75 Jahre Kriegsende – Exkursionen auf den Spuren des Kriegsendes 1945

Nachdem amerikanische Kräfte Anfang März 1945 die Brücke von Remagen eroberten und den Rhein überquerten, wo sie auf dem Ostufer einen Brückenkopf errichteten, war das unmittelbar bevorstehende Ende des Zweiten Weltkriegs gemeinhin absehbar. Da die nationalsozialistische Ideologie aber einen Kampf bis zum letzten Mann vorsah und Hitler dies als Oberster Befehlshaber  des Heeres mit allen Mitteln durchsetzte, wurde eiligst wieder ein neuer Frontabschnitt, diesmal auf der östlichen Seite des Rheins gebildet. Hier fanden nun äußerst hartnäckige Kampfhandlungen statt, doch sämtliche deutsche Versuche, den Brückenkopf zu zerschlagen, schlugen fehl. Am 25. März traten die weit überlegeneren Kräfte der 1.US-Armee zum Ausbruch aus dem Brückenkopf von Remagen an. Hiernach fegte die Front unaufhaltsam direkt über den Boden des Kreises Altenkirchen hinweg und hinterließ Tod und Zerstörung.

Erst am 8. Mai 1945 wurden nach jahrelangem Ringen endlich die Waffen gestreckt und die Generäle unterzeichneten die Urkunden für eine bedingungslose Kapitulation. Hitler ist zu jenem Zeitpunkt bereits tot; durch Suizid hat er sich der Verantwortung entzogen. Weltweit hat der Zweite Weltkrieg mehr als 60 Millionen Menschenleben gefordert.

Im letzten Kriegsjahr waren es so viele tote deutsche Soldaten wie in den fünf Jahren zuvor. Ein deutliches Zeichen für die Sinnlosigkeit des auf Gedeih und Verderb fortgeführten Krieges.

Allein im Bereich des Kreises Altenkirchen haben die Wirren der letzten Kriegswochen im März und April 1945 rund 2000 Menschenleben auf beiden Seiten gefordert.

Um an diese schrecklichen Ereignisse von März und April 1945 zu erinnern, haben wir uns dazu entschlossen, durch erneute Veranstaltungen zu informieren und zu mahnen, da es in unserer Verantwortung liegt, dass das Geschehene nicht in Vergessenheit gerät.

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Scherl:
Schwere Infanteriegeschütze im Wald von Hürtgen bei der Abwehr eines der zahllosen nordamerikanischen Angriffe
Bildquelle: Bundesarchiv, Bild 183-J28303 / CC-BY-SA 3.0 PK-Kriegsberichter Jäger

Am historischen Datum des 7. März 2020 werden wir die diesjährige Exkursionsreihe mit einer Tagesfahrt ins Friedensmuseum Hürtgenwald inkl. Museumsbesuch und Führung eröffnen.


Es wird eine Teilnahmegebühr in Höhe von 5 Euro erhoben

Um zeitnahe Anmeldung zu den Exkursionen wird gebeten.



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1 – blutige Katastrophe im Hürtgenwald

„It´s been a bloody Desaster!“ <> „Es war eine blutige Katastrophe!“

Zwei Menschen zweier Nationen erzählten mir einst eine Geschichte mit sich teilweise überschneidenden Inhalten. Einer der beiden war einmal ein Nachbar von mir und wohnte von meinem Elternhaus nur einen Steinwurf weit entfernt. Konrad ist damals freiwillig Soldat geworden; damals war im September 1944. Der Amerikaner war ein paar Monate zuvor in der Normandie gelandet, wo der Vater an der Front stand und von dem es seit einiger Zeit kein einziges Lebenszeichen mehr gegeben hatte. Die Mutter mit all ihren Sorgen und der Verzweiflung allein, dem Nervenzusammenbruch nahe, war nicht dazu in der Lage, den Sohn aufzuhalten.

Zur Waffen-SS wollte er, in der Truppe diente der Vater bereits. Allerdings fand sich Konrad kurz darauf in der Wehrmacht wieder. Und er war nicht allein, denn mit ihm war ein Freund, der 18-jährige Dieter Schulte aus Betzdorf, zum Dienst an der Waffe angetreten. Es folgte eine kurze Grundausbildung in Köln, wo sich vier ehemalige Kameraden aus der Zeit beim Reichsarbeitsdienst wieder trafen. Mit Ende der Ausbildung wurde die Pionierkompanie an die Front in Marsch gesetzt, und „ohne Umwege wurden die Lämmer zur Schlachtbank geführt“.

Die Kompanie „der Lämmer“ bestand aus knapp 125 Mann. Gleich am Tag nach dem Eintreffen kam es zur Feuertaufe. Konrad erzählte: „Hätte ich das schlimmste Krepieren nicht mit eigenen Augen erlebt, würde ich heute sagen: zu solch einer barbarische Grausamkeit kann doch kein Mensch in der Lage sein! Die ganze Angelegenheit war eine blutige Katastrophe!“ Bereits am zweiten Tag wurde der Dieter Schulte so schwer verletzt worden, dass er in ein Armeelazarett bei Neuwied verlegt wurde. Er ist im Dezember 1944 an den Folgen der Verwundung im Andernacher Armeelazarett verstorben. Weitere zwei Wochen später kam es zur Zerschlagung der Kompanie. Konrad geriet in amerikanische Gefangenschaft, doch das Schicksal der beiden anderen Jungs ist bis heute ungeklärt. Entweder liegen ihre Gebeine noch immer irgendwo verscharrt in den Wäldern um Hürtgen oder aber sie finden sich heute unter den zahlreichen „Unbekannten Soldaten“ auf einer der Kriegsgräberstätten in der Region.

Wir möchten mit unserem Besuch im „Friedensmuseum Hürtgenwald 1944“ an die Gefallenen und Vermissten beider Seiten erinnern. Am Vormittag besuchen wir die Kriegsgräberstätte, nach dem Mittagsessen wird ein Besuch durch das Museum inkl. des Sanitätsbunkers durch eine fachkundige Führung stattfinden.

Achtung: Die Teilnehmergebühr für die Tagesfahrt beläuft sich auf 29,- Euro.

Wann: Samstag, 7. März 2020
Treffpunkt: Parkplatz Zum Weyerdamm, 57610 Altenkirchen
Sammeln ab 8.15 Uhr-
Abfahrt ca. 9.00 Uhr

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


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2 – Kämpfe zwischen Kircheib und Mehren

Am 7. März konnten amerikanische Soldaten bei Remagen den Rhein überquere und einen ersten Brückenkopf auf dem Ostufer des Flusses bilden. Die deutsche Führung versuchte mit allem was zur Verfügung stand, diesen Stützpunkt zu zerschlagen, mussten aber angesichts der großen Überlegenheit alsbald zum hinhaltenden Widerstand übergehen. Selbst als am 17. März die Ludendorff-Brücke unter ihrer Last einstürzte, brachte dieses keine Vergünstigung für die deutschen Soldaten. Wenig später hatte die amerikanische 1. Armee weitere Panzer- und Infanterieeinheiten in den Brückenkopf verlegt und drängten entlang sämtlicher Abschnitte stark gegen die Front der 15. deutschen Armee. Am 24. März zerschlug die 78. US Infanteriedivision (US-ID) einen strategisch wichtigen Stützpunkt bei Menden, während die 1. US-ID das zur Festung erklärte Uckerath angriff, die Kampfhandlungen dauerten bis zum nächsten Morgen. Im Bereich der 104. US. Infanteriedivision wurde der Raum um Eudenbach zum Schauplatz heftiger Gefechte. Während dieser Kampfhandlungen bezogen die Einheiten der 3. US-Panzerdivision ihre Bereitstellungen, um von hier aus in der frühe des nächsten Tages zum finalen Schlag anzutreten: Der Ausbruch aus dem Brückenkopf stand unmittelbar bevor. Obwohl Altenkirchen als Tagesziel gegolten hatte, erreichten die amerikanischen Panzerspitzen bis zum Abend nur den Raum um Rettersen, eine verstärkte Infanterieeinheit der 104. US-ID stieß bis nach Mehren vor. Über das dortige Gefecht notierte der damalige Kommandeur: „die Männer erstürmten die Mehrbachbrücke unter Hurrageschrei und konnten die Brücke unter geringen eigenen Verlusten unbeschädigt erobern!“

Diese Exkursion wird sich mit den Ereignissen des 25. März 1945 beschäftigen und führt während einer knapp 9,5 Kilometer langen Wanderung vom Friedhof Kircheib über Eckenbach – Fiersbach – zur Kriegsgräberstätte Mehren – in Richtung Maulsbach und dann zurück zum Startpunkt. Hierbei folgen wir teils den Wegen des 414. US-IR, welches der 3. US-PD unterstellt war.

Wann: (So., der 22.03.2020, 14.30 Uhr) wegen Corona vorerst verschoben.
eine später stattfindende Durchführung wird zum entsprechenden Zeitpunkt hier verkündet.

Treffpunkt:        Friedhof in Kircheib
B8 aus Rtg. Altenkirchen kommen am Ortseingang
Kircheib,
57612 Eichelhardt

Wegstrecke: ca. 9,5 Kilometer

Dauer: Etwa 4 1/2 Stunden

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


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3 – Film-Vortrag 75 Jahre Kriegsende

Das Kriegsende liegt 75 Jahre zurück; bedeutend länger als manches Menschenleben. Schaut man auf die Ereignisse der Kriegstage im März und April 1945, sieht man, dass der Tod allgegenwärtig war. Selbst heute ist Frieden nur ein Wort, für das es keine Garantien gibt. Darum liegt es an uns, dass wir uns mit aller Kraft dafür einsetzen, ein erneutes gegenseitiges Töten zu verhindern.

Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges sind die Menschen vieler Orte zu den Fahnen gelaufen, manche haben gehofft und gedacht, alles würde ein schnelles Ende haben. Trotzdem kam es anders. Nach den Blitzkriegen gegen Polen und Frankreich setzte ein zermürbender und alles auslöschender Krieg ein, der seine Spuren in nahezu jeder Familie hinterlassen hat. Als das sechste Kriegsjahr begonnen hatte, in dem mittlerweile halbe Kinder neben altgedienten Soldaten und ihren Vätern in den Krieg gezogen waren, stand der Exitus des Dritten Reiches bereits unmittelbar vor den Grenzen des Landes. Hitler hatte eine Todesmaschine in Gang gesetzt, die ihre Saat im März und April 1945 im Kreis Altenkirchen ausbrachte und zur letzten tödlichen Ernte angesetzt hatte.

Am 25. März 1945 gelangten erstmalig direkte Kampfhandlungen auf das Gebiet des Kreises Altenkirchen, die bis zum 9. April andauern sollten. An diesem 9. April fanden bei Bahnhof Wildenburg und südöstlich Wildberger Hütte letzte Gefechte statt, die gleich mehrere Gefallene forderten. Innerhalb der kurzen Zeitspanne vom 25.3 bis einschließlich den 9.4. sind zahlreiche Soldaten beider Seiten gefallen. Zudem machten Bomben und Granaten keinen Unterschied zwischen Freund oder Feind, Soldat oder Zivilist, Frau oder Kind. Hiervon zeugen heute die zahlreichen Kriegsgräberstätten, die sich in der Region finden. Auf ihnen haben 1409 Tote der Kriegswirren ihre letzte Ruhestätte gefunden. In den amerikanischen Verbänden verloren wenigstens 500 bis 600 Soldaten ihr Leben. Die meisten dieser Toten fanden in Margraten in den Niederlanden ihre letzte Ruhestätte.

Während dieses Vortrages führen wir einen ca. 45 Minuten langen Film vor, stellen diverse Relikte aus den letzten Kriegstagen vor und geben Ihnen selbst die Möglichkeit, Fragen zu den Ereignissen der letzten Kriegswochen zu stellen.

Wann: Sonntag, 29. März 2020 – 15.00 Uhr, wegen Corona vorerst verschoben.
eine später stattfindende Durchführung wird zum entsprechenden Zeitpunkt hier verkündet.

Treffpunkt:        Kreisvolkshochschule Altenkirchen

                           Rathausstraße 12,  57610 Altenkirchen

Dauer: Etwa 2 Stunden

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


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4 – Die Gefallenen vom „Hähner Berch“

Am Morgen des 25. März setzen sich die amerikanischen Angriffsspitzen in Bewegung. Hier und dort wurden sie aufgehalten durch bislang unentdeckte Minenfelder. Als der Angriff endlich ins Rollen kam, war die schwache Verteidigungslinie der 15. deutschen Armee alarmiert, an verschiedenen Orten waren sie sogar zu kleineren Gegenangriffen angetreten. Während dessen setzte die mittlere Stoßgruppe der Amerikaner über Asbach auf den Mehrbach-Abschnitt an, der zur Front werden sollte.

Nachdem Asbach unter dem starken amerikanischen Druck nicht weiter zu verteidigen war, setzten sich die Reste der 9. Panzerdivision und der 3. Panzergrenadier Division in östliche Richtung ab. Noch während sich erste Sherman-Panzer Schöneberg näherte, wurden bei Diefenau zwei deutsche Panzer betankt, damit diese nicht dem Amerikaner in die Hände fielen. Etwa zur gleichen Zeit war ein kleines Stück weiter nördlich der Aufbau einer Sicherungslinie angelaufen: zwischen Sessenhausen, Krumscheid und Kapaunsmühle sollte, angelehnt an mehrere Stützpunkte, der amerikanische Vormarsch verzögert werden. Ein Kriegsgericht, das an der Kapelle zu Niedermühlen tagte, hatte indirekten Anteil am Verlauf der späteren Gefechte, denn zu groß war die Angst in letzter Stunde durch die Eigenen hingerichtet zu werden.

Als sich die amerikanischen Kräfte über Wester und Krumbachsmühle näherten, entwickelte sich ein Gefecht, das sich im weiteren Verlauf bis in den Wald zwischen Kescheid, Mehren und Hahn verlagerte. Bereits während links und rechts vorgehende, eigenen Einheiten den Bereich mittlerweile weit hinter sich gelassen hatte, peitschten bis in den späten Abend immer wieder Schüsse auf und zeigten an, das sich in den Wäldern noch zahlreiche versprengte deutsche Soldaten befanden. Erst nachdem sich die Kampfhandlungen während der späten Abendstunden zum 26. März nach und nach auflösten, kehrte wieder Frieden in den Wäldern ein. Zahlreiche Gefallene lagen verstreut in dem Waldgebiet, darunter auch Angehörige des Altenkirchener Volksturmes. 1947, der Krieg war bereits seit 2 Jahren zu Ende, wurde eine Suche nach einem vermissten deutschen Soldaten aufgenommen, zu dem auch das eingesetzte Sprengkommando zu Rate gezogen wurde.

Wann: Samstag, 4. April 2020 – 14.30 Uhr wegen Corona vorerst verschoben.
eine später stattfindende Durchführung wird zum entsprechenden Zeitpunkt hier verkündet

Treffpunkt: Kapelle zu Niedermühlen

Zur Wallfahrtskapelle 4

53567 Asbach

Wegstrecke: ca. 10 Kilometer

Dauer: Etwa 4 – 5 Stunden

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email

kvhs@kreis-ak.de


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5 – Kampf um die Autobahn zwischen Hombach und Willroth

Nachdem am 25. März 1945 die amerikanischen Verbände zum Ausbruch aus dem Brückenkopf von Remagen angetreten waren, war es ihnen nicht möglich, das Tagesziel „Altenkirchen“ am gleichen Tag zu erreichen, erst am Nachmittag des 26. fiel die Kreisstadt gegen geringe Gegenwehr in amerikanische Hand und die Verbände konnten bis Hachenburg vorstoßen. Zur gleichen Zeit setzte die 1. US-Infanteriedivision an, um die Bereiche zur Sieg hin von verbliebenen Resteinheiten zu säubern und marschierte bis Eitorf vor. Die Lage der Ausbruchskräfte im nördlichen Bereich der Brückenkopf-Front war damit klar.

Im südlichen Bereich des Brückenkopfes war die 7. US-Panzerdivision bei Vettelschoß zum Angriff angetreten und konnte bis nach Ailertchen, Obertiefenbach und Montabauer gelangen, wo Kontakt zur 9. US-PD hergestellt werden konnte. Während die Fronten fast überall unter dem amerikanischen Druck schnell in sich zusammenbrachen, hatte hauptsächlich nur die 9. US-ID hier und dort mit ernstzunehmendem Widerstand zu kämpfen.

Nachdem die Division mit ihrem rechten Flügel bis Puderbach vorgestoßen war und dort den Holzbach überschritten hatte, konnten Mündersbach und Herschbach besetzt werden. Einzig im Bereich des 60. US-Infanterieregiment stieß man seit dem Morgen immer wieder auf organisierte Gegenwehr. Der Bereich der Reichsautobahn zwischen Willroth und Hombach wurde Reste der abgekämpften 272. Volksgrenadier Division verteidigt, die sich jedoch verbissen zur Wehr setzten. Zwei Kampfgruppen, geführt von den Hauptmännern Walter Loch und , am Morgen in Krunkel aufgestellt, hatten sich den vorstoßenden Amerikanern in den Weg gestellt und stellten erst nach heftigen Gefechten den Kampf ein, so das der weitere Vorstoß bis Horhausen vorgetragen werden.

Wann: Samstag, 18. April 2020 – 14.30 Uhr, wegen Corona vorerst verschoben.
eine später stattfindende Durchführung wird zum entsprechenden Zeitpunkt hier verkündet

Auf der Burg 4

56593 Krunkel

Dauer: Etwa 4 Stunden

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


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6 – Waldkämpfe zwischen Obersteinebach und Peterslahr

Diese Exkursion knüpft an die Ereignisse der letzten Veranstaltung an und schildert im Schwerpunkt die Gefechte zwischen den Resten der deutschen Kampfgruppe unter Hauptmann Walter Loch und dem 2. Bataillon des 60. US-Infanterieregiment. Nachdem das US-Regiment den Durchbruch durch die Sicherungslinie entlang der Autobahn erzwungen hatten und Hombach gefallen war, wurde das II. Bataillon eingeschoben und zum Angriff auf die heftig verteidigten Orte Krunkel und Eppgert angesetzt. Erst nachdem der Widerstand gegen etwa 18 Uhr gebrochen war, konnten die Soldaten über Obersteinebach und Heiderhof in den Wald vordringen und von Krunkel aus in Richtung Huf und Horhausen vormarschieren. Während die auf Horhausen vorstoßende Kampfgruppe sich besonders in ein Ortsgefecht verwickelte, wurde die über Obersteinebach vorgehende Einheit zusehends in ein Waldgefecht verwickelt. In diesem Bereich versuchte Hauptmann Loch mit zurückgehenden Soldaten eine Sicherung aufzubauen und den Amerikaner aufzuhalten.

Nach Ende der Kampfhandlungen wurden im Bereich des Heiderhofes, der zahlreiche Einschüsse erhalten hatte, die sterblichen Überreste von ca. 20 deutschen und amerikanischen Soldaten zusammengetragen.

Samstag, 25. April 2020 – 14.30 Uhr

(Vorläufiger) Treffpunkt: Parkplatz Hauptstraße

56593 Obersteinebach

Dauer: Etwa 4 Stunden

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email

kvhs@kreis-ak.de


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7 – Gefechte um den Rothenberg bei Niederschelden

Nachdem die Verbände der 1. US-Armee aus dem Brückenkopf von Remagen ausgebrochen waren, erhöhten ihre Truppen den Druck gegen die Sieg-Linie. Eine schwache Sicherungslinie, die zunächst südlich des Flusses gehalten wurde und die deutschen Brückenköpfe verband, wurde durch die 1. US-Infanteriedivision (US-ID) zerschlagen. Ab dem Monatsende marschierte aus dem Raum Köln die 8. US-ID heran, um die 1. US-ID abzulösen, um gegen die deutschen Brückenköpfe vorzugehen und die Sieg zu überqueren.

Auf deutscher Seite war die Sieg am 29. März 1945 offiziell zur Front erklärt worden und unter dem Lärm von zahlreichen Detonationen versanken die letzten noch stehenden Brücken in den Fluten des hochwasserführenden Flusses. Zudem liefen Bestrebungen an, die neue Frontlinie mit Kampftruppen zu besetzten.

Dazu wurden Verbände aus der Rhein-Front herausgelöst und an die neuen Abschnitte verlegt. Am 31. März erhielt die 12. Volksgrenadier Division den Befehl zur sofortigen Verschiebung in den Raum um Siegen, da sich dort die Lage bedrohlich entwickelt hatte.

Der Brückenkopf war bereits zum größten Teil verloren und bestand nur noch aus einer kleinen Nase, die in südöstlicher Richtung hervorragte. Amerikanische Kräfte verstärkten sich rund um Siegen. Am 31. März und am 1. April 1945 griff der Gegner mit frischen Truppen an, zerschlug die Brückenkopfbesatzung und drang von Eiserfeld aus in Niederschelden ein. Zeitgleich erhöhte er den Druck gegen Siegen, wo sich heftige Gefechte ereigneten. Nachdem Niederschelden gefallen war, setze der Amerikaner gegen Gosenbach an, wo er am 1. April Fuß fasste. Trotz großer Bemühungen waren Niederschelden und Gosenbach am Abend fest in amerikanischer Hand und ein Brückenkopf war gebildet worden. Tagelang wurde erbittert um die Höhenstellungen gekämpft. Am 4. April setzte ein deutscher Gegenangriff ein. Nach erbitterten Kämpfen Mann gegen Mann waren die deutschen Truppen dazu in der Lage, den Brückenkopf restlos zu zerschlagen. Hierbei brachten sie zwar reichhaltige Beute ein, aber verbrauchten auch die letzten Reserven für die weitere Verteidigung der Sieglinie.

Während dieser Exkursion werden wir uns über den Ablauf der Kampfhandlungen informieren, wobei wir die Gefechte aus deutscher und amerikanischer Sicht thematisieren werden.

ACHTUNG, Neuer Termin:  Diese Exkursion findet nicht  am Samstag statt!
Sonntag, 10. Mai 2020 – 14.30 Uhr

Treffpunkt: An der Rundturnhalle

Höllenwaldstraße 99

57080 Niederschelden

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email

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8 – Kriegsereignisse auf dem Truppenübungsplatz Stegskopf

Exklusiv durch die Begleitung des Revierleiters der Bundesforsten, Herrn Christoph Hast, haben erneut die Möglichkeit an einem von nur sechs im Jahr genehmigten Terminen eine Wanderung über das Gelände des Truppenübungsplatzes durchzuführen. Durch die begrenzt zur Verfügung stehenden Termine, ist diese Exkursion eine Veranstaltung von besonderem Wert für alle an der Geschichte des Truppenübungsplatzes interessierten Teilnehmer.

Diese Exkursion wird sich besonders mit den Kampfhandlungen der letzten Märztage 1945 befassen, welche unmittelbar angrenzend bzw. direkt auf dem damaligen Truppenübungsplatz stattfanden. Da die Geschichte des Geländes sehr weitläufig ist, zudem den Zeitraum vieler Jahrzehnte umspannt, werden wir uns während dieser Wanderung besonders der Ereignisse der Kriegsendphase widmen, wobei die letzten beiden Kriegsjahre thematisiert werden. 1944 war ein in Ausbildung befindliches Bataillon zum Biwak einquartiert, zwei von damals erst 16 und 17-jährigen Burschen sollten wenige Monate später als Fronttruppe zurückkehren.

Ende März 1945 werden Teile des südöstlichen Geländes zum direkten Kampfgebiet. Nachdem die Verbände der amerikanischen 1. US Armee aus dem Brückenkopf von Remagen ausgebrochen waren und über Bad Marienberg in Richtung Haiger vorstießen, schlug ihnen deutsches Feuer entgegen, das es niederzukämpfen galt.

Diese Exkursion wird durch die ehemalige deutsche Frontlinie führen und ist eine außerordentlich seltene Möglichkeit in die Kriegsgeschichte vor Ort einzutauchen.

Samstag, 23. Mai 2020 – 14.30 Uhr

Treffpunkt: Am Friedhof, Kreisstraße 109

56472 Nisterberg

Wegstrecke: ca. 10 Kilometer

Dauer: Etwa 5 Stunden

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de

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9 – Was hat Papa im Krieg gemacht?

Mehr als 70 Jahre nach Kriegsende ist vielen Nachfahren der Kriegsgeneration nicht bekannt, welche Rolle der eigene Vater oder Großvater zur Zeit des Zweiten Weltkrieges gespielt hat. Während immer wieder nur gemutmaßt oder evtl. im Raum stehenden Gerüchten nachgehangen wurde, blieb die Möglichkeit den eigenen Vater selbst zu befragen, meist ungenutzt.

Die Ursachen dafür sind vielfältig. Eines der Gründe für das anhaltende Schweigen der Väter dürfte in den durchgemachten, bitteren Kriegserfahrungen liegen, denn nicht selten überschatteten, neben der eigenen Fronterfahrung, die schmerzhaften Erinnerungen an Freunde oder Kameraden, mit denen man gemeinsam in den Krieg gezogen war und deren Wege sich plötzlich – ein für alle Mal – trennen mussten, auch das weitere Leben der Erlebnisgeneration.

Darüber hinaus versuchte man die Schrecken des Krieges zu verdrängen und konzentrierte sich in der Nachkriegszeit erst einmal auf das eigene Überleben. Vielfach wurde erlebtes vergessen oder auch verdrängt und während 1968 die erste Generation anfing Fragen zustellen schwiegen die Kriegsteilnehmer weiterhin aus Angst vor der Anklage der Kinder.

Mittlerweile leben nur noch sehr wenige Teilnehmer der Erlebnisgeneration und viele der Kinder und Enkelkinder wissen kaum etwas über den Krieg ihrer Väter.

Mit ein wenig Aufwand kann man heute Fragen beantworten: Wo war Vater während des Krieges? Und welche Rolle spielte er dabei?

Dies sind Fragen, die die heutige Generation interessieren.

Innerhalb dieses Vortrages möchte ich an verschiedenen Beispielen darstellen, welche Möglichkeiten man heute hat, die Spuren der eigenen Vorfahren an den Fronten des Zweiten Weltkriegs zu erforschen. Hierbei stelle ich die Möglichkeit der Archivrecherche vor und zeige auf, wie es dann mit den abgefragten Daten weitergehen kann. Zu diesem Termin dürfen Interessierte auch gerne vorhandene Dokumente mitbringen.

Wann: 6. Juni 2020 – 14.30 Uhr

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


Sie können sich in der Karte eine Wegbeschreibung zu den Veranstaltungen gleich anzeigen lassen.


 


Ralf Anton Schäfer

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