Im neuen Gewand

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Abschließend möchte ich besonders auf die folgende Internetseite hinweisen, welche meine Frau Rebecca betreut. Ihr ist es nämlich zu danken, dass manche handschriftlichen Hinweise in Kriegstagebüchern oder persönliche Niederschriften lesbar wurden. Wenn jemand Unterstützung beim Entziffern alter Texte benötigt, dem kann hier geholfen werden.

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Nebelkörper der Wehrmacht

Besonders während der letzten beiden Kriegsjahre wurde die direkte Panzerabwehr immer weiter auf die Schultern der in der vorderen Linie eingesetzten Grenadiere ausgelagert. Hierdurch versuchte man die Fehlbestände an schweren Panzerabwehrwaffen zu komprimieren. Drohten feindliche Panzer durch die deutschen Linien durchzubrechen, oblag es oft der Infanterie, diese Panzer aufzuhalten. Panzerjagdkommandos hatten den Auftrag, feindliche Panzer durch den gezielten Einsatz von PaK (Panzerabwehrkanonen), Minen und Panzerfäuste auszuschalten. Dabei kam es oft zur direkten Konfrontation zwischen Mann und Panzer. Besonders Panzerfaust und Panzerschreck (Panzerbüchse 54) wurden ihrem Ruf gerecht, feindliche Panzerfahrzeuge wirksam bekämpfen zu können – sofern sich die Waffe in der Hand eines mutigen Soldaten befand.

Blenden

Näherten sich feindliche Panzer auf eine Entfernung von weniger als 100 Metern, konnten sie schnell zur wehrlosen Beute für eine gut getarnte Grenadiergruppe werden, die mit Tellerminen, Panzerfäusten und automatischen Waffen das Ende für ganze Panzerverbände bedeuten konnten. Aber Mut allein war keine Waffe und so mussten die Grenadiere die feindlichen Panzer zu aller erst zum Halten zwingen und ihn von der Begleitinfanterie trennen. War das geschehen, konnte der Versuch unternommen werden, den Panzer auszuschalten.

Dann musste ihm die Sicht genommen werden, hierzu kamen chemische Blend- und Nebelkörper zum Einsatz. Besonders wenn der erzeugte Nebel in den Kampfraum des Panzers eindringen konnte, war es mit etwas Glück möglich, feindliche Panzerkampfwagen unzerstört zu erobern, da die Besatzung durch die starke Reizwirkung zur Aufgabe des Panzers gezwungen wurde.

Die hierfür eingesetzten Nebelkörper glichen zu Beginn des Krieges noch im wesentlichen Aufbau der Stielhandgranate 24. Im September 1939 verfügte das deutsche Heer über rund 65.000 Stück Nebelhandgranaten 39; bis zum Endes des Zweiten Weltkrieges wurden rund 7,4 Mio. Stück hergestellt.

Der nachfolgende Artikel befasst sich ausschließlich mit den Handgranaten, die als Nebelwaffen eingesetzt wurden und klammert bewusst die Nebeltöpfe- und Kerzen aus, da diese zum Teil mit unterschiedlichen Nebelstoffen gefüllt waren.

Deutsche Panzergrenadiere in Italien - Bewaffnet mit Panzerschreck, MP40 und einer Nebelhandgranate 39. Fotos Bundesarchiv: Bild 101I-313-1003-16A / Vack /

Deutsche Panzergrenadiere in Italien – Bewaffnet mit Panzerschreck, MP40 und einer Nebelhandgranate 39. Fotos Bundesarchiv: Bild 101I-313-1003-16A / Vack /

Nebelhandgranate 39 und 39B

Die Nebelhandgranate 39 besaß eine rund 420 Gramm schwere Wirkladung aus Hexachlorethan (C2Cl6) und Zinkpulver, die mittels Abreißzünder (Brennzünder 39 Nebel) und Zündkapsel (Zündladung Nr.4) zum Abbrand gebracht wurde. Die Verzögerung lag je nach verwendeten Zündern bei 4.5 Sekunden bzw. bei max. 7 Sekunden. Wenig später wurde die Nebelhandgranate 39 B eingeführt, diese war baugleich also absolut identisch, unterschied sich nur durch ein verändertes Mischungsverhältnis der beiden Hauptbestandteile der Nebelmasse, diese beliefen sich fortan auf 47 Teile Zink zu 53 Teilen Hexachlorethan. Ab 1942 kamen neben der bislang bewährten Mischung zunehmend auch Mischungen von 80 Teilen Hexachlorethan und 20 Teilen Aluminiumpulver zum Einsatz. Hierdurch erhielt der Nebel eine grauere Grundfärbung. Auf die Brenndauer hatte die neue Mischung keinen Einfluss, die Nebelbildung betrug immer noch etwa zwei Minuten.

Sowohl bei der Nebelhandgranate 39 als auch bei dem Nachfolgemodel 41 finden sich acht, selten auch neun, Ausgasungslöcher für den Nebel rings um den Bereich wo der Zünder in den Nebelkörper eingebracht ist. Der Stiel der Nebelhandgranate 39 besitzt mittig einen etwa 2 cm breiten weißen Farbstreifen und am Griffende wurde ab Ausführung 39B eine Riffelung angebracht, damit ein besonderes Unterscheidungsmerkmal bei Dunkelheit zur Stielhandgranate 24 hergestellt werden konnte. Das Wurfgewicht der Nebelhandgranate 39 liegt bei rund 850 Gramm.

Darstellung der Nebelhandgranate 39B - besonders Markant: Das geriffelte Stielende zur Unterscheidung von der Stielhandgranate 24. Abbildung aus Heeresdienstvorschrift 211.

Darstellung der Nebelhandgranate 39B – besonders Markant: Das geriffelte Stielende zur Unterscheidung von der Stielhandgranate 24. Abbildung aus Heeresdienstvorschrift 211.

Stielhandgranate 24 - Handgranate mit Sprengwirkung - daher musste dringend ein Unterscheidungsmerkmal geschaffen werden. Abbildung: "Allied Technical Intelligence Reports 1944-45" German Grenades, Nationalarchiv Washington, USA

Stielhandgranate 24 – Handgranate mit Sprengwirkung – daher musste dringend ein Unterscheidungsmerkmal geschaffen werden. Abbildung: “Allied Technical Intelligence Reports 1944-45” German Grenades, Nationalarchiv Washington, USA

Nebelhandgranate 41

1941 wurde mit der Nebelhandgranate 41 das Nachfolgemodel eingeführt, ohne aber das Standardmodell abzulösen. Nahezu identisch im Aufbau, allerdings ohne den typischen Stiel, doch dafür mit dem Zündschnuranzünder 39 versehen, fasste der Nebelkörper bei einer Abmessung von 66 x 73 mm rund 450 Gramm der gleichen Mischung. Das Gesamtgewicht betrug rund 530 Gramm. Obgleich die Wirkladung um rund 30 Gramm erhöht worden war, betrug die reine Brenndauer lediglich 100 – 120 Sekunden und lag damit sogar im Schnitt unter der Brenndauer des Schwestermodels.

Abbildung der Nebelhandgranate 41 - ohne eingeschraubten Zünder. Abbildung: Heeresdienstvorschrift 1103 / Heft 1, Nebelmittel, Beschreibung und Bedienungsanleitung

Nebelhandgranate 41 – ohne eingeschraubten Zünder. Abbildung: Heeresdienstvorschrift 1103 / Heft 1, Nebelmittel, Beschreibung und Bedienungsanleitung

Nebeleihandgranate 42

Im Sommer 1943 stellten Ingenieure in der Heeresversuchsstelle Munster-Nord die Nebeleihandgranate 42 vor. Optisch zwar eine Neuerung, arbeitete das neue Baumuster immer noch nach dem altbekannten Prinzip. Ein ovaler Metallkörper, der aus einer oberen und unteren Halbschale bestand. Am oberen Ende war der Abreißzünder untergebracht, der Zündschnuranzünder 29 bzw. 39. Zudem fanden sich in der oberen Hälfte drei Öffnungen, die dem Austritt des Nebels dienten. Die Nebelladung befand sich in der unteren Hälfte. Ebenfalls am unteren Ende war eine Öse zum einfachen Transport der Granate angebracht. Die Länge inkl. Zünder betrug 135 mm, der Durchmesser lag bei 60 mm. Das Nebel-Ei 42 wog 280 Gramm, wovon 170 Gramm auf die Füllung entfielen. Ein großer Vorteil dieser Nebelhandgranate lag darin, dass sie sich mittels Leuchtpistole und dem Adapter für den Wurfkörper 361 nun auch anstelle der Eierhandgranate 39 auf größere Entfernung verschießen ließ.

Seit Oktober 1943 lief die Massenproduktion an und bis zum Kriegsende waren knapp 1,8 Mio. Stück an die Truppe ausgeliefert worden.

Nebeleihandgranate 42 - Foto "Allied Technical Intelligence Reports 1944-45" - Report No. 54, Nationalarchiv Washington, USA

Nebeleihandgranate 42 – Foto “Allied Technical Intelligence Reports 1944-45” – Report No. 54, Nationalarchiv Washington, USA

Gemeinsame Merkmale

Alle drei Modelle besaßen ein unterbrochenes, etwa 1 cm breites weißes Band quer über den Steingrau, zum Teil auch grün lackierten Körper, dazu die mit Tintenstempel aufgebrachte Typenbezeichnungen. Bei jeweils der Nebelhandgranate 39 und 41 waren auf dem Topf Aufkleber aufgebracht mit dem Warnhinweis „Lebensgefahr bei Verwendung in geschlossenen Räumen“, ein entsprechender Warnhinweis fand sich bei der Nebelhandgranate 42 am unteren Ende, konnte aber auch komplett fehlen. Um die Nebelhandgranate 39 auch während der Dunkelheit sicher von der Stielhandgranate 24 unterscheiden zu könne, war hier der Stiel am unteren Ende mit Kerben versehen.

Bei allen Modellen musste größtes Augenmerk darauf gelegt werden, dass nicht versehentlich die Sprengkapsel Nummer 8 (zur Verwendung z.B. in der Stielhandgranate) eingesetzt wurde.

In sämtlichen Ausführungen der Nebel(Hand)granaten war die Nebelmischung in Wachspapier eingelassen und mit einem zusätzlichem Deckel aus Wachpapier zum Zünder hin abgedichtet.

Abbrand und Toxikologie

Nach der Zündung kommt es zum Abbrand der eingebrachten Mischung, wobei das Zinkpulver unter der Bildung von gasförmigen Zinkchlorid (ZnCl2) das Hexachlorethan zersetzt. Da Zinkchlorid höchst hygroskopisch ist, zieht es Feuchtigkeit aus der Umgebungsluft, wobei es zur Bildung des typischen dichten weißen Nebel kommt.

Bereits die freigesetzten Stoffe des Hexachlorethan wirken Leberschädigend und können darüber hinaus eine narkotisierende Wirkung haben. Da allerdings der Abbrand gemeinsam mit Zinkpulver und zum Teil anderen Metallen wie Aluminium bzw. Magnesium erfolgt, kann es zur Freisetzung von polychlorierten Dibenzodioxinen kommen, den besser bekannten Dioxinen.

Der freigesetzte Nebel besitz einen brennenden Geschmack und wirkt stark ätzend. Erst 1991 wurde im Zuge von wissenschaftlichen Untersuchungen festgestellt, dass gerade die Entstehungsprodukte im Abbrand gemeinsam mit Zinkchlorid besonders gefährlich waren und zu schweren pathologische Lungenverletzungen führen können, die unter Umständen zum Tod durch Lungenödem führen.  ZnCl2 ist stark ätzend und adstringierend, das heißt Eiweißfällend, wodurch es zur Austrocknung und bei wiederholter Aufnahme zur dauerhaften Schädigung von Schleimhäuten kommen kann. Zudem führt der Nebel zu Verbrennungserscheinungen auf feuchten Körperoberflächen, einschließlich der Atemwege und des Magen-Darm-Trakts. Darüber hinaus wurde berichtet, dass es die Nervenenden in den oberen Atemwegen und der Augen schädigt, was zur nachhaltigen Schädigung des Geruchssinns und der Sehleistung führen kann. “

Da Hexachlorethan wasserunlöslich ist, ist die Gefährdung auch nach mehr als 70 Jahren nach Kriegsende uneingeschränkt hoch. Zink in reiner Pulverform ist ein sich selbst entzündbarer, pyrophorer Stoff, der sich bereits bei Raumtemperatur an der Luft ohne weitere Energiezufuhr erhitzen und schließlich entzünden kann. Diese Eigenzündfähigkeit hängt ab von der Reinheit und der Korngröße des Pulvers. Bei Kontakt mit Wasser bilden sich Gase, die sich spontan entzünden können.

Ausbildung der Panzer-Nahbekämpfung am fahrenden Modell. Nachdem die Nebelhandgranaten an der Panzerfront angebracht wurde, muss der Soldat die Sprengladung anbringen. Der graue Rauch deutet darauf hin, das hier eine Nebelmischung mit Aluminiumanteil verwendet wurde.

Ausbildung der Panzer-Nahbekämpfung am fahrenden Modell. Nachdem die Nebelhandgranaten an der Panzerfront angebracht wurde, muss der Soldat die Sprengladung anbringen. Der graue Rauch deutet darauf hin, das hier eine Nebelmischung mit Aluminiumanteil verwendet wurde. Bild: Bundesarchiv, Bildnummer 183-J08362

Quellenangaben:

  1. Heeresdienstvorschrift 469/4, Panzernahbekämpfung, Oberkommando des Heeres, 1942
  2. Heeresdienstvorschrift 211, Oberkommando des Heeres, ohne Jahrgang
  3. Allied Technical Intelligence Reports 1944-45″, Nationalarchiv Washington, USA
  4. Enemy Ordnance Material, German, 1945, United States Army, USA
  5. Catalog of German Ordnance and Equipment, Mines, Grenades, Ammunition, Aberdeen Proving Ground, Maryland
  6. Waffen-Arsenal – Panzerabwehrgeschütze. 3,7 cm – 5,0 cm – 7,5 cm – 8,8 cm – Pak. Band 117, Podzun-Pallas Verlag, ISBN 3-7909-0360-4
  7. Waffen-Arsenal – Deutsche Handgranaten 1914-1945, Band 175, Wolfgang Fleischer, Podzun-Pallas Verlag, ISBN 3-7909-0631-x
  8. Deutsche Nahkampfmittel bis 1945, Hubert Fleischer und Hubert Jülch, Motorbuch-Verlag, ISBN 978-3613025875
  9. “Toxicity of Military smokes and obscurants, Volume I”, 1997, Committee on Toxicity, Subcommittee on the Assessment of Military Smokes and Obscurants, National Research Council, National Academy Press, Washington, USA,
  10. Wikipedia-Beitrag zu Zinkchlorid
  11. Wikipedia-Beitrag zu Hexachlorethan
  12. Wikipedia-Beitrag zu Zink
Schematischer Aufbau eines Abreiszünders

Schematischer Aufbau eines Abreißzünders.

 

Oswald, Hans

Hans Oswald

wurde am                                                                 02.11.1921                              in                      Wollbach                  geboren.

Zum Zeitpunkt seines Todes war er                         Obergefreiter in einem Fallschirmjägerregiment.

Er ist am                                                                   11.03.1945 während des Bombenangriffs auf Weyerbusch gefallen.

Seine Ruhestätte befand oder befindet sich in*:    Wollbach / Bayern

Sonstige Anmerkungen:

Bilek, Sepp

Josef, gen. Sepp Bilek

wurde am                                                                 12.12.1920                      in                     Blindenmarkt/Österreich                  geboren.

Zum Zeitpunkt seines Todes war er                         Unteroffizier in einem Panzerregiment.

Er wurde am                                                                   26.03.1945 nördlich von Altenkirchen verwundet und ist am 27.03.1945 in Waldbröl verstorben.

Seine Ruhestätte befand oder befindet sich in*:    Waldbröl/Bergfriedhof.

Grablage Nummer 66

 

Kirchgrabner, Harald

Harald Kirchgrabner

wurde am                                                                 22.03.1927                      in                     Augsburg                  geboren.

Zum Zeitpunkt seines Todes war er                         Gefreiter in einem Artillerieregiment.

Er ist am                                                                   25.03.1945 gefallen.

Seine Ruhestätte befand oder befindet sich in*:    Windeck/Herchen.

Sonstige Anmerkungen: Verstorben auf dem Heeresverbandsplatz in Herchen als Angehöriger des Artillerieregiment 363.

Gut Ding braucht Weile

Letzte Woche habe ich ja Mal ausprobiert wie stabil eigentlich so ein menschliches Schienbein ist. Langer Rede kurzer Sinn – der Knochen ist schon recht stabil, aber eben leider nicht stabil genug! Gebrochen ist gebrochen, das wissen auch die Ärzte, die meinen Unterschenkel operieren mussten. Die Diagnose lautet komplizierter Dreifachbruch, wodurch ich natürlich wenigstens für die nächste Zeit, sagen wir mal „ein wenig gebremst sein werde“. Ich bin zwar auf Krücken und mit einem Rollstuhl halbwegs mobil, aber eben nicht ausreichend mobil genug um die geplante Veranstaltungsreihe durchführen zu können.

Auf Grund der schwere und der Art der Verletzung werden auch kleinere Wanderungen erst Mal ein Tabu-Thema sein, was uns zu dem Punkt bringt, dass die anstehende Exkursionsreihe leider restlos abgesagt bzw. auf einen unbekannten Zeitraum verschoben werden muss. Sämtliche Gehversuche sind für die nächsten sechs Wochen tabu; dann erst darf ich damit beginnen, meinen Fuß langsam wieder zu belasten. Bis ich wieder richtig oder nur gut gehen kann, wird sicher einiges an Zeit vergehen und sobald ich dann wieder Fit genügend sein werde, werden neue Termine für die Veranstaltungen hier bekannt gegeben.

Der Ausspruch “Hals- und Beinbruch” kommt vielleicht gelegen – oder ungelegen. Ich habe mir zwar nicht den Hals gebrochen und hoffe jetzt, dass das nicht Grundvoraussetzung für ein bisschen mehr Glück ist. Hoffentlich reicht das Bein???

Vielen Dank

Viele Grüße und besten Dank für Euer Verständnis

Euer

Ralf Anton Schäfer

PS: Falls sich jemand genötigt sieht, Blumen zu schicken… I dont like Flowers… Aber meiner Frau stände jetzt schon der eine oder andere Straus Blumen zu. Denn ohne ihre Hilfe würde ich viele Dinge des sonst so selbstverständlichen Alltags nicht ohne weitere Bestehen.

Veranstaltungen zum Kriegsende vor 73 Jahren

ACHTUNG – die gesamte Veranstaltungsreihe musste abgesagt werden! Weiteres finden Sie hier – Gut Ding braucht Weile!

Beinahe 73 Jahre liegt das Ende des Zweiten Weltkrieges zurück. Die Amerikaner setzten am 7. März 1945 in Remagen über den Rhein und bildeten einen ersten Brückenkopf auf dem Ostufer des Flusses. Damit war ein historischer Schritt gelungen, der dazu führte, dass der Krieg an der gesamten Westfront wesentlich verkürzt wurde. Nachdem die dauerhaften Gefechte um den Remagener Brückenkopf zu einer blutigen Niederlage geführt hatten, wurde Altenkirchen am 26. März 1945 durch amerikanische Verbände erobert. Bereits wenige Tage später wurde das Ruhrgebiet umzingelt, wobei die gesamte Heeresgruppe B mit rund 325.000 Mann in dem so genannten Ruhrkessel eingeschlossen wurde. Die Südfront dieses Kessels bildete die Sieg in ihrer gesamten Länge. Am 6. April setzten die amerikanischen Verbände zum Großangriff gegen die Sieglinie an und begannen damit, die eingeschlossenen Truppen systematisch zu zerschlagen; schon 10 Tage später stießen sie gegen Düsseldorf vor. Mehrere Übergabeaufforderungen waren bis dahin kategorisch abgelehnt worden, dennoch kam es zur Kapitulation der eingeschlossenen Resteinheiten. Generalfeldmarschall Walter Model, der Kommandeur der Heeresgruppe B, erschoss sich am 21. April 1945 in der Nähe von Duisburg.

Während Berlin im blutigem Straßenkampf unterging, entzog sich Adolf Hitler am 30. April 1945 durch Selbstmord der Verantwortung. Noch immer von einigen seiner treusten Generäle als „d e r  F ü h r e r“ verehrt, ruhten auch nach dessen Tod die Waffen nicht.

Seit dem 5. Mai 1945 um 8. Uhr früh herrschte in Holland, Nordwestdeutschland, von der Emsmündung bis zur Kieler Förde sowie in Dänemark einschließlich der diesen Gebieten vorgelagerten Inseln Waffenruhe. Am 7. Mai 1945 erfolgte im obersten Hauptquartier der Alliierten in Reims die bedingungslose Kapitulation der deutschen Wehrmacht. Als dann am 8. Mai 1945 endlich die Waffen schwiegen, hatten mehr als 60 Mio. Menschen ihr Leben verloren. Die Gefallenen sämtlicher Nationen blieben auf den Schlachtfeldern zurück, Mütter weinten um ihre Söhne und Ehemänner. Wen der Krieg nicht hingerafft hatte, der starb auf der Flucht durch Hunger, Kälte oder Tieffliegerangriffe. Und die Welt erfuhr davon, was sich hinter den Zäunen unzähliger Lager abgespielt hatte. Von den Krematorien, von Vernichtungslagern, vom Tod von wenigstens 5,7 Mio Juden, etwa 3 Millionen sowjetischen Kriegsgefangenen, dazu etwa 3-4 Mio nichtjüdische Zivilisten, KZ-Einsassen, Häftlingen, Zwangsarbeitern und Deportierten.


Damit die Opfer und die Schreckenstage der blutigen Kampfhandlungen im März und April 1945 in unserer Region nicht in Vergessenheit geraten, hat sich die Kreisvolkshochschule Altenkirchen erneut dem Thema gewidmet und bietet eine Anzahl neuer Exkursionen auf den Spuren der letzten Kriegstage an. Unter dem Motto Geschichte ist kein Fall für das Museum, sondern der Schlüssel für die Zukunft haben wir nun gemeinsam die folgenden Exkursionen geplant.

Am Samstag den 17. März 2018 eröffnen wir diese Veranstaltungsreihe mit einer Tagesfahrt ins Friedensmuseum nach Remagen und verlassen hiermit erstmalig das Gebiet des Kreises Altenkirchen. In der darauf folgenden Woche werden wir uns mit dem ersten Einsatz des I. Altenkirchener Volkssturmbataillons in der Nähe von Neustadt a.d. Wied beschäftigen. Dazu fahren wir zum Kloster Ehrenstein, wo sich unter anderem der Bataillonsgefechtsstand des Volkssturmes befunden hat. Ein weiteres Mal außerhalb des Kreis Altenkirchen sind wir bei Uckerath unterwegs. Hier standen neben verschiedenen anderen deutschen Verbänden die 363.- und 62. Volksgrenadier Divisionen im Kampf um die zur Festung erklärten Stadt. Nur kurz darauf waren beide Divisionen zwischen Betzdorf und Wissen entlang der Siegfront eingesetzt – die verschiedenartige Kriegsführung beider Divisionskommandeure werden wir in diesem Fall besonders beleuchten.

Alle neun Exkursionen dieser Veranstaltungsreihe für das erste Halbjahr 2018 werden die weniger bekannten Kampfhandlungen südlich der Sieg 1945 hervorheben.

Um zeitnahe Anmeldung zu den Exkursionen wird gebeten.



Eine 8,8-cm-Flak-36 im Erdkampfeinsatz. Schon kurz nach Beginn des Frankreichfeldzuges zeigte das für die Luftabwehr konzipierte Geschütz seine Stärken bei der Panzerabwehr. Bis August 1944 waren rund 12.000 Geschütze der berühmt-berüchtigten Eightyeight, wie sie bei den Alliierten genannt wurde, gebaut worden und fügten feindlichen Panzerverbänden hohe Verluste zu. Rheinhold Schmidt, der als Wachtmeister im Flak-Sturm-Regiment 4 diente, berichtete davon, dass ihre Geschütze in der Zeit nach der Landung der Alliierten im Sommer 1944 in der Normandie bis zu den letzten Kämpfen im Ruhrkessel mehr amerikanische Panzer ausgeschaltet habe, als sie dazu in der Lage waren feindliche Flieger vom Himmel zu holen.

Eine 8,8-cm-Flak-36 im Erdkampfeinsatz. Schon kurz nach Beginn des Frankreichfeldzuges zeigte das für die Luftabwehr konzipierte Geschütz seine Stärken bei der Panzerabwehr. Bis August 1944 waren rund 12.000 Geschütze der berühmt-berüchtigten Eightyeight, wie sie bei den Alliierten genannt wurde, gebaut worden und fügten feindlichen Panzerverbänden hohe Verluste zu. Rheinhold Schmidt, der als Wachtmeister im Flak-Sturm-Regiment 4 diente, berichtete davon, dass ihre Geschütze in der Zeit nach der Landung der Alliierten im Sommer 1944 in der Normandie bis zu den letzten Kämpfen im Ruhrkessel mehr amerikanische Panzer ausgeschaltet habe, als sie dazu in der Lage waren feindliche Flieger vom Himmel zu holen.

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1 – Tagesfahrt nach Remagen

Am 7. März 1945 können amerikanische Truppen bei Remagen die Ludendorff-Brücke unzerstört erobern und einen Brückenkopf auf dem Ostufer des Rheins bilden. Auf deutscher Seite versucht man mit allen Mitteln den Brückenkopf zu zerschlagen, muss aber angesichts der heftigen Gegenwehr zur hinhaltenden Verteidigung übergehen. Bis zum 19. März bauen die Amerikaner ihren Brückenkopf stetig aus. Am 25. März 1945 brechen die Verbände der 1. US Armee aus dem Brückenkopf aus, worauf sie Anfang April das Ruhrgebiet umzingeln.

Während dieser Tagesfahrt werden wir am Vormittag die Kriegsgräberstätte Ittenbach bei Königswinter besuchen. Hier haben 1.871 Gefallene des II. Weltkrieges ihre letzte Ruhestätte gefunden. Die Kriegsgräberstätte war auch für die amerikanischen Soldaten eine Stätte der Trauer, da sie hier zahlreiche Gefallenen aus den Gefechten um den Brückenkopf von Remagen, der Sieglinie, dem Ruhrkessel und aus dem Harz zur Ruhe betteten. Im Anschluss nach dem Besuch dieser Kriegsgräberstätte werden wir die Weiterfahrt nach Remagen antreten, wo wir entweder gemeinsam oder jeder für sich das Mittagsessen zu sich nehmen können. Im Anschluss besichtigen wir das Friedensmuseum in den erhaltenen Brückentürmen der Ludendorffbrücke in Remagen. Hier wird bei genügend Teilnehmern eine Führung durch die Museumsräume stattfinden. Am Nachmittag werden wir die Rückfahrt nach Altenkirchen antreten. Auf dem Rückweg werden wir einen Zwischenstopp im Bereich des den damaligen Feldflughafens Eudenbach machen. Hier war das amerikanische 413. Infanterieregiment am 23. März 1945 auf die Reste der 9. Panzerdivision gestoßen.

Wann: Unbekannt verschoben!

Treffpunkt: Diese Tagesfahrt wird einem Reisebus durchgeführt.

Parkplatz Weyerdamm, 57610 Altenkirchen

Zeitnah werden Möglichkeiten bekanntgeben, wo Sie sich Gruppe anschließen können.

Wegstrecke: entfällt

Dauer: Tagesfahrt; Beginn ca. 10 Uhr in Altenkirchen

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


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2 – Altenkirchener Volkssturm im Frontabschnitt an der Wied

Nachdem die Amerikaner auf dem Ostufer des Rheins standen, wurde der Altenkirchener Volkssturm aufgestellt. Schon nach einer kurzen Ausbildung wurde das Bataillon am 19. März 1945 in den Bereich südlich von Neustadt verlegt, wo die Reichsautobahn gesperrt werden sollte. Das Bataillon war zunächst dem Armeekorps unterstellt, wurde aber bereits schon am 21. März von der Wehrmacht vereinnahmt und erhielt direkte Befehle durch die vor Ort eingesetzte Infanterie.

Unter dem stetigen amerikanischen Druck wurde die Front während der nächsten Tage bis an die Wied zurückgedrängt. Bevor die Amerikaner am 25. März zu ihrem Angriff aus dem Brückenkopf heraus antraten, setzten sich die Reste der 340. deutschen Volksgrenadier Division aus der Frontstellung ab. Zuvor wurde dem Volkssturm das weitere Halten der Stellungen befohlen. An Stelle der Wehrmacht war  nun der Volkssturm für das Halten und die Verteidigung des gesamten Frontabschnittes verantwortlich. Allerdings war die Einheit weder für eine solche Aufgabe ausgerüstet, geschweige denn hierfür ausgebildet; von der zahlenmäßigen Unterlegenheit gegenüber eines mit Artillerie- und Panzerkräften ausgerüsteten Gegners ganz zu schweigen.

Diese Exkursion wird sich im Schwerpunkt mit den Gefechten um die Wiedlinie und den angrenzenden Mehrbach am 25. und 26. März 1945 befassen und versucht dabei die Rolle des I. Altenkirchener Volkssturmbataillons zu beleuchten.

Wann: Unbekannt verschoben!

Treffpunkt: KVHS, 57610 Altenkirchen, Rathausstraße 12
dort nach Möglichkeit Bildung von Fahrgemeinschaften.

Weitere Anschlussmöglichkeiten:

          13.30 Ortseingang Flammersfeld

          Parkplatz bei Norma

          14.00 Uhr Parkplatz bei

          Kloster Ehrenstein

Wegstrecke: etwa 6 Kilometer

Dauer: Bitte rechnen Sie für diese Exkursion wenigstens 4 Stunden ein.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


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3 – Die Festung Uckerath

Am 25. März 1945 waren die Amerikaner zu ihrem Großangriff aus dem Brückenkopf von Remagen angetreten. Für den gleichen Tag hatte die deutsche Führung einen eigenen Angriff geplant. In den frühen Morgenstunden trafen dabei starke Panzerkräfte aufeinander. Unter stetigem Druck war die Kampfgruppe Hudel in verlustreiche Gefechte verwickelt worden und verbrauchte dabei die letzten Panzerreserven.

Um bereits vor dem eigentlichen Angriffsbeginn schon Einheiten der stark überlegenen Amerikaner zu binden, wurde die Stadt Uckerath schon am 24.3.1945 zur Festung erklärt. Um die Verteidigung zu organisieren standen hauptsächlich die 363. Volksgrenadier Division und die Reste der 62. Volksgrenadier Division zur verfügung. Der deutsche Oberst Arthur Jüttner wurde zum Kampfkommandant der Festung ernannt und erhielt den Befehl über sämtlichen Verbände, die greifbar waren.

Während der Nacht zum 25. März drangen amerikanische Kräfte in den Ort ein, um den stundenlang erbittert gekämpft wurde. Nachdem die Kampfhandlungen beendet waren, legte man in Uckerath einen Ehrenfriedhof an, auf dem 422 Gefallene ihre letzte Ruhestätte gefunden haben.

Während dieser Exkursion werden wir uns an eine der ehemaligen Frontstellungen der 363. VGD am Hanfbach begeben.

Wann: Unbekannt verschoben!

Treffpunkt: 13.30 Uhr KVHS 57610 Altenkirchen, Rathausstraße 12

Weitere Anschlussmöglichkeiten:

          14.00 Uhr B8, Edeka-Markt in Weyerbusch

          14.30 Uhr Kriegsgräberstätte in Uckerath

Wegstrecke: je nach Wunsch der Teilnehmer zwischen 5 und 12 Kilometer

Dauer: Wenigstens drei Stunden

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


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4 – Letzte Gefechte um die PaK-Linie bei Weyerbusch

Nachdem die Amerikaner den deutschen Widerstand rund um die Pak-Linie (Pak=Panzerabwehrkanone) bei Hasselbach niederkämpfen konnten, eroberten sie Weyerbusch und drangen von dort aus über Marenbach in Richtung Rimbach vor und von Werkhausen stießen die amerikanischen Soldaten in Richtung Leuscheid durch das unwegsame Waldgelände vor. Hier und da stellten sich ihnen noch deutsche Soldaten entgegen, die letzten Widerstand leisteten.

Während des Vormarsches konnten die Soldaten der 1. US-Infanteriedivision ein umfangreiches Munitionsdepot und eine Panzerwerkstatt erbeuten.

Diese Exkursion wird sich den Waldkämpfen widmen, die sich am 26. März 1945 nördlich von Weyerbusch ereigneten. Darüber hinaus werden wir uns über den Einsatz eines neuen, schweren deutschen Mörsers unterhalten, dessen Feuerleitstelle sich seit dem 17./18. März 1945 in Marenbach befunden hatte.

Wann: Unbekannt verschoben!

Treffpunkt: wird zeitnah bekannt gegeben – 57635 Weyerbusch

Wegstrecke: ca. 6 Kilometer

Dauer: 3-4 Stunden

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


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5 – Panzersperre bei Schöneberg

Nachdem Flammersfeld durch die 3. US-Panzerdivision erobert worden war, stieß die amerikanische Spitze in Richtung Altenkirchen weiter vor. Drei Haupt-Angriffskeile waren auf dem Weg ihr Ziel, Altenkirchen, zu erobern.

Die sich zurückziehende deutsche 9. Panzerdivision hatte Teile abgestellt, um eine mobile Widerstandslinie zu halten. Zudem waren diverse Straßensperren eingerichtet worden, an denen die amerikanischen Panzer zum Stillstand gebracht werden sollten. Um dieser Gefahr Herr zu werden, wurden Infanterieeinheiten abgestellt, die darauf spezialisiert waren, diese Straßensperren auszuschalten.

Diese Exkursion behandelt die Gefechte, die in der Gegend um Neitersen und bei der Eroberung von Schöneberg stattfanden.

Wann: Unbekannt verschoben!

Treffpunkt: wird zeitnah bekannt gegeben – 57638 Schöneberg

Wegstrecke: ca. 6,5 Kilometer

Dauer: Etwa 4 Stunden

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


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6 – Kriegsende bei Bachenberg und Busenhausen

Altenkirchen war am 26. März 1945 durch die 3. US Panzerdivision eingenommen worden, die deutschen Truppen befanden sich auf dem Rückzug. Dennoch hatte der Befehl Gültigkeit, schwere Waffen, die dringend benötigt wurden, durften keines Falls in amerikanische Hand fallen. So versuchten deutsche Pioniere noch unter Beschuss durch die anrückenden Amerikaner einen durch Kettenschaden liegengebliebenen Panzer IV bei Bachenberg wieder flott zu machen.

Während dieser Exkursion werden wir uns besonders mit den Einsätzen des Pionierbataillons der 3. Panzergrenadier Division befassen, die zwischen Kettenhausen und Niedererbach in Stellung waren. Darüber hinaus werden wir einen Einblick in die Arbeit des Sprengkommandos Forneberg erhalten

Wann: Unbekannt verschoben!

Treffpunkt: K 37, Friedhof bei 57610 Bachenberg

Wegstrecke: etwa 5 Kilometer

Dauer: ca. 3 1/2 Stunden

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


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7 – Weitefeld – I von II – Der amerikanische Vorstoß

Nachdem Elkenroth von den Amerikanern kampflos eingenommen werden konnte, marschierten sie gegen Weitefeld vor. Im Bereich der Sandmühle stießen sie auf einen deutschen Panzer, der seit dem Vorabend dort auf benötigten Kraftstoff wartete. Nach einer kurzen Schießerei begaben sich die deutschen Soldaten in alliierte Gefangenschaft und der Vorstoß nach Weitefeld konnte wieder aufgenommen werden.

Noch bevor die Amerikaner an den Ort herangekommen waren, setzte deutsches MG-Feuer ein, wodurch die Infanterie runter von der Straße musste. Entlang des Bahndammes bahnten sie sich ihren Weg in den Ort, wo deutsche Grenadiere sich eingegraben hatten und den Angriff bereits erwarteten.

Diese Exkursion befasst sich mit den Gefechte, die sich während der Einnahme des Ortes ereigneten.

Wann: Unbekannt verschoben!

Treffpunkt: Sportplatz zwischen 57586 Weitefeld und Elkenroth

Wegstrecke: etwa 5 Kilometer

Dauer: etwa 3 – 4 Kilometer

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


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8 – Weitefeld – II von II – Das letzte Gefecht

Während sich in Weitefeld der deutsche Widerstand versteifte, wurde eine Abordnung der 3. US-Panzerdivision, die über Nacht bei Nauroth im Wald gestanden hatte, aus Richtung Neunkausen gegen Weitefeld angesetzt.

Die amerikanische Kompanie stieß schon kurz nach Angriffsbeginn auf den Widerstand einer hastig errichteten Verteidigungslinie und hatte gleich nach Antreten einen ihrer Sherman-Panzer verloren.

Diese Exkursion beginnt an der Kreisstraße 111 in der Nähe der Firma „Muhr und Bender“ und wird zu den Örtlichkeiten dieses letzten Widerstandes führen.

Wann: Unbekannt verschoben!

Treffpunkt: K111, am Feldweg bei der Firma Mubea in 57586 Weitfeld

Wegstrecke: etwa 5 Kilometer

Dauer: Etwa 3 bis 4 Stunden

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


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9 – Kriegsereignisse am ehemaligen Truppenübungsplatz Stegskopf

Nur wenig bekannt ist über die Geschichte des ehemaligen Truppenübungsplatzes Stegskopf während der letzten Kriegstage. Schon zu Kaiserzeiten unterlag das Gelände einer (teil-)militärischen Nutzung; ab August 1943 wurde der Standorts fester Bestandteil für Offiziersbewerber, die sich aus Angehörigen der Luftwaffenhelfer rekrutierten, zur gleichen Zeit eröffnete Reichsjugendführer Artur Axman das Ausbildungszentrum „Prinz Eugen“ für Sonderlehrgänge in der Hochfrequenzfunktech-nik für die Hitlerjungend. Daneben nutzte die reguläre Wehrmacht das Gelände zu Ausbildungszwecken.

Nach dem im Herbst 1944 die Aufstellung des Deutschen Volkssturm befohlen wurde, erfolgte eine zusätzliche Nutzung durch den Volkssturm in Form von Geländeausbildung, MG-Schießen und besonders der Einsatz und die Nutzung von Minen und Panzerfäusten. Es sollten Panzerjagdkommandos ausgebildet werden, die den hohen Fehlbestand an schweren Geräten ausgleichen sollte.

Ende März 1945 wurden Teile des südöstlichen Geländes dann auch noch zum direkten Kampfgebiet, nachdem die amerikanischen Verbände aus dem Remagener Brückenkopf ausgebrochen waren und über Bad Marienberg in Richtung Haiger vorstießen.

Diese Exkursion wird entlang der freigegebenen Wegstrecke an einige der Örtlichkeiten der Kriegsereignisse führen.

Wann: Unbekannt verschoben!

Treffpunkt: Am Friedhof, 56472 Nisterberg,

Wegstrecke: Zwischen 8 und 10 Kilometer

Dauer: etwa 4 1/2 Stunden

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


Rote Marker = Veranstaltung steht bevor.
Blaue Marker = Veranstaltung wurde bereits durchgeführt.
Sie können sich in der Karte eine Wegbeschreibung zu den Veranstaltungen gleich anzeigen lassen.


 

 


Offizier, Bürgermeister und Europäer

Nach der Landung der Alliierten in Nordfrankreich und dem  Durchbruch der Roten Armee durch die Linien der Heeresgruppe Mitte an der Ostfront zeichnete sich der bevorstehende Zusammenbruch des Dritten Reiches zusehends ab.  Als im Herbst 1944 die Aufstellung des deutschen Volkssturmes befohlen wurde, war ein weiterer Tiefpunkt erreicht worden. Dieser Tag und dieser Aufstellungsbefehl waren für einen deutschen Soldaten in Marburg Grund genug, sich freiwillig zum Frontdienst zu melden.

Marburg, 18. Oktober 1944 – ein Mann rennt so schnell er kann den steilen Fußweg zum Schlossberg hinauf. Es geht durch die beschauliche Altstadt über den Marktplatz und dann steil bergan die zahlreichen Stufen herauf bis das Landgrafenschloss erreicht ist. Oben angelangt hat der Läufer keine Zeit für den Blick auf die wunderschöne Altstadt oder auf das Lahntal – nein, der Mann wendet, läuft zurück bis in die Barfüßerstraße und nimmt erneut den gleichen Weg. Als er wieder an seinem Ziel angelangt ist, macht er kehrt und rennt ein letztes Mal die gesamte Strecke.

Wer Marburg kennt, weiß dass man für den Anstieg zum Schlossberg einiges an Puste braucht. So beschwerlich der Weg zum Schloss auch ist, so beharrlich ist auch der Läufer. Er gibt nicht auf, noch Hundert Meter, noch fünfzig, noch zwanzig, die Kondition strapaziert, außer Atem, der Schweiß läuft ihm über das Gesicht. Am Südtor angelangt, versucht der Läufer zur Ruhe zu kommen, wieder Luft zum Atmen zu erhalten.

Der Sportler trägt keinen Sportanzug, nein, im Gegenteil! Er ist bekleidet mit der grauen Wehrmachtsuniform für Offiziere. Dazu die schweren Knobelbecher, wie die Stiefel damals genannt wurden und einer Schirmmütze, welche er während des Laufens unter den Arm geklemmt hat. Auf der Uniform trägt er verschiedene Auszeichnungen, darunter auch das Verwundetenabzeichen in Gold. Der Preis für diese Orden war hoch, der Offizier hat ihn mit dem Verlust seiner beiden Händen gezahlt.

Der Offizier ist Kurt Schwerdt, welcher während des Zweiten Weltkriegs als Infanterist in der Wehrmacht diente. Bereits wenige Wochen nach Beginn des Russlandfeldzuges verlor er seine rechte Hand, dennoch blieb er als aktiver Offizier im Dienst und wurde als Lehroffizier auf den Truppenübungsplatz Döberitz versetzt. Hier kam es im Mai 1943 zu einem schweren Unglück, wodurch er seine verbliebene linke Hand verlieren sollte.

Als im Herbst 1944 die Bildung des Volkssturmes verkündet wurde, meldete er sich freiwillig zurück an die Front und wurde Adjutant in einem Grenadierregiment, mit welchem er an der Ardennenoffensive teilnahm und im April 1945 die Kapitulation im Ruhrkessel erlebte. Noch kurz vor Kriegsende wurden ihm weitere hohe militärische Auszeichnungen verliehen.

Nach dem Krieg arbeitete Kurt Schwerdt als Rechtsanwalt bis er 1954 die Amtsgeschäfte des Bürgermeisters von Biedenkopf übernahm. Als Bürgermeister lenkte er seinen Augenmerk auf die die Verschwisterung und Verbrüderung mit den ehemaligen Feinden jenseits der Grenzen, denn als Soldat hatte er erlebt, wohin falsche Ideale führen können. Fortan setzte er sich mit aller Kraft für ein vereintes Europa ein und vollzog die Wandlung vom patriotischem jungen Offizier zum bekennenden Europäer.

Während seiner 18jährigen Amtszeit als Bürgermeister von Biedenkopf erfolgten Verschwisterungen mit europäischen Städten, darunter die Verschwisterung mit La Charite sur Loire in Frankreich. Für seine Bemühungen, ein gemeinsames Europa zu erschaffen, wurde ihm  1970 das Europakreuz des Verbandes der Europäischen Frontkämpfers, der „Confederation Europeene des Anciens Combatants“ verliehen. Diese hohe und seltene Auszeichnung würdigen die Verdienste um Versöhnung und Freundschaft, mit dem Bestreben, ein geeintes Europa in Frieden und Freiheit zu schaffen. 1985 wurde die Stadt Biedenkopf für ihre hervorragenden Leistungen um die Verbreitung des europäischen Einigungsgedanken mit der Ehrenfahne des Europarates ausgezeichnet.

Kurt Schwerdt verstarb im Mai 2007 im Alter von 87 Jahren in seiner Wahlheimat in Biedenkopf.

Die biografisch aufgearbeiteten Memoiren von Kurt Schwerdt sind jetzt in einer erweiterten Neuauflage im Treditionsverlag in Hamburg erschienen. Das Buch umfasst im Format 16,8 x 23 cm mehr als 300 Seiten und schildert auf schonungslose Art und Weise, wie sich der Wandel von einem patriotischem Wehrmachtsoffizier hin zum bekennendem Pazifisten und Europäer vollzog.

Die Neuauflage dieses Buches war für mich ein sehr wichtiger und großer Schritt. Diese Arbeit war lange überfällig; ich war sie meinem bereits vor zehn Jahren verstorbenen Freund Kurt Schwerdt schuldig. Seit etwa Mitte 2016 habe ich mich mit der Bearbeitung dieses Buches befasst. Dazu habe ich mehrere hundert Notizen, Mitschriften und Interviews ausgewertet. Die große Masse bestand aus Kurt Schwerdts militärhistorischer Geschichte und dessen persönlichen Erlebnisse. Dazu kam noch einiges Privates über seine Arbeit zu der Zeit, in welcher er als Rechtsanwalt tätig war, bevor er nach Biedenkopf kam.

Heute kann ich mit Stolz sagen, dass endlich fertig ist, was schon 2007 hätte fertig sein sollen. Wie sehr ich mir auch wünsche, dass Kurt sich sein Buch selbst anschauen könnte, so sehr muss ich mich damit trösten, dass ihm wenigstens der Manuskriptdruck wenige Monate vor seinem Tod gefallen und ihn zu Tränen gerührt hatte. Bereits für das Manuskript hatte besonders Kurt einiges geleistet, trotzdem hatte ich in die einige Monate nach seinem Tod erschienene Erstauflage einige Fehler eingebaut, die es zu korrigieren galt und die in der stark erweiterten Neuauflage nun nicht mehr enthalten sind.

Du warst mir immer ein Mentor und ein guter Freund! Ich werde dich stets vermissen.

Bestellen können Sie das Buch hier.

Umschlag-Fotos: Links: Kurt Schwerdt nach der Beförderung zum Oberleutnant. Unten: die Kranzniederlegung mit dem Amtskollegen Paul Boulet während der Verschwisterung zwischen den beiden Städten Biedenkopf und La Charite sur Loire. Rechts: Bei den Feierlichkeiten zur Verleihung der Europafahne an die Stadt Biedenkopf.

Umschlag-Fotos: Links: Kurt Schwerdt nach der Beförderung zum Oberleutnant. Unten: die Kranzniederlegung mit dem Amtskollegen Paul Boulet während der Verschwisterung zwischen den beiden Städten Biedenkopf und La Charite sur Loire. Rechts: Bei den Feierlichkeiten zur Verleihung der Europafahne an die Stadt Biedenkopf.

Kriegsereignisse im Raum Mudersbach-Niederschelden im April 1945

Am Samstag, den 16. September 2017, findet die dritte Exkursion dieser Veranstaltungsreihe statt. Dieses Mal wird von den Ereignissen berichtet, die sich während der letzten Kriegstage im April 1945 rund um Mudersbach und Niederschelden abspielten. Da die Kämpfe an der Sieg mein besonderes Anliegen waren, habe ich während meiner Recherchen gleich mehrere deutsche und amerikanische Veteranen zu diesen schicksalshaften Tagen befragen können.

Nachdem die 1. US-Armee im März aus dem Brückenkopf von Remagen ausgebrochen waren, begonnen sie damit, ihre Angriffe zur Sieg hin auszuweiten. Sie rückten unaufhaltsam zur Sieg vor, bei Gosenbach und Kirchen bildeten sie Brückenköpfe auf dem Nordufer des Flusses. Dazwischen bezogen Sicherungs- und Beobachtungsposten ihre Stellungen. Hier und da kam es zu Gefechten und kleineren Kampfhandlungen.

Einer dieser Posten befand sich in Birken bei Mudersbach. Am 3. April 1945 bewegte sich eine amerikanischen Patrouille aus Richtung Eiserfeld-Kaiserschacht kommend nach Birken herein, um den dortigen Posten abzulösen. In der gleichen Nacht setzte eine deutsche Patrouille in Niederschelderhütte über die Sieg. Die deutschen Soldaten hatten ihrerseits den Befehl, eventuelle amerikanischen Stellungen rund um Birken ausfindig zumachen. 

In den frühen Morgenstunden kam es dann zum Zusammenstoß mit den Amerikanern. Es entwickelte sich gleich ein heftiges, aber kurzes Feuergefecht, in dessen Verlauf ein amerikanischer Soldat sein eigenes Leben opferte, um das seiner Kameraden zu retten. 

Innerhalb dieser Exkursion unterhalten wir uns besonders über die Ereignisse dieser Nacht, die das Leben von mehreren Menschen für immer ändern sollte.

Der am 3. April 1945 gefallene Walter Wetzel

Der am 3. April 1945 gefallene Walter Wetzel

 Diese Exkursion beginnt um 14.30 Uhr am Friedhof in Birken.

Treffpunkt ist die Friedhofstraße in 57555 Mudersbach (Siehe Karte)

Die Wegstrecke beträgt etwa 5 Kilometer, wir werden circa 3 Stunden unterwegs sein; eher länger als kürzer.

Anmeldung erbeten an die: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de

Die nächsten Exkursionen stehen an…

Die Kreisvolkshochschule Altenkirchen und die Volkshochschule Betzdorf-Gebhardshain haben für das anstehende Semester wieder ein reichhaltiges Angebot zusammengestellt. Ich freue mich sehr, dass ich erneut meinen Teil hierzu beisteuern konnte, denn für die Fortführung der Veranstaltungsreihe “Erinnern und Lernen – Kriegsende vor 72 Jahren” wurden jetzt weitere acht Exkursionen geplant, darunter befinden sich vier ganz neue Runden. Diese Veranstaltungsreihe wurde wieder auf die Samstage verlegt, da dieser Tag organisatorisch einfach der bessere ist.

Am Samstag, den 26. August, eröffnen wir die Veranstaltungsreihe mit der Wanderung bei Ölsen, wo die Ereignisse nach der Eroberung Altenkirchens im Fokus stehen. Die weiteren Veranstaltungen beschäftigen sich in der Masse mit den Kampfhandlungen Ende März 1945, die sich südlich der Sieg zutrugen. So sind wir zum einen bei Gebardshain unterwegs und auch bei Weitefeld. Die drei letzten Exkursionen haben dahingegen den Schwerpunkt Betzdorf als Kampffront und stellen dar, warum sich die Kampfhandlungen entlang des Flusses knapp eine Woche lang hinzogen.

Um zeitnahe Anmeldung zu den Exkursionen wird gebeten.


Ein deutscher Grenadier ist in seiner Schützenmulde in Stellung gegangen. Mit seiner Feuerwaffe<span style="color: #ff0000;"> (1)</span> im Anschlag und der bereitgelegten Stielhandgranate <span style="color: #ff0000;">(2)</span> erwartet er den bevorstehenden amerikanischen Angriff. Die Anspannung steht ihm erkennbar ins Gesicht geschrieben.

Ein deutscher Grenadier ist in seiner Schützenmulde in Stellung gegangen. Mit seiner Feuerwaffe (1) im Anschlag und der bereitgelegten Stielhandgranate (2) erwartet er den bevorstehenden amerikanischen Angriff. Die Anspannung steht ihm erkennbar ins Gesicht geschrieben.



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Gefechte rund um Birkenbeul

Nachdem Altenkirchen am 26. März 1945 von den Amerikanern nahezu kampflos erobert worden und später Hachenburg gefallen war, sicherten sie die erreichten Stellungen und richteten sich für die Nacht ein. Am nächsten Morgen nahmen sie ihre Angriffe wieder auf und rollten mit ihren Panzereinheiten weiter in östliche Richtung, um den Durchbruch durch die Linien der 15. deutschen Armee in der Tiefe zu erreichen.  Den Panzereinheiten folgten die Infanteriedivision, die zum einen das von den schnellen Panzereinheiten überrannte Gebiet sicherten und zum anderen die Flankensicherung nach Norden hin übernahmen. Die Frontlinie führte am 27. März grob von Leuscheid über Ückertseifen und schwenkte dort scharf nach Süden bis zum Beulskopf und dann über Obererbach nach Osten. Unter amerikanischen Beschuss zogen letzte deutsche Soldaten aus Ölsen. Hiernach wurde eine amerikanische Patrouille in Richtung Birkenbeul gesendet, die sich unter tödlichen
Verlusten zurückziehen musste.

Die Exkursion beginnt am Dorfgemeinschaftshaus in Ölsen und führt von dort über Birkenbeul zum Beulskopf.

Wann: Samstag, 26. August 2017 , 14.30 Uhr

Treffpunkt: Dorfgemeinschaftshaus Ölsen, Brunnenstraße 57612 Ölsen
Ganz wichtig: Auf Grund  der andauernden Regenfälle der letzten Zeit muss d
er Startpunkt dieser Exkursion verlegt werden. Der Ausgangspunkt dieser Wanderung befindet sich jetzt an der K54, von Heupelzen in Richtung Ölsen fahrend, links ab, dort wo der Wald aufhört und bevor es den Berg herunter nach Ölsen geht. Hierdurch hat sich auch die Wegstrecke um etwas mehr als einen Kilometer erhöht. Denn neuen Treffpunkt finden Sie auf der Karte am Ende dieser Seite.

Wegstrecke: Etwa 4,5 Kilometer

Dauer: In der Regel dauert jede Exkursion etwa 3 Stunden.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


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Kriegsende für Oberwambach

Während die 3. US-Panzerdivision am 26. März 1945 aus dem Brückenkopf von Remagen ausbrach, schlug ihr in der Nähe von Oberwambach schweres Feuer entgegen. Nachdem der erste Panzer in den Ort eingefahren war, wurde dieser durch ein 8,8cm-Flak-Geschütz, das oberhalb des Dorfes stand, im direkten Beschuss ausgeschaltet. Amerikanische Infanterie musste den Widerstand der Geschütze niederkämpfen, bis der Vormarsch endlich wieder aufgenommen werden konnte. Nachdem die amerikanische Kolonne den Ort passierte, setzte ihnen ein einzelnes deutsches Panzerfahrzeug immer wieder mit Beschuss zu.

Diese Exkursion beginnt am Friedhof in Oberwambach und führt zu den Örtlichkeiten dieses Gefechtes im März 1945.

Wann: Samstag, 2. September 2017, 14.30 Uhr

Treffpunkt: Friedhofstraße in 57614 Oberwambach

Wegstrecke: Etwa 3,5 Kilometer

Dauer: In der Regel dauert jede Exkursion etwa 3 Stunden.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


PictogrammWandernTapferkeitsauszeichnung mit dem Leben bezahlt – Mudersbach-Birken

Nachdem die Verbände der 1. US-Armee im März 1945 aus dem Brückenkopf von Remagen ausgebrochen waren, begonnen sie damit, ihre Angriffe in Richtung der Sieg auszuweiten, um den Raum von letzten deutschen Soldaten zu bereinigen. Aus Richtung Eiserfeld-Kaiserschacht fühlten die Amerikaner auf Birken vor und drangen in den Ort ein, wo sie einen Sicherungsposten einrichteten. Während der Nacht setzte eine deutsche Patrouille in Niederschelderhütte über die Sieg und sollte amerikanischen Stellungen rund um Birken ausfindig machen. Hierbei kam es zum Zusammenstoß mit einer amerikanischen Patrouille, die sich auf dem Weg zum eigenen Stützpunkt befand. Es kam zu einem kurzen, aber heftigen Feuergefecht, in dessen Verlauf ein amerikanischer Soldat sein eigenes Leben opferte, um das seiner Kameraden zu retten. Während dieser Exkursion unterhalten wir uns über die Ereignisse dieser Nacht und begeben uns dann auf die Wege der Angriffe nach Mudersbach herein.

Diese Exkursion beginnt am Friedhof in Birken.

Wann: Samstag, 16. September 2017, 14.30 Uhr

Treffpunkt: Friedhofstraße in 57555 Mudersbach

Wegstrecke: Etwa 5 Kilometer

Dauer: In der Regel dauert jede Exkursion etwa 3 Stunden.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
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PictogrammWandernKriegsende bei Weitefeld

Nachdem die amerikanischen Divisionen der 1. US Armee Ende März 1945 aus dem Brückenkopf von Remagen ausgebrochen waren, stieß die vordere Spitze der 3. US-Panzerdivision zwischen Neunkausen, Weitefeld und Friedewald auf eine hastig errichtete Widerstandslinie der sich zurückziehenden Wehrmacht. Die deutschen Truppen befanden sich auf der Flucht und versuchten durch diesen Widerstand noch einmal Zeit zu gewinnen, um möglichst vielen Soldaten das Absetzen in die Bereiche nördlich der Sieg zu ermöglichen.

Kurz nach Morgenanbruch setzte Abwehrfeuer von einigen PaK (Panzerabwehrkanonen) ein, die durch Flak (Fliegerabwehrgeschütze) unterstützt wurden. Unmittelbar bevor der eigene Widerstand eingestellt werden musste, setzte noch ein letzter, verzweifelt geführter deutscher Gegenangriff ein, der jedoch unter hohen Verlusten eingestellt werden musste. Der deutsche Widerstand wurde gebrochen und die Amerikaner konnten danach nahezu ungehindert in die Tiefe durchstoßen.

Diese Exkursion beginnt an der Kreisstraße 111 bei der Firma “Mubea Muhr und Bender” im Industriegebiet (Hachenburger Str. 31, 57586 Weitefeld) und wird unter anderem an die Örtlichkeit eines deutschen Widerstandsnests führen, von dort weiter zu einem Standort eines Sturmgeschützes, welches auf sich allein gestellt die vorstoßenden Sherman-Panzer unter Feuer nahm.

Treffpunkt: Entweder Parkplatz der Firma Mubea oder Feldweg 50 Meter südlich. Der exakte Treffpunkt wird zeitnah bekannt gegeben.

Wann: Samstag, 30. September 2017, 14.30 Uhr

Treffpunkt: Parkplatz der Firma Mubea bzw. Feldweg 50 Meter südlich davon

Wegstrecke: Etwa 4,5 Kilometer

Dauer: ca. 3 1/2 Stunden.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
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PictogrammWandernExkursion zum Hümmerich bei Gebhardshain

Nachdem Gebhardshain durch Verbände der 1. US Infanteriedivision erobert worden war, stießen sie mit einer kampfstarken Patrouille auf den Hümmerich vor, wo sie eine Sperrstellung beziehen sollten.

Auf dem Weg dorthin entdeckten sie immer wieder deutsche Soldaten, die sich auf dem Rückzug befanden. Doch noch bevor der Hümmerich erreicht war, stieß die Patrouille auf eine Nachhut des 8. Panzergrenadierregimentes, die mit einem PaK-Geschütz (PaK=Panzerabwehrkanone) in Stellung befohlen worden war, um den Rückzug der deutschen Einheiten hinter die Sieg zu decken.

Wir treffen uns zu dieser Exkursion am Parkplatz beim Bürgerforum in Gebhardshain

Wann: Samstag, 7. Oktober 2017, 14.00 Uhr

Treffpunkt: Betzdorfer Straße 5, 57580 Gebhardshain

Wegstrecke: Etwa 7 Kilometer

Dauer: 4 Stunden, evtl. länger.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
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PictogrammWandernDie Amerikaner überqueren die Sieg zwischen Scheuerfeld und Wallmenroth

Nachdem die amerikanische 1. Armee im März 1945 aus dem Brückenkopf von Remagen ausgebrochen war, begonnen sie damit, gegen die Sieg vorzugehen, um den Raum von letzten deutschen Soldaten zu bereinigen. Hierbei stießen sie von Dauersberg nach Scheuerfeld, das nach einem Gefecht durch Soldaten des 28. amerikanischen Infanterieregiments erobert werden konnte. Nach dem Gefecht um Scheuerfeld blieben mehrere Gefallene beider Seiten, die deutschen Toten wurden im Ort in einem Gräberfeld zur letzten Ruhe gebettet.

Ein Versuch von Richtung Bruche aus gegen Wallmenroth vorzugehen, um von dort aus auf den Molzberg vorzustoßen, schlug unter Verlusten fehl. So waren die Amerikaner gezwungen, in Betzdorf und in Scheuerfeld die Sieg überqueren. Von Betzdorf aus drangen sie nach Oberbetzdorf vor und gingen im Anschluss gegen den Molzberg vor.

In Scheuerfeld setzte ein verstärkter Zug im Bereich der Muhlau über den Fluss, von hier stießen sie in Richtung Wallmenroth vor. Ein verzweifelt geführter deutscher Gegenangriff setzte ein, musste aber unter Verlusten eingestellt werden.

Diese Exkursion beginnt am Friedhof in Wallmenroth und führt zu den Örtlichkeiten der letzten Märztage des Jahres 1945.

Treffpunkt: Friedhof in Wallmenroth.
Wegstrecke: Ca. 6-7 Kilometer.

Wann: Samstag, 14. Oktober 2017, 14.00 Uhr

Treffpunkt: Jahnstraße 25, 57584 Wallmenroth

Wegstrecke: Zwischen 4 und 5 Kilometer

Dauer: In der Regel dauert jede Exkursion etwa 3 Stunden.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
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PictogrammWandernBetzdorf I – Amerikanischer Vorstoß durch Betzdorf zum Molzberg

Ende März 1945 hatten Verbände des 28. US Infanterieregiments die südlich der Sieg gelegenen Ortsteile erobert und waren anschließend in Betzdorf über die Sieg gegangen. Ein vorheriger Versuch, den Molzberg von Wallmenroth aus zu erobern, schlug fehl, wodurch die Amerikaner gezwungen waren, sich im verlustreichen Häuserkampf durch Hohenbetzdorf zu kämpfen, bis der Molzberg endlich erreicht worden war.

Endlich auf der Molzbergspitze angelangt, konnten die amerikanischen Soldaten ihren  Brückenkopf sichern. Der Weg dorthin war verlustreich und blutig. Nachdem die Gefechte beendet waren, hatten eine Vielzahl deutscher und amerikanischer Soldaten ihr Leben verloren.

Treffpunkt: Schützenplatz in Betzdorf
Wegstrecke: ca. 3,5 Km

Wann: Samstag, 4. November 2017, 14.00 Uhr

Treffpunkt: Martin Luther Straße 17, 57518 Betzdorf

Wegstrecke: Etwa 3,5 Kilometer

Dauer: In der Regel dauert jede Exkursion etwa 3 Stunden.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


Rote Marker = Veranstaltung steht bevor.
Blaue Marker = Veranstaltung wurde bereits durchgeführt.
Sie können sich in der Karte eine Wegbeschreibung zu den Veranstaltungen gleich anzeigen lassen.


 

Das Wahlergebnis in Frankreich

Am 9. Mai 2007 verstarb mein guter Freund Kurt Schwerdt, die Lücke, die er hinterließ, ist bis heute nicht geschlossen. Er war Biedenkopfer Altbürgermeister und hatte sich nach dem Zweiten Weltkrieg mit allen seinen Kräften für ein vereintes Europa eingesetzt. Exakt zu seinem zehnten Todestag stehen in Frankreich Präsidentschaftswahlen an. Das Ergebnis der durchgeführten Wahlen hätte Kurt über alle Maße gefreut, besonders in einer Zeit, in der Krieg und Terror schon beinahe wieder zum normalen Alltag hinzugehören. Frankreich hat dem Rest Europas aufgezeigt, dass es nur miteinander funktionieren kann.

Das französische Volk hat sich für Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit entschieden und damit für ein vereintes Europa und gegen eine Ausgrenzung. Die rechtsgerichtete Marine Le Pen wurde weggefegt und ihre Nichte Marion Maréchal Le Pen kündigte darauf an, sich aus der Politik zurückzuziehen. Emmanuel Macron wurde mit knapp zweidrittel Mehrheit zum Präsidenten gewählt. 66,8 % für die Bewegung “En Marche” sind ein klares Zeichen für eine kommende Zeitenwende in eine offene und moderne Gesellschaft. Das Volk Frankreichs hat sich klar entschieden für ein vereintes und solidarisches Europa und zugleich der rechten Partei um Le Pen eine heftige Abfuhr verpasst.

Der 39-jährige Macron ist der jüngste Präsident, der Frankreich je vertreten hatte. Ein Politiker voller Enthusiasmus und Ambitionen. Mit der Präsidentschaftswahl hat er die erste Hürde genommen, aber die Umsetzung seiner ambitionierten Pläne benötigen noch eine stabile Mehrheit während der Nationalversammlung im Juni. Macrons Visionen zeigen eine europäische Integration mit gemeinsamen Haushalt, einem Parlament und gemeinsamer ministeriell-wirtschaftlicher Verwaltung für die Eurozone.

Falscher Patriotismus führt auf kurz oder lang unweigerlich in einen Krieg. Menschen wie Emmanuel Macron sind die neuen (pazifistischen) Patrioten. http://www.gouvernement.fr/

Kurt Schwerdt wäre sehr stolz auf dieses Ergebnis. Er war Zeit seines Lebens ein Mann der Zukunft und es war sein größter Herzenswunsch, dass Europa einmal zusammenwächst. Beispielhaft für sein Denken und Handeln als Bürgermeister der Stadt Biedenkopf waren neben anderen Projekten die erfolgreiche Verschwisterung mit Städten in Frankreich und Belgien. Er, der den Krieg in allen Facetten am eigenen Leib zu spüren bekam und durch Kriegsverletzung für immer und für jeden sichtbar gebrandmarkt war, brachte während seiner Verschwisterungsrede im Sommer 1960 in La Charite sur Loire zum Ausdruck:
„Die politische Idee der nationalstaatlichen Souveränität ist gestorben. In zwei furchtbaren Weltkriegen ist sie unter den Flaggen Europas versunken!”

Der Biedenkopfer Altbürgermeister Kurt Schwerdt während der Feierlichkeiten zu Verleihung der Ehrenfahne des Europarates, die 1985 an Biedenkopf verliehen wurde. Kurt wusste wie wichtig ein vereintes Europa ist und vor allen Dingen wusste er, wovon er redet: Falscher Patriotismus während des Zweiten Weltkrieges hatte ihm beide Hände gekostet!

Kurt Schwerdt wurde 87 Jahre alt und anlässlich seines zehnten Todestages werde ich in kürze seine biographisch ausgelegten Memoiren in einer überarbeiteten Neuauflage veröffentlichen.

Offizier, Bürgermeister und Europäer

Kurt Schwerdt diente im 2. Weltkrieg als Offizier der Wehrmacht. 1941 verlor er die rechte Hand. Er blieb als aktiver Offizier im Dienst und wurde Lehroffizier in Döberitz. Hier ereignete sich 1943 ein Unglück, durch dass er seine noch verbliebene Hand verlieren sollte.

Als im Herbst 1944 die Aufstellung des Volkssturmes befohlen wurde, meldete er sich als Oberleutnant zurück an die Front. Schwerdt wurde Adjutant in einem Grenadierregiment, mit dem er an der Ardennenoffensive teilnahm und im April 1945 die Kapitulation im Ruhrkessel erlebte. Als Ohnhänder war er der einzige Soldat der während des Zweiten Weltkrieges an vorderster Front diente. Ohne Hände wurde ihm noch die Nahkampfspange verliehen und er wurde zur Verleihung weiterer Auszeichnungen vorgeschlagen.

Nach Kriegsende führte er sein Jura-Studium fort, 1954 wurde er Bürgermeister von Biedenkopf. Aufbauend auf die schrecklichen Erfahrungen aus dem Schützengraben bekannte er sich fortan dem Pazifismus und legte alles daran, dass sich in Europa kein neuer Krieg ereignen würde. Dabei legte er großen Augenmerk auf  Verschwisterungen mit ehemaligen Feinden. In La Charite sur Loire erfolgte 1960 die erste Verschwisterung, weitere würden folgen.

Dieses Buch versucht die Stationen aus dem Leben Kurt Schwerdts darzustellen und möchte aufzeigen, dass es immer alternative Möglichkeiten gibt, auch wenn der Weg dahin, dann erst recht steinig werden sollte.

Eröffnung der Veranstaltungen 2017

„Als der Krieg in die
Heimat kam“

72 Jahre Kriegsende 1945

Vortag mit Filmmaterial, Dokumenten und
Fotografien über die Kampfhandlungen am
Ende des Zweiten Weltkrieges im Kreis Altenkirchen

Samstag, 25. März 2017 – 14 Uhr
Kreisvolkshochschule, Rathausstraße 12 in 57610 Altenkirchen

Gebühren: 5 Euro je Person.
Zahlbar am Tag der Veranstaltung.

Ein Angebot der Kreisvolkshochschule und
des Kreisarchives des Kreises Altenkirchen.

www.das-kriegsende.de

Exkursionen im 1. Halbjahr 2017

Die neuen Termine für die nächste Veranstaltungsreihe stehen endlich fest. Sieben mal sollte man sich den Terminkalender offen halten, davon ein Mal an einem Samstag und, weil immer wieder darum gebeten wurde, sechs Mal an verschiedenen Sonntagen…

Um die Spannung schon vorab ein wenig zu erhöhen: Es finden vier komplett neue Exkursionen statt, die wir zuvor noch nicht im Programm hatten. Dieses Mal sind wir auch wieder im Bereich der PaK-Linie bei Hasselbach-Weyerbusch unterwegs, allerdings bewegen wir uns jetzt auf komplett neuen Pfaden, wobei wir uns besonders über die Ereignisse am nördlichen Frontabschnitt unterhalten werden. Gleich die erste Exkursion findet also auf unbekanntem Gebiet statt und bietet eine Fülle Informationen für alle Interessierten.


 


Bereits abgekämpfte Grenadiere auf dem Rückweg von der Front. Die Soldaten sind ausgerüstet mit Stielhandgranaten (1) und einem Maschinengewehr 34 (2). Der zweite Soldat von Links besitzt neben seinen Stielhandgranaten im Koppel eine Magazintasche (3) für drei Stangenmagazine einer Maschinenpistole.

Der Stahlhelm (4) des MG-Schützen ist mit Lehm verschmiert. Der Soldat links hinter ihm trägt einen Karabiner 98 (5). Ganz Links ragt ein Karabiner ins Bild, welcher mit einem Bajonett (6) für den Nahkampf ausgestattet ist. Dem Anschein nach befindet sich auf der Trage der beiden Soldaten ein verwundeter Soldat (7). Auf dem Fuhrwerk rechts im Bild könnten sich evtl. Magazine (8) für ein 2cm-Geschütz befinden.

Die Szenerie dürfte vergleichbar sein mit den Ereignissen im März & April 1945 im Westerwald, denn ähnlich wird es ausgesehen haben, als deutsche Soldaten in die Frontstellungen z.B. bei der PaK-Linie in Hasselbach eingerückt sind. Abgekämpfte Soldaten prägten seit 1944 den Alltag und waren das Beste, dass die Wehrmachtsführung noch zu bieten hatte.


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Eröffnung der Veranstaltungsreihe – 72 Jahre Kriegsende

Vortag mit Filmmaterial, Dokumenten und Fotografien zu den „Kampfhandlungen am Ende des Zweiten Weltkrieges im März & April 1945“. Anhand von Landkarten und Auszügen aus diversen Kriegstagebüchern wird versucht an die opfervolle und schreckliche Zeit zu erinnern. Im Anschluss an den Vortag können die Teilnehmer persönliche Fragen zu den Bodenkämpfen im März und April 1945 stellen. Die Veranstaltung wird abgerundet durch verschiedene Gegenstände aus der Zeit des Kriegsendes.

Ab dem 25. März 1945 fanden erstmalig Infanteriekämpfe zwischen den deutschen und amerikanischen Verbänden im Raum des Kreises Altenkirchen statt. Unter Verlusten gelang es den amerikanischen Verbänden durch die deutschen Frontlinien zu brechen. Ende März wurde die Sieg in ihrer gesamten Länge zur Verteidigungslinie ernannt, die so genannte Siegfront. Der Fluss bildete die Südfront des so genannten „Ruhrkessels“, in dem die Heeresgruppe B mit rund 325.000 Mann eingeschlossen wurde. Entlang der Siegfront gingen die Kampfhandlungen für die Dauer von mehreren Tagen in einen Stellungskrieg über. Vielerorts beschränkten sich die Kampfhandlungen auf gegenseitige Artillerieduelle, anderswo aber lagen sich die Soldaten beider Seiten direkt gegenüber und bekämpften sich erbittert.

In den frühen Morgenstunden des 6. April 1945 griffen die amerikanischen Verbände nach heftiger Artillerievorbereitung auf breiter Front an und zerschlugen die deutschen Stellungen entlang der Sieg. Die deutsche Truppe hatte diesen konzentrierten Angriffen nichts mehr entgegenzusetzen und zog sich unter hinhaltendem Widerstand immer weiter in den Kessel zurück. Für den Kreis Altenkirchen endeten die Kampfhandlungen mit letzten Gefechten im Bereich von Bahnhof Wildenburg am 9. April 1945.

Wann: Samstag, 25. März 2017 , 14 bis 16 Uhr

Wo: Kreisvolkshochschule, Rathausstraße 12 in Altenkirchen

Dauer: Gesprächsrunde mit offenem Ende.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


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Kampf um die PaK-Linie bei Hasselbach – Die Front bei Werkhausen

Als die 1. US Armee am 25. März 1945 aus dem Brückenkopf von Remagen ausbrach, konnte sie die Frontlinien der 15. Armee an den meisten Punkten problemlos durchbrechen. Nur im nördlichen Bereich des Brückenkopfes stießen die Verbände auf zum Teil schwersten Widerstand. Besonders hart war dabei das Los für die Panzerspitze der 3. US Panzerdivision, die über Kircheib nach Altenkirchen vorstoßen sollte.

Nachdem die Panzerkolonne im Bereich von Rettersen und Hasselbach an der so genannten „PaK-Linie bei Hasselbach“ (PaK=Panzerabwehrkanone) zum Stehen gebracht wurde, mussten die Amerikaner selbst zur Verteidigung übergehen. Im Anschluss kamen sämtliche Angriffe der Division zum Erliegen. Um weiter gegen Altenkirchen vorzugehen, musste zuvor jeglicher Widerstand entlang der stark verteidigten Frontlinie niedergekämpft werden. Altenkirchen, das als Tagesziel für den 25. März gegolten hatte, konnte erst im Verlauf des Nachmittags des 26. März eingenommen werden. Auf dem Schlachtfeld blieben zahlreiche zerstörte Fahrzeuge und viele Gefallene beider Seiten zurück. Dies war der Auftakt für das unmittelbar bevorstehende Ende; wie ein ehemaliger Soldat erzählte, waren diese Kämpfe ähnlich wie das letzte heftige Zucken eines sterbenden Menschen.

Diese eigenständige Exkursion baut auf die Ereignisse der bereits zuvor durchgeführten Veranstaltungen rund um die „PaK-Linie“ auf, wobei allerdings auf die Gesamtereignisse eingegangen wird, damit auch „Neueinsteiger“ nachvollziehen können, was sich Ende März 1945 vor den Türen und Toren Weyerbuschs zugetragen hatte.

Wann: Sonntag, 26. März 2017 , 14.30 Uhr

ACHTUNG: NEUER TREFFPUNK: Friedhof in 57635 Werkhausen.
Sie finden den neuen Treffpunkt im Kartensystem am Ende dieser Seite.

Wegstrecke: Etwa 3,5 Kilometer

Dauer: In der Regel dauert jede Exkursion etwa 3 Stunden.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


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Vorstoß auf Betzdorf und die hieraus resultierenden Gefechte südlich der Sieg

 Der Versuch der Wehrmacht südlich Betzdorf noch einen Brückenkopf zu organisieren, schlug gleich im ersten Ansatz fehl. Ebenso scheiterte das Vorhaben, südlich von Bruche mit Volkssturm und einem Flakgeschütze (Fliegerabwehrkanone) eine Sperrstellung zu errichten. Ein Angriff eines deutschen Sturmgeschützes führte auf amerikanischer Seite zu der Annahme, dass der Weg nach Bruche nicht offen sein würde, worauf sich die Soldaten des 28. US Infanterieregiments zurückzogen.

Danach wurde der amerikanische Vorstoß über Alsdorf vorangetrieben und erst nach der Einnahme von Alsdorf konnte der Angriff in Richtung Betzdorf ausgeweitet werden. Hierbei kam es zu einigen Gefechten, die sich bis in die Nähe des Eisweihers verlagerten. Der Betzdorfer Ortsteil Bruche wurde erst in den nachfolgenden Nachtstunden erobert.

Wann: Sonntag, den  9. April 2017 um 14.30 Uhr

Wo: Am Scheuerberg, 57518 Betzdorf-Bruche, der Treffpunkt findet sich oberhalb der Grillhütte.

Wegstrecke: Etwa 3,5 Kilometer

Dauer: In der Regel dauert jede Exkursion etwa 3 Stunden.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


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 Vorstoß gegen die deutschen Sicherungen bei Herdorf

Nachdem der Ausbruch aus dem Remagener Brückenkopf vollendet war und die Amerikaner bereits damit begonnen hatten, das Ruhrgebiet mit der 1. US Armee im Süden und der 9. US Armee im Norden zu umzingeln, mussten sie ihre Vorstoße zur Sieg hin ausweiten.

Mit diesen Infanterieangriffen sollten die deutschen Sicherungslinien durchstoßen und die Brückenköpfe zerschlagen werden, bevor es den deutschen Soldaten möglich war, weitere Kräfte zu sammeln. Einer dieser Schwerpunkte befand sich bei Herdorf-Neunkirchen. Südlich dieser Ortschaften sollten Vorkommandos der 59. Infanteriedivision eine Verteidigungslinie beziehen und in Anlehnung an die Ortsränder sollten schwache Reste der 9. Panzerdivision einen Sperrriegel verteidigen.

Da die 8. US Infanteriedivision stärkere Feindkräfte in den Wäldern zwischen dem Hohenseelbachskopf und Herdorf vermutete, stießen sie in zwei Angriffsformationen gegen die deutsche Verteidigung vor. Hierbei sollte eine verstärkte Infanteriekompanie über Mahlscheid vorgehen, während die andere Kompanie durch das Sotterbachtal gegen Herdorf antreten sollte. In den Wäldern um die Mahlscheid kam es dabei nur zu kleineren lokalen Rückzugsgefechten mit versprengten deutschen Truppen, während sich das eigentliche Eindringen in Herdorf zum fast dreistündigen Gefecht entwickeln sollte.

Wann: Sonntag, den  23. April 2017 um 14.30 Uhr

ACHTUNG Änderung des Treffpunktes:
Ziegenberg 24 (an der Infotafel Grube San Fernando)
in 57562 Herdorf,

Wegstrecke: Etwa 3,5 Kilometer

Dauer: In der Regel dauert jede Exkursion etwa 3 Stunden.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
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Bildung des amerikanischen Brückenkopfes auf dem Giebelwald bei Freusburg.

Ende März 1945 drangen die Truppen der 8. US Infanteriedivision über Offhausen in Kirchen ein, das dabei beinahe kampflos erobern wurde. Nachdem sie bei Brühlhof die Sieg überschritten und die Jung-Werke vom Feind befreit hatten, klärten sie gegen Freusburg auf. Ein direktes Vorgehen über Freusburger Mühle war nicht möglich, da der Bereich von Scharfschützen einzusehen war, die sich dann für einige Zeit gefährliche Duelle lieferten.

Als die Amerikaner endlich in Freusburg eindringen konnten, mussten sie sich ihren Weg durch unwegsames Gelände bahnen und konnten einen Brückenkopf am Fuße des Giebelwaldes einrichten. Dieser Brückenkopf wurde für die Dauer von mehreren Tagen zum Schauplatz heftiger Gefechte.

Wann: Sonntag, 7. Mai 2017, um 14.30 Uhr

Wo: Parkplatz an der Hubertuskirche, 57548 Freusburg

Wegstrecke: Etwa 7 Kilometer, evtl. mehr

Dauer: In der Regel dauert jede Exkursion etwa 3 Stunden.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
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Gefechte im Bereich des Hellbachskopf

Der weitläufige Giebelwald wurde für mehrere Tage zum Brennpunkt der Kämpfe um die Siegfront im Bereich zwischen Kirchen und Niederschelden. Die Wälder waren Kampfgebiet, Bereitstellungsraum und Unterschlupf für deutsche Truppen; darüber hinaus suchten zahlreiche Zivilisten der umliegenden Ortschaften Zuflucht in den Bergbaustollen, um vor den Kampfhandlungen geschützt zu sein.

Anfang April hatten die Amerikaner damit begonnen, ihren Brückenkopf bei Freusburg auszuweiten. Hierbei verwickelten sie sich allerdings zusehend in Waldkämpfe, die durch sich immer wieder verirrende Einheiten und plötzliches aufeinanderstoßen auf gegnerische Truppen geprägt waren. Im Bereich des Hellbachskopf erinnert heute ein Denkmal in Form von mehreren Basaltsäulen an der Stelle eines ehemaligen Soldatengrabes an die Härte der damaligen Kämpfe.

Wann: Sonntag, 21. Mai 2017, um 14.30 Uhr

Wo: Sportplatz beim Tierpark in 57572 Niederfischbach

Wegstrecke: Etwa 7 Kilometer, evtl. mehr

Dauer: In der Regel dauert jede Exkursion etwa 3 Stunden.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
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Gefecht um Steeg im Wildenburger Land

Nach vorbereitendem Artilleriefeuer brachen am 6. April 1945 die Amerikaner aus ihren Brückenköpfen an der Sieg aus. Im Bereich von Wissen, Betzdorf und Kirchen zerschlugen die Soldaten der 78. US Infanteriedivision die deutschen Frontlinien und marschierten gegen meist leichten Widerstand vor, nur lokal kam es an verschiedenen Punkten noch zu heftigeren Gefechten, die auf beiden Seiten hohe Verluste forderten, am Abend war die Sieg nirgendwo mehr in deutscher Hand. Wenig später stand die Division im Wald bei Rübegarten und zielte zum einen nach Morsbach und zum anderen in Richtung Friesenhagen.

Diese Exkursion beginnt an genau dem Punkt, von welchem die amerikanische Infanteriekompanie ihren Vorstoß in Richtung Steeg vor 72 Jahren plante. Die Brücke über den Wisserbach stand unter deutscher Beobachtung und der Bereich war durch mehrere Maschinengewehre gesichert. Ein amerikanischer Soldat verlor gleich nach Beginn des Vorstoßes durch Artillerievolltreffer sein Leben. In dieser Lage mussten die Amerikaner den Bachlauf überqueren.

Um nach Friesenhagen zu gelangen, musste zuvor das kleine Örtchen Steeg passiert werden. Da Steeg jedoch die Abschnittsgrenze zwischen den beiden deutschen Grenadierregimentern 164 und 183 bildete, war der Ort durch die 62. Volksgrenadier Division zur Verteidigung vorbereitet worden. Während des amerikanischen Vorstoßes setzten deutsche Sturmgeschütze und Grenadiere zum Gegenangriff an, wodurch es zu einem Zusammenstoß kam, der in einem blutigen Gefecht endete.

Wann: Sonntag, 11. Juni 2017, um 14.30 Uhr

Wo: So finden Sie zum Treffpunkt:

Verlassen Sie die L278 zwischen Friesenhagen und Morsbach (bei dem Abwasserklärwerk) in Richtung Betzdorf-Kirchen und fahren auf die Kreisstraße 77. Nach 150 Metern finden Sie den Startpunkt dieser Exkursion auf der linken Seite.

Link öffnet ein neues Fenster.

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Wegstrecke: Etwa 7 Kilometer, evtl. mehr

Dauer: In der Regel dauert jede Exkursion etwa 3 Stunden.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de

 


 

Rote Marker = Veranstaltung steht bevor.
Blaue Marker = Veranstaltung wurde bereits durchgeführt.
Sie können sich in der Karte eine Wegbeschreibung zu den Veranstaltungen gleich anzeigen lassen.

 

Zeiss Ikon Tenax I

Da sind wir endlich wieder mit einem neuen/alten Foto! Dieses Mal haben wir ein Bild aufgenommen mit meiner Zeiss Ikon Tenax I. Die Tenax war eine der ersten günstig erschwingbaren Kleinbildkameras. Sie war als Schnellschusskamera gedacht und dementsprechend konzipiert. Man kann, wenn man schnell genug ist, wirklich 2 Fotos innerhalb ein bis zwei Sekunden machen. 😉

Die Zeiss Ikon Tenax I wurde zwischen 1939 und 1941 hergestellt, sie war als die “Volksausgabe” der fast drei Mal so teuren und sehr erfolgreichen Tenax II gedacht. Die Anlehnung an das teure Modell hatte allerdings nur den Namen geerbt, denn die Zeiss Ikon Tenax I besitzt nicht nur ein völlig anderes Aussehen, sondern ist sie im gesamten eine sehr viel einfacherer Kamera. Die Tenax II war zu einem Preis von zwischen 277 und 298 Reichsmark erhältlich, dahingegen kostete die Tenax I im Jahr der Markteinführung 1939 nur 98 Reichsmark.
Gegenüber ihrer teuren Schwester besitzt sie keinen Entfernungsmesser und verfügt lediglich über einen aufklappbaren Sucher. In aller Regel waren der Compur-Verschluss “OO” mit Laufzeiten zwischen 1 Sekunde und 1/300 und Novar Linsen verbaut. Die Blende lässt eine Einstellung von 16 bis 3,5 zu. Die einstellbaren Entfernungen zum Foto-Objekt betragen 1 bis 12 Meter, gefolgt vom Bereich Unendlich. Das Gehäuse besteht zum Teil aus einer Aluminiumlegierung und aus Stahlblech geprägten Kopf und Fußteil, dazu schwarze Belederung. Das Gewicht liegt bei rund 340 Gramm, wodurch die Tenax zu einem absoluten Leichtgewicht wird. In Anlehnung an die für ihre damalige Zeit schon sehr geringe Größe, sie misst eben mal 10,8 x 63,5 x 44 mm  (LxHxB), trägt sie den Spitznamen “Taschen-Tenax”. Vor versehentlichen Doppelbelichtungen ist man durch einen Taster geschützt, der erst den Auslöser freigibt, wenn der Film erneut vor gespult wurde.
Die Zeiss Ikon Tenax I

Die Zeiss Ikon Tenax I

Bei meinem Exemplar dürfte es sich laut Seriennummer vermutlich um eine der ersten Stücke aus den Baureihen aus 1939 handeln. Sie trägt die Nummer 6928. Pro Jahr wurden in den Zeiss-Ikon Werken in Dresden etwa 10.000 Stück hergestellt. Ab 1942 wurde die Produktion im Zuge der Rüstung nahezu komplett eingestellt.  
Die Tenax verwendet herkömmliche 135er Kleinbildfilme, wie sie auch heute noch überall zu kaufen gibt, dadurch lässt sich die Kamera im Hobbybereich auch heute noch gut einsetzten. Sie hat den genialen Vorzug, dass man mit ihr gleich 50 Fotos anfertigen kann, während man üblicherweise mit einer Kleinbildkamera nicht mehr als 36 Fotos machen kann. 15 Bilder mehr oder weniger, machen gleich preislich auf sich aufmerksam.
Die Kamera war für die Zeiss Ikon Werke so ein großer Erfolg, das in Jena die Produktion nach dem Zweiten Weltkrieg wieder aufgenommen wurde, jetzt aber mit anderen Verschlüssen und anderen Optiken, sonst allerdings vollkommen baugleich. Die Anfang der 1950er Jahre erschienene “Taxona” wurde das Nachfolgemodel, die zu Beginn den Namen Tenax übernommen hatte, allerdings darauf in Taxona umbenannt wurde.
Das Foto von Shiro wurde auf Fotopapier mit Seidenraster entwickelt, daher die “genoppte” Oberfläche des Bildes. Die dunklen Eintrübungen am oberen Rand des Bilde führen aus der Perforation her und dürften unter Umständen auf einen Fehler während der Filmentwicklung zurück zuführen sein.
Leider fehlt bei meiner Kamera der Drahtauslöser und die Leerspule, darum muss ich den Filmanfang vor dem Einlegen in die Kamera immer zuerst auf der Länge von etwa drei Zentimetern zuschneiden. Zudem ist die Leder-Bereitschaftstasche verschlissen, was aber nach 75 Jahren nicht weiter tragisch ist, klar ärgert mich das, aber es ist nun mal so ;-). Dafür laufen sämtliche Zeiten des Verschlusses ordentlich durch, was wichtiger ist, als die Ledertasche. 😉
Mein Hund Shiro, Fotografiert mit der 79 jährigen Kleinbildkamera Zeiss Ikon Tenax I

Mein Hund Shiro, Fotografiert mit der 79 jährigen Kleinbildkamera Zeiss Ikon Tenax I

Katalogseite des Zeiss-Ikon-Kataloges von 1939 links die Tenax I, rechts die Tenax II

Quellenangaben: Zeiss Ikon Produktkataloge für Deutschland und den Überseemarkt aus den Jahren 1938, 1939 und 1953

Eintrag bei Kamerapedia, dem englischsprachigen Kompendium rund um Klassische Kameras

 

Größter Bombenfund in Augsburg seit Ende des Zweiten Weltkrieges

Zwischen dem 17. August 1940  und dem Kriegsende 1945 wurde Augsburg mehrfach durch britische und amerikanische Luftangriffe heimgesucht. Während bei dem ersten Angriff im Sommer 1940 lediglich sechs Sprengbomben niedergingen, sollte die Stadt im Frühjahr 1944 bei einem Großangriff, der als Flächenbombardement auf Augsburg herabregnete, in einem Flammenmeer untergehen.

Die Nacht vom 25. zum 26. Februar 1944 brachte den größten Luftangriff, den die Stadt erleben würde. Der Angriff galt den Messerschmitt-Werken und dem Hauptbahnhof; große Teile der Augsburger Innenstadt wurden zerstört. In zwei Wellen stürzten seit 14 Uhr des 25. Februars zuerst rund 200 amerikanische Flugzeuge auf Augsburg nieder. Sie brachten 370 Tonnen Sprengbomben und 134 Tonnen Brandmittel zum Einsatz. Während der folgenden Nacht stieß die zweite Welle auf die Stadt nieder. Bei der so genannten “Bombennacht” warfen britische und amerikanische Flugzeuge 250.000 Stabbrandbomben, 45.000 Phosphorkanister, 12.000 Flüssigkeitsbomben und 240 Sprengbomben ab. Über eine Stunde lang dauerte der Angriff in der Nacht, erst dann kehrte eine gewisse Art von Stille ein. Wer aus Keller oder Luftschutzbunker herauskam, dem bot sich ein Bild des Schreckens. Brände überall. Das historische Augsburg war ausgelöscht worden.

Der 25./26. Februar 1944 kostete 730 Menschenleben, dazu wurden weitere 1.335 Personen verletzt. Rund 85.000 Augsburger verloren ihr Hab und Gut und wurden obdachlos, beinahe ein Viertel aller Wohnungen waren ein Opfer der Flammen.

Bei minus 18 ° Celsius waren die Löscharbeiten der 246 Großbrände und weiterer 820 kleinere Brände durch zugefrorene Hydranten extrem erschwert. Viele Wasserleitungen waren durch die Bomben zerfetzt. Auf einigen Dachstühlen kam es immer wieder zu Detonationen von Stabbrandbomben, die über einen Sprengsatz verfügten, welcher die Löscharbeiten behindern sollte. Die Brände wüteten vor allen Dingen in der Innenstadt.

Die, die damals dabei waren, werden es niemals vergessen. Den Geruch, den Rauch, den Lärm, die Angst! Heute und zum ersten Weihnachtstag kehrt die Angst wieder zurück! Wenn etwa 32.000 Haushalte evakuiert werden müssen, da Gestern während Bauarbeiten in der Jakoberstraße in Augsburg ein britischer Bombenblindgänger gefunden wurde. 32.000 Haushalte stehen für rund 54.000 Menschen, denen wenigstens der erste Weihnachtsfeiertag nun ordentlich vermiest wird. Sie müssen raus aus ihren Häusern und den Wohnungen. Von der Evakuierung, die sicherlich zu den größten Bundesweit gehört, sind Senioren- und Studentenheime betroffen und Patienten des Vinzentinums müssen in Sicherheit gebracht werden. Ein Sicherheitsbereich von 1.500 Metern rund um die Bombe wird für die Entschärfung benötigt, in diesem Sicherheitsbereich befinden sich dann nur noch der bzw. die Mitarbeiter des Munitionsbergungsdienstes und die Bombe.

Offizielle Stimmen

Während der Pressekonferenz wurde bestätigt, dass es sich um einen Bombenblindgänger von 3600 Kilogramm Gewicht handelt. Oberbürgermeister Kurt Gribl betonte im Anschluss, dass man sich in einer “außergewöhnliche Lage” befindet, dennoch besteht kein Grund zur Panik. Obwohl der Blindgänger die größte Fliegerbombe ist, die je in der Nachkriegszeit in Augsburg gefunden wurde, so ist sie bei den geschulten Feuerwerkern des Landes Bayern in guten Händen. Das Land Bayern unterhält im Auftrag des bayrischen Innenministeriums zwei Räumdienste, welche aufgefundene Kampfmittel kostenfrei unschädlich macht und beseitigt.

Britische Soldaten beladen eine Avro-Lancaster mit einer 8.000 lb HC Bombe. Foto: CH 10941, Imperial War Museums.

Britische Soldaten beladen eine Avro-Lancaster mit einer 8.000 lb HC Bombe. Foto: CH 10941, Imperial War Museum, London.

Der Blindgänger – eine so genannte 8000 Lb High Capacity Bomb Mk I-II

8000 Lb entsprechen rund 3600 Kilogramm. Bei dem Bombentyp handelt es sich um eine Luftmine, die ganze Häuser(zeilen) verwüsten kann. Schlug die Bombe auf, kam es unvermittelt zur oberflächennahen Zündung, ein Krater oder ein Bombentrichter entstand höchst selten. Durch den extrem hohen Detonationsdruck zerbarsten sämtliche Fenster und ganze Dächer wurden abgedeckt, Zimmerwände konnten eingedrückt werden. Die um ein vielfach stärkere Druckwelle im Gegensatz zu regulären Sprengbomben zerstörte im Umkreis von ca. 100 Metern jedes Gebäude; bei Detonation in freiem Gelände riss die Druckwelle in einer Entfernung von 1000 Metern Türen heraus und Fensterscheiben zersplitterten noch in etwa 2000 Metern Entfernung. Die Trümmer machten ganze Straßenverläufe unpassierbar, den Opfern ließ die Druckwelle die Lunge platzen. Die herbeigeführten Zerstörungen waren Basis für die Abwürfe der nachfolgenden Flugzeuge, die meist kleinere Spreng- und Brandbomben mitführten. Die fehlenden Dächer und Fenster führen zu einer Sogwirkung, wie es bei einem Kamin der Fall ist; wodurch beste Vorrausetzungen geschaffen wurden, um noch größere Verwüstungen durch die Brandbomben herbeizuführen.

Vom Bombentyp 8000-lb HC Mk I-II wurden zwischen 1942 und 1945 insgesamt rund 1150 Stück zum Einsatz gebracht. Die Länge über alles beträgt knapp 340 cm, wovon auf den reinen Sprengkörper 241 cm entfallen. Der Durchmesser beträgt etwa 96 cm. Das Füllgewicht des Sprengstoffes beträgt entweder 2.430 Kilogramm Amatex 9 oder 2.650 Kg Torpex II. Die drei Zünder sind am vorderen Ende der Bombe verbaut und sprechen auf Druck an, es sind so genannte Aufschlagzünder vom Typ Pistol No. 27, 42 oder 44.

Die Bombe wurde durch Flieger des Types „Lancaster“ abgeworfen.

Aufbau der Bombe mit Angabe zu Farbmarkierungen und weiteren Details. Quelle: British Bombs and Pyrotechnics 1944, Ammunition Manuals , US Army. National Archives, Washington DC.

Aufbau der Bombe mit Angabe zu Farbmarkierungen und weiteren Details. Quelle: British Bombs and Pyrotechnics 1944, Ammunition Manuals , US Army. National Archives, Washington DC.

 

Ladeschema: 1 x 8,000 lbs HC und bis zu 6 Stück 500 lbs Sprengbomben mit Aufschlag- oder Verzögerungszünder.

 

Wortlaut des Gefechtsberichtes des Royal Air Force Bomber Command für den 25./26. Februar 1944. Quelle National Archives, London.

Wortlaut des Gefechtsberichts des Royal Air Force Bomber Command für den 25./26. Februar 1944. Quelle National Archives, London.

Kampfmittel und die Räumdienststellen

Kampfmittel- und Kampfmittelräumdienst

Unter Kampfmitteln versteht man sämtliche zur Kriegsführung bestimmte Munition, insbesondere Bomben, Granaten oder sonstige Munition. Dabei muss es sich nicht zwangsläufig um Explosivmunition handeln, sondern fällt auch Munition unter diese Klassifizierung, die Kampf-, Nebel-, Brand-, Reiz- oder Rauchstoffe bzw. Licht und Blitzsätze enthalten. Falls Sie Gegenstände finden, bei denen es sich um Kampfmittel handeln könnte, sind sie verpflichtet, dies unverzüglich zu melden. Halten Sie Abstand zu dem Fund, um sich oder andere Personen nicht zu gefährden. Informieren Sie unverzüglich die Polizei oder die Ordnungsbehörde der Kommune.

Selbst mehr als 70 Jahre nach Kriegsende werden täglich noch immer zahlreiche Bombenblindgänger und nicht detonierte Kampfmittel gefunden. Allein im Jahr 2015 hat der Kampfmittelräumdienst des Landes Rheinland-Pfalz rund 30 Tonnen Munition und Munitionsteile geborgen, darunter befanden sich 49 Bomben,  3700 Artilleriegranaten, 97 Panzerfäuste,  254 Handgranaten und 147 Stabbrandbomben; ein schnelles Ende ist nicht in Sicht.

Das Merkblatt “Kampfmittelfreies Bauen” hält fest, dass es im Jahr durchschnittlich zu 2 Selbstdetonationen von Bomben kommt, jedes Jahr werden im Regelfall in Deutschland rund 5.000 Bombenblindgänger aufgefunden, allein über Deutschland wurden während des Zweiten Weltkrieges 1,4 Mio Tonnen Bomben abgeworfen, dabei kam es je nach Munitionstyp zu schätzungsweise 5-25 % Blindgänger. Nach aktuellen Schätzungen muss man davon ausgehen, dass sich bundesweit noch ca. 100.000 Tonnen Bombenblindgänger im Boden befinden, dazu kommen unzählige Hinterlassenschaften in Form von Minen, Panzer-, Artillerie- bzw. sonstiger Infanteriemunition, die auf den Schlachtfeldern zurückgeblieben ist bzw. unmittelbar nach Kriegsende vergraben oder zum Teil in Seen und Flüssen versenkt wurde. Aufgrund diverser Eigenschaften wie z.B. dem Verbau von vorgespannten Zündsystemen bzw. der Verwendung von Langzeitzündern oder durch instabil werdende chemische Stoffe geht eine zusätzliche latente Gefährdung durch diese Kampfmittel aus.

Blindgänger einer Fliegerbombe. Foto aus der verlinkten Broschüre.

Blindgänger einer Fliegerbombe. Foto der oben verlinkten Broschüre “Kampfmittelfreies Bauen” entnommen.

Diese Kampfmittel besitzen ein erhebliches Gefährdungspotenzial und falls Sie entsprechende Gegenstände auffinden, bei denen es sich um Kampfmittel handelt könnte, dann halten Sie bitte unbedingt Abstand und informieren das zuständige Ordnungsamt oder die Polizei. Darüberhinaus haben Sie die Möglichkeit, den Kampfmittelräumdienst selbst zu kontaktieren.


Kostenfrage eines Räumeinsatzes

Die Beseitigung der Kampfmittel und sonstiger Fundmunition beider Weltkriege ist eine Aufgabe der Gefahrenabwehr im Rahmen des Polizei- und Ordnungsbehördengesetzes des Landes Rheinland-Pfalz (POG). In anderen Bundesländer kann die Situation zum Teil gravieren anders aussehen. Die Vorgabe des Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) in Rheinland-Pfalz gibt in der “Arbeitshilfe Kampfmittel” eindeutig an:

Der Schutz der Bevölkerung vor Gefahren, die von Kampfmitteln ausgeht, hat in Rheinland-Pfalz eine hohe Priorität. Daher werden die Kosten des Kampfmittelräumdienstes vom Land Rheinland-Pfalz getragen und dessen Leistungen sind für die betroffenen Grundstückseigentümer kostenfrei.

Organisatorisch gehört der Kampfmittelräumdienst zum Referat 23 Ordnungswesen, Hoheitsangelegenheiten, Lohnstelle ausländische Streitkräfte. Er besteht aus einer Leit- und Koordinierungsstelle in Koblenz, die von dem technischen Leiter geführt wird, und zwei Räumgruppen in Koblenz und in Worms. Die Zuständigkeit des Kampfmittelräumdienstes ist auf die zur Abwehr konkreter Gefahren unmittelbar erforderlichen Maßnahmen beschränkt. Aufgefundene Kampfmittel werden vom Kampfmittelräumdienst identifiziert, ggf. entschärft, abtransportiert und vernichtet.

Erfolgen Anfragen ohne konkreten Gefahrenhintergrund bzw. gibt es keine tatsächlichen Hinweise auf Kampfmittel (u.a. durch verbindliche Zeugenaussagen, historische Aufzeichnungen) kann der Kampfmittelräumdienst mangels gefahrenrechtlicher Anknüpfungspunkte nach Polizei- und Ordnungsbehördengesetz (POG) nicht weiter tätig werden. Für diese Fälle wird auf die Möglichkeit der Beauftragung einer Überprüfung durch geeignete private Fachunternehmen (kostenpflichtig) verwiesen.

Mangels konkretem Gefahrenverdacht gehört es auch nicht zu den Aufgaben des Kampfmittelräumdienstes, die Kampfmittelbelastung bzw. -freiheit von Grundstücken im Vorfeld von Baumaßnahmen zu beurteilen oder zu bescheinigen. Für grundstücksbezogene historische Recherchen und Bewertungen wird auf die Möglichkeit der Beauftragung eines privaten Fachunternehmens mit der Luftbildauswertung (kostenpflichtig) verwiesen.


Minenräumkommando der Wehrmacht während der Ausbildung am Minensuchgerät "MSGer 40 Aachen". Nach dem Zweiten Weltkrieg werden viele dieser Soldaten in den neu gebildeten Sprengkommandos ihren Anteil am Neubeginn und Wiederaufbau Deutschlands haben, in dem sie das erlernte zum Dienste des Gemeinwohls einsetzen. Unzählige dieser Männer werden dabei umkommen.

Minenräumkommando der Wehrmacht während der Ausbildung am Minensuchgerät “MSGer 40 Aachen”. Nach dem Zweiten Weltkrieg werden viele dieser Soldaten in den neu gebildeten Sprengkommandos ihren Anteil am Neubeginn und Wiederaufbau Deutschlands haben, in dem sie das erlernte zum Dienste des Gemeinwohls einsetzen. Unzählige dieser Männer werden dabei umkommen.


Definition

Blindgänger

  • Blindgänger sind Kampfmittel, die scharf, zündfertig, entsichert oder auf eine andere Weise zum Einsatz bereitgemacht und die verschossen, abgeworfen, katapultiert, geworfen oder verlegt wurden und die aufgrund eines Versagens oder gewollt oder aus sonstigen Gründen nicht zur Wirkung gelangten.

z.B.: Granatmunition, die nach dem Verschuss nicht zur Umsetzung gelangt ist, weil Anzündmittel, Zündmittel oder Wirkungsladung versagt haben.
z.B.: Zündsysteme von Fliegerbomben konnten beim Abwurf in mehreren Tausend Metern Höhe vereisen, so dass die Entsicherung des Zünders nicht funktionierte. Daneben verfügten die verschiedenen Bomben über Kopf- oder Heckzünder, schlug der Sprengkörper nun quer auf, wurde der Zündern nicht belastet und die Bombe drang als Blindgänger in den Boden ein.

Brandstoffe

  • Bei Brandstoffen handelt es sich um feste chemische Verbindungen, Flüssigkeiten oder Gemische, welche nach dem Zünden, entweder durch Selbst- oder Fremdzündung,  hohe Verbrennungstemperaturen entwickeln, lange brennen, an Oberflächen gut haften und sich nur schwer löschen lassen.

z.B.: Brandbomben- oder Flaschen; oder Granatmunition, die mit Brennsätzen wie Phosphor oder anderen brennbaren Substanzen versehen sind. Zudem auch Brandhandgranaten und der gleichen mehr.

Chemische Kampfstoffe

  • Als chemische Kampfstoffe werden nach militärischer Definition chemische Substanzen bezeichnet, die in gasförmigem, flüssigem oder festem Zustand wegen ihrer toxischen Wirkung gegen Menschen, Tiere oder Pflanzen für Kriegszwecke oder militärischen Einsatz verwendet werden können und die Kampfkraft des Gegners durch vorübergehende, dauerhaft wirkende oder tödliche Vergiftung schwächen sollen.

z.B.: gehört nicht allein die aus dem Ersten Weltkrieg bekannte Giftgasmunition zu den chemischen Kampfstoffen, darüber hinaus zählen z.B. auch Nebelstoffe, wie sie sie in Blendkörpern etc. eingesetzt wurden, zu den chemischen Kampfstoffen. Blendkörper wie die BK2H bestanden aus einem glühbirnenähnlichem Glaskörper, in welchem die chemischen Substanzen eingebracht waren. Nach dem Auftreffen auf einem Panzer kam es durch die Vermischung der Substanzen (Titantetrachlorid & Siliziumtetrachlorid  & Calciumchlorid) zu sofortigem stark reizendem Nebel.

Munition und Munitionsteile

  • Bei Munition handelt es sich um Gegenstände oder Teile davon, für die bestimmungsgemäße militärische Anwendung. Darunter fallen

Explosivstoffe
Patronen
Kartuschen
Gefechtsköpfe
Handgranaten
Minen
Bomben
Torpedos
Raketen

einschließlich der Treib- und Zündsätze und weiteren pyrotechnischen Erzeugnissen. Munition kann Brand-, Nebel-, Reizstoffe oder auch chemische Kampfstoffe enthalten.

Um Fundmunition handelt es sich um jeden aufgefundenen Gegenstand, der als Munition identifiziert wurde oder aber um Gegenstände, die auf Grund ihrer Form, Kennzeichnung, Fundort usw. zunächst als solche betrachtet werden müssen. Die Unterscheidung zu einem ungefährlichen Gegenstand darf nur von dazu befähigten Fachkräften erfolgen.

Sprengstoffe

  • Sprengstoffe altern nicht! Selbst Bruch- und Splitterteile davon besitzen noch Jahrzehnte später ihre explosiven Eigenschaften. Auch wenn die Sprengmittel bis dahin ungeschützt im Erdreich gelagert haben, wie es auf Sprengplätzen oft der Fall ist, verlieren sie nicht ihre Brisanz! Darüber hinaus sind Sprengstoffe hoch giftig. Beispiel: Trinitrotoluol, umgangssprachlich TNT, ist hochtoxisch. Seine giftigen Substanzen können bereits durch Berührung mit der bloßen Haut aufgenommen werden und sind stark blut- und leberschädigend, darüber hinaus ist TNT krebserregend und schädigt das menschliche Erbgut. Zitat der Bundesregierung auf eine Große Anfrage der Partei “Die Grünen” im April 1919:

“Bei Sprengstoffen werden in erster Linie Nitrokörper verwendet, wie zum Beispiel 2,4,6-Trinitrotuluol (TNT), Hexanitrodiphenylamin (HND), Trinitrokresole (TNK), Tetranitroanilin (Tetryl), Tetranitro-aphtalin (TNN), Ammoniumpikrat (EX’D), Hexogen (RDX) und Nitro-guadinin (Nigu). Die Kontaminationswirkung dieser Stoffe kann so groß sein, daß die Wasserlöslichkeit ausreicht, um Grundwasser stark zu kontaminieren. Eine besondere Gefährdung des Grundwassers stellen dabei die salzartigen Verbindungen wegen ihrer Wasserlöslichkeit dar

  • Sprengstoffe und Initialsprengstoffe (Übertragungsladungen bzw. Sprengkapseln) sind in der Regel chemisch relativ stabil, dennoch unterliegen sie den Umwelteinflüssen, wodurch es zu kristallinen Ausschwitzungen der chemischen Stoffe kommen kann. Dadurch steigt das Gefahrenpotential immens, denn bereits geringe Reib- und Wärmebelastung dieser Kristalle können zu der vollständigen Umsetzung der Sprengstoffe führen. Viele schwere Unfälle mit alter Kriegsmunition resultieren aus der Unkenntnis dieser Tatsache und unsachgemäßer Behandlung von Fundmunition durch den Laien.
  • Pikrinsäure kann Salze (die so genannten Pikrate) bilden, die sich in Gewindegänge oder anderswo ablagern können, kommt es nun zur Belastung der hochempfindlichen Salze, kann dies die Zündkette in Gang bringen und die Detonation des Kampfmittels herbeiführen. Obwohl Sprengstoffe auf Basis von Pikrinsäure mit ca. 15.500 Tonnen nur etwa 1 % des Gesamtvorkommens der militärischen Sprengstoffe im Zweiten Weltkrieges ausmachen, wurden besonders zum Kriegsende hin diverse Sprengstoffe mit Ammoniumpikrat gestreckt; diese kamen meist in Sprenggranaten, Minen, geballten Ladungen oder als Pioniersprengstoff zur Anwendung. Die Beseitigung von Kampfmitteln hat daher bis heute nichts von ihrer Aktualität verloren und steht nach wie vor im Blickpunkt des öffentlichen Interesses.

Transportfähigkeit

  • Kampfmittel egal welcher Art sind grundsätzlich als nicht handhabungs- und transportsicher zu betrachten. Sie gelten somit als nicht transportfähig, bis ein “Fachkundiger Munition” sie für transportfähig erklärt. Unter dem “Fachkundigem Munition” versteht man den Befähigungsscheininhaber mit Fachkundenachweis durch einen staatlichen oder staatlich anerkannten Grundlehrgang für den Umgang mit Fundmunition im Sinne und Zwecke der Kampfmittelbeseitigung. Umgangssprachlich handelt es sich bei dem “Fachkundigen Munition” um einen Feuerwerker bzw. Minenräumer.
  • Ohne eine “Verantwortliche Person” nach § 19 des Sprengstoffgesetzes geht gar nichts. Die “Verantwortliche Person” ist im Besitz eines Befähigungsscheines nach § 20 SprengG und verfügt im besonderen über die spezielle Fachkunde als Aufsichtsperson in der Kampfmittelbeseitigung. Die Verantwortliche Person wird für jede Räumstelle nach § 21 SprengG besonders bestellt.

Bergen von Kampfmitteln

  • Unter dem Bergen von Munition versteht man das Aufnehmen von Munition mit dem Ziel, diese in Sicherheit zu bringen oder aber den Gefahrenherd an einen anderen Ort zu verbringen. Zum Bergen zählen auch die hierbei erforderlichen Tätigkeiten wie z.B. das Aufspüren, Freilegen, Identifizieren, Bewachen, Untersuchen, Entschärfen, Wiederherstellen der Handhabungs- und Transportsicherheit und Verpacken der Munition sowie das Aufräumen Fundstelle.

Weiterführende Informationen und Kontaktadressen

 


So kann es gehen – nach der Exkursion bei Weyerbusch

Unsere letzte Exkursion, die an einige Verteidigungsstellungen der 3. Panzergrenadier Division und des 4. Flak-Sturm-Regimentes in der Nähe von Weyerbusch führte, sollte den Einsatz des Kampfmittelräumdienstes nach sich ziehen. Von den ursprünglich bei der Kreisvolkshochschule angemeldeten Personen waren zwar nur drei Leute anwesend, aber dennoch zogen wir gegen 14.30 Uhr mit insgesamt 12 Personen los und begaben uns an einige der Brennpunkte der heiß umkämpften Linie.

Als die 1. US Armee am 25. März 1945 mit der 3. US-Panzerdivision aus dem Raum Uckerath-Asbach mit dem Ausbruch aus dem Remagener Brückenkopf begann, sollte nach den alliierten Plänen die Kreisstadt Altenkirchen eigentlich noch am gleichen Tag erobert werden. Die Realität allerdings sah anders aus; obwohl die amerikanischen Panzerspitzen die dünnen Verteidigungslinie der 15. Armee schnell durchstoßen konnten, stießen sie hier und dort noch auf Widerstandnester und gerieten in verschiedene Minenfelder. Um dem drohenden Durchbruch Einhalt zu gebieten wurde durch die Heeresgruppe B die sofortige Errichtung einer Widerstandslinie befohlen. Die Umsetzung der Befehle hatte Generalleutnant Fritz Bayerlein, kommandierender General des LIII. Armeekorps, zu verantworten. Auf seinen Befehl hin wurde in Weyerbusch eine Auffangstelle für zurückflutende Soldaten eingerichtet und jeder, so wie er eintraf, der Truppe zugewiesen, die dabei war, sich dem Amerikaner entgegenzustellen. Schon in den nächsten Stunden erhielt die entstehende Verteidigungslinie den Namen “PaK-Linie bei Hasselbach”.

Widerstand, mit dem niemand rechnete

Die PaK-Linie war bestückt mit Infanterie und Panzerabwehrkanonen, die sich an markanten Punkten eingegraben hatte. Panzerunterstützung wurde durch eine Handvoll Fahrzeuge der  11. Panzerdivision, einem Tigerpanzer von der Panzer-Lehr-Division sowie einigen Sturmgeschützen der 3. Pz.Gren.Division geleistet. Dazu kamen diverse leichte und schwere Artilleriegeschütze im Kaliber zwischen 7,5-cm bis hin zu 21-cm zum Einsatz, die tief gegliedert hinter der PaK-Linie in Stellung gebracht worden waren.

Nachdem der amerikanische Vormarsch schon bereits vor Erreichen von Kircheib den Ausfall von mehreren Panzern gefordert hatte, lagen die Panzerspitzen weit hinter dem gegebenen Zeitplan. Als sie dann nach Hasselbach vorstießen, schlug ihnen das schwere deutsche Feuer entgegen, das sämtliche Spitzen der 3. US-Panzerdivision im ersten Unternehmen zerschlug. Die Panzer waren zum Rückzug gezwungen; Infanterie wurde nachgeholt und musste sich über Ersfeld und Forstmehren den Weg nach Hasselbach freikämpfen.

Fund, mit dem niemand rechnete

Unsere Exkursion führte dieses Mal direkt an die deutschen Stellungen heran und sollte auf dem letzten Drittel des Weges noch einen Fund zu Tage fördern, der einen Einsatz des Kampfmittelräumdienstes zur Folge hatte. Im Wald dicht zur Straße entdeckte nämlich eine Teilnehmerin der Gruppe ein Munitionsteil offen auf dem Boden liegen. Es handelte sich hierbei um eine 2-cm Flak-Sprenggranate im stark korrodierten Zustand. Obwohl die Munition bereits mehr als 70 Jahre im Erdboden gelegen hatte und auf dem ersten Blick nicht unbedingt als Kampfmittel zu erkennen ist, geht von der Granate noch immer große Gefahr aus. Der berühmte “Zahn der Zeit” kann Sicherheitseinrichtungen durch Rostfraß restlos außer Kraft setzten und somit kann ein solcher Sprengkörper jederzeit durch unsachgemäße Handhabung zur Detonation gelangen. Ich wies die Teilnehmer dazu an, noch fünf Minuten lang weiter die Augen offen zu halten, um evtl. weitere Kampfmittel aufzuspüren. Innerhalb nur weniger Minuten tauchten noch zwei weitere Kampfmittel auf, dieses Mal eine Handgranate und eine weitere 2-cm-Granate.

Die stark verrostete Geschosse.

Die beiden stark verrosteten Geschosse. Am unteren Ende des rechten Sprengkörpers kann man den Leuchtspursatz erkennen.

Gleich am nächsten Tag bin ich gemeinsam mit dem Kampfmittelräumdienst vor Ort gewesen, welcher die Munition geborgen und entsorgt hat. Interessant: Noch während ich mit Herrn Horst Lenz, dem Leiter des Kampfmittelräumdienstes Rheinland-Pfalz  telefonierte, erfuhr ich von ihm, dass  er sich gerade auf dem Weg nach Altenkirchen befinden würde, da durch die Polizeidienststelle eine 7,5-cm Panzergranate gemeldet worden war. Bemerkung am Rande: bei der Panzergranate handelt es sich um eine Hinterlassenschaft der Gefechte um Sörth, wo unsere nächste Exkursion hinführt. Ich traf mich mit Herrn Lenz auf der Wache in Altenkirchen und fuhren gemeinsam zum Fundort nach Weyerbusch, wo er die die Kampfmittel sicherstellte.

Tja, so kann es gehen.

Samstag steht vor der Türe… Damit auch die nächste Exkursion

Am Samstag den 1. Oktober geht es los mit der ersten von zwei Exkursionen an die PaK-Linie nach Rettersen-Hasselbach.

Wir begeben uns an die zum Teil noch sichtbaren Orte der schweren Kämpfe um die PaK-Linie (PaK=Panzerabwehrkanone) zwischen Weyerbusch und Hasselbach. Diese Verteidigungslinie war auf direkten Befehl der Heeresgruppe B durch das LIII. (53) Armeekorps gebildet worden. Dazu hatte man starke Artillerie-, FlaK- (Fliegerabwehrkanonen), PaK- und Infanteriekräfte in Stellung gebracht. Dem Amerikaner sollte der Weg nach Osten versperrt bleiben.

In dieser Linie wurden die vorderen Spitzen der 3. US Panzerdivision während des Ausbruchs aus dem Brückenkopf von Remagen zum Stehen gebracht. Es kam zu blutigen Kämpfen, die auf beiden Seiten hohe Verluste forderten. Diese Kampfhandlungen sind einzigartig für das gesamte Gebiet des Kreises Altenkirchen. Sie schlugen um von einem statisch geführten Gefecht auf Entfernung in einen erbitterten Nahkampf, in dessen Verlauf mit Gegenstößen um einzelne Häuser gekämpft wurde.

Im ersten Teil der Exkursionsreihe am 1. Oktober 2016 befassen wir uns mit den Gefechten besonders aus der Sicht der amerikanischen Verbände; dazu wurden Quellen der 3. US Panzerdivision und der 1. US Infanteriedivision ausgewertet. Die zweite Exkursion findet am 15. Oktober 2016 statt. Bei dieser Begehung wird zum Teil aus der Sicht damaliger deutscher Soldaten berichtet, denen man befohlen hatte, diese Linie bis zum letzten Mann und bis zur letzten Patrone zu verteidigen.

122mm Feldhaubitze russischen Ursprungs. Unter der Bezeichnung <strong>"12,2-cm-Kanone 390/1(r)"</strong> wurde das Geschütz als Beutewaffe durch die Wehrmacht verwendet. Artilleriegeschütze dieser Art sind nachgewiesen im Bereich Windhagen-Asbach. Sie wurden am 18.3.1945 durch die Heeresgruppe B der Kampfgruppe Dänemark zugewiesen. Die Korpsartillerie des LIII. Armeekorps verfügte ebenfalls noch über entsprechende Artilleriegeschütze und man kann annehmen, dass einige dieser Kanonen am Kampf um die PaK-Linie Verwendung fanden.

122mm Feldhaubitze russischen Ursprungs. Unter der Bezeichnung “12,2-cm-Kanone 390/1(r)” wurde das Geschütz als Beutewaffe durch die Wehrmacht verwendet. Artilleriegeschütze dieser Art sind nachgewiesen im Bereich Windhagen-Asbach. Sie wurden am 18.3.1945 durch die Heeresgruppe B der Kampfgruppe Dänemark zugewiesen. Die Korpsartillerie des LIII. Armeekorps verfügte ebenfalls noch über entsprechende Artilleriegeschütze und man kann annehmen, dass einige dieser Kanonen am Kampf um die PaK-Linie Verwendung fanden.

Dies ist wahrscheinlich die vorerst letzte Möglichkeit an den beiden Exkursionen teilzunehmen, da für die nächste Saison andere Begehungen in Planung sind.

Um eine vorherige Anmeldung wird gebeten. Die Teilnehmergebühren betragen wie immer 5,- Euro je Person. Sie können sich gleich via Email bei der Kreisvolkshochschule oder über diesen Link anmelden.

Wenn Sie einen Gesamtüberblick zu den noch kommenden Veranstaltungen erhalten möchten, besuchen Sie bitte diese Seite.

Fortsetzung der Veranstaltungsreihe – Herbst 2016

Als die Front über den Kreis Altenkirchen rollte

Der Überfall der Deutschen Wehrmacht im September 1939 auf Polen markiert den Beginn des Zweiten Weltkrieges; von Anfang an werden die Folgen ebenfalls in der Region zu spüren sein. Während der nächsten Jahre wütet ein millionenfach todbringender Krieg, der auch tausenden Bürgern in den Gemeinden des Kriegsgebietes das Leben kosten wird. Sechs Jahre später wird die gesamte Wucht der in Gang gesetzten Kriegsmaschinerie Deutschland selbst treffen.

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Straßenkämpfe deutscher Infanteristen während des Polenfeldzuges, Aufnahme einer Propagandakompanie, Bildquelle: Bundesarchiv, Bild 101I-012-0037-23A / Wagner / CC-BY-SA 3.0

Im März 1945 wird nach der alliierten Eroberung der Ludendorffbrücke bei Remagen das Kreisgebiet zunehmend in die Kampfhandlungen hereingezogen, zuerst durch immer häufiger einsetzende Luftangriffe, ab dem 19. März durch stärker werdendes Artilleriefeuer und am 25. März 1945 brechen die Verbände der 1. US Armee aus dem Remagener Brückenkopf aus, der Krieg überrollt nun den Kreis Altenkirchen mit all seinen Ausmaßen.

Wir versuchen nun erneut durch verschiedene Vorträge und Exkursionen an das zu erinnern, was sich während der Schicksalsmonate März und April 1945 vor unseren Haustüren ereignet hat, denn im März und April 1945 brachen Tod, Schrecken und Leid tausendfach über den Kreis Altenkirchen ein.


vortrag_318-23375Keine Zeit zum Sterben! Berichte aus dem Schützengraben

Vortrag mit Auszügen aus den Kriegserinnerungen deutscher und amerikanischer Soldaten, die während der letzten Wochen des Zweiten Weltkrieges in unserer Region zum Einsatz gekommen sind. Kriegstagebücher und Fotografien veranschaulichen die sich überschlagenden Ereignisse der schicksalshaften Wochen im März und April 1945.

„Es ist unter schwerster Strafe verboten, Verwundete oder Genesende in der Front einzusetzen“

lautete damals ein Befehl eines deutschen Divisionsführers, der buchstäblich in letzter Stunde versuchte, Menschenleben zu schonen. Zur gleichen Zeit werden im Lazaretteines benachbarten Frontabschnittes alle noch waffenfähigen Soldaten ausgekämmt und an die Front geschickt.

Wann: Samstag, 3. September 2016, 15 Uhr

Wo: Kreisvolkshochschule, Rathausstraße 12 in Altenkirchen

Dauer: 60 Minuten, anschließende Gesprächsrunde mit offenem Ende.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


vortrag_318-23375Mahnende Opfer des Zweiten Weltkrieges

Die Opfer der Kriegswirren können heute nicht von ihrem Leid erzählen, sie liegen für immer verstummt in ihren Kriegsgräbern, manch andere Soldatenschicksale wird man nie klären können, da sie noch immer als vermisst gelten. Meist ist nur sehr wenig über die deutschen Soldaten bekannt, die dabei starben als sie „ihre Heimat verteidigten“, ebenso wenig weiß man über die amerikanischen Soldaten, die ihr Leben gaben um Deutschland von der Nationalsozialistischen Herrschaft zu befreien. An Beispielen von in der Region gefallenen deutschen und amerikanischen Soldaten wird versucht, den Toten ein Gesicht zurückzugeben, in der Hoffnung an diese Schicksale zu erinnern, damit sich eine solche Zeit nicht mehr wiederholt.

Wann: Samstag, 11. September 2016, 15 Uhr

Wo: Kreisvolkshochschule, Rathausstraße 12 in Altenkirchen

Dauer: 60 Minuten, anschließende Gesprächsrunde mit offenem Ende.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


vortrag_318-23375Achtung Lebensgefahr!

Nach dem 8. Mai 1945 ist gleichwohl der Krieg zu Ende, die Wehrmacht hat kapituliert, dennoch sterben immer wieder Menschen an den Nachwehen des Dritten Reiches. Die einen siechen an einem Hungertod in der Gefangenschaft dahin, die anderen sterben durch Munitionsunglücke, oft sind es die Kinder. Der Krieg ist zu Ende, aber noch nicht vorbei. Auferstanden aus Ruinen und Trümmern versucht man einen Neuanfang, der durch Angst und von neuen Schicksalsschlägen geprägt ist. In den Wäldern und den zerstörten Dörfern und Städten lauert die Gefahr von zurückgelassener Munition und Kriegsmaterial. Trotzdem frühe Kriegsheimkehrer damit beginnen, diese Kampfmittel zu bergen und unschädlich zu machen, heißt es immer wieder, „Peter kommt nicht mehr Heim!“, denn Peter ist tot, er hat mit einer Handgranate gespielt.

Wann: Samstag, 17. September 2016, 15 Uhr

Wo: Kreisvolkshochschule, Rathausstraße 12 in Altenkirchen

Dauer: 60 Minuten, anschließende Gesprächsrunde mit offenem Ende.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


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Amerikanischer Einbruch in die PaK-Linie bei Hasselbach, Teil I

Währen des amerikanischen Ausbruches aus dem Brückenkopf von Remagen, wird der 3. US-Panzerdivision Altenkirchen als Tagesziel befohlen. Doch die Angriffsspitzen werden bereits zwischen Weyerbusch und Hasselbach zum Stehen gebracht, die Soldaten der 3. US Panzerdivision stoßen hier auf eine eben erst eingerichtete Verteidigungslinie, die von den deutschen Soldaten bitter verteidigt wird und erst am nächsten Tag fällt.

Diese Exkursion befasst sich schwerpunktmäßig mit den Ereignissen aus amerikanischer Perspektive.

Wann: Samstag, 1. Oktober 2016, 14.00 Uhr

Wo: An der Witthecker Straße in Rettersen.

Wegstrecke: Ca. 3,8 Kilometer.

Dauer: In der Regel dauert jede Exkursion etwa 3 Stunden.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


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Amerikanischer Einbruch in die PaK-Linie bei Hasselbach, Teil II

Als die Verbände der 1. US Armee am 25. März 1945 aus dem Brückenkopf von Remagen ausbrechen, zerschlagen sie große Teile der vor ihnen liegenden 15. deutschen Armee. Um den auf der Flucht befindlichen Reste deutscher Einheiten die Möglichkeit zu geben, sich hinter die Sieg abzusetzen, wird durch Generalfeldmarschall Walter Model eine Auffanglinie von nördlich Weyerbusch bis einschließlich Flammersfeld befohlen; die Amerikaner sollen in dieser Linie unbedingt gestoppt werden.

Dazu werden zurückflutende Teile der 3. Panzergrenadier Division aufgefangen und in Stellung gebracht. Die Schlacht um die PaK-Linie (PaK = Panzerabwehrkanone) wird zu einem der blutigsten Gefechte im Kreis Altenkirchen.

Wann: Samstag, 15. Oktober 2016, 14.00 Uhr

Wo: Parkplatz hinter dem Sportplatz in Weyerbusch.

Wegstrecke: Ca. 3 Kilometer, je nach Entscheidung der Gruppe evtl. mit Umweg bis nach Heuberg-Hilkhausen auch 5 Km.

Dauer: In der Regel dauert jede Exkursion etwa 3 Stunden.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


PictogrammWandernLetztes Aufbäumen der 9. Panzerdivision bei Altenkirchen

Unmittelbar als die letzten deutschen Kräfte am 26. März 1945 die Kreisstadt Altenkirchen verlassen, wird der Ort durch die vordersten Spitzen der 3. US-Panzerdivision erobert. Auf deutscher Seite hat Generalleutnant Fritz Bayerlein den Befehl erhalten, eine Sicherungslinie nördlich der Stadt einzurichten, dazu bedient er sich schwacher Reste der 9. Panzerdivision, die dem Amerikaner gerade entkommen sind. Als die amerikanischen Panzerspitzen ihre Angriffe wieder aufnehmen und in Richtung Hachenburg und nach Eichelhardt vorfühlen, kommt es zu letzten Gefechten, die das Kriegsende für Altenkirchen bedeuten.

Wann: Samstag, 29. Oktober 2016, 14.00 Uhr

Wo:  Parkplatz am Friedhof, Friedhofsweg in Sörth.

Wegstrecke: Ca. 3,8 Kilometer.

Dauer: In der Regel dauert jede Exkursion etwa 3 Stunden.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


PictogrammWandernTod an der Gilbeiche

Nachdem Soldaten der 8. US Infanteriedivision Ende März 1945 Steineroth erobern, sendeten sie erste Truppen in Richtung Sieg. Scheuerfeld und die südlich des Flusses gelegenen Ortsteile von Betzdorf sollen gesichert werden. Als die amerikanische Infanterie gegen Scheuerfeld vorfühlt, stößt sie auf eine deutsche Patrouille, die ihrerseits den Auftrag hat, in Richtung Dauersberg zu erkunden. Bei diesem Zusammenstoß kommt es zu einem fast zweistündigen Gefecht, in dessen Verlauf zwei amerikanische und ein deutscher Soldat ihr Leben verlieren. Erst danach ist der Weg nach Scheuerfeld frei.

Wann: Samstag, 5. November 2016, 14.00 Uhr

Wo:  Wanderparkplatz an der Kreisstraße 107 in Dauersberg

Wegstrecke: Ca. 3,5 Kilometer.

Dauer: In der Regel dauert jede Exkursion etwa 3 Stunden.

Anmeldung: VHS Betzdorf, Tel.:(02741) 291-411 oder via Email
vhs@betzdorf.de


PictogrammWandernGefallen in Hahnhof – Eine Spurensuche

Die Sieg ist im April 1945 bereits überquert und Kirchen schon fest in amerikanischer Hand. Wehbach ist gerade besetzt worden, auf dem Giebelwald stehen die amerikanischen Verbände seit einigen Tagen mit den Resten der deutschen 59. Infanteriedivision in zum Teil heftigen Gefechten. Als der Durchbruch durch die Siegstellung unmittelbar bevorsteht, sollen zusammengekratzte Reste sich zurückziehender deutscher Soldaten in letzter Minute die Wendung bringen und bei Hahnhof den Vormarsch des 310. US Infanterieregiments aufhalten. Es kommt zu einem Gefecht, das auf beiden Seiten blutige Verluste fordert.

Wann: Samstag, 12. November 2016, 14.00 Uhr

Wo:  Krumme Au, 57572 Hahnhof/Niederfischbach

Wegstrecke: Ca. 3,5 Kilometer.

Dauer: In der Regel dauert jede Exkursion etwa 3 Stunden.

Anmeldung: VHS Betzdorf, Tel.:(02741) 291-411 oder via Email
vhs@betzdorf.de


vortrag_318-23375Den Opfern Ihr Gesicht zurück geben & Achtung Lebensgefahr!

Die Opfer der Kriegswirren können heute nicht von ihrem Leid erzählen, sie liegen für immer verstummt in ihren Kriegsgräbern, manch anderes Soldatenschicksale wird man nie klären können, da sie noch immer als vermisst gelten.

Meist ist nur sehr wenig über die deutschen Soldaten bekannt, die dabei starben als sie „ihre Heimat verteidigten“, ebenso wenig weiß man über die amerikanischen Soldaten, die ihr Leben gaben um Deutschland von der Nationalsozialistischen Herrschaft zu befreien. An Beispielen von in der Region gefallenen deutschen und amerikanischen Soldaten wird versucht, den Toten ihr Gesicht zurückzugeben, in der Hoffnung an diese Schicksale zu erinnern, damit sich eine solche Zeit nicht mehr wiederholt.

Achtung Lebensgefahr!

Obwohl am 8. Mai 1945 der Zweite Weltkrieg zu Ende ist und die Wehrmacht kapituliert hat, sterben immer wieder Menschen an den Nachwehen des Dritten Reiches. Die einen siechen an einem Hungertod in der Gefangenschaft dahin, andere sterben durch Munitionsunglücke, oft sind es die Kinder.

Der Krieg ist zu Ende, aber noch nicht vorbei. Auferstanden aus Ruinen und Trümmern versucht man einen Neuanfang, der durch Angst und von neuen Schicksalsschlägen geprägt ist.

In den Wäldern und den zerstörten Dörfern und Städten lauert die Gefahr von zurückgelassener Munition und Kriegsmaterial. Trotzdem frühe Kriegsheimkehrer damit beginnen, diese Kampfmittel zu bergen und unschädlich zu machen, heißt es immer wieder, „Peter kommt nicht mehr Heim!“, denn Peter ist tot, er hat mit einer Handgranate gespielt.

Wann: Samstag, 26. November 2016, 15.00 Uhr

Wo:  Schulstraße 4, 57518 Betzdorf (Jugendraum)

Dauer: Ca. 80 Minuten, Zusammenfassung der beiden ersten Vorträge in Altenkirchen. 

Anmeldung: VHS Betzdorf, Tel.:(02741) 291-411 oder via Email
vhs@betzdorf.de


 

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Sie können sich in der Karte die Routen zu den Veranstaltungen gleich anzeigen lassen.

Fragen und Antworten zu den Exkursionen und Vorträgen

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Innerhalb dieser Seite beantworte ich Ihre Fragen rund um die Exkursionen und Vorträge. Sollten Ihre eigenen Fragen nicht die gesuchte Antwort finden, können Sie mir gerne eine Email senden oder am Ende der Seite mittels der Kommentarfunktion anfragen.


Frage: Warum sollte ich mich anmelden?

Antwort a: Die Exkursionen werde nur durchgeführt, wenn sich genügend Teilnehmer finden, melden sich im Vorfeld zu wenige Interessenten an, kann es passieren, dass die Exkursion abgesagt wird.

Antwort b: Zudem erhält jeder angemeldete Teilnehmer einen Ausdruck mit Informationen rund um die unmittelbaren Ereignisse, die überhaupt zu den besonderen Geschehnissen führten, denen wir während der Exkursionsrunde folgen. Teilweise fertige ich dazu auch Landkarten oder Luftbildaufnahmen an. Wenn mehr Teilnehmer anwesend sind, als angemeldete Personen, dann kann es passieren, dass die nicht angemeldeten Leute leer ausgehen und kein Info-Blatt mehr erhalten, sobald diese ausgegangen sind.


Frage: Wo kann ich mich anmelden?

Antwort a: Bitte melden Sie sich bei der Kreisvolkshochschule in Altenkirchen oder bei der Volkshochschule in Betzdorf an. Die Kontaktdaten und Links finden Sie im Veranstaltungskalender der Exkursionen.


Frage: Kann ich mich auch bei Ihnen anmelden?

Antwort: Sie können sich auch bei mir verbindlich anmelden, aber bitte wenigstens drei Tage vor der Veranstaltung.


Frage: Wie hoch sind die Teilnahmegebühren und erhalte ich für eine Gruppe Ermäßigungen?

Antwort: Die Teilnahmegebühren belaufen sich auf 5 Euro je Person, eine Ermäßigung für Gruppen ist nicht vorgesehen.


Frage: Muss ich die Teilnehmergebühr im Voraus bezahlen?

Antwort: Sie können die Teilnehmergebühr entweder vorab an die Volkshochschule überweisen oder sie zahlen am Tag der Veranstaltung.


Frage: Kann ich kostenlos an der von Ihnen durchgeführten Exkursion teilnehmen?

Antwort: Grundsätzlich Nein. Ich kassiere im Auftrag der Volkshochschule(n) die Beitrage ein, womit diese selbst versuchen ihre Kosten zu decken.


Frage: Ich bin wahrscheinlich nicht in der Lage, die eventuell anstrengende Runde mitzulaufen. Kann ich trotzdem teilnehmen?

Antwort: Bereits während der Planungen zu den Exkursionen habe ich immer wieder mein Augenmerk darauf gelengt, dass die Wegstrecken nach Möglichkeit immer dem gerecht werden. Bis auf eine Ausnahme (Giebelwald-Exkursion) sollten sämtliche Routen in aller Regel auch von älteren Herrschaften oder Personen mit Handicap bestritten werden können. Dabei gehen wir recht langsam von Punkt zu Punkt, wobei der langsamste das Tempo bestimmt. Die Wege sind in der Regel auch immer mit einem PKW befahrbar, so dass bei einem unvorhergesehenem Notfall auch immer dafür Sorge getragen werden kann, dass medizinische Hilfe zu uns stoßen kann. Kaum einer der Wege führt über über unwegsame Strecken oder Querfeldein.

Viele unseren Teilnehmern gehören der Erlebnisgeneration an und haben zum Teil bereits die 80er Hürde überschritten. Keiner von ihnen hat die Runde abgebrochen oder wurde zu einem medizinischen Notfall. Die ältesten Teilnehmer waren 88 und 89 Jahre jung und sind jeweils die längsten Exkursionen (Giebelwald bei Freusburg-Kirchen  und Kämpfe bei Wissen) mitgelaufen.


 Frage: Wo finde ich die aktuellen Termine?

Antwort: Die Termine werden immer in der lokalen Presse angekündigt, darüberhinaus finden Sie sämtliche Veranstaltungen innerhalb des Programms der Kreisvolkshochschule in Altenkirchen und der Volkshochschule in Betzdorf. Abschließend werden sämtliche Termine auch immer auf diesen Seiten veröffentlicht. Im Verzeichnis zu den Exkursionen auf diesen Seiten wird neben dem Veranstaltungsdatum zusätzlich ein einer Google-Landkarte der Treffpunkt eingetragen, wodurch es Ihnen Möglichkeit ist, gleich eine Routenplanung zum Veranstaltungsort durchzuführen.