Remagen und die Ereignisse danach – Exkursionsreihe zum Kriegsende 1945

Beinahe 74 Jahre liegt das Ende des Zweiten Weltkrieges zurück. Die Amerikaner setzten am 7. März 1945 in Remagen über den Rhein und bildeten ihren ersten Brückenkopf auf dem Ostufer des Flusses. Damit war ein historischer Schritt gelungen, der dazu führte, dass der Krieg an der gesamten Westfront wesentlich verkürzt werden konnte.

Nachdem die heftig geführten Gefechte um den Remagener Brückenkopf zu einer blutigen Niederlage für die Deutschen führten, konnte Altenkirchen am 26. März 1945 durch amerikanische Truppen erobert werden. Bereits wenige Tage später wurde das Ruhrgebiet umzingelt, wobei die gesamte Heeresgruppe B mit rund 325.000 Mann in dem so genannten Ruhrkessel eingeschlossen wurde. Die Südfront dieses Kessels bildete die Sieg in ihrer gesamten Länge. Am 6. April setzten die amerikanischen Verbände zum Großangriff gegen die Sieglinie an und begannen damit, die eingeschlossenen Truppen systematisch zu zerschlagen; schon 10 Tage später stießen sie gegen Düsseldorf vor. Mehrere Übergabeaufforderungen waren bis dahin kategorisch abgelehnt worden, dennoch kam es zur Kapitulation der eingeschlossenen Resteinheiten. Generalfeldmarschall Walter Model, der Kommandeur der Heeresgruppe B, erschoss sich am 21. April 1945 in der Nähe von Duisburg. Während Berlin in blutigen Straßenkämpfen unterging, entzog sich Adolf Hitler am 30. April 1945 durch Selbstmord der Verantwortung. Noch immer von einigen seiner treusten Generäle als „der Führer“ verehrt, ruhten auch nach dessen Tod die Waffen nicht.

Seit dem 5. Mai 1945 um 8. Uhr früh herrschte in Holland, Nordwestdeutschland, von der Emsmündung bis zur Kieler Förde sowie in Dänemark einschließlich der diesen Gebieten vorgelagerten Inseln Waffenruhe. Am 7. Mai 1945 erfolgte im obersten Hauptquartier der Alliierten in Reims die bedingungslose Kapitulation der deutschen Wehrmacht. Als dann am 8. Mai 1945 endlich die Waffen schwiegen, hatten mehr als 60 Mio. Menschen ihr Leben verloren. Die Gefallenen sämtlicher Nationen blieben auf den Schlachtfeldern zurück, Mütter weinten um ihre Söhne und Ehemänner. Wen der Krieg nicht hingerafft hatte, der starb auf der Flucht durch Hunger, Kälte oder Tieffliegerangriffe. Und die Welt erfuhr davon, was sich hinter den Zäunen unzähliger Lager abgespielt hatte. Von den Krematorien, von Vernichtungslagern, vom Tod von wenigstens 5,7 Mio. Juden, etwa 3 Millionen sowjetischen Kriegsgefangenen, dazu etwa 3-4 Mio. nichtjüdische Zivilisten, KZ-Einsassen, Häftlingen, Zwangsarbeitern und Deportierten.


Damit die Opfer und die Schreckenstage der blutigen Kampfhandlungen im März und April 1945 in unserer Region nicht in Vergessenheit geraten, hat sich die Kreisvolkshochschule Altenkirchen erneut dem Thema gewidmet und bietet eine Anzahl neuer Exkursionen auf den Spuren dieser letzten Kriegswochen an. Unter dem Motto “Geschichte ist kein Fall fürs Museum, sondern der Schlüssel für die Zukunft” wurde die folgenden Exkursionsreihe geplant, welche wir am Samstag, den 9. März 2019 mit einer Tagesfahrt ins Friedensmuseum nach Remagen eröffnen möchten. Am 16. März werden wir uns mit dem ersten Einsatz des I. Altenkirchener Volkssturmbataillons in der Nähe von Neustadt a.d. Wied beschäftigen. Dazu fahren wir zum Kloster Ehrenstein, wo sich unter anderem der Bataillonsgefechtsstand des Volkssturmes befunden hat. Ein weiteres Mal außerhalb des Kreis Altenkirchen sind wir bei Uckerath unterwegs. Hier standen neben verschiedenen anderen deutschen Verbänden die 363.- und 62. Volksgrenadier Divisionen im Kampf um die zur Festung erklärten Stadt. Nur kurz darauf waren beide Divisionen zwischen Betzdorf und Wissen entlang der Siegfront eingesetzt – die verschiedenartige Kriegsführung beider Divisionskommandeure werden wir in diesem Fall besonders beleuchten.

Sämtliche Exkursionen des ersten Halbjahres 2019, werden die weniger bekannten Kampfhandlungen südlich der Sieg 1945 hervorheben.

Um zeitnahe Anmeldung zu den Exkursionen wird gebeten.



Blick auf die Ludendorffbrücke von der Erpeler Seite. Im Hintergrund sehen wir Remagen. Foto: Signal Corps, National Archives, Washington USA.

Blick auf die Ludendorffbrücke von der Erpeler Seite. Im Hintergrund sehen wir Remagen. Foto: 7. März 1945 – Signal Corps, National Archives, Washington USA.

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1 – Tagesfahrt ins Friedensmuseum Remagen

Nachdem die von der Wehrmacht vorbereitete Sprengung der Ludendorff-Brücke am 7. März 1945 fehlgeschlagen war, eroberte eine Vorhut der 9. US Panzerdivision (PD) in Remagen die unzerstörte Brücke. Bis in die Abendstunden konnte so dauerhaft amerikanische Verstärkungen über die Brücke gebracht werden um einen ersten Brückenkopf auf dem Ostufer des Rheins zu bilden. Das Tor über den Rhein war geöffnet und die Ludendorff-Brücke war zur Schicksalsbrücke der deutsche Wehrmacht geworden.

Auf deutscher Seite war man erst zwischen dem 10. und 13. März dazu in der Lage, konzentrierte Gegenmaßnahmen einzuleiten. Obwohl die Angriffe des 53. deutschen Armeekorps besonders im Tagesverlauf des 13. März 1945 zu mehreren Erfolgen führten, war die deutsche Führung nicht dazu in der Lage, den Brückenkopf zu zerschlagen. Dafür mussten die Amerikanern erkennen, dass trotz des enormen Kräfteungleichgewichts die Wehrmacht noch immer kampffähig zuschlagen konnte, denn Angesichts der verheerenden Lage für die deutschen Verbände gingen sie zu einer hinhaltenden Verteidigung über, wodurch die Amerikaner sich jede strategisch wichtige Höhe und jeden Straßenzug regelrecht erkämpfen mussten.

Zwischen dem 11. und 14. März tagte in Rimbach das „Fliegende Standgericht West“ wo die vermeintlich Schuldigen am Verlust der Brücke zum Tode verurteilt und hingerichtet wurden. Drei Tage später stürzte die doch wenigstens stark beschädigte Ludendorff-Brücke schließlich ein, wobei 32 amerikanische Pioniere ihre Leben verloren und weitere 63 Mann verletzt wurden. Auswirkungen auf den Kriegsverlauf hatte dieser Unglücksfall keine mehr, denn bis dahin hatten knapp 25.000 amerikanische Soldaten und starke Panzerkräfte die Brücke passiert und Pionierbrücken waren über den Fluss gespannt worden, über die unaufhörlich Verstärkungen an die Front rollen. Am 25. März 1945 gelang es der 1. US Armee aus dem Brückenkopf von Remagen auszubrechen, doch trafen die amerikanischen Panzerspitzen auch im weiteren Verlauf auf dermaßen heftigen Widerstand, der, so wie bei Weyerbusch-Hasselbach, dazu führte, dass die Angriffe unter zum Teil recht hohen Verlusten zum Stillstand kamen.

Während dieser Tagesfahrt werden wir vormittags die Kriegsgräberstätte Ittenbach bei Königswinter besuchen. Hier haben 1.871 Gefallene des II. Weltkrieges ihre letzte Ruhestätte gefunden, darunter befinden sich viele der Toten, die ihr Leben während der Gefechte um die Sieg verloren haben.

Den meisten unbekannt ist, dass die Kriegsgräberstätte auch für amerikanischen Soldaten eine Trauerstätte gewesen ist, da sie zahlreiche ihrer Gefallenen aus den Kampfhandlungen um den Brückenkopf von Remagen, der Sieglinie, dem Ruhrkessel und aus dem Harz dort ebenfalls zur Ruhe betteten. Später wurden jedoch diese Gräber durch den amerikanischen Gräberdienst nach Margraten in den Niederlanden umgebettet. Im Anschluss an den Besuch der Kriegsgräberstätte werden wir die Weiterfahrt nach Remagen antreten, wo wir entweder gemeinsam oder jeder für sich das Mittagsessen zu sich nehmen können. Hiernach besichtigen wir das Friedensmuseum in den erhaltenen Brückentürmen der Ludendorff-Brücke. Sollten sich genügend Teilnehmer einfinden, wird eine Führung durch die Museumsräume stattfinden.

Am Nachmittag werden wir die Rückfahrt nach Altenkirchen antreten und, sofern das Zeitfenster es ermöglicht, noch einen Zwischenstopp im Bereich des damaligen Feldflughafens Eudenbach machen. Dort war das amerikanische 413. Infanterieregiment am 23. März 1945 auf die Reste der 9. Panzerdivision gestoßen. Beides Einheiten, die am späteren Kampf auf Altenkirchener Boden ihren Anteil hatten.

Wann: Samstag, 9. März 2019

Treffpunkt: Parkplatz Weyerdamm, 57610 Altenkirchen

ACHTUNG! Es ist geplant, diese Tagesfahrt mit einem Reisebus durchzuführen. Aus organisatorischen Gründen (zu wenige Anmeldungen bei der Kreisvolkshochschule) kann es passieren, dass KEIN BUS ZUR VERFÜGUNG steht. In dem Fall wird die Fahrt unter Bildung von Fahrgemeinschaften durchgeführt.

Zeitnah werden Möglichkeiten bekanntgeben, wo Sie sich der Gruppe anschließen können.

Wegstrecke: entfällt

Dauer: Tagesfahrt; Beginn ca. 9 Uhr in Altenkirchen

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


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2 – Altenkirchener Volkssturm im Frontabschnitt an der Wied

Nachdem die Amerikaner bei Remagen den Rhein überquert hatten, wurde im Kreis Altenkirchen das erste von zwei Volkssturmbataillonen aufgestellt. Nach einer kurzen Ausbildung wurde das I. Bataillon am 19. März 1945 in den Bereich südlich von Neustadt verlegt, wo die Reichsautobahn gesperrt werden sollte. Zunächst wurde das Bataillon dem Befehl des 74. Armeekorps unterstellt, doch bereits am 21. März wurde der Verband, der noch immer ungenügend bewaffnet und kaum ausgebildet war, von der Wehrmacht vereinnahmt und erhielt direkte Befehle durch die vor Ort eingesetzte 304. Volksgrenadier Division.

Unter dem stetigen amerikanischen Druck wurde die Front während der nächsten Tage bis an die Wied zurückgedrängt. Unmittelbar bevor die Amerikaner am 25. März zu ihrem Angriff aus dem Brückenkopf von Remagen heraus antraten, setzten sich die Reste der 340. deutschen Volksgrenadier Division aus der Frontstellung ab. Dem Volkssturm wurde allerdings das weitere Halten der Stellungen befohlen. Anstelle der Wehrmacht war nun der Volkssturm für das Halten und die Verteidigung des gesamten Frontabschnittes verantwortlich. Eine Aufgabe, die bereits von einer guten Infanteriedivision kaum zu bewältigen gewesen war, lag nun auf den Schultern eines Volkssturmbataillons, das sich aus alten Männern und 16 bis 17-jährigen Hitlerjungen zusammensetzte.

Ein sinnloser Unternehmen gegen einen zahlenmäßigen stark überlegenen Gegner, der mit Artillerie- und Panzerkräften zum Angriff angetreten war.

Diese Exkursion wird sich im Schwerpunkt mit den Gefechten um die Wiedlinie und den angrenzenden Mehrbach am 25. und 26. März 1945 befassen und versucht dabei die Rolle des I. Altenkirchener Volkssturmbataillons zu beleuchten.

Wann: Samstag, 16. März 2019, 13.30 Uhr

Treffpunkt: KVHS, 57610 Altenkirchen, Rathausstraße 12
dort nach Möglichkeit Bildung von Fahrgemeinschaften.

Weitere Anschlussmöglichkeiten:

Ab ca.    14.00 Ortseingang Flammersfeld

Parkplatz bei Norma

14.30 Uhr Parkplatz bei

Kloster Ehrenstein

Wegstrecke: etwa 6 Kilometer

Dauer: Bitte rechnen Sie für diese Exkursion wenigstens 4 Stunden ein.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


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3 – Kampf um die Festung Uckerath

Am 25. März 1945 geht amerikanische Infanterie behutsam vor auf der Suche nach Heckenschützen in dem schwer geschädigten Uckerath. Der Kriegsberichterstatter Hurley vom Signal Corps der US Armee hat die Szenerie im Bild festgehalten.

Am 25. März 1945 geht amerikanische Infanterie behutsam vor. Sie befinden sich auf der Suche nach Heckenschützen in dem schwer geschädigten Uckerath. Auf der Straße vor ihnen liegt ein gefallener Soldat. Der amerikanische Kriegsberichterstatter Raymond Hurley aus Hamilton / Ohio hat als Angehöriger der 1. US Armee die Szenerie für das Signal Corps im Bild festgehalten.

Am 25. März 1945 waren die Amerikaner zu ihrem Großangriff aus dem Brückenkopf von Remagen angetreten. Für den gleichen Tag hatte die deutsche Führung einen eigenen Gegenangriff im Bereich zwischen Uckerath und Buchholz geplant, der die amerikanischen Verbände tief in der Flanke treffen sollte. Dabei trafen während der frühen Morgenstunden starke amerikanische und deutsche Panzerkräfte aufeinander. Es kam zu hohen Verlusten, die sich besonders entlang der B8 durch tiefschwarze Rauchsäulen, die sich dem Himmel entgegenreckten, abzeichneten. Unter stetigem Druck war vor allen Dingen die Kampfgruppe Hudel in verlustreiche Gefechte verwickelt worden und verbrauchte dabei einen Großteil ihrer Panzerreserven.

Um bereits vor dem eigentlichen Angriffsbeginn schon Einheiten der stark überlegenen Amerikaner zu binden, wurde die Stadt Uckerath schon am 24.3.1945 zur Festung erklärt. Zur Verteidigung standen hauptsächlich die 363. Volksgrenadier Division (VGD) und die Reste der 62. Volksgrenadier Division zur verfügung. Der deutsche Oberst Arthur Jüttner, Kommandeur der 62. VGD, wurde zum Kampfkommandant der Festung Uckerath ernannt. Er erhielt den Befehl, mit sämtlichen greifbaren Verbände die Stellung zu halten. Während der Nacht zum 25. März drangen Infanteristen der 1. US-Infanteriedivision in den Ort ein, um den noch am frühen Morgen erbittert gekämpft wurde.

Nachdem die Kampfhandlungen beendet waren, legte man in Uckerath einen Ehrenfriedhof an, auf dem 422 Gefallene ihre letzte Ruhestätte gefunden hatten.

Während dieser Exkursion werden wir uns an eine der ehemaligen Frontstellungen der 363. VGD am Hanfbach begeben, die hier mit dem Leverkusener Volkssturm im Einsatz gestanden hatte.

Wann: 30. März 2019 – 13.00 Uhr

Treffpunkt: 13.00 Uhr KVHS 57610 Altenkirchen, Rathausstraße 12

Weitere Anschlussmöglichkeiten:

 Ab ca.                   13.30 Uhr B8, Edeka-Markt in Weyerbusch

                              14.30 Uhr Kriegsgräberstätte in Uckerath

Wegstrecke: je nach Wunsch der Teilnehmer zwischen 5 und 12 Kilometer

Dauer: Wenigstens drei Stunden

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


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4 – Letzte Gefechte um die PaK-Linie bei Weyerbusch

Während die Amerikaner ihren Angriff am 25. März 1945 aus dem Brückenkopf von Remagen vorantrieben, erhielt der Kommandeur des LIII. Armeekorps, General Fritz Bayerlein, den Befehl, eine Widerstandlinie zwischen Weyerbusch und Flammersfeld zu errichten, die die Spitzen der 3. US-Panzerdivision zum Stillstand bringen und in die Abwehr zwingen sollte. Obwohl nur schwache Kräfte zusammengezogen und in Stellung gingen, war es den deutschen Kampfgruppen möglich, die Panzerspitzen, zum Teil im Nahkampf aufzuhalten und den Angriff vollends zum Stillstand zu bringen. Die Soldaten der 3. US-PD waren gezwungen, sich neu zu formieren und konnten den Widerstand entlang dieser PaK-Linie (Pak=Panzerabwehrkanone) erst im Verlauf des nächsten Tages zerschlagen. Erst danach eroberten sie Weyerbusch und drangen von dort aus über Marenbach in Richtung Rimbach vor, während die amerikanische Infanterie von Werkhausen aus durch das unwegsame Waldgebiet in Richtung Leuscheid vorging. Obwohl sich die Masse der deutschen Soldaten auf der Flucht befand, waren hier und dort Nachhuten verblieben, die sich den Amerikanern entgegen stellten und letzten Widerstand leisteten. Dennoch konnten Soldaten der 1. US-Infanteriedivision ein umfangreiches Munitionsdepot und eine Panzerwerkstatt erbeuten.

Diese Exkursion wird sich mit Schwerpunkt den Waldkämpfen nördlich von Weyerbusch widmen, die sich während des 26. März 1945 ereigneten. Darüber hinaus werden wir uns über den Einsatz eines neuen, schweren deutschen Mörsers unterhalten, dessen Feuerleitstelle sich seit dem 17./18. März 1945 in Marenbach befunden hatte und in dem Bereich zum ersten Mal an der Westfront zum Einsatz gekommen ist.

 Wann: 13. April 2019 – 14.30 Uhr

Treffpunkt: wird zeitnah bekannt gegeben – 57635 Weyerbusch

Wegstrecke: ca. 6 Kilometer

Dauer: 3-4 Stunden

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


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5 – Die Panzersperre bei Schöneberg

Erst nachdem die 3. US Panzerdivision zwischen Diefenau und Rott einige Verluste hingenommen hatte, konnten sie Flammersfeld erobern. Am Folgetag, dem 26. März 1945, nahmen die amerikanischen Panzer den Angriff in Richtung Altenkirchen wieder auf. Drei Angriffskolonnen rollten ihrem Ziel Altenkirchen entgegen. Auf deutscher Seite hatte die 9. Panzerdivision Teile abgestellt, um aus einer mobilen Widerstandslinie heraus die Amerikaner aufhalten bzw. deren Marschtempo zu verlangsamen.

Zudem waren diverse Straßensperren eingerichtet worden, an denen die amerikanischen Panzer zum Stillstand gebracht werden sollten. Um dieser Gefahr Herr zu werden, waren amerikanische Infanterieeinheiten abgestellt worden, die darauf spezialisiert waren, solche Straßensperren aufzuspüren und auszuschalten. Eine dieser Sperren befand sich zwischen Schöneberg und Bergenhausen, eine weitere war direkt in der Nähe von Schöneberg.

Noch unmittelbar bevor amerikanische Panzer in das durch Bomben getroffene Neitersen einrollten, zeigte sich deren Infanterie bereits in der Nähe von Schöneberg. Hierbei kam es zu Kampfhandlungen, die am Tagesende mehrere junge Menschenleben einforderten.

Diese Exkursion behandelt die Gefechte, die in der Gegend rund um Neitersen und während der Eroberung von Schöneberg stattfanden.

Wann: 27. April 2019 – 14.30 Uhr

Treffpunkt: wird zeitnah bekannt gegeben – 57638 Schöneberg

Wegstrecke: ca. 6,5 Kilometer

Dauer: Etwa 4 Stunden

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


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6 – Letzer Widerstand bei Bachenberg und Busenhausen

Nachdem Altenkirchen am 26. März 1945 durch die 3. US Panzerdivision eingenommen werden konnte, befand sich die Masse der deutschen Truppen auf dem Rückzug. Trotz allem hatte der Befehl noch immer Gültigkeit, dass schwere Waffen, die dringend benötigt wurden, auf keinen Fall in amerikanische Hand fallen durften. Zu diesen schweren Waffen gehörten Artillerie- und Flak-Geschütze, gleichermaßen wie auch Panzerfahrzeuge.

Bei Bachenberg war am frühen Morgen ein Panzer IV der 3. Panzergrenadier Division mit Kettenschaden liegen geblieben. Soldaten eines im Bereich eingesetzten Pionierbataillons waren abgestellt worden, den Nahschutz zu garantieren, während man unter amerikanischen Beschuss versuchte den Panzer wieder flott zu machen.

Während dieser Exkursion werden wir uns besonders mit den Einsätzen des Pionierbataillons der 3. Panzergrenadier Division befassen, die zwischen Kettenhausen und Niedererbach in Stellung waren.

Darüber hinaus werden wir einen Einblick in die Arbeit des Sprengkommandos Forneberg erhalten. Das Sprengkommando Forneberg war in unserer Region der Vorläufer des heutigen Kampfmittelräumdienstes. Das Kommando hatte schon in der frühen Nachkriegszeit die Arbeit aufgenommen hatte und versucht einen Neubeginn zu ermöglichen, bei dem sich nicht Tag für Tag Kinder und Jugendliche beim Hantieren mit Munition und anderen Hinterlassenschaften in die Luft jagen.

Wann: 4. Mai 2019 – 14.30 Uhr

Treffpunkt: K 37, Friedhof bei 57610 Bachenberg

Wegstrecke: etwa 5 Kilometer

Dauer: ca. 3 1/2 Stunden

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


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7 – Weitefeld – I von II – Der amerikanische Vorstoß “Die Amis kommen!”

Nachdem die Amerikaner am 26. März 1945 die letzten Verteidigungsstellungen der 15. deutschen Armee zerschlagen konnten, war Altenkirchen gefallen und der Vorstoß bis nach Hachenburg ausgeweitet worden. Auf deutscher Seite standen keine Kräfte mehr zur Verfügung, die sich den starken Panzerkräften entgegen stellen konnten. Der Zusammenbruch der Frontlinie war vollkommen und die geschlagenen Wehrmachtsverbände befanden sich auf der Flucht.

Besonders während der Nachtstunden zum 27. März rollten immer wieder deutsche Fahrzeuge aus Richtung Elkenroth durch Weitefeld um sich über Niederdreisbach in nördliche Richtung abzusetzen. Zu dieser Zeit befanden sich bereits amerikanische Panzerspitzen im Wald in der Nähe von Nauroth, wo sie die Nacht verbracht hatten. Wer jetzt noch auf deutscher Seite in den naheliegenden Dörfern war, wartete entweder auf Sprit, um in letzter Sekunde das Weite zu suchen oder auf die Amerikaner, um sich zu ergeben oder um einen letzten, wahnsinnigen Widerstand zu wagen.

In der Frühe des 27. März wurde Elkenroth von den Amerikanern kampflos eingenommen und eine letzte Fahrzeugkolonne setzte sich ab in Richtung Weitefeld. Diesen Soldaten hatte der Amerikaner noch einen letzten Abschiedsgruß in Form von Karabiner-Salven hinterher geschickt. Hiernach nahmen die US-Soldaten ihren Vormarsch nach Weitefeld wieder auf. In Höhe der Sandmühle stießen sie auf einen deutschen Panzer, der seit dem Vorabend dort auf benötigten Kraftstoff wartete. Nach einer kurzen Schießerei begaben sich die deutschen Soldaten in alliierte Gefangenschaft und der weitere Vormarsch wurde wieder aufgenommen.

Noch bevor die Amerikaner an Weitefeld herangekommen waren, setzte deutsches MG-Feuer ein, wodurch die Infanterie runter von der Straße musste. Entlang des Bahndammes bahnten sie sich ihren Weg in den Ort, wo deutsche Grenadiere sich eingegraben hatten und den Angriff bereits erwarteten.

Diese Exkursion befasst sich mit den Gefechte, die sich während der Einnahme des Ortes ereigneten.

Wann: 18. Mai 2019 – 14.30 Uhr

Treffpunkt: Sportplatz zwischen 57586 Weitefeld und Elkenroth

Wegstrecke: etwa 5 Kilometer

Dauer: etwa 3 – 4 Kilometer

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


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8 – Weitefeld – II von II – Das letzte Gefecht

Nachdem die Amerikaner aus Elkenroth kommend gegen Weitefeld vorgingen, schlug ihnen dort heftiges deutsche Feuer von einer deutschen Kampfgruppe entgegen, die sich im Bereich der südlich gelegenen Höhe eingegraben hatten. Die Kampfgruppe erhielt artilleristische Unterstützung durch eine schnell zusammengefasste Feuerlinie, die im Bereich „Herrig“ in Stellung befohlen war. Der gemeinsame Auftrag lautete: „Den Amerikaner aufhalten!“ damit sich die zurückziehende, eigene Truppe hinter die Sieg absetzen konnten.

Noch während sich in Weitefeld der deutsche Widerstand versteifte, wurde eine Abordnung der 3. US-Panzerdivision, die über Nacht bei Nauroth im Wald gestanden hatte, über Neunkausen gegen Weitefeld und die Geschützlinie in Richtung Friedwald angesetzt. Hierbei stieß die amerikanische Kompanie bereits kurz nach Angriffsbeginn auf den Widerstand der zuvor hastig errichteten Verteidigungslinie. Gleich nach ihrem Eingreifen hatte die Kompanie bereits einen ihrer Sherman-Panzer verloren.

Diese Exkursion beginnt an der Kreisstraße 111 in der Nähe der Firma „Muhr und Bender“ und wird zu den Örtlichkeiten dieses letzten Widerstandes führen.

Wann: 25. Mai 2019 – 14.30 Uhr

Treffpunkt: K111, am Feldweg bei der Firma Mubea in 57586 Weitfeld

Wegstrecke: etwa 5 Kilometer

Dauer: Etwa 3 bis 4 Stunden

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


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9 – Kriegsereignisse am ehemaligen Truppenübungsplatz Stegskopf

Ausbildungstage der Hilterjugend im Reichsausbildungslager (RAB) Prinz Eugen.

Juni 1944 – Ausbildungstage der Hitlerjugend im Reichsausbildungslager (RAB) Prinz Eugen, heute eher bekannt unter “Truppenübungsplatz Stegskopf. Man achte bitte besonders auf den rechten Schützen. Genaue Aufklärung dazu und wer die beiden im Foto sind und was aus ihnen wurde, werden wir während der Exkursion am 1. Juni 2018 genau erläutern.

Heute ist nur wenig über die Geschichte des ehemaligen Truppenübungsplatzes Stegskopf während des Zweiten Weltkrieges bekannt. Dafür ist die jüngere Geschichte des besonders präsent in der Erinnerung. Die Franzosenzeit nach dem Zweiten Weltkrieg und die Nutzung seitens der Bundeswehr bis zur Aufgabe des Übungsgeländes dürfte im Vordergrund der Erinnerungen stehen. Allerdings reicht die Nutzung des Truppenübungsplatzes bereits viel weiter zurück. Schon zu Kaiserzeiten unterlag das Gelände einer (teil-)militärischen Nutzung, bei der Militär- und Polizeimanöver durchgeführt wurden. Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges erinnerte sich die Wehrmachtsführung an das Gelände und ließ Infanteriedivisionen in dem Bereich Manöver durchführen, wobei selbst mit Artilleriefeuer Zielschießen durchgeführt wurde. Ab August 1943 wurde der Standort zum festen Bestandteil für Offiziersbewerber, die sich aus freiwilligen Luftwaffenhelfern rekrutierten. Diese jungen Burschen wurden besonders in der taktischen Geländeausnutzung und der Feuerkampfführung bodenständiger Infanterieeinheiten geschult; hierzu wurden zum Teil auch zu den bereits bestehenden, auch noch neue Schießbahnen angelegt. Etwa zur gleichen Zeit hatte Reichsjugendführer Artur Axman das Ausbildungszentrum „Prinz Eugen“ für Sonderlehrgänge in der Hochfrequenzfunktechnik für die Hitlerjungend eröffnet. Zudem nutzte die in Siegen stationierte Wehrmachtseinheit das Gelände seit Anfang der 1940 Jahre verstärkt zu regulären Ausbildungszwecken.

Nach dem im Herbst 1944 die Aufstellung des Deutschen Volkssturm befohlen wurde, erfolgte ab Anfang 1945 eine zusätzliche Nutzung durch den Volkssturm. Es wurde Geländeausbildung, MG-Schießen und besonders der Einsatz und die Nutzung von Minen und Panzerfäusten ausgebildet. Hierbei sollten Panzerjagdkommandos ausgebildet werden, die den gravierenden Fehlbestand an schweren Geräten ausgleichen sollte.

Ende März 1945 wurden Teile des südöstlichen Geländes dann auch noch zum direkten Kampfgebiet. Nachdem die Verbände der amerikanischen 1. US Armee aus dem Brückenkopf von Remagen ausgebrochen waren und über Bad Marienberg in Richtung Haiger vorstießen, schlug ihnen deutsches Feuer entgegen.

Diese Exkursion wird entlang der freigegebenen Wegstrecke an einige der Örtlichkeiten der dieser letzten Kriegsereignisse führen.

Wann: 1. Juni 2018 – 14.30 Uhr

Treffpunkt: Am Friedhof, 56472 Nisterberg,

Wegstrecke: Zwischen 8 und 10 Kilometer

Dauer: etwa 4 1/2 Stunden

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


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Ralf Anton Schäfer

Ralf Anton Schäfer

Hallo,
ich bin als Gründer für diese Seiten verantwortlich.
In den Jahren meiner Recherchen habe ich umfangreich Materialien zusammengetragen zu den Infanteriekämpfen der Endphase im Zweiten Weltkrieg. Der Archivbestand umfasst viele Tausend Seiten und deckt im Groß den Westen für die Zeit von der Landung der Alliierten in der Normandie bis zu den letzten Kämpfen um den Ruhrkessel.
Ralf Anton Schäfer

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