Brückenkopf_Betzdorf

Bildung des amerikanischen Brückenkopfes in BETZDORF

 

Am Abend des 29. März hielt das Regiment die Linie von ca. 13,5 Kilometern südlich des Siegufers im Bereich westlich von WISSEN bis zur östlichen Grenze BRACHBACHS. Hierbei stand das 2. Bataillon im Bereich von WISSEN bis westlich von SCHEUERFELD, das

1. Bataillon übernahm den Bereich von SCHEUERFELD bis zur rechten Grenze des Regimentes bei BRACHBACH. Die Bataillonsgrenze selbst wurde gesichert durch den 1. Zug der „Item“ Kompanie, welcher dem Regiment direkt unterstand. Die südlichen Ortsbereiche von WISSEN, SCHEUERFELD, BETZDORF und BRACHBACH wurden besetzt. Der Raum dazwischen durch Außen- und Beobachtungsposten, sowie durch Patrouillen von den in Front liegenden Bataillonen gesichert, hierbei wurden die Bataillone durch die Aufklärungsabteilungen des Regimentes unterstützt. Das 3. Bataillon befand sich in Regimentsreserve und lag im Raum um STEINEBERG-MALBERG, dem Bataillon wurden LKWs zugeführt, um es zu mobilisieren.

Die feindlichen Aktivitäten entlang der Front bestanden zu diesem Zeitpunkt lediglich aus sporadischem Störfeuer und gelegentlichen Patrouillen im Regimentsbereich. Feindliche Kräfte in unbestimmter Stärke befanden sich in WISSEN, dem Nordteil BETZDORFS und entlang des nördlichen Siegufers gegenüber dem Regimentsbereich.

Gebietsanalyse

 

Das Gebiet im Bereich des 28. Infantry-Regiments war gekennzeichnet durch felsige Höhen und waldreiche Berge, die von tiefen Tälern durchschnitten wurden. Die Sieg, ein Nebenfluss des Rheins, schnitt zusätzlich ein langes Tal durch dieses Gebiet; an einer Stelle stieg das Gelände bis zu 165 Metern an, an anderer Stelle bis knapp 460 Metern. Die Sieg selbst jedoch war an mehreren Stellen ein seichter Fluss, der eine Breite von 15-20 Metern erreichte, die Ufer waren steil und bei starken Regenfällen entwickelten sich schnell starke Fluten.

Eine zweispurige Gleisanlage verlief entlang der südlichen Siegseite. Die Bahn führte bisnach SIEGEN und war verbunden mit der Gießen-KÖLNER Eisenbahn. An der nördlichen Seite des Flusses verlief eine gut befestigte Landstraße, zudem gab es noch weitere befestigte Straßen und ein gut ausgebautes Verkehrsnetz in der Gegend, welches die vielen im Gebiet verstreuten Orte und Dörfer untereinander verbindet. Im Regimentsbereich befanden sich zwei mittelgroße Städte: WISSEN und BETZDORF. Von beiden Orten war BETZDORF die Wichtigere. Außer der zweispurigen Eisenbahn, welche durch die Stadt führt, führten einzelne Straßen durch BETZDORF. Ein großer Rangierbahnhof und Schwerindustrien mit Maschinen- und Wagonbau waren in der Stadt ansässig. Die Sieg teilte die Stadt in zwei Hälften. 1933 hatte BETZDORF eine Bevölkerungszahl von 8781 Einwohnern. Vom Standpunkt der Verteidigung aus gesehen, war das Gebiet bestens geeignet für hinhaltende Abwehr. Es war leicht Truppen zu bewegen bzw. Truppen zu verstecken.

Zugewiesene Aufgaben des 28. Inf. Reg. für die Nacht des 31. März 1945

 

Etwa um 20 Uhr erhielt Colonel Thomas H. Beck plötzlich Befehl von der Divisionsführung ohne weitere Verzögerung sofort über die Sieg anzugreifen. Seine Truppen sollten dazu den Raum im Regimentsbereich erobern und einen Brückenkopf bilden, der genügend Tiefe und Breite bot, um die von Ost nach West führende Straße zur Fortführung des Kampfes zu sichern.

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