Diese Jahr noch zwei Exkursionen

Am 11. September 2021 werden wir die Exkursion “Kriegsende in Weitefeld” wiederholen. In den vergangenen Wochen gingen hierzu zahlreiche Anfragen bei der Kreisvolkshochschule Altenkirchen ein, weshalb wir uns dazu entschieden haben, die Exkursion ein weiteres mal anzubieten, damit diejenigen noch daran teilnehmen können, die zuletzt nicht das Glück hatten, da wir sehr schnell ausgebucht waren.  

Darüber hinaus hat mich Berno Neuhoff, Bürgermeister der Stadt Wissen, darum gebeten, ein weiteres Mal eine Exkursion auf den Spuren der Wissener Kriegsgeschichte vorzubereiten. Dieser Anfrage komme ich nur zu Gerne nach und habe eine komplett neue Exkursion geplant, welche den Sieg-Übergang der amerikanischen Verbände als den Anfang vom bevorstehenden Ende thematisiert. Unter dem Motto: “Es geschah hier!” können Sie sich während der Exkursion am 18. September 2021 ein Bild davon machen, wie sich die Gefechte während der letzten Kriegstage im Raum Wissen zugetragen haben – mit dieser spannenden Exkursion beenden wir für dieses Jahr die Themenreihe “Erinnern und Lernen”. 

1. Kriegsende in Weitefeld – Wiederholung der Veranstaltung vom 31.7. 

Am 25. März 1945 war die 1. US-Armee zum Ausbruch aus dem Brückenkopf von Remagen angetreten, am nächsten Tag eroberten sie Altenkirchen und stießen bis Hachenburg vor, damit waren die Linien der 15. deutschen Armee durchstoßen und ein fluchtartiger Rückzug in Richtung Sieg war die letzte Hoffnung, dem zahlenmäßig weit überlegenen Amerikanern noch einmal Einhalt zu gewähren. Während der Nacht zum 27. März rollten zahlreiche deutsche Fahrzeuge über Elkenroth durch Weitefeld.

Amerikanische Panzerspitzen standen im Wald bei Nauroth, wo sie die Nacht verbrachten. Mit Einbruch des Tageslichtes nahmen die Amerikaner ihre Angriffe wieder auf und besetzten Elkenroth, wo in buchstäblich letztem Augenblick eine deutsche Fahrzeugkolonne vor den einrückenden Amerikanern abzog.

Nach wenigen Salven, die von den Deutschen nicht erwidert wurden, setzten sich die Amerikaner in Bewegung, um gegen Weitefeld vorzugehen, wobei sie zunächst auf einen deutschen Panzer stießen, der seit dem Vorabend auf Kraftstoff wartete. Nach einer kurzen Schießerei gerieten die deutschen Soldaten in Gefangenschaft.

Als Weitefeld in Sichtweite geriet, setzte deutsches MG-Feuer ein, wodurch die amerikanische Infanterie runter von der Straße gezwungen wurde. Das (vor)letzte Kapitel für Weitefelds Kriegsgeschichte war damit angebrochen, indem die Amerikaner den Widerstand deutscher Grenadiere niederkämpfen mussten, die sich zur Verteidigung eingegraben hatten.

Diese Exkursion befasst sich mit den Gefechten, die sich vor und während der Einnahme des Ortes stattfanden und wird zudem über eine Panzersperre berichten, die tatsächlich noch den Feuerkampf aufgenommen hatte.

Wann:            11. September 2021            –          13.30 Uhr

Treffpunkt:    Parkplatz Jahnstraße, 57578  Elkenroth

Wegstrecke:  10 Kilometer

Dauer:            4 Stunden

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


2. Die Befreiung Wissens – über die Alte Poststraße nach Siegenthal

Remagen – Schicksalsbrücke der deutschen Rheinverteidigung

Am 7. März 1945 hatten amerikanische Verbände in Remagen den Rhein überschritten und einen Brückenkopf gebildet, obwohl die Brücke am 17. März einstürzte, brachte dieses keine Entlastung für die deutsche Truppe, da bereits mehrere Ponton-Brücken entstanden waren, über die frische Truppen und Nachschub auf das Ostufer gelangten. Seit dem 19. März war der Altenkirchener Volkssturm bei Neustadt an der Wied eingesetzt und musste blutige Verluste hinnehmen, während die Amerikaner ihre Angriffe stetig ausweiteten und die Vorbereitungen zum Ausbruch aus dem Brückenkopf auf Hochtouren anliefen.

Mit dem 25. März wurde der Kreis Altenkirchen vollends in die Kampfhandlungen eingebunden, die 1. US-Armee war mit der 3. US-Panzerdivision an der Spitze zum Ausbruch aus dem Brückenkopf angetreten, Altenkirchen wurde am Nachmittag des 26. März erobert und nachdem die Panzerspitzen über Hachenburg hinweg waren, standen ihnen keine schlagkräftigen deutschen Verbände mehr im Weg; der Durchbruch durch die Linien der 15. deutschen Armee war damit besiegelt. Auf deutscher Seite galt jetzt: „Rette sich wer kann!“ – Während die Verbände der 1. US-Armee unaufhaltbar in östliche Richtung rollten, begann deren Flankensicherung ab dem 28. März damit, in Richtung Sieg aufzuklären und diese Bereiche von deutschen Truppen zu bereinigen, die ihrerseits damit beschäftigt waren, selbst noch eigene Brückenköpfe südlich der Sieg offen zu halten, um dadurch sich absetzenden Soldaten die Flucht auf das Nordufer der Sieg zu ermöglichen.

Ab dem 29. März gingen amerikanische Einheiten gegen diese Brückenköpfe vor und der Bodenkampf gelangte dadurch unmittelbar in das Wisserland. Die ersten beiden Vorstöße gegen Wissen konnten zwar abgewiesen werden, wobei der Amerikaner bei Nisterbrück gleich mehrere Fahrzeuge und bei Köttinger Höhe einen Sherman-Panzer verlor. Der Krieg war damit in Wissen angelangt, das durch die Amerikaner als Basis für einen eigenen Brückenkopf ausgewählt worden war, somit überquerten sie am 31. März bei Frankenthal die Sieg. Anfang April wurde das gesamte Ruhrgebiet eingeschlossen, wodurch es zur Bildung des so genannten Ruhrkessels kam, in dem sie die Reste der Heeresgruppe B einschlossen, der die Truppen der 5. Panzerarmee und der 15. Armee angehörten – zusammen rund 325.000 Soldaten. Die Sieg war auf ihrer gesamten Länge zur Frontlinie dieses Kessels geworden. Am frühen Morgen des 6. April 1945 setzen die Amerikaner nach Artillerievorbereitung zum Großangriff aus ihren Brückenköpfen zum Angriff an.

Diese Exkursion startet in Frankenthal und folgt den Wegen der amerikanischen Infanterie, die im Bereich der damaligen Zwangsarbeiter-Lager in erste Infanteriekämpfe verwickelt wurden und führt über den Kucksberg nach Siegenthal, von dort zurück zum Startpunkt.

Grenadiere der 363. Volksgrenadier-Division sind bei Hagdorn in Bereitstellung vor einem eigenen Gegenangriff gegen den amerikanischen Brückenkopf in der Brückhöfe.

Grenadiere der 363. Volksgrenadier-Division sind bei Hagdorn in Bereitstellung vor einem eigenen Gegenangriff gegen den amerikanischen Brückenkopf in der Brückhöfe.

Wann:            18. September 2021            –          14.00 Uhr

Treffpunkt:    57537 Wissen
Wanderparkplatz B62 gegenüber Abzweig Bornscheidstraße vor Ortseingang aus Fahrtrichtung Siegen 

Wegstrecke:  ca. 6,5 Kilometer

Dauer:            4 Stunden

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de

 

Ralf Anton Schäfer
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