Es ist wieder so weit… Termine für die neuen Exkursionen stehen fest

Das geduldige Warten hat endlich ein Ende gefunden. Mit den stark gesunkenen Corona-Inzidenzzahlen sind wir wieder in der Lage unsere Exkursionen anzubieten.  Natürlich geht das auch weiterhin nicht ohne die Einhaltung von gewissen Regeln, die einem jeden bereits bekannt sein sollten, aber trotzdem hier im folgenden noch einmal kommuniziert werden sollen.

1. Gruppengröße

Da die neue Landesverordnung (LV) einige Spielräume in der Größe und Zusammenstellung (geimpft oder nicht geimpft) der Teilnehmergruppe zulässt, haben wir uns dazu entschlossen eine maximale Größe von 20 Teilnehmern zu ermöglichen. Obgleich die LV vorsieht, geimpfte und genesene Personen nicht mitzuzählen, wird die Obergrenze von 20 Teilnehmern trotzdem bestand haben, selbst wenn die Zahlen sich weiter positiv entwickeln sollten. Mehr als 20 Teilnehmer sind grundsätzlich nicht förderlich für den störungsfreien Ablauf der Exkursion.

Steigen die Inzidenzen auf mehr als 50 innerhalb von 7 Tagen, werden NICHT GEIMPFTE Personen auf maximal 5 Teilnehmer begrenzt sein, wobei die Gruppengröße incl. geimpfter Personen einer maximalen Grenze von 15 Teilnehmern unterliegt. 

Inzidenz unter 50 >>>> 20 Teilnehmer
 Inzidenz über 50 >>>> 15 Teilnehmer 

Die Nachweisführung über die Impfung liegt bei Ihnen und MUSS erbracht werden vor Beginn der Exkursion.

2. Abstandsregelung und Maskenpflicht

Der Abstand der Teilnehmer von 1,5 Metern verringert das Ansteckungsrisiko und ist daher auch im Freien wichtig und einzuhalten. Gehören Sie einer Risikogruppe an, haben Sie selbstständig dafür Sorge tragen, während der Dauer der Exkursion einen adäquaten Mund- und Nasenschutz zu tragen. Damit schützen sie sich und andere!

Bitte beachten Sie, dass wir uns stets an den durch das Land vorgegebenen Regeln orientieren und diese gegebenenfalls entsprechend aktualisieren.

3. Kontakterfassung

Als Veranstalter unterliegen wir der Erfassung Ihrer Kontaktdaten. Um diese möglichst ungezwungen in einer Teilnehmerliste zu erfassen, die am Tag der Exkursion auf Anwesenheit abgearbeitet wird, ist es ratsam wenn Sie sich rechtzeitig vor der Exkursion anmelden. Wenn Sie sich kurzfristig entscheiden, an einer der Exkursionen teilzunehmen, müssen wir Sie bitten, den Datenbogen zur Kontaktverfolgung ausgefüllt mitzubringen. Das PDF-Dokument kann am PC ausgefüllt werden.

➢ Teilnahmeverbot

Personen, die in Kontakt zu einer infizierten Person stehen oder standen, wenn seit dem Kontakt mit einer infizierten Person weniger als 14 Tage vergangen sind, oder die Symptome eines Atemwegsinfekts bzw. erhöhte Temperatur aufweisen, dürfen an unseren Exkursionen nicht teilnehmen!


Nun aber zu den Exkursionen. Natürlich haben ich die vergangene Zeit auch nicht untätig dagesessen, sondern versuche ich derzeit das eine oder andere Projekt zum Abschluss zu bringen. Im Moment ist es die Divisionsgeschichte der 62. Infanterie- und Volksgrenadier Division. Mit der Geschichte dieses Truppenverbandes bin ich ganz besonders eng verbunden und habe aus deren Regimentern auch einen sehr großen Teil der deutschen Veteranen kennengelernt – einige davon waren Teilnehmer Kämpfe in der Endphase des Zweiten Weltkrieges. Ferdinand Kempe war einer dieser schlesischen Soldaten. Ich schrieb Kempe Anfang der 1990er Jahre an und wollte von ihm erzählt bekommen, wie er die Kämpfe Anfang April 1945 an der Sieg erlebt hatte. Seine Antwort war ernüchternd: “Das was sie so genau suchen, da war ich schon nicht mehr dabei!” Kempe ist am 26.3.1945 in Gefangenschaft geraten, die Kämpfe der 62. VGD an der Sieg fanden im April statt. Mit einigen der Gefechte ab dem 22. März 1945, an denen auch die 62.- und die benachbarte 363. VGD teilgenommen haben, wird sich unsere erste Exkursion befassen.


1. Blutige Nahkämpfe zwischen dem Hanfbach und Uckerath

Nachdem amerikanische Truppen am 7. März 1945 in Remagen über den Rhein gegangen sind, konnten sie trotz heftiger deutscher Gegenwehr ihren Brückenkopf stetig ausbauen. Am 21. März erreichte die 78. US-Infanteriedivision (US-ID) zwischen Meindorf und Niederpleis die Sieg und bereitete sich darauf vor, ihre Angriffe über Buisdorf in Richtung Hennef auszuweiten. Zeitgleich hatte die 1. US-ID die Linie Rott – Söven – Kurscheid – Bennerscheid erreicht. Südöstlich davon schloss die 104. US-ID an, die ab dem 22. März in die Kampfhandlungen eingebunden wurde.

In den frühen Morgenstunden zum 22. März läuteten die 1. und 78. US-ID mit einem Feuerschlag ihrer Artillerie den Angriff gegen die noch westlich des Hanfbachtals stehenden deutschen Einheiten ein. Die amerikanischen Divisionen hatten Befehl bis über den Hanfbach hinweg zu stoßen und das jenseitige beherrschende Höhengelände zu erobern. Dabei stießen sie auf die Reste der 62.- und 363. Volksgrenadier Division (VGD), sowie der 3. Panzergrenadier Division.

Nach verlustreichen Gefechten konnte der Hanfbach erreicht und an einigen Stellen überschritten werden. Am Abend des 24. März 1945 notiert das Kriegstagebuch der 1. US-ID, das Kämpfe durchzustehen waren, die in ihrer Härte denen in der Normandie in nichts nachstanden.

Diese Exkursion wird über eine Strecke von knapp mehr als 10 Kilometern in Uckerath-Lichtenberg starten und besonders den Abwehrkampf aus deutscher Sicht beleuchten, wobei ein Schwerpunkt auf Nahkampftage einiger deutschen Soldaten geworfen wird.

Ein Nahkampftag war nach den Kriterien zur Verleihung der Nahkampfspange eine Kampfhandlung, bei denen die Teilnehmer „das Weiße im Auge des Feindes“ erkennen und unter Einsatz von Nahkampfwaffen den Kampf Mann gegen Mann führten. Bierth und Striefen waren nur zwei Orte, an denen es während der letzten Kriegswochen zu solchen Auseinandersetzungen gekommen ist.

Wann:            3. Juli 2021    –           13.30 Uhr

Wo:                 Lichtenbergstraße 12, 53773 Hennef (Sieg)

Wegstrecke:   10 Kilometer

Dauer:           Ca. 4 Stunden

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


2. Kämpfe um Altenkirchen

Nachdem am 25. März 1945 die 1. US-Armee aus dem Brückenkopf von Remagen ausbrach, gelangte der Zweite Weltkrieg schließlich unmittelbar auf den Boden des Kreises Altenkirchen. Während die deutsche Abwehr zwar noch kleinere Erfolge erzielen konnte, wie z.B. durch die hastig errichtete PaK-Linie bei Hasselbach, wo die amerikanischen Panzerspitzen unter Verlusten zum Stillstand gebracht werden konnten, zeichnete sich der finale Zusammenbruch unabwendbar ab und riss dabei noch zahllose Menschenleben mit sich.

General Courtney H. Hodges, kommandierender General der 1. US-Armee, hielt in seinem Tagebuch fest:

„…Mindestens vier Gegenangriffe wurden abgewehrt, aber in der späten Nacht ließ der deutsche Widerstand etwas nach. General Rose, Kommandeur der 3. US-Panzerdivision, gibt eine Stellungsname dazu ab, warum er nicht wie erwartet, mindestens 30 Kilometer vorgestoßen ist. Rose berichtet, dass jedes Mal, wenn seine Truppen durchbrechen wollten, sich alle verfügbaren deutschen Panzer ihm in den Weg gestellt hätten.“

Erst nach dem am 26. März der deutsche Widerstand bei Hasselbach niedergekämpft war, konnten die Amerikaner ihren Angriff in Richtung Altenkirchen wieder aufnehmen, das am Nachmittag gegen geringen Widerstand erobert werden konnte. Obgleich nur geringer Widerstand geleistet wurde, standen hinter jedem Gefallenen, Verwundeten oder in Gefangenschaft geratenen Soldaten weitreichende Tragödien und Schicksale, über die wir während dieser Wanderung von etwa 10 Kilometern berichten werden.

Wann:            17. Juli 2021  –           13.30 Uhr

Wo:                 Parkplatz am Kirchweg, 57610 Almersbach

Wegstrecke:   10 Kilometer

Dauer:           Ca. 4 Stunden

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de

 


3. Kriegsende in Weitefeld

Am 25. März 1945 war die 1. US-Armee zum Ausbruch aus dem Brückenkopf von Remagen angetreten, am nächsten Tag eroberten sie Altenkirchen und stießen bis Hachenburg vor, damit waren die Linien der 15. deutschen Armee durchstoßen und ein fluchtartiger Rückzug in Richtung Sieg war die letzte Hoffnung, dem zahlenmäßig weit überlegenen Amerikanern noch einmal Einhalt zu gewähren. Während der Nacht zum 27. März rollten zahlreiche deutsche Fahrzeuge über Elkenroth durch Weitefeld.

Amerikanische Panzerspitzen standen im Wald bei Nauroth, wo sie die Nacht verbrachten. Mit Einbruch des Tageslichtes nahmen die Amerikaner ihre Angriffe wieder auf und besetzten Elkenroth, wo in buchstäblich letztem Augenblick eine deutsche Fahrzeugkolonne vor den einrückenden Amerikanern abzog.

Nach wenigen Salven, die von den Deutschen nicht erwidert wurden, setzten sich die Amerikaner in Bewegung, um gegen Weitefeld vorzugehen, wobei sie zunächst auf einen deutschen Panzer stießen, der seit dem Vorabend auf Kraftstoff wartete. Nach einer kurzen Schießerei gerieten die deutschen Soldaten in Gefangenschaft.

Als Weitefeld in Sichtweite geriet, setzte deutsches MG-Feuer ein, wodurch die amerikanische Infanterie runter von der Straße gezwungen wurde. Das (vor)letzte Kapitel für Weitefelds Kriegsgeschichte war damit angebrochen, indem die Amerikaner den Widerstand deutscher Grenadiere niederkämpfen mussten, die sich zur Verteidigung eingegraben hatten.

Diese Exkursion befasst sich mit den Gefechten, die sich vor und während der Einnahme des Ortes stattfanden und wird zudem über eine Panzersperre berichten, die tatsächlich noch den Feuerkampf aufgenommen hatte.

Wann:            31. Juli 2021            –          13.30 Uhr

Treffpunkt:    Parkplatz Jahnstraße, 57578  Elkenroth

Wegstrecke:  10 Kilometer

Dauer:            4 Stunden

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


4. Bildung und Kampf um den Molzberg

Während die 1. US-Armee aus dem Brückenkopf von Remagen ausgebrochen und weit nach Osten vorstoßen konnte, setzte nördlich des Ruhrgebietes die 9. US-Armee über den Rhein, und hatte ihrerseits begonnen, das gesamte Ruhrgebiet in einer gemeinsamen groß angelegten Zangenoperation zu umfassen und die gesamte Heeresgruppe B unter Generalfeldmarschall Model in einem riesigen Kessel einzuschließen. Die Sieg bildete dabei die Südfront dieses Kessels.

Ende März erhielt die 8. US-Infanteriedivision Befehl, die letzten deutschen Brückenköpfe südlich der Sieg zu zerschlagen und über den Fluss zu setzen, um selbst Brückenköpfe zu bilden, die als Basis dienen sollten, die im Ruhrkessel eingeschlossenen deutschen Verbände zu zerschlagen. In Betzdorf hatten Teile der 59. Infanteriedivision Stellung bezogen, mit dem Befehl, die Amerikaner am Überqueren der Sieg zu hindern, was gleich im Ansatz misslang. Als das 28. US-Infanterieregiment sich in Hohen-Betzdorf festsetzte und den Molzberg erreichte, kam es zu schweren Gefechten, die erst mit dem Ausbruch aus diesem Brückenkopf am 6. April 1945 ihr Ende fanden. Nach Vorbereitung durch die Artillerie waren die amerikanischen Verbände zum Großangriff aus den zuvor gebildeten Brückenköpfen nördlich der Sieg angetreten um in den Kessel einzudringen und sämtlichen deutschen Widerstand zu zerschlagen.

Helmut Hecht, der als deutscher Offizier das Ende auf dem Molzberg erlebte, schrieb 1995: „… nach all den Anstrengungen hatte das jetzt plötzlich sein Ende gefunden? Hoffentlich war die Wehrmacht wirklich geschlagen!“ Hecht flüchtete durch die amerikanischen Linien in seine Heimat. Das Kriegsende konnte er bis zu seinem Tode nicht vergessen – nicht wegen der Politik des Dritten Reiches, sondern „DAFÜR waren viele meiner Freunde gestorben?“

Wir werden während dieser Exkursion zum Teil noch gut erhaltene Frontstellungen der letzten Kriegstage entdecken und über die Kampfhandlungen dieser Tage informieren.

Wann:            14. August 2021      –          13.30 Uhr

Treffpunkt:    Parkplatz unterhalb Flippolino, Auf dem Molzberg, 57548 Kirchen

Wegstrecke:  etwa 6,5 Kilometer

Dauer:            3,5 Stunden

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


5. Gefechte am Hellbachskopf – der Giebelwald als Frontgebiet

Nachdem die Amerikaner am 25. März 1945 aus dem Brückenkopf von Remagen ausgebrochen waren und das Ruhrgebiet in einer groß angelegten Zangenoperation umfassten, wurde die gesamte Heeresgruppe B in diesem Kessel eingeschlossen. Bereits Ende des Monats ging die 8. US-ID gegen die Sieg vor, überschritt den Fluss und bildete mehrere Brückenköpfe.

Einer dieser Brückenköpfe befand sich bei Kirchen, von wo die Amerikaner über Grindel-Brühlhof nach Freusburg ansetzten. Nachdem Freusburg eingenommen war, verstrickten sich die amerikanischen Kräfte auf dem großläufigen Giebelwald in heftige Waldgefechte, die bis zum 8. April 1945 andauerten.

Unsere Exkursion wird durch das damalige Frontgebiet führen und folgt dabei den Wegen des 28. US-Infanterieregimentes und wird dabei auch das Schicksal mehrerer auf dem Giebelwald gefallener deutscher und amerikanischer Soldaten beleuchten.

Wann:            28. August 2021      –          13.30 Uhr

Treffpunkt:    In der Burbach, 57548 Kirchen

Wegstrecke:  etwa 8,5 Kilometer

Dauer:            4 Stunden

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de

Ralf Anton Schäfer
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