Veranstaltungsreihe zum Kriegsende vor 73 Jahren wird fortgesetzt

Das Ende des Zweiten Weltkriegs liegt 73 Jahre zurück. Am 7. März 1945 waren die Amerikaner dazu in der Lage, in Remagen die Ludendorff-Brücke zu erobern. Damit war der Rhein überschritten und die Amerikaner bildeten einen ersten Brückenkopf auf dem Ostufer des Flusses. Ein historischer Schritt war gelungen, der dazu führte, dass der Krieg an der gesamten Westfront wesentlich verkürzt wurde. Dafür wurde allerdings das Siebengebirge, der Westerwald und später das Siegerland unmittelbar in die Kampfhandlungen einbezogen. Am 25. März 1945 brach die 3. US Panzerdivision aus dem Brückenkopf aus, Altenkirchen wurde am nächsten Tag erobert.

Wenige Tage später war das gesamte Ruhrgebiet durch die 1.- und 9. US-Armeen umzingelt worden und die Heeresgruppe B war mit rund 325.000 Mann in dem so genannten Ruhrkessel eingeschlossen. Die Südfront dieses Kessels bildete die Sieg.

Am 6. April setzten die amerikanischen Verbände zum Großangriff gegen die Sieglinie an und begannen damit, die eingeschlossenen Truppen systematisch zu zerschlagen; schon 10 Tage später stießen sie gegen Düsseldorf vor. Mehrere Übergabeaufforderungen waren bis dahin kategorisch abgelehnt worden, dennoch kam es zur Kapitulation der eingeschlossenen Resteinheiten. Generalfeldmarschall Walter Model, der Kommandeur der Heeresgruppe B, erschoss sich am 21. April 1945 in der Nähe von Duisburg.

Nachdem Verbände der 1. US-Armee Altenkirchen erobert haben, rollen pausenlos Nachschub-LKWs durch die Kreisstadt.

Nachdem Verbände der 1. US-Armee Altenkirchen erobert haben, rollen pausenlos Nachschub-LKWs durch die Kreisstadt.

Damit die Opfer und die Schreckenstage der blutigen Kampfhandlungen im März und April 1945 in unserer Region nicht in Vergessenheit geraten, hat sich die Kreisvolkshochschule Altenkirchen erneut dem Thema gewidmet und bietet eine Anzahl neuer Exkursionen auf den Spuren der letzten Kriegstage an. Unter dem Motto Geschichte ist kein Fall für das Museum, sondern der Schlüssel für die Zukunft haben wir nun gemeinsam die folgenden Exkursionen geplant.

Der thematische Schwerpunkt dieser acht folgenden Exkursionen wird besonders die Kampfhandlungen um die Sieglinie beleuchten. Dabei soll aufgezeigt werden, dass der Großteil dieser Gefechte nicht auf Basis der Materialüberlegenheit der Amerikaner ausgetragen wurde, sondern dass die GIs auch noch kurz vor Kriegsende selbst ihren “Kopf hinhalten mussten”.



Um zeitnahe Anmeldung zu den Exkursionen wird gebeten.


1 – Alsdorf – das letzte Gefecht

 

Durch amerikanische Pioniere errichteter Steeg über die Heller in Alsdorf.

Durch amerikanische Pioniere errichteter Steeg über die Heller in Alsdorf.

Nachdem die Truppen der 1. US Armee aus dem Brückenkopf von Remagen ausgebrochen waren, unternahmen sie Ende März 1945 erste Vorstöße in Richtung Sieg. Aus Richtung Steineroth kommend, hatten amerikanische Soldaten bereits während der Nacht zum 30. März 1945 einen Beobachtungsposten im Bereich der heutigen Grillhütte eingerichtet. Am frühen Morgen nahmen die Amerikaner ihre Angriffe wieder auf um weiter in Richtung Sieg vorzumarschieren. Gleich während des ersten Vorstoßes am frühen Morgen in Richtung Alsdorf verloren die Amerikaner einen Jeep durch Panzerfaustbeschuss. Hiernach gelangte der Zweite Weltkrieg unmittelbar auch in den Ort.

Bei dieser Exkursion werden wir uns mit den Kampfhandlungen in Alsdorf befassen und danach zum Teil der Route folgen, wie ihn die amerikanische Baker-Kompanie des 28. US Infanterieregimentes nahm, um den Ort zu erobern.

Wann: Samstag, 8. September 2018, 14,30 Uhr

Treffpunkt: Parkplatz am Beginn der Industriestraße in 57518 Alsdorf

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


2 – Wie der Krieg in Wingendorf zu Ende ging

In Betzdorf war der Molzberg nach heftigen Gefechten erobert worden und noch bevor am 4. April eine Kompanie des 28. US Infanterieregimentes der 8. US Infanteriedivision gegen Wallmenroth vorgehen sollte, waren bereits andere Teile des Regimentes dabei, den Brückenkopf in Richtung Wingendorf auszuweiten. Hierdurch sollten die Verbindungen zur Frontlinie unterbunden werden, da man befürchtete, in Wallmenroth auf heftigen Widerstand zu stoßen.

Während dieser Exkursion wird die Eroberung von Wingendorf dargestellt und auf die Begebenheiten des 6. Aprils eingegangen, als die amerikanischen Verbände zum Großangriff über die Sieg antreten.

Wann: Samstag, 15. September 2018, 14.30 Uhr

Treffpunkt: Friedhof im Glotzhardtweg, 57548 Wingendorf

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


3 – Katzwinkel – Der amerikanische Großangriff

Unter deutsches Feuer geratene US-Soldaten.

Unter deutsches Feuer geratene US-Soldaten. In der linken Bildmitte erkennen wir Sanitätssoldaten bei der Arbeit.

In der Nacht zum 1. April 1945 hatten die Amerikaner erfolglos versucht, die Sieg bei Wallmenroth zu überqueren. Aus diesem Grund mussten sie die Sieg bei Betzdorf überschreiten, wo es während der nächsten Tage zu heftigen Gefechten um den Molzberg kommen sollte. Am 4. April drangen die Amerikaner nach Wallmenroth und WIngendorf vor und bauten so ihre Brückenkopf stetig weiter aus.

Am frühen Morgen des 6. Aprils 1945 setzte heftiges Artilleriefeuer entlang der gesamten Siegfront ein. Dies war das Startsignal für die amerikanische Infanterie zum Großangriff überzugehen.

Diese Exkursion befasst sich im Schwerpunkt mit den Waldkämpfen des 6. April 1945.

Wann: Samstag, 22. September 2018, 14.30 Uhr

Treffpunkt: Alte Poststraße bei Kalteich, zwischen 57584 Wallmenroth und 57581 Katzwinkel

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


4 – Panzerkampf bei Diedenberg

Die Nacht zum 6. April 1945 war auf deutscher Seite geprägt durch Umgruppierungen und Schwerpunktbildungen entlang sämtlicher Fronten im gesamten südlichen Ruhrkessel. Rückwärtige Bereiche wurden aufs Neue durchgekämmt, um noch in den Kampf werfen zu können, wer greifbar war. Kanoniere, für die keine Artillerie mehr zur Verfügung standen, wurden dem infanteristischen Kampf zugewiesen.

Als in den frühen Morgenstunden das amerikanische Artilleriefeuer einsetzte, war den deutschen Soldaten klar, dass nun der nächste große Angriff bevorstand. Nachdem das Trommelfeuer verstummte, setzten sich die amerikanischen Soldaten in Bewegung. Im Verlauf des weiteren Tages kam es fast überall entlang der Front zu kleineren und größeren Gefechten. Dennoch konnte an den meisten Bereichen die deutsche Verteidigung einfach überrannt werden, anderenorts zogen sich die Deutschen unter hinhaltenden Widerstand zurück.

In der Nähe von Diedenberg waren die Reste einer deutschen Panzerjäger Abteilung in Stellung gegangen und erwarteten den durch Sherman-Panzer unterstützten Amerikaner.

Während dieser Exkursion stehen besonders die Ereignisse des 6. April 1945 im Fokus.

Wann: Samstag, 29. September 2018, 14.30 Uhr

Treffpunkt: Am Wasserbehälter bei 57548 Diedenberg

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


5 – Gefechte um Brühlhof und der Vorstoß nach Freusburg

Nachdem bei Kirchen die Sieg überquert war, entwickelten sich um Brühlhof und später um Grindel mehrere Gefechte. Erst nachdem dieser Widerstand eingestellt wurde, konnte der eigentliche Angriff in Richtung Freusburg ausgeweitet werden. Der Ort war auf amerikanischer Seite als Ausgangspunkt zur Bildung eines Brückenkopfes erkoren worden.

Das Augenmerk wird während dieser Exkursion auf den Ereignissen der Eroberung von Brühlhof und dem anschließend Vormarsch nach Freusburg liegen.

Wann: Samstag, 6. Oktober 2018, 14.00 Uhr

Treffpunkt: Kreuzungsbereich Am Buschert und Bahnstraße in 57548 Kirchen

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


6 – Der bei Wissen gefallene Ritterkreuzträger Otto Weimer

Ende März 1945 waren die Verbände der 1. US Armee aus dem Brückenkopf von Remagen durch die Front der 15. deutschen Armee weit in östliche Richtung durchgebrochen.

Oberleutnant Otto Weimer

Oberleutnant Otto Weimer

Nach dem 27. März konnte diese Angriffe nichts mehr stoppen und die deutschen Verbände befanden sich auf der Flucht hinter die Sieg. Die deutsche Führung entschloss sich am 29. März 1945 dazu, die Sieg in ihrer gesamten Länge höchst offiziell zur Frontlinie zu ernennen. Um diese Linie spielten sich bis einschließlich den 6. April 1945 schwere Gefechte ab.

Der südliche der Sieg gelegene Ortsbereich wurde durch die Amerikaner besetzt und über den Sandberg drangen sie in den Ortsteil Brückhöfe ein, wo sie einen Brückenkopf bilden konnten. Dieser Brückenkopf wurde für einige Tage zum Schauplatz heftiger Gefechte.

Diese Exkursion wird die Ereignisse bis zum 6. April 1945 behandeln und dabei besonders die Lage des deutschen Grenadierregiments 957 (GR) beleuchten, welches dort im Einsatz war.

Wann: Samstag, 13. Oktober 2018, 14.00 Uhr

Treffpunkt: Am Mühlengraben in 57537 Wissen

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
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7 – Deutscher Gegenstoß bei Bitzen

Nachdem der amerikanische Großangriff über die Sieg am 6. April 1945 ins Rollen gekommen war, konnten sie gleich mehrere Kilometer tief aus ihren tagelang umkämpften Brückenköpfen vorstoßen. Obwohl sie hierbei noch teilweise auf deutschen Widerstand stießen, waren ihre Angriffsbewegungen durch nichts mehr aufzuhalten.

Trotzdem stellten sich ihnen immer wieder zusammengefasste Kampfgruppen oder einzelne, kleinere Einheiten in den Weg, um einen letzten und aussichtslosen Kampf zu führen.

So kam es auch am 6. April 1945 in Bitzen zu einem letzten Aufbäumen von Resten des Panzergrenadierregimentes 111 der 11. Panzerdivision. Um 8 Uhr am Morgen hieß es „Wir sind umgangen!“  Geführt durch einen Leutnant trat man zu einem Gegenstoß an. Als am späten Nachmittag die Kämpfe eingestellt waren, säumten tote und verwundete Soldaten beider Seiten die Wege.

Dieses Mal referiert Ralf Anton Schäfer über die letzten Gefechte um den Sieg-Abschnitt im Bereich des 111. Panzergrenadierregimentes und berichtet hierbei über die Begebenheiten zwischen dem 1. und 6. April 1945.

Wann: Samstag, 20. Oktober 2018, 14.00 Uhr

Treffpunkt: Friedhof in Zum Rödert, 57539 Bitzen

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


8 – Letzter Widerstand bei Freudenberg


Der Giebelwald und der Verlauf der Sieg waren seit Anfang April 1945 zur Hauptkampflinie geworden, um die erbittert gekämpft wurde. Bei Wissen, Betzdorf, Freusburg und  Gosenbach konnten amerikanischen Verbände die Sieg überqueren und auf dem Nordufer des Flusses Fuß fassen.

Auf deutscher Seite wurde ein großangelegter Gegenangriff befohlen, der die amerikanischen Brückenköpfe zerschlagen sollte. Diese Maßnahmen waren zum Teil von Erfolg gekrönt, so dass die Amerikaner wenigstens ihre Brückenköpfe in Gosenbach und in Brückhöfe aufgeben mussten. Jedoch trat hierdurch kaum eine Erleichterung ein, da die Angriffe die letzten deutschen Reserven aufgebraucht hatten.

Bereits am nächsten Tag war der zuvor zurückeroberte Raum wieder in amerikanische Hand gefallen. Die Initiative lag erneut bei den Amerikanern, die am 6. April zum Großangriff in den Ruhrkessel angetreten waren. Von in Gefangenschaft geratenen deutschen Soldaten hatten die Amerikaner erfahren, dass Freudenberg ein Sammelplatz von zwei deutschen Divisionen war. Noch am 7. April befanden sich in und um den Ort mehr als 2000 deutsche Soldaten.

Diese letzte Exkursion in diesem Jahr wird die Ereignisse vom 8. April 1945 aufgreifen. An diesem Tag wurde Oberfischbach erobert und der Vormarsch in Richtung Freudenberg wurde vorangetrieben.

Wann: Samstag, 27. Oktober 2018, 14.00 Uhr

Treffpunkt: Parkplatz rechts der Dirlenbacher Straße zwischen 57258 Dirlenbach und Oberasdorf

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


Für die Exkursionen wird jeweils eine Teilnehmergebühr in Höhe von 5 Euro erhoben.
Anmeldungen nimmt die Kreisvolkshochschule unter Telefon 0 26 81/ 81- 22 12 oder per E-Mail unter kvhs@kreis-ak.de entgegen.
Hier sind auch weitere Informationen erhältlich.


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Ralf Anton Schäfer

Ralf Anton Schäfer

Hallo,
ich bin als Gründer für diese Seiten verantwortlich.
In den Jahren meiner Recherchen habe ich umfangreich Materialien zusammengetragen zu den Infanteriekämpfen der Endphase im Zweiten Weltkrieg. Der Archivbestand umfasst viele Tausend Seiten und deckt im Groß den Westen für die Zeit von der Landung der Alliierten in der Normandie bis zu den letzten Kämpfen um den Ruhrkessel.
Ralf Anton Schäfer

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