Buchankündigung – Lebe beständig!

Nicht ohne Stolz kann ich mitteilen, dass heute der dritte und voraussichtlich letzte Probedruck des Buches „Lebe beständig! Erinnerungen eines Kommandeurs der vordersten Front“ in Auftrag gegeben wurde. Damit nähert sich ein Projekt seinem Abschluss, das mich über viele Jahre begleitet hat und deutlich mehr war als eine reinhistorische Arbeit.

Das Buch basiert auf den Erinnerungen und persönlichen Aufzeichnungen Arthur Jüttners, zuletzt Führer der 62. Volksgrenadier-Division. Es folgt dessen militärischen Wegen von den frühen Kriegsjahren über die Feldzüge im Westen und Osten, dem Zusammenbruch der Heeresgruppe Mitte im Sommer 1944, wo er sich als Rückkämpfer durch feindbesetztes Land bis zu den eigenen Linien durchschlagen muss. Es folgt der Einsatz an der Westfront im Rahmen der Ardennenoffensive, fortschreitende Rückzugsbewegungen unter alliierter Überlegenheit und die zunehmende Einschränkung der militärischen Handlungsfähigkeit. Den Abschluss bildet der Rückzug in den Ruhrkessel, wo Jüttner die Reste der 62. VGD am 16. April 1945 im Raum Wuppertal auflöst. Im Mittelpunkt stehen die unmittelbaren Kriegserlebnisse eines Frontoffiziers, die Realität von Führung unter Gefechtsbedingungen, Rückzug, Verantwortung und der Umgang mit fortschreitender materieller und personeller Erschöpfung.

Die Darstellung ist nüchtern gehalten. Sie verzichtet auf nachträgliche Deutungen, politische Einordnungen oder moralische Bewertungen. Grundlage sind zeitgenössische Niederschriften, ergänzt durch historische Rahmeninformationen. Ziel war es, die Perspektive eines Kommandeurs festzuhalten, wie sie sich im Erleben und im Denken der damaligen Zeit darstellte – sachlich und präzise.

Dieses Buch ist zugleich das Ergebnis einer jahrelangen Freund- und Kameradschaft, die über das eigentliche Manuskript hinausging. In dieser Zeit lernte ich mehrere ehemalige Kameraden und alte Weggefährten Arthur Jüttners kennen, die zu engen persönlichen Vertrauten wurden. Gespräche über gemeinsame Erlebnisse, über Verluste, Entscheidungen und Verantwortung prägten die Arbeit an diesem Buch wesentlich. Sie machten deutlich, dass Kameradschaft für diese Generation kein abstrakter Begriff war, sondern ein überlebensnotwendiger Bestandteil des Frontalltags.

„Lebe beständig!“ ist damit auch ein stilles Gedenken an diese Männer. Es erinnert an eine Form von Zusammenhalt, die unter extremen Bedingungen entstand und weit über das Kriegsende hinaus wirkte. Viele dieser Stimmen sind heute verstummt. Umso wichtiger erschien es mir, ihre Erinnerungen sachlich zu bewahren und in einen historischen Zusammenhang einzuordnen.

Arthur Jüttner selbst kann die Neuauflage seines Werkes leider nicht mehr erleben. Gerade daraus erwuchs für mich die Verpflichtung, seine Aufzeichnungen unverfälscht, quellennah und ohne stilistische oder inhaltliche Verformung zugänglich zu machen. Dieses Buch versteht sich daher nicht als Interpretation, sondern als dokumentierte Überlieferung.

Weitere Informationen zum Erscheinen folgen zeitnah auf diesen Seiten.

Ralf Anton Schäfer
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