Eröffnung der Veranstaltungen 2017

„Als der Krieg in die
Heimat kam“

72 Jahre Kriegsende 1945

Vortag mit Filmmaterial, Dokumenten und
Fotografien über die Kampfhandlungen am
Ende des Zweiten Weltkrieges im Kreis Altenkirchen

Samstag, 25. März 2017 – 14 Uhr
Kreisvolkshochschule, Rathausstraße 12 in 57610 Altenkirchen

Gebühren: 5 Euro je Person.
Zahlbar am Tag der Veranstaltung.

Ein Angebot der Kreisvolkshochschule und
des Kreisarchives des Kreises Altenkirchen.

www.das-kriegsende.de

Exkursionen im 1. Halbjahr 2017

Die neuen Termine für die nächste Veranstaltungsreihe stehen endlich fest. Sieben mal sollte man sich den Terminkalender offen halten, davon ein Mal an einem Samstag und, weil immer wieder darum gebeten wurde, sechs Mal an verschiedenen Sonntagen…

Um die Spannung schon vorab ein wenig zu erhöhen: Es finden vier komplett neue Exkursionen statt, die wir zuvor noch nicht im Programm hatten. Dieses Mal sind wir auch wieder im Bereich der PaK-Linie bei Hasselbach-Weyerbusch unterwegs, allerdings bewegen wir uns jetzt auf komplett neuen Pfaden, wobei wir uns besonders über die Ereignisse am nördlichen Frontabschnitt unterhalten werden. Gleich die erste Exkursion findet also auf unbekanntem Gebiet statt und bietet eine Fülle Informationen für alle Interessierten.


 


Bereits abgekämpfte Grenadiere auf dem Rückweg von der Front. Die Soldaten sind ausgerüstet mit Stielhandgranaten (1) und einem Maschinengewehr 34 (2). Der zweite Soldat von Links besitzt neben seinen Stielhandgranaten im Koppel eine Magazintasche (3) für drei Stangenmagazine einer Maschinenpistole.

Der Stahlhelm (4) des MG-Schützen ist mit Lehm verschmiert. Der Soldat links hinter ihm trägt einen Karabiner 98 (5). Ganz Links ragt ein Karabiner ins Bild, welcher mit einem Bajonett (6) für den Nahkampf ausgestattet ist. Dem Anschein nach befindet sich auf der Trage der beiden Soldaten ein verwundeter Soldat (7). Auf dem Fuhrwerk rechts im Bild könnten sich evtl. Magazine (8) für ein 2cm-Geschütz befinden.

Die Szenerie dürfte vergleichbar sein mit den Ereignissen im März & April 1945 im Westerwald, denn ähnlich wird es ausgesehen haben, als deutsche Soldaten in die Frontstellungen z.B. bei der PaK-Linie in Hasselbach eingerückt sind. Abgekämpfte Soldaten prägten seit 1944 den Alltag und waren das Beste, dass die Wehrmachtsführung noch zu bieten hatte.


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Eröffnung der Veranstaltungsreihe – 72 Jahre Kriegsende

Vortag mit Filmmaterial, Dokumenten und Fotografien zu den „Kampfhandlungen am Ende des Zweiten Weltkrieges im März & April 1945“. Anhand von Landkarten und Auszügen aus diversen Kriegstagebüchern wird versucht an die opfervolle und schreckliche Zeit zu erinnern. Im Anschluss an den Vortag können die Teilnehmer persönliche Fragen zu den Bodenkämpfen im März und April 1945 stellen. Die Veranstaltung wird abgerundet durch verschiedene Gegenstände aus der Zeit des Kriegsendes.

Ab dem 25. März 1945 fanden erstmalig Infanteriekämpfe zwischen den deutschen und amerikanischen Verbänden im Raum des Kreises Altenkirchen statt. Unter Verlusten gelang es den amerikanischen Verbänden durch die deutschen Frontlinien zu brechen. Ende März wurde die Sieg in ihrer gesamten Länge zur Verteidigungslinie ernannt, die so genannte Siegfront. Der Fluss bildete die Südfront des so genannten „Ruhrkessels“, in dem die Heeresgruppe B mit rund 325.000 Mann eingeschlossen wurde. Entlang der Siegfront gingen die Kampfhandlungen für die Dauer von mehreren Tagen in einen Stellungskrieg über. Vielerorts beschränkten sich die Kampfhandlungen auf gegenseitige Artillerieduelle, anderswo aber lagen sich die Soldaten beider Seiten direkt gegenüber und bekämpften sich erbittert.

In den frühen Morgenstunden des 6. April 1945 griffen die amerikanischen Verbände nach heftiger Artillerievorbereitung auf breiter Front an und zerschlugen die deutschen Stellungen entlang der Sieg. Die deutsche Truppe hatte diesen konzentrierten Angriffen nichts mehr entgegenzusetzen und zog sich unter hinhaltendem Widerstand immer weiter in den Kessel zurück. Für den Kreis Altenkirchen endeten die Kampfhandlungen mit letzten Gefechten im Bereich von Bahnhof Wildenburg am 9. April 1945.

Wann: Samstag, 25. März 2017 , 14 bis 16 Uhr

Wo: Kreisvolkshochschule, Rathausstraße 12 in Altenkirchen

Dauer: Gesprächsrunde mit offenem Ende.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


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Kampf um die PaK-Linie bei Hasselbach – Die Front bei Werkhausen

Als die 1. US Armee am 25. März 1945 aus dem Brückenkopf von Remagen ausbrach, konnte sie die Frontlinien der 15. Armee an den meisten Punkten problemlos durchbrechen. Nur im nördlichen Bereich des Brückenkopfes stießen die Verbände auf zum Teil schwersten Widerstand. Besonders hart war dabei das Los für die Panzerspitze der 3. US Panzerdivision, die über Kircheib nach Altenkirchen vorstoßen sollte.

Nachdem die Panzerkolonne im Bereich von Rettersen und Hasselbach an der so genannten „PaK-Linie bei Hasselbach“ (PaK=Panzerabwehrkanone) zum Stehen gebracht wurde, mussten die Amerikaner selbst zur Verteidigung übergehen. Im Anschluss kamen sämtliche Angriffe der Division zum Erliegen. Um weiter gegen Altenkirchen vorzugehen, musste zuvor jeglicher Widerstand entlang der stark verteidigten Frontlinie niedergekämpft werden. Altenkirchen, das als Tagesziel für den 25. März gegolten hatte, konnte erst im Verlauf des Nachmittags des 26. März eingenommen werden. Auf dem Schlachtfeld blieben zahlreiche zerstörte Fahrzeuge und viele Gefallene beider Seiten zurück. Dies war der Auftakt für das unmittelbar bevorstehende Ende; wie ein ehemaliger Soldat erzählte, waren diese Kämpfe ähnlich wie das letzte heftige Zucken eines sterbenden Menschen.

Diese eigenständige Exkursion baut auf die Ereignisse der bereits zuvor durchgeführten Veranstaltungen rund um die „PaK-Linie“ auf, wobei allerdings auf die Gesamtereignisse eingegangen wird, damit auch „Neueinsteiger“ nachvollziehen können, was sich Ende März 1945 vor den Türen und Toren Weyerbuschs zugetragen hatte.

Wann: Sonntag, 26. März 2017 , 14.30 Uhr

ACHTUNG: NEUER TREFFPUNK: Friedhof in 57635 Werkhausen.
Sie finden den neuen Treffpunkt im Kartensystem am Ende dieser Seite.

Wegstrecke: Etwa 3,5 Kilometer

Dauer: In der Regel dauert jede Exkursion etwa 3 Stunden.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


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Vorstoß auf Betzdorf und die hieraus resultierenden Gefechte südlich der Sieg

 Der Versuch der Wehrmacht südlich Betzdorf noch einen Brückenkopf zu organisieren, schlug gleich im ersten Ansatz fehl. Ebenso scheiterte das Vorhaben, südlich von Bruche mit Volkssturm und einem Flakgeschütze (Fliegerabwehrkanone) eine Sperrstellung zu errichten. Ein Angriff eines deutschen Sturmgeschützes führte auf amerikanischer Seite zu der Annahme, dass der Weg nach Bruche nicht offen sein würde, worauf sich die Soldaten des 28. US Infanterieregiments zurückzogen.

Danach wurde der amerikanische Vorstoß über Alsdorf vorangetrieben und erst nach der Einnahme von Alsdorf konnte der Angriff in Richtung Betzdorf ausgeweitet werden. Hierbei kam es zu einigen Gefechten, die sich bis in die Nähe des Eisweihers verlagerten. Der Betzdorfer Ortsteil Bruche wurde erst in den nachfolgenden Nachtstunden erobert.

Wann: Sonntag, den  9. April 2017 um 14.30 Uhr

Wo: Am Scheuerberg, 57518 Betzdorf-Bruche, der Treffpunkt findet sich oberhalb der Grillhütte.

Wegstrecke: Etwa 3,5 Kilometer

Dauer: In der Regel dauert jede Exkursion etwa 3 Stunden.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


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 Vorstoß gegen die deutschen Sicherungen bei Herdorf

Nachdem der Ausbruch aus dem Remagener Brückenkopf vollendet war und die Amerikaner bereits damit begonnen hatten, das Ruhrgebiet mit der 1. US Armee im Süden und der 9. US Armee im Norden zu umzingeln, mussten sie ihre Vorstoße zur Sieg hin ausweiten.

Mit diesen Infanterieangriffen sollten die deutschen Sicherungslinien durchstoßen und die Brückenköpfe zerschlagen werden, bevor es den deutschen Soldaten möglich war, weitere Kräfte zu sammeln. Einer dieser Schwerpunkte befand sich bei Herdorf-Neunkirchen. Südlich dieser Ortschaften sollten Vorkommandos der 59. Infanteriedivision eine Verteidigungslinie beziehen und in Anlehnung an die Ortsränder sollten schwache Reste der 9. Panzerdivision einen Sperrriegel verteidigen.

Da die 8. US Infanteriedivision stärkere Feindkräfte in den Wäldern zwischen dem Hohenseelbachskopf und Herdorf vermutete, stießen sie in zwei Angriffsformationen gegen die deutsche Verteidigung vor. Hierbei sollte eine verstärkte Infanteriekompanie über Mahlscheid vorgehen, während die andere Kompanie durch das Sotterbachtal gegen Herdorf antreten sollte. In den Wäldern um die Mahlscheid kam es dabei nur zu kleineren lokalen Rückzugsgefechten mit versprengten deutschen Truppen, während sich das eigentliche Eindringen in Herdorf zum fast dreistündigen Gefecht entwickeln sollte.

Wann: Sonntag, den  23. April 2017 um 14.30 Uhr

ACHTUNG Änderung des Treffpunktes:
Ziegenberg 24 (an der Infotafel Grube San Fernando)
in 57562 Herdorf,

Wegstrecke: Etwa 3,5 Kilometer

Dauer: In der Regel dauert jede Exkursion etwa 3 Stunden.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


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Bildung des amerikanischen Brückenkopfes auf dem Giebelwald bei Freusburg.

Ende März 1945 drangen die Truppen der 8. US Infanteriedivision über Offhausen in Kirchen ein, das dabei beinahe kampflos erobern wurde. Nachdem sie bei Brühlhof die Sieg überschritten und die Jung-Werke vom Feind befreit hatten, klärten sie gegen Freusburg auf. Ein direktes Vorgehen über Freusburger Mühle war nicht möglich, da der Bereich von Scharfschützen einzusehen war, die sich dann für einige Zeit gefährliche Duelle lieferten.

Als die Amerikaner endlich in Freusburg eindringen konnten, mussten sie sich ihren Weg durch unwegsames Gelände bahnen und konnten einen Brückenkopf am Fuße des Giebelwaldes einrichten. Dieser Brückenkopf wurde für die Dauer von mehreren Tagen zum Schauplatz heftiger Gefechte.

Wann: Sonntag, 7. Mai 2017, um 14.30 Uhr

Wo: Parkplatz an der Hubertuskirche, 57548 Freusburg

Wegstrecke: Etwa 7 Kilometer, evtl. mehr

Dauer: In der Regel dauert jede Exkursion etwa 3 Stunden.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


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Gefechte im Bereich des Hellbachskopf

Der weitläufige Giebelwald wurde für mehrere Tage zum Brennpunkt der Kämpfe um die Siegfront im Bereich zwischen Kirchen und Niederschelden. Die Wälder waren Kampfgebiet, Bereitstellungsraum und Unterschlupf für deutsche Truppen; darüber hinaus suchten zahlreiche Zivilisten der umliegenden Ortschaften Zuflucht in den Bergbaustollen, um vor den Kampfhandlungen geschützt zu sein.

Anfang April hatten die Amerikaner damit begonnen, ihren Brückenkopf bei Freusburg auszuweiten. Hierbei verwickelten sie sich allerdings zusehend in Waldkämpfe, die durch sich immer wieder verirrende Einheiten und plötzliches aufeinanderstoßen auf gegnerische Truppen geprägt waren. Im Bereich des Hellbachskopf erinnert heute ein Denkmal in Form von mehreren Basaltsäulen an der Stelle eines ehemaligen Soldatengrabes an die Härte der damaligen Kämpfe.

Wann: Sonntag, 21. Mai 2017, um 14.30 Uhr

Wo: Sportplatz beim Tierpark in 57572 Niederfischbach

Wegstrecke: Etwa 7 Kilometer, evtl. mehr

Dauer: In der Regel dauert jede Exkursion etwa 3 Stunden.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de

 


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Gefecht um Steeg im Wildenburger Land

Nach vorbereitendem Artilleriefeuer brachen am 6. April 1945 die Amerikaner aus ihren Brückenköpfen an der Sieg aus. Im Bereich von Wissen, Betzdorf und Kirchen zerschlugen die Soldaten der 78. US Infanteriedivision die deutschen Frontlinien und marschierten gegen meist leichten Widerstand vor, nur lokal kam es an verschiedenen Punkten noch zu heftigeren Gefechten, die auf beiden Seiten hohe Verluste forderten, am Abend war die Sieg nirgendwo mehr in deutscher Hand. Wenig später stand die Division im Wald bei Rübegarten und zielte zum einen nach Morsbach und zum anderen in Richtung Friesenhagen.

Diese Exkursion beginnt an genau dem Punkt, von welchem die amerikanische Infanteriekompanie ihren Vorstoß in Richtung Steeg vor 72 Jahren plante. Die Brücke über den Wisserbach stand unter deutscher Beobachtung und der Bereich war durch mehrere Maschinengewehre gesichert. Ein amerikanischer Soldat verlor gleich nach Beginn des Vorstoßes durch Artillerievolltreffer sein Leben. In dieser Lage mussten die Amerikaner den Bachlauf überqueren.

Um nach Friesenhagen zu gelangen, musste zuvor das kleine Örtchen Steeg passiert werden. Da Steeg jedoch die Abschnittsgrenze zwischen den beiden deutschen Grenadierregimentern 164 und 183 bildete, war der Ort durch die 62. Volksgrenadier Division zur Verteidigung vorbereitet worden. Während des amerikanischen Vorstoßes setzten deutsche Sturmgeschütze und Grenadiere zum Gegenangriff an, wodurch es zu einem Zusammenstoß kam, der in einem blutigen Gefecht endete.

Wann: Sonntag, 11. Juni 2017, um 14.30 Uhr

Wo: So finden Sie zum Treffpunkt:

Verlassen Sie die L278 zwischen Friesenhagen und Morsbach (bei dem Abwasserklärwerk) in Richtung Betzdorf-Kirchen und fahren auf die Kreisstraße 77. Nach 150 Metern finden Sie den Startpunkt dieser Exkursion auf der linken Seite.

Link öffnet ein neues Fenster.

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Wegstrecke: Etwa 7 Kilometer, evtl. mehr

Dauer: In der Regel dauert jede Exkursion etwa 3 Stunden.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de

 


 

Rote Marker = Veranstaltung steht bevor.
Blaue Marker = Veranstaltung wurde bereits durchgeführt.
Sie können sich in der Karte eine Wegbeschreibung zu den Veranstaltungen gleich anzeigen lassen.

 

Zeiss Ikon Tenax I

Da sind wir endlich wieder mit einem neuen/alten Foto! Dieses Mal haben wir ein Bild aufgenommen mit meiner Zeiss Ikon Tenax I. Die Tenax war eine der ersten günstig erschwingbaren Kleinbildkameras. Sie war als Schnellschusskamera gedacht und dementsprechend konzipiert. Man kann, wenn man schnell genug ist, wirklich 2 Fotos innerhalb ein bis zwei Sekunden machen. 😉

Die Zeiss Ikon Tenax I wurde zwischen 1939 und 1941 hergestellt, sie war als die “Volksausgabe” der fast drei Mal so teuren und sehr erfolgreichen Tenax II gedacht. Die Anlehnung an das teure Modell hatte allerdings nur den Namen geerbt, denn die Zeiss Ikon Tenax I besitzt nicht nur ein völlig anderes Aussehen, sondern ist sie im gesamten eine sehr viel einfacherer Kamera. Die Tenax II war zu einem Preis von zwischen 277 und 298 Reichsmark erhältlich, dahingegen kostete die Tenax I im Jahr der Markteinführung 1939 nur 98 Reichsmark.
Gegenüber ihrer teuren Schwester besitzt sie keinen Entfernungsmesser und verfügt lediglich über einen aufklappbaren Sucher. In aller Regel waren der Compur-Verschluss “OO” mit Laufzeiten zwischen 1 Sekunde und 1/300 und Novar Linsen verbaut. Die Blende lässt eine Einstellung von 16 bis 3,5 zu. Die einstellbaren Entfernungen zum Foto-Objekt betragen 1 bis 12 Meter, gefolgt vom Bereich Unendlich. Das Gehäuse besteht zum Teil aus einer Aluminiumlegierung und aus Stahlblech geprägten Kopf und Fußteil, dazu schwarze Belederung. Das Gewicht liegt bei rund 340 Gramm, wodurch die Tenax zu einem absoluten Leichtgewicht wird. In Anlehnung an die für ihre damalige Zeit schon sehr geringe Größe, sie misst eben mal 10,8 x 63,5 x 44 mm  (LxHxB), trägt sie den Spitznamen “Taschen-Tenax”. Vor versehentlichen Doppelbelichtungen ist man durch einen Taster geschützt, der erst den Auslöser freigibt, wenn der Film erneut vor gespult wurde.
Die Zeiss Ikon Tenax I

Die Zeiss Ikon Tenax I

Bei meinem Exemplar dürfte es sich laut Seriennummer vermutlich um eine der ersten Stücke aus den Baureihen aus 1939 handeln. Sie trägt die Nummer 6928. Pro Jahr wurden in den Zeiss-Ikon Werken in Dresden etwa 10.000 Stück hergestellt. Ab 1942 wurde die Produktion im Zuge der Rüstung nahezu komplett eingestellt.  
Die Tenax verwendet herkömmliche 135er Kleinbildfilme, wie sie auch heute noch überall zu kaufen gibt, dadurch lässt sich die Kamera im Hobbybereich auch heute noch gut einsetzten. Sie hat den genialen Vorzug, dass man mit ihr gleich 50 Fotos anfertigen kann, während man üblicherweise mit einer Kleinbildkamera nicht mehr als 36 Fotos machen kann. 15 Bilder mehr oder weniger, machen gleich preislich auf sich aufmerksam.
Die Kamera war für die Zeiss Ikon Werke so ein großer Erfolg, das in Jena die Produktion nach dem Zweiten Weltkrieg wieder aufgenommen wurde, jetzt aber mit anderen Verschlüssen und anderen Optiken, sonst allerdings vollkommen baugleich. Die Anfang der 1950er Jahre erschienene “Taxona” wurde das Nachfolgemodel, die zu Beginn den Namen Tenax übernommen hatte, allerdings darauf in Taxona umbenannt wurde.
Das Foto von Shiro wurde auf Fotopapier mit Seidenraster entwickelt, daher die “genoppte” Oberfläche des Bildes. Die dunklen Eintrübungen am oberen Rand des Bilde führen aus der Perforation her und dürften unter Umständen auf einen Fehler während der Filmentwicklung zurück zuführen sein.
Leider fehlt bei meiner Kamera der Drahtauslöser und die Leerspule, darum muss ich den Filmanfang vor dem Einlegen in die Kamera immer zuerst auf der Länge von etwa drei Zentimetern zuschneiden. Zudem ist die Leder-Bereitschaftstasche verschlissen, was aber nach 75 Jahren nicht weiter tragisch ist, klar ärgert mich das, aber es ist nun mal so ;-). Dafür laufen sämtliche Zeiten des Verschlusses ordentlich durch, was wichtiger ist, als die Ledertasche. 😉
Mein Hund Shiro, Fotografiert mit der 79 jährigen Kleinbildkamera Zeiss Ikon Tenax I

Mein Hund Shiro, Fotografiert mit der 79 jährigen Kleinbildkamera Zeiss Ikon Tenax I

Katalogseite des Zeiss-Ikon-Kataloges von 1939 links die Tenax I, rechts die Tenax II

Quellenangaben: Zeiss Ikon Produktkataloge für Deutschland und den Überseemarkt aus den Jahren 1938, 1939 und 1953

Eintrag bei Kamerapedia, dem englischsprachigen Kompendium rund um Klassische Kameras

 

Größter Bombenfund in Augsburg seit Ende des Zweiten Weltkrieges

Zwischen dem 17. August 1940  und dem Kriegsende 1945 wurde Augsburg mehrfach durch britische und amerikanische Luftangriffe heimgesucht. Während bei dem ersten Angriff im Sommer 1940 lediglich sechs Sprengbomben niedergingen, sollte die Stadt im Frühjahr 1944 bei einem Großangriff, der als Flächenbombardement auf Augsburg herabregnete, in einem Flammenmeer untergehen.

Die Nacht vom 25. zum 26. Februar 1944 brachte den größten Luftangriff, den die Stadt erleben würde. Der Angriff galt den Messerschmitt-Werken und dem Hauptbahnhof; große Teile der Augsburger Innenstadt wurden zerstört. In zwei Wellen stürzten seit 14 Uhr des 25. Februars zuerst rund 200 amerikanische Flugzeuge auf Augsburg nieder. Sie brachten 370 Tonnen Sprengbomben und 134 Tonnen Brandmittel zum Einsatz. Während der folgenden Nacht stieß die zweite Welle auf die Stadt nieder. Bei der so genannten “Bombennacht” warfen britische und amerikanische Flugzeuge 250.000 Stabbrandbomben, 45.000 Phosphorkanister, 12.000 Flüssigkeitsbomben und 240 Sprengbomben ab. Über eine Stunde lang dauerte der Angriff in der Nacht, erst dann kehrte eine gewisse Art von Stille ein. Wer aus Keller oder Luftschutzbunker herauskam, dem bot sich ein Bild des Schreckens. Brände überall. Das historische Augsburg war ausgelöscht worden.

Der 25./26. Februar 1944 kostete 730 Menschenleben, dazu wurden weitere 1.335 Personen verletzt. Rund 85.000 Augsburger verloren ihr Hab und Gut und wurden obdachlos, beinahe ein Viertel aller Wohnungen waren ein Opfer der Flammen.

Bei minus 18 ° Celsius waren die Löscharbeiten der 246 Großbrände und weiterer 820 kleinere Brände durch zugefrorene Hydranten extrem erschwert. Viele Wasserleitungen waren durch die Bomben zerfetzt. Auf einigen Dachstühlen kam es immer wieder zu Detonationen von Stabbrandbomben, die über einen Sprengsatz verfügten, welcher die Löscharbeiten behindern sollte. Die Brände wüteten vor allen Dingen in der Innenstadt.

Die, die damals dabei waren, werden es niemals vergessen. Den Geruch, den Rauch, den Lärm, die Angst! Heute und zum ersten Weihnachtstag kehrt die Angst wieder zurück! Wenn etwa 32.000 Haushalte evakuiert werden müssen, da Gestern während Bauarbeiten in der Jakoberstraße in Augsburg ein britischer Bombenblindgänger gefunden wurde. 32.000 Haushalte stehen für rund 54.000 Menschen, denen wenigstens der erste Weihnachtsfeiertag nun ordentlich vermiest wird. Sie müssen raus aus ihren Häusern und den Wohnungen. Von der Evakuierung, die sicherlich zu den größten Bundesweit gehört, sind Senioren- und Studentenheime betroffen und Patienten des Vinzentinums müssen in Sicherheit gebracht werden. Ein Sicherheitsbereich von 1.500 Metern rund um die Bombe wird für die Entschärfung benötigt, in diesem Sicherheitsbereich befinden sich dann nur noch der bzw. die Mitarbeiter des Munitionsbergungsdienstes und die Bombe.

Offizielle Stimmen

Während der Pressekonferenz wurde bestätigt, dass es sich um einen Bombenblindgänger von 3600 Kilogramm Gewicht handelt. Oberbürgermeister Kurt Gribl betonte im Anschluss, dass man sich in einer “außergewöhnliche Lage” befindet, dennoch besteht kein Grund zur Panik. Obwohl der Blindgänger die größte Fliegerbombe ist, die je in der Nachkriegszeit in Augsburg gefunden wurde, so ist sie bei den geschulten Feuerwerkern des Landes Bayern in guten Händen. Das Land Bayern unterhält im Auftrag des bayrischen Innenministeriums zwei Räumdienste, welche aufgefundene Kampfmittel kostenfrei unschädlich macht und beseitigt.

Britische Soldaten beladen eine Avro-Lancaster mit einer 8.000 lb HC Bombe. Foto: CH 10941, Imperial War Museums.

Britische Soldaten beladen eine Avro-Lancaster mit einer 8.000 lb HC Bombe. Foto: CH 10941, Imperial War Museum, London.

Der Blindgänger – eine so genannte 8000 Lb High Capacity Bomb Mk I-II

8000 Lb entsprechen rund 3600 Kilogramm. Bei dem Bombentyp handelt es sich um eine Luftmine, die ganze Häuser(zeilen) verwüsten kann. Schlug die Bombe auf, kam es unvermittelt zur oberflächennahen Zündung, ein Krater oder ein Bombentrichter entstand höchst selten. Durch den extrem hohen Detonationsdruck zerbarsten sämtliche Fenster und ganze Dächer wurden abgedeckt, Zimmerwände konnten eingedrückt werden. Die um ein vielfach stärkere Druckwelle im Gegensatz zu regulären Sprengbomben zerstörte im Umkreis von ca. 100 Metern jedes Gebäude; bei Detonation in freiem Gelände riss die Druckwelle in einer Entfernung von 1000 Metern Türen heraus und Fensterscheiben zersplitterten noch in etwa 2000 Metern Entfernung. Die Trümmer machten ganze Straßenverläufe unpassierbar, den Opfern ließ die Druckwelle die Lunge platzen. Die herbeigeführten Zerstörungen waren Basis für die Abwürfe der nachfolgenden Flugzeuge, die meist kleinere Spreng- und Brandbomben mitführten. Die fehlenden Dächer und Fenster führen zu einer Sogwirkung, wie es bei einem Kamin der Fall ist; wodurch beste Vorrausetzungen geschaffen wurden, um noch größere Verwüstungen durch die Brandbomben herbeizuführen.

Vom Bombentyp 8000-lb HC Mk I-II wurden zwischen 1942 und 1945 insgesamt rund 1150 Stück zum Einsatz gebracht. Die Länge über alles beträgt knapp 340 cm, wovon auf den reinen Sprengkörper 241 cm entfallen. Der Durchmesser beträgt etwa 96 cm. Das Füllgewicht des Sprengstoffes beträgt entweder 2.430 Kilogramm Amatex 9 oder 2.650 Kg Torpex II. Die drei Zünder sind am vorderen Ende der Bombe verbaut und sprechen auf Druck an, es sind so genannte Aufschlagzünder vom Typ Pistol No. 27, 42 oder 44.

Die Bombe wurde durch Flieger des Types „Lancaster“ abgeworfen.

Aufbau der Bombe mit Angabe zu Farbmarkierungen und weiteren Details. Quelle: British Bombs and Pyrotechnics 1944, Ammunition Manuals , US Army. National Archives, Washington DC.

Aufbau der Bombe mit Angabe zu Farbmarkierungen und weiteren Details. Quelle: British Bombs and Pyrotechnics 1944, Ammunition Manuals , US Army. National Archives, Washington DC.

 

Ladeschema: 1 x 8,000 lbs HC und bis zu 6 Stück 500 lbs Sprengbomben mit Aufschlag- oder Verzögerungszünder.

 

Wortlaut des Gefechtsberichtes des Royal Air Force Bomber Command für den 25./26. Februar 1944. Quelle National Archives, London.

Wortlaut des Gefechtsberichts des Royal Air Force Bomber Command für den 25./26. Februar 1944. Quelle National Archives, London.

Kampfmittel und die Räumdienststellen

Kampfmittel- und Kampfmittelräumdienst

Unter Kampfmitteln versteht man sämtliche zur Kriegsführung bestimmte Munition, insbesondere Bomben, Granaten oder sonstige Munition. Dabei muss es sich nicht zwangsläufig um Explosivmunition handeln, sondern fällt auch Munition unter diese Klassifizierung, die Kampf-, Nebel-, Brand-, Reiz- oder Rauchstoffe bzw. Licht und Blitzsätze enthalten. Falls Sie Gegenstände finden, bei denen es sich um Kampfmittel handeln könnte, sind sie verpflichtet, dies unverzüglich zu melden. Halten Sie Abstand zu dem Fund, um sich oder andere Personen nicht zu gefährden. Informieren Sie unverzüglich die Polizei oder die Ordnungsbehörde der Kommune.

Selbst mehr als 70 Jahre nach Kriegsende werden täglich noch immer zahlreiche Bombenblindgänger und nicht detonierte Kampfmittel gefunden. Allein im Jahr 2015 hat der Kampfmittelräumdienst des Landes Rheinland-Pfalz rund 30 Tonnen Munition und Munitionsteile geborgen, darunter befanden sich 49 Bomben,  3700 Artilleriegranaten, 97 Panzerfäuste,  254 Handgranaten und 147 Stabbrandbomben; ein schnelles Ende ist nicht in Sicht.

Das Merkblatt “Kampfmittelfreies Bauen” hält fest, dass es im Jahr durchschnittlich zu 2 Selbstdetonationen von Bomben kommt, jedes Jahr werden im Regelfall in Deutschland rund 5.000 Bombenblindgänger aufgefunden, allein über Deutschland wurden während des Zweiten Weltkrieges 1,4 Mio Tonnen Bomben abgeworfen, dabei kam es je nach Munitionstyp zu schätzungsweise 5-25 % Blindgänger. Nach aktuellen Schätzungen muss man davon ausgehen, dass sich bundesweit noch ca. 100.000 Tonnen Bombenblindgänger im Boden befinden, dazu kommen unzählige Hinterlassenschaften in Form von Minen, Panzer-, Artillerie- bzw. sonstiger Infanteriemunition, die auf den Schlachtfeldern zurückgeblieben ist bzw. unmittelbar nach Kriegsende vergraben oder zum Teil in Seen und Flüssen versenkt wurde. Aufgrund diverser Eigenschaften wie z.B. dem Verbau von vorgespannten Zündsystemen bzw. der Verwendung von Langzeitzündern oder durch instabil werdende chemische Stoffe geht eine zusätzliche latente Gefährdung durch diese Kampfmittel aus.

Blindgänger einer Fliegerbombe. Foto aus der verlinkten Broschüre.

Blindgänger einer Fliegerbombe. Foto der oben verlinkten Broschüre “Kampfmittelfreies Bauen” entnommen.

Diese Kampfmittel besitzen ein erhebliches Gefährdungspotenzial und falls Sie entsprechende Gegenstände auffinden, bei denen es sich um Kampfmittel handelt könnte, dann halten Sie bitte unbedingt Abstand und informieren das zuständige Ordnungsamt oder die Polizei. Darüberhinaus haben Sie die Möglichkeit, den Kampfmittelräumdienst selbst zu kontaktieren.


Kostenfrage eines Räumeinsatzes

Die Beseitigung der Kampfmittel und sonstiger Fundmunition beider Weltkriege ist eine Aufgabe der Gefahrenabwehr im Rahmen des Polizei- und Ordnungsbehördengesetzes des Landes Rheinland-Pfalz (POG). In anderen Bundesländer kann die Situation zum Teil gravieren anders aussehen. Die Vorgabe des Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) in Rheinland-Pfalz gibt in der “Arbeitshilfe Kampfmittel” eindeutig an:

Der Schutz der Bevölkerung vor Gefahren, die von Kampfmitteln ausgeht, hat in Rheinland-Pfalz eine hohe Priorität. Daher werden die Kosten des Kampfmittelräumdienstes vom Land Rheinland-Pfalz getragen und dessen Leistungen sind für die betroffenen Grundstückseigentümer kostenfrei.

Organisatorisch gehört der Kampfmittelräumdienst zum Referat 23 Ordnungswesen, Hoheitsangelegenheiten, Lohnstelle ausländische Streitkräfte. Er besteht aus einer Leit- und Koordinierungsstelle in Koblenz, die von dem technischen Leiter geführt wird, und zwei Räumgruppen in Koblenz und in Worms. Die Zuständigkeit des Kampfmittelräumdienstes ist auf die zur Abwehr konkreter Gefahren unmittelbar erforderlichen Maßnahmen beschränkt. Aufgefundene Kampfmittel werden vom Kampfmittelräumdienst identifiziert, ggf. entschärft, abtransportiert und vernichtet.

Erfolgen Anfragen ohne konkreten Gefahrenhintergrund bzw. gibt es keine tatsächlichen Hinweise auf Kampfmittel (u.a. durch verbindliche Zeugenaussagen, historische Aufzeichnungen) kann der Kampfmittelräumdienst mangels gefahrenrechtlicher Anknüpfungspunkte nach Polizei- und Ordnungsbehördengesetz (POG) nicht weiter tätig werden. Für diese Fälle wird auf die Möglichkeit der Beauftragung einer Überprüfung durch geeignete private Fachunternehmen (kostenpflichtig) verwiesen.

Mangels konkretem Gefahrenverdacht gehört es auch nicht zu den Aufgaben des Kampfmittelräumdienstes, die Kampfmittelbelastung bzw. -freiheit von Grundstücken im Vorfeld von Baumaßnahmen zu beurteilen oder zu bescheinigen. Für grundstücksbezogene historische Recherchen und Bewertungen wird auf die Möglichkeit der Beauftragung eines privaten Fachunternehmens mit der Luftbildauswertung (kostenpflichtig) verwiesen.


Minenräumkommando der Wehrmacht während der Ausbildung am Minensuchgerät "MSGer 40 Aachen". Nach dem Zweiten Weltkrieg werden viele dieser Soldaten in den neu gebildeten Sprengkommandos ihren Anteil am Neubeginn und Wiederaufbau Deutschlands haben, in dem sie das erlernte zum Dienste des Gemeinwohls einsetzen. Unzählige dieser Männer werden dabei umkommen.

Minenräumkommando der Wehrmacht während der Ausbildung am Minensuchgerät “MSGer 40 Aachen”. Nach dem Zweiten Weltkrieg werden viele dieser Soldaten in den neu gebildeten Sprengkommandos ihren Anteil am Neubeginn und Wiederaufbau Deutschlands haben, in dem sie das erlernte zum Dienste des Gemeinwohls einsetzen. Unzählige dieser Männer werden dabei umkommen.


Definition

Blindgänger

  • Blindgänger sind Kampfmittel, die scharf, zündfertig, entsichert oder auf eine andere Weise zum Einsatz bereitgemacht und die verschossen, abgeworfen, katapultiert, geworfen oder verlegt wurden und die aufgrund eines Versagens oder gewollt oder aus sonstigen Gründen nicht zur Wirkung gelangten.

z.B.: Granatmunition, die nach dem Verschuss nicht zur Umsetzung gelangt ist, weil Anzündmittel, Zündmittel oder Wirkungsladung versagt haben.
z.B.: Zündsysteme von Fliegerbomben konnten beim Abwurf in mehreren Tausend Metern Höhe vereisen, so dass die Entsicherung des Zünders nicht funktionierte. Daneben verfügten die verschiedenen Bomben über Kopf- oder Heckzünder, schlug der Sprengkörper nun quer auf, wurde der Zündern nicht belastet und die Bombe drang als Blindgänger in den Boden ein.

Brandstoffe

  • Bei Brandstoffen handelt es sich um feste chemische Verbindungen, Flüssigkeiten oder Gemische, welche nach dem Zünden, entweder durch Selbst- oder Fremdzündung,  hohe Verbrennungstemperaturen entwickeln, lange brennen, an Oberflächen gut haften und sich nur schwer löschen lassen.

z.B.: Brandbomben- oder Flaschen; oder Granatmunition, die mit Brennsätzen wie Phosphor oder anderen brennbaren Substanzen versehen sind. Zudem auch Brandhandgranaten und der gleichen mehr.

Chemische Kampfstoffe

  • Als chemische Kampfstoffe werden nach militärischer Definition chemische Substanzen bezeichnet, die in gasförmigem, flüssigem oder festem Zustand wegen ihrer toxischen Wirkung gegen Menschen, Tiere oder Pflanzen für Kriegszwecke oder militärischen Einsatz verwendet werden können und die Kampfkraft des Gegners durch vorübergehende, dauerhaft wirkende oder tödliche Vergiftung schwächen sollen.

z.B.: gehört nicht allein die aus dem Ersten Weltkrieg bekannte Giftgasmunition zu den chemischen Kampfstoffen, darüber hinaus zählen z.B. auch Nebelstoffe, wie sie sie in Blendkörpern etc. eingesetzt wurden, zu den chemischen Kampfstoffen. Blendkörper wie die BK2H bestanden aus einem glühbirnenähnlichem Glaskörper, in welchem die chemischen Substanzen eingebracht waren. Nach dem Auftreffen auf einem Panzer kam es durch die Vermischung der Substanzen (Titantetrachlorid & Siliziumtetrachlorid  & Calciumchlorid) zu sofortigem stark reizendem Nebel.

Munition und Munitionsteile

  • Bei Munition handelt es sich um Gegenstände oder Teile davon, für die bestimmungsgemäße militärische Anwendung. Darunter fallen

Explosivstoffe
Patronen
Kartuschen
Gefechtsköpfe
Handgranaten
Minen
Bomben
Torpedos
Raketen

einschließlich der Treib- und Zündsätze und weiteren pyrotechnischen Erzeugnissen. Munition kann Brand-, Nebel-, Reizstoffe oder auch chemische Kampfstoffe enthalten.

Um Fundmunition handelt es sich um jeden aufgefundenen Gegenstand, der als Munition identifiziert wurde oder aber um Gegenstände, die auf Grund ihrer Form, Kennzeichnung, Fundort usw. zunächst als solche betrachtet werden müssen. Die Unterscheidung zu einem ungefährlichen Gegenstand darf nur von dazu befähigten Fachkräften erfolgen.

Sprengstoffe

  • Sprengstoffe altern nicht! Selbst Bruch- und Splitterteile davon besitzen noch Jahrzehnte später ihre explosiven Eigenschaften. Auch wenn die Sprengmittel bis dahin ungeschützt im Erdreich gelagert haben, wie es auf Sprengplätzen oft der Fall ist, verlieren sie nicht ihre Brisanz! Darüber hinaus sind Sprengstoffe hoch giftig. Beispiel: Trinitrotoluol, umgangssprachlich TNT, ist hochtoxisch. Seine giftigen Substanzen können bereits durch Berührung mit der bloßen Haut aufgenommen werden und sind stark blut- und leberschädigend, darüber hinaus ist TNT krebserregend und schädigt das menschliche Erbgut. Zitat der Bundesregierung auf eine Große Anfrage der Partei “Die Grünen” im April 1919:

“Bei Sprengstoffen werden in erster Linie Nitrokörper verwendet, wie zum Beispiel 2,4,6-Trinitrotuluol (TNT), Hexanitrodiphenylamin (HND), Trinitrokresole (TNK), Tetranitroanilin (Tetryl), Tetranitro-aphtalin (TNN), Ammoniumpikrat (EX’D), Hexogen (RDX) und Nitro-guadinin (Nigu). Die Kontaminationswirkung dieser Stoffe kann so groß sein, daß die Wasserlöslichkeit ausreicht, um Grundwasser stark zu kontaminieren. Eine besondere Gefährdung des Grundwassers stellen dabei die salzartigen Verbindungen wegen ihrer Wasserlöslichkeit dar

  • Sprengstoffe und Initialsprengstoffe (Übertragungsladungen bzw. Sprengkapseln) sind in der Regel chemisch relativ stabil, dennoch unterliegen sie den Umwelteinflüssen, wodurch es zu kristallinen Ausschwitzungen der chemischen Stoffe kommen kann. Dadurch steigt das Gefahrenpotential immens, denn bereits geringe Reib- und Wärmebelastung dieser Kristalle können zu der vollständigen Umsetzung der Sprengstoffe führen. Viele schwere Unfälle mit alter Kriegsmunition resultieren aus der Unkenntnis dieser Tatsache und unsachgemäßer Behandlung von Fundmunition durch den Laien.
  • Pikrinsäure kann Salze (die so genannten Pikrate) bilden, die sich in Gewindegänge oder anderswo ablagern können, kommt es nun zur Belastung der hochempfindlichen Salze, kann dies die Zündkette in Gang bringen und die Detonation des Kampfmittels herbeiführen. Obwohl Sprengstoffe auf Basis von Pikrinsäure mit ca. 15.500 Tonnen nur etwa 1 % des Gesamtvorkommens der militärischen Sprengstoffe im Zweiten Weltkrieges ausmachen, wurden besonders zum Kriegsende hin diverse Sprengstoffe mit Ammoniumpikrat gestreckt; diese kamen meist in Sprenggranaten, Minen, geballten Ladungen oder als Pioniersprengstoff zur Anwendung. Die Beseitigung von Kampfmitteln hat daher bis heute nichts von ihrer Aktualität verloren und steht nach wie vor im Blickpunkt des öffentlichen Interesses.

Transportfähigkeit

  • Kampfmittel egal welcher Art sind grundsätzlich als nicht handhabungs- und transportsicher zu betrachten. Sie gelten somit als nicht transportfähig, bis ein “Fachkundiger Munition” sie für transportfähig erklärt. Unter dem “Fachkundigem Munition” versteht man den Befähigungsscheininhaber mit Fachkundenachweis durch einen staatlichen oder staatlich anerkannten Grundlehrgang für den Umgang mit Fundmunition im Sinne und Zwecke der Kampfmittelbeseitigung. Umgangssprachlich handelt es sich bei dem “Fachkundigen Munition” um einen Feuerwerker bzw. Minenräumer.
  • Ohne eine “Verantwortliche Person” nach § 19 des Sprengstoffgesetzes geht gar nichts. Die “Verantwortliche Person” ist im Besitz eines Befähigungsscheines nach § 20 SprengG und verfügt im besonderen über die spezielle Fachkunde als Aufsichtsperson in der Kampfmittelbeseitigung. Die Verantwortliche Person wird für jede Räumstelle nach § 21 SprengG besonders bestellt.

Bergen von Kampfmitteln

  • Unter dem Bergen von Munition versteht man das Aufnehmen von Munition mit dem Ziel, diese in Sicherheit zu bringen oder aber den Gefahrenherd an einen anderen Ort zu verbringen. Zum Bergen zählen auch die hierbei erforderlichen Tätigkeiten wie z.B. das Aufspüren, Freilegen, Identifizieren, Bewachen, Untersuchen, Entschärfen, Wiederherstellen der Handhabungs- und Transportsicherheit und Verpacken der Munition sowie das Aufräumen Fundstelle.

Weiterführende Informationen und Kontaktadressen

 


So kann es gehen – nach der Exkursion bei Weyerbusch

Unsere letzte Exkursion, die an einige Verteidigungsstellungen der 3. Panzergrenadier Division und des 4. Flak-Sturm-Regimentes in der Nähe von Weyerbusch führte, sollte den Einsatz des Kampfmittelräumdienstes nach sich ziehen. Von den ursprünglich bei der Kreisvolkshochschule angemeldeten Personen waren zwar nur drei Leute anwesend, aber dennoch zogen wir gegen 14.30 Uhr mit insgesamt 12 Personen los und begaben uns an einige der Brennpunkte der heiß umkämpften Linie.

Als die 1. US Armee am 25. März 1945 mit der 3. US-Panzerdivision aus dem Raum Uckerath-Asbach mit dem Ausbruch aus dem Remagener Brückenkopf begann, sollte nach den alliierten Plänen die Kreisstadt Altenkirchen eigentlich noch am gleichen Tag erobert werden. Die Realität allerdings sah anders aus; obwohl die amerikanischen Panzerspitzen die dünnen Verteidigungslinie der 15. Armee schnell durchstoßen konnten, stießen sie hier und dort noch auf Widerstandnester und gerieten in verschiedene Minenfelder. Um dem drohenden Durchbruch Einhalt zu gebieten wurde durch die Heeresgruppe B die sofortige Errichtung einer Widerstandslinie befohlen. Die Umsetzung der Befehle hatte Generalleutnant Fritz Bayerlein, kommandierender General des LIII. Armeekorps, zu verantworten. Auf seinen Befehl hin wurde in Weyerbusch eine Auffangstelle für zurückflutende Soldaten eingerichtet und jeder, so wie er eintraf, der Truppe zugewiesen, die dabei war, sich dem Amerikaner entgegenzustellen. Schon in den nächsten Stunden erhielt die entstehende Verteidigungslinie den Namen “PaK-Linie bei Hasselbach”.

Widerstand, mit dem niemand rechnete

Die PaK-Linie war bestückt mit Infanterie und Panzerabwehrkanonen, die sich an markanten Punkten eingegraben hatte. Panzerunterstützung wurde durch eine Handvoll Fahrzeuge der  11. Panzerdivision, einem Tigerpanzer von der Panzer-Lehr-Division sowie einigen Sturmgeschützen der 3. Pz.Gren.Division geleistet. Dazu kamen diverse leichte und schwere Artilleriegeschütze im Kaliber zwischen 7,5-cm bis hin zu 21-cm zum Einsatz, die tief gegliedert hinter der PaK-Linie in Stellung gebracht worden waren.

Nachdem der amerikanische Vormarsch schon bereits vor Erreichen von Kircheib den Ausfall von mehreren Panzern gefordert hatte, lagen die Panzerspitzen weit hinter dem gegebenen Zeitplan. Als sie dann nach Hasselbach vorstießen, schlug ihnen das schwere deutsche Feuer entgegen, das sämtliche Spitzen der 3. US-Panzerdivision im ersten Unternehmen zerschlug. Die Panzer waren zum Rückzug gezwungen; Infanterie wurde nachgeholt und musste sich über Ersfeld und Forstmehren den Weg nach Hasselbach freikämpfen.

Fund, mit dem niemand rechnete

Unsere Exkursion führte dieses Mal direkt an die deutschen Stellungen heran und sollte auf dem letzten Drittel des Weges noch einen Fund zu Tage fördern, der einen Einsatz des Kampfmittelräumdienstes zur Folge hatte. Im Wald dicht zur Straße entdeckte nämlich eine Teilnehmerin der Gruppe ein Munitionsteil offen auf dem Boden liegen. Es handelte sich hierbei um eine 2-cm Flak-Sprenggranate im stark korrodierten Zustand. Obwohl die Munition bereits mehr als 70 Jahre im Erdboden gelegen hatte und auf dem ersten Blick nicht unbedingt als Kampfmittel zu erkennen ist, geht von der Granate noch immer große Gefahr aus. Der berühmte “Zahn der Zeit” kann Sicherheitseinrichtungen durch Rostfraß restlos außer Kraft setzten und somit kann ein solcher Sprengkörper jederzeit durch unsachgemäße Handhabung zur Detonation gelangen. Ich wies die Teilnehmer dazu an, noch fünf Minuten lang weiter die Augen offen zu halten, um evtl. weitere Kampfmittel aufzuspüren. Innerhalb nur weniger Minuten tauchten noch zwei weitere Kampfmittel auf, dieses Mal eine Handgranate und eine weitere 2-cm-Granate.

Die stark verrostete Geschosse.

Die beiden stark verrosteten Geschosse. Am unteren Ende des rechten Sprengkörpers kann man den Leuchtspursatz erkennen.

Gleich am nächsten Tag bin ich gemeinsam mit dem Kampfmittelräumdienst vor Ort gewesen, welcher die Munition geborgen und entsorgt hat. Interessant: Noch während ich mit Herrn Horst Lenz, dem Leiter des Kampfmittelräumdienstes Rheinland-Pfalz  telefonierte, erfuhr ich von ihm, dass  er sich gerade auf dem Weg nach Altenkirchen befinden würde, da durch die Polizeidienststelle eine 7,5-cm Panzergranate gemeldet worden war. Bemerkung am Rande: bei der Panzergranate handelt es sich um eine Hinterlassenschaft der Gefechte um Sörth, wo unsere nächste Exkursion hinführt. Ich traf mich mit Herrn Lenz auf der Wache in Altenkirchen und fuhren gemeinsam zum Fundort nach Weyerbusch, wo er die die Kampfmittel sicherstellte.

Tja, so kann es gehen.

Samstag steht vor der Türe… Damit auch die nächste Exkursion

Am Samstag den 1. Oktober geht es los mit der ersten von zwei Exkursionen an die PaK-Linie nach Rettersen-Hasselbach.

Wir begeben uns an die zum Teil noch sichtbaren Orte der schweren Kämpfe um die PaK-Linie (PaK=Panzerabwehrkanone) zwischen Weyerbusch und Hasselbach. Diese Verteidigungslinie war auf direkten Befehl der Heeresgruppe B durch das LIII. (53) Armeekorps gebildet worden. Dazu hatte man starke Artillerie-, FlaK- (Fliegerabwehrkanonen), PaK- und Infanteriekräfte in Stellung gebracht. Dem Amerikaner sollte der Weg nach Osten versperrt bleiben.

In dieser Linie wurden die vorderen Spitzen der 3. US Panzerdivision während des Ausbruchs aus dem Brückenkopf von Remagen zum Stehen gebracht. Es kam zu blutigen Kämpfen, die auf beiden Seiten hohe Verluste forderten. Diese Kampfhandlungen sind einzigartig für das gesamte Gebiet des Kreises Altenkirchen. Sie schlugen um von einem statisch geführten Gefecht auf Entfernung in einen erbitterten Nahkampf, in dessen Verlauf mit Gegenstößen um einzelne Häuser gekämpft wurde.

Im ersten Teil der Exkursionsreihe am 1. Oktober 2016 befassen wir uns mit den Gefechten besonders aus der Sicht der amerikanischen Verbände; dazu wurden Quellen der 3. US Panzerdivision und der 1. US Infanteriedivision ausgewertet. Die zweite Exkursion findet am 15. Oktober 2016 statt. Bei dieser Begehung wird zum Teil aus der Sicht damaliger deutscher Soldaten berichtet, denen man befohlen hatte, diese Linie bis zum letzten Mann und bis zur letzten Patrone zu verteidigen.

122mm Feldhaubitze russischen Ursprungs. Unter der Bezeichnung <strong>"12,2-cm-Kanone 390/1(r)"</strong> wurde das Geschütz als Beutewaffe durch die Wehrmacht verwendet. Artilleriegeschütze dieser Art sind nachgewiesen im Bereich Windhagen-Asbach. Sie wurden am 18.3.1945 durch die Heeresgruppe B der Kampfgruppe Dänemark zugewiesen. Die Korpsartillerie des LIII. Armeekorps verfügte ebenfalls noch über entsprechende Artilleriegeschütze und man kann annehmen, dass einige dieser Kanonen am Kampf um die PaK-Linie Verwendung fanden.

122mm Feldhaubitze russischen Ursprungs. Unter der Bezeichnung “12,2-cm-Kanone 390/1(r)” wurde das Geschütz als Beutewaffe durch die Wehrmacht verwendet. Artilleriegeschütze dieser Art sind nachgewiesen im Bereich Windhagen-Asbach. Sie wurden am 18.3.1945 durch die Heeresgruppe B der Kampfgruppe Dänemark zugewiesen. Die Korpsartillerie des LIII. Armeekorps verfügte ebenfalls noch über entsprechende Artilleriegeschütze und man kann annehmen, dass einige dieser Kanonen am Kampf um die PaK-Linie Verwendung fanden.

Dies ist wahrscheinlich die vorerst letzte Möglichkeit an den beiden Exkursionen teilzunehmen, da für die nächste Saison andere Begehungen in Planung sind.

Um eine vorherige Anmeldung wird gebeten. Die Teilnehmergebühren betragen wie immer 5,- Euro je Person. Sie können sich gleich via Email bei der Kreisvolkshochschule oder über diesen Link anmelden.

Wenn Sie einen Gesamtüberblick zu den noch kommenden Veranstaltungen erhalten möchten, besuchen Sie bitte diese Seite.

Fortsetzung der Veranstaltungsreihe – Herbst 2016

Als die Front über den Kreis Altenkirchen rollte

Der Überfall der Deutschen Wehrmacht im September 1939 auf Polen markiert den Beginn des Zweiten Weltkrieges; von Anfang an werden die Folgen ebenfalls in der Region zu spüren sein. Während der nächsten Jahre wütet ein millionenfach todbringender Krieg, der auch tausenden Bürgern in den Gemeinden des Kriegsgebietes das Leben kosten wird. Sechs Jahre später wird die gesamte Wucht der in Gang gesetzten Kriegsmaschinerie Deutschland selbst treffen.

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Straßenkämpfe deutscher Infanteristen während des Polenfeldzuges, Aufnahme einer Propagandakompanie, Bildquelle: Bundesarchiv, Bild 101I-012-0037-23A / Wagner / CC-BY-SA 3.0

Im März 1945 wird nach der alliierten Eroberung der Ludendorffbrücke bei Remagen das Kreisgebiet zunehmend in die Kampfhandlungen hereingezogen, zuerst durch immer häufiger einsetzende Luftangriffe, ab dem 19. März durch stärker werdendes Artilleriefeuer und am 25. März 1945 brechen die Verbände der 1. US Armee aus dem Remagener Brückenkopf aus, der Krieg überrollt nun den Kreis Altenkirchen mit all seinen Ausmaßen.

Wir versuchen nun erneut durch verschiedene Vorträge und Exkursionen an das zu erinnern, was sich während der Schicksalsmonate März und April 1945 vor unseren Haustüren ereignet hat, denn im März und April 1945 brachen Tod, Schrecken und Leid tausendfach über den Kreis Altenkirchen ein.


vortrag_318-23375Keine Zeit zum Sterben! Berichte aus dem Schützengraben

Vortrag mit Auszügen aus den Kriegserinnerungen deutscher und amerikanischer Soldaten, die während der letzten Wochen des Zweiten Weltkrieges in unserer Region zum Einsatz gekommen sind. Kriegstagebücher und Fotografien veranschaulichen die sich überschlagenden Ereignisse der schicksalshaften Wochen im März und April 1945.

„Es ist unter schwerster Strafe verboten, Verwundete oder Genesende in der Front einzusetzen“

lautete damals ein Befehl eines deutschen Divisionsführers, der buchstäblich in letzter Stunde versuchte, Menschenleben zu schonen. Zur gleichen Zeit werden im Lazaretteines benachbarten Frontabschnittes alle noch waffenfähigen Soldaten ausgekämmt und an die Front geschickt.

Wann: Samstag, 3. September 2016, 15 Uhr

Wo: Kreisvolkshochschule, Rathausstraße 12 in Altenkirchen

Dauer: 60 Minuten, anschließende Gesprächsrunde mit offenem Ende.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


vortrag_318-23375Mahnende Opfer des Zweiten Weltkrieges

Die Opfer der Kriegswirren können heute nicht von ihrem Leid erzählen, sie liegen für immer verstummt in ihren Kriegsgräbern, manch andere Soldatenschicksale wird man nie klären können, da sie noch immer als vermisst gelten. Meist ist nur sehr wenig über die deutschen Soldaten bekannt, die dabei starben als sie „ihre Heimat verteidigten“, ebenso wenig weiß man über die amerikanischen Soldaten, die ihr Leben gaben um Deutschland von der Nationalsozialistischen Herrschaft zu befreien. An Beispielen von in der Region gefallenen deutschen und amerikanischen Soldaten wird versucht, den Toten ein Gesicht zurückzugeben, in der Hoffnung an diese Schicksale zu erinnern, damit sich eine solche Zeit nicht mehr wiederholt.

Wann: Samstag, 11. September 2016, 15 Uhr

Wo: Kreisvolkshochschule, Rathausstraße 12 in Altenkirchen

Dauer: 60 Minuten, anschließende Gesprächsrunde mit offenem Ende.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


vortrag_318-23375Achtung Lebensgefahr!

Nach dem 8. Mai 1945 ist gleichwohl der Krieg zu Ende, die Wehrmacht hat kapituliert, dennoch sterben immer wieder Menschen an den Nachwehen des Dritten Reiches. Die einen siechen an einem Hungertod in der Gefangenschaft dahin, die anderen sterben durch Munitionsunglücke, oft sind es die Kinder. Der Krieg ist zu Ende, aber noch nicht vorbei. Auferstanden aus Ruinen und Trümmern versucht man einen Neuanfang, der durch Angst und von neuen Schicksalsschlägen geprägt ist. In den Wäldern und den zerstörten Dörfern und Städten lauert die Gefahr von zurückgelassener Munition und Kriegsmaterial. Trotzdem frühe Kriegsheimkehrer damit beginnen, diese Kampfmittel zu bergen und unschädlich zu machen, heißt es immer wieder, „Peter kommt nicht mehr Heim!“, denn Peter ist tot, er hat mit einer Handgranate gespielt.

Wann: Samstag, 17. September 2016, 15 Uhr

Wo: Kreisvolkshochschule, Rathausstraße 12 in Altenkirchen

Dauer: 60 Minuten, anschließende Gesprächsrunde mit offenem Ende.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


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Amerikanischer Einbruch in die PaK-Linie bei Hasselbach, Teil I

Währen des amerikanischen Ausbruches aus dem Brückenkopf von Remagen, wird der 3. US-Panzerdivision Altenkirchen als Tagesziel befohlen. Doch die Angriffsspitzen werden bereits zwischen Weyerbusch und Hasselbach zum Stehen gebracht, die Soldaten der 3. US Panzerdivision stoßen hier auf eine eben erst eingerichtete Verteidigungslinie, die von den deutschen Soldaten bitter verteidigt wird und erst am nächsten Tag fällt.

Diese Exkursion befasst sich schwerpunktmäßig mit den Ereignissen aus amerikanischer Perspektive.

Wann: Samstag, 1. Oktober 2016, 14.00 Uhr

Wo: An der Witthecker Straße in Rettersen.

Wegstrecke: Ca. 3,8 Kilometer.

Dauer: In der Regel dauert jede Exkursion etwa 3 Stunden.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


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Amerikanischer Einbruch in die PaK-Linie bei Hasselbach, Teil II

Als die Verbände der 1. US Armee am 25. März 1945 aus dem Brückenkopf von Remagen ausbrechen, zerschlagen sie große Teile der vor ihnen liegenden 15. deutschen Armee. Um den auf der Flucht befindlichen Reste deutscher Einheiten die Möglichkeit zu geben, sich hinter die Sieg abzusetzen, wird durch Generalfeldmarschall Walter Model eine Auffanglinie von nördlich Weyerbusch bis einschließlich Flammersfeld befohlen; die Amerikaner sollen in dieser Linie unbedingt gestoppt werden.

Dazu werden zurückflutende Teile der 3. Panzergrenadier Division aufgefangen und in Stellung gebracht. Die Schlacht um die PaK-Linie (PaK = Panzerabwehrkanone) wird zu einem der blutigsten Gefechte im Kreis Altenkirchen.

Wann: Samstag, 15. Oktober 2016, 14.00 Uhr

Wo: Parkplatz hinter dem Sportplatz in Weyerbusch.

Wegstrecke: Ca. 3 Kilometer, je nach Entscheidung der Gruppe evtl. mit Umweg bis nach Heuberg-Hilkhausen auch 5 Km.

Dauer: In der Regel dauert jede Exkursion etwa 3 Stunden.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


PictogrammWandernLetztes Aufbäumen der 9. Panzerdivision bei Altenkirchen

Unmittelbar als die letzten deutschen Kräfte am 26. März 1945 die Kreisstadt Altenkirchen verlassen, wird der Ort durch die vordersten Spitzen der 3. US-Panzerdivision erobert. Auf deutscher Seite hat Generalleutnant Fritz Bayerlein den Befehl erhalten, eine Sicherungslinie nördlich der Stadt einzurichten, dazu bedient er sich schwacher Reste der 9. Panzerdivision, die dem Amerikaner gerade entkommen sind. Als die amerikanischen Panzerspitzen ihre Angriffe wieder aufnehmen und in Richtung Hachenburg und nach Eichelhardt vorfühlen, kommt es zu letzten Gefechten, die das Kriegsende für Altenkirchen bedeuten.

Wann: Samstag, 29. Oktober 2016, 14.00 Uhr

Wo:  Parkplatz am Friedhof, Friedhofsweg in Sörth.

Wegstrecke: Ca. 3,8 Kilometer.

Dauer: In der Regel dauert jede Exkursion etwa 3 Stunden.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


PictogrammWandernTod an der Gilbeiche

Nachdem Soldaten der 8. US Infanteriedivision Ende März 1945 Steineroth erobern, sendeten sie erste Truppen in Richtung Sieg. Scheuerfeld und die südlich des Flusses gelegenen Ortsteile von Betzdorf sollen gesichert werden. Als die amerikanische Infanterie gegen Scheuerfeld vorfühlt, stößt sie auf eine deutsche Patrouille, die ihrerseits den Auftrag hat, in Richtung Dauersberg zu erkunden. Bei diesem Zusammenstoß kommt es zu einem fast zweistündigen Gefecht, in dessen Verlauf zwei amerikanische und ein deutscher Soldat ihr Leben verlieren. Erst danach ist der Weg nach Scheuerfeld frei.

Wann: Samstag, 5. November 2016, 14.00 Uhr

Wo:  Wanderparkplatz an der Kreisstraße 107 in Dauersberg

Wegstrecke: Ca. 3,5 Kilometer.

Dauer: In der Regel dauert jede Exkursion etwa 3 Stunden.

Anmeldung: VHS Betzdorf, Tel.:(02741) 291-411 oder via Email
vhs@betzdorf.de


PictogrammWandernGefallen in Hahnhof – Eine Spurensuche

Die Sieg ist im April 1945 bereits überquert und Kirchen schon fest in amerikanischer Hand. Wehbach ist gerade besetzt worden, auf dem Giebelwald stehen die amerikanischen Verbände seit einigen Tagen mit den Resten der deutschen 59. Infanteriedivision in zum Teil heftigen Gefechten. Als der Durchbruch durch die Siegstellung unmittelbar bevorsteht, sollen zusammengekratzte Reste sich zurückziehender deutscher Soldaten in letzter Minute die Wendung bringen und bei Hahnhof den Vormarsch des 310. US Infanterieregiments aufhalten. Es kommt zu einem Gefecht, das auf beiden Seiten blutige Verluste fordert.

Wann: Samstag, 12. November 2016, 14.00 Uhr

Wo:  Krumme Au, 57572 Hahnhof/Niederfischbach

Wegstrecke: Ca. 3,5 Kilometer.

Dauer: In der Regel dauert jede Exkursion etwa 3 Stunden.

Anmeldung: VHS Betzdorf, Tel.:(02741) 291-411 oder via Email
vhs@betzdorf.de


vortrag_318-23375Den Opfern Ihr Gesicht zurück geben & Achtung Lebensgefahr!

Die Opfer der Kriegswirren können heute nicht von ihrem Leid erzählen, sie liegen für immer verstummt in ihren Kriegsgräbern, manch anderes Soldatenschicksale wird man nie klären können, da sie noch immer als vermisst gelten.

Meist ist nur sehr wenig über die deutschen Soldaten bekannt, die dabei starben als sie „ihre Heimat verteidigten“, ebenso wenig weiß man über die amerikanischen Soldaten, die ihr Leben gaben um Deutschland von der Nationalsozialistischen Herrschaft zu befreien. An Beispielen von in der Region gefallenen deutschen und amerikanischen Soldaten wird versucht, den Toten ihr Gesicht zurückzugeben, in der Hoffnung an diese Schicksale zu erinnern, damit sich eine solche Zeit nicht mehr wiederholt.

Achtung Lebensgefahr!

Obwohl am 8. Mai 1945 der Zweite Weltkrieg zu Ende ist und die Wehrmacht kapituliert hat, sterben immer wieder Menschen an den Nachwehen des Dritten Reiches. Die einen siechen an einem Hungertod in der Gefangenschaft dahin, andere sterben durch Munitionsunglücke, oft sind es die Kinder.

Der Krieg ist zu Ende, aber noch nicht vorbei. Auferstanden aus Ruinen und Trümmern versucht man einen Neuanfang, der durch Angst und von neuen Schicksalsschlägen geprägt ist.

In den Wäldern und den zerstörten Dörfern und Städten lauert die Gefahr von zurückgelassener Munition und Kriegsmaterial. Trotzdem frühe Kriegsheimkehrer damit beginnen, diese Kampfmittel zu bergen und unschädlich zu machen, heißt es immer wieder, „Peter kommt nicht mehr Heim!“, denn Peter ist tot, er hat mit einer Handgranate gespielt.

Wann: Samstag, 26. November 2016, 15.00 Uhr

Wo:  Schulstraße 4, 57518 Betzdorf (Jugendraum)

Dauer: Ca. 80 Minuten, Zusammenfassung der beiden ersten Vorträge in Altenkirchen. 

Anmeldung: VHS Betzdorf, Tel.:(02741) 291-411 oder via Email
vhs@betzdorf.de


 

Rote Marker = Veranstaltung steht bevor
Blaue Marker = Veranstaltung wurde bereits durchgeführt.
Sie können sich in der Karte die Routen zu den Veranstaltungen gleich anzeigen lassen.

Fragen und Antworten zu den Exkursionen und Vorträgen

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Innerhalb dieser Seite beantworte ich Ihre Fragen rund um die Exkursionen und Vorträge. Sollten Ihre eigenen Fragen nicht die gesuchte Antwort finden, können Sie mir gerne eine Email senden oder am Ende der Seite mittels der Kommentarfunktion anfragen.


Frage: Warum sollte ich mich anmelden?

Antwort a: Die Exkursionen werde nur durchgeführt, wenn sich genügend Teilnehmer finden, melden sich im Vorfeld zu wenige Interessenten an, kann es passieren, dass die Exkursion abgesagt wird.

Antwort b: Zudem erhält jeder angemeldete Teilnehmer einen Ausdruck mit Informationen rund um die unmittelbaren Ereignisse, die überhaupt zu den besonderen Geschehnissen führten, denen wir während der Exkursionsrunde folgen. Teilweise fertige ich dazu auch Landkarten oder Luftbildaufnahmen an. Wenn mehr Teilnehmer anwesend sind, als angemeldete Personen, dann kann es passieren, dass die nicht angemeldeten Leute leer ausgehen und kein Info-Blatt mehr erhalten, sobald diese ausgegangen sind.


Frage: Wo kann ich mich anmelden?

Antwort a: Bitte melden Sie sich bei der Kreisvolkshochschule in Altenkirchen oder bei der Volkshochschule in Betzdorf an. Die Kontaktdaten und Links finden Sie im Veranstaltungskalender der Exkursionen.


Frage: Kann ich mich auch bei Ihnen anmelden?

Antwort: Sie können sich auch bei mir verbindlich anmelden, aber bitte wenigstens drei Tage vor der Veranstaltung.


Frage: Wie hoch sind die Teilnahmegebühren und erhalte ich für eine Gruppe Ermäßigungen?

Antwort: Die Teilnahmegebühren belaufen sich auf 5 Euro je Person, eine Ermäßigung für Gruppen ist nicht vorgesehen.


Frage: Muss ich die Teilnehmergebühr im Voraus bezahlen?

Antwort: Sie können die Teilnehmergebühr entweder vorab an die Volkshochschule überweisen oder sie zahlen am Tag der Veranstaltung.


Frage: Kann ich kostenlos an der von Ihnen durchgeführten Exkursion teilnehmen?

Antwort: Grundsätzlich Nein. Ich kassiere im Auftrag der Volkshochschule(n) die Beitrage ein, womit diese selbst versuchen ihre Kosten zu decken.


Frage: Ich bin wahrscheinlich nicht in der Lage, die eventuell anstrengende Runde mitzulaufen. Kann ich trotzdem teilnehmen?

Antwort: Bereits während der Planungen zu den Exkursionen habe ich immer wieder mein Augenmerk darauf gelengt, dass die Wegstrecken nach Möglichkeit immer dem gerecht werden. Bis auf eine Ausnahme (Giebelwald-Exkursion) sollten sämtliche Routen in aller Regel auch von älteren Herrschaften oder Personen mit Handicap bestritten werden können. Dabei gehen wir recht langsam von Punkt zu Punkt, wobei der langsamste das Tempo bestimmt. Die Wege sind in der Regel auch immer mit einem PKW befahrbar, so dass bei einem unvorhergesehenem Notfall auch immer dafür Sorge getragen werden kann, dass medizinische Hilfe zu uns stoßen kann. Kaum einer der Wege führt über über unwegsame Strecken oder Querfeldein.

Viele unseren Teilnehmern gehören der Erlebnisgeneration an und haben zum Teil bereits die 80er Hürde überschritten. Keiner von ihnen hat die Runde abgebrochen oder wurde zu einem medizinischen Notfall. Die ältesten Teilnehmer waren 88 und 89 Jahre jung und sind jeweils die längsten Exkursionen (Giebelwald bei Freusburg-Kirchen  und Kämpfe bei Wissen) mitgelaufen.


 Frage: Wo finde ich die aktuellen Termine?

Antwort: Die Termine werden immer in der lokalen Presse angekündigt, darüberhinaus finden Sie sämtliche Veranstaltungen innerhalb des Programms der Kreisvolkshochschule in Altenkirchen und der Volkshochschule in Betzdorf. Abschließend werden sämtliche Termine auch immer auf diesen Seiten veröffentlicht. Im Verzeichnis zu den Exkursionen auf diesen Seiten wird neben dem Veranstaltungsdatum zusätzlich ein einer Google-Landkarte der Treffpunkt eingetragen, wodurch es Ihnen Möglichkeit ist, gleich eine Routenplanung zum Veranstaltungsort durchzuführen.


Exkursion nach Öttgesborn…

Ich muss mal an die aufgefallene Exkursion nach Öttgesborn erinnern – Für die, die den Hof nicht kennen: Öttgesborn liegt an der alten Poststraße nördlich der Sieg zwischen Katzwinkel und Wissen im Bereich oberhalb Oberhövels…

Nachdem die Amerikaner im März bei Wissen die Sieg überquert hatten fühlten sie mit einer vorderen Spitze der 8. US Infanteriedivision in Richtung Katzwinkel vor und richteten bei Öttgesborn einen Gefechtsstand ein. Es war der vorgeschobene Bataillonsgefechtstand des II. Bataillons. Die 62. Volksgrenadier Division setzte zum Angriff gegen den Hof an und es kam zu einem heftigen Gefecht, in dessen Verlauf 19 deutsche- und eine unbekannte Anzahl amerikanischer Soldaten ihre Leben verloren.

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Frontstellung eines deutschen MG-Trupps. Während einer der beiden das Gefechtsfeld beobachtet, ruht sich der Schütze aus. Gut zu erkennen ist der vor der Stellung abgelegte Baumstamm, um für zusätzlichen Splitterschutz zu sorgen.

Diese Exkursion befasst sich mit den Ereignissen der letzten Kriegstage rund um den Hof und dem Kampf um die Siegfront bei Niederhövels. Die geplante Runde findet am 20. August 2016 statt.

Wir treffen uns bereits um 14.30 Uhr am Haus Eichenhof in Oberhövels, siehe anhängende Karte. Die Teilnehmergebühr in Höhe von 5 Euro wird vor Ort eingesammelt. Dauer der Exkursion wird ca. 3 Stunden betragen, eher länger denn kürzer. Wenn entsprechendes Interesse vorhanden, kann im Anschluss im Haus Eichenhof noch eine Nachbesprechung in gemütlicher Runde erfolgen.

Als Oberstleutnant Hermann Grusche in Gefangenschaft geriet

Am 25. März 1945 wurde Hermann Grusche, Oberstleutnant und Kommandeur des Volksartillerie Korps 388, bei den Kämpfen während des alliierten Ausbruches aus dem Brückenkopf von Remagen verwundet. Bis vor wenige Wochen suchte ich nach dem Ort des Geschehens. Grusche geriet an eben diesem Ort nämlich auch in Gefangenschaft.

Das hier ist keine Berichterstattung, sondern will ich das folgende jetzt einfach los werden, da ich mich über das was unten geschrieben steht, sehr gefreut habe!

Wie das Leben so manchmal spielt – Erster Akt!

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Oberstleutnant Grusche

Erst vor kurzer Zeit kam ich in Kontakt mit Herrn Bernd Wilz, dem Enkel Grusches. Dank seiner Hilfe war es Möglich, Hermann Grusche endlich ein Gesicht zu geben. Gehört hatte ich bereits öfters von und über ihn. Seine damaligen Kameraden berichteten mir schon vor rund 20 Jahren von dem stets um das Wohl seiner Männer besorgten Offiziers. Eine Fotografie, Dokumente und ein kompletter Werdegang runden das mir bekannte Bild ab. Das ich noch näher “ran kommen” würde, hätte ich mir nicht erträumen lassen!

Zweiter Akt!

Am vergangenen Samstag während der Exkursion in die PaK-Linie bei Hasselbach lernte ich Herrn Karl Werkhausen kennen, einen Zeitzeugen, der sich noch bildhaft an 1945 erinnern kann. Zwischenzeitlich sind bereits zwei Telefonate geführt worden, das letzte gerade vor einem Moment. Gerade telefonierten wir mal eben 3/4 Stunde!

 “Einen Volltreffer habe ich für Sie”, erzählte Karl Werkhausen

Bei dem vergangenen Telefonat sprach ich Werkhausen darauf an, dass ich seit einigen Jahren versuchen würde das “Rätsel Grusche” zu lösen und erzählte ihm von den mir bekannten Einzelheiten. “Naja, mal schaun, ob ich da was in Erfahrung bringen kann? Ich glaubs aber eher nicht!” Ich glaubte es auch nicht, dass sich nach so vielen Jahren noch was in der Sache tun würde… Trotzdem hat Karl Werkhausen mir vorhin auf die Sprünge geholfen und dabei haben wir gemeinsam zwei buchstäbliche Stecknadeln im Heuhaufen gefunden! Durch diese wertvolle Unterstützung ist es jetzt nach so vielen Jahren endlich Möglich, das exakte Haus zu bestimmen, im dem Oberstleutnant Grusche verwundet in amerikanische Gefangenschaft geraten ist. Zudem ist eine Verbindung zu einem damaligen Schulkameraden entstanden, in dessen Elternhaus Grusche stark blutend gebracht wurde.

Werkhausen hatte nicht nur einen Volltreffer für mich, da waren eine ganze Reihe weiterer, hoch interessante Informationen ausgetauscht worden! Zum Beispiel von amerikanischen Sherman-Panzern, die in Reihenformation durch die Büsche gefahren sind, bevor sie zum Angriff übergingen, oder aber die erste Grablage des in Mehren bestatteten Soldaten König, das Erstgrab war 1945 direkt vor dem Elternhaus gelegen. Demnächst gibt es alle Informationen auf diesen Seiten, auf einen Kaffee bin ich auch noch eingeladen! Mensch! Was will man da noch mehr! Also ich freu mich!

24. März 1945 – Der alliierte Ausbruch aus dem Brückenkopf steht unmittelbar bevor

Der 24. März 1945 war im Remagener Brückenkopf ein besonderer Tag; es war der Tag, an dem sämtliche Vorbereitungen für den Ausbruch auf höchsttouren liefen. Erreichte Stellungen wurden ausgebaut, wichtige Punkte mussten erobert werden. Weitere Verstärkungen wurden nachgeholt und die amerikanische Artillerie belegte sämtliche Wege an die deutschen Frontlinien mit noch heftigerem Störfeuer. Installierte PluginsDie amerikanische Luftwaffe tat das, was sie am besten konnte, sie griff alles an, was sich durch Bewegungen am Boden zeigte.

Drei Rheinübergänge binnen drei Tagen

Am 22. März 1945 konnte die 5. US-Infanteriedivision von Pattons 3. Armee bei Mainz und Oppenheim kurz vor Mitternacht den Rhein überqueren, Widerstand wurde kaum geleistet und die Division konnte innerhalb der nächsten 24 Stunden ihre gesamten Truppen auf das Ostufer nachziehen. Hitlers Befehle, sofortige Gegenangriffe durchzuführen, scheiterten daran, dass keinerlei Reserven greifbar waren. Schon am 23. März setzte die 3. US Armee bei Worms erneut über den Rhein.

Bei Wesel und Rees erfolgte am 24. März 1945 ein umfangreiches Luftlandeunternehmen (Operation Varsity). Nördlich von Xanten konnte die 15. Infanteriedivision Haffen und Mehr überrennen. Im Tagesverlauf wurde Hamminkeln durch die 6. britt. Fallschirm-Jäger-Division erobert, die 17. US Fallschirm-Jäger-Division erreichte Diersfordt und besetzte die östlich gelegenen Höhen. Bis zum Einbruch der Nacht zum 25. März brachten die Deutschen, besonders bei Wesel, viele Gegenangriffe vor. Zur gleichen Zeit ereigneten sich im Brückenkopf von Remagen nicht minder heftige Gefechte.

Auf dem Ostufer des Rheins befinden sich Infanteriekräfte und ein Shermanpanzer auf dem Weg zur Front. Die Ludendorff-Brücke steht noch, demnach kann man das Foto vor den 17. März 1945 datieren. Vorne links im Bereich befindet sich ein ehemaliger Unterstand einer Flak-Stellung. Foto SIgnal-Corps, National-Archiv Washington, USA.

Auf dem Ostufer des Rheins befinden sich Infanteriekräfte und ein Shermanpanzer auf dem Weg zur Front. Die Ludendorff-Brücke steht noch, demnach kann man das Foto vor den 17. März 1945 datieren. Vorne links im Bereich befindet sich ein ehemaliger Unterstand einer Flak-Stellung. Foto SIgnal-Corps, National-Archiv Washington, USA.

Angriffe der 1. US Armee

Das VII. US Armeekorps hatte den Auftrag, mit der 104. und der 1. US Infanteriedivision den für den Ausbruch benötigten Raum vom Feind zu befreien. Hierbei stießen die amerikanischen Verbände zum Teil auf heftigsten Widerstand, der erst durch koordinierte Luftangriffe niedergekämpft wurde. In der Nacht zum 25. März wurde der Hanfbach an mehreren Stellen überschritten und das 16. US-Infanterieregiment konnte in Hennef-Geisbach und Lichtenberg eindringen, während das benachbarte 18. Infanterieregiment nach Hüchel vorstieß und mit den Spitzen in Uckerath eindringen konnte. Besonders um Uckerath, das in letzter Stunde zur Festung erklärt worden war, entbrannten schwerste Gefechte, in deren Verlauf mehr als 250 deutsche Soldaten ihr Leben verloren. Am Tagesende notierte die 1. US- Infanteriedivision in ihrem Kriegstagebuch, den schwersten Kampftag seit Beginn der Kämpfe durchgestanden zu haben, der Tag wird mit seiner Härte und Heftigkeit mit denen, die während der Landung in der Normandie in Nordfrankreich stattfanden, verglichen.

Die 104. US Infanteriedivision war dazu in der Lage den Flugplatz Eudenbach zu erobern, wo Reste der 9. Panzerdivision und der 340. Volksgrenadier Division versuchten, die Verteidigung aufrecht zu erhalten. Um Brungsberg, wo sich Teile des 415. US-Infanterieregiments festrannten, ereigneten sich schwere Kämpfe. Dennoch musste die schwache 9. Panzerdivision unter Verlust von mehreren Panzern und Halbkettenfahrzeugen den Widerstand aufgeben und zog sich langsam zurück, wonach die Front in diesem Bereich zusammenbrach.

An der Nordflanke des Korps war das 1. Bataillon vom 310. US Infanterieregiment (78. US Infanteriedivision) dazu in der Lage, die deutsche Verteidigung nordwestlich Menden zu zerschlagen und drang bis an die Sieg vor.

Der Frontverlauf im Brückenkopf von Remagen zwischen dem 7. und 24. März 1945. Grafik aus "The Last Offensive", Washington D.C., Government Printing Office.

Der Frontverlauf im Brückenkopf von Remagen zwischen dem 7. und 24. März 1945. Grafik aus “The Last Offensive”, Washington D.C., Government Printing Office.

Im mittleren Bereich des Brückenkopfes waren die Verbände des III. US-Armeekorps dabei, den Angriff gegen die Wied auszuweiten. Bei Fernthal wurde durch die 9. US Infanteriedivision die Autobahn überschritten und Borscheid erobert, mehrfach vorgebrachte deutsche Gegenangriffe blieben im Abwehrfeuer liegen. Etwa gegen 22.00 Uhr am Abend wurden die Regimenter 39. und 47 durchgeschoben, um den Angriff bis zur Wied auszuweiten.

Das V. US Armeekorps war im südlichen Brückenkopf mit der 99. US Infanteriedivision gegen die Autobahn vorgegangen, die 2. US-Infanteriedivision konnte den zuvor eroberten Wied-Brückenkopf festigen und weiter ausbauen. Gladbach und Oberbieber wurden im Tagesverlauf erobert.

In unserer Gefallenendatenbank finden sich derzeit 54 deutsche Kriegsopfer, die am 24. März 1945 gefallen sind. Bitte beachten Sie, dass diese Datenbank auch nur einen Bruchteil der tatsächlichen Gefallenenzahlen widerspiegelt. Darüberhinaus umfassen die Einträge der Datenbank in aller Regel meist nur die Opfer des nördlichen Kriegsschauplatzes im Remagener Brückenkopfes.

Frühjahrsexkursionen 2016

In Kürze geht es wieder los! Ich freue mich, heute mitteilen zu können, das die nächsten Termine feststehen. Erneut werden elf Veranstaltungen in Kooperation mit der KVHS (Kreisvolkshochschule) Altenkirchen und der VHS (Volkshochschule) Betzdorf durchgeführt.

Elf Termine, für die Sie sich die Samstage freihalten sollten. Natürlich darf und soll jeder teilnehmen, aber ab sofort nehme ich mir die Freiheit, speziell auf die Fragen derjenigen weniger einzugehen, die sich nicht offiziell zu den Terminen angemeldet haben. Die notwendige Anmeldung ist vollkommen unkompliziert und kann entweder telefonisch oder direkt online bei der zuständigen VHS durchgeführt werden. Die Kontaktinformationen dazu entnehmen Sie bitte den einzelnen Veranstaltungen.

Den aktuellen Sonderflyer können Sie sich durch Klick auf das Bild direkt herunterladen.

Den aktuellen Sonderflyer können Sie durch Klick auf das Bild gleich herunterladen. Dann haben Sie stets alle Termine zur Hand.


Kriegsende in der Region „Was will ich darüber wissen?“

Videovortrag, circa 45 Minuten, mit anschließender Themenrunde „Kriegsende in der Region“. Hierbei werden die Teilnehmer Gelegenheiten finden, persönliche Fragen zu den Bodenkämpfen zu stellen die sich im März und April 1945 in der Region ereigneten. Zudem werden diverse Gegenstände und Dokumente aus der Zeit des Kriegsendes gezeigt.

Wann: Samstag, 19. März 2016, 14.30 Uhr,

Wo: Kreisvolkshochschule, Rathausstraße 12 in Altenkirchen

Dauer: Video etwa 45 Minuten, anschließende Gesprächsrunde mit offenem Ende.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


PictogrammWandernVorstoß in die deutsche Pak-Linie bei Rettersen-Hasselbach

Nachdem die 3. US Panzerdivision am 25. März 1945 über Uckerath-Kircheib aus dem Brückenkopf von Remagen ausgebrochen war, stieß sie bei Rettersen auf die hastig errichtete PaK-Linie (PaK=Panzerabwehrkanonen) des deutschen LIII. Armeekorps. Bei Hasselbach verloren die Amerikaner mehrere Sherman-Panzer und es entwickelten sich schwere Gefechte zwischen der deutschen und amerikanischen Infanterie. Dieser Zusammenstoß zwischen deutscher und amerikanischer Verbände gipfelte in einem blutigen Kampf, der später unter Einsatz von Spaten und Bajonett ausgetragen wurde.

Wann: Samstag, 2. April 2016, 14.30 Uhr

Wo: An der Witthecker Straße in Rettersen.

Wegstrecke: Ca. 3,8 Kilometer.

Dauer: In der Regel dauert jede Exkursion etwa 3 Stunden.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


PictogrammWandernKampf um die Pak-Linie bei Weyerbusch-Hasselbach

Nachdem bei Hasselbach die Panzerspitze der 3. US Panzerdivision zum Stehen gebracht wurde, wobei sie mehrere eigene Sherman-Panzer verlor. Ihnen gegenüber lagen am Horizont zwischen Werkhausen und Heuberg Panzerabwehrkanonen, dahinter war schwere Artillerie in Stellung gebracht worden; sie nahmen jede feindliche Bewegung unter Feuer. Darauf musste sich die amerikanische Infanterie den Weg bis Hasselbach erkämpfen und kann erst darauf gegen die PaK-Linie bei Weyerbusch weiter vorgehen. Deutsche Flak- und PaK macht jegliche Panzerunterstützung nahezu unmöglich, teils ist die amerikanische Infanterie währen des Vormarsches auf sich allein gestellt.

Wann: Samstag, 9. April 2016, 14.30 Uhr

Wo: Parkplatz hinter dem Sportplatz in Weyerbusch.

Wegstrecke: Ca. 3 Kilometer, je nach Entscheidung der Gruppe evtl. mit Umweg bis nach Heuberg-Hilkhausen auch 5 Km.

Dauer: In der Regel dauert jede Exkursion etwa 3 Stunden.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


PictogrammWandernKampf und Rückzug des Altenkirchener Volkssturms

Nachdem die Amerikaner die Ludendorff-Brücke in Remagen erobert hatten, wurde auf Befehl des Gauleiters Gustav Simon der Altenkirchener Volkssturm mobilisiert. Nach einer kurzen Ausbildung bei Molzhain wurden die Männer nach Neustadt an der Wied verlegt, wo sie kurz nach der Ankunft bereits in die Kämpfe verwickelt wurden. Als die Wehrmacht abzog, sollte der Volkssturm die Stellungen an der Wied weiter halten und verteidigen, angesichts der amerikanischen Übermacht mussten sich die vorrangig alten Männer dann jedoch über Burglahr bis nach Seifen zurückziehen, wo ein Teil des Bataillons kapitulierte.

Wann: Samstag, 23. April 2016, 14.30 Uhr

Wo: Seifen, In der Hohl (Am Friedhof)

Wegstrecke: etwa 3,5 Kilometer.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de 


PictogrammWandernUntergang des Altenkirchener Volkssturmbataillons

Auf Befehl von General Carl Püchler wurde bei Stürzelbach ein weiteres Bataillon Volkssturm aus dem Boden gestampft. Als Flammersfeld unmittelbar bedroht wurde, wurde die schwache Einheit der Wehrmacht unterstellt und sollte in der Nähe von Kescheid die Straße sperren. Ein geplanter Angriff am 24. März wurde abgesagt, worauf die Einheit am 25. März zwischen Rott und Flammersfeld eingesetzt und in den Strudel der Kämpfe gezogen wurde, als die Amerikaner aus Richtung Asbach vorstießen und nach Flammersfeld vorfühlten.

Wann: Samstag, 30. April 2016, 14.30 Uhr

Wo: Wanderparkplatz in Rott (Walter-Bartels-Weg, Richtung Grillhütte)

Wegstrecke: Ca. 3 Kilometer, eine kurze Strecke führt Querfeldein.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de 


Kriegsende in der Region „Was will ich darüber wissen?“

Da die Veranstaltung während der letzten Termine in Altenkirchen jeweils ausgebucht war und viele den Film noch sehen wollten, haben wir uns gemeinsam mit den Volkshochschulen Altenkirchen und Betzdorf dazu entschieden, den Film auch in Betzdorf vorzuführen.

Videovortrag mit anschließender Themenrunde „Kriegsende in der Region“. Der Dokumentarfilm behandelt die Ereignisse zwischen dem 7. März und dem 16. April 1945. Gezeigt werden seltene und zum Teil unveröffentlichte Aufnahmen aus der Region.

In der dem Film folgenden Themenrunde finden die Teilnehmer die Gelegenheit eigene Fragen zu den Bodenkämpfen zu stellen, die sich im März und April 1945 in der Region ereigneten.

Zudem werden diverse Fotografien, Dokumente, Landkarten mit Frontverläufen und Gegenstände aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges ausgestellt.

Wann: Samstag, 7. Mai 2016, 14.30 Uhr

Wo: Jugendraum Betzdorf (Seminarraum), Schulstraße 4 in Betzdorf

Dauer: Video etwa 45 Minuten, anschließende Gesprächsrunde mit offenem Ende.

Anmeldung: VHS Betzdorf, Telefon 02741 – 291-411 oder
via Email an vhs@betzdorf.de


Deutsche Infanteristen in der Nähe von Biersdorf. Beachten Sie den Soldat rechts, er trägt einen Kopfverband.

Deutsche Infanteristen in der Nähe von Biersdorf. Beachten Sie den Soldat rechts, er trägt einen Kopfverband.


PictogrammWandernDer Molzberg als Frontgebiet

Ende März 1945 sollten Verbände des 28. US Infanterieregiments die südlich der Sieg gelegenen Ortsteile erobern und anschließend in Betzdorf über die Sieg gehen. Am Molzberg waren die Amerikaner nach schweren Kämpfen um Oberbetzdorf in der Lage, einen Brückenkopf zu bilden, der als Ausgangspunkt für den Großangriff am 6. April diente.

Wann: Samstag, 14. Mai 2016, 14.30 Uhr

Wo: Schützenplatz, Martin-Luther-Straße in Betzdorf

Wegstrecke: Ca. 3,5  Kilometer, teilweise mit Steigung von etwa 10 %. Trotzdem lässt sich die Runde bequem laufen.

Anmeldung: VHS Betzdorf, Telefon 02741 – 291-411 oder
via Email an
vhs@betzdorf.de


PictogrammWandernGroßangriff der Amerikaner über die Sieg

Nach Waldkämpfen auf dem Molzberg eroberten Einheiten des 310. US Infanterieregiments am 6. April 1945 Katzwinkel und Wingendorf. Erst nachdem Wingendorf gefallen war, konnte der weitere Angriff in den so genannten Ruhrkessel vorgetragen werden.

Wann: Samstag, 21. Mai 2016, 14.30 Uhr

Wo: Alte Poststraße bei Kalteich zwischen Wallmenroth und Katzwinkel

Wegstrecke: Ca. 4  Kilometer.

Anmeldung: VHS Betzdorf, Telefon 02741 – 291-411 oder
via Email an
vhs@betzdorf.de


PictogrammWandernBildung des amerikanischen Brückenkopfes nördlich der Sieg und Gefechte um den Sandberg

In der Nacht zum 1. April 1945 setzten amerikanische Truppen bei Wissen-Frankenthal über die Sieg und stießen im Bereich des Walzwerkes und in der Nähe des Zwangsarbeiterlagers auf deutschen Widerstand. Im Verlauf des Tages entwickelten sich im Bereich des Kucksberg und dem Sandberg wechselvolle Gefechte zwischen deutschen und amerikanischen Soldaten. Der gesetzte Zeitplan wurde verworfen und die Amerikaner mussten sich am Sandberg eingraben, obwohl sie zu dieser Zeit bereits die Brückhöfe erobert haben sollten.

Wann: Samstag, 4. Juni 2016, 14.30 Uhr

Wo: Hotel Frankenthal in Wissen

Wegstrecke: Ca. 5  Kilometer, etwa die Hälfte des Weges führt leicht bergauf. Dennoch lässt sich die Runde bequem laufen.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de 


PictogrammWandernWechselvolle Kämpfe um die Brückhöfe

Der Ortsteil Brückhöfe sollte als amerikanischer Brückenkopf bis zum 6. April 1945 zum Schauplatz von erbitterten Gefechten werden. Am 4. April wurde dem Grenadierregiment 957 von der 363. Volksgrenadier Division befohlen, den Brückenkopf im Gegenstoß zu bereinigen. Es kam zu einem Gefecht, in dessen Verlauf sich die Amerikaner wieder auf das andere Siegufer zurückziehen mussten.

Wann: Samstag, 11. Juni 2016, 14.30 Uhr

Wo: Am Mühlengraben in Wissen

Wegstrecke: Ca. 3,5 Kilometer.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
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PictogrammWandernAmerikanischer Stützpunkt in Öttgesborn

Entfällt: aus gesundheitlichen Gründen muss ich die Runde absagen. Absagen bedeutet in dem Moment nicht gestrichen, sondern lediglich verschoben.

Ein neuer Termin wird in Kürze bekanntgegeben.

Während die Amerikaner in Wissen über die Sieg gingen und auf den Sandberg und in den Wissener Ortsteil Brückhöfe vordrangen, schickten sie eine Kompanie nach Öttgesborn, um von dort die deutschen Verbindungswege zu dem Brückenkopf bei Wissen zu unterbrechen. Es kam zu einem Gefecht, in dessen Verlauf 19 Soldaten ihr Leben lassen mussten.

Wann: Samstag, 18. Juni 2016, 14.30 Uhr

Wo: Am Waldrand oberhalb Oberhövels

Wegstrecke: Ca. 4,5  Kilometer

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de 


Rote Marker = Veranstaltung steht bevor, Blau = Veranstaltung wurde bereits durchgeführt.
Sie können sich in der Karte die Routen zu den Veranstaltungen gleich anzeigen lassen.


Das Los hat entschieden!

Die Verlosung wurde eben zu Ende gebracht…

Heute Nachmittag war dann erst einmal Lose basteln angesagt. Ging ganz schnell und einfach… Namen der Interessenten in ein Word-Dokument kopiert, ausgedruckt, zurechtgeschnitten und zusammengefaltet.

Die Los-Rohlinge. Jeder sollte die gleiche Chance erhalten.

Die Los-Rohlinge. Jeder sollte die gleiche Chance erhalten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die fertigen Lose. Alle auf gleiche Größe gefaltet.

Die fertigen Lose. Alle auf gleiche Größe gefaltet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Jetzt fehlte nur noch ein geeigneter Behälter für die Ziehung der Lose. Zweckmäßig fand ich dafür diesen alten Stahlhelm.

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Die im Helm befindlichen Lose, gut gemischt… “Geschüttelt, nicht gerührt!”

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aber was nutzen die besten Lose und der dazugehörige Behälter, wenn keine Glücksfeen anwesend sind, welche die Lose ziehen und drei Leuten zum Glück verhelfen würden? Ohne die beiden Damen wäre der ganze Aufwand zwecklos geworden und darum musste ich meine beiden Mädels einspannen, Euch zum Glück zu verhelfen!

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Die beiden Glücksfeen tragen eine große Verantwortung!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das haben sie auch sehr zuverlässig getan. Ein Los nach dem anderen, drei an der Zahl, wurden von den beiden Mädels gezogen, und zwar in der Reihenfolge, wie sie hier liegen:

  1. Munin – die 13 war wohl eine Glückszahl? 🙂
    Ich wünsche viel Spaß mit dem Buch!
    (Kann man das so sagen, `Viel Spaß´ bei so einem Thema?
  2. Mauela – Herzlichen Glückwünsch und frohe Weihnachten!
  3. Lenicool11 – Auch Ihnen herzlichen Glückwunsch!

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Sobald die Gewinner der Bücher mir ihre Adressen mitteilen, gehen  die Bücher auch schon auf die Reise, sie sollten dann auch noch rechtzeitig zum Weihnachtsfest eintreffen. Nun wünsche ich allen, auch denen, die dieses Mal leider kein Glück hatten, eine schöne und besinnliche Weihnachtszeit. Vielleicht senden mir die Gewinner ja auch noch eine Rezension des Buches zu, worüber ich mich aber auf jeden Fall freuen würde, wäre ein Bild vom Empfänger zusammen mit dem Buch!

Exkursion 7 – Erste Gefechte südlich Betzdorf

Am 24. Oktober 2015 führte ich die nächste Exkursion in die ehemaligen Frontbereiche südlich Betzdorf. Hierbei befassten wir uns mit den Ereignissen, die sich Ende März zwischen Betzdorf, Steineroth und Scheuerfeld zutrugen. Da die Gruppe mit 8 Personen recht überschaubar war, konnte man zum Teil detaillierter Berichten, als es in den größeren Gruppen meist der Fall ist.

Der amerikanische Vorstoß auf Richtung Bruche

Am Abend des 29. März verlief die Front etwa von Elkenroth nach Steineroth über die Kohlhardt nach Dauersberg, von dort entlang der Angsthardt nach Mittelhof bis Wissen. Um bei Betzdorf die Ausgangslage für das I. Bataillon des 28. US Infanterieregiments für den bevorstehenden Angriff zu schaffen, musste zuvor die dem Bataillon zugewiesene Ausgangslinie von feindlichen Truppen bereinigt werden, denn, den Fall gesetzt in dem Bereich würden sich noch feindliche Truppen befinden, könnten diese die amerikanischen Bemühungen bei einem einsetzendem Angriff empfindlich in Gefahr bringen. Durch die eigene Aufklärung war bekannt, dass sich vor der Front mindestens ein deutsches Sturmgeschütz und zwei Flak-Stellungen (Flak=Fliegerabwehrkanonen) befunden hatten. Besonders die Feuerkraft der Flak, die im Erdkampf einsetzbar war, war eine große Gefahr für die Amerikaner, weshalb eine kampfstarke Patrouille in die Wälder gesendet wurde, um:

a) die Flak auszuschalten und
b) den Verbleib des Sturmgeschützes zu lokalisieren

Während des ersten Vorstoßes in Richtung Bruche wurde darauf eine der beiden Patrouillen durch das Sturmgeschütz angegriffen, weshalb sich die Männer dann zurückzogen. Ein direkter Vorstoß auf Bruche wurde dadurch versagt. Zur gleichen Zeit eroberten die Kompanien links Scheuerfeld und rechts Alsdorf. Aus Alsdorf heraus wurde der Vormarsch auf Betzdorf über Hofacker in Richtung Kettlerstraße ausgeweitet, zwischen Kapelle, Eisweiher und der Eisenbahnstraße kam es zu mehreren, lokal ausgetragenen Gefechten. In Scheuerfeld kam es ebenfalls zu einem Gefecht, bei dem mehrere deutsche und amerikanische Soldaten ihr Leben verloren. Betzdorf und Bruche waren nun unmittelbar bedroht. Eine weitere Patrouille wurde in den Bereich der Flak entsendet, fand diese jedoch nicht mehr vor und ging darauf weiter in Richtung Engelstein und Eisweiher vor, wo sie sich am Ortsrand festsetzten. Ein Sicherungsposten wurde in Richtung Bruche zur Flankensicherung herangeschoben, später wurden Granatwerfer nachgezogen und in Stellung gebracht. Den restlichen Tag verbrachten die Soldaten damit, die Region weiter auszukundschaften und den südlich der Sieg gelegenen Ortsrand von Betzdorf zu erobern.

Zur Stellung umfunktionierter Bombentrichter. Steht man vor Ort, kann man den ehemaligen Zugang erkennen und deutlich sehen, dass die Seitenwände des Trichters bearbeitet wurden.

Zur Stellung umfunktionierter Bombentrichter. Steht man vor Ort, kann man den ehemaligen Zugang erkennen und deutlich sehen, dass die Seitenwände des Trichters bearbeitet wurden.

Die Exkursion führte entlang einiger noch sichtbaren Spuren und Stellungen. Gleich im Bereich der Grillhütte befand sich eine Feuerstellung amerikanischer Granatwerfer, die nach 70 Jahren noch sehr deutlich zu erkennen war. Weiter ging es vorbei an einer Stellung, an der sich ein vorgeschobener Wachposten der amerikanischen Infanterie während der Nacht befunden hatte. In nächster Nähe befand sich die ehemalige “Fluwa”, die Flugwachstelle, an der eingehende feindliche Fliegerverbände beobachtet und nach Betzdorf gemeldet werden sollten, um dann rechtzeitig Fliegeralarm geben zu können.

Besonders interessant anzusehen war ein zur Verteidigungsstellung ausgebauter ehemalige Bombentrichter südlich der Tennisplätze. Hier sollten einige Volkssturmleute zusammen mit einer 2cm-Flak den Zugang nach Betzdorf-Bruche sperren. Eine amerikanische Patrouille war darauf angesetzt worden.

Ein Abstecher, der so nicht geplant war, führte auf Wunsch eines Teilnehmers noch ein gutes Stück in Richtung Dauersberg weiter. Auf dem Weg dort hin waren noch deutlich die Spuren vom letzten Einsatz des Kampfmittelräumdienstes zu erkennen, der gleich links des Weges vor einiger Zeit zwei Bombenblindgänger geborgen und unschädlich gemacht hatte. Unseren Rückweg traten wir dann oberhalb des Eisweihers an und marschierten nach gut drei Stunden Wegstrecke zurück an den Ausgangspunkt bei der Grillhütte.

Der Frontbereich zwischen Betzdorf - Scheuerfeld und Alsdorf mit dem geplanten deutschem Brückenkopf, angefertigt nach Overlay der 1. US Infanteriedivision. Rot = deutsche Stellungen und Bewegungen. Blau = amerikanische Stellungen und Bewegungen.

Der Frontbereich zwischen Betzdorf – Scheuerfeld und Alsdorf mit dem geplanten deutschem Brückenkopf, angefertigt nach Overlay der 1. US Infanteriedivision. Rot = deutsche Stellungen und Bewegungen. Blau = amerikanische Stellungen und Bewegungen.

Buchverlosung „Das Kriegsende in der Heimat“

Liebe Freunde der Geschichte und Heimatgeschichte,

cover_001da die Weihnachtsfeiertage vor der Türe stehen dachte ich mir, ich mache jemandem vielleicht mal eine kleine Freude. Genaugenommen möchte ich nicht nur einer Person eine Freude mache, sondern gleich drei Leuten auf einmal. Aus diesem Grunde habe ich mich dazu entschieden, drei Exemplare meines Buches zu verlosen. Tag der Auslosung wird der 17. Dezember 2015 sein.

Das Buch behandelt die Kämpfe im Bereich des Brückenkopfes von Remagen und dem Südrand des Ruhrgebietes am Beispiel des Rhein-Sieg-Kreises, Teilen des Westerwaldes und dem Siegerland. Innerhalb rund 20 Jahre Recherchen konnte ich eine Vielzahl Kriegstagebücher aus den Archiven zusammengetragen, zudem war ich in der Lage viele Veteranen beider Seiten, ehemalige deutsche und amerikanische Soldaten, zu ihren Erlebnissen in der Region zu befragen. Von weiterer Bedeutung sind erhaltene Gefangenenaussagen, die eine besondere Nähe zu dieser schicksalshaften und ereignisreichen Zeit herstellen, da diese Vernehmungsprotokolle unmittelbar nach der Gefangennahme der Soldaten verfasst wurden. Es ist ein über 500 Seiten zählendes Buch entstanden, das die Sicht der damaligen Soldaten aus den vordersten Linien wiedergibt.

Nun fragen Sie sich sicherlich, was Sie dafür tun müssen! Die Antwort ist schlicht und einfach zu beantworten: Nichts! Denn am Ende des Zeitraumes entscheidet das Los.

Wer aber dennoch etwas tun möchte, den würde ich darum bitten, einmal in der eigenen Familiengeschichte zurückzublicken. Vielleicht befindet sich ja ein Angehöriger darunter, der selbst noch kurz vor Kriegsende in der Region in den Kampf ziehen musste. Wenn dem so sein sollte, würde ich mich außerordentlich freuen, wenn Sie mir evtl. vorhandene Dokumente, Fotos oder Tagebuchaufzeichnungen, natürlich leihweise, zukommen lassen würden. Das hat jedoch keinen Einfluss auf die Los-Ziehung am Ende der Aktion.

Wer jetzt noch mehr erfahren möchte, den lade ich dazu ein, sich doch weiter auf diesen Internetseiten umzusehen, hier liegen mir die beiden Projekte „Gefallenendatenbank“ und das Mitmach-Projekt „Einzelschicksale“ besonders am Herzen.

Am 17. Dezember 2015 wählt der Zufall die glücklichen Gewinner aus, am Folgetag werden die Bücher mit der Post in den Versand gehen und sollten so noch rechtzeitig zum Weihnachtsfest eintreffen. Selbstverständlich würde ich mich freuen, wenn die Gewinner später eine Rezension zu dem Buch abgeben. Um an der Verlosung teilzunehmen folgen Sie bitte diesem Link.

Bereits an dieser Stelle freue ich mich über Ihr Feedback und sage

Viel Glück!

Ralf Anton Schäfer

Exkursion 6 – Eroberung von Alsdorf im März 1945

Am Samstag, den 17. Oktober 2015, war es wieder so weit. An diesem Tag wollten wir uns über die Vorgänge und Ereignisse unterhalten, als die amerikanische Infanterie ihren Vorstoß über Alsdorf nach Betzdorf und Kirchen in Richtung zur Sieg ausweitete. Nachdem die Amerikaner mit einer ersten Patrouille bei Alsdorf zum Stehen gebracht worden waren, stießen sie anschließend nach Alsdorf vor, erreichten die Heller, wonach es zu einigen Schießereien gekommen war. Bei diesen Kampfhandlungen mussten mehrere deutsche und amerikanische Soldaten ihre Leben lassen.

Da die ersten Hinweise auf diese Veranstaltung schon mehrere Wochen zuvor in den Ankündigungen der VHS und K-VHS enthalten waren, geriet diese Exkursion bei den Interessenten später ins Vergessen. Dadurch kamen schließlich bei der Volkshochschule in Betzdorf lediglich vier Anmeldungen zusammen. Kurz entschlossen wurde ein erneuter Aufruf in den Mitteilungsblättchen veröffentlicht und erneut auf die Exkursion hingewiesen, die uns durch das Imhäuser Tal in Richtung Kirchen – Herkersdorf führen sollte. Trotzdem blieben weitere Anmeldungen bei der Volkshochschule aus, es kam sogar noch schlimmer, denn von den vier Personen, die sich angemeldet hatten, sagten dann schließlich noch zwei Leute ab! Am Freitagmorgen standen wir beinahe davor, diese Veranstaltung im letzten Augenblick abzusagen – es wäre das erste Mal gewesen.

Mit dem Wissen, dass die Liste nun leider nur zwei Interessenten umfasste, dazu kamen zwei weitere Leute, die ich via Facebook erreichte, fuhr ich dann nach Alsdorf. Als ich dort eintraf, traute ich meinen Augen nicht! Es waren bereits vor meiner Ankunft schon acht Personen vor Ort und weitere sechs sollten in den nächsten Minuten eintreffen. Unter unseren vierzehn Interessenten waren auch wieder drei Zeitzeugen anwesend. Darunter befand sich auch ein älterer Herr aus Wallmenroth, mit dem ich erst einige Tage zuvor telefoniert hatte. Herr Josef Herrmann  berichtete mir davon, dass sein Vater als Angehöriger des hiesigen Volkssturmes im März 1945 bei Flammersfeld sein Leben verlor. Mit ihm sollte ich mich besonders intensiv unterhalten; ein Versprechen gibt es auch noch einzulösen: Er wird einen Ausflug auf den Spuren des Volkssturmes erhalten, das ist aber ein Thema für sich. Bei dieser Exkursion wollten wir uns schließlich über die Eroberung Alsdorfs und dem weiteren Vorstoß der amerikanischen Streitkräfte unterhalten.

Angriff auf Alsdorf

Nachdem der amerikanische Ausbruch aus dem Brückenkopf von Remagen vollendet war, begonnen die amerikanischen Infanteriedivisionen damit, ihre Vorstöße in Richtung zur Sieg auszuweiten und hierbei die Bereiche von deutschen Resteinheiten zu bereinigen. Die wenigen deutschen Brückenköpfe, die noch südlich der Sieg für die sich immer noch zurückflutenden Truppen offen gehalten wurden, konnten von den Amerikanern zerschlagen werden.

Die Eroberung Alsdorfs Ende März 1945.

Die Eroberung Alsdorfs Ende März 1945.

  1. Bereits während der Nachtstunden vom 29. zum 30. März 1945 richteten Soldaten der 8. US In­fanteriedivision in der Nähe der Alsdorfer Grillhütte einen Beobachtungsposten ein und meldeten an den Regimentsstab, dass seit etwa 2.45 Uhr immer wieder Motorengeräusche im Ortskern zu hören waren. Am frühen Morgen wurde gegen 4.30 Uhr eine heftige Detonation gemeldet, deren Ursache jedoch unklar blieb (Anmerkung: Sprengung der Hellerbrücke).
  2. Da man im Ortskern noch deutsche Truppenansammlungen vermutete, sollte ein verstärkter Zug der Baker-Kompanie des 28. US Infanterieregiments etwa um 3.30 Uhr aus Richtung Daaden über den Bahnhof zum Angriff antreten, um die im Ort vermutete Verteidigung aufzurollen. Hierbei kam es zu einem rund 30-minütigen Gefecht um den Bereich des Bahnhofgeländes, in dessen Verlauf ein Jeep durch Panzerfaust abgeschossen wurde und jeweils zwei amerikanische Soldaten getötet bzw. verwundet wurden. Auf deutscher Seite war die 59. Infanteriedivision dabei, einen Brückenkopf zu errichten; der Bahnhof war Teil eines Stützpunktes der gerade befestigt wurde. Noch während die Amerikaner sich dem Bahnhof näherten, wurden deutsche Verstärkungen herange­bracht. Der Bereich des Bahnhofes wurde darauf mit Artilleriefeuer belegt, die deutschen Soldaten zogen sich dann zurück.
  3. Nachdem der Vorstoß am Bahnhof liegengeblieben war, wurden die verbliebenen Züge der Kompanie zum Angriff befohlen. Sie gingen etwa ab 5.00 Uhr entlang des Steinebachs in Alsdorf vor und überraschten etwa um 6.25 Uhr südlich der gesprengten Hellerbrücke einen MG-Posten, der in Gefangenschaft geriet. Dies war die erste Feindberührung, durch das kurz aufflammende Feuer wurde letzte deutsche Soldaten alarmiert, dennoch kam es zu keinen größeren Kampfhandlungen, da die Masse der deutschen Truppen bereits abgezogen war. Als die gesamte Kompanie an der Heller stand, wurden Vorstöße über die gesprengte Brücke vorgenommen, die für Infanterie passierbar war. Im Bereich des heutigen Betonlagers an der Hauptstraße versuchte ein deutscher Leutnant noch letzten Widerstand zu organisieren, dazu hatte er einen jungen MG-Schützen oberhalb des Steinbruches in Stellung gehen lassen und weitere deutsche Soldaten hatten sich in einigen Häusern verschanzt. Dazu kamen mehrere Soldaten, die sich auf dem Burg-Berg eingegraben hatten. Nach kurzen Gefechten, die sich besonders im Bereich der Hauptstraße ereigneten, stellten die letzten deutschen Soldaten das Feuer ein. Auf deutscher Seite starben sechs Mann, darunter ein Feldwebel in der Hauptstraße und der MG-Schütze oberhalb des Steinbruches.
  4. Noch während in Alsdorf vereinzelte Schüsse fielen, wurde der Vorstoß auf Betzdorf ausgeweitet. Über Hofacker stieß man in Richtung Kettlerstraße, wo es jenseits der Kapelle zu Kampfhandlungen mit deutschen Soldaten kam. Die Angriffe wurden in Richtung Eisenbahnstraße ausgeweitet.
  5. Erst durch einen Feuerschlag der amerikanischen Artillerie auf den Burg-Berg wurde der deutsche Widerstand in Alsdorf zum Schweigen gebracht. Im Anschluss konnte der dritte Zug der Baker-Kompanie bis zum Abzweig nach Herkersdorf-Kirchen vorgehen, wo eine Straßensperre eingerichtet wurde.
  6. Der Bahnhof sollte als Stützpunkt für den befohlenen Brückenkopf dienen. Teile des Grenadierregiments 1034 hatten Befehl, den Brückenkopf offen zu halten, damit zurückflutende Soldaten noch Anschluss zur Truppe finden könnten. Da man jedoch bereits bei der Einrichtung auf amerikanische Soldaten stieß, wurde das Vorhaben aufgegeben und die restlichen Truppen nach Betzdorf abgezogen.

  7. Der deutsche Widerstand in Alsdorf wurde nur von etwa 25 Mann geleistet, es waren in der Masse Soldaten, die seit einiger Zeit versprengt waren und durch einen Leutnant in den Kampf befohlen wurden.

  8. Erst nachdem die Amerikaner in Betzdorf die Sieg erreichten, kam es zu ernsthaften Gefechten um die deutschen Stellungen jenseits des Flusses.
Zahlreiches Erscheinen am Treffpunkt im Imhäuser Tal bei Alsdorf. Die Leute kommen nicht einfach nur aus Betzdorf und Umgebung, sondern zieht es sie sogar (wiederholt) aus dem Westerwald her. Vielen Dank an den Stammgast! :-)

Zahlreiches Erscheinen am Treffpunkt im Imhäuser Tal bei Alsdorf. Die Leute kommen nicht einfach nur aus Betzdorf und Umgebung, sondern zieht es sie sogar (wiederholt) aus dem Westerwald her. Vielen Dank an den Stammgast! 🙂

In eigener Sache! Aus gegebenen Anlass!

So, 

jetzt mal Klartext! Kein Sondengänger, Schatzsucher, Militariasammler oder sonst welche Person wird von mir mit Suchstellen versorgt, an denen sich evtl. Hinterlassenschaften aus dem Zweiten Weltkrieg finden lassen! Einzig und allein stelle ich entsprechende Informationen den Kampfmittelräumdiensten, einem Ingenieursbüro zur Altlastenerfassung bzw. Kampfmittelerkundung und sonstigen, offiziellen Institutionen zur Verfügung.  

Wer mit dem Metalldetektor etwas sucht und findet, macht diese Entdeckungen unabhängig von mir, aber hat sich dazu oft meines Buches bedient. Da fällt mir auf, es gibt sogar Sondengänger, die können Lesen und brauchen keine speziellen Hinweise von mir!

 Die Informationen, die man erlangt, wenn man an meinen VHS-Exkursionen teilnimmt, dienen ebenfalls nicht als „Freibrief mit der Aufforderung `Graben Sie hier“, besonders auch deshalb, weil ich bereits während der Planung darauf achte, die direkten ehemaligen Fronten nach Möglichkeit auszusparen. Unsere Exkursionen richten sich eher an Personen, die wissen möchten, was sich zum Kriegsende vor unseren Haustüren ereignete und nicht an Militariasammler.

Heute Morgen wurden mir exakt diese Vorwürfe gemacht, zudem würde ich einen besonderen Kreis „auserwählter Personen“ um mich versammeln, denen ich im Tausch gegen Bodenfunde, besonders Stahlhelme, die „besten Suchstellen in der Gegend“ zeigen würde. Das ist totaler Quatsch und dürfte eben darauf beruhen, dass ich dauerhaft von irgendwelchen Leuten angesprochen werde, mit der Frage, „Wo kann ich denn mal Suchen gehen?“ Da ich keine solchen Informationen weitergebe, wird also eben gerne unterstellt, dass ich nur bestimmte Leute, besondere Freunde, „vom heiligen Gral“ kosten lasse.

Trotzdem wurden mir in der Tat während der vergangenen ca. 5 Jahre vier Stahlhelme geschenkt. Bei all diesen Helmen handelt es sich um Bodenfunde, von denen drei durch Sondengänger aufgefunden und der vierte Helm durch einen Landwirt zum Vorschein befördert wurde. Da einige der Sondengänger da draußen sich wahrscheinlich etwas schwer im eigenen Denken tun, gehe ich hier näher drauf ein und erkläre das mal mit einfachen und verständlichen  Worten:

Zwei Helme stammen von einem Finder, mit diesem bin ich seit einigen Jahren sehr eng befreundet; ja, man mag es kaum glauben, ich habe auch Freunde! Er wurde erst durch den Fund der Stahlhelme zum Sondengänger, befreundet waren wir als ehemalige Arbeitskollegen schon seit mehreren Jahren zuvor. Gruß nach Katzwinkel! An dieser Stelle muss ich dann auch mal jemand aus dem Windecker Land grüßen J, abenfalls einen Sondengänger, der es geschafft hat, ein enger Freund zu werden, ohne meinen zu müssen, mir einen Helm zu schenken oder sich sonst irgendwie „mein Vertrauen erschleichen zu müssen“. Ihn habe ihn durch mein Buch kennengelernt und er hat mich noch NIE mit irgendwelchen Fragen gelöchert!!! Ja, es gibt sogar auch Freunde, die nicht nachts um halb Zwölf anrufen und nach potentiellen Suchgebieten fragen!

Weiter wurde mir ein Stahlhelm durch einen Landwirt geschenkt. Landwirte sind diese Menschen mit den Traktoren (so eine Art geländegängiges Auto mit meist ganz großen Reifen). Der Mann wusste von der Existenz des Helms, weil er ihn bereits 1945 als Kind an der Stelle hat liegen gesehen.

Der letzte Helm wurde mir ganz ohne Versprechen von irgendwelchen Gegenleistungen überlassen!

Abschließend bedarf es noch der Aufklärung, dass die Suche mit Metalldetektoren in Rheinland Pfalz, genehmigungspflichtig ist und besonders bei der Anwesenheit von Bodendenkmälern werden KEINE Suchgenehmigungen erteilt, (obwohl man in RLP ohne wenn kaum mal eine Genehmigung erhält). Es gibt hier auch keine Ausnahme für Polizisten, selbst nicht mit den Worten „Ich bin Polizist, ich darf das!“. Darüber hinaus ist die Suche in Wäldern generell verboten.

Die eingeleitete Anzeige bei der Polizei in Betzdorf wird genaueres ergeben.

Exkursion 5 – Amerikanischer Sicherungsposten im Niemandsland

Am 10. Oktober 2015 führte unsere Exkursion in die Wälder bei Gebhardshain. Die Teilnehmer sollten während unserer Wanderung rund 2,7 Kilometer laufen und hierbei einen Einblick in die Ereignisse von Ende März 1945 erhalten. Die überschaubare Runde von sechs Personen wurde durch Bürgermeister Jürgen Giehl, begleitet. Es war ihm sehr daran gelegen, zu erfahren wie sich die Besetzung der Ortschaft am 29. März 1945 zugetragen hatte und wie der amerikanische Vormarsch im Anschluss weiter geführt wurde.

Die militärische Lage

Das 26. US Infanterieregiment stieß im Verlauf des 28. März 1945 kaum auf nennenswerten Widerstand. Von einer durchgehenden Frontlinie konnte nirgends mehr gesprochen werden, die deutschen Versuche noch eine Verteidigungslinie südlich der Sieg zu errichten, scheiterten. Generalleutnant Hans-Kurt Höcker, Kommandeur der 59. Infanteriedivision, hielt in seinem Bericht zur Lage südlich des Flusslaufes fest, „dass kaum mehr als fünf Soldaten einen Kilometer Frontlinie verteidigen würden“, Gerhard Bongers, damals Leutnant und Regimentsadjutant im Grenadierregiment 1034 erwähnte, dass die Verbindung untereinander nicht unter 500 Metern lag, teilweise sogar weit darüber. Die 59. Infanteriedivision hatte zwar nicht Gebhardshain verteidigt, jedoch dürfte dieses Bild der Kräfteverhältnisse ähnlich gewesen sein. Die Wehrmachtsteile südlich der Sieg befanden sich auf der Flucht, so auch in Gebhardshain und Umgebung. Seit mehreren Stunden bewegten sich Massen von deutschen Soldaten in östliche und nordöstliche Richtung, weg vom Feind. Darunter waren auch etwa 20 Soldaten, die der ukrainischen Waffen-SS angehörten. Einige von diesen Soldaten hatte man bei Gebhardshain aufgefangen und den schnell folgenden Amerikanern entgegen geworfen.

Der amerikanische Vorstoß

Aus Richtung Ober-Mörsbach marschierte der I&R-Zug des 26. Infanterieregiments in Richtung Gebhardshain los. Zur gleichen Zeit kam es im Bereich zwischen Gebhardshain und Hommelsberg zu einem kurzen Gefecht, bei dem deutsche Soldaten und ein Panzer noch versuchten Widerstand zu leisten. Dieser Angriff kam erst gar nicht zum Tragen und wurde direkt im Keim erstickt, worauf die amerikanischen Kräfte weiter gegen Gebhardshain vorgingen, das noch vor Mittag erreicht wurde. Zuvor sprengten deutsche Soldaten unweit des Forsthauses eine größere Munitionsmenge um den Vormarsch zu behindern, danach schlug dem I&R-Platoon (Aufklärungszug) aus dem Forsthaus leichtes Feuer entgegen. Da sich in Steinebach noch deutsche Soldaten befanden, schwenkte der Zug auf Gebhardshain, um den Ort auszukundschaften und, wenn keine Feinde angetroffen würden, zu besetzen. Noch vor Erreichen des Ortsrandes wurden die Amerikaner entdeckt und mit heftigem Feuer aus Richtung Wolfsweg belegt. Hierbei wurden gleich drei amerikanische Soldaten getötet und weitere drei verwundet. Angesichts dieses nicht erwarteten Widerstands mussten sich die Amerikaner zurückziehen. Kurzes Artilleriefeuer wurde auf den Ortsrand gelegt und gleichzeitig trat die Charly-Kompanie über das Spielstück zum Angriff an und konnte wenig später in Gebhardshain eindringen, wobei noch zwei deutsche Soldaten im Ort und ein Soldat in der Nähe des Bahnhofes, wo letzte Schüsse fielen, getötet wurden. Gegen frühen Nachmittag war der Ort fest in amerikanischer Hand.

Die Eroberung von Gebhardshain - die Karte in der vollständigen Größe mit sämtlichen Eintragungen bleibt den Exkursionsteilnehmern vorbehalten.

Die Eroberung von Gebhardshain – die Karte in der vollständigen Größe mit sämtlichen Eintragungen bleibt den Exkursionsteilnehmern vorbehalten.

Sicherungsposten im Niemandsland

Nachdem Gebhardshain erobert war, schoben die Amerikaner Patrouillen vor und errichteten Sicherungsposten, sogenannte „Strongpoints“. Der erste wurde im Bereich des „Hümmerich“ eingerichtet. Hier gingen drei Halbkettenfahrzeuge und Infanterie in Stellung. Als man später am Abend aus Richtung Altenbrendebach Motorengeräusche hören konnte, sollte ein weiterer Posten im Bereich des „Steimel-Berges“ eingerichtet werden. Da die Wegeverbindung über den „Steimel-Berg“ einen deutschen Panzervorstoß auf Gebhardshain ermöglichte, wurde sofort befohlen, Infanterie mit Panzerabwehr am Steimel-Berg in Stellung zu bringen. Die Infanteristen marschierten los, verliefen sich jedoch in der Dunkelheit. In der Vermutung, den befohlenen Punkt erreicht zu haben, gingen sie bei Sonnenhof in Stellung. Mit zunehmendem Tageslicht zeigten sich immer wieder deutsche Soldaten, die alle kampflos in Gefangenschaft gingen. Trotzdem wurde der Fehler mit der falsch bezogenen Stellung erst bekannt, nachdem der eigene Nachschub mit Verpflegung den Weg von Oberhombach heraufkam und sich dadurch plötzlich vor der eigenen Linie zeigte. Da die Soldaten sich vorsichtig vor der Stellung bewegten, wurden sie gleich mit deutschen Soldaten verwechselt und unter Feuer genommen. Obwohl sie sich rechtzeitig in Deckung bringen konnten, eröffneten die Amerikaner am Sonnenhof immer wieder ihr Feuer und machten beinahe jede Bewegung unmöglich. Der Beschuss wurde erst eingestellt, nachdem sich einige der Nachschubsoldaten vom Feuer loslösen und Verbindung herstellen konnten. Es kam zwar niemand zu Schaden, aber warme Verpflegung gab es auch keine, da die Behälter zerschossen waren.

Blick aus der der deutschen Front in Richtung des amerikanischen Vormarsches. Aus dem gegenüberliegenden Wald marschierten amerikanische Soldaten den deutschen Stellungen entgegen und wurden unter Feuer genommen.

Blick aus der der deutschen Front in Richtung des amerikanischen Vormarsches. Aus dem gegenüberliegenden Wald marschierten amerikanische Soldaten den deutschen Stellungen entgegen und wurden unter Feuer genommen.

Bürgermeister Giebel besichtigt das, was einmal die deutsche Front ausgemachte. An dieser Stelle sollten weniger als 15 Mann den amerikanischen Vormarsch aufhalten. Sie begaben sich natürlich lieber in Gefangenschaft, als in den sicheren Tod.

Bürgermeister Giehl besichtigt das, was einmal die deutsche Front ausgemachte. An dieser Stelle sollten weniger als 15 Mann den amerikanischen Vormarsch aufhalten. Sie begaben sich natürlich lieber in Gefangenschaft, als in den sicheren Tod.