Kriegsereignisse im Raum Altenkirchen vor 69 Jahren

Ein am 25. März 1945 auf der B8 in der Nähe von Kircheib zerstörter deutscher Jagdpanther, da neben steht ein US-Soldat.

Ein am 25. März 1945 auf der B8 in der Nähe von Kircheib zerstörter deutscher Jagdpanther, da neben steht ein US-Soldat.

Ab dem 25. März 1945 rollt die Kriegsmaschinerie auch über den Kreis Altenkirchen.

Am 25. März 1945 brach die 3. US-Panzerdivision gefolgt von der 104. US-Infanteriedivision aus dem Brückenkopf von Remagen aus, hiermit gelangte der Zweite Weltkrieg nun auch in der Endphase schließlich auf den Boden des Kreises Altenkirchen. Im Raum Altenkirchen und Flammersfeld starben unmittelbar vor Kriegsende noch viele Soldaten beider Seiten.

General Courtney H. Hodges, kommandierender General der 1. US-Armee hielt in seinem Tagebuch fest: „…Mindestens vier Gegenangriffe wurden abgewehrt, aber in der späten Nacht ließ der deutsche Widerstand etwas nach. General Rose, Kommandeur der 3. US-Panzerdivision, gibt eine Stellungsname dazu ab, warum er nicht wie erwartet, mindestens 30 Kilometer vorgestoßen ist. Rose berichtet, dass jedes Mal, wenn seine Truppen durchbrechen wollten, sich alle verfügbaren deutschen Panzer ihm in den Weg gestellt hätten.“…

Die Taskforce Welborne war über Uckerath und Kircheib vorgestoßen und erhielt mit passieren von Rettersen schweres Feuer aus Richtung Marenbach. Die Taskforce Lovelady marschierte über Griesenbach bis in den Raum Fiersbach, wo bei Erreichen des Ortseinganges ein Sherman-Panzer durch Panzerfaustbeschuss ausgeschaltet wurde, dennoch konnte die amerikanische Kampfgruppe einige Panzer und Infanterie bis Ersfeld vorschieben.

Die Versuche Hasselbach zu erobern, wurden unter Verlust von mehreren Panzern abgebrochen und Infanterie nachgezogen, die sich im Schutz von künstlichem Nebel ihren Weg nach Hasselbach erkämpften. Spätestens mit dem eindringen in den Ort, brach für die Soldaten der 3. US-Panzerdivision die Hölle los, da man auf fanatischen und schwersten Widerstand gestoßen war. Die deutschen Verteidiger, Grenadiere der 3. Panzergrenadier-Division, hatten sich an strategisch wichtigen Stellen eingegraben und wurden durch mehrere Panzer und starke Artillerie- und Panzerabwehrkanonen (PaK) unterstützt. Eine 8,8cm-Flak-Batterie in der Nähe des Weyerbuscher Friedhofes verbot den Amerikanern nahezu jede Bewegung, weshalb der Durchbruch mit Infanterie erkämpft werden musste. Die deutschen Verteidiger hatten unter dem Kommando von General Bayerlein eine Abwehrlinie eingerichtet, die dazu in der Lage war, die amerikanischen Panzerspitzen unter schweren Verlusten zum Stehen zu bringen. Hasselbach musste während der folgenden Nacht durch die amerikanischen GIs im Häuserkampf von den deutschen Grenadieren bereinigt werden, dazu war es notwendig, aus den Wäldern um Rettersen und über Forstmehren aus gleichzeitig mit zwei Kompanien die Verteidigungslinie aus Richtung Heuberg-Forstmehren aufzurollen. Erst nachdem der deutsche Widerstand am 26. März 1945 eingestellt worden war und sich die Deutschen durch die Wälder in nordöstliche Richtung zurückzogen, konnten die Amerikaner ihren Angriff auf Altenkirchen erneut aufnehmen, dass im Laufe des Tages gegen geringen Widerstand erobert wurde. Damit war der Krieg jedoch noch nicht zu Ende, letzte Kämpfe ereigneten sich noch Mitte April in der Gegend nördlich von Friesenhagen.

Ralf Anton Schäfer

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ich bin als Gründer für diese Seiten verantwortlich.
In den Jahren meiner Recherchen habe ich umfangreich Materialien zusammengetragen zu den Infanteriekämpfen der Endphase im Zweiten Weltkrieg. Der Archivbestand umfasst viele Tausend Seiten und deckt im Groß den Westen für die Zeit von der Landung der Alliierten in der Normandie bis zu den letzten Kämpfen um den Ruhrkessel.
Ralf Anton Schäfer