingefahren war, wurde dieser durch ein 8,8cm-Flak-Geschütz, das oberhalb des Dorfes stand, im direkten Beschuss ausgeschaltet. Amerikanische Infanterie musste den Widerstand der Geschütze niederkämpfen, bis der Vormarsch endlich wieder aufgenommen werden konnte. Nachdem die amerikanische Kolonne den Ort passierte, setzte ihnen ein einzelnes deutsches Panzerfahrzeug immer wieder mit Beschuss zu.

Diese Exkursion beginnt am Friedhof in Oberwambach und führt zu den Örtlichkeiten dieses Gefechtes im März 1945.

Wann: Samstag, 2. September 2017, 14.30 Uhr

Treffpunkt: Friedhofstraße in 57614 Oberwambach

Wegstrecke: Etwa 3,5 Kilometer

Dauer: In der Regel dauert jede Exkursion etwa 3 Stunden.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


PictogrammWandernTapferkeitsauszeichnung mit dem Leben bezahlt – Mudersbach-Birken

Nachdem die Verbände der 1. US-Armee im März 1945 aus dem Brückenkopf von Remagen ausgebrochen waren, begonnen sie damit, ihre Angriffe in Richtung der Sieg auszuweiten, um den Raum von letzten deutschen Soldaten zu bereinigen. Aus Richtung Eiserfeld-Kaiserschacht fühlten die Amerikaner auf Birken vor und drangen in den Ort ein, wo sie einen Sicherungsposten einrichteten. Während der Nacht setzte eine deutsche Patrouille in Niederschelderhütte über die Sieg und sollte amerikanischen Stellungen rund um Birken ausfindig machen. Hierbei kam es zum Zusammenstoß mit einer amerikanischen Patrouille, die sich auf dem Weg zum eigenen Stützpunkt befand. Es kam zu einem kurzen, aber heftigen Feuergefecht, in dessen Verlauf ein amerikanischer Soldat sein eigenes Leben opferte, um das seiner Kameraden zu retten. Während dieser Exkursion unterhalten wir uns über die Ereignisse dieser Nacht und begeben uns dann auf die Wege der Angriffe nach Mudersbach herein.

Diese Exkursion beginnt am Friedhof in Birken.

Wann: Samstag, 16. September 2017, 14.30 Uhr

Treffpunkt: Friedhofstraße in 57555 Mudersbach

Wegstrecke: Etwa 5 Kilometer

Dauer: In der Regel dauert jede Exkursion etwa 3 Stunden.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


PictogrammWandernKriegsende bei Weitefeld

Nachdem die amerikanischen Divisionen der 1. US Armee Ende März 1945 aus dem Brückenkopf von Remagen ausgebrochen waren, stieß die vordere Spitze der 3. US-Panzerdivision zwischen Neunkausen, Weitefeld und Friedewald auf eine hastig errichtete Widerstandslinie der sich zurückziehenden Wehrmacht. Die deutschen Truppen befanden sich auf der Flucht und versuchten durch diesen Widerstand noch einmal Zeit zu gewinnen, um möglichst vielen Soldaten das Absetzen in die Bereiche nördlich der Sieg zu ermöglichen.

Kurz nach Morgenanbruch setzte Abwehrfeuer von einigen PaK (Panzerabwehrkanonen) ein, die durch Flak (Fliegerabwehrgeschütze) unterstützt wurden. Unmittelbar bevor der eigene Widerstand eingestellt werden musste, setzte noch ein letzter, verzweifelt geführter deutscher Gegenangriff ein, der jedoch unter hohen Verlusten eingestellt werden musste. Der deutsche Widerstand wurde gebrochen und die Amerikaner konnten danach nahezu ungehindert in die Tiefe durchstoßen.

Diese Exkursion beginnt an der Kreisstraße 111 bei der Firma “Mubea Muhr und Bender” im Industriegebiet (Hachenburger Str. 31, 57586 Weitefeld) und wird unter anderem an die Örtlichkeit eines deutschen Widerstandsnests führen, von dort weiter zu einem Standort eines Sturmgeschützes, welches auf sich allein gestellt die vorstoßenden Sherman-Panzer unter Feuer nahm.

Treffpunkt: Entweder Parkplatz der Firma Mubea oder Feldweg 50 Meter südlich. Der exakte Treffpunkt wird zeitnah bekannt gegeben.

Wann: Samstag, 30. September 2017, 14.30 Uhr

Treffpunkt: Parkplatz der Firma Mubea bzw. Feldweg 50 Meter südlich davon

Wegstrecke: Etwa 4,5 Kilometer

Dauer: ca. 3 1/2 Stunden.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


PictogrammWandernExkursion zum Hümmerich bei Gebhardshain

Nachdem Gebhardshain durch Verbände der 1. US Infanteriedivision erobert worden war, stießen sie mit einer kampfstarken Patrouille auf den Hümmerich vor, wo sie eine Sperrstellung beziehen sollten.

Auf dem Weg dorthin entdeckten sie immer wieder deutsche Soldaten, die sich auf dem Rückzug befanden. Doch noch bevor der Hümmerich erreicht war, stieß die Patrouille auf eine Nachhut des 8. Panzergrenadierregimentes, die mit einem PaK-Geschütz (PaK=Panzerabwehrkanone) in Stellung befohlen worden war, um den Rückzug der deutschen Einheiten hinter die Sieg zu decken.

Wir treffen uns zu dieser Exkursion am Parkplatz beim Bürgerforum in Gebhardshain

Wann: Samstag, 7. Oktober 2017, 14.00 Uhr

Treffpunkt: Betzdorfer Straße 5, 57580 Gebhardshain

Wegstrecke: Etwa 7 Kilometer

Dauer: 4 Stunden, evtl. länger.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


PictogrammWandernDie Amerikaner überqueren die Sieg zwischen Scheuerfeld und Wallmenroth

Nachdem die amerikanische 1. Armee im März 1945 aus dem Brückenkopf von Remagen ausgebrochen war, begonnen sie damit, gegen die Sieg vorzugehen, um den Raum von letzten deutschen Soldaten zu bereinigen. Hierbei stießen sie von Dauersberg nach Scheuerfeld, das nach einem Gefecht durch Soldaten des 28. amerikanischen Infanterieregiments erobert werden konnte. Nach dem Gefecht um Scheuerfeld blieben mehrere Gefallene beider Seiten, die deutschen Toten wurden im Ort in einem Gräberfeld zur letzten Ruhe gebettet.

Ein Versuch von Richtung Bruche aus gegen Wallmenroth vorzugehen, um von dort aus auf den Molzberg vorzustoßen, schlug unter Verlusten fehl. So waren die Amerikaner gezwungen, in Betzdorf und in Scheuerfeld die Sieg überqueren. Von Betzdorf aus drangen sie nach Oberbetzdorf vor und gingen im Anschluss gegen den Molzberg vor.

In Scheuerfeld setzte ein verstärkter Zug im Bereich der Muhlau über den Fluss, von hier stießen sie in Richtung Wallmenroth vor. Ein verzweifelt geführter deutscher Gegenangriff setzte ein, musste aber unter Verlusten eingestellt werden.

Diese Exkursion beginnt am Friedhof in Wallmenroth und führt zu den Örtlichkeiten der letzten Märztage des Jahres 1945.

Treffpunkt: Friedhof in Wallmenroth.
Wegstrecke: Ca. 6-7 Kilometer.

Wann: Samstag, 14. Oktober 2017, 14.00 Uhr

Treffpunkt: Jahnstraße 25, 57584 Wallmenroth

Wegstrecke: Zwischen 4 und 5 Kilometer

Dauer: In der Regel dauert jede Exkursion etwa 3 Stunden.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


PictogrammWandernBetzdorf I – Amerikanischer Vorstoß durch Betzdorf zum Molzberg

Ende März 1945 hatten Verbände des 28. US Infanterieregiments die südlich der Sieg gelegenen Ortsteile erobert und waren anschließend in Betzdorf über die Sieg gegangen. Ein vorheriger Versuch, den Molzberg von Wallmenroth aus zu erobern, schlug fehl, wodurch die Amerikaner gezwungen waren, sich im verlustreichen Häuserkampf durch Hohenbetzdorf zu kämpfen, bis der Molzberg endlich erreicht worden war.

Endlich auf der Molzbergspitze angelangt, konnten die amerikanischen Soldaten ihren  Brückenkopf sichern. Der Weg dorthin war verlustreich und blutig. Nachdem die Gefechte beendet waren, hatten eine Vielzahl deutscher und amerikanischer Soldaten ihr Leben verloren.

Treffpunkt: Schützenplatz in Betzdorf
Wegstrecke: ca. 3,5 Km

Wann: Samstag, 4. November 2017, 14.00 Uhr

Treffpunkt: Martin Luther Straße 17, 57518 Betzdorf

Wegstrecke: Etwa 3,5 Kilometer

Dauer: In der Regel dauert jede Exkursion etwa 3 Stunden.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


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