Loki und der Newsletter von Heute

Hallo, leider wurde heute ein Newsletter versendet, welcher jedoch nicht für den öffentlichen Verteiler gedacht war. Aus diesem Grunde wird es leider keinen Zugriff auf die Datei “Loki” geben.

Ich bitte um Euer Verständnis und wünsche euch trotzdem eine spannungsvolle Zeit bis zu unserem nächsten Update. Eines dieser zukünftigen Updates wird auch “Loki” betreffen, aber vorher stehen noch andere, wichtigere Beiträge an.

Als kleine Widergutmachung sollt Ihr dafür aber wenigstens durch diese Nachricht einen kurzen Blick auf Loki erhaschen können.

Der schwere Mörser Loki im Kaliber 54cm. Zum Größenvergleich: im linken Bild-Drittel steht ein amerikanischer Soldat. Haben Sie ihn gleich gesehen? Der Name "Loki" klingt zwar etwas niedlich, aber 124 Tonnen sind schon beeindruckend und nicht unbedingt nur niedlich. Foto der US Armee.

Der schwere Mörser Loki im Kaliber 54cm. Zum Größenvergleich: im linken Bild-Drittel steht ein amerikanischer Soldat. Haben Sie ihn gleich gesehen? Der Name “Loki” klingt zwar etwas niedlich, aber 124 Tonnen sind schon beeindruckend und nicht unbedingt nur niedlich. Foto der US Armee.

Für die, die es nicht wissen: Loki war ein überschweres Artilleriegeschütz im Kaliber 54cm. Die Kaliberangabe bezieht sich auf den Durchmesser. Mit anderen Worten: “Loki hat dicke Brummer verschossen!” Loki war ein so genanntes Karl-Gerät. Hierbei handelt es sich um einen überschweren Mörser, der von der Wehrmacht während des Zweiten Weltkrieges zum Einsatz gekommen ist.

Seit 1937 befand sich das Gerät bereits in der Planung, gebaut wurden jedoch lediglich sieben Stück. Sie trugen alle recht klangreiche Namen.

Gerät I  – “Adam”, später umbenannt in “Baldur”.

Gerät II  – “Eva”, welche später den Namen “Wotan” erhalten sollte.

Gerät III – “Odin”

Gerät IV  – “Thor”

Gerät V – “Loki”

Gerät VI – “Ziu”

und abschließend Gerät VII, genannt “Fenir”.

Loki hatte man nach dem Verlust der Remagener Brücke mit einem Gewicht von rund 125 Tonnen in den Westen verfrachtet. Man wollte mit dem Geschütz die Brücke zerstören. Allerdings wurde da nix raus. Am 25. oder 26. März 1945 (ich muss zugeben, ich weiß es gerade nicht genauer) wurde Loki  durch Verbände der aus dem Brückenkopf von Remagen vorstoßenden 1. US Armee erbeutet.

 

Kriegsgräberstätte Ittenbach – der Kinderfriedhof

Die Schlacht um den Brückenkopf von Remagen war seit bereits 12 Tagen im Gange und sollte ab dem 19. März 1945 noch weitere, ungeahnte Ausmaße annehmen, die bis zum 25. März ihren absoluten Höhepunkt erreichen würden. Wenn Hundertschaften feindlicher Einheiten aufeinandertreffen, sich gegenseitig bekämpfen, dann bleibt das Sterben nicht aus. Beiderseits schnellten die Verluste angesichts der brutalen Heftigkeit der Gefechte an. Der Tod machte keinen Unterschied und heute liegen sie Seite an Seite. Gleich ob General, Major oder der Gefreite.

Am Samstag, den 9. März 2019, hatte die Kreisvolkshochschule Altenkirchen zu einer Tagesfahrt unter meiner Leitung ins Friedensmuseum nach Remagen eingeladen. Zuvor aber war ein Stopp in Ittenbach eingeplant. Hier sollte die vierzehn Teilnehmer zählende Gruppe die Kriegsgräberstätte Ittenbach aufsuchen. Bei unserem Eintreffen in Ittenbach, wurden wir bereits durch den amerikanischen Politologen Andrew Denison erwartet. Denison befand sich in Begleitung des 94 Jährigen Dr. jur. Jürgen Tegethoff. Der 94 jährige war nicht einfach nur als “Zaungast” anwesend;  ganz im Gegenteil: Als jungen Leutnant und Kommandant eines Königstigers, dem schwersten Kampfpanzer zur Zeit des Zweiten Weltkrieges, hatte es Jürgen Tegethoff im März 1945 in den Brückenkopf von Remagen verschlagen. Nur wenige Kilometer entfernt seines Geburtsortes Königswinter, sollte dessen Einheit, die 506. schwere Panzerabteilung, am 25. März 1945 noch im Raum Uckerath mit sieben Königstigern zum Einsatz kommen. Dazu referierte Tegethoff, ungeplant und aus dem Stehgreif, nachdem die Gruppe in Remagen ihr Mittagsessen eingenommen hatte. Zuvor aber sollten die Teilnehmer der Remagener Tagesfahrt in Ittenbach erfahren, warum die Ittenbacher Kriegsgräberstätte den Beinamen Kinderfriedhof trägt.

Im Gespräch mit dem Zeutzeugen Dr. jur, Jürgen Tegethoff.

Der Autor dieser Seiten (rechts), im Gespräch mit dem Zeitzeugen Dr. jur, Jürgen Tegethoff (links). Foto: Volker R. Schneider, Kreuztal.

Besonders ein kleiner Flecken Erde; eingerahmt durch den Großen Ölberg im Nordwesten, Brüngsberg im Nordosten, dem Löwenberg im Südwesten und der Ortschaft Aegidienberg als südöstliche Begrenzung, war für mehrere Tage lang der Schauplatz von schwersten Kampfhandlungen. Im Herzen dieses Gebietes liegt Laagshof. Nur 500 Meter in östliche Richtung entfernt, erzwangen sich Verbände der 78. US Infanteriedivision (US-ID) am 16. März den Übergang über die Reichsautobahn. Zwei Tage später, in den frühen Morgenstunden zum 18. März 1945, richtete das 18. US Infanterieregiment der 1. US-ID, in Laagshof ihren Regimentsgefechtsstand ein. Nachdem die amerikanischen Verbände im Verlauf des nächsten Tages immer weiter an Richtung Hanfbach vorstießen, übernahm das Sanitätsbataillon den Platz des 18. US Infanterieregimentes und richtete in Laagshof einen temporären Verbandsplatz ein. Die Gefallenen und auf dem Verbandsplatz verstorbene Soldaten wurden auf dem angrenzenden Acker ca. 450 Meter entfernt abgelegt. Während man die toten Deutschen südlich des Weges sammelte, wurden die amerikanischen Toten nördlich des Weges abgelegt, von wo sie durch amerikanische Gräberkommandos auf die Kriegsgräberstätte Henry Chappel in Belgien überführt wurden.

Nachdem die Kampfhandlungen durch den Ausbruch der 1. US Armee am 25. März 1945 für die Gegend unmittelbar beendet waren, blieben in einem Radius von etwa 2 bis 3 Kilometer um Laagshof herum, 22 Zivilisten und dazu mehr als 400 deutsche und 1100 amerikanische Soldaten als Gefallene zurück. Mit der Beisetzung eines deutschen Gefallenen wurde am 26. März 1945 der Grundstein für die heutige Kriegsgräberstätte gelegt. Die Ittenbacher Einwohner bestatteten ihre Toten und hatten damit begonnen, die Gefallenen aus den umliegenden Wäldern zu bergen. Innerhalb der nächsten drei Tage war ein Gräberfeld angelegt worden, auf dem die sterblichen Überreste von etwa 50 bis 60 deutschen Gefallenen beigesetzt worden waren. Derweilen wurden auf der gegenüberliegenden Wegseite noch immer die gefallenen Amerikaner zur Registrierung und dem weiteren Abtransport gesammelt. Da jedoch Ende März die Temperaturen deutlich anstiegen, wurde der Verwesungsprozess der Toten stark beschleunigt. Daher wurde durch die 12. US Armegruppe befohlen, in Ittenbach einen zentralen Sammelfriedhof für die Gefallenen im Frontbereich der 1. US Armee anzulegen.

Kriegsgräberstätte Ittenbach - Foto: Guido Weller, Rettersen.

Kriegsgräberstätte Ittenbach – Foto: Guido Weller, Rettersen.

Am 29. März nahm die 607th Quartermaster Graves Registration Company (Gräberkompanie) in Ittenbach ihre Arbeit auf. 123 Männer unter dem Kommando von sechs Offizieren, dazu mehrere Dutzend deutscher Kriegsgefangene, legten zwei Gräberfelder an, eines für die gefallenen Deutschen, ein weiteres für ihre eigenen Toten. Noch am gleichen Nachmittag trafen erste LKWs mit Gefallenen aus dem Ruhrkessel, Sauerland und dem Harz ein. Die deutschen Gefallenen wurden so bestattet, wie man sie aufgefunden hatte – lediglich nach der Erkennungsmarke hielt man Ausschau, um diese an das Holzkreuz zu nageln. Deutlich größer war der Aufwand bei den gefallenen Amerikanern: Sie wurden registriert, identifiziert, deren Uniformtaschen geleert. Persönliche Dinge, Wertgegenstände und Erkennungsmar­ken kamen in dafür vorgesehene Beutel. Erst danach wurden die Toten in Leichensäcke verpackt und beigesetzt. Benötigte man für einen deutschen Soldaten lediglich wenige Minuten, betrug der Aufwand bei den toten Amerikanern oft mehrere Stunden.

Zeitgleich waren die Ittenbacher Einwohner gemeinsam mit Kriegsgefangenen dazu verpflichtet worden, die Gefallenen aus den angrenzenden Wäldern zu bergen. Unterstütz wurden die Ittenbacher durch amerikanische Pioniere und Soldaten der Gräberkompanie, da sich in den Wäldern große Mengen Munition befanden und man immer wieder auf verlegte Minen stieß. Und Tag für Tag trafen weitere LKWs ein. Am 2. April 1945 wurde General Maurice Rose, der bei Paderborn am 30. März 1945 als Kommandeur der 3. US-Panzerdivision sein Leben verlor, in Ittenbach beigesetzt. Erst nach dem 10 April kamen deutlich weniger Lastwagen mit den Gefallenen; dafür reihte sich jetzt Grab an Grab. Am 23. April wurde das amerikanische Gräberfeld geschlossen, die Masse der Gefallenen der 1. US Armee wurden von nun an auf dem frontnahem Friedhof in Breuna beigesetzt und das deutsche Gräberfeld in die Obhut der Stadtverwaltung von Königswinter übergeben. Bis zu diesem Tag hatte die 607th Gräberkompanie in Ittenbach:

Auf dem amerikanischen Gräberfeld:

             1475 amerikanische Soldaten, die identifiziert werden konnten

                 30 amerikanische Soldaten, welche nicht identifiziert werden konnten

                 34 gefallene Verbündete, die identifiziert werden konnten

                 5 gefallene Verbündete, welche nicht identifiziert werden konnten

zusammen 1544 Gefallene.

Die Beisetzung von General Maurice Rose in Ittenbach am 2. April 1945.

Die Beisetzung von General Maurice Rose in Ittenbach am 2. April 1945. Foto: Ausschnitt aus einer amerikanischen Wochenschau von April 1945. Filmteam des Signal Corps, US Army.


Auf dem deutschen Gräberfeld:

               828 Soldaten, die ausschließlich mit ihrer Erkennungsmarke identifiziert wurden

              134 Soldaten, die keine Erkennungsmarke bei sich trugen.

zusammen 962 Gefallene.

Da jedoch noch immer zahlreich gefallene amerikanische Soldaten im Siebengebirge, dem Ruhrkessel und anderswo aufgefunden wurden, mussten bis über das Kriegsende hinaus, täglich drei Angehörige der amerikanischen Gräberkompanien abgestellt werden, um diese Gefallenen ebenfalls auf dem Ittenbacher Friedhof zuzubetten. Die Zubettungen fanden erst im Juni 1945 ein Ende, denn jetzt ging die amerikanische Führung dazu über, sämtliche Gräber amerikanischer Soldaten umzubetten, da nach deren Sichtweise keiner ihrer Soldaten in deutschem Boden oder weniger als 200 Meter entfernt von einem gefallenen Deutschen bestattet sein sollte. Ittenbach war zu diesem Zeitpunkt der größte von insgesamt neun amerikanischen Sammelfriedhöfen auf deutschem Boden, die allesamt aufgelöst wurden. Die Umbettungsarbeiten in Ittenbach dauerten bis in den August 1946 an, während die acht anderen Friedhöfe zum Teil schon bereits vor Jahreswechsel 1945/1946 restlos verschwunden waren.

Noch während die amerikanischen Gefallenen auf die Kriegsgräberstätte Margraten umgebettet wurden, war man im Siebengebirge dazu übergegangen, die Gefallenen genauer zu identifizieren. Die Amerikaner hatten lediglich die Erkennungsmarken an die zahlreichen Holzkreuze genagelt. Im Sommer 1946 waren keine Hundert der Kriegstoten namentlich bekannt; für die Ittenbacher bedeutete dies nun eine Exhumierung der mittlerweile stark verwesten Leichen, die oft aufs grausamste verstümmelt waren. In mühevoller, jahrelanger Arbeit konnten so hunderte, namenslosen Gefallenen wenigstens ihr Name wiedergegeben werden – und den Angehörigen die traurige Gewissheit, denn unzählige Familien suchten auch noch Jahre nach Kriegsende an ihren Kindern, Vätern, Ehemännern.

Bis in die späten 1940er Jahre, fand auf der Kriegsgräberstätte ein reges hin und her statt. Währen immer wieder Gefallene zufällig in den ehemaligen Fronten gefunden wurden oder aus verstreuten Einzelgräbern in der Umgebung auf dem Gelände zugebettet wurden, erschienen immer wieder Angehörige, die ihren Gefallenen Sohn oder Ehemann zurück in die Heimat holten. Zwischen 1947 und 1949 waren zeitweilig knapp um 2300 Gefallene auf dem Ittenbacher Friedhof beigesetzt. Von diesen wurden etwa 480 Gefallene zurück in die oft weit entfernte Heimat geholt. Oftmals in mühevoller und anstrengender Arbeit, mit Handwagen bis in weit entfernte und abgelegene Gegenden.

Ab 1949 wurde das Gelände durch den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge komplett umgestaltet, wodurch nun auch endlich Schluss war mit Umbettungen auf Heimatfriedhöfe. Die Arbeiten konnten im Sommer 1951 erfolgreich abgeschlossen werden, allerding erfolgte von Herbst 1959 bis Sommer 1961 eine erneute Umbaumaßnahme, in deren Verlauf wieder 585 Gräber geöffnet wurden, um weiter an der Identifizierung von Unbekannten Soldaten zu arbeiten; mit dem Ergebnis, dass knapp 300 Soldaten identifiziert werden konnten. Heute haben in Ittenbach 1871 Tote des Zweiten Weltkrieges ihre letzte Ruhestätte gefunden:

          1.626 Deutsche
          224 Sowjetbürger
          12 Polen
          4 Niederländer
          2 Belgier
          2 Franzosen
          1 Italiener.

Von diesen 1.626 gefallenen deutschen Soldaten, waren die vier Jüngsten gerade einmal 15 Jahre alt, einer von ihnen ist als Melder gefallen. Dazu kommen drei 16-Jährige. 81 junge Burschen waren gerade eben erst 17 Jahre alt geworden.

Im Alter von 15 Jahren starben:

Blume, Günter, geboren am 29.06.1929, verstorben in Gefangenschaft am 12.06.1945

Heinz Hallen, geboren am 12.05.1929, gefallen am 09.04.1945. Er war Meldegänger bei einer Infanteriekompanie.

Leo Stellberg, geboren am 08.08.1929, verstorben als Angehöriger des Volkssturmes am 13.04.1945 im Reservelazarett zu Attendorn 13.04.1945

Hans Stollenwerk, geboren am 29.05.1929, gefallen im Siebengebirge als Volkssturmjunge am 16.03.1945

Im Alter von 16 Jahren starben:

Hans Nass, geboren am 07.02.1929, verstorben am 24.04.1945 im Lazarett, beigesetzt unter den Unbekannten.

Günther Rekos, geboren am 15.09.1928, gefallen am 06.04.1945 bei Erndtebrück

Heinrich Schnell, geboren am 03.08.1928, gefallen am 09.04.1945

Die letzte Ruhestätte des 17 jährigen Willi Ißleib. Gefallen am 26. März 1945. Foto: Volker R. Schneider, Kreuztal

Die letzte Ruhestätte des 17 jährigen Willi Ißleib. Gefallen am 26. März 1945. Foto: Volker R. Schneider, Kreuztal


Zusätzliches Bildmaterial

Hinweisschild im Eingangsbereich der Kriegsgräberstätte.

Hinweisschild im Eingangsbereich der Kriegsgräberstätte.

Grabstein zweier Unbekannter Soldaten. Foto: Gunnar J.S. Frese, Kausen

Grabstein zweier Unbekannter Soldaten. Foto: Gunnar J.S. Frese, Kausen

Quellenangaben:

  1. Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge
  2. Private Aufzeichnungen
  3. After Action Reports, March 1945, 78th US Infantry Division, National Archives, Washington, USA
  4. G-2, Report of Operations, March 1945, 1 US Infantry Division, National Archives, Washington, USA
  5. Unit History – 607th Quartermaster Graves Registration Company, US Army
  6. Generalanzeiger, Regionalausgabe Bonn, 8. Mai 2015

 

Remagen und die Ereignisse danach – Exkursionsreihe zum Kriegsende 1945

Beinahe 74 Jahre liegt das Ende des Zweiten Weltkrieges zurück. Die Amerikaner setzten am 7. März 1945 in Remagen über den Rhein und bildeten ihren ersten Brückenkopf auf dem Ostufer des Flusses. Damit war ein historischer Schritt gelungen, der dazu führte, dass der Krieg an der gesamten Westfront wesentlich verkürzt werden konnte.

Nachdem die heftig geführten Gefechte um den Remagener Brückenkopf zu einer blutigen Niederlage für die Deutschen führten, konnte Altenkirchen am 26. März 1945 durch amerikanische Truppen erobert werden. Bereits wenige Tage später wurde das Ruhrgebiet umzingelt, wobei die gesamte Heeresgruppe B mit rund 325.000 Mann in dem so genannten Ruhrkessel eingeschlossen wurde. Die Südfront dieses Kessels bildete die Sieg in ihrer gesamten Länge. Am 6. April setzten die amerikanischen Verbände zum Großangriff gegen die Sieglinie an und begannen damit, die eingeschlossenen Truppen systematisch zu zerschlagen; schon 10 Tage später stießen sie gegen Düsseldorf vor. Mehrere Übergabeaufforderungen waren bis dahin kategorisch abgelehnt worden, dennoch kam es zur Kapitulation der eingeschlossenen Resteinheiten. Generalfeldmarschall Walter Model, der Kommandeur der Heeresgruppe B, erschoss sich am 21. April 1945 in der Nähe von Duisburg. Während Berlin in blutigen Straßenkämpfen unterging, entzog sich Adolf Hitler am 30. April 1945 durch Selbstmord der Verantwortung. Noch immer von einigen seiner treusten Generäle als „der Führer“ verehrt, ruhten auch nach dessen Tod die Waffen nicht.

Seit dem 5. Mai 1945 um 8. Uhr früh herrschte in Holland, Nordwestdeutschland, von der Emsmündung bis zur Kieler Förde sowie in Dänemark einschließlich der diesen Gebieten vorgelagerten Inseln Waffenruhe. Am 7. Mai 1945 erfolgte im obersten Hauptquartier der Alliierten in Reims die bedingungslose Kapitulation der deutschen Wehrmacht. Als dann am 8. Mai 1945 endlich die Waffen schwiegen, hatten mehr als 60 Mio. Menschen ihr Leben verloren. Die Gefallenen sämtlicher Nationen blieben auf den Schlachtfeldern zurück, Mütter weinten um ihre Söhne und Ehemänner. Wen der Krieg nicht hingerafft hatte, der starb auf der Flucht durch Hunger, Kälte oder Tieffliegerangriffe. Und die Welt erfuhr davon, was sich hinter den Zäunen unzähliger Lager abgespielt hatte. Von den Krematorien, von Vernichtungslagern, vom Tod von wenigstens 5,7 Mio. Juden, etwa 3 Millionen sowjetischen Kriegsgefangenen, dazu etwa 3-4 Mio. nichtjüdische Zivilisten, KZ-Einsassen, Häftlingen, Zwangsarbeitern und Deportierten.


Damit die Opfer und die Schreckenstage der blutigen Kampfhandlungen im März und April 1945 in unserer Region nicht in Vergessenheit geraten, hat sich die Kreisvolkshochschule Altenkirchen erneut dem Thema gewidmet und bietet eine Anzahl neuer Exkursionen auf den Spuren dieser letzten Kriegswochen an. Unter dem Motto “Geschichte ist kein Fall fürs Museum, sondern der Schlüssel für die Zukunft” wurde die folgenden Exkursionsreihe geplant, welche wir am Samstag, den 9. März 2019 mit einer Tagesfahrt ins Friedensmuseum nach Remagen eröffnen möchten. Am 16. März werden wir uns mit dem ersten Einsatz des I. Altenkirchener Volkssturmbataillons in der Nähe von Neustadt a.d. Wied beschäftigen. Dazu fahren wir zum Kloster Ehrenstein, wo sich unter anderem der Bataillonsgefechtsstand des Volkssturmes befunden hat. Ein weiteres Mal außerhalb des Kreis Altenkirchen sind wir bei Uckerath unterwegs. Hier standen neben verschiedenen anderen deutschen Verbänden die 363.- und 62. Volksgrenadier Divisionen im Kampf um die zur Festung erklärten Stadt. Nur kurz darauf waren beide Divisionen zwischen Betzdorf und Wissen entlang der Siegfront eingesetzt – die verschiedenartige Kriegsführung beider Divisionskommandeure werden wir in diesem Fall besonders beleuchten.

Sämtliche Exkursionen des ersten Halbjahres 2019, werden die weniger bekannten Kampfhandlungen südlich der Sieg 1945 hervorheben.

Um zeitnahe Anmeldung zu den Exkursionen wird gebeten.



Blick auf die Ludendorffbrücke von der Erpeler Seite. Im Hintergrund sehen wir Remagen. Foto: Signal Corps, National Archives, Washington USA.

Blick auf die Ludendorffbrücke von der Erpeler Seite. Im Hintergrund sehen wir Remagen. Foto: 7. März 1945 – Signal Corps, National Archives, Washington USA.

PictogrammWandern

1 – Tagesfahrt ins Friedensmuseum Remagen

Nachdem die von der Wehrmacht vorbereitete Sprengung der Ludendorff-Brücke am 7. März 1945 fehlgeschlagen war, eroberte eine Vorhut der 9. US Panzerdivision (PD) in Remagen die unzerstörte Brücke. Bis in die Abendstunden konnte so dauerhaft amerikanische Verstärkungen über die Brücke gebracht werden um einen ersten Brückenkopf auf dem Ostufer des Rheins zu bilden. Das Tor über den Rhein war geöffnet und die Ludendorff-Brücke war zur Schicksalsbrücke der deutsche Wehrmacht geworden.

Auf deutscher Seite war man erst zwischen dem 10. und 13. März dazu in der Lage, konzentrierte Gegenmaßnahmen einzuleiten. Obwohl die Angriffe des 53. deutschen Armeekorps besonders im Tagesverlauf des 13. März 1945 zu mehreren Erfolgen führten, war die deutsche Führung nicht dazu in der Lage, den Brückenkopf zu zerschlagen. Dafür mussten die Amerikanern erkennen, dass trotz des enormen Kräfteungleichgewichts die Wehrmacht noch immer kampffähig zuschlagen konnte, denn Angesichts der verheerenden Lage für die deutschen Verbände gingen sie zu einer hinhaltenden Verteidigung über, wodurch die Amerikaner sich jede strategisch wichtige Höhe und jeden Straßenzug regelrecht erkämpfen mussten.

Zwischen dem 11. und 14. März tagte in Rimbach das „Fliegende Standgericht West“ wo die vermeintlich Schuldigen am Verlust der Brücke zum Tode verurteilt und hingerichtet wurden. Drei Tage später stürzte die doch wenigstens stark beschädigte Ludendorff-Brücke schließlich ein, wobei 32 amerikanische Pioniere ihre Leben verloren und weitere 63 Mann verletzt wurden. Auswirkungen auf den Kriegsverlauf hatte dieser Unglücksfall keine mehr, denn bis dahin hatten knapp 25.000 amerikanische Soldaten und starke Panzerkräfte die Brücke passiert und Pionierbrücken waren über den Fluss gespannt worden, über die unaufhörlich Verstärkungen an die Front rollen. Am 25. März 1945 gelang es der 1. US Armee aus dem Brückenkopf von Remagen auszubrechen, doch trafen die amerikanischen Panzerspitzen auch im weiteren Verlauf auf dermaßen heftigen Widerstand, der, so wie bei Weyerbusch-Hasselbach, dazu führte, dass die Angriffe unter zum Teil recht hohen Verlusten zum Stillstand kamen.

Während dieser Tagesfahrt werden wir vormittags die Kriegsgräberstätte Ittenbach bei Königswinter besuchen. Hier haben 1.871 Gefallene des II. Weltkrieges ihre letzte Ruhestätte gefunden, darunter befinden sich viele der Toten, die ihr Leben während der Gefechte um die Sieg verloren haben.

Den meisten unbekannt ist, dass die Kriegsgräberstätte auch für amerikanischen Soldaten eine Trauerstätte gewesen ist, da sie zahlreiche ihrer Gefallenen aus den Kampfhandlungen um den Brückenkopf von Remagen, der Sieglinie, dem Ruhrkessel und aus dem Harz dort ebenfalls zur Ruhe betteten. Später wurden jedoch diese Gräber durch den amerikanischen Gräberdienst nach Margraten in den Niederlanden umgebettet. Im Anschluss an den Besuch der Kriegsgräberstätte werden wir die Weiterfahrt nach Remagen antreten, wo wir entweder gemeinsam oder jeder für sich das Mittagsessen zu sich nehmen können. Hiernach besichtigen wir das Friedensmuseum in den erhaltenen Brückentürmen der Ludendorff-Brücke. Sollten sich genügend Teilnehmer einfinden, wird eine Führung durch die Museumsräume stattfinden.

Am Nachmittag werden wir die Rückfahrt nach Altenkirchen antreten und, sofern das Zeitfenster es ermöglicht, noch einen Zwischenstopp im Bereich des damaligen Feldflughafens Eudenbach machen. Dort war das amerikanische 413. Infanterieregiment am 23. März 1945 auf die Reste der 9. Panzerdivision gestoßen. Beides Einheiten, die am späteren Kampf auf Altenkirchener Boden ihren Anteil hatten.

Wann: Samstag, 9. März 2019

Treffpunkt: Parkplatz Weyerdamm, 57610 Altenkirchen

ACHTUNG! Es ist geplant, diese Tagesfahrt mit einem Reisebus durchzuführen. Aus organisatorischen Gründen (zu wenige Anmeldungen bei der Kreisvolkshochschule) kann es passieren, dass KEIN BUS ZUR VERFÜGUNG steht. In dem Fall wird die Fahrt unter Bildung von Fahrgemeinschaften durchgeführt.

Zeitnah werden Möglichkeiten bekanntgeben, wo Sie sich der Gruppe anschließen können.

Wegstrecke: entfällt

Dauer: Tagesfahrt; Beginn ca. 9 Uhr in Altenkirchen

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


PictogrammWandern

2 – Altenkirchener Volkssturm im Frontabschnitt an der Wied

Nachdem die Amerikaner bei Remagen den Rhein überquert hatten, wurde im Kreis Altenkirchen das erste von zwei Volkssturmbataillonen aufgestellt. Nach einer kurzen Ausbildung wurde das I. Bataillon am 19. März 1945 in den Bereich südlich von Neustadt verlegt, wo die Reichsautobahn gesperrt werden sollte. Zunächst wurde das Bataillon dem Befehl des 74. Armeekorps unterstellt, doch bereits am 21. März wurde der Verband, der noch immer ungenügend bewaffnet und kaum ausgebildet war, von der Wehrmacht vereinnahmt und erhielt direkte Befehle durch die vor Ort eingesetzte 304. Volksgrenadier Division.

Unter dem stetigen amerikanischen Druck wurde die Front während der nächsten Tage bis an die Wied zurückgedrängt. Unmittelbar bevor die Amerikaner am 25. März zu ihrem Angriff aus dem Brückenkopf von Remagen heraus antraten, setzten sich die Reste der 340. deutschen Volksgrenadier Division aus der Frontstellung ab. Dem Volkssturm wurde allerdings das weitere Halten der Stellungen befohlen. Anstelle der Wehrmacht war nun der Volkssturm für das Halten und die Verteidigung des gesamten Frontabschnittes verantwortlich. Eine Aufgabe, die bereits von einer guten Infanteriedivision kaum zu bewältigen gewesen war, lag nun auf den Schultern eines Volkssturmbataillons, das sich aus alten Männern und 16 bis 17-jährigen Hitlerjungen zusammensetzte.

Ein sinnloser Unternehmen gegen einen zahlenmäßigen stark überlegenen Gegner, der mit Artillerie- und Panzerkräften zum Angriff angetreten war.

Diese Exkursion wird sich im Schwerpunkt mit den Gefechten um die Wiedlinie und den angrenzenden Mehrbach am 25. und 26. März 1945 befassen und versucht dabei die Rolle des I. Altenkirchener Volkssturmbataillons zu beleuchten.

Wann: Samstag, 16. März 2019, 13.30 Uhr

Treffpunkt: KVHS, 57610 Altenkirchen, Rathausstraße 12
dort nach Möglichkeit Bildung von Fahrgemeinschaften.

Weitere Anschlussmöglichkeiten:

Ab ca.    14.00 Ortseingang Flammersfeld

Parkplatz bei Norma

14.30 Uhr Parkplatz bei

Kloster Ehrenstein

Wegstrecke: etwa 6 Kilometer

Dauer: Bitte rechnen Sie für diese Exkursion wenigstens 4 Stunden ein.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


PictogrammWandern

3 – Kampf um die Festung Uckerath

Am 25. März 1945 geht amerikanische Infanterie behutsam vor auf der Suche nach Heckenschützen in dem schwer geschädigten Uckerath. Der Kriegsberichterstatter Hurley vom Signal Corps der US Armee hat die Szenerie im Bild festgehalten.

Am 25. März 1945 geht amerikanische Infanterie behutsam vor. Sie befinden sich auf der Suche nach Heckenschützen in dem schwer geschädigten Uckerath. Auf der Straße vor ihnen liegt ein gefallener Soldat. Der amerikanische Kriegsberichterstatter Raymond Hurley aus Hamilton / Ohio hat als Angehöriger der 1. US Armee die Szenerie für das Signal Corps im Bild festgehalten.

Am 25. März 1945 waren die Amerikaner zu ihrem Großangriff aus dem Brückenkopf von Remagen angetreten. Für den gleichen Tag hatte die deutsche Führung einen eigenen Gegenangriff im Bereich zwischen Uckerath und Buchholz geplant, der die amerikanischen Verbände tief in der Flanke treffen sollte. Dabei trafen während der frühen Morgenstunden starke amerikanische und deutsche Panzerkräfte aufeinander. Es kam zu hohen Verlusten, die sich besonders entlang der B8 durch tiefschwarze Rauchsäulen, die sich dem Himmel entgegenreckten, abzeichneten. Unter stetigem Druck war vor allen Dingen die Kampfgruppe Hudel in verlustreiche Gefechte verwickelt worden und verbrauchte dabei einen Großteil ihrer Panzerreserven.

Um bereits vor dem eigentlichen Angriffsbeginn schon Einheiten der stark überlegenen Amerikaner zu binden, wurde die Stadt Uckerath schon am 24.3.1945 zur Festung erklärt. Zur Verteidigung standen hauptsächlich die 363. Volksgrenadier Division (VGD) und die Reste der 62. Volksgrenadier Division zur verfügung. Der deutsche Oberst Arthur Jüttner, Kommandeur der 62. VGD, wurde zum Kampfkommandant der Festung Uckerath ernannt. Er erhielt den Befehl, mit sämtlichen greifbaren Verbände die Stellung zu halten. Während der Nacht zum 25. März drangen Infanteristen der 1. US-Infanteriedivision in den Ort ein, um den noch am frühen Morgen erbittert gekämpft wurde.

Nachdem die Kampfhandlungen beendet waren, legte man in Uckerath einen Ehrenfriedhof an, auf dem 422 Gefallene ihre letzte Ruhestätte gefunden hatten.

Während dieser Exkursion werden wir uns an eine der ehemaligen Frontstellungen der 363. VGD am Hanfbach begeben, die hier mit dem Leverkusener Volkssturm im Einsatz gestanden hatte.

Wann: 30. März 2019 – 13.00 Uhr

Treffpunkt: 13.00 Uhr KVHS 57610 Altenkirchen, Rathausstraße 12

Weitere Anschlussmöglichkeiten:

 Ab ca.                   13.30 Uhr B8, Edeka-Markt in Weyerbusch

                              14.30 Uhr Kriegsgräberstätte in Uckerath

Wegstrecke: je nach Wunsch der Teilnehmer zwischen 5 und 12 Kilometer

Dauer: Wenigstens drei Stunden

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


PictogrammWandern

4 – Letzte Gefechte um die PaK-Linie bei Weyerbusch

Während die Amerikaner ihren Angriff am 25. März 1945 aus dem Brückenkopf von Remagen vorantrieben, erhielt der Kommandeur des LIII. Armeekorps, General Fritz Bayerlein, den Befehl, eine Widerstandlinie zwischen Weyerbusch und Flammersfeld zu errichten, die die Spitzen der 3. US-Panzerdivision zum Stillstand bringen und in die Abwehr zwingen sollte. Obwohl nur schwache Kräfte zusammengezogen und in Stellung gingen, war es den deutschen Kampfgruppen möglich, die Panzerspitzen, zum Teil im Nahkampf aufzuhalten und den Angriff vollends zum Stillstand zu bringen. Die Soldaten der 3. US-PD waren gezwungen, sich neu zu formieren und konnten den Widerstand entlang dieser PaK-Linie (Pak=Panzerabwehrkanone) erst im Verlauf des nächsten Tages zerschlagen. Erst danach eroberten sie Weyerbusch und drangen von dort aus über Marenbach in Richtung Rimbach vor, während die amerikanische Infanterie von Werkhausen aus durch das unwegsame Waldgebiet in Richtung Leuscheid vorging. Obwohl sich die Masse der deutschen Soldaten auf der Flucht befand, waren hier und dort Nachhuten verblieben, die sich den Amerikanern entgegen stellten und letzten Widerstand leisteten. Dennoch konnten Soldaten der 1. US-Infanteriedivision ein umfangreiches Munitionsdepot und eine Panzerwerkstatt erbeuten.

Diese Exkursion wird sich mit Schwerpunkt den Waldkämpfen nördlich von Weyerbusch widmen, die sich während des 26. März 1945 ereigneten. Darüber hinaus werden wir uns über den Einsatz eines neuen, schweren deutschen Mörsers unterhalten, dessen Feuerleitstelle sich seit dem 17./18. März 1945 in Marenbach befunden hatte und in dem Bereich zum ersten Mal an der Westfront zum Einsatz gekommen ist.

 Wann: 13. April 2019 – 14.30 Uhr

Treffpunkt: wird zeitnah bekannt gegeben – 57635 Weyerbusch

Wegstrecke: ca. 6 Kilometer

Dauer: 3-4 Stunden

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


PictogrammWandern

5 – Die Panzersperre bei Schöneberg

Erst nachdem die 3. US Panzerdivision zwischen Diefenau und Rott einige Verluste hingenommen hatte, konnten sie Flammersfeld erobern. Am Folgetag, dem 26. März 1945, nahmen die amerikanischen Panzer den Angriff in Richtung Altenkirchen wieder auf. Drei Angriffskolonnen rollten ihrem Ziel Altenkirchen entgegen. Auf deutscher Seite hatte die 9. Panzerdivision Teile abgestellt, um aus einer mobilen Widerstandslinie heraus die Amerikaner aufhalten bzw. deren Marschtempo zu verlangsamen.

Zudem waren diverse Straßensperren eingerichtet worden, an denen die amerikanischen Panzer zum Stillstand gebracht werden sollten. Um dieser Gefahr Herr zu werden, waren amerikanische Infanterieeinheiten abgestellt worden, die darauf spezialisiert waren, solche Straßensperren aufzuspüren und auszuschalten. Eine dieser Sperren befand sich zwischen Schöneberg und Bergenhausen, eine weitere war direkt in der Nähe von Schöneberg.

Noch unmittelbar bevor amerikanische Panzer in das durch Bomben getroffene Neitersen einrollten, zeigte sich deren Infanterie bereits in der Nähe von Schöneberg. Hierbei kam es zu Kampfhandlungen, die am Tagesende mehrere junge Menschenleben einforderten.

Diese Exkursion behandelt die Gefechte, die in der Gegend rund um Neitersen und während der Eroberung von Schöneberg stattfanden.

Wann: 27. April 2019 – 14.30 Uhr

Treffpunkt: wird zeitnah bekannt gegeben – 57638 Schöneberg

Wegstrecke: ca. 6,5 Kilometer

Dauer: Etwa 4 Stunden

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


PictogrammWandern

6 – Letzer Widerstand bei Bachenberg und Busenhausen

Nachdem Altenkirchen am 26. März 1945 durch die 3. US Panzerdivision eingenommen werden konnte, befand sich die Masse der deutschen Truppen auf dem Rückzug. Trotz allem hatte der Befehl noch immer Gültigkeit, dass schwere Waffen, die dringend benötigt wurden, auf keinen Fall in amerikanische Hand fallen durften. Zu diesen schweren Waffen gehörten Artillerie- und Flak-Geschütze, gleichermaßen wie auch Panzerfahrzeuge.

Bei Bachenberg war am frühen Morgen ein Panzer IV der 3. Panzergrenadier Division mit Kettenschaden liegen geblieben. Soldaten eines im Bereich eingesetzten Pionierbataillons waren abgestellt worden, den Nahschutz zu garantieren, während man unter amerikanischen Beschuss versuchte den Panzer wieder flott zu machen.

Während dieser Exkursion werden wir uns besonders mit den Einsätzen des Pionierbataillons der 3. Panzergrenadier Division befassen, die zwischen Kettenhausen und Niedererbach in Stellung waren.

Darüber hinaus werden wir einen Einblick in die Arbeit des Sprengkommandos Forneberg erhalten. Das Sprengkommando Forneberg war in unserer Region der Vorläufer des heutigen Kampfmittelräumdienstes. Das Kommando hatte schon in der frühen Nachkriegszeit die Arbeit aufgenommen hatte und versucht einen Neubeginn zu ermöglichen, bei dem sich nicht Tag für Tag Kinder und Jugendliche beim Hantieren mit Munition und anderen Hinterlassenschaften in die Luft jagen.

Wann: 4. Mai 2019 – 14.30 Uhr

Treffpunkt: K 37, Friedhof bei 57610 Bachenberg

Wegstrecke: etwa 5 Kilometer

Dauer: ca. 3 1/2 Stunden

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


PictogrammWandern

7 – Weitefeld – I von II – Der amerikanische Vorstoß “Die Amis kommen!”

Nachdem die Amerikaner am 26. März 1945 die letzten Verteidigungsstellungen der 15. deutschen Armee zerschlagen konnten, war Altenkirchen gefallen und der Vorstoß bis nach Hachenburg ausgeweitet worden. Auf deutscher Seite standen keine Kräfte mehr zur Verfügung, die sich den starken Panzerkräften entgegen stellen konnten. Der Zusammenbruch der Frontlinie war vollkommen und die geschlagenen Wehrmachtsverbände befanden sich auf der Flucht.

Besonders während der Nachtstunden zum 27. März rollten immer wieder deutsche Fahrzeuge aus Richtung Elkenroth durch Weitefeld um sich über Niederdreisbach in nördliche Richtung abzusetzen. Zu dieser Zeit befanden sich bereits amerikanische Panzerspitzen im Wald in der Nähe von Nauroth, wo sie die Nacht verbracht hatten. Wer jetzt noch auf deutscher Seite in den naheliegenden Dörfern war, wartete entweder auf Sprit, um in letzter Sekunde das Weite zu suchen oder auf die Amerikaner, um sich zu ergeben oder um einen letzten, wahnsinnigen Widerstand zu wagen.

In der Frühe des 27. März wurde Elkenroth von den Amerikanern kampflos eingenommen und eine letzte Fahrzeugkolonne setzte sich ab in Richtung Weitefeld. Diesen Soldaten hatte der Amerikaner noch einen letzten Abschiedsgruß in Form von Karabiner-Salven hinterher geschickt. Hiernach nahmen die US-Soldaten ihren Vormarsch nach Weitefeld wieder auf. In Höhe der Sandmühle stießen sie auf einen deutschen Panzer, der seit dem Vorabend dort auf benötigten Kraftstoff wartete. Nach einer kurzen Schießerei begaben sich die deutschen Soldaten in alliierte Gefangenschaft und der weitere Vormarsch wurde wieder aufgenommen.

Noch bevor die Amerikaner an Weitefeld herangekommen waren, setzte deutsches MG-Feuer ein, wodurch die Infanterie runter von der Straße musste. Entlang des Bahndammes bahnten sie sich ihren Weg in den Ort, wo deutsche Grenadiere sich eingegraben hatten und den Angriff bereits erwarteten.

Diese Exkursion befasst sich mit den Gefechte, die sich während der Einnahme des Ortes ereigneten.

Wann: 18. Mai 2019 – 14.30 Uhr

Treffpunkt: Sportplatz zwischen 57586 Weitefeld und Elkenroth

Wegstrecke: etwa 5 Kilometer

Dauer: etwa 3 – 4 Kilometer

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


PictogrammWandern

8 – Weitefeld – II von II – Das letzte Gefecht

Nachdem die Amerikaner aus Elkenroth kommend gegen Weitefeld vorgingen, schlug ihnen dort heftiges deutsche Feuer von einer deutschen Kampfgruppe entgegen, die sich im Bereich der südlich gelegenen Höhe eingegraben hatten. Die Kampfgruppe erhielt artilleristische Unterstützung durch eine schnell zusammengefasste Feuerlinie, die im Bereich „Herrig“ in Stellung befohlen war. Der gemeinsame Auftrag lautete: „Den Amerikaner aufhalten!“ damit sich die zurückziehende, eigene Truppe hinter die Sieg absetzen konnten.

Noch während sich in Weitefeld der deutsche Widerstand versteifte, wurde eine Abordnung der 3. US-Panzerdivision, die über Nacht bei Nauroth im Wald gestanden hatte, über Neunkausen gegen Weitefeld und die Geschützlinie in Richtung Friedwald angesetzt. Hierbei stieß die amerikanische Kompanie bereits kurz nach Angriffsbeginn auf den Widerstand der zuvor hastig errichteten Verteidigungslinie. Gleich nach ihrem Eingreifen hatte die Kompanie bereits einen ihrer Sherman-Panzer verloren.

Diese Exkursion beginnt an der Kreisstraße 111 in der Nähe der Firma „Muhr und Bender“ und wird zu den Örtlichkeiten dieses letzten Widerstandes führen.

Wann: 25. Mai 2019 – 14.30 Uhr

Treffpunkt: K111, am Feldweg bei der Firma Mubea in 57586 Weitfeld

Wegstrecke: etwa 5 Kilometer

Dauer: Etwa 3 bis 4 Stunden

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


PictogrammWandern

9 – Kriegsereignisse am ehemaligen Truppenübungsplatz Stegskopf

Ausbildungstage der Hilterjugend im Reichsausbildungslager (RAB) Prinz Eugen.

Juni 1944 – Ausbildungstage der Hitlerjugend im Reichsausbildungslager (RAB) Prinz Eugen, heute eher bekannt unter “Truppenübungsplatz Stegskopf. Man achte bitte besonders auf den rechten Schützen. Genaue Aufklärung dazu und wer die beiden im Foto sind und was aus ihnen wurde, werden wir während der Exkursion am 1. Juni 2018 genau erläutern.

Heute ist nur wenig über die Geschichte des ehemaligen Truppenübungsplatzes Stegskopf während des Zweiten Weltkrieges bekannt. Dafür ist die jüngere Geschichte des besonders präsent in der Erinnerung. Die Franzosenzeit nach dem Zweiten Weltkrieg und die Nutzung seitens der Bundeswehr bis zur Aufgabe des Übungsgeländes dürfte im Vordergrund der Erinnerungen stehen. Allerdings reicht die Nutzung des Truppenübungsplatzes bereits viel weiter zurück. Schon zu Kaiserzeiten unterlag das Gelände einer (teil-)militärischen Nutzung, bei der Militär- und Polizeimanöver durchgeführt wurden. Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges erinnerte sich die Wehrmachtsführung an das Gelände und ließ Infanteriedivisionen in dem Bereich Manöver durchführen, wobei selbst mit Artilleriefeuer Zielschießen durchgeführt wurde. Ab August 1943 wurde der Standort zum festen Bestandteil für Offiziersbewerber, die sich aus freiwilligen Luftwaffenhelfern rekrutierten. Diese jungen Burschen wurden besonders in der taktischen Geländeausnutzung und der Feuerkampfführung bodenständiger Infanterieeinheiten geschult; hierzu wurden zum Teil auch zu den bereits bestehenden, auch noch neue Schießbahnen angelegt. Etwa zur gleichen Zeit hatte Reichsjugendführer Artur Axman das Ausbildungszentrum „Prinz Eugen“ für Sonderlehrgänge in der Hochfrequenzfunktechnik für die Hitlerjungend eröffnet. Zudem nutzte die in Siegen stationierte Wehrmachtseinheit das Gelände seit Anfang der 1940 Jahre verstärkt zu regulären Ausbildungszwecken.

Nach dem im Herbst 1944 die Aufstellung des Deutschen Volkssturm befohlen wurde, erfolgte ab Anfang 1945 eine zusätzliche Nutzung durch den Volkssturm. Es wurde Geländeausbildung, MG-Schießen und besonders der Einsatz und die Nutzung von Minen und Panzerfäusten ausgebildet. Hierbei sollten Panzerjagdkommandos ausgebildet werden, die den gravierenden Fehlbestand an schweren Geräten ausgleichen sollte.

Ende März 1945 wurden Teile des südöstlichen Geländes dann auch noch zum direkten Kampfgebiet. Nachdem die Verbände der amerikanischen 1. US Armee aus dem Brückenkopf von Remagen ausgebrochen waren und über Bad Marienberg in Richtung Haiger vorstießen, schlug ihnen deutsches Feuer entgegen.

Diese Exkursion wird entlang der freigegebenen Wegstrecke an einige der Örtlichkeiten der dieser letzten Kriegsereignisse führen.

Wann: 1. Juni 2018 – 14.30 Uhr

Treffpunkt: Am Friedhof, 56472 Nisterberg,

Wegstrecke: Zwischen 8 und 10 Kilometer

Dauer: etwa 4 1/2 Stunden

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


Rote Marker = Veranstaltung steht bevor.
Blaue Marker = Veranstaltung wurde bereits durchgeführt.
Sie können sich in der Karte eine Wegbeschreibung zu den Veranstaltungen gleich anzeigen lassen.


 

 


Veranstaltungsreihe zum Kriegsende vor 73 Jahren wird fortgesetzt

Das Ende des Zweiten Weltkriegs liegt 73 Jahre zurück. Am 7. März 1945 waren die Amerikaner dazu in der Lage, in Remagen die Ludendorff-Brücke zu erobern. Damit war der Rhein überschritten und die Amerikaner bildeten einen ersten Brückenkopf auf dem Ostufer des Flusses. Ein historischer Schritt war gelungen, der dazu führte, dass der Krieg an der gesamten Westfront wesentlich verkürzt wurde. Dafür wurde allerdings das Siebengebirge, der Westerwald und später das Siegerland unmittelbar in die Kampfhandlungen einbezogen. Am 25. März 1945 brach die 3. US Panzerdivision aus dem Brückenkopf aus, Altenkirchen wurde am nächsten Tag erobert.

Wenige Tage später war das gesamte Ruhrgebiet durch die 1.- und 9. US-Armeen umzingelt worden und die Heeresgruppe B war mit rund 325.000 Mann in dem so genannten Ruhrkessel eingeschlossen. Die Südfront dieses Kessels bildete die Sieg.

Am 6. April setzten die amerikanischen Verbände zum Großangriff gegen die Sieglinie an und begannen damit, die eingeschlossenen Truppen systematisch zu zerschlagen; schon 10 Tage später stießen sie gegen Düsseldorf vor. Mehrere Übergabeaufforderungen waren bis dahin kategorisch abgelehnt worden, dennoch kam es zur Kapitulation der eingeschlossenen Resteinheiten. Generalfeldmarschall Walter Model, der Kommandeur der Heeresgruppe B, erschoss sich am 21. April 1945 in der Nähe von Duisburg.

Nachdem Verbände der 1. US-Armee Altenkirchen erobert haben, rollen pausenlos Nachschub-LKWs durch die Kreisstadt.

Nachdem Verbände der 1. US-Armee Altenkirchen erobert haben, rollen pausenlos Nachschub-LKWs durch die Kreisstadt.

Damit die Opfer und die Schreckenstage der blutigen Kampfhandlungen im März und April 1945 in unserer Region nicht in Vergessenheit geraten, hat sich die Kreisvolkshochschule Altenkirchen erneut dem Thema gewidmet und bietet eine Anzahl neuer Exkursionen auf den Spuren der letzten Kriegstage an. Unter dem Motto Geschichte ist kein Fall für das Museum, sondern der Schlüssel für die Zukunft haben wir nun gemeinsam die folgenden Exkursionen geplant.

Der thematische Schwerpunkt dieser acht folgenden Exkursionen wird besonders die Kampfhandlungen um die Sieglinie beleuchten. Dabei soll aufgezeigt werden, dass der Großteil dieser Gefechte nicht auf Basis der Materialüberlegenheit der Amerikaner ausgetragen wurde, sondern dass die GIs auch noch kurz vor Kriegsende selbst ihren “Kopf hinhalten mussten”.



Um zeitnahe Anmeldung zu den Exkursionen wird gebeten.


1 – Alsdorf – das letzte Gefecht

 

Durch amerikanische Pioniere errichteter Steeg über die Heller in Alsdorf.

Durch amerikanische Pioniere errichteter Steeg über die Heller in Alsdorf.

Nachdem die Truppen der 1. US Armee aus dem Brückenkopf von Remagen ausgebrochen waren, unternahmen sie Ende März 1945 erste Vorstöße in Richtung Sieg. Aus Richtung Steineroth kommend, hatten amerikanische Soldaten bereits während der Nacht zum 30. März 1945 einen Beobachtungsposten im Bereich der heutigen Grillhütte eingerichtet. Am frühen Morgen nahmen die Amerikaner ihre Angriffe wieder auf um weiter in Richtung Sieg vorzumarschieren. Gleich während des ersten Vorstoßes am frühen Morgen in Richtung Alsdorf verloren die Amerikaner einen Jeep durch Panzerfaustbeschuss. Hiernach gelangte der Zweite Weltkrieg unmittelbar auch in den Ort.

Bei dieser Exkursion werden wir uns mit den Kampfhandlungen in Alsdorf befassen und danach zum Teil der Route folgen, wie ihn die amerikanische Baker-Kompanie des 28. US Infanterieregimentes nahm, um den Ort zu erobern.

Wann: Samstag, 8. September 2018, 14,30 Uhr

Treffpunkt: Parkplatz am Beginn der Industriestraße in 57518 Alsdorf

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


2 – Wie der Krieg in Wingendorf zu Ende ging

In Betzdorf war der Molzberg nach heftigen Gefechten erobert worden und noch bevor am 4. April eine Kompanie des 28. US Infanterieregimentes der 8. US Infanteriedivision gegen Wallmenroth vorgehen sollte, waren bereits andere Teile des Regimentes dabei, den Brückenkopf in Richtung Wingendorf auszuweiten. Hierdurch sollten die Verbindungen zur Frontlinie unterbunden werden, da man befürchtete, in Wallmenroth auf heftigen Widerstand zu stoßen.

Während dieser Exkursion wird die Eroberung von Wingendorf dargestellt und auf die Begebenheiten des 6. Aprils eingegangen, als die amerikanischen Verbände zum Großangriff über die Sieg antreten.

Wann: Samstag, 15. September 2018, 14.30 Uhr

Treffpunkt: Friedhof im Glotzhardtweg, 57548 Wingendorf

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


3 – Katzwinkel – Der amerikanische Großangriff

Unter deutsches Feuer geratene US-Soldaten.

Unter deutsches Feuer geratene US-Soldaten. In der linken Bildmitte erkennen wir Sanitätssoldaten bei der Arbeit.

In der Nacht zum 1. April 1945 hatten die Amerikaner erfolglos versucht, die Sieg bei Wallmenroth zu überqueren. Aus diesem Grund mussten sie die Sieg bei Betzdorf überschreiten, wo es während der nächsten Tage zu heftigen Gefechten um den Molzberg kommen sollte. Am 4. April drangen die Amerikaner nach Wallmenroth und WIngendorf vor und bauten so ihre Brückenkopf stetig weiter aus.

Am frühen Morgen des 6. Aprils 1945 setzte heftiges Artilleriefeuer entlang der gesamten Siegfront ein. Dies war das Startsignal für die amerikanische Infanterie zum Großangriff überzugehen.

Diese Exkursion befasst sich im Schwerpunkt mit den Waldkämpfen des 6. April 1945.

Wann: Samstag, 22. September 2018, 14.30 Uhr

Treffpunkt: Alte Poststraße bei Kalteich, zwischen 57584 Wallmenroth und 57581 Katzwinkel

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


4 – Panzerkampf bei Diedenberg

Die Nacht zum 6. April 1945 war auf deutscher Seite geprägt durch Umgruppierungen und Schwerpunktbildungen entlang sämtlicher Fronten im gesamten südlichen Ruhrkessel. Rückwärtige Bereiche wurden aufs Neue durchgekämmt, um noch in den Kampf werfen zu können, wer greifbar war. Kanoniere, für die keine Artillerie mehr zur Verfügung standen, wurden dem infanteristischen Kampf zugewiesen.

Als in den frühen Morgenstunden das amerikanische Artilleriefeuer einsetzte, war den deutschen Soldaten klar, dass nun der nächste große Angriff bevorstand. Nachdem das Trommelfeuer verstummte, setzten sich die amerikanischen Soldaten in Bewegung. Im Verlauf des weiteren Tages kam es fast überall entlang der Front zu kleineren und größeren Gefechten. Dennoch konnte an den meisten Bereichen die deutsche Verteidigung einfach überrannt werden, anderenorts zogen sich die Deutschen unter hinhaltenden Widerstand zurück.

In der Nähe von Diedenberg waren die Reste einer deutschen Panzerjäger Abteilung in Stellung gegangen und erwarteten den durch Sherman-Panzer unterstützten Amerikaner.

Während dieser Exkursion stehen besonders die Ereignisse des 6. April 1945 im Fokus.

Wann: Samstag, 29. September 2018, 14.30 Uhr

Treffpunkt: Am Wasserbehälter bei 57548 Diedenberg

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


5 – Gefechte um Brühlhof und der Vorstoß nach Freusburg

Nachdem bei Kirchen die Sieg überquert war, entwickelten sich um Brühlhof und später um Grindel mehrere Gefechte. Erst nachdem dieser Widerstand eingestellt wurde, konnte der eigentliche Angriff in Richtung Freusburg ausgeweitet werden. Der Ort war auf amerikanischer Seite als Ausgangspunkt zur Bildung eines Brückenkopfes erkoren worden.

Das Augenmerk wird während dieser Exkursion auf den Ereignissen der Eroberung von Brühlhof und dem anschließend Vormarsch nach Freusburg liegen.

Wann: Samstag, 6. Oktober 2018, 14.00 Uhr

Treffpunkt: Kreuzungsbereich Am Buschert und Bahnstraße in 57548 Kirchen

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


6 – Der bei Wissen gefallene Ritterkreuzträger Otto Weimer

Ende März 1945 waren die Verbände der 1. US Armee aus dem Brückenkopf von Remagen durch die Front der 15. deutschen Armee weit in östliche Richtung durchgebrochen.

Oberleutnant Otto Weimer

Oberleutnant Otto Weimer

Nach dem 27. März konnte diese Angriffe nichts mehr stoppen und die deutschen Verbände befanden sich auf der Flucht hinter die Sieg. Die deutsche Führung entschloss sich am 29. März 1945 dazu, die Sieg in ihrer gesamten Länge höchst offiziell zur Frontlinie zu ernennen. Um diese Linie spielten sich bis einschließlich den 6. April 1945 schwere Gefechte ab.

Der südliche der Sieg gelegene Ortsbereich wurde durch die Amerikaner besetzt und über den Sandberg drangen sie in den Ortsteil Brückhöfe ein, wo sie einen Brückenkopf bilden konnten. Dieser Brückenkopf wurde für einige Tage zum Schauplatz heftiger Gefechte.

Diese Exkursion wird die Ereignisse bis zum 6. April 1945 behandeln und dabei besonders die Lage des deutschen Grenadierregiments 957 (GR) beleuchten, welches dort im Einsatz war.

Wann: Samstag, 13. Oktober 2018, 14.00 Uhr

Treffpunkt: Am Mühlengraben in 57537 Wissen

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


7 – Deutscher Gegenstoß bei Bitzen

Nachdem der amerikanische Großangriff über die Sieg am 6. April 1945 ins Rollen gekommen war, konnten sie gleich mehrere Kilometer tief aus ihren tagelang umkämpften Brückenköpfen vorstoßen. Obwohl sie hierbei noch teilweise auf deutschen Widerstand stießen, waren ihre Angriffsbewegungen durch nichts mehr aufzuhalten.

Trotzdem stellten sich ihnen immer wieder zusammengefasste Kampfgruppen oder einzelne, kleinere Einheiten in den Weg, um einen letzten und aussichtslosen Kampf zu führen.

So kam es auch am 6. April 1945 in Bitzen zu einem letzten Aufbäumen von Resten des Panzergrenadierregimentes 111 der 11. Panzerdivision. Um 8 Uhr am Morgen hieß es „Wir sind umgangen!“  Geführt durch einen Leutnant trat man zu einem Gegenstoß an. Als am späten Nachmittag die Kämpfe eingestellt waren, säumten tote und verwundete Soldaten beider Seiten die Wege.

Dieses Mal referiert Ralf Anton Schäfer über die letzten Gefechte um den Sieg-Abschnitt im Bereich des 111. Panzergrenadierregimentes und berichtet hierbei über die Begebenheiten zwischen dem 1. und 6. April 1945.

Wann: Samstag, 20. Oktober 2018, 14.00 Uhr

Treffpunkt: Friedhof in Zum Rödert, 57539 Bitzen

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


8 – Letzter Widerstand bei Freudenberg


Der Giebelwald und der Verlauf der Sieg waren seit Anfang April 1945 zur Hauptkampflinie geworden, um die erbittert gekämpft wurde. Bei Wissen, Betzdorf, Freusburg und  Gosenbach konnten amerikanischen Verbände die Sieg überqueren und auf dem Nordufer des Flusses Fuß fassen.

Auf deutscher Seite wurde ein großangelegter Gegenangriff befohlen, der die amerikanischen Brückenköpfe zerschlagen sollte. Diese Maßnahmen waren zum Teil von Erfolg gekrönt, so dass die Amerikaner wenigstens ihre Brückenköpfe in Gosenbach und in Brückhöfe aufgeben mussten. Jedoch trat hierdurch kaum eine Erleichterung ein, da die Angriffe die letzten deutschen Reserven aufgebraucht hatten.

Bereits am nächsten Tag war der zuvor zurückeroberte Raum wieder in amerikanische Hand gefallen. Die Initiative lag erneut bei den Amerikanern, die am 6. April zum Großangriff in den Ruhrkessel angetreten waren. Von in Gefangenschaft geratenen deutschen Soldaten hatten die Amerikaner erfahren, dass Freudenberg ein Sammelplatz von zwei deutschen Divisionen war. Noch am 7. April befanden sich in und um den Ort mehr als 2000 deutsche Soldaten.

Diese letzte Exkursion in diesem Jahr wird die Ereignisse vom 8. April 1945 aufgreifen. An diesem Tag wurde Oberfischbach erobert und der Vormarsch in Richtung Freudenberg wurde vorangetrieben.

Wann: Samstag, 27. Oktober 2018, 14.00 Uhr

Treffpunkt: Parkplatz rechts der Dirlenbacher Straße zwischen 57258 Dirlenbach und Oberasdorf

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


Für die Exkursionen wird jeweils eine Teilnehmergebühr in Höhe von 5 Euro erhoben.
Anmeldungen nimmt die Kreisvolkshochschule unter Telefon 0 26 81/ 81- 22 12 oder per E-Mail unter kvhs@kreis-ak.de entgegen.
Hier sind auch weitere Informationen erhältlich.


Rote Marker = Veranstaltung steht bevor.
Blaue Marker = Veranstaltung wurde bereits durchgeführt.
Sie können sich in der Karte eine Wegbeschreibung zu den Veranstaltungen gleich anzeigen lassen.


 

 

Im neuen Gewand

Heute startet offiziell die Seite in einem neuen Style. Der Quellcode unserer Seiten wurde neu programmiert, dem einen oder anderen ist sind diverse optische Änderungen bereits aufgefallen. Aber auch unter “der Motorhaube” haben wir diverse Änderungen vorgenommen. So werden die Inhalte der Seiten jetzt schneller geladen. Darüber hinaus haben wir die Anbindung der Gefallenendatenbank überarbeitet und verschiedene neue Inhalte eingefügt. Allerdings sind innerhalb des eingebundenen Kartensystems noch nicht alle Inhalte aktualisiert – das bedarf noch ein wenig an Handarbeit, die letzten Verknüpfungen auf den aktuellen Stand zu bringen.

Wenn jemand Ergänzungen weiß oder Fehler entdeckt, freuen wir uns natürlich besonders über entsprechende Hinweise. Darüber hinaus bitte, an der Umfrage rechts (bzw. bei Mobil-Phone am Ende der Seite) teilzunehmen. Damit versuchen wir, diese Seiten weiter an Ihre Bedürfnisse anzupassen.

Das nächste Update soll enthalten...

View Results

Loading ... Loading ...

Abschließend möchte ich besonders auf die folgende Internetseite hinweisen, welche meine Frau Rebecca betreut. Ihr ist es nämlich zu danken, dass manche handschriftlichen Hinweise in Kriegstagebüchern oder persönliche Niederschriften lesbar wurden. Wenn jemand Unterstützung beim Entziffern alter Texte benötigt, dem kann hier geholfen werden.

Klick aufs Bild öffnet Seite in einem neuen Fenster.

Klick aufs Bild öffnet Seite in einem neuen Fenster.

 

Gut Ding braucht Weile

Letzte Woche habe ich ja Mal ausprobiert wie stabil eigentlich so ein menschliches Schienbein ist. Langer Rede kurzer Sinn – der Knochen ist schon recht stabil, aber eben leider nicht stabil genug! Gebrochen ist gebrochen, das wissen auch die Ärzte, die meinen Unterschenkel operieren mussten. Die Diagnose lautet komplizierter Dreifachbruch, wodurch ich natürlich wenigstens für die nächste Zeit, sagen wir mal „ein wenig gebremst sein werde“. Ich bin zwar auf Krücken und mit einem Rollstuhl halbwegs mobil, aber eben nicht ausreichend mobil genug um die geplante Veranstaltungsreihe durchführen zu können.

Auf Grund der schwere und der Art der Verletzung werden auch kleinere Wanderungen erst Mal ein Tabu-Thema sein, was uns zu dem Punkt bringt, dass die anstehende Exkursionsreihe leider restlos abgesagt bzw. auf einen unbekannten Zeitraum verschoben werden muss. Sämtliche Gehversuche sind für die nächsten sechs Wochen tabu; dann erst darf ich damit beginnen, meinen Fuß langsam wieder zu belasten. Bis ich wieder richtig oder nur gut gehen kann, wird sicher einiges an Zeit vergehen und sobald ich dann wieder Fit genügend sein werde, werden neue Termine für die Veranstaltungen hier bekannt gegeben.

Der Ausspruch “Hals- und Beinbruch” kommt vielleicht gelegen – oder ungelegen. Ich habe mir zwar nicht den Hals gebrochen und hoffe jetzt, dass das nicht Grundvoraussetzung für ein bisschen mehr Glück ist. Hoffentlich reicht das Bein???

Vielen Dank

Viele Grüße und besten Dank für Euer Verständnis

Euer

Ralf Anton Schäfer

PS: Falls sich jemand genötigt sieht, Blumen zu schicken… I dont like Flowers… Aber meiner Frau stände jetzt schon der eine oder andere Straus Blumen zu. Denn ohne ihre Hilfe würde ich viele Dinge des sonst so selbstverständlichen Alltags nicht ohne weitere Bestehen.

Veranstaltungen zum Kriegsende vor 73 Jahren

ACHTUNG – die gesamte Veranstaltungsreihe musste abgesagt werden! Weiteres finden Sie hier – Gut Ding braucht Weile!

Beinahe 73 Jahre liegt das Ende des Zweiten Weltkrieges zurück. Die Amerikaner setzten am 7. März 1945 in Remagen über den Rhein und bildeten einen ersten Brückenkopf auf dem Ostufer des Flusses. Damit war ein historischer Schritt gelungen, der dazu führte, dass der Krieg an der gesamten Westfront wesentlich verkürzt wurde. Nachdem die dauerhaften Gefechte um den Remagener Brückenkopf zu einer blutigen Niederlage geführt hatten, wurde Altenkirchen am 26. März 1945 durch amerikanische Verbände erobert. Bereits wenige Tage später wurde das Ruhrgebiet umzingelt, wobei die gesamte Heeresgruppe B mit rund 325.000 Mann in dem so genannten Ruhrkessel eingeschlossen wurde. Die Südfront dieses Kessels bildete die Sieg in ihrer gesamten Länge. Am 6. April setzten die amerikanischen Verbände zum Großangriff gegen die Sieglinie an und begannen damit, die eingeschlossenen Truppen systematisch zu zerschlagen; schon 10 Tage später stießen sie gegen Düsseldorf vor. Mehrere Übergabeaufforderungen waren bis dahin kategorisch abgelehnt worden, dennoch kam es zur Kapitulation der eingeschlossenen Resteinheiten. Generalfeldmarschall Walter Model, der Kommandeur der Heeresgruppe B, erschoss sich am 21. April 1945 in der Nähe von Duisburg.

Während Berlin im blutigem Straßenkampf unterging, entzog sich Adolf Hitler am 30. April 1945 durch Selbstmord der Verantwortung. Noch immer von einigen seiner treusten Generäle als „d e r  F ü h r e r“ verehrt, ruhten auch nach dessen Tod die Waffen nicht.

Seit dem 5. Mai 1945 um 8. Uhr früh herrschte in Holland, Nordwestdeutschland, von der Emsmündung bis zur Kieler Förde sowie in Dänemark einschließlich der diesen Gebieten vorgelagerten Inseln Waffenruhe. Am 7. Mai 1945 erfolgte im obersten Hauptquartier der Alliierten in Reims die bedingungslose Kapitulation der deutschen Wehrmacht. Als dann am 8. Mai 1945 endlich die Waffen schwiegen, hatten mehr als 60 Mio. Menschen ihr Leben verloren. Die Gefallenen sämtlicher Nationen blieben auf den Schlachtfeldern zurück, Mütter weinten um ihre Söhne und Ehemänner. Wen der Krieg nicht hingerafft hatte, der starb auf der Flucht durch Hunger, Kälte oder Tieffliegerangriffe. Und die Welt erfuhr davon, was sich hinter den Zäunen unzähliger Lager abgespielt hatte. Von den Krematorien, von Vernichtungslagern, vom Tod von wenigstens 5,7 Mio Juden, etwa 3 Millionen sowjetischen Kriegsgefangenen, dazu etwa 3-4 Mio nichtjüdische Zivilisten, KZ-Einsassen, Häftlingen, Zwangsarbeitern und Deportierten.


Damit die Opfer und die Schreckenstage der blutigen Kampfhandlungen im März und April 1945 in unserer Region nicht in Vergessenheit geraten, hat sich die Kreisvolkshochschule Altenkirchen erneut dem Thema gewidmet und bietet eine Anzahl neuer Exkursionen auf den Spuren der letzten Kriegstage an. Unter dem Motto Geschichte ist kein Fall für das Museum, sondern der Schlüssel für die Zukunft haben wir nun gemeinsam die folgenden Exkursionen geplant.

Am Samstag den 17. März 2018 eröffnen wir diese Veranstaltungsreihe mit einer Tagesfahrt ins Friedensmuseum nach Remagen und verlassen hiermit erstmalig das Gebiet des Kreises Altenkirchen. In der darauf folgenden Woche werden wir uns mit dem ersten Einsatz des I. Altenkirchener Volkssturmbataillons in der Nähe von Neustadt a.d. Wied beschäftigen. Dazu fahren wir zum Kloster Ehrenstein, wo sich unter anderem der Bataillonsgefechtsstand des Volkssturmes befunden hat. Ein weiteres Mal außerhalb des Kreis Altenkirchen sind wir bei Uckerath unterwegs. Hier standen neben verschiedenen anderen deutschen Verbänden die 363.- und 62. Volksgrenadier Divisionen im Kampf um die zur Festung erklärten Stadt. Nur kurz darauf waren beide Divisionen zwischen Betzdorf und Wissen entlang der Siegfront eingesetzt – die verschiedenartige Kriegsführung beider Divisionskommandeure werden wir in diesem Fall besonders beleuchten.

Alle neun Exkursionen dieser Veranstaltungsreihe für das erste Halbjahr 2018 werden die weniger bekannten Kampfhandlungen südlich der Sieg 1945 hervorheben.

Um zeitnahe Anmeldung zu den Exkursionen wird gebeten.



Eine 8,8-cm-Flak-36 im Erdkampfeinsatz. Schon kurz nach Beginn des Frankreichfeldzuges zeigte das für die Luftabwehr konzipierte Geschütz seine Stärken bei der Panzerabwehr. Bis August 1944 waren rund 12.000 Geschütze der berühmt-berüchtigten Eightyeight, wie sie bei den Alliierten genannt wurde, gebaut worden und fügten feindlichen Panzerverbänden hohe Verluste zu. Rheinhold Schmidt, der als Wachtmeister im Flak-Sturm-Regiment 4 diente, berichtete davon, dass ihre Geschütze in der Zeit nach der Landung der Alliierten im Sommer 1944 in der Normandie bis zu den letzten Kämpfen im Ruhrkessel mehr amerikanische Panzer ausgeschaltet habe, als sie dazu in der Lage waren feindliche Flieger vom Himmel zu holen.

Eine 8,8-cm-Flak-36 im Erdkampfeinsatz. Schon kurz nach Beginn des Frankreichfeldzuges zeigte das für die Luftabwehr konzipierte Geschütz seine Stärken bei der Panzerabwehr. Bis August 1944 waren rund 12.000 Geschütze der berühmt-berüchtigten Eightyeight, wie sie bei den Alliierten genannt wurde, gebaut worden und fügten feindlichen Panzerverbänden hohe Verluste zu. Rheinhold Schmidt, der als Wachtmeister im Flak-Sturm-Regiment 4 diente, berichtete davon, dass ihre Geschütze in der Zeit nach der Landung der Alliierten im Sommer 1944 in der Normandie bis zu den letzten Kämpfen im Ruhrkessel mehr amerikanische Panzer ausgeschaltet habe, als sie dazu in der Lage waren feindliche Flieger vom Himmel zu holen.

PictogrammWandern

1 – Tagesfahrt nach Remagen

Am 7. März 1945 können amerikanische Truppen bei Remagen die Ludendorff-Brücke unzerstört erobern und einen Brückenkopf auf dem Ostufer des Rheins bilden. Die Brücke wird zum schick Auf deutscher Seite versucht man mit allen Mitteln den Brückenkopf zu zerschlagen, muss aber angesichts der heftigen Gegenwehr zur hinhaltenden Verteidigung übergehen. Bis zum 19. März bauen die Amerikaner ihren Brückenkopf stetig aus. Am 25. März 1945 brechen die Verbände der 1. US Armee aus dem Brückenkopf aus, worauf sie Anfang April das Ruhrgebiet umzingeln.

Während dieser Tagesfahrt werden wir am Vormittag die Kriegsgräberstätte Ittenbach bei Königswinter besuchen. Hier haben 1.871 Gefallene des II. Weltkrieges ihre letzte Ruhestätte gefunden. Die Kriegsgräberstätte war auch für die amerikanischen Soldaten eine Stätte der Trauer, da sie hier zahlreiche Gefallenen aus den Gefechten um den Brückenkopf von Remagen, der Sieglinie, dem Ruhrkessel und aus dem Harz zur Ruhe betteten. Im Anschluss nach dem Besuch dieser Kriegsgräberstätte werden wir die Weiterfahrt nach Remagen antreten, wo wir entweder gemeinsam oder jeder für sich das Mittagsessen zu sich nehmen können. Im Anschluss besichtigen wir das Friedensmuseum in den erhaltenen Brückentürmen der Ludendorffbrücke in Remagen. Hier wird bei genügend Teilnehmern eine Führung durch die Museumsräume stattfinden. Am Nachmittag werden wir die Rückfahrt nach Altenkirchen antreten. Auf dem Rückweg werden wir einen Zwischenstopp im Bereich des den damaligen Feldflughafens Eudenbach machen. Hier war das amerikanische 413. Infanterieregiment am 23. März 1945 auf die Reste der 9. Panzerdivision gestoßen.

Wann: Unbekannt verschoben!

Treffpunkt: Diese Tagesfahrt wird einem Reisebus durchgeführt.

Parkplatz Weyerdamm, 57610 Altenkirchen

Zeitnah werden Möglichkeiten bekanntgeben, wo Sie sich Gruppe anschließen können.

Wegstrecke: entfällt

Dauer: Tagesfahrt; Beginn ca. 10 Uhr in Altenkirchen

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


PictogrammWandern

2 – Altenkirchener Volkssturm im Frontabschnitt an der Wied

Nachdem die Amerikaner auf dem Ostufer des Rheins standen, wurde der Altenkirchener Volkssturm aufgestellt. Schon nach einer kurzen Ausbildung wurde das Bataillon am 19. März 1945 in den Bereich südlich von Neustadt verlegt, wo die Reichsautobahn gesperrt werden sollte. Das Bataillon war zunächst dem Armeekorps unterstellt, wurde aber bereits schon am 21. März von der Wehrmacht vereinnahmt und erhielt direkte Befehle durch die vor Ort eingesetzte Infanterie.

Unter dem stetigen amerikanischen Druck wurde die Front während der nächsten Tage bis an die Wied zurückgedrängt. Bevor die Amerikaner am 25. März zu ihrem Angriff aus dem Brückenkopf heraus antraten, setzten sich die Reste der 340. deutschen Volksgrenadier Division aus der Frontstellung ab. Zuvor wurde dem Volkssturm das weitere Halten der Stellungen befohlen. An Stelle der Wehrmacht war  nun der Volkssturm für das Halten und die Verteidigung des gesamten Frontabschnittes verantwortlich. Allerdings war die Einheit weder für eine solche Aufgabe ausgerüstet, geschweige denn hierfür ausgebildet; von der zahlenmäßigen Unterlegenheit gegenüber eines mit Artillerie- und Panzerkräften ausgerüsteten Gegners ganz zu schweigen.

Diese Exkursion wird sich im Schwerpunkt mit den Gefechten um die Wiedlinie und den angrenzenden Mehrbach am 25. und 26. März 1945 befassen und versucht dabei die Rolle des I. Altenkirchener Volkssturmbataillons zu beleuchten.

Wann: Unbekannt verschoben!

Treffpunkt: KVHS, 57610 Altenkirchen, Rathausstraße 12
dort nach Möglichkeit Bildung von Fahrgemeinschaften.

Weitere Anschlussmöglichkeiten:

          13.30 Ortseingang Flammersfeld

          Parkplatz bei Norma

          14.00 Uhr Parkplatz bei

          Kloster Ehrenstein

Wegstrecke: etwa 6 Kilometer

Dauer: Bitte rechnen Sie für diese Exkursion wenigstens 4 Stunden ein.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


PictogrammWandern

3 – Die Festung Uckerath

Am 25. März 1945 waren die Amerikaner zu ihrem Großangriff aus dem Brückenkopf von Remagen angetreten. Für den gleichen Tag hatte die deutsche Führung einen eigenen Angriff geplant. In den frühen Morgenstunden trafen dabei starke Panzerkräfte aufeinander. Unter stetigem Druck war die Kampfgruppe Hudel in verlustreiche Gefechte verwickelt worden und verbrauchte dabei die letzten Panzerreserven.

Um bereits vor dem eigentlichen Angriffsbeginn schon Einheiten der stark überlegenen Amerikaner zu binden, wurde die Stadt Uckerath schon am 24.3.1945 zur Festung erklärt. Um die Verteidigung zu organisieren standen hauptsächlich die 363. Volksgrenadier Division und die Reste der 62. Volksgrenadier Division zur verfügung. Der deutsche Oberst Arthur Jüttner wurde zum Kampfkommandant der Festung ernannt und erhielt den Befehl über sämtlichen Verbände, die greifbar waren.

Während der Nacht zum 25. März drangen amerikanische Kräfte in den Ort ein, um den stundenlang erbittert gekämpft wurde. Nachdem die Kampfhandlungen beendet waren, legte man in Uckerath einen Ehrenfriedhof an, auf dem 422 Gefallene ihre letzte Ruhestätte gefunden haben.

Während dieser Exkursion werden wir uns an eine der ehemaligen Frontstellungen der 363. VGD am Hanfbach begeben.

Wann: Unbekannt verschoben!

Treffpunkt: 13.30 Uhr KVHS 57610 Altenkirchen, Rathausstraße 12

Weitere Anschlussmöglichkeiten:

          14.00 Uhr B8, Edeka-Markt in Weyerbusch

          14.30 Uhr Kriegsgräberstätte in Uckerath

Wegstrecke: je nach Wunsch der Teilnehmer zwischen 5 und 12 Kilometer

Dauer: Wenigstens drei Stunden

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


PictogrammWandern

4 – Letzte Gefechte um die PaK-Linie bei Weyerbusch

Nachdem die Amerikaner den deutschen Widerstand rund um die Pak-Linie (Pak=Panzerabwehrkanone) bei Hasselbach niederkämpfen konnten, eroberten sie Weyerbusch und drangen von dort aus über Marenbach in Richtung Rimbach vor und von Werkhausen stießen die amerikanischen Soldaten in Richtung Leuscheid durch das unwegsame Waldgelände vor. Hier und da stellten sich ihnen noch deutsche Soldaten entgegen, die letzten Widerstand leisteten.

Während des Vormarsches konnten die Soldaten der 1. US-Infanteriedivision ein umfangreiches Munitionsdepot und eine Panzerwerkstatt erbeuten.

Diese Exkursion wird sich den Waldkämpfen widmen, die sich am 26. März 1945 nördlich von Weyerbusch ereigneten. Darüber hinaus werden wir uns über den Einsatz eines neuen, schweren deutschen Mörsers unterhalten, dessen Feuerleitstelle sich seit dem 17./18. März 1945 in Marenbach befunden hatte.

Wann: Unbekannt verschoben!

Treffpunkt: wird zeitnah bekannt gegeben – 57635 Weyerbusch

Wegstrecke: ca. 6 Kilometer

Dauer: 3-4 Stunden

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


PictogrammWandern

5 – Panzersperre bei Schöneberg

Nachdem Flammersfeld durch die 3. US-Panzerdivision erobert worden war, stieß die amerikanische Spitze in Richtung Altenkirchen weiter vor. Drei Haupt-Angriffskeile waren auf dem Weg ihr Ziel, Altenkirchen, zu erobern.

Die sich zurückziehende deutsche 9. Panzerdivision hatte Teile abgestellt, um eine mobile Widerstandslinie zu halten. Zudem waren diverse Straßensperren eingerichtet worden, an denen die amerikanischen Panzer zum Stillstand gebracht werden sollten. Um dieser Gefahr Herr zu werden, wurden Infanterieeinheiten abgestellt, die darauf spezialisiert waren, diese Straßensperren auszuschalten.

Diese Exkursion behandelt die Gefechte, die in der Gegend um Neitersen und bei der Eroberung von Schöneberg stattfanden.

Wann: Unbekannt verschoben!

Treffpunkt: wird zeitnah bekannt gegeben – 57638 Schöneberg

Wegstrecke: ca. 6,5 Kilometer

Dauer: Etwa 4 Stunden

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


PictogrammWandern

6 – Kriegsende bei Bachenberg und Busenhausen

Altenkirchen war am 26. März 1945 durch die 3. US Panzerdivision eingenommen worden, die deutschen Truppen befanden sich auf dem Rückzug. Dennoch hatte der Befehl Gültigkeit, schwere Waffen, die dringend benötigt wurden, durften keines Falls in amerikanische Hand fallen. So versuchten deutsche Pioniere noch unter Beschuss durch die anrückenden Amerikaner einen durch Kettenschaden liegengebliebenen Panzer IV bei Bachenberg wieder flott zu machen.

Während dieser Exkursion werden wir uns besonders mit den Einsätzen des Pionierbataillons der 3. Panzergrenadier Division befassen, die zwischen Kettenhausen und Niedererbach in Stellung waren. Darüber hinaus werden wir einen Einblick in die Arbeit des Sprengkommandos Forneberg erhalten

Wann: Unbekannt verschoben!

Treffpunkt: K 37, Friedhof bei 57610 Bachenberg

Wegstrecke: etwa 5 Kilometer

Dauer: ca. 3 1/2 Stunden

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


PictogrammWandern

7 – Weitefeld – I von II – Der amerikanische Vorstoß

Nachdem Elkenroth von den Amerikanern kampflos eingenommen werden konnte, marschierten sie gegen Weitefeld vor. Im Bereich der Sandmühle stießen sie auf einen deutschen Panzer, der seit dem Vorabend dort auf benötigten Kraftstoff wartete. Nach einer kurzen Schießerei begaben sich die deutschen Soldaten in alliierte Gefangenschaft und der Vorstoß nach Weitefeld konnte wieder aufgenommen werden.

Noch bevor die Amerikaner an den Ort herangekommen waren, setzte deutsches MG-Feuer ein, wodurch die Infanterie runter von der Straße musste. Entlang des Bahndammes bahnten sie sich ihren Weg in den Ort, wo deutsche Grenadiere sich eingegraben hatten und den Angriff bereits erwarteten.

Diese Exkursion befasst sich mit den Gefechte, die sich während der Einnahme des Ortes ereigneten.

Wann: Unbekannt verschoben!

Treffpunkt: Sportplatz zwischen 57586 Weitefeld und Elkenroth

Wegstrecke: etwa 5 Kilometer

Dauer: etwa 3 – 4 Kilometer

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


PictogrammWandern

8 – Weitefeld – II von II – Das letzte Gefecht

Während sich in Weitefeld der deutsche Widerstand versteifte, wurde eine Abordnung der 3. US-Panzerdivision, die über Nacht bei Nauroth im Wald gestanden hatte, aus Richtung Neunkausen gegen Weitefeld angesetzt.

Die amerikanische Kompanie stieß schon kurz nach Angriffsbeginn auf den Widerstand einer hastig errichteten Verteidigungslinie und hatte gleich nach Antreten einen ihrer Sherman-Panzer verloren.

Diese Exkursion beginnt an der Kreisstraße 111 in der Nähe der Firma „Muhr und Bender“ und wird zu den Örtlichkeiten dieses letzten Widerstandes führen.

Wann: Unbekannt verschoben!

Treffpunkt: K111, am Feldweg bei der Firma Mubea in 57586 Weitfeld

Wegstrecke: etwa 5 Kilometer

Dauer: Etwa 3 bis 4 Stunden

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


PictogrammWandern

9 – Kriegsereignisse am ehemaligen Truppenübungsplatz Stegskopf

Nur wenig bekannt ist über die Geschichte des ehemaligen Truppenübungsplatzes Stegskopf während der letzten Kriegstage. Schon zu Kaiserzeiten unterlag das Gelände einer (teil-)militärischen Nutzung; ab August 1943 wurde der Standorts fester Bestandteil für Offiziersbewerber, die sich aus Angehörigen der Luftwaffenhelfer rekrutierten, zur gleichen Zeit eröffnete Reichsjugendführer Artur Axman das Ausbildungszentrum „Prinz Eugen“ für Sonderlehrgänge in der Hochfrequenzfunktech-nik für die Hitlerjungend. Daneben nutzte die reguläre Wehrmacht das Gelände zu Ausbildungszwecken.

Nach dem im Herbst 1944 die Aufstellung des Deutschen Volkssturm befohlen wurde, erfolgte eine zusätzliche Nutzung durch den Volkssturm in Form von Geländeausbildung, MG-Schießen und besonders der Einsatz und die Nutzung von Minen und Panzerfäusten. Es sollten Panzerjagdkommandos ausgebildet werden, die den hohen Fehlbestand an schweren Geräten ausgleichen sollte.

Ende März 1945 wurden Teile des südöstlichen Geländes dann auch noch zum direkten Kampfgebiet, nachdem die amerikanischen Verbände aus dem Remagener Brückenkopf ausgebrochen waren und über Bad Marienberg in Richtung Haiger vorstießen.

Diese Exkursion wird entlang der freigegebenen Wegstrecke an einige der Örtlichkeiten der Kriegsereignisse führen.

Wann: Unbekannt verschoben!

Treffpunkt: Am Friedhof, 56472 Nisterberg,

Wegstrecke: Zwischen 8 und 10 Kilometer

Dauer: etwa 4 1/2 Stunden

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


Rote Marker = Veranstaltung steht bevor.
Blaue Marker = Veranstaltung wurde bereits durchgeführt.
Sie können sich in der Karte eine Wegbeschreibung zu den Veranstaltungen gleich anzeigen lassen.


 

 


Offizier, Bürgermeister und Europäer

Nach der Landung der Alliierten in Nordfrankreich und dem  Durchbruch der Roten Armee durch die Linien der Heeresgruppe Mitte an der Ostfront zeichnete sich der bevorstehende Zusammenbruch des Dritten Reiches zusehends ab.  Als im Herbst 1944 die Aufstellung des deutschen Volkssturmes befohlen wurde, war ein weiterer Tiefpunkt erreicht worden. Dieser Tag und dieser Aufstellungsbefehl waren für einen deutschen Soldaten in Marburg Grund genug, sich freiwillig zum Frontdienst zu melden.

Marburg, 18. Oktober 1944 – ein Mann rennt so schnell er kann den steilen Fußweg zum Schlossberg hinauf. Es geht durch die beschauliche Altstadt über den Marktplatz und dann steil bergan die zahlreichen Stufen herauf bis das Landgrafenschloss erreicht ist. Oben angelangt hat der Läufer keine Zeit für den Blick auf die wunderschöne Altstadt oder auf das Lahntal – nein, der Mann wendet, läuft zurück bis in die Barfüßerstraße und nimmt erneut den gleichen Weg. Als er wieder an seinem Ziel angelangt ist, macht er kehrt und rennt ein letztes Mal die gesamte Strecke.

Wer Marburg kennt, weiß dass man für den Anstieg zum Schlossberg einiges an Puste braucht. So beschwerlich der Weg zum Schloss auch ist, so beharrlich ist auch der Läufer. Er gibt nicht auf, noch Hundert Meter, noch fünfzig, noch zwanzig, die Kondition strapaziert, außer Atem, der Schweiß läuft ihm über das Gesicht. Am Südtor angelangt, versucht der Läufer zur Ruhe zu kommen, wieder Luft zum Atmen zu erhalten.

Der Sportler trägt keinen Sportanzug, nein, im Gegenteil! Er ist bekleidet mit der grauen Wehrmachtsuniform für Offiziere. Dazu die schweren Knobelbecher, wie die Stiefel damals genannt wurden und einer Schirmmütze, welche er während des Laufens unter den Arm geklemmt hat. Auf der Uniform trägt er verschiedene Auszeichnungen, darunter auch das Verwundetenabzeichen in Gold. Der Preis für diese Orden war hoch, der Offizier hat ihn mit dem Verlust seiner beiden Händen gezahlt.

Der Offizier ist Kurt Schwerdt, welcher während des Zweiten Weltkriegs als Infanterist in der Wehrmacht diente. Bereits wenige Wochen nach Beginn des Russlandfeldzuges verlor er seine rechte Hand, dennoch blieb er als aktiver Offizier im Dienst und wurde als Lehroffizier auf den Truppenübungsplatz Döberitz versetzt. Hier kam es im Mai 1943 zu einem schweren Unglück, wodurch er seine verbliebene linke Hand verlieren sollte.

Als im Herbst 1944 die Bildung des Volkssturmes verkündet wurde, meldete er sich freiwillig zurück an die Front und wurde Adjutant in einem Grenadierregiment, mit welchem er an der Ardennenoffensive teilnahm und im April 1945 die Kapitulation im Ruhrkessel erlebte. Noch kurz vor Kriegsende wurden ihm weitere hohe militärische Auszeichnungen verliehen.

Nach dem Krieg arbeitete Kurt Schwerdt als Rechtsanwalt bis er 1954 die Amtsgeschäfte des Bürgermeisters von Biedenkopf übernahm. Als Bürgermeister lenkte er seinen Augenmerk auf die die Verschwisterung und Verbrüderung mit den ehemaligen Feinden jenseits der Grenzen, denn als Soldat hatte er erlebt, wohin falsche Ideale führen können. Fortan setzte er sich mit aller Kraft für ein vereintes Europa ein und vollzog die Wandlung vom patriotischem jungen Offizier zum bekennenden Europäer.

Während seiner 18jährigen Amtszeit als Bürgermeister von Biedenkopf erfolgten Verschwisterungen mit europäischen Städten, darunter die Verschwisterung mit La Charite sur Loire in Frankreich. Für seine Bemühungen, ein gemeinsames Europa zu erschaffen, wurde ihm  1970 das Europakreuz des Verbandes der Europäischen Frontkämpfers, der „Confederation Europeene des Anciens Combatants“ verliehen. Diese hohe und seltene Auszeichnung würdigen die Verdienste um Versöhnung und Freundschaft, mit dem Bestreben, ein geeintes Europa in Frieden und Freiheit zu schaffen. 1985 wurde die Stadt Biedenkopf für ihre hervorragenden Leistungen um die Verbreitung des europäischen Einigungsgedanken mit der Ehrenfahne des Europarates ausgezeichnet.

Kurt Schwerdt verstarb im Mai 2007 im Alter von 87 Jahren in seiner Wahlheimat in Biedenkopf.

Die biografisch aufgearbeiteten Memoiren von Kurt Schwerdt sind jetzt in einer erweiterten Neuauflage im Treditionsverlag in Hamburg erschienen. Das Buch umfasst im Format 16,8 x 23 cm mehr als 300 Seiten und schildert auf schonungslose Art und Weise, wie sich der Wandel von einem patriotischem Wehrmachtsoffizier hin zum bekennendem Pazifisten und Europäer vollzog.

Die Neuauflage dieses Buches war für mich ein sehr wichtiger und großer Schritt. Diese Arbeit war lange überfällig; ich war sie meinem bereits vor zehn Jahren verstorbenen Freund Kurt Schwerdt schuldig. Seit etwa Mitte 2016 habe ich mich mit der Bearbeitung dieses Buches befasst. Dazu habe ich mehrere hundert Notizen, Mitschriften und Interviews ausgewertet. Die große Masse bestand aus Kurt Schwerdts militärhistorischer Geschichte und dessen persönlichen Erlebnisse. Dazu kam noch einiges Privates über seine Arbeit zu der Zeit, in welcher er als Rechtsanwalt tätig war, bevor er nach Biedenkopf kam.

Heute kann ich mit Stolz sagen, dass endlich fertig ist, was schon 2007 hätte fertig sein sollen. Wie sehr ich mir auch wünsche, dass Kurt sich sein Buch selbst anschauen könnte, so sehr muss ich mich damit trösten, dass ihm wenigstens der Manuskriptdruck wenige Monate vor seinem Tod gefallen und ihn zu Tränen gerührt hatte. Bereits für das Manuskript hatte besonders Kurt einiges geleistet, trotzdem hatte ich in die einige Monate nach seinem Tod erschienene Erstauflage einige Fehler eingebaut, die es zu korrigieren galt und die in der stark erweiterten Neuauflage nun nicht mehr enthalten sind.

Du warst mir immer ein Mentor und ein guter Freund! Ich werde dich stets vermissen.

Bestellen können Sie das Buch hier.

Umschlag-Fotos: Links: Kurt Schwerdt nach der Beförderung zum Oberleutnant. Unten: die Kranzniederlegung mit dem Amtskollegen Paul Boulet während der Verschwisterung zwischen den beiden Städten Biedenkopf und La Charite sur Loire. Rechts: Bei den Feierlichkeiten zur Verleihung der Europafahne an die Stadt Biedenkopf.

Umschlag-Fotos: Links: Kurt Schwerdt nach der Beförderung zum Oberleutnant. Unten: die Kranzniederlegung mit dem Amtskollegen Paul Boulet während der Verschwisterung zwischen den beiden Städten Biedenkopf und La Charite sur Loire. Rechts: Bei den Feierlichkeiten zur Verleihung der Europafahne an die Stadt Biedenkopf.

Die nächsten Exkursionen stehen an…

Die Kreisvolkshochschule Altenkirchen und die Volkshochschule Betzdorf-Gebhardshain haben für das anstehende Semester wieder ein reichhaltiges Angebot zusammengestellt. Ich freue mich sehr, dass ich erneut meinen Teil hierzu beisteuern konnte, denn für die Fortführung der Veranstaltungsreihe “Erinnern und Lernen – Kriegsende vor 72 Jahren” wurden jetzt weitere acht Exkursionen geplant, darunter befinden sich vier ganz neue Runden. Diese Veranstaltungsreihe wurde wieder auf die Samstage verlegt, da dieser Tag organisatorisch einfach der bessere ist.

Am Samstag, den 26. August, eröffnen wir die Veranstaltungsreihe mit der Wanderung bei Ölsen, wo die Ereignisse nach der Eroberung Altenkirchens im Fokus stehen. Die weiteren Veranstaltungen beschäftigen sich in der Masse mit den Kampfhandlungen Ende März 1945, die sich südlich der Sieg zutrugen. So sind wir zum einen bei Gebardshain unterwegs und auch bei Weitefeld. Die drei letzten Exkursionen haben dahingegen den Schwerpunkt Betzdorf als Kampffront und stellen dar, warum sich die Kampfhandlungen entlang des Flusses knapp eine Woche lang hinzogen.

Um zeitnahe Anmeldung zu den Exkursionen wird gebeten.


Ein deutscher Grenadier ist in seiner Schützenmulde in Stellung gegangen. Mit seiner Feuerwaffe<span style="color: #ff0000;"> (1)</span> im Anschlag und der bereitgelegten Stielhandgranate <span style="color: #ff0000;">(2)</span> erwartet er den bevorstehenden amerikanischen Angriff. Die Anspannung steht ihm erkennbar ins Gesicht geschrieben.

Ein deutscher Grenadier ist in seiner Schützenmulde in Stellung gegangen. Mit seiner Feuerwaffe (1) im Anschlag und der bereitgelegten Stielhandgranate (2) erwartet er den bevorstehenden amerikanischen Angriff. Die Anspannung steht ihm erkennbar ins Gesicht geschrieben.



PictogrammWandern

Gefechte rund um Birkenbeul

Nachdem Altenkirchen am 26. März 1945 von den Amerikanern nahezu kampflos erobert worden und später Hachenburg gefallen war, sicherten sie die erreichten Stellungen und richteten sich für die Nacht ein. Am nächsten Morgen nahmen sie ihre Angriffe wieder auf und rollten mit ihren Panzereinheiten weiter in östliche Richtung, um den Durchbruch durch die Linien der 15. deutschen Armee in der Tiefe zu erreichen.  Den Panzereinheiten folgten die Infanteriedivision, die zum einen das von den schnellen Panzereinheiten überrannte Gebiet sicherten und zum anderen die Flankensicherung nach Norden hin übernahmen. Die Frontlinie führte am 27. März grob von Leuscheid über Ückertseifen und schwenkte dort scharf nach Süden bis zum Beulskopf und dann über Obererbach nach Osten. Unter amerikanischen Beschuss zogen letzte deutsche Soldaten aus Ölsen. Hiernach wurde eine amerikanische Patrouille in Richtung Birkenbeul gesendet, die sich unter tödlichen
Verlusten zurückziehen musste.

Die Exkursion beginnt am Dorfgemeinschaftshaus in Ölsen und führt von dort über Birkenbeul zum Beulskopf.

Wann: Samstag, 26. August 2017 , 14.30 Uhr

Treffpunkt: Dorfgemeinschaftshaus Ölsen, Brunnenstraße 57612 Ölsen
Ganz wichtig: Auf Grund  der andauernden Regenfälle der letzten Zeit muss d
er Startpunkt dieser Exkursion verlegt werden. Der Ausgangspunkt dieser Wanderung befindet sich jetzt an der K54, von Heupelzen in Richtung Ölsen fahrend, links ab, dort wo der Wald aufhört und bevor es den Berg herunter nach Ölsen geht. Hierdurch hat sich auch die Wegstrecke um etwas mehr als einen Kilometer erhöht. Denn neuen Treffpunkt finden Sie auf der Karte am Ende dieser Seite.

Wegstrecke: Etwa 4,5 Kilometer

Dauer: In der Regel dauert jede Exkursion etwa 3 Stunden.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


PictogrammWandern

Kriegsende für Oberwambach

Während die 3. US-Panzerdivision am 26. März 1945 aus dem Brückenkopf von Remagen ausbrach, schlug ihr in der Nähe von Oberwambach schweres Feuer entgegen. Nachdem der erste Panzer in den Ort eingefahren war, wurde dieser durch ein 8,8cm-Flak-Geschütz, das oberhalb des Dorfes stand, im direkten Beschuss ausgeschaltet. Amerikanische Infanterie musste den Widerstand der Geschütze niederkämpfen, bis der Vormarsch endlich wieder aufgenommen werden konnte. Nachdem die amerikanische Kolonne den Ort passierte, setzte ihnen ein einzelnes deutsches Panzerfahrzeug immer wieder mit Beschuss zu.

Diese Exkursion beginnt am Friedhof in Oberwambach und führt zu den Örtlichkeiten dieses Gefechtes im März 1945.

Wann: Samstag, 2. September 2017, 14.30 Uhr

Treffpunkt: Friedhofstraße in 57614 Oberwambach

Wegstrecke: Etwa 3,5 Kilometer

Dauer: In der Regel dauert jede Exkursion etwa 3 Stunden.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


PictogrammWandernTapferkeitsauszeichnung mit dem Leben bezahlt – Mudersbach-Birken

Nachdem die Verbände der 1. US-Armee im März 1945 aus dem Brückenkopf von Remagen ausgebrochen waren, begonnen sie damit, ihre Angriffe in Richtung der Sieg auszuweiten, um den Raum von letzten deutschen Soldaten zu bereinigen. Aus Richtung Eiserfeld-Kaiserschacht fühlten die Amerikaner auf Birken vor und drangen in den Ort ein, wo sie einen Sicherungsposten einrichteten. Während der Nacht setzte eine deutsche Patrouille in Niederschelderhütte über die Sieg und sollte amerikanischen Stellungen rund um Birken ausfindig machen. Hierbei kam es zum Zusammenstoß mit einer amerikanischen Patrouille, die sich auf dem Weg zum eigenen Stützpunkt befand. Es kam zu einem kurzen, aber heftigen Feuergefecht, in dessen Verlauf ein amerikanischer Soldat sein eigenes Leben opferte, um das seiner Kameraden zu retten. Während dieser Exkursion unterhalten wir uns über die Ereignisse dieser Nacht und begeben uns dann auf die Wege der Angriffe nach Mudersbach herein.

Diese Exkursion beginnt am Friedhof in Birken.

Wann: Samstag, 16. September 2017, 14.30 Uhr

Treffpunkt: Friedhofstraße in 57555 Mudersbach

Wegstrecke: Etwa 5 Kilometer

Dauer: In der Regel dauert jede Exkursion etwa 3 Stunden.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


PictogrammWandernKriegsende bei Weitefeld

Nachdem die amerikanischen Divisionen der 1. US Armee Ende März 1945 aus dem Brückenkopf von Remagen ausgebrochen waren, stieß die vordere Spitze der 3. US-Panzerdivision zwischen Neunkausen, Weitefeld und Friedewald auf eine hastig errichtete Widerstandslinie der sich zurückziehenden Wehrmacht. Die deutschen Truppen befanden sich auf der Flucht und versuchten durch diesen Widerstand noch einmal Zeit zu gewinnen, um möglichst vielen Soldaten das Absetzen in die Bereiche nördlich der Sieg zu ermöglichen.

Kurz nach Morgenanbruch setzte Abwehrfeuer von einigen PaK (Panzerabwehrkanonen) ein, die durch Flak (Fliegerabwehrgeschütze) unterstützt wurden. Unmittelbar bevor der eigene Widerstand eingestellt werden musste, setzte noch ein letzter, verzweifelt geführter deutscher Gegenangriff ein, der jedoch unter hohen Verlusten eingestellt werden musste. Der deutsche Widerstand wurde gebrochen und die Amerikaner konnten danach nahezu ungehindert in die Tiefe durchstoßen.

Diese Exkursion beginnt an der Kreisstraße 111 bei der Firma “Mubea Muhr und Bender” im Industriegebiet (Hachenburger Str. 31, 57586 Weitefeld) und wird unter anderem an die Örtlichkeit eines deutschen Widerstandsnests führen, von dort weiter zu einem Standort eines Sturmgeschützes, welches auf sich allein gestellt die vorstoßenden Sherman-Panzer unter Feuer nahm.

Treffpunkt: Entweder Parkplatz der Firma Mubea oder Feldweg 50 Meter südlich. Der exakte Treffpunkt wird zeitnah bekannt gegeben.

Wann: Samstag, 30. September 2017, 14.30 Uhr

Treffpunkt: Parkplatz der Firma Mubea bzw. Feldweg 50 Meter südlich davon

Wegstrecke: Etwa 4,5 Kilometer

Dauer: ca. 3 1/2 Stunden.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


PictogrammWandernExkursion zum Hümmerich bei Gebhardshain

Nachdem Gebhardshain durch Verbände der 1. US Infanteriedivision erobert worden war, stießen sie mit einer kampfstarken Patrouille auf den Hümmerich vor, wo sie eine Sperrstellung beziehen sollten.

Auf dem Weg dorthin entdeckten sie immer wieder deutsche Soldaten, die sich auf dem Rückzug befanden. Doch noch bevor der Hümmerich erreicht war, stieß die Patrouille auf eine Nachhut des 8. Panzergrenadierregimentes, die mit einem PaK-Geschütz (PaK=Panzerabwehrkanone) in Stellung befohlen worden war, um den Rückzug der deutschen Einheiten hinter die Sieg zu decken.

Wir treffen uns zu dieser Exkursion am Parkplatz beim Bürgerforum in Gebhardshain

Wann: Samstag, 7. Oktober 2017, 14.00 Uhr

Treffpunkt: Betzdorfer Straße 5, 57580 Gebhardshain

Wegstrecke: Etwa 7 Kilometer

Dauer: 4 Stunden, evtl. länger.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


PictogrammWandernDie Amerikaner überqueren die Sieg zwischen Scheuerfeld und Wallmenroth

Nachdem die amerikanische 1. Armee im März 1945 aus dem Brückenkopf von Remagen ausgebrochen war, begonnen sie damit, gegen die Sieg vorzugehen, um den Raum von letzten deutschen Soldaten zu bereinigen. Hierbei stießen sie von Dauersberg nach Scheuerfeld, das nach einem Gefecht durch Soldaten des 28. amerikanischen Infanterieregiments erobert werden konnte. Nach dem Gefecht um Scheuerfeld blieben mehrere Gefallene beider Seiten, die deutschen Toten wurden im Ort in einem Gräberfeld zur letzten Ruhe gebettet.

Ein Versuch von Richtung Bruche aus gegen Wallmenroth vorzugehen, um von dort aus auf den Molzberg vorzustoßen, schlug unter Verlusten fehl. So waren die Amerikaner gezwungen, in Betzdorf und in Scheuerfeld die Sieg überqueren. Von Betzdorf aus drangen sie nach Oberbetzdorf vor und gingen im Anschluss gegen den Molzberg vor.

In Scheuerfeld setzte ein verstärkter Zug im Bereich der Muhlau über den Fluss, von hier stießen sie in Richtung Wallmenroth vor. Ein verzweifelt geführter deutscher Gegenangriff setzte ein, musste aber unter Verlusten eingestellt werden.

Diese Exkursion beginnt am Friedhof in Wallmenroth und führt zu den Örtlichkeiten der letzten Märztage des Jahres 1945.

Treffpunkt: Friedhof in Wallmenroth.
Wegstrecke: Ca. 6-7 Kilometer.

Wann: Samstag, 14. Oktober 2017, 14.00 Uhr

Treffpunkt: Jahnstraße 25, 57584 Wallmenroth

Wegstrecke: Zwischen 4 und 5 Kilometer

Dauer: In der Regel dauert jede Exkursion etwa 3 Stunden.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


PictogrammWandernBetzdorf I – Amerikanischer Vorstoß durch Betzdorf zum Molzberg

Ende März 1945 hatten Verbände des 28. US Infanterieregiments die südlich der Sieg gelegenen Ortsteile erobert und waren anschließend in Betzdorf über die Sieg gegangen. Ein vorheriger Versuch, den Molzberg von Wallmenroth aus zu erobern, schlug fehl, wodurch die Amerikaner gezwungen waren, sich im verlustreichen Häuserkampf durch Hohenbetzdorf zu kämpfen, bis der Molzberg endlich erreicht worden war.

Endlich auf der Molzbergspitze angelangt, konnten die amerikanischen Soldaten ihren  Brückenkopf sichern. Der Weg dorthin war verlustreich und blutig. Nachdem die Gefechte beendet waren, hatten eine Vielzahl deutscher und amerikanischer Soldaten ihr Leben verloren.

Treffpunkt: Schützenplatz in Betzdorf
Wegstrecke: ca. 3,5 Km

Wann: Samstag, 4. November 2017, 14.00 Uhr

Treffpunkt: Martin Luther Straße 17, 57518 Betzdorf

Wegstrecke: Etwa 3,5 Kilometer

Dauer: In der Regel dauert jede Exkursion etwa 3 Stunden.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


Rote Marker = Veranstaltung steht bevor.
Blaue Marker = Veranstaltung wurde bereits durchgeführt.
Sie können sich in der Karte eine Wegbeschreibung zu den Veranstaltungen gleich anzeigen lassen.


 

Das Wahlergebnis in Frankreich

Am 9. Mai 2007 verstarb mein guter Freund Kurt Schwerdt, die Lücke, die er hinterließ, ist bis heute nicht geschlossen. Er war Biedenkopfer Altbürgermeister und hatte sich nach dem Zweiten Weltkrieg mit allen seinen Kräften für ein vereintes Europa eingesetzt. Exakt zu seinem zehnten Todestag stehen in Frankreich Präsidentschaftswahlen an. Das Ergebnis der durchgeführten Wahlen hätte Kurt über alle Maße gefreut, besonders in einer Zeit, in der Krieg und Terror schon beinahe wieder zum normalen Alltag hinzugehören. Frankreich hat dem Rest Europas aufgezeigt, dass es nur miteinander funktionieren kann.

Das französische Volk hat sich für Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit entschieden und damit für ein vereintes Europa und gegen eine Ausgrenzung. Die rechtsgerichtete Marine Le Pen wurde weggefegt und ihre Nichte Marion Maréchal Le Pen kündigte darauf an, sich aus der Politik zurückzuziehen. Emmanuel Macron wurde mit knapp zweidrittel Mehrheit zum Präsidenten gewählt. 66,8 % für die Bewegung “En Marche” sind ein klares Zeichen für eine kommende Zeitenwende in eine offene und moderne Gesellschaft. Das Volk Frankreichs hat sich klar entschieden für ein vereintes und solidarisches Europa und zugleich der rechten Partei um Le Pen eine heftige Abfuhr verpasst.

Der 39-jährige Macron ist der jüngste Präsident, der Frankreich je vertreten hatte. Ein Politiker voller Enthusiasmus und Ambitionen. Mit der Präsidentschaftswahl hat er die erste Hürde genommen, aber die Umsetzung seiner ambitionierten Pläne benötigen noch eine stabile Mehrheit während der Nationalversammlung im Juni. Macrons Visionen zeigen eine europäische Integration mit gemeinsamen Haushalt, einem Parlament und gemeinsamer ministeriell-wirtschaftlicher Verwaltung für die Eurozone.

Falscher Patriotismus führt auf kurz oder lang unweigerlich in einen Krieg. Menschen wie Emmanuel Macron sind die neuen (pazifistischen) Patrioten. http://www.gouvernement.fr/

Kurt Schwerdt wäre sehr stolz auf dieses Ergebnis. Er war Zeit seines Lebens ein Mann der Zukunft und es war sein größter Herzenswunsch, dass Europa einmal zusammenwächst. Beispielhaft für sein Denken und Handeln als Bürgermeister der Stadt Biedenkopf waren neben anderen Projekten die erfolgreiche Verschwisterung mit Städten in Frankreich und Belgien. Er, der den Krieg in allen Facetten am eigenen Leib zu spüren bekam und durch Kriegsverletzung für immer und für jeden sichtbar gebrandmarkt war, brachte während seiner Verschwisterungsrede im Sommer 1960 in La Charite sur Loire zum Ausdruck:
„Die politische Idee der nationalstaatlichen Souveränität ist gestorben. In zwei furchtbaren Weltkriegen ist sie unter den Flaggen Europas versunken!”

Der Biedenkopfer Altbürgermeister Kurt Schwerdt während der Feierlichkeiten zu Verleihung der Ehrenfahne des Europarates, die 1985 an Biedenkopf verliehen wurde. Kurt wusste wie wichtig ein vereintes Europa ist und vor allen Dingen wusste er, wovon er redet: Falscher Patriotismus während des Zweiten Weltkrieges hatte ihm beide Hände gekostet!

Kurt Schwerdt wurde 87 Jahre alt und anlässlich seines zehnten Todestages werde ich in kürze seine biographisch ausgelegten Memoiren in einer überarbeiteten Neuauflage veröffentlichen.

Offizier, Bürgermeister und Europäer

Kurt Schwerdt diente im 2. Weltkrieg als Offizier der Wehrmacht. 1941 verlor er die rechte Hand. Er blieb als aktiver Offizier im Dienst und wurde Lehroffizier in Döberitz. Hier ereignete sich 1943 ein Unglück, durch dass er seine noch verbliebene Hand verlieren sollte.

Als im Herbst 1944 die Aufstellung des Volkssturmes befohlen wurde, meldete er sich als Oberleutnant zurück an die Front. Schwerdt wurde Adjutant in einem Grenadierregiment, mit dem er an der Ardennenoffensive teilnahm und im April 1945 die Kapitulation im Ruhrkessel erlebte. Als Ohnhänder war er der einzige Soldat der während des Zweiten Weltkrieges an vorderster Front diente. Ohne Hände wurde ihm noch die Nahkampfspange verliehen und er wurde zur Verleihung weiterer Auszeichnungen vorgeschlagen.

Nach Kriegsende führte er sein Jura-Studium fort, 1954 wurde er Bürgermeister von Biedenkopf. Aufbauend auf die schrecklichen Erfahrungen aus dem Schützengraben bekannte er sich fortan dem Pazifismus und legte alles daran, dass sich in Europa kein neuer Krieg ereignen würde. Dabei legte er großen Augenmerk auf  Verschwisterungen mit ehemaligen Feinden. In La Charite sur Loire erfolgte 1960 die erste Verschwisterung, weitere würden folgen.

Dieses Buch versucht die Stationen aus dem Leben Kurt Schwerdts darzustellen und möchte aufzeigen, dass es immer alternative Möglichkeiten gibt, auch wenn der Weg dahin, dann erst recht steinig werden sollte.

Eröffnung der Veranstaltungen 2017

„Als der Krieg in die
Heimat kam“

72 Jahre Kriegsende 1945

Vortag mit Filmmaterial, Dokumenten und
Fotografien über die Kampfhandlungen am
Ende des Zweiten Weltkrieges im Kreis Altenkirchen

Samstag, 25. März 2017 – 14 Uhr
Kreisvolkshochschule, Rathausstraße 12 in 57610 Altenkirchen

Gebühren: 5 Euro je Person.
Zahlbar am Tag der Veranstaltung.

Ein Angebot der Kreisvolkshochschule und
des Kreisarchives des Kreises Altenkirchen.

www.das-kriegsende.de

Größter Bombenfund in Augsburg seit Ende des Zweiten Weltkrieges

Zwischen dem 17. August 1940  und dem Kriegsende 1945 wurde Augsburg mehrfach durch britische und amerikanische Luftangriffe heimgesucht. Während bei dem ersten Angriff im Sommer 1940 lediglich sechs Sprengbomben niedergingen, sollte die Stadt im Frühjahr 1944 bei einem Großangriff, der als Flächenbombardement auf Augsburg herabregnete, in einem Flammenmeer untergehen.

Die Nacht vom 25. zum 26. Februar 1944 brachte den größten Luftangriff, den die Stadt erleben würde. Der Angriff galt den Messerschmitt-Werken und dem Hauptbahnhof; große Teile der Augsburger Innenstadt wurden zerstört. In zwei Wellen stürzten seit 14 Uhr des 25. Februars zuerst rund 200 amerikanische Flugzeuge auf Augsburg nieder. Sie brachten 370 Tonnen Sprengbomben und 134 Tonnen Brandmittel zum Einsatz. Während der folgenden Nacht stieß die zweite Welle auf die Stadt nieder. Bei der so genannten “Bombennacht” warfen britische und amerikanische Flugzeuge 250.000 Stabbrandbomben, 45.000 Phosphorkanister, 12.000 Flüssigkeitsbomben und 240 Sprengbomben ab. Über eine Stunde lang dauerte der Angriff in der Nacht, erst dann kehrte eine gewisse Art von Stille ein. Wer aus Keller oder Luftschutzbunker herauskam, dem bot sich ein Bild des Schreckens. Brände überall. Das historische Augsburg war ausgelöscht worden.

Der 25./26. Februar 1944 kostete 730 Menschenleben, dazu wurden weitere 1.335 Personen verletzt. Rund 85.000 Augsburger verloren ihr Hab und Gut und wurden obdachlos, beinahe ein Viertel aller Wohnungen waren ein Opfer der Flammen.

Bei minus 18 ° Celsius waren die Löscharbeiten der 246 Großbrände und weiterer 820 kleinere Brände durch zugefrorene Hydranten extrem erschwert. Viele Wasserleitungen waren durch die Bomben zerfetzt. Auf einigen Dachstühlen kam es immer wieder zu Detonationen von Stabbrandbomben, die über einen Sprengsatz verfügten, welcher die Löscharbeiten behindern sollte. Die Brände wüteten vor allen Dingen in der Innenstadt.

Die, die damals dabei waren, werden es niemals vergessen. Den Geruch, den Rauch, den Lärm, die Angst! Heute und zum ersten Weihnachtstag kehrt die Angst wieder zurück! Wenn etwa 32.000 Haushalte evakuiert werden müssen, da Gestern während Bauarbeiten in der Jakoberstraße in Augsburg ein britischer Bombenblindgänger gefunden wurde. 32.000 Haushalte stehen für rund 54.000 Menschen, denen wenigstens der erste Weihnachtsfeiertag nun ordentlich vermiest wird. Sie müssen raus aus ihren Häusern und den Wohnungen. Von der Evakuierung, die sicherlich zu den größten Bundesweit gehört, sind Senioren- und Studentenheime betroffen und Patienten des Vinzentinums müssen in Sicherheit gebracht werden. Ein Sicherheitsbereich von 1.500 Metern rund um die Bombe wird für die Entschärfung benötigt, in diesem Sicherheitsbereich befinden sich dann nur noch der bzw. die Mitarbeiter des Munitionsbergungsdienstes und die Bombe.

Offizielle Stimmen

Während der Pressekonferenz wurde bestätigt, dass es sich um einen Bombenblindgänger von 3600 Kilogramm Gewicht handelt. Oberbürgermeister Kurt Gribl betonte im Anschluss, dass man sich in einer “außergewöhnliche Lage” befindet, dennoch besteht kein Grund zur Panik. Obwohl der Blindgänger die größte Fliegerbombe ist, die je in der Nachkriegszeit in Augsburg gefunden wurde, so ist sie bei den geschulten Feuerwerkern des Landes Bayern in guten Händen. Das Land Bayern unterhält im Auftrag des bayrischen Innenministeriums zwei Räumdienste, welche aufgefundene Kampfmittel kostenfrei unschädlich macht und beseitigt.

Britische Soldaten beladen eine Avro-Lancaster mit einer 8.000 lb HC Bombe. Foto: CH 10941, Imperial War Museums.

Britische Soldaten beladen eine Avro-Lancaster mit einer 8.000 lb HC Bombe. Foto: CH 10941, Imperial War Museum, London.

Der Blindgänger – eine so genannte 8000 Lb High Capacity Bomb Mk I-II

8000 Lb entsprechen rund 3600 Kilogramm. Bei dem Bombentyp handelt es sich um eine Luftmine, die ganze Häuser(zeilen) verwüsten kann. Schlug die Bombe auf, kam es unvermittelt zur oberflächennahen Zündung, ein Krater oder ein Bombentrichter entstand höchst selten. Durch den extrem hohen Detonationsdruck zerbarsten sämtliche Fenster und ganze Dächer wurden abgedeckt, Zimmerwände konnten eingedrückt werden. Die um ein vielfach stärkere Druckwelle im Gegensatz zu regulären Sprengbomben zerstörte im Umkreis von ca. 100 Metern jedes Gebäude; bei Detonation in freiem Gelände riss die Druckwelle in einer Entfernung von 1000 Metern Türen heraus und Fensterscheiben zersplitterten noch in etwa 2000 Metern Entfernung. Die Trümmer machten ganze Straßenverläufe unpassierbar, den Opfern ließ die Druckwelle die Lunge platzen. Die herbeigeführten Zerstörungen waren Basis für die Abwürfe der nachfolgenden Flugzeuge, die meist kleinere Spreng- und Brandbomben mitführten. Die fehlenden Dächer und Fenster führen zu einer Sogwirkung, wie es bei einem Kamin der Fall ist; wodurch beste Vorrausetzungen geschaffen wurden, um noch größere Verwüstungen durch die Brandbomben herbeizuführen.

Vom Bombentyp 8000-lb HC Mk I-II wurden zwischen 1942 und 1945 insgesamt rund 1150 Stück zum Einsatz gebracht. Die Länge über alles beträgt knapp 340 cm, wovon auf den reinen Sprengkörper 241 cm entfallen. Der Durchmesser beträgt etwa 96 cm. Das Füllgewicht des Sprengstoffes beträgt entweder 2.430 Kilogramm Amatex 9 oder 2.650 Kg Torpex II. Die drei Zünder sind am vorderen Ende der Bombe verbaut und sprechen auf Druck an, es sind so genannte Aufschlagzünder vom Typ Pistol No. 27, 42 oder 44.

Die Bombe wurde durch Flieger des Types „Lancaster“ abgeworfen.

Aufbau der Bombe mit Angabe zu Farbmarkierungen und weiteren Details. Quelle: British Bombs and Pyrotechnics 1944, Ammunition Manuals , US Army. National Archives, Washington DC.

Aufbau der Bombe mit Angabe zu Farbmarkierungen und weiteren Details. Quelle: British Bombs and Pyrotechnics 1944, Ammunition Manuals , US Army. National Archives, Washington DC.

 

Ladeschema: 1 x 8,000 lbs HC und bis zu 6 Stück 500 lbs Sprengbomben mit Aufschlag- oder Verzögerungszünder.

 

Wortlaut des Gefechtsberichtes des Royal Air Force Bomber Command für den 25./26. Februar 1944. Quelle National Archives, London.

Wortlaut des Gefechtsberichts des Royal Air Force Bomber Command für den 25./26. Februar 1944. Quelle National Archives, London.

So kann es gehen – nach der Exkursion bei Weyerbusch

Unsere letzte Exkursion, die an einige Verteidigungsstellungen der 3. Panzergrenadier Division und des 4. Flak-Sturm-Regimentes in der Nähe von Weyerbusch führte, sollte den Einsatz des Kampfmittelräumdienstes nach sich ziehen. Von den ursprünglich bei der Kreisvolkshochschule angemeldeten Personen waren zwar nur drei Leute anwesend, aber dennoch zogen wir gegen 14.30 Uhr mit insgesamt 12 Personen los und begaben uns an einige der Brennpunkte der heiß umkämpften Linie.

Als die 1. US Armee am 25. März 1945 mit der 3. US-Panzerdivision aus dem Raum Uckerath-Asbach mit dem Ausbruch aus dem Remagener Brückenkopf begann, sollte nach den alliierten Plänen die Kreisstadt Altenkirchen eigentlich noch am gleichen Tag erobert werden. Die Realität allerdings sah anders aus; obwohl die amerikanischen Panzerspitzen die dünnen Verteidigungslinie der 15. Armee schnell durchstoßen konnten, stießen sie hier und dort noch auf Widerstandnester und gerieten in verschiedene Minenfelder. Um dem drohenden Durchbruch Einhalt zu gebieten wurde durch die Heeresgruppe B die sofortige Errichtung einer Widerstandslinie befohlen. Die Umsetzung der Befehle hatte Generalleutnant Fritz Bayerlein, kommandierender General des LIII. Armeekorps, zu verantworten. Auf seinen Befehl hin wurde in Weyerbusch eine Auffangstelle für zurückflutende Soldaten eingerichtet und jeder, so wie er eintraf, der Truppe zugewiesen, die dabei war, sich dem Amerikaner entgegenzustellen. Schon in den nächsten Stunden erhielt die entstehende Verteidigungslinie den Namen “PaK-Linie bei Hasselbach”.

Widerstand, mit dem niemand rechnete

Die PaK-Linie war bestückt mit Infanterie und Panzerabwehrkanonen, die sich an markanten Punkten eingegraben hatte. Panzerunterstützung wurde durch eine Handvoll Fahrzeuge der  11. Panzerdivision, einem Tigerpanzer von der Panzer-Lehr-Division sowie einigen Sturmgeschützen der 3. Pz.Gren.Division geleistet. Dazu kamen diverse leichte und schwere Artilleriegeschütze im Kaliber zwischen 7,5-cm bis hin zu 21-cm zum Einsatz, die tief gegliedert hinter der PaK-Linie in Stellung gebracht worden waren.

Nachdem der amerikanische Vormarsch schon bereits vor Erreichen von Kircheib den Ausfall von mehreren Panzern gefordert hatte, lagen die Panzerspitzen weit hinter dem gegebenen Zeitplan. Als sie dann nach Hasselbach vorstießen, schlug ihnen das schwere deutsche Feuer entgegen, das sämtliche Spitzen der 3. US-Panzerdivision im ersten Unternehmen zerschlug. Die Panzer waren zum Rückzug gezwungen; Infanterie wurde nachgeholt und musste sich über Ersfeld und Forstmehren den Weg nach Hasselbach freikämpfen.

Fund, mit dem niemand rechnete

Unsere Exkursion führte dieses Mal direkt an die deutschen Stellungen heran und sollte auf dem letzten Drittel des Weges noch einen Fund zu Tage fördern, der einen Einsatz des Kampfmittelräumdienstes zur Folge hatte. Im Wald dicht zur Straße entdeckte nämlich eine Teilnehmerin der Gruppe ein Munitionsteil offen auf dem Boden liegen. Es handelte sich hierbei um eine 2-cm Flak-Sprenggranate im stark korrodierten Zustand. Obwohl die Munition bereits mehr als 70 Jahre im Erdboden gelegen hatte und auf dem ersten Blick nicht unbedingt als Kampfmittel zu erkennen ist, geht von der Granate noch immer große Gefahr aus. Der berühmte “Zahn der Zeit” kann Sicherheitseinrichtungen durch Rostfraß restlos außer Kraft setzten und somit kann ein solcher Sprengkörper jederzeit durch unsachgemäße Handhabung zur Detonation gelangen. Ich wies die Teilnehmer dazu an, noch fünf Minuten lang weiter die Augen offen zu halten, um evtl. weitere Kampfmittel aufzuspüren. Innerhalb nur weniger Minuten tauchten noch zwei weitere Kampfmittel auf, dieses Mal eine Handgranate und eine weitere 2-cm-Granate.

Die stark verrostete Geschosse.

Die beiden stark verrosteten Geschosse. Am unteren Ende des rechten Sprengkörpers kann man den Leuchtspursatz erkennen.

Gleich am nächsten Tag bin ich gemeinsam mit dem Kampfmittelräumdienst vor Ort gewesen, welcher die Munition geborgen und entsorgt hat. Interessant: Noch während ich mit Herrn Horst Lenz, dem Leiter des Kampfmittelräumdienstes Rheinland-Pfalz  telefonierte, erfuhr ich von ihm, dass  er sich gerade auf dem Weg nach Altenkirchen befinden würde, da durch die Polizeidienststelle eine 7,5-cm Panzergranate gemeldet worden war. Bemerkung am Rande: bei der Panzergranate handelt es sich um eine Hinterlassenschaft der Gefechte um Sörth, wo unsere nächste Exkursion hinführt. Ich traf mich mit Herrn Lenz auf der Wache in Altenkirchen und fuhren gemeinsam zum Fundort nach Weyerbusch, wo er die die Kampfmittel sicherstellte.

Tja, so kann es gehen.

Als Oberstleutnant Hermann Grusche in Gefangenschaft geriet

Am 25. März 1945 wurde Hermann Grusche, Oberstleutnant und Kommandeur des Volksartillerie Korps 388, bei den Kämpfen während des alliierten Ausbruches aus dem Brückenkopf von Remagen verwundet. Bis vor wenige Wochen suchte ich nach dem Ort des Geschehens. Grusche geriet an eben diesem Ort nämlich auch in Gefangenschaft.

Das hier ist keine Berichterstattung, sondern will ich das folgende jetzt einfach los werden, da ich mich über das was unten geschrieben steht, sehr gefreut habe!

Wie das Leben so manchmal spielt – Erster Akt!

CCF04042016

Oberstleutnant Grusche

Erst vor kurzer Zeit kam ich in Kontakt mit Herrn Bernd Wilz, dem Enkel Grusches. Dank seiner Hilfe war es Möglich, Hermann Grusche endlich ein Gesicht zu geben. Gehört hatte ich bereits öfters von und über ihn. Seine damaligen Kameraden berichteten mir schon vor rund 20 Jahren von dem stets um das Wohl seiner Männer besorgten Offiziers. Eine Fotografie, Dokumente und ein kompletter Werdegang runden das mir bekannte Bild ab. Das ich noch näher “ran kommen” würde, hätte ich mir nicht erträumen lassen!

Zweiter Akt!

Am vergangenen Samstag während der Exkursion in die PaK-Linie bei Hasselbach lernte ich Herrn Karl Werkhausen kennen, einen Zeitzeugen, der sich noch bildhaft an 1945 erinnern kann. Zwischenzeitlich sind bereits zwei Telefonate geführt worden, das letzte gerade vor einem Moment. Gerade telefonierten wir mal eben 3/4 Stunde!

 “Einen Volltreffer habe ich für Sie”, erzählte Karl Werkhausen

Bei dem vergangenen Telefonat sprach ich Werkhausen darauf an, dass ich seit einigen Jahren versuchen würde das “Rätsel Grusche” zu lösen und erzählte ihm von den mir bekannten Einzelheiten. “Naja, mal schaun, ob ich da was in Erfahrung bringen kann? Ich glaubs aber eher nicht!” Ich glaubte es auch nicht, dass sich nach so vielen Jahren noch was in der Sache tun würde… Trotzdem hat Karl Werkhausen mir vorhin auf die Sprünge geholfen und dabei haben wir gemeinsam zwei buchstäbliche Stecknadeln im Heuhaufen gefunden! Durch diese wertvolle Unterstützung ist es jetzt nach so vielen Jahren endlich Möglich, das exakte Haus zu bestimmen, im dem Oberstleutnant Grusche verwundet in amerikanische Gefangenschaft geraten ist. Zudem ist eine Verbindung zu einem damaligen Schulkameraden entstanden, in dessen Elternhaus Grusche stark blutend gebracht wurde.

Werkhausen hatte nicht nur einen Volltreffer für mich, da waren eine ganze Reihe weiterer, hoch interessante Informationen ausgetauscht worden! Zum Beispiel von amerikanischen Sherman-Panzern, die in Reihenformation durch die Büsche gefahren sind, bevor sie zum Angriff übergingen, oder aber die erste Grablage des in Mehren bestatteten Soldaten König, das Erstgrab war 1945 direkt vor dem Elternhaus gelegen. Demnächst gibt es alle Informationen auf diesen Seiten, auf einen Kaffee bin ich auch noch eingeladen! Mensch! Was will man da noch mehr! Also ich freu mich!

Das Los hat entschieden!

Die Verlosung wurde eben zu Ende gebracht…

Heute Nachmittag war dann erst einmal Lose basteln angesagt. Ging ganz schnell und einfach… Namen der Interessenten in ein Word-Dokument kopiert, ausgedruckt, zurechtgeschnitten und zusammengefaltet.

Die Los-Rohlinge. Jeder sollte die gleiche Chance erhalten.

Die Los-Rohlinge. Jeder sollte die gleiche Chance erhalten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die fertigen Lose. Alle auf gleiche Größe gefaltet.

Die fertigen Lose. Alle auf gleiche Größe gefaltet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Jetzt fehlte nur noch ein geeigneter Behälter für die Ziehung der Lose. Zweckmäßig fand ich dafür diesen alten Stahlhelm.

100_9501

Die im Helm befindlichen Lose, gut gemischt… “Geschüttelt, nicht gerührt!”

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aber was nutzen die besten Lose und der dazugehörige Behälter, wenn keine Glücksfeen anwesend sind, welche die Lose ziehen und drei Leuten zum Glück verhelfen würden? Ohne die beiden Damen wäre der ganze Aufwand zwecklos geworden und darum musste ich meine beiden Mädels einspannen, Euch zum Glück zu verhelfen!

100_9500

Die beiden Glücksfeen tragen eine große Verantwortung!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das haben sie auch sehr zuverlässig getan. Ein Los nach dem anderen, drei an der Zahl, wurden von den beiden Mädels gezogen, und zwar in der Reihenfolge, wie sie hier liegen:

  1. Munin – die 13 war wohl eine Glückszahl? 🙂
    Ich wünsche viel Spaß mit dem Buch!
    (Kann man das so sagen, `Viel Spaß´ bei so einem Thema?
  2. Mauela – Herzlichen Glückwünsch und frohe Weihnachten!
  3. Lenicool11 – Auch Ihnen herzlichen Glückwunsch!

100_9512

 

 

 

 

 

 

 

 

Sobald die Gewinner der Bücher mir ihre Adressen mitteilen, gehen  die Bücher auch schon auf die Reise, sie sollten dann auch noch rechtzeitig zum Weihnachtsfest eintreffen. Nun wünsche ich allen, auch denen, die dieses Mal leider kein Glück hatten, eine schöne und besinnliche Weihnachtszeit. Vielleicht senden mir die Gewinner ja auch noch eine Rezension des Buches zu, worüber ich mich aber auf jeden Fall freuen würde, wäre ein Bild vom Empfänger zusammen mit dem Buch!

Exkursion 7 – Erste Gefechte südlich Betzdorf

Am 24. Oktober 2015 führte ich die nächste Exkursion in die ehemaligen Frontbereiche südlich Betzdorf. Hierbei befassten wir uns mit den Ereignissen, die sich Ende März zwischen Betzdorf, Steineroth und Scheuerfeld zutrugen. Da die Gruppe mit 8 Personen recht überschaubar war, konnte man zum Teil detaillierter Berichten, als es in den größeren Gruppen meist der Fall ist.

Der amerikanische Vorstoß auf Richtung Bruche

Am Abend des 29. März verlief die Front etwa von Elkenroth nach Steineroth über die Kohlhardt nach Dauersberg, von dort entlang der Angsthardt nach Mittelhof bis Wissen. Um bei Betzdorf die Ausgangslage für das I. Bataillon des 28. US Infanterieregiments für den bevorstehenden Angriff zu schaffen, musste zuvor die dem Bataillon zugewiesene Ausgangslinie von feindlichen Truppen bereinigt werden, denn, den Fall gesetzt in dem Bereich würden sich noch feindliche Truppen befinden, könnten diese die amerikanischen Bemühungen bei einem einsetzendem Angriff empfindlich in Gefahr bringen. Durch die eigene Aufklärung war bekannt, dass sich vor der Front mindestens ein deutsches Sturmgeschütz und zwei Flak-Stellungen (Flak=Fliegerabwehrkanonen) befunden hatten. Besonders die Feuerkraft der Flak, die im Erdkampf einsetzbar war, war eine große Gefahr für die Amerikaner, weshalb eine kampfstarke Patrouille in die Wälder gesendet wurde, um:

a) die Flak auszuschalten und
b) den Verbleib des Sturmgeschützes zu lokalisieren

Während des ersten Vorstoßes in Richtung Bruche wurde darauf eine der beiden Patrouillen durch das Sturmgeschütz angegriffen, weshalb sich die Männer dann zurückzogen. Ein direkter Vorstoß auf Bruche wurde dadurch versagt. Zur gleichen Zeit eroberten die Kompanien links Scheuerfeld und rechts Alsdorf. Aus Alsdorf heraus wurde der Vormarsch auf Betzdorf über Hofacker in Richtung Kettlerstraße ausgeweitet, zwischen Kapelle, Eisweiher und der Eisenbahnstraße kam es zu mehreren, lokal ausgetragenen Gefechten. In Scheuerfeld kam es ebenfalls zu einem Gefecht, bei dem mehrere deutsche und amerikanische Soldaten ihr Leben verloren. Betzdorf und Bruche waren nun unmittelbar bedroht. Eine weitere Patrouille wurde in den Bereich der Flak entsendet, fand diese jedoch nicht mehr vor und ging darauf weiter in Richtung Engelstein und Eisweiher vor, wo sie sich am Ortsrand festsetzten. Ein Sicherungsposten wurde in Richtung Bruche zur Flankensicherung herangeschoben, später wurden Granatwerfer nachgezogen und in Stellung gebracht. Den restlichen Tag verbrachten die Soldaten damit, die Region weiter auszukundschaften und den südlich der Sieg gelegenen Ortsrand von Betzdorf zu erobern.

Zur Stellung umfunktionierter Bombentrichter. Steht man vor Ort, kann man den ehemaligen Zugang erkennen und deutlich sehen, dass die Seitenwände des Trichters bearbeitet wurden.

Zur Stellung umfunktionierter Bombentrichter. Steht man vor Ort, kann man den ehemaligen Zugang erkennen und deutlich sehen, dass die Seitenwände des Trichters bearbeitet wurden.

Die Exkursion führte entlang einiger noch sichtbaren Spuren und Stellungen. Gleich im Bereich der Grillhütte befand sich eine Feuerstellung amerikanischer Granatwerfer, die nach 70 Jahren noch sehr deutlich zu erkennen war. Weiter ging es vorbei an einer Stellung, an der sich ein vorgeschobener Wachposten der amerikanischen Infanterie während der Nacht befunden hatte. In nächster Nähe befand sich die ehemalige “Fluwa”, die Flugwachstelle, an der eingehende feindliche Fliegerverbände beobachtet und nach Betzdorf gemeldet werden sollten, um dann rechtzeitig Fliegeralarm geben zu können.

Besonders interessant anzusehen war ein zur Verteidigungsstellung ausgebauter ehemalige Bombentrichter südlich der Tennisplätze. Hier sollten einige Volkssturmleute zusammen mit einer 2cm-Flak den Zugang nach Betzdorf-Bruche sperren. Eine amerikanische Patrouille war darauf angesetzt worden.

Ein Abstecher, der so nicht geplant war, führte auf Wunsch eines Teilnehmers noch ein gutes Stück in Richtung Dauersberg weiter. Auf dem Weg dort hin waren noch deutlich die Spuren vom letzten Einsatz des Kampfmittelräumdienstes zu erkennen, der gleich links des Weges vor einiger Zeit zwei Bombenblindgänger geborgen und unschädlich gemacht hatte. Unseren Rückweg traten wir dann oberhalb des Eisweihers an und marschierten nach gut drei Stunden Wegstrecke zurück an den Ausgangspunkt bei der Grillhütte.

Der Frontbereich zwischen Betzdorf - Scheuerfeld und Alsdorf mit dem geplanten deutschem Brückenkopf, angefertigt nach Overlay der 1. US Infanteriedivision. Rot = deutsche Stellungen und Bewegungen. Blau = amerikanische Stellungen und Bewegungen.

Der Frontbereich zwischen Betzdorf – Scheuerfeld und Alsdorf mit dem geplanten deutschem Brückenkopf, angefertigt nach Overlay der 1. US Infanteriedivision. Rot = deutsche Stellungen und Bewegungen. Blau = amerikanische Stellungen und Bewegungen.

Buchverlosung „Das Kriegsende in der Heimat“

Liebe Freunde der Geschichte und Heimatgeschichte,

cover_001da die Weihnachtsfeiertage vor der Türe stehen dachte ich mir, ich mache jemandem vielleicht mal eine kleine Freude. Genaugenommen möchte ich nicht nur einer Person eine Freude mache, sondern gleich drei Leuten auf einmal. Aus diesem Grunde habe ich mich dazu entschieden, drei Exemplare meines Buches zu verlosen. Tag der Auslosung wird der 17. Dezember 2015 sein.

Das Buch behandelt die Kämpfe im Bereich des Brückenkopfes von Remagen und dem Südrand des Ruhrgebietes am Beispiel des Rhein-Sieg-Kreises, Teilen des Westerwaldes und dem Siegerland. Innerhalb rund 20 Jahre Recherchen konnte ich eine Vielzahl Kriegstagebücher aus den Archiven zusammengetragen, zudem war ich in der Lage viele Veteranen beider Seiten, ehemalige deutsche und amerikanische Soldaten, zu ihren Erlebnissen in der Region zu befragen. Von weiterer Bedeutung sind erhaltene Gefangenenaussagen, die eine besondere Nähe zu dieser schicksalshaften und ereignisreichen Zeit herstellen, da diese Vernehmungsprotokolle unmittelbar nach der Gefangennahme der Soldaten verfasst wurden. Es ist ein über 500 Seiten zählendes Buch entstanden, das die Sicht der damaligen Soldaten aus den vordersten Linien wiedergibt.

Nun fragen Sie sich sicherlich, was Sie dafür tun müssen! Die Antwort ist schlicht und einfach zu beantworten: Nichts! Denn am Ende des Zeitraumes entscheidet das Los.

Wer aber dennoch etwas tun möchte, den würde ich darum bitten, einmal in der eigenen Familiengeschichte zurückzublicken. Vielleicht befindet sich ja ein Angehöriger darunter, der selbst noch kurz vor Kriegsende in der Region in den Kampf ziehen musste. Wenn dem so sein sollte, würde ich mich außerordentlich freuen, wenn Sie mir evtl. vorhandene Dokumente, Fotos oder Tagebuchaufzeichnungen, natürlich leihweise, zukommen lassen würden. Das hat jedoch keinen Einfluss auf die Los-Ziehung am Ende der Aktion.

Wer jetzt noch mehr erfahren möchte, den lade ich dazu ein, sich doch weiter auf diesen Internetseiten umzusehen, hier liegen mir die beiden Projekte „Gefallenendatenbank“ und das Mitmach-Projekt „Einzelschicksale“ besonders am Herzen.

Am 17. Dezember 2015 wählt der Zufall die glücklichen Gewinner aus, am Folgetag werden die Bücher mit der Post in den Versand gehen und sollten so noch rechtzeitig zum Weihnachtsfest eintreffen. Selbstverständlich würde ich mich freuen, wenn die Gewinner später eine Rezension zu dem Buch abgeben. Um an der Verlosung teilzunehmen folgen Sie bitte diesem Link.

Bereits an dieser Stelle freue ich mich über Ihr Feedback und sage

Viel Glück!

Ralf Anton Schäfer

Exkursion 6 – Eroberung von Alsdorf im März 1945

Am Samstag, den 17. Oktober 2015, war es wieder so weit. An diesem Tag wollten wir uns über die Vorgänge und Ereignisse unterhalten, als die amerikanische Infanterie ihren Vorstoß über Alsdorf nach Betzdorf und Kirchen in Richtung zur Sieg ausweitete. Nachdem die Amerikaner mit einer ersten Patrouille bei Alsdorf zum Stehen gebracht worden waren, stießen sie anschließend nach Alsdorf vor, erreichten die Heller, wonach es zu einigen Schießereien gekommen war. Bei diesen Kampfhandlungen mussten mehrere deutsche und amerikanische Soldaten ihre Leben lassen.

Da die ersten Hinweise auf diese Veranstaltung schon mehrere Wochen zuvor in den Ankündigungen der VHS und K-VHS enthalten waren, geriet diese Exkursion bei den Interessenten später ins Vergessen. Dadurch kamen schließlich bei der Volkshochschule in Betzdorf lediglich vier Anmeldungen zusammen. Kurz entschlossen wurde ein erneuter Aufruf in den Mitteilungsblättchen veröffentlicht und erneut auf die Exkursion hingewiesen, die uns durch das Imhäuser Tal in Richtung Kirchen – Herkersdorf führen sollte. Trotzdem blieben weitere Anmeldungen bei der Volkshochschule aus, es kam sogar noch schlimmer, denn von den vier Personen, die sich angemeldet hatten, sagten dann schließlich noch zwei Leute ab! Am Freitagmorgen standen wir beinahe davor, diese Veranstaltung im letzten Augenblick abzusagen – es wäre das erste Mal gewesen.

Mit dem Wissen, dass die Liste nun leider nur zwei Interessenten umfasste, dazu kamen zwei weitere Leute, die ich via Facebook erreichte, fuhr ich dann nach Alsdorf. Als ich dort eintraf, traute ich meinen Augen nicht! Es waren bereits vor meiner Ankunft schon acht Personen vor Ort und weitere sechs sollten in den nächsten Minuten eintreffen. Unter unseren vierzehn Interessenten waren auch wieder drei Zeitzeugen anwesend. Darunter befand sich auch ein älterer Herr aus Wallmenroth, mit dem ich erst einige Tage zuvor telefoniert hatte. Herr Josef Herrmann  berichtete mir davon, dass sein Vater als Angehöriger des hiesigen Volkssturmes im März 1945 bei Flammersfeld sein Leben verlor. Mit ihm sollte ich mich besonders intensiv unterhalten; ein Versprechen gibt es auch noch einzulösen: Er wird einen Ausflug auf den Spuren des Volkssturmes erhalten, das ist aber ein Thema für sich. Bei dieser Exkursion wollten wir uns schließlich über die Eroberung Alsdorfs und dem weiteren Vorstoß der amerikanischen Streitkräfte unterhalten.

Angriff auf Alsdorf

Nachdem der amerikanische Ausbruch aus dem Brückenkopf von Remagen vollendet war, begonnen die amerikanischen Infanteriedivisionen damit, ihre Vorstöße in Richtung zur Sieg auszuweiten und hierbei die Bereiche von deutschen Resteinheiten zu bereinigen. Die wenigen deutschen Brückenköpfe, die noch südlich der Sieg für die sich immer noch zurückflutenden Truppen offen gehalten wurden, konnten von den Amerikanern zerschlagen werden.

Die Eroberung Alsdorfs Ende März 1945.

Die Eroberung Alsdorfs Ende März 1945.

  1. Bereits während der Nachtstunden vom 29. zum 30. März 1945 richteten Soldaten der 8. US In­fanteriedivision in der Nähe der Alsdorfer Grillhütte einen Beobachtungsposten ein und meldeten an den Regimentsstab, dass seit etwa 2.45 Uhr immer wieder Motorengeräusche im Ortskern zu hören waren. Am frühen Morgen wurde gegen 4.30 Uhr eine heftige Detonation gemeldet, deren Ursache jedoch unklar blieb (Anmerkung: Sprengung der Hellerbrücke).
  2. Da man im Ortskern noch deutsche Truppenansammlungen vermutete, sollte ein verstärkter Zug der Baker-Kompanie des 28. US Infanterieregiments etwa um 3.30 Uhr aus Richtung Daaden über den Bahnhof zum Angriff antreten, um die im Ort vermutete Verteidigung aufzurollen. Hierbei kam es zu einem rund 30-minütigen Gefecht um den Bereich des Bahnhofgeländes, in dessen Verlauf ein Jeep durch Panzerfaust abgeschossen wurde und jeweils zwei amerikanische Soldaten getötet bzw. verwundet wurden. Auf deutscher Seite war die 59. Infanteriedivision dabei, einen Brückenkopf zu errichten; der Bahnhof war Teil eines Stützpunktes der gerade befestigt wurde. Noch während die Amerikaner sich dem Bahnhof näherten, wurden deutsche Verstärkungen herange­bracht. Der Bereich des Bahnhofes wurde darauf mit Artilleriefeuer belegt, die deutschen Soldaten zogen sich dann zurück.
  3. Nachdem der Vorstoß am Bahnhof liegengeblieben war, wurden die verbliebenen Züge der Kompanie zum Angriff befohlen. Sie gingen etwa ab 5.00 Uhr entlang des Steinebachs in Alsdorf vor und überraschten etwa um 6.25 Uhr südlich der gesprengten Hellerbrücke einen MG-Posten, der in Gefangenschaft geriet. Dies war die erste Feindberührung, durch das kurz aufflammende Feuer wurde letzte deutsche Soldaten alarmiert, dennoch kam es zu keinen größeren Kampfhandlungen, da die Masse der deutschen Truppen bereits abgezogen war. Als die gesamte Kompanie an der Heller stand, wurden Vorstöße über die gesprengte Brücke vorgenommen, die für Infanterie passierbar war. Im Bereich des heutigen Betonlagers an der Hauptstraße versuchte ein deutscher Leutnant noch letzten Widerstand zu organisieren, dazu hatte er einen jungen MG-Schützen oberhalb des Steinbruches in Stellung gehen lassen und weitere deutsche Soldaten hatten sich in einigen Häusern verschanzt. Dazu kamen mehrere Soldaten, die sich auf dem Burg-Berg eingegraben hatten. Nach kurzen Gefechten, die sich besonders im Bereich der Hauptstraße ereigneten, stellten die letzten deutschen Soldaten das Feuer ein. Auf deutscher Seite starben sechs Mann, darunter ein Feldwebel in der Hauptstraße und der MG-Schütze oberhalb des Steinbruches.
  4. Noch während in Alsdorf vereinzelte Schüsse fielen, wurde der Vorstoß auf Betzdorf ausgeweitet. Über Hofacker stieß man in Richtung Kettlerstraße, wo es jenseits der Kapelle zu Kampfhandlungen mit deutschen Soldaten kam. Die Angriffe wurden in Richtung Eisenbahnstraße ausgeweitet.
  5. Erst durch einen Feuerschlag der amerikanischen Artillerie auf den Burg-Berg wurde der deutsche Widerstand in Alsdorf zum Schweigen gebracht. Im Anschluss konnte der dritte Zug der Baker-Kompanie bis zum Abzweig nach Herkersdorf-Kirchen vorgehen, wo eine Straßensperre eingerichtet wurde.
  6. Der Bahnhof sollte als Stützpunkt für den befohlenen Brückenkopf dienen. Teile des Grenadierregiments 1034 hatten Befehl, den Brückenkopf offen zu halten, damit zurückflutende Soldaten noch Anschluss zur Truppe finden könnten. Da man jedoch bereits bei der Einrichtung auf amerikanische Soldaten stieß, wurde das Vorhaben aufgegeben und die restlichen Truppen nach Betzdorf abgezogen.

  7. Der deutsche Widerstand in Alsdorf wurde nur von etwa 25 Mann geleistet, es waren in der Masse Soldaten, die seit einiger Zeit versprengt waren und durch einen Leutnant in den Kampf befohlen wurden.

  8. Erst nachdem die Amerikaner in Betzdorf die Sieg erreichten, kam es zu ernsthaften Gefechten um die deutschen Stellungen jenseits des Flusses.
Zahlreiches Erscheinen am Treffpunkt im Imhäuser Tal bei Alsdorf. Die Leute kommen nicht einfach nur aus Betzdorf und Umgebung, sondern zieht es sie sogar (wiederholt) aus dem Westerwald her. Vielen Dank an den Stammgast! :-)

Zahlreiches Erscheinen am Treffpunkt im Imhäuser Tal bei Alsdorf. Die Leute kommen nicht einfach nur aus Betzdorf und Umgebung, sondern zieht es sie sogar (wiederholt) aus dem Westerwald her. Vielen Dank an den Stammgast! 🙂

In eigener Sache! Aus gegebenen Anlass!

So, 

jetzt mal Klartext! Kein Sondengänger, Schatzsucher, Militariasammler oder sonst welche Person wird von mir mit Suchstellen versorgt, an denen sich evtl. Hinterlassenschaften aus dem Zweiten Weltkrieg finden lassen! Einzig und allein stelle ich entsprechende Informationen den Kampfmittelräumdiensten, einem Ingenieursbüro zur Altlastenerfassung bzw. Kampfmittelerkundung und sonstigen, offiziellen Institutionen zur Verfügung.  

Wer mit dem Metalldetektor etwas sucht und findet, macht diese Entdeckungen unabhängig von mir, aber hat sich dazu oft meines Buches bedient. Da fällt mir auf, es gibt sogar Sondengänger, die können Lesen und brauchen keine speziellen Hinweise von mir!

 Die Informationen, die man erlangt, wenn man an meinen VHS-Exkursionen teilnimmt, dienen ebenfalls nicht als „Freibrief mit der Aufforderung `Graben Sie hier“, besonders auch deshalb, weil ich bereits während der Planung darauf achte, die direkten ehemaligen Fronten nach Möglichkeit auszusparen. Unsere Exkursionen richten sich eher an Personen, die wissen möchten, was sich zum Kriegsende vor unseren Haustüren ereignete und nicht an Militariasammler.

Heute Morgen wurden mir exakt diese Vorwürfe gemacht, zudem würde ich einen besonderen Kreis „auserwählter Personen“ um mich versammeln, denen ich im Tausch gegen Bodenfunde, besonders Stahlhelme, die „besten Suchstellen in der Gegend“ zeigen würde. Das ist totaler Quatsch und dürfte eben darauf beruhen, dass ich dauerhaft von irgendwelchen Leuten angesprochen werde, mit der Frage, „Wo kann ich denn mal Suchen gehen?“ Da ich keine solchen Informationen weitergebe, wird also eben gerne unterstellt, dass ich nur bestimmte Leute, besondere Freunde, „vom heiligen Gral“ kosten lasse.

Trotzdem wurden mir in der Tat während der vergangenen ca. 5 Jahre vier Stahlhelme geschenkt. Bei all diesen Helmen handelt es sich um Bodenfunde, von denen drei durch Sondengänger aufgefunden und der vierte Helm durch einen Landwirt zum Vorschein befördert wurde. Da einige der Sondengänger da draußen sich wahrscheinlich etwas schwer im eigenen Denken tun, gehe ich hier näher drauf ein und erkläre das mal mit einfachen und verständlichen  Worten:

Zwei Helme stammen von einem Finder, mit diesem bin ich seit einigen Jahren sehr eng befreundet; ja, man mag es kaum glauben, ich habe auch Freunde! Er wurde erst durch den Fund der Stahlhelme zum Sondengänger, befreundet waren wir als ehemalige Arbeitskollegen schon seit mehreren Jahren zuvor. Gruß nach Katzwinkel! An dieser Stelle muss ich dann auch mal jemand aus dem Windecker Land grüßen J, abenfalls einen Sondengänger, der es geschafft hat, ein enger Freund zu werden, ohne meinen zu müssen, mir einen Helm zu schenken oder sich sonst irgendwie „mein Vertrauen erschleichen zu müssen“. Ihn habe ihn durch mein Buch kennengelernt und er hat mich noch NIE mit irgendwelchen Fragen gelöchert!!! Ja, es gibt sogar auch Freunde, die nicht nachts um halb Zwölf anrufen und nach potentiellen Suchgebieten fragen!

Weiter wurde mir ein Stahlhelm durch einen Landwirt geschenkt. Landwirte sind diese Menschen mit den Traktoren (so eine Art geländegängiges Auto mit meist ganz großen Reifen). Der Mann wusste von der Existenz des Helms, weil er ihn bereits 1945 als Kind an der Stelle hat liegen gesehen.

Der letzte Helm wurde mir ganz ohne Versprechen von irgendwelchen Gegenleistungen überlassen!

Abschließend bedarf es noch der Aufklärung, dass die Suche mit Metalldetektoren in Rheinland Pfalz, genehmigungspflichtig ist und besonders bei der Anwesenheit von Bodendenkmälern werden KEINE Suchgenehmigungen erteilt, (obwohl man in RLP ohne wenn kaum mal eine Genehmigung erhält). Es gibt hier auch keine Ausnahme für Polizisten, selbst nicht mit den Worten „Ich bin Polizist, ich darf das!“. Darüber hinaus ist die Suche in Wäldern generell verboten.

Die eingeleitete Anzeige bei der Polizei in Betzdorf wird genaueres ergeben.