Exkursionen im 1. Halbjahr 2017

Die neuen Termine für die nächste Veranstaltungsreihe stehen endlich fest. Sieben mal sollte man sich den Terminkalender offen halten, davon ein Mal an einem Samstag und, weil immer wieder darum gebeten wurde, sechs Mal an verschiedenen Sonntagen…

Um die Spannung schon vorab ein wenig zu erhöhen: Es finden vier komplett neue Exkursionen statt, die wir zuvor noch nicht im Programm hatten. Dieses Mal sind wir auch wieder im Bereich der PaK-Linie bei Hasselbach-Weyerbusch unterwegs, allerdings bewegen wir uns jetzt auf komplett neuen Pfaden, wobei wir uns besonders über die Ereignisse am nördlichen Frontabschnitt unterhalten werden. Gleich die erste Exkursion findet also auf unbekanntem Gebiet statt und bietet eine Fülle Informationen für alle Interessierten.


 


Bereits abgekämpfte Grenadiere auf dem Rückweg von der Front. Die Soldaten sind ausgerüstet mit Stielhandgranaten (1) und einem Maschinengewehr 34 (2). Der zweite Soldat von Links besitzt neben seinen Stielhandgranaten im Koppel eine Magazintasche (3) für drei Stangenmagazine einer Maschinenpistole.

Der Stahlhelm (4) des MG-Schützen ist mit Lehm verschmiert. Der Soldat links hinter ihm trägt einen Karabiner 98 (5). Ganz Links ragt ein Karabiner ins Bild, welcher mit einem Bajonett (6) für den Nahkampf ausgestattet ist. Dem Anschein nach befindet sich auf der Trage der beiden Soldaten ein verwundeter Soldat (7). Auf dem Fuhrwerk rechts im Bild könnten sich evtl. Magazine (8) für ein 2cm-Geschütz befinden.

Die Szenerie dürfte vergleichbar sein mit den Ereignissen im März & April 1945 im Westerwald, denn ähnlich wird es ausgesehen haben, als deutsche Soldaten in die Frontstellungen z.B. bei der PaK-Linie in Hasselbach eingerückt sind. Abgekämpfte Soldaten prägten seit 1944 den Alltag und waren das Beste, dass die Wehrmachtsführung noch zu bieten hatte.


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Eröffnung der Veranstaltungsreihe – 72 Jahre Kriegsende

Vortag mit Filmmaterial, Dokumenten und Fotografien zu den „Kampfhandlungen am Ende des Zweiten Weltkrieges im März & April 1945“. Anhand von Landkarten und Auszügen aus diversen Kriegstagebüchern wird versucht an die opfervolle und schreckliche Zeit zu erinnern. Im Anschluss an den Vortag können die Teilnehmer persönliche Fragen zu den Bodenkämpfen im März und April 1945 stellen. Die Veranstaltung wird abgerundet durch verschiedene Gegenstände aus der Zeit des Kriegsendes.

Ab dem 25. März 1945 fanden erstmalig Infanteriekämpfe zwischen den deutschen und amerikanischen Verbänden im Raum des Kreises Altenkirchen statt. Unter Verlusten gelang es den amerikanischen Verbänden durch die deutschen Frontlinien zu brechen. Ende März wurde die Sieg in ihrer gesamten Länge zur Verteidigungslinie ernannt, die so genannte Siegfront. Der Fluss bildete die Südfront des so genannten „Ruhrkessels“, in dem die Heeresgruppe B mit rund 325.000 Mann eingeschlossen wurde. Entlang der Siegfront gingen die Kampfhandlungen für die Dauer von mehreren Tagen in einen Stellungskrieg über. Vielerorts beschränkten sich die Kampfhandlungen auf gegenseitige Artillerieduelle, anderswo aber lagen sich die Soldaten beider Seiten direkt gegenüber und bekämpften sich erbittert.

In den frühen Morgenstunden des 6. April 1945 griffen die amerikanischen Verbände nach heftiger Artillerievorbereitung auf breiter Front an und zerschlugen die deutschen Stellungen entlang der Sieg. Die deutsche Truppe hatte diesen konzentrierten Angriffen nichts mehr entgegenzusetzen und zog sich unter hinhaltendem Widerstand immer weiter in den Kessel zurück. Für den Kreis Altenkirchen endeten die Kampfhandlungen mit letzten Gefechten im Bereich von Bahnhof Wildenburg am 9. April 1945.

Wann: Samstag, 25. März 2017 , 14 bis 16 Uhr

Wo: Kreisvolkshochschule, Rathausstraße 12 in Altenkirchen

Dauer: Gesprächsrunde mit offenem Ende.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


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Kampf um die PaK-Linie bei Hasselbach – Die Front bei Werkhausen

Als die 1. US Armee am 25. März 1945 aus dem Brückenkopf von Remagen ausbrach, konnte sie die Frontlinien der 15. Armee an den meisten Punkten problemlos durchbrechen. Nur im nördlichen Bereich des Brückenkopfes stießen die Verbände auf zum Teil schwersten Widerstand. Besonders hart war dabei das Los für die Panzerspitze der 3. US Panzerdivision, die über Kircheib nach Altenkirchen vorstoßen sollte.

Nachdem die Panzerkolonne im Bereich von Rettersen und Hasselbach an der so genannten „PaK-Linie bei Hasselbach“ (PaK=Panzerabwehrkanone) zum Stehen gebracht wurde, mussten die Amerikaner selbst zur Verteidigung übergehen. Im Anschluss kamen sämtliche Angriffe der Division zum Erliegen. Um weiter gegen Altenkirchen vorzugehen, musste zuvor jeglicher Widerstand entlang der stark verteidigten Frontlinie niedergekämpft werden. Altenkirchen, das als Tagesziel für den 25. März gegolten hatte, konnte erst im Verlauf des Nachmittags des 26. März eingenommen werden. Auf dem Schlachtfeld blieben zahlreiche zerstörte Fahrzeuge und viele Gefallene beider Seiten zurück. Dies war der Auftakt für das unmittelbar bevorstehende Ende; wie ein ehemaliger Soldat erzählte, waren diese Kämpfe ähnlich wie das letzte heftige Zucken eines sterbenden Menschen.

Diese eigenständige Exkursion baut auf die Ereignisse der bereits zuvor durchgeführten Veranstaltungen rund um die „PaK-Linie“ auf, wobei allerdings auf die Gesamtereignisse eingegangen wird, damit auch „Neueinsteiger“ nachvollziehen können, was sich Ende März 1945 vor den Türen und Toren Weyerbuschs zugetragen hatte.

Wann: Sonntag, 26. März 2017 , 14.30 Uhr

ACHTUNG: NEUER TREFFPUNK: Friedhof in 57635 Werkhausen.
Sie finden den neuen Treffpunkt im Kartensystem am Ende dieser Seite.

Wegstrecke: Etwa 3,5 Kilometer

Dauer: In der Regel dauert jede Exkursion etwa 3 Stunden.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


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Vorstoß auf Betzdorf und die hieraus resultierenden Gefechte südlich der Sieg

 Der Versuch der Wehrmacht südlich Betzdorf noch einen Brückenkopf zu organisieren, schlug gleich im ersten Ansatz fehl. Ebenso scheiterte das Vorhaben, südlich von Bruche mit Volkssturm und einem Flakgeschütze (Fliegerabwehrkanone) eine Sperrstellung zu errichten. Ein Angriff eines deutschen Sturmgeschützes führte auf amerikanischer Seite zu der Annahme, dass der Weg nach Bruche nicht offen sein würde, worauf sich die Soldaten des 28. US Infanterieregiments zurückzogen.

Danach wurde der amerikanische Vorstoß über Alsdorf vorangetrieben und erst nach der Einnahme von Alsdorf konnte der Angriff in Richtung Betzdorf ausgeweitet werden. Hierbei kam es zu einigen Gefechten, die sich bis in die Nähe des Eisweihers verlagerten. Der Betzdorfer Ortsteil Bruche wurde erst in den nachfolgenden Nachtstunden erobert.

Wann: Sonntag, den  9. April 2017 um 14.30 Uhr

Wo: Am Scheuerberg, 57518 Betzdorf-Bruche, der Treffpunkt findet sich oberhalb der Grillhütte.

Wegstrecke: Etwa 3,5 Kilometer

Dauer: In der Regel dauert jede Exkursion etwa 3 Stunden.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


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 Vorstoß gegen die deutschen Sicherungen bei Herdorf

Nachdem der Ausbruch aus dem Remagener Brückenkopf vollendet war und die Amerikaner bereits damit begonnen hatten, das Ruhrgebiet mit der 1. US Armee im Süden und der 9. US Armee im Norden zu umzingeln, mussten sie ihre Vorstoße zur Sieg hin ausweiten.

Mit diesen Infanterieangriffen sollten die deutschen Sicherungslinien durchstoßen und die Brückenköpfe zerschlagen werden, bevor es den deutschen Soldaten möglich war, weitere Kräfte zu sammeln. Einer dieser Schwerpunkte befand sich bei Herdorf-Neunkirchen. Südlich dieser Ortschaften sollten Vorkommandos der 59. Infanteriedivision eine Verteidigungslinie beziehen und in Anlehnung an die Ortsränder sollten schwache Reste der 9. Panzerdivision einen Sperrriegel verteidigen.

Da die 8. US Infanteriedivision stärkere Feindkräfte in den Wäldern zwischen dem Hohenseelbachskopf und Herdorf vermutete, stießen sie in zwei Angriffsformationen gegen die deutsche Verteidigung vor. Hierbei sollte eine verstärkte Infanteriekompanie über Mahlscheid vorgehen, während die andere Kompanie durch das Sotterbachtal gegen Herdorf antreten sollte. In den Wäldern um die Mahlscheid kam es dabei nur zu kleineren lokalen Rückzugsgefechten mit versprengten deutschen Truppen, während sich das eigentliche Eindringen in Herdorf zum fast dreistündigen Gefecht entwickeln sollte.

Wann: Sonntag, den  23. April 2017 um 14.30 Uhr

ACHTUNG Änderung des Treffpunktes:
Ziegenberg 24 (an der Infotafel Grube San Fernando)
in 57562 Herdorf,

Wegstrecke: Etwa 3,5 Kilometer

Dauer: In der Regel dauert jede Exkursion etwa 3 Stunden.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de


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Bildung des amerikanischen Brückenkopfes auf dem Giebelwald bei Freusburg.

Ende März 1945 drangen die Truppen der 8. US Infanteriedivision über Offhausen in Kirchen ein, das dabei beinahe kampflos erobern wurde. Nachdem sie bei Brühlhof die Sieg überschritten und die Jung-Werke vom Feind befreit hatten, klärten sie gegen Freusburg auf. Ein direktes Vorgehen über Freusburger Mühle war nicht möglich, da der Bereich von Scharfschützen einzusehen war, die sich dann für einige Zeit gefährliche Duelle lieferten.

Als die Amerikaner endlich in Freusburg eindringen konnten, mussten sie sich ihren Weg durch unwegsames Gelände bahnen und konnten einen Brückenkopf am Fuße des Giebelwaldes einrichten. Dieser Brückenkopf wurde für die Dauer von mehreren Tagen zum Schauplatz heftiger Gefechte.

Wann: Sonntag, 7. Mai 2017, um 14.30 Uhr

Wo: Parkplatz an der Hubertuskirche, 57548 Freusburg

Wegstrecke: Etwa 7 Kilometer, evtl. mehr

Dauer: In der Regel dauert jede Exkursion etwa 3 Stunden.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
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Gefechte im Bereich des Hellbachskopf

Der weitläufige Giebelwald wurde für mehrere Tage zum Brennpunkt der Kämpfe um die Siegfront im Bereich zwischen Kirchen und Niederschelden. Die Wälder waren Kampfgebiet, Bereitstellungsraum und Unterschlupf für deutsche Truppen; darüber hinaus suchten zahlreiche Zivilisten der umliegenden Ortschaften Zuflucht in den Bergbaustollen, um vor den Kampfhandlungen geschützt zu sein.

Anfang April hatten die Amerikaner damit begonnen, ihren Brückenkopf bei Freusburg auszuweiten. Hierbei verwickelten sie sich allerdings zusehend in Waldkämpfe, die durch sich immer wieder verirrende Einheiten und plötzliches aufeinanderstoßen auf gegnerische Truppen geprägt waren. Im Bereich des Hellbachskopf erinnert heute ein Denkmal in Form von mehreren Basaltsäulen an der Stelle eines ehemaligen Soldatengrabes an die Härte der damaligen Kämpfe.

Wann: Sonntag, 21. Mai 2017, um 14.30 Uhr

Wo: Sportplatz beim Tierpark in 57572 Niederfischbach

Wegstrecke: Etwa 7 Kilometer, evtl. mehr

Dauer: In der Regel dauert jede Exkursion etwa 3 Stunden.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
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Gefecht um Steeg im Wildenburger Land

Nach vorbereitendem Artilleriefeuer brachen am 6. April 1945 die Amerikaner aus ihren Brückenköpfen an der Sieg aus. Im Bereich von Wissen, Betzdorf und Kirchen zerschlugen die Soldaten der 78. US Infanteriedivision die deutschen Frontlinien und marschierten gegen meist leichten Widerstand vor, nur lokal kam es an verschiedenen Punkten noch zu heftigeren Gefechten, die auf beiden Seiten hohe Verluste forderten, am Abend war die Sieg nirgendwo mehr in deutscher Hand. Wenig später stand die Division im Wald bei Rübegarten und zielte zum einen nach Morsbach und zum anderen in Richtung Friesenhagen.

Diese Exkursion beginnt an genau dem Punkt, von welchem die amerikanische Infanteriekompanie ihren Vorstoß in Richtung Steeg vor 72 Jahren plante. Die Brücke über den Wisserbach stand unter deutscher Beobachtung und der Bereich war durch mehrere Maschinengewehre gesichert. Ein amerikanischer Soldat verlor gleich nach Beginn des Vorstoßes durch Artillerievolltreffer sein Leben. In dieser Lage mussten die Amerikaner den Bachlauf überqueren.

Um nach Friesenhagen zu gelangen, musste zuvor das kleine Örtchen Steeg passiert werden. Da Steeg jedoch die Abschnittsgrenze zwischen den beiden deutschen Grenadierregimentern 164 und 183 bildete, war der Ort durch die 62. Volksgrenadier Division zur Verteidigung vorbereitet worden. Während des amerikanischen Vorstoßes setzten deutsche Sturmgeschütze und Grenadiere zum Gegenangriff an, wodurch es zu einem Zusammenstoß kam, der in einem blutigen Gefecht endete.

Wann: Sonntag, 11. Juni 2017, um 14.30 Uhr

Wo: So finden Sie zum Treffpunkt:

Verlassen Sie die L278 zwischen Friesenhagen und Morsbach (bei dem Abwasserklärwerk) in Richtung Betzdorf-Kirchen und fahren auf die Kreisstraße 77. Nach 150 Metern finden Sie den Startpunkt dieser Exkursion auf der linken Seite.

Link öffnet ein neues Fenster.

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Wegstrecke: Etwa 7 Kilometer, evtl. mehr

Dauer: In der Regel dauert jede Exkursion etwa 3 Stunden.

Anmeldung: KVHS Altenkirchen, Tel.: 02681-812212 oder via Email
kvhs@kreis-ak.de

 


 

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Ralf Anton Schäfer

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Hallo,
ich bin als Gründer für diese Seiten verantwortlich.
In den Jahren meiner Recherchen habe ich umfangreich Materialien zusammengetragen zu den Infanteriekämpfen der Endphase im Zweiten Weltkrieg. Der Archivbestand umfasst viele Tausend Seiten und deckt im Groß den Westen für die Zeit von der Landung der Alliierten in der Normandie bis zu den letzten Kämpfen um den Ruhrkessel.
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