Im neuen Gewand

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Wenn jemand Ergänzungen weiß oder Fehler entdeckt, freuen wir uns natürlich besonders über entsprechende Hinweise. Darüber hinaus bitte, an der Umfrage rechts (bzw. bei Mobil-Phone am Ende der Seite) teilzunehmen. Damit versuchen wir, diese Seiten weiter an Ihre Bedürfnisse anzupassen.

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Abschließend möchte ich besonders auf die folgende Internetseite hinweisen, welche meine Frau Rebecca betreut. Ihr ist es nämlich zu danken, dass manche handschriftlichen Hinweise in Kriegstagebüchern oder persönliche Niederschriften lesbar wurden. Wenn jemand Unterstützung beim Entziffern alter Texte benötigt, dem kann hier geholfen werden.

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Gut Ding braucht Weile

Letzte Woche habe ich ja Mal ausprobiert wie stabil eigentlich so ein menschliches Schienbein ist. Langer Rede kurzer Sinn – der Knochen ist schon recht stabil, aber eben leider nicht stabil genug! Gebrochen ist gebrochen, das wissen auch die Ärzte, die meinen Unterschenkel operieren mussten. Die Diagnose lautet komplizierter Dreifachbruch, wodurch ich natürlich wenigstens für die nächste Zeit, sagen wir mal „ein wenig gebremst sein werde“. Ich bin zwar auf Krücken und mit einem Rollstuhl halbwegs mobil, aber eben nicht ausreichend mobil genug um die geplante Veranstaltungsreihe durchführen zu können.

Auf Grund der schwere und der Art der Verletzung werden auch kleinere Wanderungen erst Mal ein Tabu-Thema sein, was uns zu dem Punkt bringt, dass die anstehende Exkursionsreihe leider restlos abgesagt bzw. auf einen unbekannten Zeitraum verschoben werden muss. Sämtliche Gehversuche sind für die nächsten sechs Wochen tabu; dann erst darf ich damit beginnen, meinen Fuß langsam wieder zu belasten. Bis ich wieder richtig oder nur gut gehen kann, wird sicher einiges an Zeit vergehen und sobald ich dann wieder Fit genügend sein werde, werden neue Termine für die Veranstaltungen hier bekannt gegeben.

Der Ausspruch “Hals- und Beinbruch” kommt vielleicht gelegen – oder ungelegen. Ich habe mir zwar nicht den Hals gebrochen und hoffe jetzt, dass das nicht Grundvoraussetzung für ein bisschen mehr Glück ist. Hoffentlich reicht das Bein???

Vielen Dank

Viele Grüße und besten Dank für Euer Verständnis

Euer

Ralf Anton Schäfer

PS: Falls sich jemand genötigt sieht, Blumen zu schicken… I dont like Flowers… Aber meiner Frau stände jetzt schon der eine oder andere Straus Blumen zu. Denn ohne ihre Hilfe würde ich viele Dinge des sonst so selbstverständlichen Alltags nicht ohne weitere Bestehen.

Veranstaltungen zum Kriegsende vor 73 Jahren

ACHTUNG – die gesamte Veranstaltungsreihe musste abgesagt werden! Weiteres finden Sie hier – Gut Ding braucht Weile!

Beinahe 73 Jahre liegt das Ende des Zweiten Weltkrieges zurück. Die Amerikaner setzten am 7. März 1945 in Remagen über den Rhein und bildeten einen ersten Brückenkopf auf dem Ostufer des Flusses. Damit war ein historischer Schritt gelungen, der dazu führte, dass der Krieg an der gesamten Westfront wesentlich verkürzt wurde. Nachdem die dauerhaften Gefechte um den Remagener Brückenkopf zu einer blutigen Niederlage geführt hatten, wurde Altenkirchen am 26. März 1945 durch amerikanische Verbände erobert. Bereits wenige Tage später wurde das Ruhrgebiet umzingelt, wobei die gesamte Heeresgruppe B mit rund 325.000 Mann in dem so genannten Ruhrkessel eingeschlossen wurde. Die Südfront dieses Kessels bildete die Sieg in ihrer gesamten Länge. Am 6. April setzten die amerikanischen Verbände zum Großangriff gegen die Sieglinie an und begannen damit, die eingeschlossenen Truppen systematisch zu zerschlagen; schon 10 Tage später stießen sie gegen Düsseldorf vor. Mehrere Übergabeaufforderungen waren bis dahin kategorisch abgelehnt worden, dennoch kam es zur Kapitulation der eingeschlossenen Resteinheiten. Generalfeldmarschall Walter Model, der Kommandeur der Heeresgruppe B, erschoss sich am 21. April 1945 in der Nähe von Duisburg.

Während Berlin im blutigem Straßenkampf unterging, entzog sich Adolf Hitler am 30. April 1945 durch Selbstmord der Verantwortung. Noch immer von einigen seiner treusten Generäle als „d e r  F ü h r e r“ verehrt, ruhten auch nach dessen Tod die Waffen nicht.

Seit dem 5. Mai 1945 um 8. Uhr früh herrschte in Holland, Nordwestdeutschland, von der Emsmündung bis zur Kieler Förde sowie in Dänemark einschließlich der diesen Gebieten vorgelagerten Inseln Waffenruhe. Am 7. Mai 1945 erfolgte im obersten Hauptquartier der Alliierten in Reims die bedingungslose Kapitulation der deutschen Wehrmacht. Als dann am 8. Mai 1945 endlich die Waffen schwiegen, hatten mehr als 60 Mio. Menschen ihr Leben verloren. Die Gefallenen sämtlicher Nationen blieben auf den Schlachtfeldern zurück, Mütter weinten um ihre Söhne und Ehemänner. Wen der Krieg nicht hingerafft hatte, der starb auf der Flucht durch Hunger, Kälte oder Tieffliegerangriffe. Und die Welt erfuhr davon, was sich hinter den Zäunen unzähliger Lager abgespielt hatte. Von den Krematorien, von Vernichtungslagern, vom Tod von wenigstens 5,7 Mio Juden, etwa 3 Millionen sowjetischen Kriegsgefangenen, dazu etwa 3-4 Mio nichtjüdische Zivilisten, KZ-Einsassen, Häftlingen, Zwangsarbeitern und Deportierten.


Damit die Opfer und die Schreckenstage der blutigen Kampfhandlungen im März und April 1945 in unserer Region nicht in Vergessenheit geraten, hat sich die Kreisvolkshochschule Altenkirchen erneut dem Thema gewidmet und bietet eine Anzahl neuer Exkursionen auf den Spuren der letzten Kriegstage an. Unter dem Motto Geschichte ist kein Fall für das Museum, sondern der Schlüssel für die Zukunft haben wir nun gemeinsam die folgenden Exkursionen geplant.

Am Samstag den 17. März 2018 eröffnen wir diese Veranstaltungsreihe mit einer Tagesfahrt ins Friedensmuseum nach Remagen und verlassen hiermit erstmalig das Gebiet des Kreises Altenkirchen. In der darauf folgenden Woche werden wir uns mit dem ersten Einsatz des I. Altenkirchener Volkssturmbataillons in der Nähe von Neustadt a.d. Wied beschäftigen. Dazu fahren wir zum Kloster Ehrenstein, wo sich unter anderem der Bataillonsgefechtsstand des Volkssturmes befunden hat. Ein weiteres Mal außerhalb des Kreis Altenkirchen sind wir bei Uckerath unterwegs. Hier standen neben verschiedenen anderen deutschen Verbänden die 363.- und 62. Volksgrenadier Divisionen im Kampf um die zur Festung erklärten Stadt. Nur kurz darauf waren beide Divisionen zwischen Betzdorf und Wissen entlang der Siegfront eingesetzt – die verschiedenartige Kriegsführung beider Divisionskommandeure werden wir in diesem Fall besonders beleuchten.

Alle neun Exkursionen dieser Veranstaltungsreihe für das erste Halbjahr 2018 werden die weniger bekannten Kampfhandlungen südlich der Sieg 1945 hervorheben.

Um zeitnahe Anmeldung zu den Exkursionen wird gebeten.



Eine 8,8-cm-Flak-36 im Erdkampfeinsatz. Schon kurz nach Beginn des Frankreichfeldzuges zeigte das für die Luftabwehr konzipierte Geschütz seine Stärken bei der Panzerabwehr. Bis August 1944 waren rund 12.000 Geschütze der berühmt-berüchtigten Eightyeight, wie sie bei den Alliierten genannt wurde, gebaut worden und fügten feindlichen Panzerverbänden hohe Verluste zu. Rheinhold Schmidt, der als Wachtmeister im Flak-Sturm-Regiment 4 diente, berichtete davon, dass ihre Geschütze in der Zeit nach der Landung der Alliierten im Sommer 1944 in der Normandie bis zu den letzten Kämpfen im Ruhrkessel mehr amerikanische Panzer ausgeschaltet habe, als sie dazu in der Lage waren feindliche Flieger vom Himmel zu holen.

Eine 8,8-cm-Flak-36 im Erdkampfeinsatz. Schon kurz nach Beginn des Frankreichfeldzuges zeigte das für die Luftabwehr konzipierte Geschütz seine Stärken bei der Panzerabwehr. Bis August 1944 waren rund 12.000 Geschütze der berühmt-berüchtigten Eightyeight, wie sie bei den Alliierten genannt wurde, gebaut worden und fügten feindlichen Panzerverbänden hohe Verluste zu. Rheinhold Schmidt, der als Wachtmeister im Flak-Sturm-Regiment 4 diente, berichtete davon, dass ihre Geschütze in der Zeit nach der Landung der Alliierten im Sommer 1944 in der Normandie bis zu den letzten Kämpfen im Ruhrkessel mehr amerikanische Panzer ausgeschaltet habe, als sie dazu in der Lage waren feindliche Flieger vom Himmel zu holen.

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1 – Tagesfahrt nach Remagen

Am 7. März 1945 können amerikanische Truppen bei Remagen die Ludendorff-Brücke unzerstört erobern und einen Brückenkopf auf dem Ostufer des Rheins bilden. Auf deutscher Seite versucht man mit allen Mitteln den Brückenkopf zu zerschlagen, muss aber angesichts der heftigen Gegenwehr zur hinhaltenden Verteidigung übergehen. Bis zum 19. März bauen die Amerikaner ihren Brückenkopf stetig aus. Am 25. März 1945 brechen die Verbände der 1. US Armee aus dem Brückenkopf aus, worauf sie Anfang April das Ruhrgebiet umzingeln.

Während dieser Tagesfahrt werden wir am Vormittag die Kriegsgräberstätte Ittenbach bei Königswinter besuchen. Hier haben 1.871 Gefallene des II. Weltkrieges ihre letzte Ruhestätte gefunden. Die Kriegsgräberstätte war auch für die amerikanischen Soldaten eine Stätte der Trauer, da sie hier zahlreiche Gefallenen aus den Gefechten um den Brückenkopf von Remagen, der Sieglinie, dem Ruhrkessel und aus dem Harz zur Ruhe betteten. Im Anschluss nach dem Besuch dieser Kriegsgräberstätte werden wir die Weiterfahrt nach Remagen antreten, wo wir entweder gemeinsam oder jeder für sich das Mittagsessen zu sich nehmen können. Im Anschluss besichtigen wir das Friedensmuseum in den erhaltenen Brückentürmen der Ludendorffbrücke in Remagen. Hier wird bei genügend Teilnehmern eine Führung durch die Museumsräume stattfinden. Am Nachmittag werden wir die Rückfahrt nach Altenkirchen antreten. Auf dem Rückweg werden wir einen Zwischenstopp im Bereich des den damaligen Feldflughafens Eudenbach machen. Hier war das amerikanische 413. Infanterieregiment am 23. März 1945 auf die Reste der 9. Panzerdivision gestoßen.

Wann: Unbekannt verschoben!

Treffpunkt: Diese Tagesfahrt wird einem Reisebus durchgeführt.

Parkplatz Weyerdamm, 57610 Altenkirchen

Zeitnah werden Möglichkeiten bekanntgeben, wo Sie sich Gruppe anschließen können.

Wegstrecke: entfällt

Dauer: Tagesfahrt; Beginn ca. 10 Uhr in Altenkirchen

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


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2 – Altenkirchener Volkssturm im Frontabschnitt an der Wied

Nachdem die Amerikaner auf dem Ostufer des Rheins standen, wurde der Altenkirchener Volkssturm aufgestellt. Schon nach einer kurzen Ausbildung wurde das Bataillon am 19. März 1945 in den Bereich südlich von Neustadt verlegt, wo die Reichsautobahn gesperrt werden sollte. Das Bataillon war zunächst dem Armeekorps unterstellt, wurde aber bereits schon am 21. März von der Wehrmacht vereinnahmt und erhielt direkte Befehle durch die vor Ort eingesetzte Infanterie.

Unter dem stetigen amerikanischen Druck wurde die Front während der nächsten Tage bis an die Wied zurückgedrängt. Bevor die Amerikaner am 25. März zu ihrem Angriff aus dem Brückenkopf heraus antraten, setzten sich die Reste der 340. deutschen Volksgrenadier Division aus der Frontstellung ab. Zuvor wurde dem Volkssturm das weitere Halten der Stellungen befohlen. An Stelle der Wehrmacht war  nun der Volkssturm für das Halten und die Verteidigung des gesamten Frontabschnittes verantwortlich. Allerdings war die Einheit weder für eine solche Aufgabe ausgerüstet, geschweige denn hierfür ausgebildet; von der zahlenmäßigen Unterlegenheit gegenüber eines mit Artillerie- und Panzerkräften ausgerüsteten Gegners ganz zu schweigen.

Diese Exkursion wird sich im Schwerpunkt mit den Gefechten um die Wiedlinie und den angrenzenden Mehrbach am 25. und 26. März 1945 befassen und versucht dabei die Rolle des I. Altenkirchener Volkssturmbataillons zu beleuchten.

Wann: Unbekannt verschoben!

Treffpunkt: KVHS, 57610 Altenkirchen, Rathausstraße 12
dort nach Möglichkeit Bildung von Fahrgemeinschaften.

Weitere Anschlussmöglichkeiten:

          13.30 Ortseingang Flammersfeld

          Parkplatz bei Norma

          14.00 Uhr Parkplatz bei

          Kloster Ehrenstein

Wegstrecke: etwa 6 Kilometer

Dauer: Bitte rechnen Sie für diese Exkursion wenigstens 4 Stunden ein.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


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3 – Die Festung Uckerath

Am 25. März 1945 waren die Amerikaner zu ihrem Großangriff aus dem Brückenkopf von Remagen angetreten. Für den gleichen Tag hatte die deutsche Führung einen eigenen Angriff geplant. In den frühen Morgenstunden trafen dabei starke Panzerkräfte aufeinander. Unter stetigem Druck war die Kampfgruppe Hudel in verlustreiche Gefechte verwickelt worden und verbrauchte dabei die letzten Panzerreserven.

Um bereits vor dem eigentlichen Angriffsbeginn schon Einheiten der stark überlegenen Amerikaner zu binden, wurde die Stadt Uckerath schon am 24.3.1945 zur Festung erklärt. Um die Verteidigung zu organisieren standen hauptsächlich die 363. Volksgrenadier Division und die Reste der 62. Volksgrenadier Division zur verfügung. Der deutsche Oberst Arthur Jüttner wurde zum Kampfkommandant der Festung ernannt und erhielt den Befehl über sämtlichen Verbände, die greifbar waren.

Während der Nacht zum 25. März drangen amerikanische Kräfte in den Ort ein, um den stundenlang erbittert gekämpft wurde. Nachdem die Kampfhandlungen beendet waren, legte man in Uckerath einen Ehrenfriedhof an, auf dem 422 Gefallene ihre letzte Ruhestätte gefunden haben.

Während dieser Exkursion werden wir uns an eine der ehemaligen Frontstellungen der 363. VGD am Hanfbach begeben.

Wann: Unbekannt verschoben!

Treffpunkt: 13.30 Uhr KVHS 57610 Altenkirchen, Rathausstraße 12

Weitere Anschlussmöglichkeiten:

          14.00 Uhr B8, Edeka-Markt in Weyerbusch

          14.30 Uhr Kriegsgräberstätte in Uckerath

Wegstrecke: je nach Wunsch der Teilnehmer zwischen 5 und 12 Kilometer

Dauer: Wenigstens drei Stunden

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


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4 – Letzte Gefechte um die PaK-Linie bei Weyerbusch

Nachdem die Amerikaner den deutschen Widerstand rund um die Pak-Linie (Pak=Panzerabwehrkanone) bei Hasselbach niederkämpfen konnten, eroberten sie Weyerbusch und drangen von dort aus über Marenbach in Richtung Rimbach vor und von Werkhausen stießen die amerikanischen Soldaten in Richtung Leuscheid durch das unwegsame Waldgelände vor. Hier und da stellten sich ihnen noch deutsche Soldaten entgegen, die letzten Widerstand leisteten.

Während des Vormarsches konnten die Soldaten der 1. US-Infanteriedivision ein umfangreiches Munitionsdepot und eine Panzerwerkstatt erbeuten.

Diese Exkursion wird sich den Waldkämpfen widmen, die sich am 26. März 1945 nördlich von Weyerbusch ereigneten. Darüber hinaus werden wir uns über den Einsatz eines neuen, schweren deutschen Mörsers unterhalten, dessen Feuerleitstelle sich seit dem 17./18. März 1945 in Marenbach befunden hatte.

Wann: Unbekannt verschoben!

Treffpunkt: wird zeitnah bekannt gegeben – 57635 Weyerbusch

Wegstrecke: ca. 6 Kilometer

Dauer: 3-4 Stunden

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


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5 – Panzersperre bei Schöneberg

Nachdem Flammersfeld durch die 3. US-Panzerdivision erobert worden war, stieß die amerikanische Spitze in Richtung Altenkirchen weiter vor. Drei Haupt-Angriffskeile waren auf dem Weg ihr Ziel, Altenkirchen, zu erobern.

Die sich zurückziehende deutsche 9. Panzerdivision hatte Teile abgestellt, um eine mobile Widerstandslinie zu halten. Zudem waren diverse Straßensperren eingerichtet worden, an denen die amerikanischen Panzer zum Stillstand gebracht werden sollten. Um dieser Gefahr Herr zu werden, wurden Infanterieeinheiten abgestellt, die darauf spezialisiert waren, diese Straßensperren auszuschalten.

Diese Exkursion behandelt die Gefechte, die in der Gegend um Neitersen und bei der Eroberung von Schöneberg stattfanden.

Wann: Unbekannt verschoben!

Treffpunkt: wird zeitnah bekannt gegeben – 57638 Schöneberg

Wegstrecke: ca. 6,5 Kilometer

Dauer: Etwa 4 Stunden

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


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6 – Kriegsende bei Bachenberg und Busenhausen

Altenkirchen war am 26. März 1945 durch die 3. US Panzerdivision eingenommen worden, die deutschen Truppen befanden sich auf dem Rückzug. Dennoch hatte der Befehl Gültigkeit, schwere Waffen, die dringend benötigt wurden, durften keines Falls in amerikanische Hand fallen. So versuchten deutsche Pioniere noch unter Beschuss durch die anrückenden Amerikaner einen durch Kettenschaden liegengebliebenen Panzer IV bei Bachenberg wieder flott zu machen.

Während dieser Exkursion werden wir uns besonders mit den Einsätzen des Pionierbataillons der 3. Panzergrenadier Division befassen, die zwischen Kettenhausen und Niedererbach in Stellung waren. Darüber hinaus werden wir einen Einblick in die Arbeit des Sprengkommandos Forneberg erhalten

Wann: Unbekannt verschoben!

Treffpunkt: K 37, Friedhof bei 57610 Bachenberg

Wegstrecke: etwa 5 Kilometer

Dauer: ca. 3 1/2 Stunden

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


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7 – Weitefeld – I von II – Der amerikanische Vorstoß

Nachdem Elkenroth von den Amerikanern kampflos eingenommen werden konnte, marschierten sie gegen Weitefeld vor. Im Bereich der Sandmühle stießen sie auf einen deutschen Panzer, der seit dem Vorabend dort auf benötigten Kraftstoff wartete. Nach einer kurzen Schießerei begaben sich die deutschen Soldaten in alliierte Gefangenschaft und der Vorstoß nach Weitefeld konnte wieder aufgenommen werden.

Noch bevor die Amerikaner an den Ort herangekommen waren, setzte deutsches MG-Feuer ein, wodurch die Infanterie runter von der Straße musste. Entlang des Bahndammes bahnten sie sich ihren Weg in den Ort, wo deutsche Grenadiere sich eingegraben hatten und den Angriff bereits erwarteten.

Diese Exkursion befasst sich mit den Gefechte, die sich während der Einnahme des Ortes ereigneten.

Wann: Unbekannt verschoben!

Treffpunkt: Sportplatz zwischen 57586 Weitefeld und Elkenroth

Wegstrecke: etwa 5 Kilometer

Dauer: etwa 3 – 4 Kilometer

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


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8 – Weitefeld – II von II – Das letzte Gefecht

Während sich in Weitefeld der deutsche Widerstand versteifte, wurde eine Abordnung der 3. US-Panzerdivision, die über Nacht bei Nauroth im Wald gestanden hatte, aus Richtung Neunkausen gegen Weitefeld angesetzt.

Die amerikanische Kompanie stieß schon kurz nach Angriffsbeginn auf den Widerstand einer hastig errichteten Verteidigungslinie und hatte gleich nach Antreten einen ihrer Sherman-Panzer verloren.

Diese Exkursion beginnt an der Kreisstraße 111 in der Nähe der Firma „Muhr und Bender“ und wird zu den Örtlichkeiten dieses letzten Widerstandes führen.

Wann: Unbekannt verschoben!

Treffpunkt: K111, am Feldweg bei der Firma Mubea in 57586 Weitfeld

Wegstrecke: etwa 5 Kilometer

Dauer: Etwa 3 bis 4 Stunden

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


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9 – Kriegsereignisse am ehemaligen Truppenübungsplatz Stegskopf

Nur wenig bekannt ist über die Geschichte des ehemaligen Truppenübungsplatzes Stegskopf während der letzten Kriegstage. Schon zu Kaiserzeiten unterlag das Gelände einer (teil-)militärischen Nutzung; ab August 1943 wurde der Standorts fester Bestandteil für Offiziersbewerber, die sich aus Angehörigen der Luftwaffenhelfer rekrutierten, zur gleichen Zeit eröffnete Reichsjugendführer Artur Axman das Ausbildungszentrum „Prinz Eugen“ für Sonderlehrgänge in der Hochfrequenzfunktech-nik für die Hitlerjungend. Daneben nutzte die reguläre Wehrmacht das Gelände zu Ausbildungszwecken.

Nach dem im Herbst 1944 die Aufstellung des Deutschen Volkssturm befohlen wurde, erfolgte eine zusätzliche Nutzung durch den Volkssturm in Form von Geländeausbildung, MG-Schießen und besonders der Einsatz und die Nutzung von Minen und Panzerfäusten. Es sollten Panzerjagdkommandos ausgebildet werden, die den hohen Fehlbestand an schweren Geräten ausgleichen sollte.

Ende März 1945 wurden Teile des südöstlichen Geländes dann auch noch zum direkten Kampfgebiet, nachdem die amerikanischen Verbände aus dem Remagener Brückenkopf ausgebrochen waren und über Bad Marienberg in Richtung Haiger vorstießen.

Diese Exkursion wird entlang der freigegebenen Wegstrecke an einige der Örtlichkeiten der Kriegsereignisse führen.

Wann: Unbekannt verschoben!

Treffpunkt: Am Friedhof, 56472 Nisterberg,

Wegstrecke: Zwischen 8 und 10 Kilometer

Dauer: etwa 4 1/2 Stunden

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


Rote Marker = Veranstaltung steht bevor.
Blaue Marker = Veranstaltung wurde bereits durchgeführt.
Sie können sich in der Karte eine Wegbeschreibung zu den Veranstaltungen gleich anzeigen lassen.


 

 


Offizier, Bürgermeister und Europäer

Nach der Landung der Alliierten in Nordfrankreich und dem  Durchbruch der Roten Armee durch die Linien der Heeresgruppe Mitte an der Ostfront zeichnete sich der bevorstehende Zusammenbruch des Dritten Reiches zusehends ab.  Als im Herbst 1944 die Aufstellung des deutschen Volkssturmes befohlen wurde, war ein weiterer Tiefpunkt erreicht worden. Dieser Tag und dieser Aufstellungsbefehl waren für einen deutschen Soldaten in Marburg Grund genug, sich freiwillig zum Frontdienst zu melden.

Marburg, 18. Oktober 1944 – ein Mann rennt so schnell er kann den steilen Fußweg zum Schlossberg hinauf. Es geht durch die beschauliche Altstadt über den Marktplatz und dann steil bergan die zahlreichen Stufen herauf bis das Landgrafenschloss erreicht ist. Oben angelangt hat der Läufer keine Zeit für den Blick auf die wunderschöne Altstadt oder auf das Lahntal – nein, der Mann wendet, läuft zurück bis in die Barfüßerstraße und nimmt erneut den gleichen Weg. Als er wieder an seinem Ziel angelangt ist, macht er kehrt und rennt ein letztes Mal die gesamte Strecke.

Wer Marburg kennt, weiß dass man für den Anstieg zum Schlossberg einiges an Puste braucht. So beschwerlich der Weg zum Schloss auch ist, so beharrlich ist auch der Läufer. Er gibt nicht auf, noch Hundert Meter, noch fünfzig, noch zwanzig, die Kondition strapaziert, außer Atem, der Schweiß läuft ihm über das Gesicht. Am Südtor angelangt, versucht der Läufer zur Ruhe zu kommen, wieder Luft zum Atmen zu erhalten.

Der Sportler trägt keinen Sportanzug, nein, im Gegenteil! Er ist bekleidet mit der grauen Wehrmachtsuniform für Offiziere. Dazu die schweren Knobelbecher, wie die Stiefel damals genannt wurden und einer Schirmmütze, welche er während des Laufens unter den Arm geklemmt hat. Auf der Uniform trägt er verschiedene Auszeichnungen, darunter auch das Verwundetenabzeichen in Gold. Der Preis für diese Orden war hoch, der Offizier hat ihn mit dem Verlust seiner beiden Händen gezahlt.

Der Offizier ist Kurt Schwerdt, welcher während des Zweiten Weltkriegs als Infanterist in der Wehrmacht diente. Bereits wenige Wochen nach Beginn des Russlandfeldzuges verlor er seine rechte Hand, dennoch blieb er als aktiver Offizier im Dienst und wurde als Lehroffizier auf den Truppenübungsplatz Döberitz versetzt. Hier kam es im Mai 1943 zu einem schweren Unglück, wodurch er seine verbliebene linke Hand verlieren sollte.

Als im Herbst 1944 die Bildung des Volkssturmes verkündet wurde, meldete er sich freiwillig zurück an die Front und wurde Adjutant in einem Grenadierregiment, mit welchem er an der Ardennenoffensive teilnahm und im April 1945 die Kapitulation im Ruhrkessel erlebte. Noch kurz vor Kriegsende wurden ihm weitere hohe militärische Auszeichnungen verliehen.

Nach dem Krieg arbeitete Kurt Schwerdt als Rechtsanwalt bis er 1954 die Amtsgeschäfte des Bürgermeisters von Biedenkopf übernahm. Als Bürgermeister lenkte er seinen Augenmerk auf die die Verschwisterung und Verbrüderung mit den ehemaligen Feinden jenseits der Grenzen, denn als Soldat hatte er erlebt, wohin falsche Ideale führen können. Fortan setzte er sich mit aller Kraft für ein vereintes Europa ein und vollzog die Wandlung vom patriotischem jungen Offizier zum bekennenden Europäer.

Während seiner 18jährigen Amtszeit als Bürgermeister von Biedenkopf erfolgten Verschwisterungen mit europäischen Städten, darunter die Verschwisterung mit La Charite sur Loire in Frankreich. Für seine Bemühungen, ein gemeinsames Europa zu erschaffen, wurde ihm  1970 das Europakreuz des Verbandes der Europäischen Frontkämpfers, der „Confederation Europeene des Anciens Combatants“ verliehen. Diese hohe und seltene Auszeichnung würdigen die Verdienste um Versöhnung und Freundschaft, mit dem Bestreben, ein geeintes Europa in Frieden und Freiheit zu schaffen. 1985 wurde die Stadt Biedenkopf für ihre hervorragenden Leistungen um die Verbreitung des europäischen Einigungsgedanken mit der Ehrenfahne des Europarates ausgezeichnet.

Kurt Schwerdt verstarb im Mai 2007 im Alter von 87 Jahren in seiner Wahlheimat in Biedenkopf.

Die biografisch aufgearbeiteten Memoiren von Kurt Schwerdt sind jetzt in einer erweiterten Neuauflage im Treditionsverlag in Hamburg erschienen. Das Buch umfasst im Format 16,8 x 23 cm mehr als 300 Seiten und schildert auf schonungslose Art und Weise, wie sich der Wandel von einem patriotischem Wehrmachtsoffizier hin zum bekennendem Pazifisten und Europäer vollzog.

Die Neuauflage dieses Buches war für mich ein sehr wichtiger und großer Schritt. Diese Arbeit war lange überfällig; ich war sie meinem bereits vor zehn Jahren verstorbenen Freund Kurt Schwerdt schuldig. Seit etwa Mitte 2016 habe ich mich mit der Bearbeitung dieses Buches befasst. Dazu habe ich mehrere hundert Notizen, Mitschriften und Interviews ausgewertet. Die große Masse bestand aus Kurt Schwerdts militärhistorischer Geschichte und dessen persönlichen Erlebnisse. Dazu kam noch einiges Privates über seine Arbeit zu der Zeit, in welcher er als Rechtsanwalt tätig war, bevor er nach Biedenkopf kam.

Heute kann ich mit Stolz sagen, dass endlich fertig ist, was schon 2007 hätte fertig sein sollen. Wie sehr ich mir auch wünsche, dass Kurt sich sein Buch selbst anschauen könnte, so sehr muss ich mich damit trösten, dass ihm wenigstens der Manuskriptdruck wenige Monate vor seinem Tod gefallen und ihn zu Tränen gerührt hatte. Bereits für das Manuskript hatte besonders Kurt einiges geleistet, trotzdem hatte ich in die einige Monate nach seinem Tod erschienene Erstauflage einige Fehler eingebaut, die es zu korrigieren galt und die in der stark erweiterten Neuauflage nun nicht mehr enthalten sind.

Du warst mir immer ein Mentor und ein guter Freund! Ich werde dich stets vermissen.

Bestellen können Sie das Buch hier.

Umschlag-Fotos: Links: Kurt Schwerdt nach der Beförderung zum Oberleutnant. Unten: die Kranzniederlegung mit dem Amtskollegen Paul Boulet während der Verschwisterung zwischen den beiden Städten Biedenkopf und La Charite sur Loire. Rechts: Bei den Feierlichkeiten zur Verleihung der Europafahne an die Stadt Biedenkopf.

Umschlag-Fotos: Links: Kurt Schwerdt nach der Beförderung zum Oberleutnant. Unten: die Kranzniederlegung mit dem Amtskollegen Paul Boulet während der Verschwisterung zwischen den beiden Städten Biedenkopf und La Charite sur Loire. Rechts: Bei den Feierlichkeiten zur Verleihung der Europafahne an die Stadt Biedenkopf.

Die nächsten Exkursionen stehen an…

Die Kreisvolkshochschule Altenkirchen und die Volkshochschule Betzdorf-Gebhardshain haben für das anstehende Semester wieder ein reichhaltiges Angebot zusammengestellt. Ich freue mich sehr, dass ich erneut meinen Teil hierzu beisteuern konnte, denn für die Fortführung der Veranstaltungsreihe “Erinnern und Lernen – Kriegsende vor 72 Jahren” wurden jetzt weitere acht Exkursionen geplant, darunter befinden sich vier ganz neue Runden. Diese Veranstaltungsreihe wurde wieder auf die Samstage verlegt, da dieser Tag organisatorisch einfach der bessere ist.

Am Samstag, den 26. August, eröffnen wir die Veranstaltungsreihe mit der Wanderung bei Ölsen, wo die Ereignisse nach der Eroberung Altenkirchens im Fokus stehen. Die weiteren Veranstaltungen beschäftigen sich in der Masse mit den Kampfhandlungen Ende März 1945, die sich südlich der Sieg zutrugen. So sind wir zum einen bei Gebardshain unterwegs und auch bei Weitefeld. Die drei letzten Exkursionen haben dahingegen den Schwerpunkt Betzdorf als Kampffront und stellen dar, warum sich die Kampfhandlungen entlang des Flusses knapp eine Woche lang hinzogen.

Um zeitnahe Anmeldung zu den Exkursionen wird gebeten.


Ein deutscher Grenadier ist in seiner Schützenmulde in Stellung gegangen. Mit seiner Feuerwaffe<span style="color: #ff0000;"> (1)</span> im Anschlag und der bereitgelegten Stielhandgranate <span style="color: #ff0000;">(2)</span> erwartet er den bevorstehenden amerikanischen Angriff. Die Anspannung steht ihm erkennbar ins Gesicht geschrieben.

Ein deutscher Grenadier ist in seiner Schützenmulde in Stellung gegangen. Mit seiner Feuerwaffe (1) im Anschlag und der bereitgelegten Stielhandgranate (2) erwartet er den bevorstehenden amerikanischen Angriff. Die Anspannung steht ihm erkennbar ins Gesicht geschrieben.



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Gefechte rund um Birkenbeul

Nachdem Altenkirchen am 26. März 1945 von den Amerikanern nahezu kampflos erobert worden und später Hachenburg gefallen war, sicherten sie die erreichten Stellungen und richteten sich für die Nacht ein. Am nächsten Morgen nahmen sie ihre Angriffe wieder auf und rollten mit ihren Panzereinheiten weiter in östliche Richtung, um den Durchbruch durch die Linien der 15. deutschen Armee in der Tiefe zu erreichen.  Den Panzereinheiten folgten die Infanteriedivision, die zum einen das von den schnellen Panzereinheiten überrannte Gebiet sicherten und zum anderen die Flankensicherung nach Norden hin übernahmen. Die Frontlinie führte am 27. März grob von Leuscheid über Ückertseifen und schwenkte dort scharf nach Süden bis zum Beulskopf und dann über Obererbach nach Osten. Unter amerikanischen Beschuss zogen letzte deutsche Soldaten aus Ölsen. Hiernach wurde eine amerikanische Patrouille in Richtung Birkenbeul gesendet, die sich unter tödlichen
Verlusten zurückziehen musste.

Die Exkursion beginnt am Dorfgemeinschaftshaus in Ölsen und führt von dort über Birkenbeul zum Beulskopf.

Wann: Samstag, 26. August 2017 , 14.30 Uhr

Treffpunkt: Dorfgemeinschaftshaus Ölsen, Brunnenstraße 57612 Ölsen
Ganz wichtig: Auf Grund  der andauernden Regenfälle der letzten Zeit muss d
er Startpunkt dieser Exkursion verlegt werden. Der Ausgangspunkt dieser Wanderung befindet sich jetzt an der K54, von Heupelzen in Richtung Ölsen fahrend, links ab, dort wo der Wald aufhört und bevor es den Berg herunter nach Ölsen geht. Hierdurch hat sich auch die Wegstrecke um etwas mehr als einen Kilometer erhöht. Denn neuen Treffpunkt finden Sie auf der Karte am Ende dieser Seite.

Wegstrecke: Etwa 4,5 Kilometer

Dauer: In der Regel dauert jede Exkursion etwa 3 Stunden.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


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Kriegsende für Oberwambach

Während die 3. US-Panzerdivision am 26. März 1945 aus dem Brückenkopf von Remagen ausbrach, schlug ihr in der Nähe von Oberwambach schweres Feuer entgegen. Nachdem der erste Panzer in den Ort eingefahren war, wurde dieser durch ein 8,8cm-Flak-Geschütz, das oberhalb des Dorfes stand, im direkten Beschuss ausgeschaltet. Amerikanische Infanterie musste den Widerstand der Geschütze niederkämpfen, bis der Vormarsch endlich wieder aufgenommen werden konnte. Nachdem die amerikanische Kolonne den Ort passierte, setzte ihnen ein einzelnes deutsches Panzerfahrzeug immer wieder mit Beschuss zu.

Diese Exkursion beginnt am Friedhof in Oberwambach und führt zu den Örtlichkeiten dieses Gefechtes im März 1945.

Wann: Samstag, 2. September 2017, 14.30 Uhr

Treffpunkt: Friedhofstraße in 57614 Oberwambach

Wegstrecke: Etwa 3,5 Kilometer

Dauer: In der Regel dauert jede Exkursion etwa 3 Stunden.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


PictogrammWandernTapferkeitsauszeichnung mit dem Leben bezahlt – Mudersbach-Birken

Nachdem die Verbände der 1. US-Armee im März 1945 aus dem Brückenkopf von Remagen ausgebrochen waren, begonnen sie damit, ihre Angriffe in Richtung der Sieg auszuweiten, um den Raum von letzten deutschen Soldaten zu bereinigen. Aus Richtung Eiserfeld-Kaiserschacht fühlten die Amerikaner auf Birken vor und drangen in den Ort ein, wo sie einen Sicherungsposten einrichteten. Während der Nacht setzte eine deutsche Patrouille in Niederschelderhütte über die Sieg und sollte amerikanischen Stellungen rund um Birken ausfindig machen. Hierbei kam es zum Zusammenstoß mit einer amerikanischen Patrouille, die sich auf dem Weg zum eigenen Stützpunkt befand. Es kam zu einem kurzen, aber heftigen Feuergefecht, in dessen Verlauf ein amerikanischer Soldat sein eigenes Leben opferte, um das seiner Kameraden zu retten. Während dieser Exkursion unterhalten wir uns über die Ereignisse dieser Nacht und begeben uns dann auf die Wege der Angriffe nach Mudersbach herein.

Diese Exkursion beginnt am Friedhof in Birken.

Wann: Samstag, 16. September 2017, 14.30 Uhr

Treffpunkt: Friedhofstraße in 57555 Mudersbach

Wegstrecke: Etwa 5 Kilometer

Dauer: In der Regel dauert jede Exkursion etwa 3 Stunden.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


PictogrammWandernKriegsende bei Weitefeld

Nachdem die amerikanischen Divisionen der 1. US Armee Ende März 1945 aus dem Brückenkopf von Remagen ausgebrochen waren, stieß die vordere Spitze der 3. US-Panzerdivision zwischen Neunkausen, Weitefeld und Friedewald auf eine hastig errichtete Widerstandslinie der sich zurückziehenden Wehrmacht. Die deutschen Truppen befanden sich auf der Flucht und versuchten durch diesen Widerstand noch einmal Zeit zu gewinnen, um möglichst vielen Soldaten das Absetzen in die Bereiche nördlich der Sieg zu ermöglichen.

Kurz nach Morgenanbruch setzte Abwehrfeuer von einigen PaK (Panzerabwehrkanonen) ein, die durch Flak (Fliegerabwehrgeschütze) unterstützt wurden. Unmittelbar bevor der eigene Widerstand eingestellt werden musste, setzte noch ein letzter, verzweifelt geführter deutscher Gegenangriff ein, der jedoch unter hohen Verlusten eingestellt werden musste. Der deutsche Widerstand wurde gebrochen und die Amerikaner konnten danach nahezu ungehindert in die Tiefe durchstoßen.

Diese Exkursion beginnt an der Kreisstraße 111 bei der Firma “Mubea Muhr und Bender” im Industriegebiet (Hachenburger Str. 31, 57586 Weitefeld) und wird unter anderem an die Örtlichkeit eines deutschen Widerstandsnests führen, von dort weiter zu einem Standort eines Sturmgeschützes, welches auf sich allein gestellt die vorstoßenden Sherman-Panzer unter Feuer nahm.

Treffpunkt: Entweder Parkplatz der Firma Mubea oder Feldweg 50 Meter südlich. Der exakte Treffpunkt wird zeitnah bekannt gegeben.

Wann: Samstag, 30. September 2017, 14.30 Uhr

Treffpunkt: Parkplatz der Firma Mubea bzw. Feldweg 50 Meter südlich davon

Wegstrecke: Etwa 4,5 Kilometer

Dauer: ca. 3 1/2 Stunden.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


PictogrammWandernExkursion zum Hümmerich bei Gebhardshain

Nachdem Gebhardshain durch Verbände der 1. US Infanteriedivision erobert worden war, stießen sie mit einer kampfstarken Patrouille auf den Hümmerich vor, wo sie eine Sperrstellung beziehen sollten.

Auf dem Weg dorthin entdeckten sie immer wieder deutsche Soldaten, die sich auf dem Rückzug befanden. Doch noch bevor der Hümmerich erreicht war, stieß die Patrouille auf eine Nachhut des 8. Panzergrenadierregimentes, die mit einem PaK-Geschütz (PaK=Panzerabwehrkanone) in Stellung befohlen worden war, um den Rückzug der deutschen Einheiten hinter die Sieg zu decken.

Wir treffen uns zu dieser Exkursion am Parkplatz beim Bürgerforum in Gebhardshain

Wann: Samstag, 7. Oktober 2017, 14.00 Uhr

Treffpunkt: Betzdorfer Straße 5, 57580 Gebhardshain

Wegstrecke: Etwa 7 Kilometer

Dauer: 4 Stunden, evtl. länger.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


PictogrammWandernDie Amerikaner überqueren die Sieg zwischen Scheuerfeld und Wallmenroth

Nachdem die amerikanische 1. Armee im März 1945 aus dem Brückenkopf von Remagen ausgebrochen war, begonnen sie damit, gegen die Sieg vorzugehen, um den Raum von letzten deutschen Soldaten zu bereinigen. Hierbei stießen sie von Dauersberg nach Scheuerfeld, das nach einem Gefecht durch Soldaten des 28. amerikanischen Infanterieregiments erobert werden konnte. Nach dem Gefecht um Scheuerfeld blieben mehrere Gefallene beider Seiten, die deutschen Toten wurden im Ort in einem Gräberfeld zur letzten Ruhe gebettet.

Ein Versuch von Richtung Bruche aus gegen Wallmenroth vorzugehen, um von dort aus auf den Molzberg vorzustoßen, schlug unter Verlusten fehl. So waren die Amerikaner gezwungen, in Betzdorf und in Scheuerfeld die Sieg überqueren. Von Betzdorf aus drangen sie nach Oberbetzdorf vor und gingen im Anschluss gegen den Molzberg vor.

In Scheuerfeld setzte ein verstärkter Zug im Bereich der Muhlau über den Fluss, von hier stießen sie in Richtung Wallmenroth vor. Ein verzweifelt geführter deutscher Gegenangriff setzte ein, musste aber unter Verlusten eingestellt werden.

Diese Exkursion beginnt am Friedhof in Wallmenroth und führt zu den Örtlichkeiten der letzten Märztage des Jahres 1945.

Treffpunkt: Friedhof in Wallmenroth.
Wegstrecke: Ca. 6-7 Kilometer.

Wann: Samstag, 14. Oktober 2017, 14.00 Uhr

Treffpunkt: Jahnstraße 25, 57584 Wallmenroth

Wegstrecke: Zwischen 4 und 5 Kilometer

Dauer: In der Regel dauert jede Exkursion etwa 3 Stunden.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


PictogrammWandernBetzdorf I – Amerikanischer Vorstoß durch Betzdorf zum Molzberg

Ende März 1945 hatten Verbände des 28. US Infanterieregiments die südlich der Sieg gelegenen Ortsteile erobert und waren anschließend in Betzdorf über die Sieg gegangen. Ein vorheriger Versuch, den Molzberg von Wallmenroth aus zu erobern, schlug fehl, wodurch die Amerikaner gezwungen waren, sich im verlustreichen Häuserkampf durch Hohenbetzdorf zu kämpfen, bis der Molzberg endlich erreicht worden war.

Endlich auf der Molzbergspitze angelangt, konnten die amerikanischen Soldaten ihren  Brückenkopf sichern. Der Weg dorthin war verlustreich und blutig. Nachdem die Gefechte beendet waren, hatten eine Vielzahl deutscher und amerikanischer Soldaten ihr Leben verloren.

Treffpunkt: Schützenplatz in Betzdorf
Wegstrecke: ca. 3,5 Km

Wann: Samstag, 4. November 2017, 14.00 Uhr

Treffpunkt: Martin Luther Straße 17, 57518 Betzdorf

Wegstrecke: Etwa 3,5 Kilometer

Dauer: In der Regel dauert jede Exkursion etwa 3 Stunden.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


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Sie können sich in der Karte eine Wegbeschreibung zu den Veranstaltungen gleich anzeigen lassen.


 

Das Wahlergebnis in Frankreich

Am 9. Mai 2007 verstarb mein guter Freund Kurt Schwerdt, die Lücke, die er hinterließ, ist bis heute nicht geschlossen. Er war Biedenkopfer Altbürgermeister und hatte sich nach dem Zweiten Weltkrieg mit allen seinen Kräften für ein vereintes Europa eingesetzt. Exakt zu seinem zehnten Todestag stehen in Frankreich Präsidentschaftswahlen an. Das Ergebnis der durchgeführten Wahlen hätte Kurt über alle Maße gefreut, besonders in einer Zeit, in der Krieg und Terror schon beinahe wieder zum normalen Alltag hinzugehören. Frankreich hat dem Rest Europas aufgezeigt, dass es nur miteinander funktionieren kann.

Das französische Volk hat sich für Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit entschieden und damit für ein vereintes Europa und gegen eine Ausgrenzung. Die rechtsgerichtete Marine Le Pen wurde weggefegt und ihre Nichte Marion Maréchal Le Pen kündigte darauf an, sich aus der Politik zurückzuziehen. Emmanuel Macron wurde mit knapp zweidrittel Mehrheit zum Präsidenten gewählt. 66,8 % für die Bewegung “En Marche” sind ein klares Zeichen für eine kommende Zeitenwende in eine offene und moderne Gesellschaft. Das Volk Frankreichs hat sich klar entschieden für ein vereintes und solidarisches Europa und zugleich der rechten Partei um Le Pen eine heftige Abfuhr verpasst.

Der 39-jährige Macron ist der jüngste Präsident, der Frankreich je vertreten hatte. Ein Politiker voller Enthusiasmus und Ambitionen. Mit der Präsidentschaftswahl hat er die erste Hürde genommen, aber die Umsetzung seiner ambitionierten Pläne benötigen noch eine stabile Mehrheit während der Nationalversammlung im Juni. Macrons Visionen zeigen eine europäische Integration mit gemeinsamen Haushalt, einem Parlament und gemeinsamer ministeriell-wirtschaftlicher Verwaltung für die Eurozone.

Falscher Patriotismus führt auf kurz oder lang unweigerlich in einen Krieg. Menschen wie Emmanuel Macron sind die neuen (pazifistischen) Patrioten. http://www.gouvernement.fr/

Kurt Schwerdt wäre sehr stolz auf dieses Ergebnis. Er war Zeit seines Lebens ein Mann der Zukunft und es war sein größter Herzenswunsch, dass Europa einmal zusammenwächst. Beispielhaft für sein Denken und Handeln als Bürgermeister der Stadt Biedenkopf waren neben anderen Projekten die erfolgreiche Verschwisterung mit Städten in Frankreich und Belgien. Er, der den Krieg in allen Facetten am eigenen Leib zu spüren bekam und durch Kriegsverletzung für immer und für jeden sichtbar gebrandmarkt war, brachte während seiner Verschwisterungsrede im Sommer 1960 in La Charite sur Loire zum Ausdruck:
„Die politische Idee der nationalstaatlichen Souveränität ist gestorben. In zwei furchtbaren Weltkriegen ist sie unter den Flaggen Europas versunken!”

Der Biedenkopfer Altbürgermeister Kurt Schwerdt während der Feierlichkeiten zu Verleihung der Ehrenfahne des Europarates, die 1985 an Biedenkopf verliehen wurde. Kurt wusste wie wichtig ein vereintes Europa ist und vor allen Dingen wusste er, wovon er redet: Falscher Patriotismus während des Zweiten Weltkrieges hatte ihm beide Hände gekostet!

Kurt Schwerdt wurde 87 Jahre alt und anlässlich seines zehnten Todestages werde ich in kürze seine biographisch ausgelegten Memoiren in einer überarbeiteten Neuauflage veröffentlichen.

Offizier, Bürgermeister und Europäer

Kurt Schwerdt diente im 2. Weltkrieg als Offizier der Wehrmacht. 1941 verlor er die rechte Hand. Er blieb als aktiver Offizier im Dienst und wurde Lehroffizier in Döberitz. Hier ereignete sich 1943 ein Unglück, durch dass er seine noch verbliebene Hand verlieren sollte.

Als im Herbst 1944 die Aufstellung des Volkssturmes befohlen wurde, meldete er sich als Oberleutnant zurück an die Front. Schwerdt wurde Adjutant in einem Grenadierregiment, mit dem er an der Ardennenoffensive teilnahm und im April 1945 die Kapitulation im Ruhrkessel erlebte. Als Ohnhänder war er der einzige Soldat der während des Zweiten Weltkrieges an vorderster Front diente. Ohne Hände wurde ihm noch die Nahkampfspange verliehen und er wurde zur Verleihung weiterer Auszeichnungen vorgeschlagen.

Nach Kriegsende führte er sein Jura-Studium fort, 1954 wurde er Bürgermeister von Biedenkopf. Aufbauend auf die schrecklichen Erfahrungen aus dem Schützengraben bekannte er sich fortan dem Pazifismus und legte alles daran, dass sich in Europa kein neuer Krieg ereignen würde. Dabei legte er großen Augenmerk auf  Verschwisterungen mit ehemaligen Feinden. In La Charite sur Loire erfolgte 1960 die erste Verschwisterung, weitere würden folgen.

Dieses Buch versucht die Stationen aus dem Leben Kurt Schwerdts darzustellen und möchte aufzeigen, dass es immer alternative Möglichkeiten gibt, auch wenn der Weg dahin, dann erst recht steinig werden sollte.

Eröffnung der Veranstaltungen 2017

„Als der Krieg in die
Heimat kam“

72 Jahre Kriegsende 1945

Vortag mit Filmmaterial, Dokumenten und
Fotografien über die Kampfhandlungen am
Ende des Zweiten Weltkrieges im Kreis Altenkirchen

Samstag, 25. März 2017 – 14 Uhr
Kreisvolkshochschule, Rathausstraße 12 in 57610 Altenkirchen

Gebühren: 5 Euro je Person.
Zahlbar am Tag der Veranstaltung.

Ein Angebot der Kreisvolkshochschule und
des Kreisarchives des Kreises Altenkirchen.

www.das-kriegsende.de

Größter Bombenfund in Augsburg seit Ende des Zweiten Weltkrieges

Zwischen dem 17. August 1940  und dem Kriegsende 1945 wurde Augsburg mehrfach durch britische und amerikanische Luftangriffe heimgesucht. Während bei dem ersten Angriff im Sommer 1940 lediglich sechs Sprengbomben niedergingen, sollte die Stadt im Frühjahr 1944 bei einem Großangriff, der als Flächenbombardement auf Augsburg herabregnete, in einem Flammenmeer untergehen.

Die Nacht vom 25. zum 26. Februar 1944 brachte den größten Luftangriff, den die Stadt erleben würde. Der Angriff galt den Messerschmitt-Werken und dem Hauptbahnhof; große Teile der Augsburger Innenstadt wurden zerstört. In zwei Wellen stürzten seit 14 Uhr des 25. Februars zuerst rund 200 amerikanische Flugzeuge auf Augsburg nieder. Sie brachten 370 Tonnen Sprengbomben und 134 Tonnen Brandmittel zum Einsatz. Während der folgenden Nacht stieß die zweite Welle auf die Stadt nieder. Bei der so genannten “Bombennacht” warfen britische und amerikanische Flugzeuge 250.000 Stabbrandbomben, 45.000 Phosphorkanister, 12.000 Flüssigkeitsbomben und 240 Sprengbomben ab. Über eine Stunde lang dauerte der Angriff in der Nacht, erst dann kehrte eine gewisse Art von Stille ein. Wer aus Keller oder Luftschutzbunker herauskam, dem bot sich ein Bild des Schreckens. Brände überall. Das historische Augsburg war ausgelöscht worden.

Der 25./26. Februar 1944 kostete 730 Menschenleben, dazu wurden weitere 1.335 Personen verletzt. Rund 85.000 Augsburger verloren ihr Hab und Gut und wurden obdachlos, beinahe ein Viertel aller Wohnungen waren ein Opfer der Flammen.

Bei minus 18 ° Celsius waren die Löscharbeiten der 246 Großbrände und weiterer 820 kleinere Brände durch zugefrorene Hydranten extrem erschwert. Viele Wasserleitungen waren durch die Bomben zerfetzt. Auf einigen Dachstühlen kam es immer wieder zu Detonationen von Stabbrandbomben, die über einen Sprengsatz verfügten, welcher die Löscharbeiten behindern sollte. Die Brände wüteten vor allen Dingen in der Innenstadt.

Die, die damals dabei waren, werden es niemals vergessen. Den Geruch, den Rauch, den Lärm, die Angst! Heute und zum ersten Weihnachtstag kehrt die Angst wieder zurück! Wenn etwa 32.000 Haushalte evakuiert werden müssen, da Gestern während Bauarbeiten in der Jakoberstraße in Augsburg ein britischer Bombenblindgänger gefunden wurde. 32.000 Haushalte stehen für rund 54.000 Menschen, denen wenigstens der erste Weihnachtsfeiertag nun ordentlich vermiest wird. Sie müssen raus aus ihren Häusern und den Wohnungen. Von der Evakuierung, die sicherlich zu den größten Bundesweit gehört, sind Senioren- und Studentenheime betroffen und Patienten des Vinzentinums müssen in Sicherheit gebracht werden. Ein Sicherheitsbereich von 1.500 Metern rund um die Bombe wird für die Entschärfung benötigt, in diesem Sicherheitsbereich befinden sich dann nur noch der bzw. die Mitarbeiter des Munitionsbergungsdienstes und die Bombe.

Offizielle Stimmen

Während der Pressekonferenz wurde bestätigt, dass es sich um einen Bombenblindgänger von 3600 Kilogramm Gewicht handelt. Oberbürgermeister Kurt Gribl betonte im Anschluss, dass man sich in einer “außergewöhnliche Lage” befindet, dennoch besteht kein Grund zur Panik. Obwohl der Blindgänger die größte Fliegerbombe ist, die je in der Nachkriegszeit in Augsburg gefunden wurde, so ist sie bei den geschulten Feuerwerkern des Landes Bayern in guten Händen. Das Land Bayern unterhält im Auftrag des bayrischen Innenministeriums zwei Räumdienste, welche aufgefundene Kampfmittel kostenfrei unschädlich macht und beseitigt.

Britische Soldaten beladen eine Avro-Lancaster mit einer 8.000 lb HC Bombe. Foto: CH 10941, Imperial War Museums.

Britische Soldaten beladen eine Avro-Lancaster mit einer 8.000 lb HC Bombe. Foto: CH 10941, Imperial War Museum, London.

Der Blindgänger – eine so genannte 8000 Lb High Capacity Bomb Mk I-II

8000 Lb entsprechen rund 3600 Kilogramm. Bei dem Bombentyp handelt es sich um eine Luftmine, die ganze Häuser(zeilen) verwüsten kann. Schlug die Bombe auf, kam es unvermittelt zur oberflächennahen Zündung, ein Krater oder ein Bombentrichter entstand höchst selten. Durch den extrem hohen Detonationsdruck zerbarsten sämtliche Fenster und ganze Dächer wurden abgedeckt, Zimmerwände konnten eingedrückt werden. Die um ein vielfach stärkere Druckwelle im Gegensatz zu regulären Sprengbomben zerstörte im Umkreis von ca. 100 Metern jedes Gebäude; bei Detonation in freiem Gelände riss die Druckwelle in einer Entfernung von 1000 Metern Türen heraus und Fensterscheiben zersplitterten noch in etwa 2000 Metern Entfernung. Die Trümmer machten ganze Straßenverläufe unpassierbar, den Opfern ließ die Druckwelle die Lunge platzen. Die herbeigeführten Zerstörungen waren Basis für die Abwürfe der nachfolgenden Flugzeuge, die meist kleinere Spreng- und Brandbomben mitführten. Die fehlenden Dächer und Fenster führen zu einer Sogwirkung, wie es bei einem Kamin der Fall ist; wodurch beste Vorrausetzungen geschaffen wurden, um noch größere Verwüstungen durch die Brandbomben herbeizuführen.

Vom Bombentyp 8000-lb HC Mk I-II wurden zwischen 1942 und 1945 insgesamt rund 1150 Stück zum Einsatz gebracht. Die Länge über alles beträgt knapp 340 cm, wovon auf den reinen Sprengkörper 241 cm entfallen. Der Durchmesser beträgt etwa 96 cm. Das Füllgewicht des Sprengstoffes beträgt entweder 2.430 Kilogramm Amatex 9 oder 2.650 Kg Torpex II. Die drei Zünder sind am vorderen Ende der Bombe verbaut und sprechen auf Druck an, es sind so genannte Aufschlagzünder vom Typ Pistol No. 27, 42 oder 44.

Die Bombe wurde durch Flieger des Types „Lancaster“ abgeworfen.

Aufbau der Bombe mit Angabe zu Farbmarkierungen und weiteren Details. Quelle: British Bombs and Pyrotechnics 1944, Ammunition Manuals , US Army. National Archives, Washington DC.

Aufbau der Bombe mit Angabe zu Farbmarkierungen und weiteren Details. Quelle: British Bombs and Pyrotechnics 1944, Ammunition Manuals , US Army. National Archives, Washington DC.

 

Ladeschema: 1 x 8,000 lbs HC und bis zu 6 Stück 500 lbs Sprengbomben mit Aufschlag- oder Verzögerungszünder.

 

Wortlaut des Gefechtsberichtes des Royal Air Force Bomber Command für den 25./26. Februar 1944. Quelle National Archives, London.

Wortlaut des Gefechtsberichts des Royal Air Force Bomber Command für den 25./26. Februar 1944. Quelle National Archives, London.

So kann es gehen – nach der Exkursion bei Weyerbusch

Unsere letzte Exkursion, die an einige Verteidigungsstellungen der 3. Panzergrenadier Division und des 4. Flak-Sturm-Regimentes in der Nähe von Weyerbusch führte, sollte den Einsatz des Kampfmittelräumdienstes nach sich ziehen. Von den ursprünglich bei der Kreisvolkshochschule angemeldeten Personen waren zwar nur drei Leute anwesend, aber dennoch zogen wir gegen 14.30 Uhr mit insgesamt 12 Personen los und begaben uns an einige der Brennpunkte der heiß umkämpften Linie.

Als die 1. US Armee am 25. März 1945 mit der 3. US-Panzerdivision aus dem Raum Uckerath-Asbach mit dem Ausbruch aus dem Remagener Brückenkopf begann, sollte nach den alliierten Plänen die Kreisstadt Altenkirchen eigentlich noch am gleichen Tag erobert werden. Die Realität allerdings sah anders aus; obwohl die amerikanischen Panzerspitzen die dünnen Verteidigungslinie der 15. Armee schnell durchstoßen konnten, stießen sie hier und dort noch auf Widerstandnester und gerieten in verschiedene Minenfelder. Um dem drohenden Durchbruch Einhalt zu gebieten wurde durch die Heeresgruppe B die sofortige Errichtung einer Widerstandslinie befohlen. Die Umsetzung der Befehle hatte Generalleutnant Fritz Bayerlein, kommandierender General des LIII. Armeekorps, zu verantworten. Auf seinen Befehl hin wurde in Weyerbusch eine Auffangstelle für zurückflutende Soldaten eingerichtet und jeder, so wie er eintraf, der Truppe zugewiesen, die dabei war, sich dem Amerikaner entgegenzustellen. Schon in den nächsten Stunden erhielt die entstehende Verteidigungslinie den Namen “PaK-Linie bei Hasselbach”.

Widerstand, mit dem niemand rechnete

Die PaK-Linie war bestückt mit Infanterie und Panzerabwehrkanonen, die sich an markanten Punkten eingegraben hatte. Panzerunterstützung wurde durch eine Handvoll Fahrzeuge der  11. Panzerdivision, einem Tigerpanzer von der Panzer-Lehr-Division sowie einigen Sturmgeschützen der 3. Pz.Gren.Division geleistet. Dazu kamen diverse leichte und schwere Artilleriegeschütze im Kaliber zwischen 7,5-cm bis hin zu 21-cm zum Einsatz, die tief gegliedert hinter der PaK-Linie in Stellung gebracht worden waren.

Nachdem der amerikanische Vormarsch schon bereits vor Erreichen von Kircheib den Ausfall von mehreren Panzern gefordert hatte, lagen die Panzerspitzen weit hinter dem gegebenen Zeitplan. Als sie dann nach Hasselbach vorstießen, schlug ihnen das schwere deutsche Feuer entgegen, das sämtliche Spitzen der 3. US-Panzerdivision im ersten Unternehmen zerschlug. Die Panzer waren zum Rückzug gezwungen; Infanterie wurde nachgeholt und musste sich über Ersfeld und Forstmehren den Weg nach Hasselbach freikämpfen.

Fund, mit dem niemand rechnete

Unsere Exkursion führte dieses Mal direkt an die deutschen Stellungen heran und sollte auf dem letzten Drittel des Weges noch einen Fund zu Tage fördern, der einen Einsatz des Kampfmittelräumdienstes zur Folge hatte. Im Wald dicht zur Straße entdeckte nämlich eine Teilnehmerin der Gruppe ein Munitionsteil offen auf dem Boden liegen. Es handelte sich hierbei um eine 2-cm Flak-Sprenggranate im stark korrodierten Zustand. Obwohl die Munition bereits mehr als 70 Jahre im Erdboden gelegen hatte und auf dem ersten Blick nicht unbedingt als Kampfmittel zu erkennen ist, geht von der Granate noch immer große Gefahr aus. Der berühmte “Zahn der Zeit” kann Sicherheitseinrichtungen durch Rostfraß restlos außer Kraft setzten und somit kann ein solcher Sprengkörper jederzeit durch unsachgemäße Handhabung zur Detonation gelangen. Ich wies die Teilnehmer dazu an, noch fünf Minuten lang weiter die Augen offen zu halten, um evtl. weitere Kampfmittel aufzuspüren. Innerhalb nur weniger Minuten tauchten noch zwei weitere Kampfmittel auf, dieses Mal eine Handgranate und eine weitere 2-cm-Granate.

Die stark verrostete Geschosse.

Die beiden stark verrosteten Geschosse. Am unteren Ende des rechten Sprengkörpers kann man den Leuchtspursatz erkennen.

Gleich am nächsten Tag bin ich gemeinsam mit dem Kampfmittelräumdienst vor Ort gewesen, welcher die Munition geborgen und entsorgt hat. Interessant: Noch während ich mit Herrn Horst Lenz, dem Leiter des Kampfmittelräumdienstes Rheinland-Pfalz  telefonierte, erfuhr ich von ihm, dass  er sich gerade auf dem Weg nach Altenkirchen befinden würde, da durch die Polizeidienststelle eine 7,5-cm Panzergranate gemeldet worden war. Bemerkung am Rande: bei der Panzergranate handelt es sich um eine Hinterlassenschaft der Gefechte um Sörth, wo unsere nächste Exkursion hinführt. Ich traf mich mit Herrn Lenz auf der Wache in Altenkirchen und fuhren gemeinsam zum Fundort nach Weyerbusch, wo er die die Kampfmittel sicherstellte.

Tja, so kann es gehen.

Als Oberstleutnant Hermann Grusche in Gefangenschaft geriet

Am 25. März 1945 wurde Hermann Grusche, Oberstleutnant und Kommandeur des Volksartillerie Korps 388, bei den Kämpfen während des alliierten Ausbruches aus dem Brückenkopf von Remagen verwundet. Bis vor wenige Wochen suchte ich nach dem Ort des Geschehens. Grusche geriet an eben diesem Ort nämlich auch in Gefangenschaft.

Das hier ist keine Berichterstattung, sondern will ich das folgende jetzt einfach los werden, da ich mich über das was unten geschrieben steht, sehr gefreut habe!

Wie das Leben so manchmal spielt – Erster Akt!

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Oberstleutnant Grusche

Erst vor kurzer Zeit kam ich in Kontakt mit Herrn Bernd Wilz, dem Enkel Grusches. Dank seiner Hilfe war es Möglich, Hermann Grusche endlich ein Gesicht zu geben. Gehört hatte ich bereits öfters von und über ihn. Seine damaligen Kameraden berichteten mir schon vor rund 20 Jahren von dem stets um das Wohl seiner Männer besorgten Offiziers. Eine Fotografie, Dokumente und ein kompletter Werdegang runden das mir bekannte Bild ab. Das ich noch näher “ran kommen” würde, hätte ich mir nicht erträumen lassen!

Zweiter Akt!

Am vergangenen Samstag während der Exkursion in die PaK-Linie bei Hasselbach lernte ich Herrn Karl Werkhausen kennen, einen Zeitzeugen, der sich noch bildhaft an 1945 erinnern kann. Zwischenzeitlich sind bereits zwei Telefonate geführt worden, das letzte gerade vor einem Moment. Gerade telefonierten wir mal eben 3/4 Stunde!

 “Einen Volltreffer habe ich für Sie”, erzählte Karl Werkhausen

Bei dem vergangenen Telefonat sprach ich Werkhausen darauf an, dass ich seit einigen Jahren versuchen würde das “Rätsel Grusche” zu lösen und erzählte ihm von den mir bekannten Einzelheiten. “Naja, mal schaun, ob ich da was in Erfahrung bringen kann? Ich glaubs aber eher nicht!” Ich glaubte es auch nicht, dass sich nach so vielen Jahren noch was in der Sache tun würde… Trotzdem hat Karl Werkhausen mir vorhin auf die Sprünge geholfen und dabei haben wir gemeinsam zwei buchstäbliche Stecknadeln im Heuhaufen gefunden! Durch diese wertvolle Unterstützung ist es jetzt nach so vielen Jahren endlich Möglich, das exakte Haus zu bestimmen, im dem Oberstleutnant Grusche verwundet in amerikanische Gefangenschaft geraten ist. Zudem ist eine Verbindung zu einem damaligen Schulkameraden entstanden, in dessen Elternhaus Grusche stark blutend gebracht wurde.

Werkhausen hatte nicht nur einen Volltreffer für mich, da waren eine ganze Reihe weiterer, hoch interessante Informationen ausgetauscht worden! Zum Beispiel von amerikanischen Sherman-Panzern, die in Reihenformation durch die Büsche gefahren sind, bevor sie zum Angriff übergingen, oder aber die erste Grablage des in Mehren bestatteten Soldaten König, das Erstgrab war 1945 direkt vor dem Elternhaus gelegen. Demnächst gibt es alle Informationen auf diesen Seiten, auf einen Kaffee bin ich auch noch eingeladen! Mensch! Was will man da noch mehr! Also ich freu mich!

Das Los hat entschieden!

Die Verlosung wurde eben zu Ende gebracht…

Heute Nachmittag war dann erst einmal Lose basteln angesagt. Ging ganz schnell und einfach… Namen der Interessenten in ein Word-Dokument kopiert, ausgedruckt, zurechtgeschnitten und zusammengefaltet.

Die Los-Rohlinge. Jeder sollte die gleiche Chance erhalten.

Die Los-Rohlinge. Jeder sollte die gleiche Chance erhalten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die fertigen Lose. Alle auf gleiche Größe gefaltet.

Die fertigen Lose. Alle auf gleiche Größe gefaltet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Jetzt fehlte nur noch ein geeigneter Behälter für die Ziehung der Lose. Zweckmäßig fand ich dafür diesen alten Stahlhelm.

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Die im Helm befindlichen Lose, gut gemischt… “Geschüttelt, nicht gerührt!”

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aber was nutzen die besten Lose und der dazugehörige Behälter, wenn keine Glücksfeen anwesend sind, welche die Lose ziehen und drei Leuten zum Glück verhelfen würden? Ohne die beiden Damen wäre der ganze Aufwand zwecklos geworden und darum musste ich meine beiden Mädels einspannen, Euch zum Glück zu verhelfen!

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Die beiden Glücksfeen tragen eine große Verantwortung!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das haben sie auch sehr zuverlässig getan. Ein Los nach dem anderen, drei an der Zahl, wurden von den beiden Mädels gezogen, und zwar in der Reihenfolge, wie sie hier liegen:

  1. Munin – die 13 war wohl eine Glückszahl? 🙂
    Ich wünsche viel Spaß mit dem Buch!
    (Kann man das so sagen, `Viel Spaß´ bei so einem Thema?
  2. Mauela – Herzlichen Glückwünsch und frohe Weihnachten!
  3. Lenicool11 – Auch Ihnen herzlichen Glückwunsch!

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Sobald die Gewinner der Bücher mir ihre Adressen mitteilen, gehen  die Bücher auch schon auf die Reise, sie sollten dann auch noch rechtzeitig zum Weihnachtsfest eintreffen. Nun wünsche ich allen, auch denen, die dieses Mal leider kein Glück hatten, eine schöne und besinnliche Weihnachtszeit. Vielleicht senden mir die Gewinner ja auch noch eine Rezension des Buches zu, worüber ich mich aber auf jeden Fall freuen würde, wäre ein Bild vom Empfänger zusammen mit dem Buch!

Exkursion 7 – Erste Gefechte südlich Betzdorf

Am 24. Oktober 2015 führte ich die nächste Exkursion in die ehemaligen Frontbereiche südlich Betzdorf. Hierbei befassten wir uns mit den Ereignissen, die sich Ende März zwischen Betzdorf, Steineroth und Scheuerfeld zutrugen. Da die Gruppe mit 8 Personen recht überschaubar war, konnte man zum Teil detaillierter Berichten, als es in den größeren Gruppen meist der Fall ist.

Der amerikanische Vorstoß auf Richtung Bruche

Am Abend des 29. März verlief die Front etwa von Elkenroth nach Steineroth über die Kohlhardt nach Dauersberg, von dort entlang der Angsthardt nach Mittelhof bis Wissen. Um bei Betzdorf die Ausgangslage für das I. Bataillon des 28. US Infanterieregiments für den bevorstehenden Angriff zu schaffen, musste zuvor die dem Bataillon zugewiesene Ausgangslinie von feindlichen Truppen bereinigt werden, denn, den Fall gesetzt in dem Bereich würden sich noch feindliche Truppen befinden, könnten diese die amerikanischen Bemühungen bei einem einsetzendem Angriff empfindlich in Gefahr bringen. Durch die eigene Aufklärung war bekannt, dass sich vor der Front mindestens ein deutsches Sturmgeschütz und zwei Flak-Stellungen (Flak=Fliegerabwehrkanonen) befunden hatten. Besonders die Feuerkraft der Flak, die im Erdkampf einsetzbar war, war eine große Gefahr für die Amerikaner, weshalb eine kampfstarke Patrouille in die Wälder gesendet wurde, um:

a) die Flak auszuschalten und
b) den Verbleib des Sturmgeschützes zu lokalisieren

Während des ersten Vorstoßes in Richtung Bruche wurde darauf eine der beiden Patrouillen durch das Sturmgeschütz angegriffen, weshalb sich die Männer dann zurückzogen. Ein direkter Vorstoß auf Bruche wurde dadurch versagt. Zur gleichen Zeit eroberten die Kompanien links Scheuerfeld und rechts Alsdorf. Aus Alsdorf heraus wurde der Vormarsch auf Betzdorf über Hofacker in Richtung Kettlerstraße ausgeweitet, zwischen Kapelle, Eisweiher und der Eisenbahnstraße kam es zu mehreren, lokal ausgetragenen Gefechten. In Scheuerfeld kam es ebenfalls zu einem Gefecht, bei dem mehrere deutsche und amerikanische Soldaten ihr Leben verloren. Betzdorf und Bruche waren nun unmittelbar bedroht. Eine weitere Patrouille wurde in den Bereich der Flak entsendet, fand diese jedoch nicht mehr vor und ging darauf weiter in Richtung Engelstein und Eisweiher vor, wo sie sich am Ortsrand festsetzten. Ein Sicherungsposten wurde in Richtung Bruche zur Flankensicherung herangeschoben, später wurden Granatwerfer nachgezogen und in Stellung gebracht. Den restlichen Tag verbrachten die Soldaten damit, die Region weiter auszukundschaften und den südlich der Sieg gelegenen Ortsrand von Betzdorf zu erobern.

Zur Stellung umfunktionierter Bombentrichter. Steht man vor Ort, kann man den ehemaligen Zugang erkennen und deutlich sehen, dass die Seitenwände des Trichters bearbeitet wurden.

Zur Stellung umfunktionierter Bombentrichter. Steht man vor Ort, kann man den ehemaligen Zugang erkennen und deutlich sehen, dass die Seitenwände des Trichters bearbeitet wurden.

Die Exkursion führte entlang einiger noch sichtbaren Spuren und Stellungen. Gleich im Bereich der Grillhütte befand sich eine Feuerstellung amerikanischer Granatwerfer, die nach 70 Jahren noch sehr deutlich zu erkennen war. Weiter ging es vorbei an einer Stellung, an der sich ein vorgeschobener Wachposten der amerikanischen Infanterie während der Nacht befunden hatte. In nächster Nähe befand sich die ehemalige “Fluwa”, die Flugwachstelle, an der eingehende feindliche Fliegerverbände beobachtet und nach Betzdorf gemeldet werden sollten, um dann rechtzeitig Fliegeralarm geben zu können.

Besonders interessant anzusehen war ein zur Verteidigungsstellung ausgebauter ehemalige Bombentrichter südlich der Tennisplätze. Hier sollten einige Volkssturmleute zusammen mit einer 2cm-Flak den Zugang nach Betzdorf-Bruche sperren. Eine amerikanische Patrouille war darauf angesetzt worden.

Ein Abstecher, der so nicht geplant war, führte auf Wunsch eines Teilnehmers noch ein gutes Stück in Richtung Dauersberg weiter. Auf dem Weg dort hin waren noch deutlich die Spuren vom letzten Einsatz des Kampfmittelräumdienstes zu erkennen, der gleich links des Weges vor einiger Zeit zwei Bombenblindgänger geborgen und unschädlich gemacht hatte. Unseren Rückweg traten wir dann oberhalb des Eisweihers an und marschierten nach gut drei Stunden Wegstrecke zurück an den Ausgangspunkt bei der Grillhütte.

Der Frontbereich zwischen Betzdorf - Scheuerfeld und Alsdorf mit dem geplanten deutschem Brückenkopf, angefertigt nach Overlay der 1. US Infanteriedivision. Rot = deutsche Stellungen und Bewegungen. Blau = amerikanische Stellungen und Bewegungen.

Der Frontbereich zwischen Betzdorf – Scheuerfeld und Alsdorf mit dem geplanten deutschem Brückenkopf, angefertigt nach Overlay der 1. US Infanteriedivision. Rot = deutsche Stellungen und Bewegungen. Blau = amerikanische Stellungen und Bewegungen.

Buchverlosung „Das Kriegsende in der Heimat“

Liebe Freunde der Geschichte und Heimatgeschichte,

cover_001da die Weihnachtsfeiertage vor der Türe stehen dachte ich mir, ich mache jemandem vielleicht mal eine kleine Freude. Genaugenommen möchte ich nicht nur einer Person eine Freude mache, sondern gleich drei Leuten auf einmal. Aus diesem Grunde habe ich mich dazu entschieden, drei Exemplare meines Buches zu verlosen. Tag der Auslosung wird der 17. Dezember 2015 sein.

Das Buch behandelt die Kämpfe im Bereich des Brückenkopfes von Remagen und dem Südrand des Ruhrgebietes am Beispiel des Rhein-Sieg-Kreises, Teilen des Westerwaldes und dem Siegerland. Innerhalb rund 20 Jahre Recherchen konnte ich eine Vielzahl Kriegstagebücher aus den Archiven zusammengetragen, zudem war ich in der Lage viele Veteranen beider Seiten, ehemalige deutsche und amerikanische Soldaten, zu ihren Erlebnissen in der Region zu befragen. Von weiterer Bedeutung sind erhaltene Gefangenenaussagen, die eine besondere Nähe zu dieser schicksalshaften und ereignisreichen Zeit herstellen, da diese Vernehmungsprotokolle unmittelbar nach der Gefangennahme der Soldaten verfasst wurden. Es ist ein über 500 Seiten zählendes Buch entstanden, das die Sicht der damaligen Soldaten aus den vordersten Linien wiedergibt.

Nun fragen Sie sich sicherlich, was Sie dafür tun müssen! Die Antwort ist schlicht und einfach zu beantworten: Nichts! Denn am Ende des Zeitraumes entscheidet das Los.

Wer aber dennoch etwas tun möchte, den würde ich darum bitten, einmal in der eigenen Familiengeschichte zurückzublicken. Vielleicht befindet sich ja ein Angehöriger darunter, der selbst noch kurz vor Kriegsende in der Region in den Kampf ziehen musste. Wenn dem so sein sollte, würde ich mich außerordentlich freuen, wenn Sie mir evtl. vorhandene Dokumente, Fotos oder Tagebuchaufzeichnungen, natürlich leihweise, zukommen lassen würden. Das hat jedoch keinen Einfluss auf die Los-Ziehung am Ende der Aktion.

Wer jetzt noch mehr erfahren möchte, den lade ich dazu ein, sich doch weiter auf diesen Internetseiten umzusehen, hier liegen mir die beiden Projekte „Gefallenendatenbank“ und das Mitmach-Projekt „Einzelschicksale“ besonders am Herzen.

Am 17. Dezember 2015 wählt der Zufall die glücklichen Gewinner aus, am Folgetag werden die Bücher mit der Post in den Versand gehen und sollten so noch rechtzeitig zum Weihnachtsfest eintreffen. Selbstverständlich würde ich mich freuen, wenn die Gewinner später eine Rezension zu dem Buch abgeben. Um an der Verlosung teilzunehmen folgen Sie bitte diesem Link.

Bereits an dieser Stelle freue ich mich über Ihr Feedback und sage

Viel Glück!

Ralf Anton Schäfer

Exkursion 6 – Eroberung von Alsdorf im März 1945

Am Samstag, den 17. Oktober 2015, war es wieder so weit. An diesem Tag wollten wir uns über die Vorgänge und Ereignisse unterhalten, als die amerikanische Infanterie ihren Vorstoß über Alsdorf nach Betzdorf und Kirchen in Richtung zur Sieg ausweitete. Nachdem die Amerikaner mit einer ersten Patrouille bei Alsdorf zum Stehen gebracht worden waren, stießen sie anschließend nach Alsdorf vor, erreichten die Heller, wonach es zu einigen Schießereien gekommen war. Bei diesen Kampfhandlungen mussten mehrere deutsche und amerikanische Soldaten ihre Leben lassen.

Da die ersten Hinweise auf diese Veranstaltung schon mehrere Wochen zuvor in den Ankündigungen der VHS und K-VHS enthalten waren, geriet diese Exkursion bei den Interessenten später ins Vergessen. Dadurch kamen schließlich bei der Volkshochschule in Betzdorf lediglich vier Anmeldungen zusammen. Kurz entschlossen wurde ein erneuter Aufruf in den Mitteilungsblättchen veröffentlicht und erneut auf die Exkursion hingewiesen, die uns durch das Imhäuser Tal in Richtung Kirchen – Herkersdorf führen sollte. Trotzdem blieben weitere Anmeldungen bei der Volkshochschule aus, es kam sogar noch schlimmer, denn von den vier Personen, die sich angemeldet hatten, sagten dann schließlich noch zwei Leute ab! Am Freitagmorgen standen wir beinahe davor, diese Veranstaltung im letzten Augenblick abzusagen – es wäre das erste Mal gewesen.

Mit dem Wissen, dass die Liste nun leider nur zwei Interessenten umfasste, dazu kamen zwei weitere Leute, die ich via Facebook erreichte, fuhr ich dann nach Alsdorf. Als ich dort eintraf, traute ich meinen Augen nicht! Es waren bereits vor meiner Ankunft schon acht Personen vor Ort und weitere sechs sollten in den nächsten Minuten eintreffen. Unter unseren vierzehn Interessenten waren auch wieder drei Zeitzeugen anwesend. Darunter befand sich auch ein älterer Herr aus Wallmenroth, mit dem ich erst einige Tage zuvor telefoniert hatte. Herr Josef Herrmann  berichtete mir davon, dass sein Vater als Angehöriger des hiesigen Volkssturmes im März 1945 bei Flammersfeld sein Leben verlor. Mit ihm sollte ich mich besonders intensiv unterhalten; ein Versprechen gibt es auch noch einzulösen: Er wird einen Ausflug auf den Spuren des Volkssturmes erhalten, das ist aber ein Thema für sich. Bei dieser Exkursion wollten wir uns schließlich über die Eroberung Alsdorfs und dem weiteren Vorstoß der amerikanischen Streitkräfte unterhalten.

Angriff auf Alsdorf

Nachdem der amerikanische Ausbruch aus dem Brückenkopf von Remagen vollendet war, begonnen die amerikanischen Infanteriedivisionen damit, ihre Vorstöße in Richtung zur Sieg auszuweiten und hierbei die Bereiche von deutschen Resteinheiten zu bereinigen. Die wenigen deutschen Brückenköpfe, die noch südlich der Sieg für die sich immer noch zurückflutenden Truppen offen gehalten wurden, konnten von den Amerikanern zerschlagen werden.

Die Eroberung Alsdorfs Ende März 1945.

Die Eroberung Alsdorfs Ende März 1945.

  1. Bereits während der Nachtstunden vom 29. zum 30. März 1945 richteten Soldaten der 8. US In­fanteriedivision in der Nähe der Alsdorfer Grillhütte einen Beobachtungsposten ein und meldeten an den Regimentsstab, dass seit etwa 2.45 Uhr immer wieder Motorengeräusche im Ortskern zu hören waren. Am frühen Morgen wurde gegen 4.30 Uhr eine heftige Detonation gemeldet, deren Ursache jedoch unklar blieb (Anmerkung: Sprengung der Hellerbrücke).
  2. Da man im Ortskern noch deutsche Truppenansammlungen vermutete, sollte ein verstärkter Zug der Baker-Kompanie des 28. US Infanterieregiments etwa um 3.30 Uhr aus Richtung Daaden über den Bahnhof zum Angriff antreten, um die im Ort vermutete Verteidigung aufzurollen. Hierbei kam es zu einem rund 30-minütigen Gefecht um den Bereich des Bahnhofgeländes, in dessen Verlauf ein Jeep durch Panzerfaust abgeschossen wurde und jeweils zwei amerikanische Soldaten getötet bzw. verwundet wurden. Auf deutscher Seite war die 59. Infanteriedivision dabei, einen Brückenkopf zu errichten; der Bahnhof war Teil eines Stützpunktes der gerade befestigt wurde. Noch während die Amerikaner sich dem Bahnhof näherten, wurden deutsche Verstärkungen herange­bracht. Der Bereich des Bahnhofes wurde darauf mit Artilleriefeuer belegt, die deutschen Soldaten zogen sich dann zurück.
  3. Nachdem der Vorstoß am Bahnhof liegengeblieben war, wurden die verbliebenen Züge der Kompanie zum Angriff befohlen. Sie gingen etwa ab 5.00 Uhr entlang des Steinebachs in Alsdorf vor und überraschten etwa um 6.25 Uhr südlich der gesprengten Hellerbrücke einen MG-Posten, der in Gefangenschaft geriet. Dies war die erste Feindberührung, durch das kurz aufflammende Feuer wurde letzte deutsche Soldaten alarmiert, dennoch kam es zu keinen größeren Kampfhandlungen, da die Masse der deutschen Truppen bereits abgezogen war. Als die gesamte Kompanie an der Heller stand, wurden Vorstöße über die gesprengte Brücke vorgenommen, die für Infanterie passierbar war. Im Bereich des heutigen Betonlagers an der Hauptstraße versuchte ein deutscher Leutnant noch letzten Widerstand zu organisieren, dazu hatte er einen jungen MG-Schützen oberhalb des Steinbruches in Stellung gehen lassen und weitere deutsche Soldaten hatten sich in einigen Häusern verschanzt. Dazu kamen mehrere Soldaten, die sich auf dem Burg-Berg eingegraben hatten. Nach kurzen Gefechten, die sich besonders im Bereich der Hauptstraße ereigneten, stellten die letzten deutschen Soldaten das Feuer ein. Auf deutscher Seite starben sechs Mann, darunter ein Feldwebel in der Hauptstraße und der MG-Schütze oberhalb des Steinbruches.
  4. Noch während in Alsdorf vereinzelte Schüsse fielen, wurde der Vorstoß auf Betzdorf ausgeweitet. Über Hofacker stieß man in Richtung Kettlerstraße, wo es jenseits der Kapelle zu Kampfhandlungen mit deutschen Soldaten kam. Die Angriffe wurden in Richtung Eisenbahnstraße ausgeweitet.
  5. Erst durch einen Feuerschlag der amerikanischen Artillerie auf den Burg-Berg wurde der deutsche Widerstand in Alsdorf zum Schweigen gebracht. Im Anschluss konnte der dritte Zug der Baker-Kompanie bis zum Abzweig nach Herkersdorf-Kirchen vorgehen, wo eine Straßensperre eingerichtet wurde.
  6. Der Bahnhof sollte als Stützpunkt für den befohlenen Brückenkopf dienen. Teile des Grenadierregiments 1034 hatten Befehl, den Brückenkopf offen zu halten, damit zurückflutende Soldaten noch Anschluss zur Truppe finden könnten. Da man jedoch bereits bei der Einrichtung auf amerikanische Soldaten stieß, wurde das Vorhaben aufgegeben und die restlichen Truppen nach Betzdorf abgezogen.

  7. Der deutsche Widerstand in Alsdorf wurde nur von etwa 25 Mann geleistet, es waren in der Masse Soldaten, die seit einiger Zeit versprengt waren und durch einen Leutnant in den Kampf befohlen wurden.

  8. Erst nachdem die Amerikaner in Betzdorf die Sieg erreichten, kam es zu ernsthaften Gefechten um die deutschen Stellungen jenseits des Flusses.
Zahlreiches Erscheinen am Treffpunkt im Imhäuser Tal bei Alsdorf. Die Leute kommen nicht einfach nur aus Betzdorf und Umgebung, sondern zieht es sie sogar (wiederholt) aus dem Westerwald her. Vielen Dank an den Stammgast! :-)

Zahlreiches Erscheinen am Treffpunkt im Imhäuser Tal bei Alsdorf. Die Leute kommen nicht einfach nur aus Betzdorf und Umgebung, sondern zieht es sie sogar (wiederholt) aus dem Westerwald her. Vielen Dank an den Stammgast! 🙂

In eigener Sache! Aus gegebenen Anlass!

So, 

jetzt mal Klartext! Kein Sondengänger, Schatzsucher, Militariasammler oder sonst welche Person wird von mir mit Suchstellen versorgt, an denen sich evtl. Hinterlassenschaften aus dem Zweiten Weltkrieg finden lassen! Einzig und allein stelle ich entsprechende Informationen den Kampfmittelräumdiensten, einem Ingenieursbüro zur Altlastenerfassung bzw. Kampfmittelerkundung und sonstigen, offiziellen Institutionen zur Verfügung.  

Wer mit dem Metalldetektor etwas sucht und findet, macht diese Entdeckungen unabhängig von mir, aber hat sich dazu oft meines Buches bedient. Da fällt mir auf, es gibt sogar Sondengänger, die können Lesen und brauchen keine speziellen Hinweise von mir!

 Die Informationen, die man erlangt, wenn man an meinen VHS-Exkursionen teilnimmt, dienen ebenfalls nicht als „Freibrief mit der Aufforderung `Graben Sie hier“, besonders auch deshalb, weil ich bereits während der Planung darauf achte, die direkten ehemaligen Fronten nach Möglichkeit auszusparen. Unsere Exkursionen richten sich eher an Personen, die wissen möchten, was sich zum Kriegsende vor unseren Haustüren ereignete und nicht an Militariasammler.

Heute Morgen wurden mir exakt diese Vorwürfe gemacht, zudem würde ich einen besonderen Kreis „auserwählter Personen“ um mich versammeln, denen ich im Tausch gegen Bodenfunde, besonders Stahlhelme, die „besten Suchstellen in der Gegend“ zeigen würde. Das ist totaler Quatsch und dürfte eben darauf beruhen, dass ich dauerhaft von irgendwelchen Leuten angesprochen werde, mit der Frage, „Wo kann ich denn mal Suchen gehen?“ Da ich keine solchen Informationen weitergebe, wird also eben gerne unterstellt, dass ich nur bestimmte Leute, besondere Freunde, „vom heiligen Gral“ kosten lasse.

Trotzdem wurden mir in der Tat während der vergangenen ca. 5 Jahre vier Stahlhelme geschenkt. Bei all diesen Helmen handelt es sich um Bodenfunde, von denen drei durch Sondengänger aufgefunden und der vierte Helm durch einen Landwirt zum Vorschein befördert wurde. Da einige der Sondengänger da draußen sich wahrscheinlich etwas schwer im eigenen Denken tun, gehe ich hier näher drauf ein und erkläre das mal mit einfachen und verständlichen  Worten:

Zwei Helme stammen von einem Finder, mit diesem bin ich seit einigen Jahren sehr eng befreundet; ja, man mag es kaum glauben, ich habe auch Freunde! Er wurde erst durch den Fund der Stahlhelme zum Sondengänger, befreundet waren wir als ehemalige Arbeitskollegen schon seit mehreren Jahren zuvor. Gruß nach Katzwinkel! An dieser Stelle muss ich dann auch mal jemand aus dem Windecker Land grüßen J, abenfalls einen Sondengänger, der es geschafft hat, ein enger Freund zu werden, ohne meinen zu müssen, mir einen Helm zu schenken oder sich sonst irgendwie „mein Vertrauen erschleichen zu müssen“. Ihn habe ihn durch mein Buch kennengelernt und er hat mich noch NIE mit irgendwelchen Fragen gelöchert!!! Ja, es gibt sogar auch Freunde, die nicht nachts um halb Zwölf anrufen und nach potentiellen Suchgebieten fragen!

Weiter wurde mir ein Stahlhelm durch einen Landwirt geschenkt. Landwirte sind diese Menschen mit den Traktoren (so eine Art geländegängiges Auto mit meist ganz großen Reifen). Der Mann wusste von der Existenz des Helms, weil er ihn bereits 1945 als Kind an der Stelle hat liegen gesehen.

Der letzte Helm wurde mir ganz ohne Versprechen von irgendwelchen Gegenleistungen überlassen!

Abschließend bedarf es noch der Aufklärung, dass die Suche mit Metalldetektoren in Rheinland Pfalz, genehmigungspflichtig ist und besonders bei der Anwesenheit von Bodendenkmälern werden KEINE Suchgenehmigungen erteilt, (obwohl man in RLP ohne wenn kaum mal eine Genehmigung erhält). Es gibt hier auch keine Ausnahme für Polizisten, selbst nicht mit den Worten „Ich bin Polizist, ich darf das!“. Darüber hinaus ist die Suche in Wäldern generell verboten.

Die eingeleitete Anzeige bei der Polizei in Betzdorf wird genaueres ergeben.

Exkursion 5 – Amerikanischer Sicherungsposten im Niemandsland

Am 10. Oktober 2015 führte unsere Exkursion in die Wälder bei Gebhardshain. Die Teilnehmer sollten während unserer Wanderung rund 2,7 Kilometer laufen und hierbei einen Einblick in die Ereignisse von Ende März 1945 erhalten. Die überschaubare Runde von sechs Personen wurde durch Bürgermeister Jürgen Giehl, begleitet. Es war ihm sehr daran gelegen, zu erfahren wie sich die Besetzung der Ortschaft am 29. März 1945 zugetragen hatte und wie der amerikanische Vormarsch im Anschluss weiter geführt wurde.

Die militärische Lage

Das 26. US Infanterieregiment stieß im Verlauf des 28. März 1945 kaum auf nennenswerten Widerstand. Von einer durchgehenden Frontlinie konnte nirgends mehr gesprochen werden, die deutschen Versuche noch eine Verteidigungslinie südlich der Sieg zu errichten, scheiterten. Generalleutnant Hans-Kurt Höcker, Kommandeur der 59. Infanteriedivision, hielt in seinem Bericht zur Lage südlich des Flusslaufes fest, „dass kaum mehr als fünf Soldaten einen Kilometer Frontlinie verteidigen würden“, Gerhard Bongers, damals Leutnant und Regimentsadjutant im Grenadierregiment 1034 erwähnte, dass die Verbindung untereinander nicht unter 500 Metern lag, teilweise sogar weit darüber. Die 59. Infanteriedivision hatte zwar nicht Gebhardshain verteidigt, jedoch dürfte dieses Bild der Kräfteverhältnisse ähnlich gewesen sein. Die Wehrmachtsteile südlich der Sieg befanden sich auf der Flucht, so auch in Gebhardshain und Umgebung. Seit mehreren Stunden bewegten sich Massen von deutschen Soldaten in östliche und nordöstliche Richtung, weg vom Feind. Darunter waren auch etwa 20 Soldaten, die der ukrainischen Waffen-SS angehörten. Einige von diesen Soldaten hatte man bei Gebhardshain aufgefangen und den schnell folgenden Amerikanern entgegen geworfen.

Der amerikanische Vorstoß

Aus Richtung Ober-Mörsbach marschierte der I&R-Zug des 26. Infanterieregiments in Richtung Gebhardshain los. Zur gleichen Zeit kam es im Bereich zwischen Gebhardshain und Hommelsberg zu einem kurzen Gefecht, bei dem deutsche Soldaten und ein Panzer noch versuchten Widerstand zu leisten. Dieser Angriff kam erst gar nicht zum Tragen und wurde direkt im Keim erstickt, worauf die amerikanischen Kräfte weiter gegen Gebhardshain vorgingen, das noch vor Mittag erreicht wurde. Zuvor sprengten deutsche Soldaten unweit des Forsthauses eine größere Munitionsmenge um den Vormarsch zu behindern, danach schlug dem I&R-Platoon (Aufklärungszug) aus dem Forsthaus leichtes Feuer entgegen. Da sich in Steinebach noch deutsche Soldaten befanden, schwenkte der Zug auf Gebhardshain, um den Ort auszukundschaften und, wenn keine Feinde angetroffen würden, zu besetzen. Noch vor Erreichen des Ortsrandes wurden die Amerikaner entdeckt und mit heftigem Feuer aus Richtung Wolfsweg belegt. Hierbei wurden gleich drei amerikanische Soldaten getötet und weitere drei verwundet. Angesichts dieses nicht erwarteten Widerstands mussten sich die Amerikaner zurückziehen. Kurzes Artilleriefeuer wurde auf den Ortsrand gelegt und gleichzeitig trat die Charly-Kompanie über das Spielstück zum Angriff an und konnte wenig später in Gebhardshain eindringen, wobei noch zwei deutsche Soldaten im Ort und ein Soldat in der Nähe des Bahnhofes, wo letzte Schüsse fielen, getötet wurden. Gegen frühen Nachmittag war der Ort fest in amerikanischer Hand.

Die Eroberung von Gebhardshain - die Karte in der vollständigen Größe mit sämtlichen Eintragungen bleibt den Exkursionsteilnehmern vorbehalten.

Die Eroberung von Gebhardshain – die Karte in der vollständigen Größe mit sämtlichen Eintragungen bleibt den Exkursionsteilnehmern vorbehalten.

Sicherungsposten im Niemandsland

Nachdem Gebhardshain erobert war, schoben die Amerikaner Patrouillen vor und errichteten Sicherungsposten, sogenannte „Strongpoints“. Der erste wurde im Bereich des „Hümmerich“ eingerichtet. Hier gingen drei Halbkettenfahrzeuge und Infanterie in Stellung. Als man später am Abend aus Richtung Altenbrendebach Motorengeräusche hören konnte, sollte ein weiterer Posten im Bereich des „Steimel-Berges“ eingerichtet werden. Da die Wegeverbindung über den „Steimel-Berg“ einen deutschen Panzervorstoß auf Gebhardshain ermöglichte, wurde sofort befohlen, Infanterie mit Panzerabwehr am Steimel-Berg in Stellung zu bringen. Die Infanteristen marschierten los, verliefen sich jedoch in der Dunkelheit. In der Vermutung, den befohlenen Punkt erreicht zu haben, gingen sie bei Sonnenhof in Stellung. Mit zunehmendem Tageslicht zeigten sich immer wieder deutsche Soldaten, die alle kampflos in Gefangenschaft gingen. Trotzdem wurde der Fehler mit der falsch bezogenen Stellung erst bekannt, nachdem der eigene Nachschub mit Verpflegung den Weg von Oberhombach heraufkam und sich dadurch plötzlich vor der eigenen Linie zeigte. Da die Soldaten sich vorsichtig vor der Stellung bewegten, wurden sie gleich mit deutschen Soldaten verwechselt und unter Feuer genommen. Obwohl sie sich rechtzeitig in Deckung bringen konnten, eröffneten die Amerikaner am Sonnenhof immer wieder ihr Feuer und machten beinahe jede Bewegung unmöglich. Der Beschuss wurde erst eingestellt, nachdem sich einige der Nachschubsoldaten vom Feuer loslösen und Verbindung herstellen konnten. Es kam zwar niemand zu Schaden, aber warme Verpflegung gab es auch keine, da die Behälter zerschossen waren.

Blick aus der der deutschen Front in Richtung des amerikanischen Vormarsches. Aus dem gegenüberliegenden Wald marschierten amerikanische Soldaten den deutschen Stellungen entgegen und wurden unter Feuer genommen.

Blick aus der der deutschen Front in Richtung des amerikanischen Vormarsches. Aus dem gegenüberliegenden Wald marschierten amerikanische Soldaten den deutschen Stellungen entgegen und wurden unter Feuer genommen.

Bürgermeister Giebel besichtigt das, was einmal die deutsche Front ausgemachte. An dieser Stelle sollten weniger als 15 Mann den amerikanischen Vormarsch aufhalten. Sie begaben sich natürlich lieber in Gefangenschaft, als in den sicheren Tod.

Bürgermeister Giehl besichtigt das, was einmal die deutsche Front ausgemachte. An dieser Stelle sollten weniger als 15 Mann den amerikanischen Vormarsch aufhalten. Sie begaben sich natürlich lieber in Gefangenschaft, als in den sicheren Tod.

Exkursion 4 – Kampf um den amerikanischen Sieg-Übergang bei Wissen

Bereits am 11. April diesen Jahres hatten wir die erste Begehung des Kampfgebietes rund um den Kucksberg und die Brückhöfe bei Wissen durchgeführt. Schon damals war das Interesse recht ordentlich, im Frühjahr kamen 21 Leute zusammen, die erfahren wollten, wie sich 1945 die Kämpfe um die Brückhöfe ereignet hatten. Bei der nun am 4. Oktober 2015 wiederholten Runde waren wieder zahlreiche Interessenten erschienen, dieses Mal waren es sogar 32 Leute. Obwohl diese Runde knapp mehr als 6 Kilometer misst, hat der älteste Teilnehmer keine Mühen gescheut und ist den gesamten Weg mitgelaufen.

Günter Hilger war in seine Geburtsstadt gekommen, um die eigenen Erinnerungen mit den Überlieferungen der Kriegstagebücher und der damaligen Veteranen abzugleichen. Die Erinnerungen Hilgers waren noch sehr wach, besonders gut konnte er sich an die Ereignisse erinnern, die er aus eigener Beobachtung miterlebt hatte, so z.B. erlebte Hilgers den Angriff eines deutschen Sturmgeschützes in der Brückhöfe etwa Anfang April 1945, zudem konnte er über mehrere tote Volkssturmsoldaten berichten, die auf dem Alserberg im Bereich der Pirzenthaler Straße in amerikanischem Artilleriefeuer gefallen waren.

Nachdem ich die Teilnehmer in Frankenthal begrüßt hatte, nutzte ich die Gelegenheit, Dinge herumzureichen, die in den letzten Kriegstagen in Wissen zurückgeblieben waren. Darunter befand sich auch eine Zeltbahn, die einem deutschem Soldaten gehörte, der während der Kampftage um den amerikanischen Übergang über die Sieg gefallen war. Nachdem wir abstimmten, ob die Teilnehmer die größere Runde, also mit Rückweg durch die Brückhöfe und zugehöriger Schilderung zu den Gefechten um den eigentlichen Sieg-Brückenkopf, oder aber die kürzere Runde laufen möchten, machten wir uns auf den Weg. Im Bereich des ehemaligen Zwangsarbeiterlagers räumte ich Bruno Wagner, der seit Jahren die Geschichte des Lagers erforscht, die Gelegenheit ein, selbst etwas aus seinen Forschungen zu erzählen. Im Anschluss folgten wir dem Weg der amerikanischen Infanterie, die sich durch den Bereich des Gefangenenlagers kämpfen musste und sich anschließend besonders um den Kucksberg und den Sandberg in Gefechte verwickelte.

Unsere Route führte vorbei an ehemaligen Granatwerferstellungen und Schützenmulden bis an den Sandberg heran, der im März 1945 noch Teil der Frontlinie war. Eine der Höhen diente dem Generalfeldmarschall Model eine Besichtigung der Siegfront durchzuführen. Bei diesem Anlass kam es auch zur Sprengung des Postamtes durch ein Himmelsfahrtkommando. Da mittlerweile die Zeit doch schon stark vorangeschritten war, teilte sich die Gruppe am Sandberg auf, während die eine Hälfte den Rückweg antrat, marschierten die restlichen weiter, darunter auch Günter Hilger, der so kurz vor dem eigentlichen Ziel nicht aufgeben wollte.

Der weitere Weg führte uns in die Brückhöfe, wo es zu einigen Gefechten gekommen war. Besonders heftig war am 5. April gekämpft worden, als die deutschen Soldaten versuchten, den amerikanischen Brückenkopf zu bereinigen. Unter hohen Verlusten gelang dieses Unternehmen auch kurzfristig, aber hierdurch wurden sämtliche Reserven aufgebraucht. Einem neuen amerikanischen Angriff war nichts mehr entgegenzusetzen, die Brückhöfe wurde darauf wieder “amerikanisch”. Da sich viele der Teilnehmer, das kristallisierte sich bereits im Frühjahr heraus, auch besonders für die Gefechte um die Brückhöfe interessierten, haben wir uns nun dazu entschlossen eine weitere Runde, die dann nicht so viele Stunden dauern wird, anzubieten. Die Planungen hierzu laufen bereits an. Als wir später endlich wieder am Startpunk angelangt waren, zeigte die Uhr mittlerweile gut 19.30 Uhr an, das waren rund “5 1/2 Stunden, die spannende und aufschlussreiche Details über die Gefechte an der Sieg wiedergaben”, wie es einer der Teilnehmer erklärte.

Mein besonderer Dank gilt den vier Zeitzeugen! Hier wären viele Stunden Gespräche möglich, denn da ist Masse an Erinnerung vorhanden, die das Erzählte zusätzlich belegen konnte. Vielen Dank auch an Markus Hauf und Werner Weitz für die Überlassung der Fotos, ohne die dieser Beitrag nun sonst bilderlos ausgefallen wäre!

Die Latrinen des Zwangsarbeiterlagers. Foto Werner Weitz.

Die Latrinen des ehemaligen Zwangsarbeiterlagers. Foto Werner Weitz.

Die Latrinen des Zwangsarbeiterlagers. Foto Werner Weitz.

Die Latrinen des Zwangsarbeiterlagers. Foto Werner Weitz.

Im Gespräch mit Zeitzeugen. Bruno Wagner berichtete davon, dass einige Zeitzeugen die Gefangenen manchmal schreien hören könnten, während man sie folterte. Foto Werner Weitz.

Im Gespräch mit Zeitzeugen. Bruno Wagner berichtete davon, dass einige Zeitzeugen die Gefangenen manchmal schreien hören könnten, während man sie folterte. Foto Werner Weitz.

Der Gedenkstein für die Opfer des Lagers. Foto Werner Weitz.

Der Gedenkstein für die Opfer des Lagers. Foto Werner Weitz.

Bereits im Bereich des Zwangsarbeiterlagers, in dem nach dem Krieg noch deutsche Kriegsgefangene untergebracht waren, ereigneten sich erste Kampfhandlungen mit den Amerikanern. Foto Werner Weitz.

Bereits im Bereich des Zwangsarbeiterlagers, in dem nach dem Krieg noch deutsche Kriegsgefangene untergebracht waren, ereigneten sich erste Kampfhandlungen mit den Amerikanern. Foto Werner Weitz.

Auf halben Weg passiert man die ehemalige Stellung eines deutschen Granatwerfers, unweit der Stelle sollte noch einer der Soldaten fallen, während er Munition besorgte. Foto Werner Weitz.

Auf halben Weg passiert man die ehemalige Stellung eines deutschen Granatwerfers, unweit der Stelle sollte noch einer der Soldaten fallen, während er Munition besorgte. Foto Werner Weitz.

Ein unscheinbares Loch am Wegesrand - die zuvor erwähnte Granatwerferstellung. Ist man persönlich vor Ort, kann man den damaligen Zugang noch deutlich erkennen. Foto Werner Wagner.

Ein unscheinbares Loch am Wegesrand – die zuvor erwähnte Granatwerferstellung. Ist man persönlich vor Ort, kann man den damaligen Zugang noch deutlich erkennen. Foto Werner Wagner.

Blick vom Sandberg aus amerikanischer Perspektive in Richtung der damaligen deutschen Stellungen. Foto Werner Weitz.

Blick vom Sandberg aus amerikanischer Perspektive in Richtung der damaligen deutschen Stellungen. Foto Werner Weitz.

In der Nähe vom Sandberg wurde amerikanische Infanterie durch deutsches Feuer festgenagelt, an diesem Gebäudeteil waren sie in Sicherheit, da das feindliche Maschinengewehr auf Lafette nicht so tief abschwenken und dadurch die Soldaten unter Beschuss nehmen konnte. Foto Markus Hauf.

In der Nähe vom Sandberg wurde amerikanische Infanterie durch deutsches Feuer festgenagelt, an diesem Gebäudeteil waren sie in Sicherheit, da das feindliche Maschinengewehr auf Lafette nicht so tief abschwenken und dadurch die Soldaten unter Beschuss nehmen konnte. Foto Markus Hauf.

Der Sandberg war in seinen kompletten Ausmaßen damaliges Frontgebiet. Schutz bot er dabei mit seinen Hügeln und Halden mehr als genug. Nachdem die Amerikaner auf den Sandberg stürmten, zogen sich die deutschen Soldaten auf die gegenüberliegenden Hänge zurück, wo sie sich erneut festsetzten. Deutsche Verstärkung kam von der in der angrenzenden Linie liegenden Truppe oberhalb der Sieg. Foto Markus Hauf.

Der Sandberg war in seinen kompletten Ausmaßen damaliges Frontgebiet. Schutz bot er dabei mit seinen Hügeln und Halden mehr als genug. Nachdem die Amerikaner auf den Sandberg stürmten, zogen sich die deutschen Soldaten auf die gegenüberliegenden Hänge zurück, wo sie sich erneut festsetzten. Deutsche Verstärkung kam von der in der angrenzenden Linie liegenden Truppe oberhalb der Sieg. Foto Markus Hauf.

Um 7.20 Uhr erreichten die Amerikaner die Kreuzung Öttgesborn/Eisenstraße. Um diese Zeit sollte eigentlich die gesamte Brückhöfe bereits von letzten deutschen Soldaten bereinigt sein, doch hatten die Amerikaner noch nicht einmal den Sandberg erobert. Bis die Brückhöfe fallen sollte, sollten noch viele Soldaten beider Seiten sterben. Foto Markus Hauf.

Um 7.20 Uhr erreichten die Amerikaner die Kreuzung Öttgesborn/Eisenstraße. Um diese Zeit sollte eigentlich die gesamte Brückhöfe bereits von letzten deutschen Soldaten bereinigt sein, doch hatten die Amerikaner noch nicht einmal den Sandberg erobert. Bis die Brückhöfe fallen sollte, sollten noch viele Soldaten beider Seiten sterben. Foto Markus Hauf.

Blick auf Wissen, im Waldstreifen davor befand sich der Gefechtsstreifen einer Kompanie, die die deutschen Soldaten, die im links angrenzenden Sandberg kämpften, unterstützten. Foto Markus Hauf.

Blick auf Wissen, im Waldstreifen davor befand sich der Gefechtsstreifen einer Kompanie, die die deutschen Soldaten, die im links angrenzenden Sandberg kämpften, unterstützten. Foto Markus Hauf.

Die zur Sieg hin gewandten Häuser in der Brückhöfe glichen 1945 Festungen, erwarteten die deutschen Soldaten schließlich den amerikanischen Angriff gleich über die bereits gesprengten Brücken. Mit einem Angriff über den Sandberg hatte man gar nicht gerechnet. Foto Markus Hauf.

Die zur Sieg hin gewandten Häuser in der Brückhöfe glichen 1945 Festungen, erwarteten die deutschen Soldaten schließlich den amerikanischen Angriff gleich über die bereits gesprengten Brücken. Mit einem Angriff über den Sandberg hatte man gar nicht gerechnet. Foto Markus Hauf.

 

Exkursion 3 – Letztes Aufbäumen der 9. Panzerdivision bei Altenkirchen

Unsere dritte Exkursion sollte sich neben der Eroberung der Kreisstadt Altenkirchen damit befassen, wie die Führung der sich zurückziehenden Truppen noch versucht hatte, nördlich von Altenkirchen eine Sicherungslinie von Mammelzen über Sörth bis nach Giesenhausen einzurichten. Die Amerikaner verloren an diesem Tag zwei Sherman-Panzer, mindestens zwei weitere wurden beschädigt, auf deutscher Seite wurden in Tiger-, ein Panther und eine 2-cm-Flak zerstört, an der B414 in Richtung Hachenburg wurde zudem ein schwerer Jagdpanzer ausgeschaltet. Die Exkursion am 26. September 2015 sollte die Teilnehmer auf die Spuren dieser Ereignisse des 2. März 1945 führen.

Das Interesse an dieser Runde war groß. Insgesamt kamen am Friedhof 21 Teilnehmer zusammen. Ein Teilnehmer war extra aus Hohrhausen angereist. Er war mit 83 Jahren auch der älteste Teilnehmer der Exkursion. Sein Interesse war es, zu erfahren, wie sich die Kämpfe der 3. US-Panzerdivision hier bei uns im Westerwald zugetragen haben, denn Rudi Brauer hatte die Befreiung Weimars durch die 3. US-Panzerdivision erlebt und diese Ereignisse hatten ihn und sein ganzes späteres Leben geprägt. Dann war da noch eine ältere Dame, die sich sehr dafür interessierte, was sich 1945 in Sörth zugetragen hatte. Die Aussage der älteren Erlebnisgeneration: „Man muss daran erinnern, gerade weil kaum bekannt ist, was sich zum Kriegsende ereignete!“ Rudi Brauer sagte zu mir, als er sich am Ende der Runde verabschiedete: „Sie leisten eine sehr wichtige Arbeit und tragen dadurch dazu bei, dass sich so etwas nicht mehr wiederholen wird!“ Und für die, die mit offenen Augen durch die Wälder gingen, gab es auch noch was zu entdecken und mitzunehmen: Drei wunderbare und recht große Steinpilze! 😉

Die Einnahme Altenkirchens

  1. Gegen Mittag des 26. März 1945 marschierten etwa um 13.30 Uhr erste Infanteristen des I. Bataillons vom 415. Infanterieregiment der 104. US Infanteriedivision über Leuzbach nach Altenkirchen ein, sie erhielten zu diesem Zeitpunkt nur Feuer von Granatwerfern und Infanteriewaffen aus nördlicher Richtung. Mit Erreichen der Kreisstadt schlief der deutsche Widerstand ein, nur noch hier und dort fielen obligatorische Schüsse, damit auch die letzten deutschen Soldaten dem Führerbefehl gefolgt waren und „Widerstand bis zum Letzten“ geleistet hatten.
  2. Nachdem die Hälfte der Ortschaft besetzt worden war, erwartete man die Infanteristen des II. Bataillons, welche aus Richtung Fluterschen nach Almersbach gegen leichten Widerstand vorgingen. Sie mussten erst den angrenzenden Wald südlich der Wied von deutschen Soldaten bereinigen, die sich dort noch in größerer Zahl aufhielten und immer wieder auf die amerikanischen Soldaten in Altenkirchen feuerten. Zu größeren Kampfhandlungen kam es hierbei jedoch nicht mehr. Der Waldrand war gegen 14.30 Uhr gesichert und die weitere Besetzung Altenkirchens konnte vorangetrieben werden. Etwa zur gleichen Zeit ereignete sich das Gefecht um Oberwambach, wo die Amerikaner einen Sherman-Panzer verloren und eine 8,8cm-Flak ausschalteten. Dieser Kampf steht mit der Einnahme von Altenkirchen in keinem Zusammenhang, sondern war dies die südlich vorgehende Kampfgruppe der 3. US.-PD.
  3. Noch während die Amerikaner gegen 15 Uhr dabei waren, die restlichen Ortsteile zu sichern, schickten Geschütze der 277. Heeres-Flak-Abteilung vom Bereich oberhalb Kumphof einen letzten „Abschiedsgruß“ den aus Richtung Weyerbusch vorstoßenden Kräften (36. Armored Infantry Bataillon) der 3. US Panzerdivision entgegen, dies waren vermutlich die letzten Schüsse, die gefallen sind, bis Altenkirchen komplett besetzt war.
  4. Unter den Augen amerikanischer Soldaten rückten am späten Nachmittag noch letzte deutsche Panzer und Infanterie hastig in nordöstliche Richtung ab, es waren die Reste der 9. Panzerdivision, die auf dem Rückzug selbst erst kurz vor den Amerikanern in Altenkirchen eingetroffen waren. Wahrscheinlich waren dieses auch die Verteidiger, die General Bayerlein mobilisieren konnte und in der umkämpften Linie in Stellung brachte.
Der Einmarsch in Altenkirchen am 26. März 1945 - Karte National Archives, Washington, USA

Der Einmarsch in Altenkirchen am 26. März 1945 – Karte National Archives, Washington, USA

Letzter Widerstand der 9. Panzerdivision

Generalleutnant Fritz Bayerlein, der sich am Morgen des 26. März 1945 auf dem Gefechtsstand der Panzer-Lehr-Division in Hilgenroth befand, erhielt von Generalfeldmarschall Model den Befehl, alle erdenklichen Maßnahmen einzuleiten, um eine Sicherungslinie zu errichten, die den Vorstoß nach Norden zur Sieg hin abriegeln würde, damit sich die Masse der Einheiten hinter den Fluss zurückziehen könnte. Dazu wurde Bayerlein die Reste der 9. Panzerdivision zugesagt. Da jedoch die Masse der Division bereits zerschlagen worden war und sich der Rest auf der Flucht befand, standen Bayerlein hierzu kaum Kräfte zur Verfügung. Trotzdem war er dazu in der Lage, mehrere sich zurückziehende Panzer zu mobilisieren. Er ließ bei Giesenhausen einen Tigerpanzer in Stellung gehen und die Linie Südrand Mammelzen bis östlich Sörth durch einen Panther bei Mammelzen, einen Panzer IV und ein Sturmgeschütz zwischen Mammelzen und Sörth sichern. Hinzu kam ein Jagdpanzer , der aus Michelbach kam und sich über Ingelbach in Richtung Hachenburg zurückzog. Am Waldrand oberhalb Reuffelbach befand sich eine 8,8cm Flak der 277. H.Flak.Abt., die nach Verschuss der letzten Granaten gesprengt wurde. Ein weiteres, unbekanntes Geschütz, war in der Nähe von Giesenhausen in Stellung, weitere Flak lag im Bereich zwischen Giesenhausen und Bahnhof Ingelbach. Nur entlang des südlichen Ortsrands von Mammelzen befanden sich schwache Infanterieeinheiten, Wehrmachtssoldaten und Volkssturm.

Am späten Nachmittag nahm die 3. US Panzerdivision ihren Angriff wieder auf. Mit dem Vorstoß in Richtung Hachenburg erhielten sie heftiges Feuer in der linken Flanke. Um dieser Gefahr zu begegnen, wurden Panzervorstöße aus Altenkirchen in Richtung Mammelzen und Sörth vorgeschoben, worauf sie zwei Sherman-Panzer verloren. Um sich hier nicht weiter zu verzetteln und Verluste zu vermeiden, musste der deutsche Widerstand durch konzentrierte Luftangriffe ausgeschaltet werden. Im Verlauf der rund zweistündigen Gefechte wurde der Tigerpanzer, der von Giesenhausen aus in Richtung Mammelzen verlegte, um dort Unterstützungsfeuer zu leisten, oberhalb Sörth ausgeschaltet. Der Panther war zusammen mit einer 2cm Flak am Weg nach Hüttenhofen zerstört worden, nur der Panzer IV und das Sturmgeschütz konnten sich noch restzeitig absetzen. 1947 mussten zwei der um Sörth zurückgebliebenen Panzer gesprengt werden, hierbei kam es noch einmal zu Ortsschäden, zudem wurde das Stromnetz in Mitleidenschaft gezogen.

Skizze von General Bayerlein zu den Kämpfen des LIII. Armeekorps Ende März 1945. Farbig dargestellt sind die eingefügten Ergänzungen.

Skizze von General Bayerlein zu den Kämpfen des LIII. Armeekorps Ende März 1945. Farbig dargestellt sind die eingefügten Ergänzungen.

Eine der noch sichtbaren Schützenmulden. Vor rund 20 Jahren waren noch sehr viel mehr der ehemaligen Verteidigungsstellungen in den Wäldern sichtbar, doch die Natur holt sich langsam zurück, was ihr gehört.

Eine der noch sichtbaren Schützenmulden. Vor rund 20 Jahren waren noch sehr viel mehr der ehemaligen Verteidigungsstellungen in den Wäldern sichtbar, doch die Natur holt sich langsam zurück, was ihr gehört.

Nach gut 80 % der doch recht anstrengenden Wegstrecke haben sich einige von der Gruppe verabschiedet und sind den Rückweg nach Sörth angetreten. Wir restlichen sollten noch an den Ort marschieren, wo der Panther abgeschossen wurde. Am Waldrand hinter uns wurde vor über 70 Jahren der Tiger-Panzer ausgeschaltet.

Nach gut 80 % der zum Teil doch recht anstrengenden Wegstrecke haben sich einige von der Gruppe verabschiedet und sind den Rückweg nach Sörth angetreten. Wir restlichen sollten noch an den Ort marschieren, wo der Panther abgeschossen wurde. Am Waldrand hinter uns wurde vor über 70 Jahren der Tiger-Panzer ausgeschaltet.

Exkursion 2 – Kampf und Untergang des Volkssturmbataillons Altenkirchen

Nachdem die 1. US-Armee am 25. März 1945 überall entlang der Remagener Brückenkopffront ihre schweren Angriffe vorantrieb,  wurde der Volkssturm des Kreises Altenkirchen in der Nähe von Neustadt aus der Stellung gedrückt. Dieses Bataillon, es war das erste von zwei im Kreis Altenkirchen aufgestellten, zog sich bis in den Raum Rott-Flammersfeld zurück, wo es zu einem letzten größeren Einsatz kam. Während unserer Exkursion sollten wir uns am 19. September 2015 in der Umgebung von Rott mit der Geschichte der beiden im Kreisgebiet aufgestellten Bataillone befassen und auf noch sichtbare Spuren stoßen, welcher dieser sinnlose Kampf hinterlassen hatte.

Ein gutes Bild darüber, wie der Volkssturm aufgestellt wurde, der im Brückenkopf von Remagen zum Einsatz kommen sollte, hat Hans Schneider, der 1945 als Fahnenjunker im Stab der 363. Volksgrenadier Division seinen Dienst versah, festgehalten. Ihm oblagen die Aufgaben und Ausbildung des Volkssturmes innerhalb der Division.

„…Es gab zwei grundlegende Kriterien: die Jahrgänge und die Diensttauglichkeit. Während man bei den Jahrgängen nicht viel machen konnte, so wurde aber bei der durch den Truppenarzt ermittelten Tauglichkeit gerne mal ein oder gar auch zwei Augen zugedrückt! Es musste schließlich ein Mannschaftsbestand von Summe X erschaffen werden mit allen Männern, die greifbar wurden. Hinzu kam natürlich auch der Werdegang von jedem, Teilnehmer des 1. WK… wurden nahezu alle als tauglich eingestuft – sofern nicht ein schweres Leiden aus dieser Zeit vorlag – wie ein fehlendes Bein oder ähnliche Verwundungen…Während die Zuziehung der jüngsten Jahrgänge eher unproblematisch war, so gab es gerade aber bei den Alten Probleme. Die Jungen hatten meist schon eine entsprechende Ausbildung während der Dienstzeit in der Hitlerjugend erhalten und wären öfters auch gerne dazu bereit gewesen, am letzten großen Waffengang ihren Teil zu haben – natürlich gegen den Willen der Eltern…Problematisch war der fanatische Wille vieler junger Burschen. Man hatte ihnen die Panzerfaust mit einem bestimmten Auftrag an die Hand gegeben, die militärische Entwicklung jedoch erforderte wenig später Anderes – dann gab es größere Schwierigkeiten, diese Jungs zu überzeugen, doch noch den Rückzug anzutreten. Man hatte gelernt, den Feind zu hassen und nötigenfalls auch zu bekämpfen!“

Unser Treffpunkt für diese Exkursion war der Wanderparkplatz in Rott am Walter-Bartels-Weg. Zwölf Personen, die sich für die Geschichte des Altenkirchener Volkssturmes interessierten, sollte ich während dieser Runde durch die Wälder rund um Rott führen. Großes Interesse fanden auch die immer wieder stattfindenden Diskussionen, da bei dieser Runde ebenfalls auch zwei Zeitzeugen anwesend waren. Während der eine das Kriegsende als Jugendlicher in Rott erlebte, hat der andere als elfjähriger nur fünf Kilometer hinter der Front im Bereich südlich von Berlin mithelfen müssen, deutsche Panzer aufzumunitionieren, die anschließend in den Kampf gefahren waren.

Besonders die Geschichte des Volkssturmes im Westen hinterlässt heute weitreichende Lücken in der Geschichtsschreibung. Bevor wir uns den wenigen Einsätzen des Altenkirchener Volkssturmes widmen, muss man sich mit der militärischen Situation in der Region beschäftigen, da erst nach überschreiten des Rheins der hiesige Volkssturm mobilisiert und in den Einsatz geworfen wurde. Bekannt ist heute, dass bis auf wenigste Ausnahmen an der gesamten Westfront kaum Volkssturmeinheiten zum organisierten Einsatz gekommen sind. Bis zum alliierten Vormarsch an den Rhein hatte der Volkssturm des westdeutschen Reiches meist nur Sicherungsaufgaben zu versehen oder wurde abkommandiert zum Stellungsbau. Bei Einmarsch der Amerikaner in die Millionenstadt Köln wurde erstmals versucht, die Volkssturmpflichtigen in größerem Umfang an die Waffen zurufen und in den Kampfeinsatz zu schicken. Diese Bemühungen, besonders durch Gauleiter Grohe, waren größtenteils zwecklos und vom taktischen Standpunkt betrachtet vollkommener Unsinn. Nur die wenigsten folgten diesen Befehlen, einige wurden durch die Kommandeure heimgeschickt. Trotzdem kam es aber zu einigen Kampfeinsätzen des Volkssturmes in Köln. An der Ostfront, bzw. in Breslau oder Königsberg, starben zur gleichen Zeit Hundertschaften junger Burschen und alter Männer, die man Seite an Seite mit Wehrmachtseinheiten in den Kampf gezwungen hatte. In Westdeutschland hatte die gesamte Mobilisierung des Volkssturmes einfach nicht funktioniert, sie hatte versagt, weil den Bürgern trotz der deutschen Propaganda bewusst und bekannt war, dass der alliierte Feind nicht das „menschenhassende Monstrum“ war, wie es durch die Propaganda gleichermaßen über den Russen behauptet wurde. Im Westen hatte die Bevölkerung einfach weniger Angst vor den Alliierten.

Erst nachdem die Amerikaner überall an den Rhein herangestoßen waren und am 7. März 1945 die Ludendorff-Brücke in Remagen eroberten, änderte sich die gesamte Situation. „Der Ami ist über´n Rhein“ war die Parole. Deutsche Truppen, die über den Fluss gesetzt hatten, waren seit Monaten in ununterbrochenen Gefechten eingesetzt und ausgeblutet bis zum letzten Mann. Auffrischung kam meist nur in Form von kaum ausgebildeten oder versprengten Soldaten, die meist noch anderen Waffengattungen, wie der Luftwaffe oder Marine, angehörten. Nachdem die Amerikaner den Remagener Brückenkopf bildeten, wurde deutscherseits alles versucht, diesen Brückenkopf zu beseitigen. Dazu wurden Soldaten benötigt, die es kaum noch gab. Erstmalig ging überall entlang der Westfront eine Art Ruck durch die Truppe, in dem man versuchte die Truppen durch greifbare und fast überall befindliche Volkssturmpflichtige oder bedingt kriegsverwendungsfähige Soldaten aufzufrischen. Wer gestern noch UK-Gestellt (unabkömmlich im Sinne von Arbeit in wehrwirtschaftlichen Betrieben etc.), der musste heute bereits um sein Leben fürchten und damit rechnen, sich innerhalb kürzester Zeit beim Volkssturm einzufinden und/oder durch die Wehrmacht vereinnahmt zu werden.

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Im Raum Leverkusen-Solingen befand sich die 363. Volksgrenadier Division zur Auffrischung, nachdem die Division gerade aus Köln über den Rhein gesetzt hatte. Diese Auffrischung ging so vonstatten, dass jeder wehr- und volksturmpflichtige in die Truppe befohlen wurde. Ärztliche Untersuchungen wurden meist zum Nachteil der Untersuchten durchgeführt. Wer sich der Musterung im Schloss Morsbroich entziehen wollte, begab sich in die Gefahr durch Militärpolizei zwangsvorgeführt zu werden, oder aber noch schlimmer, konnte erschossen werden. Der aus Wiesdorf stammende, erst 16-jährige Günter Julius Wehrmeister sollte am 12. März 1945 im Schloss Morsbroich gemustert werden und wurde während eines Fluchtversuches um 15.30 Uhr im angrenzenden Wald erschossen. Männer, die eigentlich unabkömmlich waren, wurden aus den Betrieben, Bunkern oder Wohnungen herausgeholt und man vernichtete den Bescheid über die Unabkömmlichkeit. Dies waren nur einige der Praktiken, die die Armee nutze, wenn sie über den Mannschaftsbestand des Volkssturmes verfügen wollte; sie hat ihn einfach vereinnahmt. Aufgestellt wurden nach dem Rheinübergang im Kreis Altenkirchen mindestens zwei Bataillone:

Bataillon Schäfer mit drei Kompanien – hierzu gehörte auch die Kompanie Derschen

Aufgestellt am 12.3.1945 auf Befehl des Kreisleiters Venter vom 7. März 1945. Die Masse der Kompanie „Derschen“ setzte sich aus „UK“-gestellten Arbeitern zusammen, von denen viele bei der Firma Wolf-Geräte in Betzdorf tätig waren. Die Kompanie wurde in das Schulgebäude nach Molzhain verlegt, wo sie bis zum 15. März eine Ausbildung an Panzerfaust, Maschinengewehr und Karabiner erhielt. Am 16. März erfolgte mittels LKW der Transport in den Raum Neustadt/Wied, wo sich ab dem 19. März Gefechte um die Wied-Übergänge ereigneten. Zwischen dem 22. und 25. März stand die Kompanie in direkten Gefechten mit den amerikanischen Verbänden, wobei der 22. März besonders hohe Verluste forderte. Am 25. März 1945 überwand die 9. US Infanteriedivision die Wied und drängte scharf gegen die Reste der 340. Volksgrenadier Division vor, der die Volkssturmkompanie unterstellt worden war. Die Wehrmacht setzte sich vor den Amerikanern fluchtartig ab und befahl dem Bataillon Schäfer die Stellungen zu übernehmen. Die Einheit war diesem Druck in keiner Weise gewachsen und musste sich ebenfalls zurückziehen. Hierbei ist bekannt, dass die Derschener Kompanie über Peterslahr-Döttesfeld nach Seifen zurückging, wo noch einmal Verteidigungsstellungen bezogen wurden. Am 26. März setzten die Amerikaner erneut nach, so dass sich die nicht direkt in den Kampf eingebundenen Männer nach Brubbach zurückzogen. Dort wurde die Volkssturmkompanie überrannt und geriet am Mittag in Gefangenschaft.

Bataillon Altenkirchen – Bestehend aus drei Kompanien

Etwa am 22. März 1945 auf direkten Befehl von General Carl Püchler, Chef des LXXIV. Armeekorps in Stürzelbach, aufgestellt. Püchler soll zum Ausdruck gebracht haben, dass sich noch Hunderte Volkssturmleute in der Gegend vor dem Einsatz drücken und mit Nachdruck der kämpfenden Truppe zuzuführen sind! Zwei Kompanien wurden der 3. Panzergrenadier Division bei Weyerbusch unterstellt, der genaue weitere Einsatzweg ist leider unbekannt. Hauptmann Kurt Ahlers hält über den in Weyerbusch eingetroffenen Volkssturm fest:„…völlig mürrische des Kampfes unlustige Soldaten, deren Kampfwert gleich Null ist!… Durchschnittsalter ist 40 Jahre. Nur wenige haben eine infanteristische Ausbildung erhalten. Handhabung der Panzerfaust in Masse unbekannt. Zwei MG-Schützen wissen nicht in der Handhabung ihres MG Bescheid. In der Zuweisung solcher Bataillone besteht kein Grundstock für eine neu aufzubauende Kampflinie. Ein geschlossener Einsatz des Bataillons ist unmöglich…“Die dritte Kompanie wird am 23. März in der Nähe von Flammersfeld dem direkten Kommando des LXXIV. Armeekorps unterstellt. Sie soll den Weg von Kescheid nach Flammersfeld sperren. Am 24. März erhält die Truppe im Raum Püscheid Befehl sich für einen bevorstehenden Gegenangriff vorzubereiten, weitere Verstärkungen sollen während der Nacht zugeführt werden. Der Angriff soll am nächsten Tag beginnen. Durch den amerikanischen Großangriff am 25. März wird der Angriff vereitelt, die Verbände ziehen sich bis nach Rott-Flammersfeld zurück, zwischen Asbach und Diefenau wird gekämpft und die Truppe erahnt nun, das der nächste Einsatz bevorsteht. Am Nachmittag erscheinen dann aus Richtung Asbach kommend die ersten amerikanischen Panzer, es kommt zu einem kurzen Gefecht, wobei die Kampfgruppe verlustreich zerschlagen wird. Hier sterben mindestens drei Volkssturmleute, zwei davon stammen aus Fluterschen, der dritte aus Berzhausen. Hiernach verblasst die Spur des Altenkirchener Volkssturmes, weitere Einsätze sind nachgewiesen bspw. für Pracht, Betzdorf, Herdorf, Mudersbach etc. Ungewiss bleibt jedoch, ob sich Altenkirchener Volkssturm an diesen Gefechten beteiligte.