Kämpfe bei Leverkusen-Schlebusch

Die Kämpfe in der Nähe von Leverkusen-Schlebusch

Kurz vor der Kapitulation der im Ruhrkessel eingeschlossenen deutschen Verbände kam es in Leverkusen-Schlebusch noch zu einem heftigen Gefecht, bei dem noch mehrere Hitlerjungen ihr Leben ließen. Die Jungs waren durch die Nazi-Propaganda aufgestachelt und wollten natürlich aus ihrer Sicht an dem immer noch bevorstehenden Endsieg ihren Anteil haben. Es kam wie es kommen musste.

Am 13. April 1945 stießen Verbände der 13. amerikanischen Panzerdivision insbesondere im Bereich bei Katterbach-Schildgen auf heftigen und nicht mehr erwarteten Widerstand. Gleich am südwestlichen Ortsrand hatte sich eine Handvoll fanatischer Hitlerjungen festgesetzt. Unterstützt wurden die HJ-Angehörigen, die dem Volkssturm eingegliedert waren, durch 8,8 und 2 cm Flak, die im Erdkampf eingesetzt wurde. Besonders das amerikanische 59. Armored Infantry Bataillon hatte während des Tages immer wieder mit heftigem Widerstand, der jedoch nur vereinzelt aufflammte, zu tun.

Knapp südlich KATTERBACH starb am Morgen des 13. April 1945 die Besatzung eines Sherman-Panzers, nachdem ihr Panzer durch einen erst 16-17 jährigen Volksturmjungen mit der Panzerfaust abgeschossen wurde. Unter den Gefallenen befand sich der Pfc. Thomas E. Briggs. Gerüchten zufolge hatten die amerikanischen Soldaten mehrfach versucht, die Hitlerjungen zum Aufgeben zu überreden. Den Leichnam des Panzerfaustschützen, welcher zuvor den US-Panzer ausgeschaltet hatte, fand man später zwischen Schildgen und Katterbach. Auf deutscher Seite starben 18 deutsche Soldaten, die Masse waren wohl Angehörige des Volkssturmes und der Hitlerjugend,  zudem haben 18 Zivilisten ihr Leben verloren. Die Verluste der amerikanischen Verbände beliefen sich auf 10 Gefallene und 29 Verwundete, zudem wurden 3 Soldaten vermisst.

Oberstleutnant Charles Yon, am

Oberstleutnant Charles Yon, am 13. April verwundet.

Nachdem die 13. US Panzerdivision durch die deutschen Linien gestoßen war, konnte im Tagesverlauf gegen immer wieder aufflammenden Widerstand Altenberg erreicht werden, wo der Kommandeur der Taskforce Yon, Lieutenant Colonel Yon, durch Verwundung ausfiel. Seine Stelle übernahm darauf Major Peters, anschließend konnte der Vorstoß bis nach Spitze ausgeweitet werden, das am Abend als feindfrei gemeldet wurde. Während der Nacht hatten besonders die bereits über die Dhünn vorgeschobenen Teile immer wieder unter gut platzierten deutschen Artilleriefeuer zu leiden.

Im Verlauf des 14. April 1945 rollten die Panzer des Combat Comand Baker gegen zum Teil heftigen Widerstand bis nach Leverkusen und kämpften sich bis zum Abend nach Schlebusch vor. Allein das Combat Comand Baker hatte während des Tages drei 8,8-Flak-Batterien, zwei 105mm Flakgeschütze und vier Nebelwerfer erobert bzw. ausgeschaltet.

Auszug aus einem After Action Report der 13. US Panzerdivision mit Angaben zu den Kämpfen im Raum Leverkusen.

Auszug aus einem After Action Report der 13. US Panzerdivision mit Angaben zu den Kämpfen im Raum Leverkusen.

Am 15. April konnte die 13. US Panzerdivision den Durchbruch durch die feindlichen Linien vervollständigen und bis an die Wupper vorstoßen, zuvor allerdings musste bei Manfort eine heftig verteidigte Straßensperre im Bereich des Autobahnkreuzes niedergekämpft werden. Dort waren 8,8cm Flak und PAK-Geschütze in Stellung gebracht worden und setzten dem vorstoßendem Combat Command A derart zu, dass der gesamte Vormarsch der Division vollends zum erliegen kam. Als der Divisionskommandeur General John B. Wogan, die Beseitigung der Straßensperre selbst in die Hand nehmen wollte, wurde General Wogan so schwer verwundet, dass er in ein Feldlazarett evakuiert werden musste. General Mathewson übernahm darauf das Kommando über die Division. Im Anschluss folgten die Kämpfe um Leverkusen und den zugehörigen Ortsteilen. Hierbei starben in der Zeit vom 15.-16.4.1945 weitere achtzehn deutsche Soldaten, wovon am 15. April 1945 bereits 12 Soldaten ihr Leben lassen mussten. Brennpunkte der infanteristischen Verteidigung auf deutscher Seite waren hier zum Beispiel die Autobahn im Bereich der Bismarkstraße und im Raum der Autobahnauffahrt Küppersteg.

Durch die 13. US Panzerdivision ausgeschaltete 8,8-Flakstellung im Ruhrkessel.

Durch die 13. US Panzerdivision ausgeschaltete 8,8-Flakstellung im Ruhrkessel.

Rebecca

Rebecca

Hallo Welt,

Ich bin die Rebecca und studiere Kulturwissenschaften mit dem Fachschwerpunkt Geschichte und habe ebenfalls an den Arbeiten zu unserem Buchtitel "Das Kriegsende in der Heimat" mitgewirkt.

Die Thematik "Kriegsende an der Sieg" interessierte mich durch Ahnenforschung. Mein Urgroßvater wurde im Februar 1945 als Angestellter bei der I.G. Farben AG Leverkusen in den deutschen Volkssturm eingezogen.
Da er bereits 44 Jahre alt war und über keinerlei soldatische Ausbildung verfügte, ist er nach nur kurzer Zeit, bei den schweren Kämpfen um Uckerath, bei Striefen gefallen.
Beigesetzt wurde er zunächst in Striefen an der Kapelle, musste allerdings bereits im Herbst 1945 umgebettet werden, da die Amerikaner Angst vor aufkommenden Seuchen hatten. Seither liegt er in Leverkusen auf dem Kriegsgräberfeld, wohin ihn mein Großonkel selbst umbetten musste.

Aus diesem Grund bin ich an allem interessiert was mit dem Thema Volkssturm zu tun hat und freue mich über sämtliche Informationen, die ich erhalten kann.
Rebecca

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