
Eho-Box 190, Baujahr 1935.
Die Eho-Box 190 wurde seit 1935 im Altissa-Kamerawerk in Dresden hergestellt und zu einem Preis von 6,0 Reichsmark inkl. einer Transport- bzw. Verwahrungsbox aus Karton und einem Umhängeriemen angeboten. Bei den beiden kleinen „Fenstern“ handelt es sich um mit Spiegel ausgestattete Brillantsucher. Über einen Spiegel sieht man ein seitenverkehrtes Bild, um Aufnahmen im Hoch- bzw. Querformaten zu ermöglichen, verfügt die Box über zwei Brillantsucher.
Zum Fotografieren hält man die Kamera in Bauchhöhe und blickt durch die Sucher, richtet auf das Motiv und drückt den sich an der Seite befindlichen Auslöser, 1/35 Sekunde beträgt die Verschlusszeit dieser Kamera. Damals war der manuelle Filmtransport üblich, technische Umsetzungen, die Filmrolle zu transportieren, erfolgten erst viele Jahre später. Zum Transport des eingelegten 120er Rollfilms diente der Knebel an der Seite der Kamera.
Weniger ist mehr…

Frontalansicht auf die durch den Deckel verborgenen Linse
Der Durchbruch für die Boxkameras stellte sich ab Oktober 1930 ein. Sie wurde durch ihre einfachste Bedienung und dem geringen Preis schnell zur Volkskamera, die sich nicht vor Ende der 1960er Jahre vertreiben ließ. Als Objektiv bei der gezeigten Kamera dient ein Rodenstock Periskop 1:11. Als Verschluss ist wurde, wie bei Box-Kameras üblich, ein einfacher Rotationsverschluss verbaut.
Innenleben

Blick ins Innere…
Diese kleine Box habe ich zu neuem Leben erweckt, passende 120er Rollfilme sind noch immer käuflich zu erwerben. Leider hat das Wetter mir einen Strich durch die Rechnung gemacht und der verwendete Film war extrem unterbelichtet. In Kürze werde ich erneut einen Film durch die Kamera schicken, dieses mal dann einen mit ISO-400er.

Die ehemaligen Krages-Werke an der Siegbrücke bei Scheuerfeld-Wallmenroth. Fotografiert vom Standort einer US-amerikanischen Infanteriestellung mit der knapp 80 Jahre alten Box-Kamera. Leider ist bei der Entwicklung einiges schief gegangen. Also auch heute sind mit der alten Kamera noch immer Bilder von viel besserer Qualität möglich.
Der 120er Rollfilm ermöglicht es mit der Kamera acht Fotografien anzufertigen. Negative im Format von 6x9cm waren ein Standardmaß und ließen Direktabzüge im Fotolabor ohne Verwendung eines Vergrößerers zu.
Die in Deutschland auf dem Mark befindlichen Box-Kameras waren die „einfache Soldatenkameras“ während des Zweiten Weltkrieg. Hunderttausende Fotos aus der Zeit von 1939 bis 1945 dürften wohl aus diesen unscheinbaren „Kistchen“ entsprungen sein. Am häufigsten dürften hierbei die Marken Agfa, Altissa (Eho), Bilora, Liesegang und Zeiss-Ikon vertreten gewesen sein.
Weitere Kameras, welche ich hier noch vorstellen werde:
- Eine mehr als 85jährige Rodenstock-Balgenkamera, deren Verschluss mit „Deutsches Reichs Patent“ und „„D.R.G.M.“ markiert ist. Sie steht noch in einem tadellosen Zustand da.
- Eine Zeiss-Ikon Nettar 515 aus dem Jahr 1937.
Sobald ich die ersten Filme mit diesen beiden Kameras belichtet habe, werde ich auch diese hier vorstellen.
- Mahnung durch Kriegsgräber - 18. Juni 2024
- Rote Waffenbesitzkarte nach § 17 WaffG. - 5. April 2024
- Veranstaltungen in 2023 – Die militärhistorische Recherche und Filmvortrag zum Kriegsende - 17. Februar 2023
Sehr geehrte Familie Schäfer,
Ich finde den Beitrag sehr iformativ und freue mich dass sich jemand den Kameras unserer Jugend noch annimmt und ihen Leben einhaucht.
Wenn sie möchte sende ich bei Gelegenhtei sende ich Ihnen dann mal Fotos die ich selbst gemacht habe vor mehr als 70 Jahren.
Ich wünsche ihnen schöne Weihnachtstage gahabt zu haben und sende beste Grüße für 2017
Mit freundlichen Grüßen
Gerhard Groß
Lieber Herr Groß,
wir haben uns sehr gefreut über Ihre Mitteilung.
Erst gestern habe ich noch gedacht, im kommenden Jahr muss ich dieser Box noch einmal Arbeit geben! 🙂 Ich besitze noch einige andere Kameras aus dieser Zeit, bei denen ich ebenfalls bei Gelegenheit einmal Fotos anfertigen will.
Sehr gerne würden wir uns freuen, wenn Sie uns ihre Fotos für diesen Beitrag zur Verfügung stellen würden.
Alles Gute für 2017
senden
Rebecca & Ralf Anton Schäfer
Sehr geehrter Herr Schäfer,
ich bin gebürtig aus Scheuerfeld und habe als Kind in den Ruinen der alten Firma Krages mein Unwesen getrieben.
Ich würde mich freuen, wenn Sie mir einen Scan dieses Fotos und eventuell weiterer aus diesem Raum (wenn auf diesem Film vorhanden) zur Verfügung stellen könnten
Freundliche Grüße
Christoph Röttgen
Hallo Herr Röttgen,
ich sende Ihnen das Bild aus dem Beitrag und noch ein weiteres aus der Serie an Ihre Mailanschrift.
Viele Grüße
Ralf Anton Schäfer