Kämpfe um den amerikanischen Brückenkopf bei Gosenbach

Kämpfe um den amerikanischen Brückenkopf bei Gosenbach 1945

Ende März 1945 waren Verbände der 1. US-Armee aus dem Brückenkopf von Remagen ausgebrochen und stießen weit in östliche Richtung vor. Ab dem 28. März hatte die amerikanische Infanterie damit begonnen, in Richtung der Sieg aufzuklären, wobei sich teilweise ernsthafte Kampfhandlungen ereigneten, da die deutsche Verteidigung eine Sicherungslinie südlich des Flusses eingerichtet und bezogen hatte; zudem wurden mehrere Brückenköpfe offengehalten, um deutschen Truppenteilen den Rückzug hinter die Sieg zu ermöglichen. Die deutsche Sicherungslinie wurde durch die 1. US-Infanteriedivision (US-ID) zerschlagen, während aus dem Raum um Köln die 8. US-ID im Anmarsch war, um die 1.US-ID abzulösen. Der 8. US-ID fiel die Aufgabe zu, gegen die deutsche Verteidigung vorzugehen und die Sieg zu überqueren, um Brückenköpfe bei Wissen, Betzdorf und Niederschelden errichten zu können.

Auf dem Weg zur Front durchqueren Infanteristen der 8. US-ID einen durch Granatbeschuss beschädigten Wald westlich von Siegen.

Auf dem Weg zur Front durchqueren Infanteristen der 8. US-ID einen durch Granatbeschuss beschädigten Wald westlich von Siegen.

Am 29. März 1945 wurde die Sieg in ihrer gesamten Länge von rund 135 Kilometern im Oberkommando der Wehrmacht in Berlin offiziell zur Hauptkampflinie (HKL) erhoben, was die Sprengung der letzten noch intakten Brücken über den Fluss herbeiführte. Zeitgleich war die Wehrmacht dabei, diese neue HKL mit Kampftruppen zu besetzen. Reste von bereits stark geschwächten Divisionen wurden aus der Rheinfront herausgelöst und in den neuen Raum verlegt, während auf amerikanischer Seite ebenfalls Bestrebungen anliefen, die Fluss zu überqueren.

Am 31. März hatte sich die Lage dermaßen verschärft, dass die 12. Volksgrenadier Division in den Siegener Raum verschoben wurde. Dem Divisionskommandeur, General Gerhard Engel, wurde Befehl über die Verteidigung der Stadt erteilt, wozu allerdings kaum Kräfte zur Verfügung standen, während die divisionseigene Truppe noch in der Verlegung begriffen war. Zur gleichen Zeit ging der eigene Brückenkopf südlich Siegens zum größten Teil verloren.

Auf amerikanischer Seite wurden weitere Verstärkungen herangebracht und zur Monatswende März / April setzte er mit frischen Truppen zum Angriff an, zerschlug die Brückenkopfbesatzung und konnte über Eiserfeld in Niederschelden eindringen. Zeitgleich erhöhte er den Druck gegen die Stadt Siegen.

Wenig später nachdem das 28. US-Infanterieregiment in Niederschelden eingedrungen war, wurde Eiserfeld besetzt. Bei Marienhütte überschritten sie die Sieg und gingen gegen den Rothenberg vor, von wo aus der Angriff nach Gosenbach ausgeweitet wurde. Am Abend zum 1. April hatte das 28. US-Infanterieregiment einen Brückenkopf gebildet, um den sich schwere Gefechte entwickeln sollten.

Diese Exkursion versteht sich als Ergänzung bzw. Fortführung der am 25. September 2020 stattgefundenen Begehung des Kampfgebietes. Während dieser Wanderung werden wir verstärkt die Bewegungen der deutschen Truppen verfolgen und eine Wegstrecke von knapp 8 Kilometern. Eine Teilnahme an der ersten Exkursion ist nicht erforderlich um die geschichtlichen Abläufe dieser März u. Apriltage 1945 zu verstehen.

Wann: Samstag, den 17. Oktober 2020, 14.00 Uhr

Wo: Friedhof in Achenbach

Achenbacher Str., 57072 Siegen-Achenbach

Wegstrecke: ca. 8 Kilometer

Dauer: etwa 4 Stunden

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email

kvhs@kreis-ak.de

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Ralf Anton Schäfer
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