Kriegsgräberstätte Ittenbach – der Kinderfriedhof

Die Schlacht um den Brückenkopf von Remagen war seit bereits 12 Tagen im Gange und sollte ab dem 19. März 1945 noch weitere, ungeahnte Ausmaße annehmen, die bis zum 25. März ihren absoluten Höhepunkt erreichen würden. Wenn Hundertschaften feindlicher Einheiten aufeinandertreffen, sich gegenseitig bekämpfen, dann bleibt das Sterben nicht aus. Beiderseits schnellten die Verluste angesichts der brutalen Heftigkeit der Gefechte an. Der Tod machte keinen Unterschied und heute liegen sie Seite an Seite. Gleich ob General, Major oder der Gefreite.

 

Hier befand sich eine Fotografie, die auf Wunsch entfernt wurde.

Am Samstag, den 9. März 2019, hatte die Kreisvolkshochschule Altenkirchen zu einer Tagesfahrt unter meiner Leitung ins Friedensmuseum nach Remagen eingeladen. Zuvor aber war ein Stopp in Ittenbach eingeplant. Hier sollte die vierzehn Teilnehmer zählende Gruppe die Kriegsgräberstätte Ittenbach aufsuchen. Bei unserem Eintreffen in Ittenbach wurde die Gruppe bereits durch einen Zeitzeugen erwartet. Der 94 jährige war nicht einfach nur als “Zaungast” anwesend,  im Gegenteil: Als junger Leutnant und Kommandant eines Königstigers, dem schwersten Kampfpanzer zur Zeit des Zweiten Weltkrieges, hatte es diesen im März 1945 in den Brückenkopf von Remagen verschlagen. Seine Einheit, die 506. schwere Panzerabteilung, sollte am 25. März 1945 noch im Raum Uckerath mit sieben Königstigern zum Einsatz kommen. Angelangt auf der Kriegsgräberstätte sollten die Teilnehmer der Remagener Tagesfahrt erfahren, warum die Kriegsgräberstätte den Beinamen Kinderfriedhof trägt.

Besonders ein kleiner Flecken Erde; eingerahmt durch den Großen Ölberg im Nordwesten, Brüngsberg im Nordosten, dem Löwenberg im Südwesten und der Ortschaft Aegidienberg als südöstliche Begrenzung, war für mehrere Tage lang der Schauplatz von schwersten Kampfhandlungen. Im Herzen dieses Gebietes liegt Laagshof. Nur 500 Meter in östliche Richtung entfernt, erzwangen sich Verbände der 78. US Infanteriedivision (US-ID) am 16. März den Übergang über die Reichsautobahn. Zwei Tage später, in den frühen Morgenstunden zum 18. März 1945, richtete das 18. US Infanterieregiment der 1. US-ID, in Laagshof ihren Regimentsgefechtsstand ein. Nachdem die amerikanischen Verbände im Verlauf des nächsten Tages immer weiter an Richtung Hanfbach vorstießen, übernahm das Sanitätsbataillon den Platz des 18. US Infanterieregimentes und richtete in Laagshof einen temporären Verbandsplatz ein. Die Gefallenen und auf dem Verbandsplatz verstorbene Soldaten wurden auf dem angrenzenden Acker ca. 450 Meter entfernt abgelegt. Während man die toten Deutschen südlich des Weges sammelte, wurden die amerikanischen Toten nördlich des Weges abgelegt, von wo sie durch amerikanische Gräberkommandos auf die Kriegsgräberstätte Henry Chappel in Belgien überführt wurden.

Nachdem die Kampfhandlungen durch den Ausbruch der 1. US Armee am 25. März 1945 für die Gegend unmittelbar beendet waren, blieben in einem Radius von etwa 2 bis 3 Kilometer um Laagshof herum, 22 Zivilisten und dazu mehr als 400 deutsche und 1100 amerikanische Soldaten als Gefallene zurück. Mit der Beisetzung eines deutschen Gefallenen wurde am 26. März 1945 der Grundstein für die heutige Kriegsgräberstätte gelegt. Die Ittenbacher Einwohner bestatteten ihre Toten und hatten damit begonnen, die Gefallenen aus den umliegenden Wäldern zu bergen. Innerhalb der nächsten drei Tage war ein Gräberfeld angelegt worden, auf dem die sterblichen Überreste von etwa 50 bis 60 deutschen Gefallenen beigesetzt worden waren. Derweilen wurden auf der gegenüberliegenden Wegseite noch immer die gefallenen Amerikaner zur Registrierung und dem weiteren Abtransport gesammelt. Da jedoch Ende März die Temperaturen deutlich anstiegen, wurde der Verwesungsprozess der Toten stark beschleunigt. Daher wurde durch die 12. US Armegruppe befohlen, in Ittenbach einen zentralen Sammelfriedhof für die Gefallenen im Frontbereich der 1. US Armee anzulegen.

Kriegsgräberstätte Ittenbach - Foto: Guido Weller, Rettersen.

Kriegsgräberstätte Ittenbach – Foto: Guido Weller, Rettersen.

Am 29. März nahm die 607th Quartermaster Graves Registration Company (Gräberkompanie) in Ittenbach ihre Arbeit auf. 123 Männer unter dem Kommando von sechs Offizieren, dazu mehrere Dutzend deutscher Kriegsgefangene, legten zwei Gräberfelder an, eines für die gefallenen Deutschen, ein weiteres für ihre eigenen Toten. Noch am gleichen Nachmittag trafen erste LKWs mit Gefallenen aus dem Ruhrkessel, Sauerland und dem Harz ein. Die deutschen Gefallenen wurden so bestattet, wie man sie aufgefunden hatte – lediglich nach der Erkennungsmarke hielt man Ausschau, um diese an das Holzkreuz zu nageln. Deutlich größer war der Aufwand bei den gefallenen Amerikanern: Sie wurden registriert, identifiziert, deren Uniformtaschen geleert. Persönliche Dinge, Wertgegenstände und Erkennungsmar­ken kamen in dafür vorgesehene Beutel. Erst danach wurden die Toten in Leichensäcke verpackt und beigesetzt. Benötigte man für einen deutschen Soldaten lediglich wenige Minuten, betrug der Aufwand bei den toten Amerikanern oft mehrere Stunden.

Zeitgleich waren die Ittenbacher Einwohner gemeinsam mit Kriegsgefangenen dazu verpflichtet worden, die Gefallenen aus den angrenzenden Wäldern zu bergen. Unterstütz wurden die Ittenbacher durch amerikanische Pioniere und Soldaten der Gräberkompanie, da sich in den Wäldern große Mengen Munition befanden und man immer wieder auf verlegte Minen stieß. Und Tag für Tag trafen weitere LKWs ein. Am 2. April 1945 wurde General Maurice Rose, der bei Paderborn am 30. März 1945 als Kommandeur der 3. US-Panzerdivision sein Leben verlor, in Ittenbach beigesetzt. Erst nach dem 10 April kamen deutlich weniger Lastwagen mit den Gefallenen; dafür reihte sich jetzt Grab an Grab. Am 23. April wurde das amerikanische Gräberfeld geschlossen, die Masse der Gefallenen der 1. US Armee wurden von nun an auf dem frontnahem Friedhof in Breuna beigesetzt und das deutsche Gräberfeld in die Obhut der Stadtverwaltung von Königswinter übergeben. Bis zu diesem Tag hatte die 607th Gräberkompanie in Ittenbach:

Auf dem amerikanischen Gräberfeld:

             1475 amerikanische Soldaten, die identifiziert werden konnten

                 30 amerikanische Soldaten, welche nicht identifiziert werden konnten

                 34 gefallene Verbündete, die identifiziert werden konnten

                 5 gefallene Verbündete, welche nicht identifiziert werden konnten

zusammen 1544 Gefallene.

Die Beisetzung von General Maurice Rose in Ittenbach am 2. April 1945.

Die Beisetzung von General Maurice Rose in Ittenbach am 2. April 1945. Foto: Ausschnitt aus einer amerikanischen Wochenschau von April 1945. Filmteam des Signal Corps, US Army.


Auf dem deutschen Gräberfeld:

               828 Soldaten, die ausschließlich mit ihrer Erkennungsmarke identifiziert wurden

              134 Soldaten, die keine Erkennungsmarke bei sich trugen.

zusammen 962 Gefallene.

Da jedoch noch immer zahlreich gefallene amerikanische Soldaten im Siebengebirge, dem Ruhrkessel und anderswo aufgefunden wurden, mussten bis über das Kriegsende hinaus, täglich drei Angehörige der amerikanischen Gräberkompanien abgestellt werden, um diese Gefallenen ebenfalls auf dem Ittenbacher Friedhof zuzubetten. Die Zubettungen fanden erst im Juni 1945 ein Ende, denn jetzt ging die amerikanische Führung dazu über, sämtliche Gräber amerikanischer Soldaten umzubetten, da nach deren Sichtweise keiner ihrer Soldaten in deutschem Boden oder weniger als 200 Meter entfernt von einem gefallenen Deutschen bestattet sein sollte. Ittenbach war zu diesem Zeitpunkt der größte von insgesamt neun amerikanischen Sammelfriedhöfen auf deutschem Boden, die allesamt aufgelöst wurden. Die Umbettungsarbeiten in Ittenbach dauerten bis in den August 1946 an, während die acht anderen Friedhöfe zum Teil schon bereits vor Jahreswechsel 1945/1946 restlos verschwunden waren.

Noch während die amerikanischen Gefallenen auf die Kriegsgräberstätte Margraten umgebettet wurden, war man im Siebengebirge dazu übergegangen, die Gefallenen genauer zu identifizieren. Die Amerikaner hatten lediglich die Erkennungsmarken an die zahlreichen Holzkreuze genagelt. Im Sommer 1946 waren keine Hundert der Kriegstoten namentlich bekannt; für die Ittenbacher bedeutete dies nun eine Exhumierung der mittlerweile stark verwesten Leichen, die oft aufs grausamste verstümmelt waren. In mühevoller, jahrelanger Arbeit konnten so hunderte, namenslosen Gefallenen wenigstens ihr Name wiedergegeben werden – und den Angehörigen die traurige Gewissheit, denn unzählige Familien suchten auch noch Jahre nach Kriegsende an ihren Kindern, Vätern, Ehemännern.

Bis in die späten 1940er Jahre, fand auf der Kriegsgräberstätte ein reges hin und her statt. Währen immer wieder Gefallene zufällig in den ehemaligen Fronten gefunden wurden oder aus verstreuten Einzelgräbern in der Umgebung auf dem Gelände zugebettet wurden, erschienen immer wieder Angehörige, die ihren Gefallenen Sohn oder Ehemann zurück in die Heimat holten. Zwischen 1947 und 1949 waren zeitweilig knapp um 2300 Gefallene auf dem Ittenbacher Friedhof beigesetzt. Von diesen wurden etwa 480 Gefallene zurück in die oft weit entfernte Heimat geholt. Oftmals in mühevoller und anstrengender Arbeit, mit Handwagen bis in weit entfernte und abgelegene Gegenden.

Ab 1949 wurde das Gelände durch den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge komplett umgestaltet, wodurch nun auch endlich Schluss war mit Umbettungen auf Heimatfriedhöfe. Die Arbeiten konnten im Sommer 1951 erfolgreich abgeschlossen werden, allerding erfolgte von Herbst 1959 bis Sommer 1961 eine erneute Umbaumaßnahme, in deren Verlauf wieder 585 Gräber geöffnet wurden, um weiter an der Identifizierung von Unbekannten Soldaten zu arbeiten; mit dem Ergebnis, dass knapp 300 Soldaten identifiziert werden konnten. Heute haben in Ittenbach 1871 Tote des Zweiten Weltkrieges ihre letzte Ruhestätte gefunden:

          1.626 Deutsche
          224 Sowjetbürger
          12 Polen
          4 Niederländer
          2 Belgier
          2 Franzosen
          1 Italiener.

Von diesen 1.626 gefallenen deutschen Soldaten, waren die vier Jüngsten gerade einmal 15 Jahre alt, einer von ihnen ist als Melder gefallen. Dazu kommen drei 16-Jährige. 81 junge Burschen waren gerade eben erst 17 Jahre alt geworden.

Im Alter von 15 Jahren starben:

Blume, Günter, geboren am 29.06.1929, verstorben in Gefangenschaft am 12.06.1945

Heinz Hallen, geboren am 12.05.1929, gefallen am 09.04.1945. Er war Meldegänger bei einer Infanteriekompanie.

Leo Stellberg, geboren am 08.08.1929, verstorben als Angehöriger des Volkssturmes am 13.04.1945 im Reservelazarett zu Attendorn 13.04.1945

Hans Stollenwerk, geboren am 29.05.1929, gefallen im Siebengebirge als Volkssturmjunge am 16.03.1945

Im Alter von 16 Jahren starben:

Hans Nass, geboren am 07.02.1929, verstorben am 24.04.1945 im Lazarett, beigesetzt unter den Unbekannten.

Günther Rekos, geboren am 15.09.1928, gefallen am 06.04.1945 bei Erndtebrück

Heinrich Schnell, geboren am 03.08.1928, gefallen am 09.04.1945

Die letzte Ruhestätte des 17 jährigen Willi Ißleib. Gefallen am 26. März 1945. Foto: Volker R. Schneider, Kreuztal

Die letzte Ruhestätte des 17 jährigen Willi Ißleib. Gefallen am 26. März 1945. Foto: Volker R. Schneider, Kreuztal


Zusätzliches Bildmaterial

Hinweisschild im Eingangsbereich der Kriegsgräberstätte.

Hinweisschild im Eingangsbereich der Kriegsgräberstätte.

Grabstein zweier Unbekannter Soldaten. Foto: Gunnar J.S. Frese, Kausen

Grabstein zweier Unbekannter Soldaten. Foto: Gunnar J.S. Frese, Kausen

Quellenangaben:

  1. Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge
  2. Private Aufzeichnungen
  3. After Action Reports, March 1945, 78th US Infantry Division, National Archives, Washington, USA
  4. G-2, Report of Operations, March 1945, 1 US Infantry Division, National Archives, Washington, USA
  5. Unit History – 607th Quartermaster Graves Registration Company, US Army
  6. Generalanzeiger, Regionalausgabe Bonn, 8. Mai 2015

 

Oswald, Hans

Hans Oswald

wurde am                                                                 02.11.1921                              in                      Wollbach                  geboren.

Zum Zeitpunkt seines Todes war er                         Obergefreiter in einem Fallschirmjägerregiment.

Er ist am                                                                   11.03.1945 während des Bombenangriffs auf Weyerbusch gefallen.

Seine Ruhestätte befand oder befindet sich in*:    Wollbach / Bayern

Sonstige Anmerkungen:

Bilek, Sepp

Josef, gen. Sepp Bilek

wurde am                                                                 12.12.1920                      in                     Blindenmarkt/Österreich                  geboren.

Zum Zeitpunkt seines Todes war er                         Unteroffizier in einem Panzerregiment.

Er wurde am                                                                   26.03.1945 nördlich von Altenkirchen verwundet und ist am 27.03.1945 in Waldbröl verstorben.

Seine Ruhestätte befand oder befindet sich in*:    Waldbröl/Bergfriedhof.

Grablage Nummer 66

 

Kirchgrabner, Harald

Harald Kirchgrabner

wurde am                                                                 22.03.1927                      in                     Augsburg                  geboren.

Zum Zeitpunkt seines Todes war er                         Gefreiter in einem Artillerieregiment.

Er ist am                                                                   25.03.1945 gefallen.

Seine Ruhestätte befand oder befindet sich in*:    Windeck/Herchen.

Sonstige Anmerkungen: Verstorben auf dem Heeresverbandsplatz in Herchen als Angehöriger des Artillerieregiment 363.

Der bei Friesenhagen gefallene Hauptmann

Während der Kämpfe um die Linie Gerndorf-Mausbach starb am 7. April 1945 Hauptmann Norbert Hammermann. Hammermann war nicht nur irgendein deutscher Offizier, den es zu Kriegsende in das Wildenburger Land verschlagen hatte. Erst ein Jahr zuvor war er noch Rommels persönlicher Adjutant.

Bereits während des Frankreichfeldzuges hatte sich Norbert Hammermann als Zugführer bewährt.  Schon kurz nach Beginn des Russlandfeldzuges übernahm er nach dem Ausfall seines Kompaniechefs im Juli 1941 zum ersten Mal das Kommando über die führerlos gewordene Kompanie und ein weiteres Mal während der ersten Schlacht um Charkow. Da Hammermann die Kompanie darauf drei Monaten führte, erfolgte die vorzugsweise Beförderung zum Oberleutnant.

Kurz nachdem die Heeresgruppe Süd 1942 die sogenannte Sommeroffensive aufgenommen hatte und der Don bei Woronesh erreicht worden war, wurde Hammermanns Kompanie während eines russischen Gegenangriffs schwer getroffen und ein großer Teil seiner Kompanie aufgerieben. Nur seinem persönlicher Entschluss soll es den übriggebliebenen Soldaten ermöglicht haben, sich von der russischen Übermacht abzusetzen. Während dieses Gefechts wurde Hammermann schwer verwundet, durch eine Granatsplitterverletzung verlor er ein Auge. Nach Genesung Anfang 1943 wurde Hammermann an die Kriegsschule München kommandiert, wo er eine Adjutantenstelle übernahm.

Nachdem der Generalsstab der Heeresgruppe B nach schweren Verlusten im Osteinsatz in die Heimat zur Neuaufstellung verlegt worden war, wurde auch der Arbeitsgruppenstab von Generalfeldmarschall Erwin Rommel nach München verlegt. Angesichts anstehender Neugliederungen und Umgruppierungen für den vorgesehenen Einsatz in Italien, übernahm Norbert Hammermann etwa Mitte Juli 1943 die Adjutantenstelle in Generalfeldmarschall Rommels Arbeitsstab und wurde dessen persönliche Ordonanz. Diese Funktion hatte Oberleutnant Hammermann bis Februar 1944 inne. Ein Vorfall unbekannten Inhalts allerdings beendete die relativ sichere Stellung, die Hammermann bis dahin begleitete. Nachdem das Verhältnis zwischen Hammermann und Rommel zerstört war, wurde er auf Rommels persönlichen Befehl zurück in die kämpfende Truppe befohlen, Rommel bestand darauf, künftig einen Adjutanten zu erhalten, der mindestens den Dienstgrad eines Majors begleiten würde und zudem mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet sein müsse. Dennoch erhielt Rommel keinen Majoren, sondern wurde Hammermanns Nachfolger der mit Ritterkreuz ausgezeichnete Hauptmann Helmuth Lang. Hiernach verliert sich jegliche Spur von Norbert Hammermann. Fest steht, dass er am 7. April 1945 in der Nähe von Friesenhagen, mittlerweile zum Hauptmann befördert, im Alter von 25 Jahren sein Leben verlor, als er versuchte auf Befehl des LVIII.Pz.Korps zwischen Friesenhagen und Mausbach eine Widerstandlinie zu organisieren. Als die Amerikaner ihre Angriffe gegen die Linie aufnahmen, starb Norbert Hammermann gemeinsam mit zwei weiteren Soldaten.

Gefallen in Hahnhof – Eine Spurensuche

70 Jahre liegt das Ende des Zweiten Weltkrieges nun zurück und doch sind seine Narben lange nicht verheilt. Immer noch gibt es auf Seiten der Angehörigen viele quälende Fragen, zu denen es oft keine oder kaum Antworten gibt. Eines dieser Schicksale betrifft auch Rolf-Dieter Huckfeldt aus Arpsdorf im Kreis Rendsburg-Eckernförde, dessen Onkel Johann Huckfeldt im April 1945 als Unteroffizier in Hahnhof gefallen ist.

Rolf-Dieter Huckfeldt befasste sich während der vergangenen Jahre bereits mehrfach mit dem Schicksal seines Onkels, den er zuletzt im Alter von vier Jahren gesehen hatte. „Im Herbst 1944 war mein Onkel letztmalig auf Heimaturlaub, er war bei uns zu Hause in der Landwirtschaft damit beschäftigt, die Felder zu bestellen!“, erinnert sich der 75-jährige Rentner.

Gedenkstein von Johann Huckfeldt (wird eigentlich mit “dt” geschrieben) auf der Kriegsgräberstätte in Wissen. Foto (c) Gerd Braas.

Im Internet stieß Rolf-Dieter Huckfeldt schnell auf erste Informationen zu den Kriegsereignissen in der Niederfischbacher Gegend, darunter auch auf die Seite www.niederfischbach.de. Nach einer ersten Kontaktaufnahme zu Gerd Braas brachte Rolf-Dieter Huckfeldt einen Stein ins Rollen, der endlich, nach mehr als 70 Jahren etwas Licht ins Dunkel bringen sollte. Gerd Braas, dem ich bereits vor längerer Zeit schon einmal behilflich war mit Angaben zu den Todesumständen des auf dem Giebelwald gefallenen Leutnant Klaus Morré, fackelte nicht lange und suchte Kontakt zu mir. Schnell kam ich zu dem Ergebnis: Hier kann man weiter helfen, vielleicht nicht alle Fragen beantworten, aber doch sicher das Schicksal des gefallenen Onkels etwas näher beleuchten. Nach einigen Telefonaten und Emails wurden dann „Nägel mit Köpfen gemacht“ und Rolf-Dieter Huckfeldt reiste am 12. Juni 2015 gemeinsam mit der Tochter an.

Gerd Braas stellte Freitags den beiden Huckfeldts die Gemeinde vor. Den nächsten Morgen erwartete Rolf-Dieter Huckfeldt bereits mit großer Spannung. In Hahnhof kam es am Samstagmorgen dann zur lang ersehnten Zusammenkunft. Empfangen wurde Familie Huckfeldt in der Nähe von Hahnhof durch den Ortsbürgermeister Matthias Otterbach, welcher die beiden freundlich begrüßte und Willkommensgeschenke überreichte. Danach stellte sich Herbert Dietershagen aus Niederfischbach als exzellenter Kenner und Wanderführer des Giebelwaldes vor. Gerd Braas, der durch seine kleine Tochter begleitet wurde, hatte einen Geländewagen organisiert, mit dem die Gruppe im Tagesverlauf noch das Schlachtfeld auf dem Giebelwald erkunden würde. Nachdem sich alle bekannt machen konnten, stellte ich mich ebenfalls Herrn Huckfeldt vor und versprach ihm, dass er im Laufe des Tages Antworten zu einigen Fragen erhalten würde. „Sicherlich, das ist klar, werden nicht alle Fragen zu beantworten sein, aber auf jeden Fall werden Sie einiges aus der Geschichte der letzten Lebenstage ihres Onkels erfahren! Ich zeige Ihnen auch den genauen Ort, an dem sich die Grablage befand, bevor die Gefallenen in den 1950er Jahren nach Wissen auf die Kriegsgräberstätte umgebettet wurden.“

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Zwischen Wüstseifen und Hahnhof: v.L.: Sandra Huckfeldt, Ralf Anton Schäfer, Herbert Dietershagen, Rolf-Dieter Huckfeldt, Gerd Braas, Ortsbürgermeister Matthias Otterbach. Vorne links, darf natürlich in der Aufzählung nicht fehlen, Hund Shiro, der uns auf der Spurensuche begleitet hat.

 Rolf-Dieter Huckfeldt zeigte sich sichtlich gerührt von der Gastfreundschaft und dem Bemühen aller Anwesenden, die Umstände des Todes seines Onkels nach so langer Zeit, so weit wie es noch möglich ist, aufzuklären und er  erklärte:

 „Es war mir ein innerer Drang, hier nach Niederfischbach zu kommen, um mir den Ort anzuschauen, wo das Leben meines Onkels ein viel zu frühes Ende fand“, so Huckfeldt. Und weiter: „Dieser Herzenswunsch wurde in den letzten Jahren immer stärker. Das Ehrengrab meines Onkels in Wissen habe ich zwar als junger Mann, damals mit meiner Mutter, besucht, aber viel wichtiger ist es mir, hier heute an diesem Ort und dieser wirklich wunderschönen Landschaft zu sein – wenn auch mein Onkel sicher für diese schönen Ausblicke in seiner aussichtslosen Lage kein Auge gehabt haben wird“.

 In der Tat hatte der Onkel 1945 sicherlich kein Auge für die Schönheit des Asdorftals, denn es war die Zeit, als sich der Zweite Weltkrieg seinem Ende zuneigte, es war die Zeit, als der Giebelwald zum Frontgebiet wurde, es war die Zeit, als das Hundertfache Sterben im Kanonendonner und Kugelhagel begann.

Ich klärte kurz gefasst über die Zusammenhänge von März und April 1945 auf, darüber, wie die 1. US Armee am 7. März bei Remagen den Rhein überschritt und einen Brückenkopf bilden konnte, aus dem die Amerikaner am 25. März 1945 ausbrachen. Durch den nach Osten gerichteten Vorstoß der amerikanischen Verbände wurden große Teile der 15. Armee zerschlagen, Kräfte die sich dem Angriff der Amerikaner entziehen konnten, wurden vor den Stoßkeilen hergetrieben oder konnten sich hinter die Sieg zurückziehen. Am 29. März 1945 erhielt die Sieg im Oberkommando der Wehrmacht den Namen „Siegfront“. Diese Frontlinie sollte unter allen Umständen mit allen verfügbaren Kräften gehalten werden. So kam es, dass das Siegerland zum Frontgebiet wurde. Bunt zusammengezogene Haufen wurden an die Front geworfen und in letzter Stunde in einem sinnlosen Opfergang verheizt.

Von Herkersdorf-Offhausen kommend, marschierten die Amerikaner während der Nacht zum 1. April 1945 in Kirchen ein, dass gegen geringen Widerstand erobert werden konnte. Im Anschluss bereiteten sich die Amerikaner darauf vor, die Sieg bei Brühlhof zu überschreiten, um von dort aus über Freusburg auf den Giebelwald zu stoßen, von dem Bekannt war, dass sich dort größere Wehrmachtsverbände aufhielten. In Mitten des Strudels dieser Kämpfe war auch der Unteroffizier Johann Huckfeldt gefangen. Für ihn und viele seiner Kameraden gab es keinen Ausweg mehr. Zwischen dem 1. und 6. April 1945 wurde die waldreiche Gegend zum Schauplatz von verlustreichen Kämpfen. Nachdem am 3. April Freusburg gefallen war und die amerikanischen Angriffe den heftig umkämpften Vogelsang endlich erobern konnten, nahm die Heftigkeit besonders um die waldreichen Höhen nördlich der Sieg zu.

Die amerikanischen Angriffe führten aus drei Richtungen auf den Giebelwald zu: Von Freusburg, von Mudersbach und von Niederschelden her. Ab dem 6. April 1945 auch noch aus Richtung Wehbach, das am Morgen in amerikanische Hand gefallen war.

Deutsche Soldaten, die zuvor im Bereich Wüstseifen gesammelt wurden, sollten den amerikanischen Vormarsch aufhalten.  Angehörige einer Flak-Einheit, die von Wehbach kommend in Richtung Niederfischbach zurückging, wurden durch einen deutschen Offizier aufgefangen und gemeinsam mit dem bei Wüstseifen zusammengezogenen Haufen in die Verteidigung Hahnhofs einbezogen. Es ist mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass der 27-jährige Unteroffizier Johann Huckfeldt dieser Truppe angehörte. Im Laufe des Tages gingen die Amerikaner mit Panzerunterstützung von Altenthal aus gegen Hahnhof vor.

Rolf-Dieter Huckfeldt war bekannt, dass sein Onkel den Erzählungen nach an einem Waldrand mit Wiesen bewachsenem Berghang gefallen sein muss.„Mein Onkel wollte einem verletzten und um Hilfe rufenden Kameraden zu Hilfe eilen und wurde hierbei selbst tödlich verwundet! Ein Kamerad, der ebenfalls in Arpsdorf gelebt hat und mit meinem Onkel zusammen war, hatte meiner Mutter über den Tod von Johann berichtet.“

Das passt auch zu den Ereignissen der Apriltage von 1945. Die zurückgehende Wehrmacht hatte eine hastig errichtete Verteidigung organisiert. Am Ortsrand war ein MG in Stellung gebracht worden, ein Granatwerfer unterstützte aus dem Bereich des heutigen Geländes der Tennissportanlagen. Wenige Soldaten befanden sich in Hahnhof, am Waldrand zum Wäschebachskopf hin sollte sich die Hauptkampflinie befinden, jedoch fehlten die Soldaten zur organisierten Verteidigung. Als die Amerikaner darauf in den Ort eindrangen kam es zu einem kurzen Feuerkampf. Zu diesem Gefecht ist in Hahnhof bekannt „…dass die Amerikaner mit einem Panzer, der am Gleisende in der Nähe von Wüstseifen stand, in den Ort reinfeuerten!“ Wüstseifen war gerade kampflos eingenommen worden und mehrere deutsche Soldaten, die sich zusammen mit Einwohnern im Bergwerkstollen vor den Kugel in Sicherheit gebracht hatten, waren in Gefangenschaft geraten.

In einer breitgefächerten Formation sickerte die amerikanische Infanterie in den Ort Hahnhof, wurden aber sofort von den deutschen Soldaten mit schwerem Feuer belegt. Hiernach folgte der „Sherman-Panzer und nahm den Hang und die Böschung um das Haus unter Feuer“, erinnerte sich Werner Stähler in Hahnhof, der auf Herbert Dietershagens Anfrage sofort bereit war, mit seinem Erinnerungen als Zeitzeuge der Familie Huckfeldt weiterzuhelfen.

Nachdem der Panzer in Hahnhof eingefahren war und die Infanterie Hahnhof besetzte, flammte hier und da nur noch vereinzeltes Feuer auf, das jedoch wenig später eingestellt wurde. Letzte Soldaten starben nur wenige hundert Meter entfernt von Werner Stählers Elternhaus. Es ist bekannt, dass in diesem Bereich mehrere Angehörige einer Flak-Einheit eingesetzt waren. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich darunter auch der Unteroffizier Johann Huckfeldt befunden hat, dürfte sehr hoch sein.

 In und um Hahnhof befanden sich bis zum 10. April eine ganze Reihe Feldgräber, man hatte die Gefallenen erst einmal notdürftig an Ort und Stelle begraben. Am 10. April wurden 13 gefallene Soldaten zentral in Hahnhof bestattet. Dieses Grab wurde am 15. April durch Pfarrer Engel unter großer Teilnahme der Bevölkerung eingesegnet. Anfang bis Mitte der 1950er Jahre erfolgten überall im Gebiet des Kreises Altenkirchen groß angelegte Umbettungsarbeiten, um die vielen einzelnen, verstreuten Feld- und Soldatengräber zentral an einem Ort zusammenzufassen. Bei diesen Umbettungen wurden auch die Gräber der in Hahnhof gefallenen Soldaten nach Wissen umgebettet, wo sich nun insgesamt 317 Gräber finden. Wissen ist damit die größte Kriegsgräberstätte im Kreis Altenkirchen.

Besuch des Ehrenfriedhofs in Wissen/Sieg. Foto (c) Gerd Bäumer

Rolf-Dieter Huckfeldt und seine Tochter Sandra besuchen die Grabstätte des Onkels auf dem Ehrenfriedhof in Wissen/Sieg. Foto (c) Gerd Bäumer

In der Gefallenendatenbank beim Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge wird als Todesdatum des Johann Huckfeldt der 3. April 1945 angegeben. Rolf-Dieter Huckfeldt war bislang der 4. April 1945 als Schicksalsdatum bekannt, genauer gehen jedoch die Unterlagen des katholischen Pfarramtes, wonach die Gefallenen des 5. und 6. Aprils 1945 am 10. April 1945 durch den Pfarrer Konrad Engel beerdigt worden sind. Hahnhof wurde jedoch am 7. April 1945 durch die Amerikaner eingenommen, so lässt sich nun mit ziemlicher Sicherheit das Todesdatum auf den 7. April festlegen.

Am 7. April 1945 ging für Hahnhof, den Giebelwald und Niederfischbach der Zweite Weltkrieg zu Ende,  nach gut einer Woche Kämpfe um die Sieg und das tiefreichende Waldgebiet blieben mehr als 150 Gefallene zurück. Mindestens 150 Schicksale, Söhne, Väter, Brüder – und Onkels!

Nachdem wir uns bei Familie Stähler verabschiedet hatten, musste ich mich ebenfalls von der Gruppe trennen. Gerne hätte ich die Gruppe um Gerd Braas und Familie Huckfeldt noch mit auf den Giebelwald begleitet, jedoch musste ich am Nachmittag noch eine Exkursion auf den Spuren des Kriegsendes 1945 durch den Kausener Wald in der Nähe von Steineroth führen. Ich verabschiedete mich von Rolf-Dieter Huckfeldt und dessen Tochter Sandra und wünschte ihnen eine gute Heimreise. Rolf-Dieter Huckfeldt und seine Tochter bedankten sich außerordentlich bei mir, für sie war damit der Ausflug in die Geschichte jedoch noch nicht zu Ende. Unter der Führung von Herbert Dietershagen fuhr die Gruppe um Gerd Braas anschließend noch die verschiedenen Kampffelder auf dem Giebelwald an, so besuchten sie zum Beispiel den Vogelsang nördlich Freusburg, um den die Amerikaner bitter fochten, die Wasenecke, wo der junge Leutnant Klaus Morré am 4. April 1945 nach schwerer Verwundung verblutete und den Hellbachskopf, um den sich bittere Kämpfe abspielten. Am Ort eines ehemaligen Soldatengrabes erinnern heute Basaltsäulen an die Gefallenen des Giebelwaldes und die schicksalhaften Tage von April 1945.

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Mahnstätte auf dem Hellbachskopf in der Nähe von Niederfischbach. Hier befand sich eines von mehreren Feldgräbern in der Gemarkung des Giebelwaldes.

Unbekannter Soldat

Unbekannter Soldat

wurde am                                                                                               in                                                                 geboren.

Zum Zeitpunkt seines Todes war er                         Flak-Angehöriger.

Er ist am                                                                   05.04.1945 gefallen.

Seine Ruhestätte befand oder befindet sich in*:    Wissen.

Sonstige Anmerkungen:

Obwohl der Soldat eine Erkennungsmarke bei sich trug, konnte er nicht identifiziert werden.

Umgebettet aus dem Gruppengrab in Hahnhof, Am Waldrand;

Gemeinschaftsgrab für 13 Gefallene.

 

 

*Angaben können durch die Auswertung der Grablagen von ehemaligen Feldgräbern varieren. Hierdurch kommt es verschiedentlich auch zu einem Doppelbestand der Daten bei gefallenen Personen, wo die Lage des ehem. Feldgrabes und der anschliesende Umbettungsort bekannt sind.

Unbekannter Soldat

Unbekannter Soldat

Gefallen am 5.4.1945 bei Hahnhof.

Beigesetzt im Feldgrab Hahnhof, am Waldrand,

Gruppengrab für 13 Gefallene.

Der Soldat war Angehöriger einer Flakabteilung; obwohl er eine Erkennungsmarke besaß, konnte aber dennoch nicht identifiziert werden.

 

Suhre, Friedrich

Friedrich Suhre

wurde am                                                                 20.03.1920                              in                     Osnabrück                    geboren.

Zum Zeitpunkt seines Todes war er                         Unteroffizier.

Er ist am                                                                   05.04.1945 gefallen.

Seine Ruhestätte befand oder befindet sich in*:    Wissen.

Sonstige Anmerkungen:

Gefallen in der Nähe des Krankenhaus Kirchen

 

 

*Angaben können durch die Auswertung der Grablagen von ehemaligen Feldgräbern varieren. Hierdurch kommt es verschiedentlich auch zu einem Doppelbestand der Daten bei gefallenen Personen, wo die Lage des ehem. Feldgrabes und der anschliesende Umbettungsort bekannt sind.

Denzau, Heinrich

Heinz Denzau

wurde am                                                                 10.10.1913                              in                     Hochdonn                    geboren.

Zum Zeitpunkt seines Todes war er                         Unteroffizier.

Er ist am                                                                   06.04.1945 gefallen.

Seine Ruhestätte befand oder befindet sich in*:    Wissen.

Sonstige Anmerkungen:

Gefallen bei der Kompanie bei Hahnhof.

Umgebettet aus dem Gruppengrab in Hahnhof, Am Waldrand;

Gemeinschaftsgrab für 13 Gefallene.

 

 

*Angaben können durch die Auswertung der Grablagen von ehemaligen Feldgräbern varieren. Hierdurch kommt es verschiedentlich auch zu einem Doppelbestand der Daten bei gefallenen Personen, wo die Lage des ehem. Feldgrabes und der anschliesende Umbettungsort bekannt sind.

Märkisch, Heinz

Heinz Märkisch

wurde am                                                                 1924                              in                                         geboren.

Zum Zeitpunkt seines Todes war er                         Grenadier.

Er ist am                                                                   03.04.1945 gefallen.

Seine Ruhestätte befand oder befindet sich in*:    Wissen.

Sonstige Anmerkungen: Wahrscheinlich ist die Datumsangabe auf der Kriegsgräberstätte falsch angegeben. Märkisch starb während der Kämpfe um Hahnof am 6. April 1945

Hahnhof – Am Waldrand;

Gruppengrab für 13 Gefallene

Helpenstell, Karl – Josef

Karl – Josef Helpenstell

wurde am                                                                 31.10.1924                              in                     Köln-Riehl                    geboren.

Zum Zeitpunkt seines Todes war er                         Gefreiter.

Er ist am                                                                   05.04.1945 gefallen.

Seine Ruhestätte befand oder befindet sich in*:    Wissen.

Sonstige Anmerkungen:

Hahnhof – Am Waldrand; Gruppengrab für 13 Gefallene

Erkennungsmarke 1044 – II.Ers.Nachr.Regt. 7

Meissner, Alfons

Alfons Meißner

wurde am                                                                 10.05.1922                              in                     Eggenbach                     geboren.

Zum Zeitpunkt seines Todes war er                         Obergefreiter.

Er ist am                                                                   05.04.1945 gefallen.

Seine Ruhestätte befand oder befindet sich in*:    Wissen.

Sonstige Anmerkungen:

Umgebettet von Hahnhof, Am Waldrand

Gemeinschaftsgrab für 13 Gefallene.

Soldbuch 2460, Genesendenkompanie 4/Flg.Ausb.Rgt.32

sterbebild_alfons_meissner

Alfons Meissner war zuletzt als Genesender einer Fallschirmjäger-Truppe in die Genesendenkompanie des Fallschirmjäger-Ausbildungsregiment 32 versetzt worden.

 

*Angaben können durch die Auswertung der Grablagen von ehemaligen Feldgräbern varieren. Hierdurch kommt es verschiedentlich auch zu einem Doppelbestand der Daten bei gefallenen Personen, wo die Lage des ehem. Feldgrabes und der anschliesende Umbettungsort bekannt sind.

Hackert, Herman

Hermann Hackert

wurde am                                                                 12.05.1915                              in                     Wattenscheid                    geboren.

Zum Zeitpunkt seines Todes war er                         Oberfeldwebel.

Er ist am                                                                   05.04.1945 gefallen.

Seine Ruhestätte befand oder befindet sich in*:    Wissen.

Sonstige Anmerkungen:

Umbegettet aus Hahnhof, Am Waldrand; Gruppengrab für 13 Gefallene,

Erkennungsmarke: 61 – 12./IR 89 A

Hackert war nach Angabe seiner Erkennungsmarke Angehöriger der benachbarten 12. Volksgrenadierdivision, wo ihm bereits zu bestehen des alten Infanterieregiments 89 seine Erkennungsmarke mit der Nummer “61” in der 12 Kompanie ausgestellt wurde.

 

 

*Angaben können durch die Auswertung der Grablagen von ehemaligen Feldgräbern variieren. Hierdurch kommt es verschiedentlich auch zu einem Doppelbestand der Daten bei gefallenen Personen, wo die Lage des ehem. Feldgrabes und der anschließende Umbettungsort bekannt sind.

Schicksal eines in Wissen gefallenen Soldaten

Nach beinahe 70 Jahren ein Gefallenenschicksal geklärt

 

Gestern hatte ich für rund 1 1/2 Stunden Besuch aus Wissen erhalten.

Mir wurde ein Nachlassbrief, ein Sterbebild und zwei Grabfotos zu einem Gefallenenschicksal der letzten Kriegstage vorbeigebracht.

Hierdurch konnte ein Gefallenenschicksal geklärt werden – leider sind diese Details so nicht in unserem Buch zu finden.

Das zum Nachlass gehörende Sterbebild wird noch weiter nach den Hintergründen erforscht werden müssen, jedoch steht schon jetzt mit hoher Wahrscheinlichkeit fest, dass die beiden Soldaten sich gekannt haben. Der eine, Karl Hipp, starb am 26. März 1945 in Friedewald, der andere, Rudolf Glänzel fiel währen der Kämpfe um die Sieg bei Wissen. Die ganze Geschichte finden Sie hier:  Rudolf Glänzel, Gefallen am 5.4.1945 in Wissen.

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch die Fotografie von Hans Schneider, der 1945 als Ausbildungsoffizier in der 363. Volksgrenadier Division tätig war. Das Foto zeigt “Angehörige des I. Bataillons vom GR. 957 bei Hagdorn, die auf den Angriffsbefehl warten.” Ob sich auf der Fotografie auch der Gefreite Glänzel befindet ist unklar, aber die Möglichkeit besteht.

 

Bild 7: Hans Schneider, Ausbildungsoffizier in der 363. Volksgrenadier Division: “Angehörige des I./GR.957 sind bei Hagdorn (nördl. Wissen) in Stellung und erwarten den Angriffsbefehl.” Einige von Ihnen werden die Kämpfe um den amerikanischen Brückenkopf in Brückhöfe vermutlich nicht überlebt haben.

“Angehörige des I./GR.957 sind nördlich von Wissen bei Hagdorn in Stellung und erwarten den Angriffsbefehl.” Fotografie von Hans Schneider, damals Ausbildungsoffizier in der 363. VGD

Füßl, Lorenz

Lorenz Füßl

wurde am                                                 in                                               geboren.

 

Zum Zeitpunkt seines Todes war er Unteroffizier.

Er ist am 23.03.1945 bei Uckerath gefallen.

Seine Ruhestätte befand oder befindet sich in*:

 

Sonstige Anmerkungen:

Lorenz Füßl war Angehöriger in einem Panzergrenadier Regiment, vermutlich gehörte er dem Pz.Gren.Lehr.Regt. 901 an, das im Bereich von Uckerath Verteidigungsstellungen bezogen hatte.

Sterbebild_Fuesl

*Angaben können durch die Auswertung der Grablagen von ehemaligen Feldgräbern varieren. Hierdurch kommt es verschiedentlich auch zu einem Doppelbestand der Daten bei gefallenen Personen, wo die Lage des ehem. Feldgrabes und der anschliesende Umbettungsort bekannt sind.

Litzenbauer, Karl

Karl Litzenbauer

wurde am 30.12.1910 in Brunnenthal zu Eggersham /Österreich geboren.

Zum Zeitpunkt seines Todes war er Soldat.

Er ist am 18.03.1945 gefallen.

Seine Ruhestätte befand oder befindet sich in*: Königswinter-Heisterbacherrott.

 

Sonstige Anmerkungen: Karl Litzenbauer war eigentlich Angehöriger einer Gebirgsjägereinheit und war zum Zeitpunkt seines Todes der 62. VGD unterstellt, er starb durch Artilleriefeuer, das am 18.3.1945 auf Oberkassel einsetzte.

 

Sterbebild_Litzelbauer

 

 

 

 

 

 

 

*Angaben können durch die Auswertung der Grablagen von ehemaligen Feldgräbern varieren. Hierdurch kommt es verschiedentlich auch zu einem Doppelbestand der Daten bei gefallenen Personen, wo die Lage des ehem. Feldgrabes und der anschliesende Umbettungsort bekannt sind.

 

Gräbersuche

 

“Sorgt ihr, die ihr noch im Leben steht, dass Frieden bleibt,

Frieden  zwischen  den  Menschen,  Frieden  zwischen  den

Völkern.“                                                        Theodor Heuss, 1950.

 

Die Gefallenen im Rhein-Sieg-Kreis, Westerwald und dem Siegerland

Der Bestand dieser Datenbank enthällt aktuell – 25. Februar 2018 – 2259 Datensätze zu den in der Region gefallenen deutschen Soldaten. Sie finden hier einen Großteil der Gefallenen aus der Hennef-Uckerather Umgebung bis nach Netphen, Siegen bis Seelcheid-Neunkirchen. Dennoch werden weiterhin viele Schicksale im Verborgenen liegen bleiben, da umfangreiche Umbettungen teils auch in die Heimatorte der Gefallenen erfolgten.

Sollten Sie weitere Angaben machen können oder selbst einen Gefallenen in diese Datenbank eintragen wollen, haben Sie hier die Möglichkeit dazu.

Die Datensätze beinhalten in der Regel den Vor- und Zunamen des Gefallenen, sowie Angaben zu Dienstgrad, Sterbedatum- und Ort, für einige der Gefallenen war es möglich, weitere Angaben zu ermitteln, somit weicht dieser Datenbestand zum Teil von dem ab, wie es durch die Kriegsgräberfürsorge zur Verfügung gestellt wird. Darüber hinaus war es möglich, einen Teil der ehemaligen Feldgräber zu lokalisieren und diese mit den vorhandenen Daten abzugleichen.

Hilfe zur Gräbersuche

Die suche nach “Alf” findet sämtliche Begriffe wie “Alfred”, “Alfons” und entsprechend fortführend.

Durch erweitern bzw. ergänzen des Suchbegriffes können Sie die Suche Ihren Bedürfnissen ensprechend anpassen.

Umfangreiche Ergänzungen werden folgen, hierbei ist wiederum Ihre Mithilfe und Unterstützung gefragt.

Geplant ist, zum Jahresende, auch die alliierten Gefallenen endlich erfasst zu haben.

Datenbank erweitern

Hier haben Sie die Möglichkeit, unsere Datenbank mit Angaben zu eigenen Angehörigen zu erweitern.

Gräber

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Daiser, Hans

Hans Daiser

wurde am                                                                 21.07.1927                              geboren.

Zum Zeitpunkt seines Todes war er                         Soldat in einem Flieger-Ersatz-Bataillon.

Er ist am                                                                   25.03.1945 in Oberetscheid gefallen.

Seine Ruhestätte befand oder befindet sich in*:    Montabauer.

Sonstige Anmerkungen: Hans Daiser war als Soldat der 340. Volksgrenadier Division unterstellt. Seine Kompanie hatte den Auftrag, den Bereich zwischen Nieder- und Oberetscheid zu sperren. Im Laufe des Vormittages wurde die schwache Frontlinie jedoch durch die angreifenden Amerikaner aufgerollt. Nur am Ortsrand kam es noch zu einem längeren Gefecht, erst nachdem die Amerikaner von Prangenberg aus in Oberetscheid eingedrungen war, zogen sich die letzten Verteidiger unter amerikanischem Artilleriefeuer zurück. Während dieser Gefechte starben sieben deutsche und eine unbekannte Anzahl amerikanischer Soldaten, darunter der Private First Class Paul Joseph Lynch.

Sterbebild_Daiser